Ausgabe 
(10.5.1915) 109. Zweites Blatt
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unterbrochene Reihe von Versuchen dar, die Deutschen aus ihre neuen Stellungen zurückzudrängen, um sich von dem Druck au die rückwärtigen Verbindungen zu befreien und das westliche Kanal⸗ ufer dann in die Hand zu bekommen, um von hier den deutschen Hauptangriff im Rücken zu bedrohen. Die Aufgabe der deutschen Truppen war, die gewonnenen Stellungen nicht nur zu behaupten, sondern unter Ausnutzung jeder günstigen Gelegenheit weitere Paortschritte in südlicher Richtung zu machen und den Ring um den Feind immer enger zu schließen. Bis zum 2. Mai spielten * 125 die Kämpfe am Kanal und zwischen ihm und der Straße PasschendaeleBroodseinde ab. 2 Bereits am 23. April setzten die feindlichen Gegenangriffe ein, aber an diesem Tage verfügte der Gegner anscheinend nur über geringe Menschenkräfte. Zwei Angriffe, von zwei franzö⸗ sischen Regimentern und einem englischen Bataillon getrennt unter⸗ nommen, brachen vor den schnell ausgebauten Stellungen zu⸗ sammen. Die Angriffe waren gegen den westlichen Abschnitt unserer Front angesetzt, in der Erkenntnis, daß aus dieser Rich⸗ tiung die größte Gefahr drohte. An den folgenden Tagen dehnten sich die Kämpfe weiter nach Osten aus, aber die stärksten Angriffe richteten sich immer wieder gegen den Westabschnitt, gegen den auch die Artillerie des Gegners vom linken Kanalufer flankierend wirken konnte. Die erbitterten Kämpfe, bei denen beide Seiten abwechselnd Angreifer und Verteidiger waren, kennzeichnen sich meist als Einzelgefechte auf der in dem unübersichtlichen Gelände vielfach gebrochenen Front. 9 Es erübrigt sich, den Kämpfen in den Tagen bis zum 2. Mai im einzelnen nachzugehen. Es ist ein zähes Ringen, in dem die Stärke der angreifenden Truppen bedeutend schwankt, größere zusammenhängende Angriffe des Gegners aber selten sind. Ueber Ppern zieht er Verstärkungen heran, die auf etwa zwei englische und ein bis zwei französische Divisionen zu schätzen sind. Am 24. April wird der Angriff einer englischen Division unter schwersten Verlusten für diese abgeschlagen. Am 25. werden fünf englische Bataillone westlich St. Julien durch flankierendes Ma- schinengewehrfeuer fast bis auf den letzten Mann vernichtet. Den stärksten Angriff brachte der 26. April, als etwa ein Armee Jaorps zwischen den Straßen von Pilkem nach Ypern und St. Ju⸗ lien sowie weiter östlich vorging; es wurde blutig abgewiesen 1 und 3000 tote Engländer blieben liegen. Denselben Mißerfolg 5 5 ein an dem Kanal angelegter breiter Angriff am folgenden Tage. Auch aus dem östlichen Punkt ihrer Stellung bei Brood⸗ seinde versuchten die Engländer einen Vorstoß. Ein starker, aber rfolgloser französischer Angriff am 1. Mai in unserem West⸗ abschnitt stellte den letzten Versuch des Gegners dar, seine Stellung, in der er am 23. April gedrängt wur und die er ame 2. Malt ebenfalls aufgeben mußte, wieder vorzutragen. Die außerordent⸗ lich großen Verluste in diesen Kämpfen vom 23. April bis 1. Mai außer tausenden Toten und Verwundeten etwa 5000 Gefangene, 65 Geschütze, darunter vier schwere englische lange Kanonen, und anderes Kriegsmaterial hatten den Ver⸗ bündeten kein Stück des am 22. April verlorenen Geländes zurück⸗ 1 7 Dagegen war es unseren Truppen gelungen, die eigenen Linien langsam in Gegend St. Julien nordwestlich S'Graven⸗ stafel vorzuschieben. Von großer Wirkung war das Feuer der deutschen Artillerie, das sich Tag und Nacht, außer auf die feindliche Front, gegen die rückwärtigen Verbindungen, sowie Dhypern richtete und sogar den 12 Kilometer westlich dieser Stadt gelegenen Etappenhauptort Poperinghe erreichte. Die Batterien uunseres Südflügels konnten nach dem Erfolg des 22. April die Angriffe gegen unseren Nordflügel im Rücken wirkungsvoll unter Feuer nehmen. ganze Raum, den die Stellung des Gegners umschloß, war von drei Seiten durch unser Feuer beherrscht, dessen verheerende Wirkung zahlreiche Brände bekundeten. Ypern brannte. Der Gegner hatte den Ernst seiner Lage erkannt; das be⸗ wiesen seine verzweifelnden, Verluste nicht achtenden Angriffe. Die Meldungen über das Herausziehen schwerer Artillerie aus dem . Sack und der Bau eines Brückenkopfes, dicht östlich Ypern, sprachen dafür, daß die Verbündeten mit dem schließlichen Verluste ihrer vorgeschobenen Stellungen, vielleicht mit dem Verlust des ganzen östlichen Merufers rechneten. Am Kanal zwischen Steenstraate und Het Sas hatten sich selbständige Kämpfe, unabhängig von den bisher geschilderten, ent⸗ wickelt, mit denen sie nur durch gegenseitige artilleristische Unter⸗

