und Zeitschriften aus dem Leserkreise gerne entgegen. Die Annahmestelle ist wie bisher: Hausverwalter Todt im Gesellschaftsverein.
* Ein„Nachruf“. Einem uns zur Verfügung ge— stellten Feldpostbrief entnehmen wir: b* bat auch ihn sein Schicksal erreicht, ein Schicksal, das
„Nun allen Großen beschieden ist. Zwar schien es, als ob er alle ihn bedrohenden Gefahren nicht achte und sie ihm, dem Gewaltigen,
nichts anhaben könnten. Aber Hochmut kommt vor dem Fall. Zwar hatte ich immer einen gewissen Respekt, eine große Achtung vor einer Größe, seiner Unnahbarkeit und seinem Trotz gegenüber allen Gefahren empfunden; aber es war mir doch klar, daß er den vielen ihn suchenden Geschossen nicht entgehen könne. So stehe ich denn an seinem Grabe. Lieb und teuer war er mir beinahe allezeit. Als ich ihn das erstemal kennen lernte— es war im 1— d. Is.—, da empfand ich nur wenig Zuneigung zu ihm. 5 e Größe imponierte mir, aber sein so wenig gepflegtes Aeußere und vollends sein, na, ich will sagen rußiges Innere 0: mir kaum Achtung abgewinnen. Aber das war auch gar —— seine Absicht. Was fragte er nach den Umstehenden, was
reißt e brit 00 der ucker fabrik von 2 * noch
.
** Ein Erdbeben, dessen Herd in nur 200 Kilo— meter Entfernung zu vermuten ist, wird von der Erd— bebenwarte Jugenheim a. d. B. gemeldet. Das Beben,
dem gestern nachmittag um 3.50 Uhr ein Fernbeben mittlerer Stärke vorausging, erreichte seine Hauptstärke heute nacht um 3.34 Uhr und war an der Bergstraße ohne Instru⸗ mente zu spüren. Es ähnelte dem süddeutschen Erdbeben von 1911, war aber schwächer.
Landkreis Gießen.
Lang⸗Göns, 1. Juni. Ein Gemeindeblatt unter dem Titel„Kriegsbrot“ gibt Pfarrer Weber. von hier heraus, das von Schulkinderm zum Preise von 5 Pig. vertrieben wird. Den Kriegsteilnehmern aus der Gemeinde geht es unentgeltlich zu. Das Schriftchen enthält Grüße und Briefe von Feldzugs⸗ teilnehmern, Betrachtungen, Kirchliche Nachrichten aus der Ge— meinde usw., und dürste namentlich dazu beitragen, den geistigen
Zusammenhang zwischen den Soldaten und der Heimat zu pflegen]!
und zu sestigen.
= Utphe, 1. Juni.
In unserer Gemeinde sind bis jetzt an Beiträgen für
Rotes Kreuz und Kriegshilfe“ einge- gangen 2079,08 Mark. Davon wurden abgeliesert an das Kreis- komitee 1117,35 Mk. Der Rest des gesammelten Geldes wurde zur Anschaffung von Garn und Liebesgaben für die hiesigen Vaterlands⸗ verteidiger verwendet.— Der Musketier Gustav Sack ist am 9. April in russische Gesangenschast geraten.
Kreis Büdingen.
