Ausgabe 
(31.5.1915) 125. Drittes Blatt
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drittes Blatt

Etrsccheint taglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGlehener Familienblätter werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Ureis Gießen zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit⸗ ragen erscheinen monatlich zweimal.

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3 eee Sprachinseln in Gber⸗Italien. ei em Ruf nach der Erlösung der italienisch sprechen 0 den& firke in Oesterreich darf man daran ee es in Italien noch deutsche Gemeinden gibt, die sich in Welt⸗ 1 ihre germanische Eigenart bewahrt haben. Südlich vom Monte Rosa und dem Simplonpasse, fern von Eisenbahnen und Landstraßen gibt es Dörfer, die aus deut⸗ schen Ansiedelungen vor Hunderten von Jahren entstanden und heute noch mitten im Welschland ihr Deutschtum be wahrt haben. Im Jahre 1842 machte zuerst Albert Schott durch seine SchriftDie deutschen Kolonien in Piemont 7 auf diese deutschen Sprachinseln aufmerksam, und sie sind 7 wiederholt Gegenstand historischer und philologischer ö Intersuchungen gewesen. Die Gründung dieser deutschen An⸗ siedlungen wird in das 13. Jahrhundert verlegt. Die Oert⸗ lichkeiten behielten trotz der deutschen Bewohner meist die romanischen Namen bei. Es handelt sich um sieben Ge⸗ meinden am Monte Rosa, nämlich die zwei Dörfer Gressonay (zu deutsch: Kressenauß), Gressonay la Trinité und Gresso nay St. Jean, in welchen beiden zusammen gegen 900 deutsche Einwohner leben, die sich als Maurer, Zucker⸗ bäcker und Krämer ihren Erwerb suchen; ferner Issime, Alagna mit je 250 Einwohnern deutschen Stammes, Rima San Giuseppe mit ebensovielen, Rimella mit über tausend Einwohnern, die vielfach als Köche ihren Unterhalt im Ausland suchen, und die aus sechzehn kleinen Weilern be⸗ stehende Gemeinde Macugnaga mit über 700 Einwohnern deutschen Ursprungs; ferner zwei Gemeinden in dem weiter östlich liegenden Tocetal(vom deutschenTosen Brausen): Formazza, das von den Deutschen Pommat ge⸗ nannt wird und das gegen 600 deutsche Einwohner hat. End⸗ lich die siebente Gemeinde: Ornavasso, von den Deutschen Urnawäsch genannt. Von diesem Orte abgesehen, in dem italienischer Steinbau herrscht, 7 alle diese Dörfer auch schon äußerlich durch ihren Ho 17 5 wesentliche Unterschei⸗ dungsmomente von ihrer welschen Umgebung. In der Tracht, besonders der Frauen, hat sich die deutsche Sitte er⸗ halten, während die Männer, die sich des Erwerbes halber vielfach fern von ihrer Heimat aufhalten, dem Italieni⸗ schen sich auch äußerlich mehr genähert haben. Die Sprache haben die Bewohner ohne Pflege seitens der weltlichen und kirchlichen Oberbehörden jahrhundertelang mit qäher Treue bewahrt. 133 kamen ihnen vor allem die Abgeschieden it der 82 1 8 ferner auch, daß sie in früherer Zeit große Sel 1 in Gemeindeangelegenheiten be⸗ saßen. Da die männlichen Bewohner von Gressonay leb⸗ haften Handelsverkehr mit dem Ausland unterhielten, wurde ihr Tal bei den Wallisern das Krämertal genannt. Erst vom Ende des 16. Jahrhunderts hatten sie deutsche Geistliche, und im Jahre 1412 wird von diesen Gemeinden berichtet: Qu'ils etaient comme des brébis errants parceque le curé ne comprenait la langue allemande. Jahrhunderte also hatte es ge t, ehe ihre Bitte um deutsche Priester erhört worden ist. Für die Personennamen gibt es außer der deutschen meist auch eine italienische oder französische Form: ck(Pecco), Biener(Boudaz), Zumstein(Dela⸗ pierre), Dreißiger 3 Andere häufige 1 namen sind Vincent, Linthi, Fürer, Eyster usw. Die Namen der einzelnen Weiler zeigen trotz der e Ver⸗ unstaltung mehr oder minder deutlich die deutsche Wurzel: Dreißiger, Blattaz, Lomataz, Mettle, Boden, Wald, Biel, Ronquen, Greßmattaz, Waldobbia, Albenson usw. In Gressonay und Pommat hat sich das deutsche Volkstum

