Hauptmann d. L. Jul.
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ö 6 r einer it von fünfzehn Tagen wieder ein⸗ 1 war, verlangte er. daß die deutsche Flagge von dem Konsulat miedergeholt würde, indem er in einem Ulti⸗ matum erklärte, daß die osen nicht länger dulden könnten, die 8 über Alexandrette flattern zu sehen, die für die zivili⸗ — lber gleichbedeutend sei mit Barbarei. Während der Vize⸗ nul mit dem Kaufmann Eichhorn die Archive des Konsulats eutlerute, begann die Beschießung. Eichhorn wurde leicht verletzt. Mit e von zwei Zimmern des Konsulats wurden die be⸗ ohnungen zerstört. Fünfzehn Granaten wurden ver⸗ der fünfte Schuß warf die Fahnenstange um. Gegen wurden auf Befehl des kommandierendentür⸗ 3 Generals die deutsche und die türkische be ag ge n Seite im Hafen und auf der Ka⸗ erne gehißt. Konstantrnopel, 16. Mal.(WT B. Nichtamtlich.) Nach⸗ dem die erste deutsche ang von dem französischen Kriegsschiff „d'Estrées“ durch 15 1p herabgeschossen war, eilte die Be⸗ völkerung der Stadt herbei, nahm die Flagge auf und hißte sie auf einem anderen Mast. Darauf errichteten die Stadt⸗ behörden vor der Kaserne zwei große Flaggenmasten und hißten
e eee und die der d 1 8 röhli⸗ tese Heldentat der verspotteten, die für ihre Niederlage mit so niedrigen 1 Metten Rache
Der Kreuzer unternahm nichts mehr auf ische Waffenbrüderschaft symbolisierende Ant⸗
Sonderplatt
des Gießener Anzeigers mit dem Tages bericht der
obersten eeresleitung
Zustellung täglich nach Eingang d. meldung, auch Sonntags · Bczugsprcis 50 Pfg. monat ⸗ lich. Im Einzelverkauf 5 Pfg. durch die Austrager und in der 6eschaftsstelle dcs blczener Anzeigers.
Ates Stadt und Cand. Gießen, 17. Mai 1915.
Auf dem Felde der Ehre gefallen.
Hessen und den Nachbargebieten.) Pul ch, stud. theol. aus Wiesbaden.— Füls. Brigade⸗-Ers.⸗Bat. 42, aus Niederdresseln⸗
et G
dorf. 1 C0 8 beld 2 Ddorf.—. Res. rbeldinger, Inf.⸗Rgt. 211, aus 8 126 5 Carl Waldeck, Inf.⸗Agt. 253, aus Als⸗
Musk. Wilh. Reibeling, Inf.⸗Rgt. 140, aus Eifa. Heinr. Schmidt, Feld⸗Art ⸗Rgt. 61, aus Nidda
Unteroff. Georg Maver, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 222, aus Eichelsdorf. D Einj.⸗Freiw. Gefr. cand. ing. Gottfried Versock, Schützen⸗ Nat. 108, aus Darmstadt.— Ers. ⸗Res. Julius Gans, Res⸗ . 224, aus Tarmstadt.— Gefr. Jof, Walter, 42 Brig. Bat., aus Darmstadt.— Res. Heinr. Schmidt, Feld⸗Art.⸗ Rgt. 61, 8 Bergreferendar Herm. Bracht, e 23 in Da 1 N Mis 1 N 1 1 —„ Conr Hoffmann, Res.⸗Jägerbat. 24,
aus— ilh schel, Pionier gt. 24, aus
5 T aus ffenbach de reiw.
k. . Johs. Thei 0 2* agner, Inf.⸗Rgt. 160, aus Alsfeld.— Vizefeldw. Carl Müller, Inf.⸗Agt. 76, aus Offenbach a. M. Musk een 3 223, 1 3 Heinr. er, Pionier⸗Rgt. 25, aus Dillenburg. Erde Karl Gierlich, Inf.⸗Rgt. 239, aus Dillenburg. 1 5 Przyrembel aus Frankfurt g. M. . Hugo Schmidt, Pionier⸗Bat. 21, aus Mainz. . Friedr. Schmidt Inf.⸗Rgt. 114, aus Laufdorf. Sanitäter Joh. Reichel, Ref⸗Inf.⸗Rat. 228, aus Schlitz * 8
4 14 Ritter des eisfetuen Kreuzes: Off.⸗Stellv. Kr
a Heinrich
Lehr aus
Biedenkopf, Feldart.⸗Regt. 47.