Aus dem Kreise Büdingen, 1. Juni. Gestern und
te fanden unter dem Vorsitz des Großh. Kreisschulinspektors
5 lrat Baldauf in Büdingen und Nidda Lehrerkon⸗ ferenzen statt. Der Vorsitzende widmete nach Eröffnung der Versammlungen dem kürzlich verstorbenen, beinahe 50 Jahre im Schuldienste tätig gewesenen Lehrer Rudolf Diehl von Bleichen⸗ bach einen warmen Nachruf und gab dann die im letzten Halb⸗ jahre eingetretenen Personal veränderungen sowie die militärischen Beförderungen von Lehrern des Kreises bekannt. Nach erfolgten statistischen Erhebungen über die Schülerzahl der einzelnen Klassen, pfehlungen und der Bekanntgabe neuer Verordnungen,
betreffend„Krieg und Schuljugend“, wurde über die Versehung der Schul⸗ und Niechendienste in anderen Gemeinden während des Krieges verhandelt. Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildete die Durchberatung des neuen Lehrplans für den
nämlich— es war im Jabre 1909— ihre Erinnerungen erscheinen lieb. Dies Buch machte ein ungeheures Aussehen in An land und erlebte trotz seines hohen Preises eine ganze Reihe von Auflagen. Es enthielt den viktorianischen Gesellschastsklatsch in Reinkultur und wimmelte von Anekdoten und Standalgeschichtchen, wobei die alte Dame kein Blatt vor den Mund nahm. Man sah da die eng- lische Gesellschast jener Zeit in der vollsten Blüte ihres Müßig⸗ ganges, bei der Jaad, bei Trunk und Gelage und bei Liebesassären, die nicht immer ganz sauber waren. So ist es erklärlich, daß das Buch in England, wo ja bekanntlich weite Kreise vor allem, was mit dem Adel und seinem Leben zusammenhängt, geradezu auf dem Bauche rutschen, verschlungen wurde; aber es erregte auch vielsach argen Anstoß; kennzeichnend ist, daß die Radikalen sich des Buches und seines Inhaltes als eine Wasse in ihrem Kampfe gegen das Oberhaus bedient haben.
» Der Kronprinz bei einem Reitersest vor Verdun. Unter zahlreicher Beteiligung sand, wie wir einem längeren Bericht der„Sportwelt“ entnehmen, dicht hinter der Front im Westen am, Sonntag, den 16. Mai, in Anwesenheit des Deutschen Kronprinzen ein hervorragend gelungenes Reitersest statt, bei dem erprobt werden sollte, wie die langen Wintermonate auf Pferde und Reiter gewirkt hatten. Gleichzeitig sollte dieses Fest eine Gelegenheit zum Wiedersehen mit Kriegskameraden geben und den Teilnehmern die Möglichkeit gewähren, sich durch Gewinn eines Preises ein lebenslängliches Andenken zu erwerben. Der Kronprinz hatte als Ehrenpreis ein silbernes Zigarrenetut gestiftet und seinem Beispiel waren Exzellenz v. Goßler, Exzellenz v. Herz— berg und viele andere gefolgt. Daß der Reitergeist trotz des langen Stellungskrieges nicht erloschen ist, zeigt die rege Beteiligung von 51 Reitern im Geländeritt um den Kronprinzenpreis, von denen nur drei an den zum Teil schwierigen Hindernissen, wie Schützen⸗ grabenspringen, Schlucht mit Steilhängen zum Klettern, Wasser— graben usw., ausschieden. Neun Pferde vollbrachten die Aufgabe sehlerlos, und beim Stechen siegte Hauptmann Wehowsky von den Pionieren auf seiner Stute Flora. Den Sonder-Ehrenpreis für, den zbestbewerteten Insanterie-Ossizter“ nach den Preisträgern gewann Hauptmann Traumann. An den Geländeritt schlossen sich zwei Jagdrennen, von denen das eine Leutnant v. Hindenburg nach Kampf mit seinem Wallach Wamba und das andere Leutnant Leh— mann auf Hauptmann v. Knobelsdorffs Dongwy gewann. Der Kronprinz, in dessen Begleitung die bekannten Rennreiter Ritt— meister v. Mitzlaff und Rittmeister v. Zobeltitz erschienen waren, überreichte nach Schluß der Veranstaltung die Ehrenpreise.