am widerstandsfähigsten gezeigt, dort wegen des e 8

elsverkehrs mit Deutschland, hier wegen der Abge- Flossenheit. In Ornavasso 115 es fast völlig 4

a Die deutschen Freimaurer. Berlin 29 Mai.(WDB Nichtamtlich.) Der heute in Berlin tagende Großlogenbund hat folgende Erklä⸗ kung beschlossen: Angesichts der Haltung der italienischen eimaurerei, die, aufgestachelt durch ihre französischen Ge⸗

n gsgenossen, sich in ihrer Gesamtheit in politische, sum Kriege führende Parteikämpfe eingelassen und da⸗ 3 gegen das, eine derartige Handlungsweise ausdrück⸗ lich verbietende, freimaurerische Grundgesetz schroff ver⸗ stoßen hat, bricht der deutsche Großlogenbund seine bis⸗

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herigen Beziehungen zu der italienischen und der französt⸗ 1 5 n hiermit ab. Gegenüber den Freimaurern in den übrigen feindlichen Ländern verbleibt es bei dem

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165. Johtgang

Gießener Anzeiger

General⸗Anzeiger für Oberhessen

Montag, 31. Mai 1915

Rotationsdruck und Verlag der Brühlesches Universitäts- Buch- und Steindruckeres, R. Lange, Gießen.

Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: 51, Schrist leitung: 8112. Adresse für Drahtnachrichten e

Anzeiger Gießen.

bereits früher gefaßten Beschluß, nach welchem jegliche Beziehungen der Großlogen zueinander seit Beginn der Feindseligkeiten ruhen.

Dazu schreibt uns ein gelegentlicher Mitarbeiter, der selbst seit vielen Jahren dem Freimaurerbunde angehört: Die Frei⸗ maurerei in ihrer heutigen Form, die im Jahre 1717 aus den englischen Werkmaurerlogen und den deutschen Steinmetzbrüder⸗ schaften in England entstanden ist und sich von dort über die ganze Erde verbreitet hat, bezweckt nach ihrem Grundgesetz in einer zumeist den Gebräuchen der zu Bauhütten vereinigten Werk⸗ maurer entlehnten symbolischen Form die sittliche Veredlung des Menschen. Die Logen halten sich strengstens fern von jeder poli⸗ tischen und konfessionell kirchlichen Tendenz. Sie setzen bei ihren Mitgliedern den Glauben an Gott, als den obersten Baumeister der Welt, an eine höhere sittliche Weltordnung und an die Un⸗ sterblichkeit der Seele woraus und verlangen von ihnen die Ve⸗ tätigung des höchsten Sittengesetzes:Liebe Gott über alles und deinen Nächsten als dich selbst. Indem sie ihre Mitglieder allein zu der Religion verpflichtet, in welcher alle guten Menschen über⸗ einstimmen, überläßt die Loge jedem seine besondere Meinung und übt Toleranz. Hierdurch wird die Freimaurerei der Mittelpunkt der Einigkeit und die Ursache treuer Freundschaft unter Menschen, welche sich sonst nie näher getreten wären. Der Freimaurer ist ein friedfertiger Untertan der bürgerlichen Gewalten, wo immer er auch wohnt und arbeitet, er läßt sich nicht ein in Zusammen⸗ rottungen und Verschwörungen gegen den Frieden und die Wohl⸗ fahrt des Volkes.

Die schönen, edlen Grundsätze hat die deutsche Freimaurei von jeher befolgt; darum ließen sich die deutschen Freimaurer auch niemals übertreffen an echter religiöser Gesinnung und an wahrer Vaterlandsliebe, obwohl der freimaurerische Gedanke uni⸗ versell ist Die Geschichtte der Kriege Friedrichs des Großen, die Befreiungskriege, wie auch der jetzige Krieg zeugen davon. Die romanischen Freimaurerlogen aber sind im Kampfe um ihre Existenz zum Teil zu politischen Vereinen herabgesunken und den wahren Grundsätzen der Freimaurei untreu geworden. So sehr sie gerade vor dem Krieg die Friedensidee und die allgemeine Ver⸗ brüderung der Völker propagierten, so sehr wurden sie zum Teil zu schlimmen Kriegshetzern, statt für den Frieden einzutreten. Das bedauern die deutschen Freimaurer aufs tiefste, und um nicht mit diesen dem öffentlichen Volksgericht ausgesetzt zu sein, hat denn der deutsche Großlogenbund seine Beziehungen zur italie⸗ nischen und französischen Freimaurerei abgebrochen.