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zung der benachbarten Abschnitte gegen die flankierenden Bat⸗ terien des Gegners auf dem Westufer des Kanals verbunden waren. Nach der Festsetzung unserer Truppen auf dem linken Kanalufer in der Nacht vom 22. zum 23. April war es ihre nächste Auf⸗ gabe, die gewonnenen Stellungen in zufammenhängender Linie unter Gewinnung von Raum nach vorwärts auszubauen. Diesem Bestreben setzte der Gegner heftigen Widerstand entgegen. In der Nacht vom 23. zum 24. April entwickelten sich schwere Kämpfe, besonders westlich Steenstraate, in denen unsere Truppen das Dorf Lizerne vor dem rechten Flügel der Front stürmten. In erbittertem Nahkampf mußte Haus für Haus genommen werden, und auf beiden Seiten waren die Verluste schwer. Ein Vorgehen über das Kanalhindernis in Gegend Boesinghe, um eine breite HBasis auf dem Westufer zu gewinnen, war unausführbar, weil der Gegner die Brücken gespengt hatte.. Der Vorstoß über den Kanal veranlaßte aber den Gegner in den folgenden Tagen, gegen diese verhältnismäßig schmale deutsche Front bedeutende Verstärkungen heranzuziehen, die für die ent⸗

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scheidenden Kämpfe in dem Sack östlich Ypern verloren gingen. Gegen die energischen Angriffe des Gegners, die am 26. April begannen, hatten unsere Truppen einen schweren Stand. Den Brennpunkt bildete das Dorf Lizerne, dessen vorgeschobene Lage es den feindlichen Batterien ermöglichte, den Ort durch konzen⸗ trisches Feuer so völlig zuzudecken, daß der Entschluß gefaßt wurde, diesen in der Nacht vom 26. zum 27. freiwillig zu räu⸗ men und die Besatzung in den rückwärts gelegenen, stark ausgs⸗ bauten Brückenkopf auf dasselbe Kanalufer zurückzunehmen. Am 28. April gelang es dem Gegner, in einen kleinen Teil unserer Front bei Het Sas vorübergehend mit schwachen Kräften ein⸗ zudringen, die indessen bald durch voreilige Reserve zurückgewor⸗ fen wurden. Bei einer Wiederholung dieses Angriffes suchte der Gegner vergeblich durch einen gleichzeitigen Vorstoß durch Turkos und Zuaven auf dem östlichen Ufer längs des Kanals den Frontal⸗ angriff zu erleichtern. In den ersten Maitagen nahm die lebhafte Tätigkeit der französischen Infanterie gegen unsere Kanalstellungen ab, und der Gegner beschränkt sich hier in der Hauptsache auf Artilleriekämpfe, denn die Entwicklung der Lage in dem Sack öst⸗ lich Ypern zog seine ganze Aufmerksamkeit dort hin. g

Die Schilderung der dortigen Kämpfe bis zum 2. Mai hat gezeigt, daß in ihnen im allgemeinen dem Gegner die Rolle des Angreifers überlassen wurde und die vergeblichen, in ihrer Gesamtheit blutig abgewiesenen Angriffe mußten ihn schwächen und seinen inneren Halt erschüttern, wodurch die Fortsetzung des deutschen Angriffes günstig vorbereitet wurde.

