Ausgabe 
(8.5.1915) 108. Erstes Blatt
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Denkmäler

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gt die lei Leiber: Habt Ahrss 1 durra! Hunderttausend Russen gefangen! Bravo! oße Fahne aber, ruhig und vornehm, verlor die g nicht: Hunderttausend? Möglich, aber nicht wahr⸗ ch. An der Strußenecke standen Menschen beisammen, und strahlend im Glück des Sieges Ueber ihnen rt und tobt das Flaggentuch des Eckhauses wie der sporn, der unter ihm das Ende des Krieges beweist. Wind hat es an der freien Ecke mit besonderem Glück sich die r abgesehen. Sie steigt und bäumt sich, schlägt und klatscht, fängt sich an der Stangenspitze, zerrt und reißt sich wieder in die gestikulierende Freiheit und treibt's genau wie manche Menschen, die der Sieges⸗ rausch mit seinem Wehen ums ganze Gleichgewicht bringt. Hoch droben im Dachkämmerlein erscheint ein kleines, ver⸗ waschenes Ding von Fähnlein. Zitternd und unsicher schwankt es ängstlich in den Händen eines alten Mütter⸗ chens, bis ihm eine kunstvolle Verschnütrung Halt verleiht. Aber dann! Hell jau, es von luftiger Höhe in den Chor der größeren Brüder hinein. Von oben sieht sich der Sieg viel schöner an! Hinten springt ein schwarz-gelbes Tuch in den Reigen. Wir halten fest und treu zusammen, klingt sein schmetternder Ruf. Und die Nüchternheit der Straße ist gewichen. Die Fahnen wehen J

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Die Erhebung ber Getreide- und Mehl⸗ vorräte. Es sei nochmals auf die morgen stattfindende Aufnahme über die Getreide un d Mehlvorräte aufmerksam gemacht. Es bedarf wohl keiner weiteren Dar⸗ legung, daß dieser Ermitkelung größte Bedeutung zukommt, weil die 8 wichtige und unentbehrliche Unterlagen für die weiteren aßnahmen zur Ernährung der Bevölke⸗ rung während des Krieges beschaffen sollen. Die Vorräte in den gewöhnlichen Haushaltungen werden nicht fest⸗

9 estellt, sondern nur diejenigen in den landwirtschaft⸗ lichen Betrieben und in denjenigen Unternehmen, die Vor⸗

räte von Getreide und Mehl aus Anlaß ihres Handels und

Gewerbebetriebs im Gewahrsam haben. Insbesondere seixc 5 1 hervorgehoben daß die Landwirte auch diejenigen Vor⸗ ra

7 22 haben, welche sie zum Betrieb ihrer Wirt⸗ im e

schaft N igenen Haushalte zur Ernährung der An⸗ gehörigen ihrer Wirtschaft einschließlich des Gesindes nötig 0 auch wenn ihnen diese Vorräte von der zuständigen

Behörde schon segeben worden sind. Diese den Land⸗ 8 0 stehenden Vorräte sollen ihnen belassen werden; es müssen aber unbedingt alle Vorräte festgestellt werden. Von den Anzeigepflichtigen darf erwartet werden, daß sie es als vaterländische Pflicht ansehen, die Zähler, welche die mündlich gemachten Angaben in die Zähllisten einzutrbereitwilligst zu unterstützen. Der An⸗ zeige! selbst soll durch seine Unterschrift die Rich⸗ Angaben bescheinigen Wer sich weigert, An⸗ gaben zu machen, oder wer seine Vorräte unrichtig angibt, wird mit hoher Strafe bedroht.

15** Die Fleischpreise werden nach einer Bekannt⸗

machung der Metzgermeister von heute ab nur mehr nach Gewicht bemessen werden. Der namentlich bei der ge⸗ ringer bemittelten Bevölkerung so beliebte Verkauf nach Pfennigen kommt damit in Wegfall.

