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Der Sießzener Anzeiger
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Samstag, 8. Mai 1015
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Fortschreitende Aufrollung der russischen Karpathenfront. Glänzende Erfolge der deutschen Unterseeboote. Vertagung der italienischen Kammer.
755 Großes Hauptauartier, 7. Mai. fallen, es liegen noch zu viel unverbrauchte Kraftquellenf Kampf mit deutschen Torpedobvpten statt. Südlich
(Amtlich. 5 innerhalb unserer Heimat, als daß wir, auch beim Nahen Westlicher Kriegsschauplatz. eines neuen Feindes, unsere Siegeszuversicht aufzugeben Bei Ypern murden alle Versuche der Engländer, uns brauchten. Stolzer denn je wehen die deutschen Fahnen in die seit 17. April einen Brennpunkt des Kamyfes bildenden West und Ost, und auch der deutsche Seeadler hat in kühnem Höhe 60 südöstlich von Zillebeke zu entreißen, vereitelt. Wir Fluge über die Meere in den letzten Tagen sich wieder gewannen dort weiter Gelände auf pern. Der reiche Siegesbeute geholt. Eine ganze Anzahl Dampfer Feind verlor bei diesen Kämpfen gestern 7 Maschinengewehre, der feindlichen Flotten sind unsern Unterseebooten einen Minenmerfer und eine große Anzahl von Gewehren mit neuerdings zum Opfer gefallen, darunter auch Munition. Bei Fortsetzung ihrer Angriffe erlittenheute die bekannte„Lusitania“, der beste Dampfer n 7 große Verluste.[der Cunard Linie 5 mit 31500 Tonnengehalt, der Zwischen Maas und Masel behaupteten und be⸗Jin diesem Kriege schon mehrsach genannt worden war festigten wir den auf den Maashähen und südwestlih und und den nunmehr sein verdientes HGeschick ereilt hat. Die südlich des Ailly⸗Waldes errungenen Geländegeminn. Ironie des Schicksals hat es gewollt, daß gerade in den i n Grabenstück unserer Stellung letzten Tagen ein englischer Sachverständiger ertlärt hatte, noch im i r Franzosen; sonst wurden dort alle An- die deutschen Unterseebvote hätten bereits ihre Kraft ver⸗ griffe abgewiesen. braucht! Die neuen Schiffsversenkungen geben darauf die g 1 55 1 nördlich von. beste Antwort. im Fechttale wurden durch unser Feuer im Keime erstickt. 25 N 5 Oestlicher Kriegsfchauplatz 1.. 1 90 Dir 545 südlich 8 1 östlich von Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Rossienie endeten mit einer ausgesprochenen Niederlage di„ Mai(8 8 a 8; j der Russen, die starke Verluste erlitten, 1500 Ge⸗ Wien, 7. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Amtlich wird fangene verloren und sich in vollem Rückzuge verlautbart, den 7. Mai, mittags: Unter fortdauernden Ver⸗ befinden 1 err ze überschritten die, Südwestlich von Kalmarja, südlich von Auguftow und 8 l i nn westlich von Praszuysz wurden russische Teilangriffe von uns J 8 3 1040 1 Ara 0 4 sutig abgeschlagen. In diesen Kämpfen büßten die Russen] au E mmen 520 Gefangene ein. n Suüdöstlicher Kriegsschauplatz—ů 40 5 4 N Dieset indlichen Kolon 1 fo t au Fersen un e 1 die Beskiden vordringende Armee, in deren Verband auch
derbündeten Truppen. Der Feind ist dort im schnell den bon em Rückzuge nach Osten; nur an der Weichsel hielt noch deutiche Kräfte kämofen. 1 eine kleine Abteilung von ihm stand. Die Zahlen an Gefangenen und Kriegsbeute Weiter südlich drangen wir auf dem rechten Ufer nehmen weiter zu: speziell unser zehntes Armeekorps er⸗ der Wis lo fa in Richtung auf den Wis lock und über die beutete gestern allein fünf schwere und sechzehn Jaffolka vor. Vielfach stießen Teile des rechten Flü⸗[leichte Geschutze. gels der Heeresgruppe des Generalobersten v. Mackensen be⸗ Unsere Truppen in dem östlichen Abschnitt der reits mit den aus der Karnathenfront westlich des Lupfow⸗[Karpathenfront wiesen unterdessen ver z welfelte Passes vor den dichtauffolgenden Verbündeten im schleunig⸗[russische An griffe unter den schwersten Verlusten für sten Rückzug befindlichen russischen Kolonnen zusammen. Mit den Gegner ab. So wurde gestern ein neuer Vorftoß gegen jedem Schritt vorwärts steigert sich die Sie⸗ die Hohe Ostry durch wirkungsvollstes Artilleriefeuer zu⸗ gesbeute. 5 rückgeschlagen, 1300 Mann des Feindes gefangen, mehrere Oberste Heeresleitung. Abteilungen durch flantierendes Feuer aufgerieben. Auch an 9 3 8 in S 8— alle Versuche 5 N 5 8 3 s Gegners, einzelne Stützpunkte zu erobern.
