Ausgabe 
(12.5.1915) 111. Zweites Blatt
Seite
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Eischeint täglich nit Ausnahme des Sonntags.

m S3̃eites Blatt

DieGießener Faurtsbenblätterwerden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den kreis Gießen zweimal wöchentlich. DieLaudwirtschafllichen Zelt⸗ regen erscheinen monatlich zweimal.

Zum Untergang der Lusitania.

Eine Note der deutschen Regierung über den Unter⸗

gang der Lufitania.

Berlin, 11. Mai.(WTB. Amtlich.) Der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika und den Regie⸗ rungen der neutralen Mächte in Europa ist durch die bei 1 1 8 1 4 Vertreter eine Mitteilung

0 Inhalts ge t wo 2

e e Kalserliche Regierung bedauert aufrichtig den Verlust von Menschenleben durch den Untergang derLusitania, muß jedoch die Verantwortung ablehnen. England hat Deutschland durch seinen Aushungerungsplan zu entsprechenden Vergeltungsmaßregeln gezwungen und das deutsche Anerbieten, für den Fall des Aufgebens des Aushungerungsplans den Unter⸗ seebootkrieg einzustellen, mit verschärften Blockademaßnahmen be⸗ antwortet. Englische Handelsschiffe können schon deshalb nicht als gewöhnliche Kauffahrteischiffe behandelt werden, weil sie gewohn⸗ heitsmäßig armiert sind und wiederholt durch Rammen Angriffe auf unsere Schiffe unternommen haben, so daß schon aus diesem ö eine Durchsuchung ausgeschlossen ist. Der englische Parla- mentssekretär hat noch jüngst auf Anfrage Lord Beresfords erklärt,

daß nunmehr so gut wie alle englischen Handelsschiffe bewaffnet

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und auch mit Handgranaten versehen seien.

Uebrigens gibt die englische Presse offen zu, daß dieLu⸗ sitania mit gefährlicher Geschützstärke ansge⸗ rüstet war. Der Kaiserlichen Regierung ist ferner bekannt, daß dieLusi⸗ tania auf ihren letzten Reisen wiederholt große Mengen Kriegs- material beförderte, wie überhaupt die CunarddampferMau retania undLusitania infolge ihrer Schnelligkeit als beson⸗ ders geschützt ang Unterseebootsangriffe betrachtet und mit Vor⸗ liebe zum Transport von Kriegsmaterial benutzt wurden. Die Lusitania hatte auf der jetzigen Reise erwiesenermaßen 5400 Kisten Munition an Bord, auch die sonstige Ladung war größten⸗ teils Konterbande. Vor Benutzung derLusitanig war neben all⸗ gemeiner deutscher Warnung noch durch den Botschafter Grafen Bernstorff besonders gewarnt worden. Die Warnung fand je⸗ doch bei den Neutralen keine Beachtung, seitens der Cunard⸗ Linie und der englischen Presse sogar frevelhafte Verhöhnung Wenn England auf diese Warnungen hin die Gefährdung des Schif⸗ fes bestritt, das Vorhandensein ausreichender Schutzmaßnahmen vortäuschte und die Reisenden so zur Mißachtung der deutschen Warnung und zur Benutzung eines Schiffes irreführte, das nach Autun und Ladung der Versenkung verfallen war, so trifft die Verantwortung für den von der Kaiserlichen, Regierung aufs tiefste beklagten Verlust von Menschenleben ausschließlich die König⸗ lich Großbritannische Regierung.

Lomdon, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.)Daily Tele⸗ berichtet aus Washington: Senator Stone, Vor⸗ ebend der Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten, habe geäußert: Wir dürfen nicht übersehen, daß dieLufitania in englisches Schiff war, unter englischer Flagge fuhr und verpflichtet war, jederzeit in den Dienst der englischen Regierung zu treten. Es ist auch erklärt worden, daß das Schiff, als es an⸗ 1 wurde, n an Bord 1 1 r 1 i um in engli Heer einzutreten. Die Passa⸗ 1 anden sich infolge der halbamtlichen Warnung durch die deutsche Bo in voller K is der drohenden Ge⸗ fahr, als fie sich auf dieses Schiff einer der kriegführenden Par⸗ teien begaben, auf welchem sie sich wie auf englischem Boden be⸗ fanden: ihre Lage war dieselbe, wie innerhalb der Mauern einer befestigten englischen Stadt. Was kann die Regierung der Ver⸗ ei Staaten tun, wenn Staatsangehörige fich in einer be⸗ lagerten Stadt befinden und dort verletzt werden? Stone er⸗ Härte, der Fall derGulflight sei ein viel schwierigerer und ernst⸗ hafterer Anlaß, als der derLusitania.