Mürkte.
je. Frankfurt a. M. Schweinemarktberi eh! vom 2. Juni. Ausgetrieben waren 444 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 125.00— 130.00 Mk., Schlachtgewicht 150.00 160.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 122.00— 125.00 Mk., Schlachtgewicht 145.00- 154.00 Mt. vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 125.00— 130.00 Mk., Schlachtgewicht 155.00—160 Pik. vollfleischige Schweine von 720 bis 150 kg Lebendgewicht 125.00 130.00 Mk., Schlachtgewicht 155.00—160.00 Mk. Geschäft ziemlich rege, geringer Ueberstand.
se. Frankfurt a. M., 2. Juni.(Orig.⸗Telegr. des„Gieß. Anz.“) Fruchtmarkt. Bei schwachem Besuch und kleinem Angebot ist nur wenig Geschäft zu konstatieren. Futtermittel knapp und sest. Man notierte Mais 62—64 Mk., rumänische Gerste 62-66 Mik. Alles für 100 kg.
se. Frankfurt a. M., 2. Juni.(Orig.⸗Telegr. des Gieß. Anz.) Kartosfelmarkt. Kartoffeln im Großhandel Mk. 13,75 bis 14,00 Mk., im Kleinhandel Mk. 15,00— 16,00. Alles per 100 Kg.
fe. Frankfurt a. M., 1. Juni. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt war nichts angefahren.
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Acirchliche Nachrichten Evangelischer Gottesdienst.
Lollar: Mittwoch, den 2. Juni, abends 8½¼ Uhr; Kriegsbetstunde. 1 Dekan Guß mann.
wöchentl. Uebersicht der Todesfälle i. d. Stadt Gießen. 20. Woche. Vom 9. bis 15. Mai 1915. Einwohnerzahl: E zu 32 900(inkl. 1600 Mann Militär). terblichkeitszisser: 14,22%, Nach Abzug von 7 Ortsfremden 3,16.
Er- Kinder
Es starben an Zu. wachsene im 18 bens* 255 Tuberkulose 2(2) 2(62)—— Herzkrankheiten 10) 100—— Krankheiten des Nerven-
systems 2.2 2 02 5 3 Krankheiten der Verdauungs-
organe 1—— 1 Krebs 3(2) 8(2)— 1
Summa 907) 8(77— 1
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Svangelischen Religionsunterricht Wegen der Kürze; K—T1T—¼Tʃ—T8—8ʃʃʃ— dee e e r ce nenen Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Vorschriften gefällt werden. Deshalb wurden verschiedene Lehrer 1 r 277 von ein⸗, zwei⸗ und mehrklassigen Schulen beauftragt, in der Juni 2 b 53 8238 28 427 nchsten Konferenz über ihre Erfahrungen und Ansichten zu be⸗ 5 33 S S 3 H Welles — 9 damit dann eine ausführliche Aussprache über die vor⸗ 1615 5 8 8 88 2 2 5 6 gesteckten Ziele und Lehrstoffe der einzelnen Stufen stattfinden kann. 85 K 812 vermischtes. 107%% f n 1 Le »Die Witwe des Helden von Balaklawa 7. Vor] 1. 47,4 15,4 6/4/49 eitererbimme wenigen 8 ist auf e Landfitze in England die Lady Car-] 2% 480 14,1 7,0 öS NNW 4 1 Sonnenschein digan gestorben, eine steinalte Dame von 90 Jahren, die in erster Ehe mit Lord Cardigan verheiratet gewesen war, dem Führer jenes
berühmten Angriffes der„leichten Brigade“ bei Balaklawa, den Tennyson dichterisch verherrlicht hat. Lady Cardigan, eine ge⸗ borene Miß de Horsey, zählte in den Tagen des viltorianischen Zeitalters zu den geleierten Schönheiten der englischen Gesellschast und hatte noch persönliche Beziehungen zu hervorragendsten Männern und Frauen dieser Zeit, wie z. B. dem Herzoge von Wellington, Talleyrand und der Herzogin von Dino. Als Lord Cardigan sie im Jahre 1853 heiratete, war er 61 Jahre alt, während seine Braut erst 34 Jahre zählte; aber der tapsere General war damals der deld des Tages in England. Er verstarb schon nach zehn- . jähriger Ehe; seine Witwe heiratete 1873 zum zweitenmal und zwar den Grasen de Lancastre Saldauha, einen portugiesischen Edelmann, der seinen Stammbaum nicht allein auf die Herzöge von Saldanha, sondern auch auf John von Gaunt Shakespearschen Angedenken zurücksührte. Im Jahre 1892 verlor die Lady auch ihren zweiten Gatten. Seitdem führte sie ein zurückgezogenes Witwenleben, aus dem sie nur einmal noch hervortrat, als sie
Höchste Temperatur am 31. Mai bis 1. Juni 1915 20,5 0.