Budapest, 30. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die symbo⸗ lische Großloge von Ungarn veröffentlicht eine Erklärung, in der sie jede Gemeinschaft mit dem Großorient von Italien verleugnet, alle Verbindungen abbricht, da derjenige nicht als Freimaurer be⸗ trachtet werden könne, welcher an der Niederreißung des Glaubens 3 Heiligkeit des gegebenen Wortes und des Vertrages mit⸗ wirke.

Aus Hessen. Jahresbericht der Hessenkasse.

Die Zentrallasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossen⸗ schaften, e. G. m. b. H, zu Hessenkasse perschickt ihren Bericht über das zweite Geschäfts⸗ jahr 1914, Mit 1 5 auf die bekannten Vorgänge inner⸗ halb des hessischen landtwirtschaftlichen Genossenschaftswesens vor zwei Jahren beanspruchen die Geschäftsberichte der Hessenkasse immer ein besonderes Interesse. 5 8

Der Vorstand stellt in seinem Geschäftsbericht nach einjähriger Zusammenarbeit mit dem hessischen Staate fest, daß die an die

Mithilfe des Staates geknupften Erwartungen auf möclihst rasche übe im

Wiederherstellung des Vertrauens zu den Genossenschaften Lande und besonders dieser zu der neuen Geldausgleichsstelle der Hessenkasse über Erwarten hinaus durch die Entwickelung übertroffen worden sind. Der Einfluß der ersten kriegerischen Beunruhigungen und der ersten er ie das Geschäft der Hessenkasse wird in anschaulicher Weise geschicht⸗ lich festgelegt. Die junge Hessenkasse zahlte in den beiden letzten Julitagen und in den ersten Tagen des August auf Guthaben und Kredite der Genossenschaften über 1 Million Mark aus. Nach⸗ dem schon etwa vom 5. August ab wieder Ruhe in dem Verkehr mit der Zentralkasse eingekehrt war, übertrafen vom 17. Augl ab bereits wieder die Einzahlungen die Auszahlungen. Trotz der mit der Mobilmachung verbundenen Verkehrs schwierig⸗ keiten wurden alle Abforderungen auf Guthaben ohne weiteres erledigt; auch die Auszahlungen auf bewilligte Kr. wurden niemals eingestellt, ja die Kasse bewilligte schon zu Beginn des Krieges neue Kredite, wenn sie die des Geldes als zur Fortführung der Wirtschaft, zu Aus zahlungen an Leute, die unter die Fahne traten, bestimmt waren. Das Institut hat da⸗ durch, daß es in den ersten Tagen der Mobilmachung täglich eine große Anzahl von Wertbriefen mit kleinen Scheinen ins Land schickte, manchem Reservisten und Land in den Zwan⸗ zigmarkschein oder die Fünfmarkscheine für seine persönliche= zielle Mobilmachung gestellt. g

Ihren Gläubigern hat die Zentralfasse während des ganzen Jahres 4 Prozent Zinsen auf provistonspflichtigem Konto vergütet, während sie für Darlehn in laufender Rechnung 5 Proz.

bis zu Ausbruch des Krieges und während des Krieges 6 Proz.