Dex Entschluß hierzu wurde am 2. Mai gefaßt. Am Abend dieses Tages begann der Angriff auf der ganzen Nord⸗ und Nord⸗ ostfront; im Westen kam er in der Mitte, südlich St. Julien, in dem Abschnitt zwischen dem westlich des Dorfes gelegenen Wäldchen und der Straße LangemarckZonnebeke, vorwärts. Noch vor Ein⸗ bruch der Nacht war hier Gelände in einer Tiefe von/1 Kilo⸗ meter gewonnen, und die Straße MosselmarktFortuin erreicht; der Häuserkampf in dem letztgenannten Orte endete mit dem deut⸗ schen Siege, Zu beiden Seiten dieses Angriffsstreifens entwickelten sich ebenfalls hartnäckige Kämpfe, in denen unsere Truppen nur sehr langsam Boden gewannen. Trotz heftiger feindlicher Gegen⸗ angriffe schob sich aber unsere Linie am 3. Mai weiter vor. In kühnem Sturm entrissen wüxrttembergische und sächsische Bataillone den Engländern das als Stützpunkt stark ausgebaute Wäldchen nördlich S'Gravenstafel, den Eckpfeiler im Schnittpunkt der feind⸗ lichen Nord- und Ostfront. Die die Gräben füllenden englischen Leichen bezeugen den tapferen Widerstand des Gegners.

Der starke Druck des von der gesamten Artillerie gestützten deutschen Angriffes verfehlte nicht seine Wirkung auf die Ent⸗ schlüsse des Gegners. Wieder war der Sack, in dem er sich be⸗ fand, enger geworden und mit dem weiteren Fortschreiten des deutschen Angriffs wuchs die Gefahr, daß die am weitesten nach Osten vorgeschobenen Teile nicht mehr rechtzeitig zurückgenommen werden konnten. Schon am Abend des 2. Mai hatten Flieger den Rückmarsch kleinerer Abteilungen in westlicher Richtung und die Fertigstellung des feindlichen Brückenkopfes dicht östlich Ypern gemeldet. Im Rücken der feindlichen Front war auffallend wenig Bewegung festzustellen..

In der Nacht vom 3. zum 4. Mai baute der Gegner ab. Seine ganze Nord⸗, Ost⸗ und Südfront zwischen Fortuin, Brood⸗ seinde, Klein-⸗Zillebeke gab er in einer Breite von 15 Kilometern auf und überließ unseren überall sofort nachdrängenden Truppen Gelände in einer Tiefe von 3 Kilometern. Es waren seit langem nicht mehr gesehene Bilder des Bewegungskrieges, als unsere Schützenlinien, von geschlossenen Abteilungen gefolgt, die flandrische Landschaft belebten, lange Artillerie- und Munitions⸗ lolonnen im Trabe nachgezogen wurden und Reserven in grünen Wiesen und verlassenen englischen Stellungen lagen. Ueberall in dem vernichtenden Landstrich waren die gewaltigen Wirkungen unserer Kampfmittel zu sehen.

Im westlichen und mittleren Abschnitt ihrer Nordfront, wie in den westlichsten Teilen ihrer Südfront behaupteten die Ver⸗ kündeten ihre Stellungen mit zähem Widerstand, um den Rückzug der übrigen Teile zu decken. Diese setzten sich erneut in der ungefähren Linie 700 Meter südwestlich Fortuin Frezenberg Eksternest Ostrud des Wldes östlich Zillebeke fest, und hiermit beginnt ein neuer Abschnitt der Kämpfe.