Niedrigsle„„. 5,5„ Niederschlag: 0,0 mn.
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Amtlicher Wetterbericht. ODeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Das nordwestliche Tiefdruckgebiet zieht im Norden von uns östlich ab, während über Deutschland ein Hochdruckrücken mit einem Maximum im Osten und einem im Westen lagert. Nach lokalen lewittererscheinungen heute werden wir daher morgen wieder beiteres Wetter zu erwarten haben.
Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 3. Juni 1915 Heiter, trocken, warm, Winde aus östlichen Richtungen.
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Kaffee Hag im Kriege.
Zu einer Zeit, während welcher an das Leistungsvermögen und an die Nervenkraft unserer Soldaten sowoh! als auch an die in ihrem Beruf Perbliebenen hohe Anforderungen gestellt werden, ist es von Wichtigkeit, solche Genußmittel zu gebrauchen, die durch ihre besonderen Eigenschaften zur Schonung der Gesundheit beitragen. Zu diesen Genußmitteln gehört Kaffee Hag, der coffeinfreie Bohnenkaffee, der nach allen Erfahrungen und ärztlichen Feststellungen nicht nur durch seine Güte volle Anerkennung verdient, sondern auch Herz-, Nerven- und Magen⸗ leidenden und sonstigen Kranken zuträglich ist. Versuchen Sie ihn, er wird von Ihrem Kaufmann
n
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Letzte Nachrichten.
Die Arbeit der„U“ Boote. Haag, 2. Juni. Reuter meldet, der englische Dampfer „Dixinia“ wurde durch Kanonenfeuer eines deutschen Unterseebootes auf der Höhe von Usbant zum Sinken ge⸗
bracht.
Der Untergang der„Prinzeß Irene“. l Rotterdam, 2. Juni. Ueber den Untergang des Hilfs⸗ kreuzers„Prinzeß Irene“ schweigen die englischen Blät⸗ ter nach wie vor. Sie melden fast gar keine Einzelheiten über die Ursachen des Unglücks, die noch immer nicht aufgeklärt seien. Soviel wird zugegeben, daß das Schiff durch die Explosion voll⸗ ständig zersplittert in die Luft geflogen ist. Nach Aussagen von Augenzeugen glich die Explosion auf dem Schiff einem vulkanischen Ausbruch. Geige mit der„Prinzeß Irene“ flo⸗ gen noch zwei Schlepper in die Luft, die sich in der Nähe befunden hatten. Verwundet wurden auch Leute der Be⸗
satzung anderer Schiffe, die vor Sheernes lagen. 5 Die Beamten von Przemysl. Krakau, 2. Juni. Der„Czas“ meldet, daß alle Be⸗ amten der Eisenbahnen, der Bezirkshauptmannschaften, der Gerichte usw. von Przemysl den Auftrag erhalten haben, sich in Bereitschaft zu halten und bereits in Krakau ein⸗ getroffen seien, wo sie die Meldung zur weiteren Reise er⸗
warten. Die Krankheit Greys. 8
Kopenhagen, 2. Juni. Der Urlaub Greys hat in ganz England großes Aufsehen hervorgerufen. Es wird allgemein der Ansicht Ausdruck gegeben, daß Grey nicht mehr in sein Amt zurückkehren wird.
Der Vorschlag der Neutralen.
Basel, 2. Juni. Die„Baseler Nachrichten“ geben die Zu⸗ schrift eines Schweizers, Dr. Buchar, wieder, die dieser au die „Times“ gerichtet hat. In dieser schlägt er vor, daß einer der wenigen noch neutralen Staaten die Initiative ergreifen solle, um bei den Kriegführenden anzufragen, ob sie sich nicht im Interessa der Humanität des Gebrauches der erstickenden Gase ent⸗ halten wollen, falls dieses Anerbieten von allen gutgeheißen würde.