Zinsen berechnete. Für Schuld, de durch Verpfändung einer For⸗

derung an die Landwirtschaftliche Genossenschaftsbank sichergestellt ist, wurden bis zum Krieg, von da ab Prozent Zinsen berechnet. Vom 1. Januar 1915 ab ist der Darlehnszinsfuß wieder auf 5 Prozent bezw. 4%½ Prozent ermäßigt worden. 5 Eine Ruhmestat der jungen Hessenkasse und der eben durch eine schwere Krisis gegangenen landwirtschaftlichen Kreditgenossen⸗ schaften nennt der Vorstand die Zeichnung auf die Kriegs⸗ anleihe 1915. Die Zentralkasse selbst hat 868 700 Mark, die ihr angeschlossenen Genossenschaften 8 151 400 Mark, zusammen 9 020 100 Mark gezeichnet. Bei Fertigstellung des Berichtes sind auf die Gesamtzeichmung bereits 50. Prozent eingezahlt, ohne daß auch nur vorübergehend Bankkredit in Anspruch! genommen lwar. Während die Hesseneafe Ende 1913 der Preußischen Zentral⸗ Genossenschaftskasse in Berlin 4447000 Mark, Ende 1914 der Preußenkasse 422 000 Mark und dem Hessischen Staate 2073 000 Mark schuldete, hatte sie schon am 3. Februar 1915 ihren letzten Darlehnswechsel bei der Preußenkasse eingelöst und am 14. April, dem ersten Einzahlungstermin auf die Kriegsanleihe 1915, war die Kasse dahin gekommen, daß sie nicht allein an Banken nichts mehr schuldete, sondern rund 3,7 Millionen Mark Bankguthabem, unterhielt, wobei zu beachten ist, daß sie Mitte März das Gut⸗ haben der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in Höhe von 2,1 Millionen Mark zurückvergütete. 5 Der schon um die Mitte August beginnende und sich allmählich, besonders von November ab, verstärkende, bis heute andauernde Geldzufluß zur Zentralkasse als Abzahlung auf, Kre⸗ dite und Einzahlung auf Guthaben wird in erster Linie mit der guten Verwertung aller Produkte und Vorräte auf dem Lande während des Krieges zu guten Preisen begründet; weiter meint man, daß durch die Zeichnung auf die beiden Kriegsanleihen von 1914 und 1915 auch neue Sparkapitalien in den Geldverkehr ge⸗ zogen worden sind, die seither in Verstecken schlummerten. Dazu! kommt nach dem Bericht, daß während des Krieges auch auf dem Lande in Abwesenheit der jüngeren Generation der Männer die Unternehmungslust zu Bauten und Verbesserungen in der Wirt⸗ schaft fehlt, so daß, durch die Verhältnisse gezwungen, sparfam gewirtschaftet wird. N Der Bericht gedenkt noch der 10 Beamten, die unter die Fahnen getreten sind, und erwähnt ihre Beförderungen und e Ten zurückgebliebenen Beamten und Beamtinnen wird für die Hin⸗ gebung, mit der sie ihre Kollegen, die in den Krieg gezogen, er⸗ setzen, gedankt. 7 Ende 1914 waren der Zentralkasse 287 Kreditgenossenschaften, 20 Konsumvereine, 17 Winzergenossenschaften, 5 sonstige Genossen⸗ schaften, 2 Gesellschaften mit beschränkter Haftung, 2 Einzel personen⸗ und die Zentralgenossenschaft der hessischen landwirtschaftlichen Kon⸗ sumvereine angeschlossen, die zusammen 857000 Mark Gesamt⸗ haftsumme übernommen haben. Von der Gesamthaftsumme ent⸗ fallen 831000 Mark auf 326 Genossenschaften mit 12977 980580 Haftpflicht, hinter denen ein versteuertes Vermögen von 577 886 Mark und ein versteuertes Einkommen von 47306 000 Mark der diesen Genossenschaften angeschlossenen Mitglieder steht. Da dem Statut ein Mitglied bei der Zentrallasse sich mit höchst 10 Geschäftsanteilen beteiligen kann, was einer Haftsumme von 10 000 Mark entspricht, darf die Gesamthaftsumme der Hessentasße als unbedingt vertretbar angenommen werden.

gerichte ist feen daß aus den der Se ale nen 330 Genossenschaften 22 Dezember 1914 1759 Mitgl.

Mitglieder i Weltkrieg gering zu nennen Auf eine Genossenschaft entf durchschnittlich 5 ausgeschiedene Mitglieder. In 1914 sind 38 Kre⸗ ditgenossenschaften und 3 Konsumvereine neu beigetreten. ö

Der an 257 Kreditgenossenschaften bewilligte Ge⸗ samtkredit von 9 805 000 Mk. verteilt sich auf Kredite von 1 Mk. bis 50 000 Mk. an 210 Genossenschaften mit 4 165 000 Me, von 50 000 bis 100 000 Mk., an 29 Genossenschaften mit 2 340 000 ME. von. 100.000 bis 300 000 Mark an 18 Genossenschaften mit

3300 000 Mk. Der an 290 Genvssenschaften und chaften Ende 1914

ften und Gefell. bewilligte Gesamtkredit von 11 648 000 Mk. ist mit rund 6 500 000

die Stadt des Todes. 9 Ein r der 4525 der eine 7 2 Ach 11 9 5 e in einer Welt der Verwüstung befindet.Die Haupt⸗