Das vom Gegner behauptete Gebiet östlich des Kanals, das bis zum 22. April eine Frontbreite von 25 Kilometern und eine größte Tiefe von 9 Kilometern hatte, ist auf 13 Kilometer Brrite und 5 Kilometer Tiefe zusammengeschrumpft. Der Sack ist so be⸗ deutend enger geworden und der konzentrischen Wirkung der deut⸗ schen Artillerie noch mehr als bisher ausgesetzt. W. T. B.

U Aus dem Reiche. Ermäßigung der Mehlpreise. Berlin, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kriegs- getreidegesellschaft ermäßigt ab 15. Mai dik Mehlpreise durchschnittlich um 37.50 Mk. per Tonne und zwar für Roggenmehl um 25 Mk. pro Tonne und für Weizenmehl um 50 Mk. pro Tonne. Die Ermäßigung des Preises für Weizenmehl ist größer, um auch der minder⸗

Werk nunmehr an seinen alten Platz in der Frankfurter Kirche zurückkehren. 0 g ueber einen merkwürdigen Fall von teil⸗ weiser Seelenblindheit berichtet Sanitätsrat Dr. Herzog in der Deutschen Medizinischen 1 In das Festungs⸗ lazarett von Mainz wurde im August des vorigen Jahres ein Wehrmann eingeliefert, der beim Entgleisen einer Feldbahn zwi⸗ schen zwei Puffer geraten war. Er war für einige Zeit bewußtlos gewesen, hatte Blut aus Nase und Mund verloren und zeigte am Hinterkopf eine etwa 6 Zentimeter lange tiefe Wunde. Er klagte über heftige Schmerzen, besonders im Kopf, und vermied peinlich jede Bewegung. Nach Heilung der Wunde wurde er zunächst auf . die Ohrenstation verlegt, da das A Symptom Schwer⸗

hörigleit war. Später kommt er auf die Nervenstation, da er eine Schädigung des linken temporalen Großhirnteiles erlitten zu haben scheint. Der 35jährige schwächliche Mann, seinerzeit

Maurer, lernte in kurzer Zeit sehr gut vom Munde ablesen; er versteht so alles, was man zu ihm sagt, aber er erkennt manches nicht, weder gedruckte, noch geschriebene Schrift, noch seine eigene Handschrift. Infolge von Blutungen in beide Hinterhauptslappen und Schläfenlappen und den von hier aus nach dem Klangbild⸗ zentrum ziehenden Bahnen verschlechtert sich das Krankheitsbild während der Beobachtung. Anfangs kann der Patient noch einige Beauchstaben richtig benennen, später nicht mehr. Nur im Anfang lliest er einmal seinen Namen und einige Male den Buchstaben3, Er schreibt einen Brief an seine Frau und kann ihn nachher nicht llesen; er ist also wortblind. Wie er die Buchstaben als solche er⸗ lennt, aber nicht benennen kann, d. h. die Wortbilder für diese Symbole verloren hat, so ist es auch mit denen für manche Gegen⸗ stände der Fall. FürTaschentuch sagt erzum Wischen; als Wan ihm ein Pince⸗nez vorhält:zum Sehen; Bleistift:Zum Schreiben. Auf die Worte:Portemonnaie,Hand,Messer kommt er in der ersten Zeit erst nach einer Weile; auf das Wort Faust überhaupt nicht. Den Arm nennt er zuerstFaust, dann richtig, Bilder von Hahn und Küchlein nennt erHuhn: das Mutterschaf bezeichnet er alsKuh, ein junges Schaf als Hulleine Kuh, Esel alsPferd: Schwefel holzkästchen und Zünd⸗ pbhölzer alsSchweselholz. Ein Messer nennt er in der ersten Zeit kllichtigMesser, auf das WortKlinge aber kommt er nicht. Zgaunächst handelte es sich also um die Unfähigkeit, Wortbilder auf bᷓhptischem Wege auszulösen, während die Fähigkeit, Gegenstände zu erkennen, vollkommen erhalten war. Später entwickelt sich der Zustand so, daß der Krauke manche Gegenstände auch begrifflich nicht ober nicht mehr erfaßt. Man zeigt ihm z. B. einen Schlüssel, aber er weiß nicht, was man mit ihm macht; erst als man ihm seine Funk⸗ tion erklärte, sagte er richtigSchlüssel. 1 Vögel, Taube, Storch, Schwan, scheint ex auf Bildern nicht als solche zu erkennen, ebensowenig in späterer Zeit ein Portemonnaie, Messer oder Uni⸗ formknopf. Erst als man ihm diese Gegenstände in die Hand