Der Pfingsturlaub des Militärs. In die⸗ sem Jahr wird den Soldaten nur ein ganz kurzer Pfingsturlaub gewährt, der vom Freitag den 21. Mai mittags bis zum Pfingstdienstag dauert. Der Urlaub erfährt eine weitere Einschränkung insofern, als unter keinen Um⸗
fänden mehr als 25 Prozent der Unteroffiziere und Mann⸗ N chaften Urlaub erhalten. Die Maßnahmen hängen mit dem Fu erwartenden starken Reiseverkehr des Publi- kums wührend der Pfingsttage zusammen.
Vom Roten Kreuz. Aus dem östlichen Etappen ebiet ist folgender Bericht eingegangen:
„Die Anforderung von Gaben, insbesondere von Eßwaren und Tabak für die Truppen im Osten ist 5 groß. Drinnen im Land kann man sich schwerlich ein Bild davon machen, welche riesige Mengen von Tabak, Zigarren, Zigaretten, alloholfreien Getränken, leichtem Wein, Schokdladen, Obst und Fischkonserven, Dauerwurst, Tee und anderen kleinen Leckerbissen zur Abwechselung des täglichen Einerleis not⸗ wendig sind, um die unzähligen Soldaten nur im be⸗ idensten Maße zu versorgen. Auch Zucker, Seife, Brief⸗ uin Postkarten, Bleistifte, Kissen, Schlummerrollen, wollene Strümpfe, Unterjacken, Unterhosen, Fußlappen,
Hemden, Taschentücher, Handtücher, wollene Leibbinden usw. sind sehr begehrte Artikel. Hier soll neben dem Staat die
private Wohltätigkeit helfend eingreifen, um den tapferen iegern die Daseinsmöglichkeit zu erleichtern. Einzelne egimenter sind überreich mit Liebesgaben bedacht wor⸗ Wer aber nimmt sich der vielen hundert Ein zel⸗
ationen und imenter an, die keine reiche Stadt
117 Garde⸗Füs.⸗Rgt., aus Scha
oder überhaupt keinen festen Si 9 Hi i de Angenelngelt helfen e leren
wir hiermit die herzliche Bitte aus, weiter eifrig die Werbe⸗ trommel zu rühren, um die tapferen Streiter der„Hinden⸗ burg-Armee“, die mit übermenschlicher Kraft und Hin⸗ Fieber sich dem Vaterlande opfern, auch fernerhin mit
iebesgaben versorgen zu können.“— Alle Liebesgaben, die zur freien Verfügung in Geschenken oder Geldmit⸗ teln gestiftet werden, sind besonders willkommen. Dieselben werden entgegengenommen von der Liebesgabensammel⸗ stelle Rotes Kreuz, Alte Klinik, Liebigstraße.