die auf die Kathedrale mündet, liegt weiß und leer in der Son, und Aer allem berrscht das Schweigen des Todes. Lein menschliches Wesen ist zu sehen, und die Häuser, die noch Be⸗ wohner beherbergen, sind elende Gerippe. An einem Haus ist die Vorderseite völlig weggerissen worden, und die Schlafzimmer mit ihren zerstörten Möbeln liegen offen da. An einer Stelle hat ein 42⸗-3tm.-Geschütz eine Bresche geschlagen: auf beiden Seiten sieht man nur die zerklüfteten Ränder des Mauerwerkes und dar⸗ unter gähnende Höhlen. In einem der Häuser, die noch am wenig⸗ sten gelitten haben, ist der Teppich mit dem von der Decke gefal⸗ lenen Stuck übersät, aber die Möbel sind unversehrt geblieben. In einem andern Zimmer ist eine Nähmaschine augenscheinlich mitten in der Arbeit verlassen worden. Ein auf gener Roman be⸗ zeichnet noch den Platz des Lesers. Es ist, als ob die Bewohner unversehens von einem Erdbeben überrascht wurden und sich nun f suchten. Durch die Löcher in den un des Laubes, und wenn man die

ern sind noch Spuren menschlichen Lebens. Die Mehrzahl der Nice ist fortgeschafft worden, aber nicht alle. Ueber allem ist ein 8 von. gen 3 des blühenden ohnmächtig ist. aheber i örung der alten vlamischen Bauten an dem Platz, auf dem die große

findet man die Ueberreste schöner alter Kaminfimse. Wenn man auf diesem Platz steht, so ist man wie gelähmt von dem Todes⸗ schweigen inmitten der Verwüstung. Einige Dohlen krächzen auf den Trümmern, und ein arbeitsamer Star baut sein Nest wieder auf in einer zerbrochenen Zinne. Eine altersschwache magere Kuh stößt ihren Kopf in die Rufnen und schmüffelt an einer Pferde⸗ leiche umher. Aber diese wenigen Gerüusche machen das Schweigen des Todes nur noch fühlbarer, und jeder Ton wäre ja auch eing Entweihung dieses Grabes, das einst eine blühende Stadt war Die Tuchhalle hat all ihre Bogengünge und große Teile ihrer Fassade verloren. Ihre Turmspitze wirkt wie ein schlechtgeschnitzter Stock, und die große goldene Uhr hängt ganz verloren auf einer steinernen Rinne. Die Martins⸗Kirche ist eine Ruine, und ihr stattlicher, viereckiger Turm ist so zugerichtet, daß ein starker Wind⸗ stoß ihn umwerfen müßte. Die meisten Fenster sind zerstört, auch an der berühmten Fensterrose fehlt ein Stück. Die Seitenkapellen

en an Martinskirche und die Tuchhalle sich befinden. Auf der Südseite siche wan nur nuch eine Reihe hagerer Giebel, an der Norboftece

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das gehaltene Gebtet zrsauenmengeschrmnpft i and wie die englische Front, jezt mur noch 23 Meilen nun Mpern entfernt ft.

** Das Festkongert für din Grerhr⸗ fell Gehalt z. Ebern, deren de ee 1 N en, f i in Erschemaeng treten terne, aub unsee Hof fapelle ein Seitlordelt mit Peter Raabe am. Ludwig 3 8 72

als homerischen Rhapfoden

b ech leer e e Nee in 5Eg m eröffnete den Reigen. Dann bam Dr. Wulfnerg e

Sprechkunst und Organmusik, begleitet von Bot ho Sigwart feierlich metallischen Klängen zur Totenseier für Hektor den vor Trojas Toren.(Ilias). Wüllners Organ wächst und nimmt Frische fast zu mit jedem Jahr der Stimm und was er uns hier an i Verskionst bot, das war groß erschütternd; wie er den Voß schen Jambus rhuthmufterte und färbte, das die schlichte Diktion quoll und rauschend hinsloß: Das war alls edelstem Füh⸗ len edelster Formwille! 9 Beifall beglückte die mir vollster Hingebung von Geist und Genrüt geschaffene, seltene Gabe, A en noch seineartige Freude 3 mpiers geh ütte Den Schluß bildete Brahms erste Symphonie in C⸗ moll Op. 68. Ein wundersam Werk, am Anfang desUn poco sostenuto⸗allegro scheinbar aus dem Verstande getönt, dann aber über das Andante sostenuto und Allegretto zum Adagio(mit seiner hehren Orgelmusik und Schluß Allegro on troppo ma con brio. Es war wieder ein hoher unvergeßlicher Abend in Weimars Hoftheater. Prof. Sch.

Wien, 29. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Den Blättern zu⸗ folge wählte die Akademie der Wissenschaften Pro⸗ fessor Wagner(Berlin) zum Ehrenmitgliede im Auslande

die Professoren Sven Hedin Stockhol Plauck Ger? Munchen, Winker(Bont), Deuten() e 0 ande. 4

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