richtig:Zum Knöpfen oder Knopf. Wenn man ihm aber den Gegenstand wieder fortnahm, so konnte er ihn gleich darauf nicht mehr erkennen und nennen, obwohl dieser Versuch Dutzende von Malen gemacht wurde. Es handelt sich also auch noch um einen Verluss der optischen Erinnerungsbilder, d. i. Seelenblindheit, um emen der seltenen Fälle mit optischer Aphasie und Alexie Wort⸗ blindheit). Auffallend ist dabei aber, daß diese Seelenblindheit das Ablesen vom Munde, die Orientierung im Raum und das Erkennen vieler Gegenstände doch gestattet, also durchaus partiell ist. Ter Modenkrieg zwischen New York und Paris. Wie bereits früher berichtet worden ist, hat der Krieg auch in den Vereinigten Staaten eine Bewegung hervorgerufen, die die Befreiung der amerikanischen Mode von der Herrschaft der Pariser Schneider anstrebt. Neue Nahrung hat diese Bewegung jetzt durch die Eindrücke erhalten, die die amerikanischen Einkäkafer in diesem Frühling in Paris erhalten haben. Ste fanden nämlich, wie sie nach ihrer Heimkehr erzählten, in Paris überhaupt fehr wenige neue Modelle, und jedes einigermaßen neue Modell ser Ker in drei oder vier Häusern zu sehen en. Der ze riser odebetrieb lag schwer darnieder; die große Zahl un⸗ beschäftigter Modezeichner hat sich zu Gruppen zusammengetan, die sich auf eigene Faust an die amerikanischen Einkäufer heran⸗ machten und ihnen die Erlaubnis zur ichnung ihrer Modelle oft gegen einen Spottpreis abließen. Kurz, das Bild der Pariser Modeindustrie, das die Amerikaner mit heimnahmen, war sehr trübe, und ihre Berichte konnten natürlich der amerikani

auch den Vertretern der Pariser Modeindustrie nicht entgangen, und sie beginnen sich daher über die Dauer der Dauerhaftigkeit der Pariser Modeherrschaft in den Vereinigten Staaten zu benn⸗ ruhigen. Einen interessanten Beleg dafür bildet der Brief, den Herr Ain é, der Vorsitzende des Pariser Konfektions⸗Fachaus⸗ schusses, an die amerikanische ZeitungWomen's Wolar gerichtet hat, Tarin sagt er u. a.:Ich muß gestehen, daß man in der Rue de la Paix ein wenig gelächelt hat, als man in Ihren Blättern von den Anstrengungen las, die in New Pork 7um dort ein Modezentrum zu errichten. Es kann nicht zwer Zentren des weiblichen Geschmackes in der Welt geben, und unsere Pariser Schneider werden sich schwerlich von jenseits des Ozeans ihre Ideen holen. Aber wenig stimmt es mit der in diesen Worten zur Schau gestellten ironischen Ueberlegenheit, daß Herr Aine e ankündigt, die Pariser Schneider planten außer ihrer

teiligung an der Ausstellung von San Francisco noch eine große Werberundreise durch Amerika. Sie wollen eine Sammlung von 60 französischen Kleidern im Gesamtwerte von 100 000 Mark, an deren Herstellung die ersten Pariser Hauser sich beteiligen, durch

erkannte er sie nach einigem Betasten und bezeichnete sie

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die Vereinigten Staaten zur Schau führen. Beredter als alle Auseinandersetzungen spricht dieser Entschluß der Pariser Schnei⸗ der dafür, daß sie ihre Herrschaft in Amerika wanken fühlen. a 1 3 4 1 2* 18