Hermann Ridder schreibt in derNew Porker Staats- erde Der amerikanischen Regierung liegt es nicht vb, die britische Schiffahrt in den britischen Gewässern zu schützen. Es gibt nur ein Mittel, das Leben von Amerikanern zu sichern, näm⸗ lich daheimbleiben. Die Seefahrt in der Nähe des englischen Kanals ist entschieden gefährlich und die Amerikaner sind jetzt doppelt gewarnt. Niemand kann erwarten, daß die deutsche Re⸗ gierung jedesmal warnt, bevor sie zuschlägt. Ich weiß, daß die Freunde Englands in Amerika ihre Stimme in heiligem Entsetzen erheben werden Sie werden in den nächsten Wochen noch manche Gelegenheit haben, ihren Chor zu vermehren, denn die Deutschen

eigen in Ost und West und auf See eine Offensivkraft, die die kahnsten Träume ihrer Freunde übersteigt.

Die deutsche New Yorker ZeitungHerald erklärt, Eng⸗ land müsse jetzt zugeben, daß ihr Muspruch, sie beherrsche die

ein Märchen sei. Drohbriefe an den Grafen Bernstorff.

London, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DieDaily Mail meldet aus New York: Der deutsche Botschaf⸗ ter erhielt einen anonymen Drohbrief, daß die deutsche Botschaft Montag nacht um 1 Uhr 32 Min. in die Luft ge⸗ sprengt würde Graf Bernstorff gab den Brief den Zei⸗ tungen mit der Bemerkung, daß er zu der angegebenen Zeit schlafen werde Es besteht kein Zweifel, daß Wil son fest entschlossen ist, einen Krieg, wenn möglich, zu vermeiden. Bryan sprach die Mahnung aus, ruhig zu bleiben. Dernburg hielt eine Rede in Cleveland und sagte: En, land erklärte im Winter die Nordsee als Kriegsgebiet. Kein Protest erfolgte von den Vereinigten Staaten oder den an⸗ deren Neutralen. England hielt alle neutralen Schiffe mit . 9 keine 1 haben seit dem Aus! 8 Krieges Deutschland erreicht, das Völkerrecht erkennt nicht das Recht an, ein 8 Volk e Als Repressalie erklärte Deuts⸗ die Gewässer um Eng⸗ land als Kriegsgebiet und begann den Unterseebvotskrieg. Der Kapitän derLusitania beeidigte die Ladung als Me⸗ talle und Munition; das Schiffsmanifest führte auf: 360 000 Pfund Messing, 60 000 Pfund Kupfer, 189 Kisten mit mili⸗ tärischen Artikeln, 1271 Kisten mit Munition und 1200 Kisten Patronen für London. Dernburg wies darauf hin, daß eine deutsche Warnungsanzeige wieder erschienen sei. Washington, 11. Mai.(WTB Nichtamtlich.) Mel⸗

dung des Reuterschen Bureaus. Botschafter Graf Bern⸗ storff hat den Staatssekretär Bryan aufgesucht und sein . 1 1 darüber ausgesprochen, daß die Kriegs⸗ er se

Verl vieler itani Me 5 en so amerikanischer Meuschen

1500 Passagiere umgekommen.

Rotterdam, 11, Mai(WT. Nichtamtlich.) DerNieuwe

leben ge

Rotterbamsche Courant meldet aus London: Es steht jetzt fest,

daß beinahe 1500 Passagiere derLusitania umge⸗ kommen sind. Alle Berichte stimmen überein, daß die Passa⸗ i dem ersten Schrecken sehr kaltblütig waren. DieLu-

2 1 nicht mit Volldampf gefahren sein, sondern zwischen

16 bis 18 Knoten gemacht haben. Dies und der Umstand, daß das Schiff keine Eskorte hatte, solle bei der Untersuchung, die ersey leiten wird, zur Sprache kommen. Nach anderen

165. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General⸗Anzeiger für Gberhessen

Mittwoch, 12. Mai 1015

Rotatiansdruck und Verlag der Brühleschen Umiversitäts⸗ Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul-

straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: öl, Schrift

leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen.