** An die deutschen Kriegs⸗ und Zivil⸗Ge⸗ fangenen im Ausland werden vielfach außer Briefen und Paketen kleine in Briefform gehaltene Päckchen mit Schokolade, Zigarren usw. versandt. Diese Päckchen werden nicht zusammen mit den Paketen, sondern mit der Briespost befördert. Gleichwohl dürfen aber 7 1 Päckchen außer ihrem Wareninhalt nicht auch noch schriftliche Mitteilungen ent⸗ halten; solche Mitteilungen sind vielmehr stets für sich entweder in einem möglichst kurz gefaßten Briefe unter besonderem Umschlage oder noch besser auf Postkarten an die Gefangenen zu schicken. Die Absender können besondere Briefe oder Postkarten um so eher schicken, als ja alle diese Sendungen portofrei befördert werden. Auf den erwähnten Päckchen muß stets der Vermerk niedergeschrieben sein: Enthält keine schriftlichen Mitteilungen“. Sendungen, die dieser Vorschrift nicht entsprechen, müssen zurückgewiesen werden. Ein ähnlicher Vermerk ist bekannt⸗ lich auch für die eigentlichen Pakete an die Gefangenen vor⸗ geschrieben, dieser muß aber nicht nur auf den Paketkarten, sondern auch auf den Paketen selbst angebracht werden und soll lauten:„Das Paket enthält keine schriftlichen Mitteilungen.“
* Musterschützengraben. Das Eintrittsgeld zur ichtigung des Musterschützengrabens auf dem ist für Erwachsene auf 20 Pfg. und für Kinder auf 10 Pfg. herabgesetzt worden.
Jungdeutschland. Heute abend 835 Uhr findet im „Kaiserhof“ die satzungsmäßige Frühjahrs- Bezirks- Ver⸗ sammlung statt. Sondereinladungen sind nicht ergangen.
* Paketverkehr mit der Südarmee. Das Stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps gibt bekannt: Nach einer soeben ergangenen Bestimmung des Kriegsministeriums werden vom 13. Mai 1915 ab Zehn⸗ kilogramm⸗Pakete für die Truppen der Südarmee zur Beförderung durch die Militär⸗Paket⸗Depots zugelassen. Stückgutverkehr bleibt vorläufig noch ausgeschlossen.
** Verkauf von Dauerware. Am kommenden Mittwoch wird die Stadt zum ersten Male einen Verkauf aus den von ihr angesammelten Beständen von Fleisch⸗ dauerware veranstalten. Bei dem Verkauf, der in den Marktlauben stattfindet, werden Mengen bis zu 6 Pfund abgegeben werden. Näheres besagt die in der vorliegenden Nummer enthaltene Bekanntmachung des Oberbürger- meisters.
* Die Verteilungsstelle für Futtermit⸗ tel in Darmstadt gibt bekannt, daß die von den ört⸗ lichen Ausführungsstellen(Großh. Bürgermeistereien oder Genossenschaften) gemachten Bestellungen auf Schnitzel wegen Knappheit der Bestünde nur in sehr geringem Maße berücksichtigt werden konnten. Dagegen kann die bestellte Menge von zuckerhaltigen Futtermitteln geliefert werden. Vi r, welche noch Bedarf an Melassefutter oder Zuckerfutter haben, wollen ihre Bestellung sofort bei der örtlichen Ausführungsstelle anmelden und an die Zen⸗ tralgenossenschaft der hess. landw. Konsumvereine in Darm⸗ stadt weitergeben lassen. 6
* Der Kälterückschlag der letzten Tage ist, we⸗ nigstens in den höheren Lagen, nicht ganz ohne Einfluß gewesen. Im Vogelsberg hat es sogar Eis gegeben, und 3 haben die noch blühenden Obstbäume einigen
en genommen. Im allgemeinen scheint jedoch die Baumblüte gut durch die kritischen Tage gekommen zu sein. So mag die Hoffnung auf ein gutes Obstjahr recht begründet sein, zumal von Schädlingen in diesem Jahr weniger als sonst zu merken ist—
Landkreis Gießen.
G Klein⸗Linden, 16. Mai. Der Handwerker L. Jung von hier beging heute den Tag, an dem er vor 25 Jahren im Gießener Braunsteinbergwerk eintrat. Dem Jubilar wurden von seinem Werkmeister ein Geschenk und von seinen Mitarbeitern ein Ehrendiplom, serner vom Gesangverein„Arion“ ein Blumen— bukett mit einer Widmung überreicht.