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Wilhelm Modebewegung nur einen neuen starken Anstoß geben. Das f e Sa Arn

5 12 8 bemittelten Bevölkerung das verhältnismäßig reichlich vor⸗ handene Weizenmehl zu verbilligen. Demgemäß betragen demnächst die Preise der Kriegsgetreidegesellschaft für Roggenmehl 32.50 bis 35.50 Mk., für Weizenmehl 35.75 bis 38.75 Mk. pro Doppelzentner. i Eine Hohenzollernfeier.

zeitung meldet, hat der Kaiser als Gedenktag der 500 jährigen Herrschertätigkeit des Hohen⸗ zollernhauses den 21. Oktober bestimmt, da am 21. Ok⸗ tober 1415 die Erbhuldigung auf dem Landtage in Berlin e hat. Gemäß der kaiserlichen Entschließung soll die Feier des Gedenktages auf Schulfeiern am 21. Ok⸗ tober und auf eine kirchliche Feier an dem darauffolgenden Sonntag, den 24. Oktober, beschränkt werden. Auf Grund dieser Bestimmung hat der Evangelische Oberkirchenrat in

Berlin schon jetzt angeordnet, daß am 24. Oktober in allen

Kirchen im Hauptgottesdienst der N Herrscher⸗

tätigkeit des N gedacht wird. Nähere Be⸗ stimmungen über die Gestaltu

der kirchlichen Feier bleiben je nach der Kriegslage vorbehalten. 7 5 77 3 2 5. Berlin, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) ImReichs⸗ anzeiger gibt das Kriegsministerium die r eine eventuelle Erhöhung des vereinbarten oder eits gezahlten Preises für Hafer, den die Heeresverwal⸗ tungen nach dem 31. Dezember 1914 erworben haben, bekannt. 8 Die Reichssammlung Vaterlandsdank zum Besten derNationalstiftung für die Hinter⸗ bliebenen der im Kriege Gefallenen soll, so schreibt man uns, in jedem Orte Deutschlands eingerichtet werden, un jedem Deutschen Gelegenheit zu geben, jenen Tapferen seinen Dank abzustatten, die unseren Herd vor der Verwüstung durch Feindes⸗ hand mit Einsetzung ihres Lebens geschützt haben, selbst aber num Weib und Kind unversorgt zurücklassen mußten.Vaterlandsdank, die Sammlung von entbehrlichem Gold und Silber, zeigt einen Weg, durch den jeder an diesem Liebeswerk mithelfen kann, ohne wirtschaftliche Opfer zu bringen. In Kisten und Kästen, in Truhen. und Schiebfächern liegen überall 3 Werte an enthehrlichen, zum Teil zerbrochenen Gold- und Silbersachen umher. Allerorten 1 können sie einen großen Reichsschatz bilden, mit dessen zülfe viele Tränen getrocknet, viele Sorgen verscheucht werden. könen. Die Hauptgeschäftsstelle befindet sich in Berlin SW 11, Prinz-Albrecht-Straße 7, im Königl. Kunstgewerbemuseum. g

Aus Stadt und Cand. Gießen, 10. Mai 1915.

L. U. Eine Liebes gabe für das Bischweiler Regiment. Den Bemühungen des Rektorates ist es ge⸗ lungen, für das Regiment, in dem eine große Zahl unserer Studenten nach Frankreich, Polen und zuletzt in die Kar⸗ pathen gezogen ist, einen Sanitätshund zu beschaffen. Und zwar wurde ein solcher nach persönlicher Verhandlung in Wien von der Leitung der dortigen Kolonne zur Aus⸗ bildung von Sanitätshunden in dankenswerter schenkweise zur Verfügung gestellt. Die werden von dem Gießener Ausschuß aus dem Gr 5 don Liebesgaben für das Regiment getragen. Cberstleutn; Lehmann schreibt unter dem 28. ril aus den folgendes an Rektor der Universität:Als der jetz Kommandeur des Res.⸗Inf.⸗Regts. 222 sage 5 Ihnen 7 Namen des Regiments unseren aufrichtigsten Dan für die Ueberweisung des Sanitätshundes, den wir mit größter Freude annehmen. Ich Fung Poet dern dell. G der des