Berichten soll das Schiff vor der Torpedierung zickzack gefahren fein so daß sich das Gerücht duf dem Scheff verbreitete, daß ein eindliches Unterseeboot gesehen worden sei; die Offiziere hätten es jedoch nachdrücklich in Abrede gestellt. Das Zuwasserbringen der Boote war schwierig, da der Dampfer nach der Torpedierung in Fahrt blieb, weil ein wichtiges Dampfrohr zertrümmert war und das Schiff nicht zum Stehen gebracht werden konnte. Ein Amerikaner erzählt, daß sich die Besatzung geweigert hätte, dem Befehl des Kapitäns, Boote auszusetzen, zu gehorchen und daß die Leute erst mit dem Revolver bedroht werden mußten, um sie zu bewegen, ein Boot mit 40 Menschen niederzulassen. Der englische Pöbel.

London, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.)Daily News berichtet aus Liverpool: Dutzende von Läden, die Deutschen und Oesterreichern gehören, sind . worden. Die Fenster wurden zerschlagen, Möbel und Vorräte auf die Straße geworfen. Der wütende Pöbel zog in der Nordstadt von einem Laden zum andern. Kein Laden mit deutschem Namen wurde verschont. Die ge samte städtische Polizei und berittene Gendarmerie versuch ten es mit der Menge aufzunehmen; aber der Pöbel, mit Stöcken und Steinen bewaffnet, setzte das Werk der Zer⸗ störung unwiderstehlich fort. Die Unruhe begann am Sams tag und setzte sich am Sonntag mittag fort. Abends wurde die Lage ernst. Es handelte sich zweifellos um ein orga⸗ nisiertes Vorgehen. Ziegel und andere zum Werfen geeignete Gegenstände waren in der Nähe der Läden ver borgen, um den Angriff vorzubereiten.

Mangel an Organisation.

London, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DieTimes berichten: Der amerilanische Passagier derLusitania, namens Isack Lehmann, forderte die Matrosen auf, als das Schiff vom ersten Torpedoschuß getroffen worden war, ein Boot N Der Mann antwortete, der Kapi⸗ tän habe nicht befohlen, dies zu tun. Lehmann zwang den Mann mit einem Revolver, das Boot herabzulassen, welches auch glücklich abfuhr. Weiter berichten dieTimes, daß nach Aussagen von Augenzeugen dieLusitania langsam fuhr, und daß beim Herablassen der Boote Mangel an Or ganisation und Diszäplin geherrscht hätte. Mehrere Boote hingen noch in den Tauen, als das Schiff unterging.

Folgen der Lusitaniatatastrophe.

Hamburg, 11. Mai. DasHamb. Fremdenbl. meldet aus Rotterdam: Die Cunard und White Star Line haben bis auf weiteres ihren Dienst sowohl ostwürts wie westwärts eingestellt. Die Vertreter der beiden Linien sind angewiesen, keine Fahrkarten mehr auszugeben. Dieser Entschluß der beiden wich⸗ tigsten englischen Reedereien im nordatlantischen Ozean ist der erste greifbare Erfolg der Versenkung derLusitania.

Au.nus dem Reiche.

Aus dem Budgetausschuß des Reichstages. Berlin, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des verstärkten Budgetausschusses des Reichstages wurde

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bei der Besprechung des Militär⸗ Hinterbliebenen und

Bersorgungsgesetzes nach sozialen Gesichtspunkten vom Regierungstische erklärt, daß bei dem Bescheid über eine bewilligte Rente angegeben würde, wie die Rente berechnet würde und sich zusammensetze, und daß die Festsetzung der Pensionen, Renten- und Hinterbliebenengebührnisse möglichst beschleunigt würde. Der Staatssekretär des Reichsschatzamtes erklärte, daß die Ver⸗ bündeten Regierungen der Berücksichtigung des Arbeitsein⸗ kommens bei Versorgung der Teilnehmer an dem jetzigen Kriege und der Hinterbliebenen neben den ihnen nach der geltenden Ver sorgungsgesetzgebung zustehenden Bezügen grundsätzlich zustimmen; er betonte, daß diese Erklärung namens des Bundesrats ein Fort- schritt und ein bedeutungsvolles Entgegenkommen fei.