WB. Langgöns, 15. Mai. Dem Wehrmann Wilhelm Bergk im Landwehr-Inf.-Agt. 87 wurde die hess. Tapfer- keits-Medaille verliehen. B. liegt z. Zt. verwundet in
Heilbronn. 5 1 Kreis Büdingen. 0 n. Bleichenbach, 14. Mai. Am Himmelfahrtstage wurde der 67 Jahre alte Lehrer Rudolf Diehl unter sehr zahlreicher Beteiligung der Gemeinde, seiner Amtsbrüder aus der Umgebung und in Anweseuheit eines Vertreters der Schulbehörde zu Grabe getragen. Als bei Ausbruch des Krieges Lehrer— mangel eintrat, stellte sich der wegen Krankheit Beurlaubte der Schulbehörde sosort zur Verfügung, bis ihn der Tod aus seiner Tätigkeit herausriß. Auch der Vater und Großvater des Ver- slorbenen waren hier als Lehrer tätig gewesen und auch der Sohn hat sich wiederum dem Lehrerberuse gewidmet. Kreis Alsfeld. f A bHomberg, 16. Mai. In Niedergemünden erlitt das 7jährige Töchterchen eines Bahnbeamten, das dem Herdseuer zu nahe gekommen war, solche Brandwunden, daß es bald
darauf verschied. Kreis Lauterbach.
h Schlitz, 16. Mai. Im nahen Hutzdorf siel das Söhnchen des Mühlenbesitzers Fischer in die Fulda und ertrank, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte.
Kreis Schotten.
h. Aus dem Vogelsberg, 16. Mai. Die Mai⸗
käfer machen sich im unteren Vogelsberg unliebsam be⸗
nterkbar. Zu ihrer Vernichtung ordnete die kommission für den Kreis Schotten in den besonders hart betroffenen Gemeinden„Maikäferferien“ an und zwar auf die
Dauer von drei Wochen für die schulpflichtigen Knaben vom 10. bis 14. Lebensjahre. Kreis Friedberg.
Friedberg, 16. Mai. Die drei aus dem Kriegs- gefangenenlager Friedberg entwichenen Offiziere, russ. Oberleutnant Gogolinski, russ. Leutnant Moisse⸗ je w, franz. Leutnant Randon, sind in Erbach im Oden⸗ wald wieder eingefangen worden.
Starkenburg und Rheinhessen.
Bieber(Kreis Offenbach), 16. Mai. Kurz nach der hiesigen Station sprangen aus dem Dietzenbacher Zuge vor den Augen der entsetzten Zuschauer vier Frauen und zwei Kinder. Alle sechs plumpsten in den Graben, ohne den geringsten Schaden zu nehmen. Die Frauen hatten einen salschen Zug bestiegen und ihren Irrtum unmittelbar nach der Abfahrt von Bieber bemerkt, worauf sie in ihrer Aufregung aus dem Wagen sprangen. N
h Mainz-Kastel, 16. Mai. Ein Liebespaar, das in einem hiesigen Gasthause Wohnung genommen hatte, vergiftete sich hier mit Salzsäure. Es handelt sich um einen Bäckergesellen und ein junges Dienstmädchen.
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Kreis Wetzlar.
O Wetzlar, 16. Mai. Unter den Tausenden russischer Gefangener; die das hiesige Lager beherbergt, hat mit Ge⸗ nehmigung der Lagerkommandantur ein gefangener Gerichtsdiener aus St, Petersburg etwa 400 gesangsbeflissene Leute herausgesucht und mit diesen einen„Gesangverein“ gebildet. Der Diri⸗ ent, ein sehr musikalischer Mann, der noch an Krücken geht, hat eine Schar in wenigen Wochen schon soweit geschult, daß er bei dem kürzlichen Besuch von Vertretern des neutralen Auslandes und der Presse im Gefangenenlager bereits ein kleines Konzert veranstalten konnte. Die Leute sangen ein Osterlied und in herr⸗ licher Weise das russische Vaterunser. Und als Schluß brachten sie in markigem Vortrag ein Lied zur Darbietung, das die Ver⸗ treibung Napoleons aus Rußland verherrlicht. Das letzte Lied erregte unter den augenblicklichen Zeitverhältnissen ob seines Inhalts nicht geringes Aufsehen.