* Eine abenteuerliche Heimreise deut⸗ scher Militärpflichtiger machte vor einigen Tagen die Runde durch die Zeitungen. Unter den glücklich Heim⸗ gelehrten befand sich auch ein Gießener, Karl Haupt, der uns von dem waghalsigen Unternehmen folgendes mitteilt:

Kurz vor Ausbruch des Krieges waren wir zu 14 jungen Deutschen auf einem Segelschiff überrascht worden und lan, deten in einem portugiesischen Hafen Im November 1914 kamen wir glücklich von den portugiesischen Inseln über Por- tugal nach Spanien, wo wir in Barcelona bei verschiedenen Firmen Arbeit fanden. Von dem gesparten Gelde und mit sonstiger Beihilfe erstanden wir Mitte April ein kleines Segelschiff, womit wir am 19. April nachts von Barce⸗ sona abfuhren. Die Windrichtung bestimmte uns, die Route nach Sardinien zu wählen. Einige Stunden von Barcelona entfernt, gewahrten wir einen französischen Kreu⸗ zer, der uns jedoch infolge der Dunkelheit nicht bemerkte. Nach drei Tagen erreichten wir, ohne von einem feindlichen Schiff belästigt zu werden, die Südspitze Sardiniens. Nach weiteren sechs Tagen kamen wir in Palermo an, wo wir unter den üblichen Formalitäten vom deutschen Konsul in Empfang genommen und nach Deutschland weiter befördert wurden. Ein weiteres Boot, das mit 24 Deutschen gleich⸗ zeitig in Barcelona abging, ist von einem feindlichen Kriegs⸗ schiff aufgebracht und die Insassen gefangen genommen worden. Ein drei Tage früher abgegangenes Boot, ebenfalls mit 14 Deutschen, ist am Vormittag desselben Tages in Pa⸗ lermo angekommen, ein viertes mit neun Deutschen ist

gesunken. Hessen⸗Nassau. b. Frankfurt a. M., 7. Mai. Seit dem 1. Mai verkehren im hiesigen Hauptbahnhofe 410 Schnell, Eil⸗ und Per sonenzüge gegen 745-760 in Friedenszeiten. Trotzdem erfuhr der Sommersahrplan gegen den Winterdienst eine Steigerung um 66 neu eingelegte Züge.

Märkte. f te. Frankfurt a. M., 7. Mai. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt waren chts angefahren.

F. Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 7. Mai. Austrieb: Rinder 104(Ochsen 5, Bullen 11, Kühe und Färsen 88), Kälber 124, 1 Schaf, Schweine 120. Bei lebhaftem Handel hielten sich die Preise auf der gleichen Höhe wie am 3. Mai und schnell war der Auftrieb ausverkauft.

sichten in Hessen am Sonntag, den 9. Mai 1915: Ziemlich beiter, Gewitterneigung, mild, östliche Winde.

Letzte Nachrichten. Die Kämpfe in Flandern.

Kopenhagen, 8. Mai.Daily Erpreß meldet von der belgischen Grenze: die englische Heeresleitung halte die letzten Kämpfe um Ypern nur für ein Vorspiel des allergrößten Vor⸗ stoßes, den die Deutschen bisher an der Westfront gemacht hätten.

Die Niederlage der 3. russischen Armee.

K. K. KFriegspressequart ier, 8. Mai. Der vollständig geschlagene Teil der russischen 3. Armee wird auf mindestens vier kriegsstarke aufgefüllte Korps geschätzt. Davon sind 30 Prozent in Gefangenschaft geraten, 20 Prozent tot und kaum 50 Prozent entkommen. Aber auch von der noch übrigen Hälfte dürfte noch ein erheblicher Teil in unsere Hand fallen, weil die verfolgenden Truppen des Generalobersten von Mackensen die Nachhuten hart bedrängen. Von den in den Rückzug mit hineingerissenen Bes⸗ kidenkorps sind bis jetzt gegen 30000 Mann ab⸗ gefangen. Die Einbuße der Russen in den Kämpfen durch Tote, Gefangene oder Schwerperwundete dürfte ins gesamt schon die Ziffer 100000 ausmachen, die sich durch Ab⸗ sangen der Beskidenarmee noch verdoppeln würde.