Berlin, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Im weiteren Ver- lauf der Beratung des verstärkten Budgetausschusses des Reichs⸗ tages über das Militär- und Hinterbliebenenversorgungsgesetz er⸗ klärte der Staatssekretär des Reichsschatzamtes, daß dem Reichs⸗ tag in seiner ersten Tagung nach dem Friedensschluß ein Gesetz entwurf zugehen werde, der die Frage von Zusatzrenten un⸗ ter Berücksichtigung des Arbeitseinkommens regeln werde. Die in den Ausschußberatungen zutage getretenen Gesichtspunkte sollten nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Schon jetzt feste Sätze an⸗ zugeben, sei aus technischen und finanziellen Gründen nicht mög⸗ lich. Zur Abmilderung von vorhandenen Härten ständen einstweilen verschiedene Fonds zur Verfügung. Anträge auf Beihilfen aus diesen Fonds seien an die Militärbehörde durch die zuständige Ortsbehörde zu richten. Von nationalliberaler und kon servativer Seite wurde eine Entschließung eingebracht, die den Reichskanzler ersucht, unverzüglich eine Zentralstelle für soziale Kriegsfürsorge einzurichten und die dadurch entstehenden Kosten in einem Nachtragsetat anzufordern. Hierüber soll Mittwoch abgestimmt werden. Der Ausschuß beschloß, außer Mittwoch auch Freitag und Samstag, wenn nötig, auch Dienstag die Beratungen weiter zu führen. 5

Berlin, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DerReichsanz.

* gibt bekannt, daß dem Generalfeldmarschall v. Bülow und dem

Generalobersten v. Kluck der OrdenPour le mérite ver⸗ liehen worden ist. Der bisherige Gouverneur von Neu-Guinea Dr. Hahl ist zum Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat und Vortragenden Rat im Reichskolonialamt ernannt worden. Berlin, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Nach der Ver⸗ ordnung des Bundesrats vom 25. Januar waren die Städte und Landgemeinden verpflichtet, zur Versorgung der Bevöl lerung mit Fleisch einen Vorrat an Dauerware zu bsechaffen und dessen Aufbewahrung sicherzustellen. Durch eine amtliche Veröffentlichung imReichsanzeiger ist diese Verord- nung jetzt ab 8. Mar außer Kraft gesetzt worden. Dazu bemerkt dieVossische Ztg.: Die Aufhebung dieser zur Sicher⸗ stellung der Ernährung getroffenen Maßnahmen kann als ein neuer Beweis gelten, daß der Aushungerungsplan gescheitert ist. Berlin, 11. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kaiserin hat der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gesallenen die von Georges Horst in Resding(Pennsylvania, Amerika) gestiftete Summe von 10000 Mk. überwiesen.

Vermischtes.

Der erste Nichtrauchertag in Deutschland. Aus Breslau wird uns geschrieben: Zu dem ersten Nicht- rauchertage, der am 6. Mai in mehreren deutschen Städten ver⸗ anstaltet wurde, ging die Anregung von Breslau aus, und zwar darf der Oberregisseur der städtischen Oper, Hugo Kirchner, den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, der zeitgemäßen Wohl- tätigkeit diesen neuen und ertragreichen Weg gewiesen zu haben. Hindenburg und der deutsche Kronprinz hatten dem Un⸗ ternehmen brieflich ihre volle Sympathie ausgedrückt. Die Schnel⸗ ligkeit, mit der der Plan von seinem Ursprungsort Breslau rasch nach anderen Orten der Provinz Schlesien, wie Liegnitz und Op⸗ peln, nach der Reichshauptstadt und bis nach Budapest überariff,

spricht wohl am besten für das Vertrauen, das man zu seinem Erfolge hat. Vor fast allen anderen Wohltätigkeitsveranstal⸗ tungen hat der Nichtrauchertag ebenfalls den Vorzug, wirklich ein Opfer zu beanspruchen. Wohltätig sein durch bloßes Geben, durch Weitergeben von Spenden, durch Gesehenwerden in glänzen⸗ den Sälen mag allenfalls für den Frieden ausreichen, wo die Märkte der Wohltätigkeit zugleich die Jahrmärkte gesellschaft⸗ licher Eitelkeit sind. Jetzt aber, wo der Ernst, mit dem wir lange genug gespielt haben, gebieterisch an uns herangetreten ist, darf und soll man mehr von uns fordern. Nicht nur zum Geben, auch zum Entbehren, für unsere Brüder draußen, die ja so unendlich viel mehr entbehren, müssen wir Zuhausegebliebenen bereit sein. Daß dieser ethische Wert des Nichtrauchertages von der Breslauer Be⸗ völkerung erkannt und gewürdigt würde, bewies das am 6. Mai in