Es ist ein geradezu überwältigender Siegeszug, dem Ne eee N 8 ir t dus 3 1 5 Galizien. 1 1 25 Auf dem südlichen Kriegsschauplatz leine Ereignisse. Im die ersten Tage des deutsch⸗franzöfisch⸗belgischen Feldzuges Geschütkampf vernichteten unsere 9 805 durch Volltreffer erümert, aber in der ganzen Kriegsgeschichte kaum seines⸗ französische Marinegeschütze bei Belarnd. gleichen hat. Die amtliche Berichterstattung läßt uns die Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: Ereignisse sehr klar erkennen; auf jeder Landkarte stehen v. Höfer, Feldmarschalleutnant. die Namen der Flüsse und Pässe, die da genannt werden, 4 f 33 und wir erfahren, daß seit dem Einsetzen des Angriffes Der Siegeszug in Westgalizien. die Verfolgung der erschütterten russischen Front von der Berlin, 8. Mai. Ueber das Zusammenwirken von Weichsel bis zu den Karpathenkämmen sich schon auf min⸗ Mackensen und Borvevia heißt es in einem Budapester destens 150 Kilometer erstreckt, beinahe bis zum Lupkower] Telegramm des„Berliner Lokalanzeigers“: Die Fortschritte der Hole soll 175 es auch nicht 1155 8 nach Przemysl ist.] verbündeten Truppen entwickeln sich überall erfreulich. Der Feind bene die. 8 wurde mit den Angriffstruppen an allen Stellen angepackt und zu verbringen. Es ist kläglich 915 heiter zugleich daß 1 versucht vergeblich, Widerstand zu leisten. Die nächste Phase der von Petersburg aus— und namentlich in Pa 173 hat man Schlacht wird wahrscheinlich ausgefüllt werden durch die Aufgabe,
ierig nach dieser Notspeise gegriffen— sogar jeglichen die in den Beskiden eingekeilten russischen Truppen unschädlich Teilerfolg der deutsch⸗österreichischen Truppen ableugnet!] zu machen. Aehnlich wie nach der Schlacht von Tannenberg. Wir dür⸗ Przemysl. fen uns also in diesen weltgeschichtlichen Stunden nicht nur 8 i e ee ö r über die gewaltige Größe der deutschen und österreichischen ee Siege wundern, sondern auch über den Nihilismus der anzeiger“ aus Wien berichtet, wird aus Krakau gemeldet: Der
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* sittlichen Begriffe unserer Feinde. Die Motive für ein so russische Kommandant von Przemysl hat angeordnet, daß die 5 todesmutiges Ableugnen furchtbarer Tatsachen liegen freilich Verwundeten und Kranken aus der Festung nach 0 offen vor uns: die Spannung der neutralen Welt, Rußland gebracht werden.
1 besonders Italiens, das sich zur Entscheidung vorbereitet,
3 nichts ahnen von dem mit Riesenschritten sich Der russische Tagesbericht.