* Kinzenbach, 16. Mai. In unserer Kirche wurde heute zu Ehren der zuletzt Gefallenen eine würdige Gedächtnis feier abgehalten. Es handelt sich um 4 Söhne unserer Gemeinde, deren zwei in Frankreich und zwei in Rußland ihr Grab gefunden haben. Ihre Namen sind: Heinrich Beslex, Reserve⸗Regiment 116, ge⸗ fallen am 11. November, Wilhelm Brömer, Reserve-Regt. 81, gefallen am 18. Februar, Wilhelm Mandler, Reserve-Regiment 22, gefallen am 7. Februar, und Karl Ludwig Bepler, Ma⸗ schinengewehr-Kompagnie 254, gefallen am 8. April.
Hessen⸗Nassau.
b Frankfurt a. M., 16. Mai. Ein ver wegener Dieb⸗ stahl wurde in der Nacht zum Samstag in den Adlerwerken ausgeführt. Auf Grund gefälschter Einlaßkarten verschafften sich mehrere Personen Zutritt zu einem Magazin und stahlen aus diesem einen Last⸗ Kraftwagen und viele Automobilzubehör- teile im Werte von rund 30 000 Mark. Die Diebe konnten bisher nicht ermittelt werden.
X. Hanau, 15. Mai. Verbhastet wurde Postaushelser Ph. Diehl, der sortgesetzt an Feldpostpakete entwendet hatte.
+Eschwege a. d. Werra, 16. Mai. In der Nähe von Eschwege wurde gestern ein französischer Soldat, der vor emigen Tagen aus dem Gefangenenlager in Ohrdruf entwichen war, wieder festgenommen. Während seiner Flucht stellte er sich taubstumm, um sich durch seine Sprache nicht zu verraten.
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der 20 Jahre alte Soldaten bestimmte
Vermischtes. Ein Mord. 0 Berlin, 15. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Berliner Tageblatt“ meldet: In der Nähe von Oggersheim wurde die Leiche eines unbekannten 18 bis 20 Jahre alten Mädchens auf dem Gleise der Haardtbahn gefunden. Blutspuren führten nach der etwa einen Kilometer entfernt liegenden Radrennbahn. Es liegt zweifellos ein Mord vor. Der Täter ist noch nicht ermittelt. 0 Amtlicher Wetterbericht. 1 Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 18. Mai 1915: Wolkig, vereinzelt geringe Niederschläge, südöftliche Winde.
Ein Uebereinkommen Italiens mit dem Dreiverband?
Genf, 17. Mai. Das„Journal“ meldet: In Paris behauptet man, das Ministerium Salandra e am 27. April ein Uebereinkommen mit dem Dreiverbande unter⸗ zeichnet, durch das Italien sich verpflichtet hat, spätestens am— Mai an der Seite Frankreichs in den Krieg einzu⸗ greifen.