mancher Hinsicht veränderte Bild der Stadt. Nur sehr wenigen

Herren begegnete man, die Zigarren oder Zigaretten rauchten; die weitaus meisten enthielten sich wenigstens öffentlich dieser mehr oder minder großen Leidenschaft. Die Sammellisten, die schon ein paar Tage vorher in den Häusern herumgereicht wurden, füllten sich mit den Namen fast sämtlicher Bewohner. Selbst die Damen und die leidenschaftlichen Nichtraucher spendeten ihr Scherf⸗ lein. In den Anhängewagen der elektrischen Straßenbahnen mit

der Aufschrift:Für Raucher herrschte eine unwahrscheinlich gute Luft, und in den Variétés fehlten die blauen Wolkenschwa⸗ den, die sonst im Laufe einer Vorstellung vom Parkett zur Decke f steigen. 2 5 9 Märlte. f Fo. Wiesbaden. Viehhof⸗Marktbericht vom 10. Mai. 1 Auftrieb: Rinder 251(Ochsen 35, Bullen 24, Kühe und Färsen 192), 1 Kälber 482, Schase 3, Schweine 652. 8 Marktverlauf: Geschäft ziemlich rege, völlig ausverkaust. ö 5 Preise für 100 Pfd. 1 Lebend⸗ Schlacht- N Och sen. gewicht. ö Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. 8 wertes im Alter von 47 Jahren 6268 102115 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere 1 ausgemästete. 95 100 Bullen. 1 Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 5860 100104 Färsen. Kühe. Vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten 3 Schlachtwertes. 6065 10611800 Boll fleischige ausgemästete Kühe böchsten 13 Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 52-56 100103 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut 1 entwickelte jüngere Kühe. 42-46 84 922 Kälber. 1 Feinste Mastkclhee e 727% 10 Mittlere Mast- und beste Saugkälber. 68-70 11312 1 Geringere Mast- und gute Saugkälber. 60-64 10010/ Schweine. 1 Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg 1 Lebend gewicht 10010 128190 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgew. 96-98 125128 l 2 5 5 2 9 Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise 5 am 10. Mai 1915. f 10 Fe Me Fleischpreise in Gie zen 1 Ochsen 50 Kg. Schlachtgewicht, Kg. 104103 Pf; 72 110 10 Wit. 7 Kälber Kg. Schlachtgw. 102.125 Pl.% 9296 9 Schweine/, 13110 eee Getreidepreise n Mann he im Vrotpreise in Gießen: 7 Weizen 100 Kg. 28.95 Mk. Höchstpreis.[Weißbrot 2 g. e.. Roggen 100 Kg. 24.95 Mt. 0 Schwarzbrot 2 Kg. 78 Pig 10 2 7 2 9 Kirchliche Nachrichten. 8 Katholische Gemeinde. 1 Gottesdienst. 2 Mittwoch, den 12. Mai: 8 Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit 8 zur heil. Beichte. g. 7 Donnerstag, den 13. Mai: K Christi Himmelfahrt. Vormittags von 6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. Ein 5 5 polnischer Priester wird Beichte hören 0 um 7 Uhr: Die erste heil. Messe.. 9 75 um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 5 * um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 8 7 um 11 Uhr: Ol. Messe mit Predigt. Militärgottesdienst. 1 Nachmittags um 2 Uhr: Festaandacht mit Segen. 8 e 8 N Diaspora⸗Gottesdienst.. In Lich um 8 Uhr. 3 In Hungen um 9 ¼ Uhr. 1 In Grünberg um 935 Uhr. 9 S T Ä 18 Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 2 2 2 82 2 1 i 82 18 2 Mai r. 3 SS 5 5 r 8 8 eue 1075 5 8 8 58 SS S= 2 85.3 0 S 8222 s 0 11. 22 45,0 19.0 4,7 29 NNW] 2 0 Sonnenschein 1 11.148,60 12,3 7.0] 66 NXW 2 1 Flarerdimmel f 12. 5042.5 3,3 5,7 69 NNW. 2 6 Sonnenschein U 8 1 5 Höchste Temperatur am 10. bis 11. Mai 1915 19,9 0. 1 Niedrigste I, 11. 1915. 4,1 2 Niederschlag: 0,0 mm. 5 5 72 AAA 4 9 5 Steckenpferd. Seife 1 die beste Lilienmilch-Seife 7

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