0 ee ee. r Petersburg, 6. Mai.(Ctr. Frkft.) Mitteilung des Gene⸗ 5 f f 1 hespruhglich sollte es. 15 tagt ralstabes vom 5. Mai 10 Uhr abends. Man meldet die. An 3 worden sei. sprünglich sollte es am 12. d. M. tagen.] wesenheit eines feindlichen Kreuzers und anderer kleiner Fahr⸗ 0 Schlußfolgerungen aus dieser Aenderung zu ziehen, ist] zeuge vor Libau. In der Gegend von Rossieny schritten,
schwer. Vielleicht genügt den Italienern die kurze Spanne] wir mit Erfolg fort.(Vgl. die deutschen Tagesberichte. D. Red.) Zeit, um einzusehen, wie verblendet es wäre, dem sterbenden] Auf der anderen Front bis zur oberen Weichsel keine Verände⸗ Riesen im Osten, der ihm wesensfremd ist, unter furchtbaren] rung. In Galizien entwickelt sich der Kampf zwischen Weichsel eigenen O Hi T d— iich und Karpathen mit der gleichen Hartnäckigkeit weiter. Die Deut⸗ ge 1 zu Hilfe zu fommen u nichts oder i 15 Abe 0 i ich 18 j 5 z N schen haben beträchtliche neue Kräfte, unterstützt von sehr bedeuten⸗ wenig zu erreichen. Das Wagnis neuer Feindschaften auf Artilleri 8 1 l 0 1 65. der Artillerie, an die Kampflinie gebracht. Der Feind hat seine dem Balkan liegt dunkel und gefahrdrohend vor dem„bren⸗] Massenangrisse wiederholt und gewaltige Verluste erlitten. Ei⸗ nenden Italien“, das ohne einen Schwertstreich und ohnefnige unserer Cin heiten haben sich infolge der hart⸗ die Knochen eines einzigen Bersagliere zu riskieren, seine] näckigen Kämpfe auf unsere zweite Befestigungslinie zurück ⸗ Grenzen wesentsich verbessern könnte, wenn es die versöhn-⸗[gezogen. In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai hat der Feind lich ansgestrrckte Hand Oesterreichs nicht zurückweisen wollte.] in der Richtung auf Stryj einen Teil der Schützengräben des Dunkel liegt heute noch die Zukunft der Italiener vor uns. Makuwkagebirges wiedergenommen. In der darauffolgenden Nacht Es heißt, die d Zeit Sberi 7 n hat unser Gegenangriff den Feind zurückgeworfen. Wir haben hier ißt, die deutschen Zeitungsberichterstatter seien schons gef 5 9 10 A0 Sfr 7 9 J e N 2 bei über 1200 Gefangene gemacht, darunter 30 Offiziere. In der aus Rom abgereist und in Lugano angekommen; die Ver—. 5 5 16 5 4 4 N 1 8 Gegend von Angelow, am Oberlauf der Lomnitza, hat der bindung nach den österreichischen Greuzlanden sel unter- Fei 3. Mai eine fr SDfensive r 5 f ztand 5 Feind am 3. Mai eine fruchtlose Offensive auf einer ziemlich bunden. Ernst, doch ohne Furcht, sehen wir in Deuten and ausgedehnten Front unternommen. dem Kommenden entgegen. Die militärische Machtprobe Petersburg, 7. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Stab
Mitau und bei dem Dorfe Beisagola für uns günstige Schar⸗ mützel. Am rechten Orztraufer wiesen wir am Abend des 4. Mar einen heftigen deutschen Angriff ab, der von starkem Artillerie- seuer 1½ Stunden vorbereitet war, und fügten dem Feinde starke Verluste bei. Oestlich der Eisenbahnlinie nach Mlawa gelang es uns, durch einen plötzlichen Vorstoß die Meierei Ponnany zu nehmen. Am 5. Mai unternahm der Gegner sechs Stunden hin⸗ durch unaufhörlich fruchtlose Gegenangriffe; er ließ vor der Meierei annähernd tausend Tote zurück. Am linken Weichsel⸗ ufer ist Ruhe eingetreten. In Galizien dauerte am 5. Mai die Schlacht zwischen Weichsel und den Karpathen mit großer Hartnäckigkeit fort. Von heftigem Artilleriefeuer unterstützt, häufte der Feind weitere Streitkräfte am rechten Ufer des Dunajec an. Unsere Truppen wurden durch die Ueberlegenheit der schwe⸗ ren Artillerie des Feindes merklich mitgenommen, aber der Gegner spürte auch die Wirkung unserer Schrapnell- und Gewehrfeuer, als er Angriffe unternahm. In der Richtung Stryj hatten wir am 4. Mai einen weiteren Erfolg auf den Makuwka-⸗ ausläufern: wir machten dabei 2000 Soldaten und 40 Offtziere zu Gefangenen. Der Feind wurde in der Verwirrung eine be⸗ trächtliche Strecke zurückgeworfen. Am Lomnizaoberlauf hatten wir am 5. Mai früh gleichfalls einige Erfolge zu verzeichnen.
Die Russen leugnen die Niederlage ab. Paris, 7. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agence Havas“: Die russische Botschaft gibt bekannt, daß die Tagesberichte von Berlin und Wien über den angeblich über die Russen in Westgalizien davon⸗ getragenen großen Sieg keineswegs der Wirklichkeit ent⸗ sprächen. Die in der dortigen Gegend stattfindenden Kämpfe durchaus nicht, von irgend welchen Erfol
o e von den Oesterreichern, 0
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russische 1 veröffentlicht.