Zürich, 17. Mai. Aus französischen politischen Kreisen verlautet hier, daß die Abmachungen Salandras und Son⸗ ninos mit den Dreiverbandsmächten in einem för m⸗ lichen Kriegsbündis bestehen, dessen endgültige Form zwischen den Vertretern Italiens und denen der Dreiver⸗ bandsmächte in den letzten Apriltagen in London beraten worden seien. Diese Beratungen beträfen in der Hauptsache auch die finanzielle Seite des Bündmisses Italiens mit dem Dreiverbande. 9
Lugano, 17. Mai. Man glaubt nicht, daß Giolitti am Donnerstag wagen wird, gegen das Kabinett vo gehen. Ja man befürchtet, daß viele Anhänger Giolittis
sich durch die Kriegsdrohungen des Pöbels einschüchtern 2
lassen und gar nicht im Monte Citori erscheinen werden. Die Botschaften der Zentralmächte sind von Truppenmengen umgeben. Es werden auch Anschläge gegen den angeblich deutsch- und österreichisch-freundlichen Papst befürchtet.— „Secolo“ meldet: Baron Macchio begab sich heute früh
9 Uhr zum Fürsten Bül o w. Die Umgebung der Villa Malta 4
ist von einer Schwadron Karabinierie zu Pferde, vielen Karabinierie zu Fuß und verkleideten Polizisten bewacht. Die deutsche Botschaft in Rom dementiert die N richt italienischer Blätter, wonach Deutschland den Trans⸗ 29 5 von Kohlen nach Italien eingestellt habe. Der ransport von Kohlen aus Deutschland nach Italten habe während des ganzen Krieges keine Unterbrechung er⸗ fahren und dauere fort wie bisher. 5 Lugano, 17. Mai. Es verlautet, Salandra wolle mit einem erweiterten Ministerium vor die Kammer treten und einige Minister ohne Portefeuille aufnehmen. Man nennt Bissolati, Bar⸗ zilai und einige andere entschiedene Interventionisten. Es ist fraglich, ob angesichts des Orkans im Lande die Giolitti⸗ Partei überhaupt eine parlamentarische Aktion unter⸗ nehmem wird.— Der„Secolo“ und die übrigen Kriegs⸗ blätter jubeln. Der„Corriere della Sera“ bezeich⸗ net den Krieg heute als unerläßlich, weil sonst nach zehn Monaten Heer und Flotte rebellieren würden. Ueberall fin⸗ den Kundgebungen für den Krieg statt. Weitere Kriegs⸗ tumulte werden aus dem ganzen Lande berichtet, zumal aus Florenz. In Rom beschlossen außer den Professorenkollegien der sämtlichen Hochschulen die Handelsk,„ die Dantegesellschaft, Vereine der Eisenbahner, der Postbeamten, der Aerzte und Rechtsanwalts⸗ vereine und sämtliche Beamtenkategorien die Zustimmung zum
'ege.
Chiasso, 17. Mai. Die österreichisch⸗-ungarischen Konsulate in Italien haben gestern die österreichisch⸗ungarischen Staatsangehörigen aufgefordert, sich zur Abreise auf das erfte Zeichen bereit zu halten. 1
Bulgarien und der Dreiverband.
Sofia, 17. Mai. Die Diplomatie des Dreiverbandes läßt einerseits verbreiten, daß sie bereits über feste, Bulgarien zu unterbreitende Vorschläge n„andererseits will sie Glau⸗ ben machen, daß sich die bulgarische Regierung böswillig gegenüber solchen in bester Absicht gemachten me been verschließe. Wahr ist, daß der Dreiverband bisher keine bestimmten Vorschläge ge⸗
macht hat. N 0 Englische Willtür.
Stockholm, 17. Mai. Da die Engländer die Kohlen⸗ einfuhr nach neutralen Ländern beschränkt haben, an⸗ dererseits der ET Erzerport durch die rücksichtslose englische Machthaber fast erstickt wurde, haben sich die schwe⸗ dischen Reedereien zu folgenden Maßnahmen entschlossen: Man will, wie„Aftonbladet“ hört, die überschüssige Erzmenge in der eigenen Tonnage nach Amerika verschiffen, um die leer zurück⸗ kehrenden Schiffe mit Kohlen zu befrachten. Es bleibt nun ab⸗ zuwarten, ob England diesen direkten Handelsaustausch zwischen zwei neutralen Ländern unbehelligt lassen wird.
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ber Frühling naht mit Brausen frauen beim Haus pu,
und trifft man jetzt r alle tüchtigen Haus⸗ dem General Reinemachen, an. Der beste
lfer, wie seit Jahren, ist dabel der bekannte Luhns Wasch⸗ Erika mit Kottund. Milt Lubns rünmt's ganz gehörig! 8055 * ahn— 1—— N