Der Dreiverband arbeitet mit Hochdruck. Athen, 8. Mai. In der Presse verlautet, der Drei⸗ verband sei an Griechenland mit neuen Vorschlägen

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herange treten, um Griechenland zurr Aufgabe seiner Neutra⸗ lität zu bewegen. Verwirrung in Paris.

Basel, 8. Mai. Die gestrigen Pariser Abendblätter lässen die Verwirrung ahnen, die nach den lezten deutschen und österreichischen Siegen in Paris herrscht. Die Blätter drucken aus⸗ nahmslos die Erklärung der russischen Botschaft in Paris ab, welche die Erfolge der Truppen der Verbündeten leugnet. Das Echo de Paris und dasJournal verzichten auf eine Be⸗ sprechung der Lage in Westgalizien. DerMatin gibt den Ernust der dortigen Kämpfe zu und meint, Frankreich müsse geduldig vertrauend abwarten, wie die Russen diesen Stoß auf ihrem Vor⸗ marsch ertragen. Die Pariser Börsenberichte stellen völlige Unlust und Unentschlossenheit fest.

Gegen die russischen Dementis.

Rom, 8. Mai. Auf das von der russischen Botschaft in Nom gleichlautend mit der Kundgebung Iswolskis erlassene Dementi gegen die deutschen und österreichischen amtlichen Berichte über die Siege in Galizien, hat die österreichisch⸗ungarische Botschaft in Rom mit einer Note geantwortet. Diese weist darauf hin, daß der russische Generalstabsbericht vom 5. Mai selbst das Zurückweichen der Russen nach Gorlice zugegeden und daß also die russische Botschaft in Rom den ricfsischen Generalstabsberscht dementiere, um die Neutralen zu beechslussen.

a Erregung in Nisch.

5 Mailand, 8. Mai.Secolo meldet aus Bukarest: In Nisch herrscht überaus große Erregung wegen der Gerüchte von einer Ministerkrise. Diese sei auf die von Italien an der Adria geltend gemachten Ansprüche zurückzuführen, die dem Neutralitätsprinzip zuwiderlaufen. Die bevorstehende Reise des Ministerpräsidenten Paschitsch nach Peters⸗ burg sei verschoben worden, wahrscheinlich im Zusammen⸗ hang mit dieser Angelegenheit. a

Der Untergang derLusitania

i. Köln, 8. Mai. Zu der Versenkun g des Riesendampfers Lusitania meldet dieKöln. Ztg. von der holländischen Grenze:Central News berichten aus Liverpool: Laut eingegangenen Meldungen ist dieLusitania an der Küste Ir⸗ lands torpediert worden. Die Cunard⸗Linie bestätigte die Tatsache. Das Los der Reisenden ist noch unbekannt. An Bord des Dampfers befanden sich 290 Pafssagiere 1., 662 2. und 361 3. Klasse, sowie 665 Mann Besatzung. Der Dampfer wurde gestern nachmittag um 2,33 Uhr getroffen, acht Seemeilen vom Kap Old Head of Kindale. Unter den Reisenden befanden sich u. a. Alfred Banderbilt, fowie der Kapitalist Pear son, der bekannte Petroleummagnat. Zahlreiche Dampfer sind zur Rettung ausgelaufen. Weitere Einzel⸗ heiten sind noch nicht bekannt.

WTB. London, 8. Mai. Reuter meldet: Die Tor pe⸗ dierung derLusitania erfolgte gestern mittag um 2.33 Uhr, nach einer andern Meldung um 2.15 Uhr. Das Schiff blieb noch 20 Minuten flott. Passagiere und Be⸗ mannung zählten zusammen 1900 Personen, nach anderen Berichten 1978. Zwanzig Boote konnten zu Wasser gelassen werden. Nach einer Meldung der Admiralität wurden 500. bis 600 Ueberlebende in Qucenstown an Land gebracht. Viele mußten in die Krankenhäuser gebracht werden. Mehrere starben. Auch in Kinsdale ist eine Anzahl Passagiere gelan det worden. Der Hafenadmiral von Qucenstown sandte eine Anzahl kleiner Flugzeuge nach der Stelse, wo der Dampfer saul.

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