Paris, 7. Mai.(WTB Nichtamtlich! Die„Agence do⸗ vas“ gibt folgende Note aus: Die russische Botschaft meldet, 85 die österreichisch-ungarischen und deutschen Tagesberichte bezüglich des über die Russen davongetragenen Sieges keineswegs den Tat⸗ sachen entsprechen. Dieses Dementi bringt den Zusammenbruch der von den Deutschen organisierten Agitation zum Abschluß. Es ist heute ein Leichtes, die verschiedenen Mittel zu zeigen, die Deutschen seit dem 22. April anwandten, um eine politisch und diplomatische Propaganda zu nuternehmen, dere Gründe leicht zu erraten sind. Das Deutsche Große Hauptquartier kombinierte latsächlich drei gleichzeitige Gewaltstöße: Der erste erfolgte im Gebiet von Langemarck. Die von den Deutschen durch erstickende Gase hervorgerufene Ueberraschung geß⸗ stattete ihnen, provisorisch vorzurücken, aber der Vormarsch wurde noch an demselben Abend zum Stehen gebracht, und die von der alldeutschen Presse mit großem Lärm besprochene Operation brachte weiter keinen Erfolg. Der zweite Gewaltstoß erfolgte im Ge⸗ biet von Eparges und Calonne und war ganz ohnmächtig, was die deutschen Tagesberichte nicht verhinderte, diese Operation in einer Weise zu erwähnen, die auf die Oeffentlichkeit Eindruck machen sollte. Der dritte Gewaltstoß endlich erfolgte in den Karpathen. Die Reklame war diesmal so gut ins Werk gesetzt, daß die Organisatoren ihre Weisungen überschritten. Der 0 lautete, einen Sieg zu melden. Die Blätter meldeten aber Eroberung von 600 Geschützen und die Gefangennahme von 300 000 Russen. Das Wolffsche Bureau selbst mußte finden, daß das zuviel des Guten sei und veröffentlichte ein Telegramm(das ein Eingeständnis ist), um vor Uebertreibungen betreffs des Sieges in Galizien zu warnen. Kurz, die Deutschen versuchten dreimal in zehn Tagen einen Erfolg zu erringen, welcher ihnen— würde, ihren politischen Feldzug durchzuführen. Dreimal war ihnen Mißerfolg beschieden, 75
Die Zusatzbemerkung der französischen Presse stelst di Operationen im Gebiet von Ypern als eine große Schlappe für die Deutschen dar, welche nur du. di völlkerrechtswidrige Anwendung erstickender Gase einen augenblicklichen Vorteil hätten erringen können. Seither seien alle weiteren deutschen Angriffe blutig zurückgeschla⸗ gen und das verlorene Gelände ganz oder teilweise wieder⸗ 2 gewonnen worden. Dieselbe Taktik befolgt die Presse hin⸗ sichtlich der Kämpfe bei Eparges und Calonne. Ueber de 1 Vorstoß der österreichisch-ungarischen und deutschen Trup⸗ pen über den Dunajec und die Biala schweigt sich die Presse aus und begnügt sich, stark gefärbte Berichte aus der Londoner Presse abzudrucken. Die deutschen und österreichisch-ungarischen Tagesberichte, die früher zumeist abgedruckt wurden, werden jetzt überhaupt nicht mehr oder nur in stark gestrichener Fassung veröffentlicht. Die Presse deutet bereits an, daß die russische Front in Westgalizien wenig strategischen Wert besitze und daß eine Umgruppierung der russischen Armee event. eine Verbesserung der Lage bedeuten könnte. 0
Wien, 7. Mai.(WTB. Nichtamtlich!“ Aus dem Kriegs ⸗ presseguartser wird gemeldet: Im Verlaufe dieses Krieges hat die Berichterstattung der Ententepresse in 5 drehung der Tatsachen schon so viel geleistet, daß wir uus ge⸗ wöhnt haben, über die regelmäßigen Lügennachrichten ohne genäußerung zur Tagesordnung überzugehen. Daß aber unsere Feinde nun auch amtlich mit Mitteln arbeiten, die selbst in großer Not und Verzweiflung verwerflich sind, sordert zu einer verdienten Abfuhr heraus. Die russischen Vertretungen im Auslande ver⸗ lautbaren offiziell, daß sie den Auftrag haben, die aus Berlin und Wien kommenden Nachrichten über einen sogenannten großen Sieg der Oesterreicher, Ungarn und Deutschen in Westg zien
zer letter Wochen ist zu seyr zu unseren Gunsten ausge-! des Generalissintus teilt mit: Bei Libau fand am 5. Mar ein 3 5*
kategorisch zu dementieren. Die dort im Gange befindlichen K