und dort übernehmen soll. Ein in sührung des ausgebildeter Mann ist leider nich dor wird dieser Sanitäter gemäß Ihrem gütigen Anerbieten in Wien seine Ausbildung erhalten. Im weiteren Verlaufe des Krie wird der Hund dann dem Regiment in dem unwirtlichen Karpathengebirge die wertpollsten Dienste lei⸗ felt und mancher, der so dem sicheren Tode entrissen wird, oll und wird dankbar der gütigen Spender gedenken. ö

n. HessischerSchülerpfennig. Mit Zustim⸗ mung des Großh. Ministeriums NAbteilung. Schulangelegenheiten, sollen in allen Schulklassen des Großherzogtums Sammelbüchsen aufgestellt werden, in die e 1 je fürse Willen und Kön Gaben für die Zwecke der Kriegsfürsorge eingewo den. Anläßlich einer Besprechung des Darmstädter Ober⸗ bürgermeisters mit den Vertretern sämtlicher hessischer Lehrer⸗ und Lehrerinnenvereine haben diese gerne ihre Mit⸗ wirkung zugesagt. Am Ende eines jeden Monats sollen die Schütlerpfennige durch Vermittelung des Kreisschulinspektors oder des. an das Rote Kreuz abgeführt wer⸗ den. Nach Beendigung des Krieges wird jede einzelne Schul⸗ klasse ein Erinnerungsblatt erhalten, auf dem ver⸗ zeichnet ist, wieviel während des Krieges von der Klasse ge⸗ opfert worden ist, ein bleibendes Ehrenzeugnis für den Opfersinn unserer deutschen Jugend. 8

*Gerichtspersonal nachrichten. Ernannt wurden: am 8. Mai 1915 1. der Gerichtsschreibergehilfe Heinr. Fischer in Vilbel zum Aktuariatsassistenten bei dem icht Gießen;

geri 4.5 1 5 e 85 un 5 1 t zum Aktuariatsassistenten tsgericht Darmstadt J; 3. der Gerichtsschreibergehilfe Adolf Schneider in Darmstadt zum Aktugrigtsassistenten bei dem Amtsgericht Darmstadt 1: 4. der Gerichtsschreibergehilfe Jakob Nischwitz in Pfeddersheim zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Pfeddersheim; 5. der Gerichtsschreibergehilfe Friedrich Wilhelm Haster aus Bingen, Aktuariatsassistenten bei dem 111 Bingen: 6. der richtsschreibergehilfe Heinrich Ra mb in 3 iats⸗ assistenten bei dem Amtsgericht Worms; 7. der ichtss. gehilse August Streb in Offenbach zum Aktuariatsasst dem Amtsgericht Offenbach; 8. der Gerichtsschreibergehilse Jo ee gehilfe Peter risch in 1 Aktugriatsassistenten bei dem Amtsgericht Salle richtsschreibergehilse Eberhard Josef Traud in Hungen zum Aktugriatsassistenten beim 1 A Hungen 11.

richts schreibergehilfe Johann Thomas Sehrin gin Aktuariatsassistenten bei dem richt Darmstadt Gerichtsschreibergehilse Friedrich 5 uth in Nieder⸗Olm

f 0 zum Aktuariatsassistenten bei. 0 Nieder⸗Olm; 13. der Gerichtsschreibergehilfe Wilhelm Balthasar Groll in Bensheim zum eee 0. rern a reiberge nrich Kaster in! e erbert in i

assistenten bei. Amtsgeri Wollstein 7 155

* Unbestellbare

nicht mehr durchdie Zeitungen. Ueber die unanbring⸗ lich gebliebenen Postsendungen werden vielmehr vierteljährlich, Verzeichnisse aufgestellt, die in dem Schaltervorraum der Postanstalt am Ausgabeorte der Sendungen 4 Wochen zur Einsichtnabme sür das Publikum aushängen. Diejenigen,

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