Das Bombardement von London. 8 Rotterdam, 2. Juni. Die englische Zensur ist offenbar bemüht, Meldungen über den Luftangriff auf die englischen Docks sowohl in den englischen Zeitungen als auch in quisländischen zu unterdrücken. 5 Die deutschen Schadenersatzansprüche an Italien.
Lugano, 2. Juni. Die Schweizer Regierung. bereits ihren Gesandten in Rom mit der sofortigen Gel⸗ tendmachung deutscher Schadenersatzansprüche für die Mailänder Plünderungen.
Die mangelhaften sanitären Einrichtungen in der italienischen Armee.
München, 2. Juni. Ueber die vollkommen unzulängliche sanitären Organisationen im italienischen Heere wird folgendes berichtet: Die Gasthöse am Comersee sind mit Verwundeten über⸗ 1 füllt, die aus guten Gründen von den Militärbehörden nicht in die großen Städte gebracht werden, um die Bevölkerung dort nicht wegen der ungewöhnlich großen Anzahl der Verwundeten zu beunruhigen. Schon heute zeigt sich, daß Italien in sanitärer Hinsicht nicht die elementarsten Vorbereitungen für den Krieg getroffen hat. Es fehlt in den Gasthöfen an Aerzten, an Pflege- versonal und vor allem an Geldmitteln und Medikamenten. Die Organisation versagte vollkommen gegenüber der großen Zahl von Schwerverletzten, die man in solcher Anzahl bis jetzt wenig ⸗ stens noch nicht erwartet hatte. Die Verwundeten müssen oft stundenlang in unzulänglichen Räumen auf dem Fußboden liegen bleiben, bis sich die Einheimischen der Bedauerns. werten erbarmen. Schlägereien wegen der Unterbringung der Verwundeten zwischen den Gasthofbesitzern und den Bürger⸗ meistern sind an der Tagesordnung. Die Bevölkerung heult, ver⸗ anstaltet Bittgottesdienste und verflucht den Krieg, ist aber nun in ganz seltenen Fällen zur werktätigen Mitarbeit bei der Unter bringung der Verwundeten zu bewegen. Reisende aus Mailand versichern allen Ernstes, daß in Como und anderen Ortschaften Rufe: Evviva la germamiag! a labaß guerra! laut geworden seien. 5 Die Postverbindungen sind die denkbar schlechtesten. Sie ver⸗ sagen vollkommen, Handel und Wandel stocken. W
Der Sündenbock. 19
Stockholm, 2. Juni. Einem Bericht aus Petersburg zufolge, soll Radko Dimitriew in Ungnade gefallen sein. Von dem Fürsten Nikolajewitsch wird er für die schweren Niederlagen der Russen in Galizien verant⸗ wortlich gemacht. 5
Die Versetzung des bulgarischen Gesandten Rizow. Lugano, 2. Juni. Der„Secolo“ schreibt, die des bulgarischen Gesandten Rizow würde in politischen en Roms viel besprochen. Rizow hatte sich wegen seiner deut und österreichtsch⸗ freundlichen Haltung in Rom un⸗ möglich gemacht Rizow war einer der Urheber des aber nach dem Eintritt Italiens in den Krieg trat eine große zwischen ihm und den Vertretern Englands, Griechen und Ru⸗ mäniens ein. Er war ein intimer Freund Bülows und des österreichischen Gesandten beim Vatikan, Macchio. 7 Der Staatsanwalt gegen die„Times“ g
Kopenhagen, 2. Juni. Der Londoner Staatsanwalt hat gegen die„Times“ Anklage erhoben, weil sie den Brief eines englischen Offiziers von der Front veröffentlicht hat, der den französischen Operatio⸗ nen schaden kann. Die Anklage verursacht ungeheures Aufsehen. Das Gericht bezeichnet die Veröffentlichung als außerordentlich schädlich.
Selbstmord. des 9
N. Bad⸗Nauheim, 2. Juni. Der Besi Hotels „Metropol“ beging gestern mittag Se indem er sich vor die Räder eines Zuges warf. Finanzielle 7 rigkeiten sollen den Mann in den Tod getrieben haben.
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