Ausgabe 
(3.5.1915) 103. Erstes Blatt
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1 8 Gießen, 3. Mai 1915. zen 80. Geburtstag feiert morgen Dienstag eißbindermeister und Stadtverordneter L. Petri II. Herr e in körperlicher und geistiger Frische auf seinen f Lebensweg zurückblicken,des sind wir über⸗ Fern mit 5 9 5 Sowohl in seinem bürgerlichen Berufe und seinen Unternehmungen, wie in seinen Ehren⸗ ämtern hat Herr Petri Hervorragendes geleistet und sich damit einen Ehrenplatz in der Gießener schaft ge⸗ sichert. Er vertrat schon früh die Interessen des Hand⸗ werkerstandes durch rege Tätigkeit im Landes gewerbe⸗ verein und dessen Unterorganen, und in der Folge auch in der Gewerbebank, der er seit 1877 als Mitglied, seit 1902 als Vorsitzender des Aufsichtsrates angehörk. Er war n nur Fed der Entwicklung dieses für unser Er⸗ werbsl. so bedeutungsvollen Instituts, sondern hat an dieser Entwickelung hervorragenden Anteil. Die Gieße⸗ ner freiw. Feuerwehr zählt Herrn Petri zu ihren ältesten Mitgliedern, die ihn 1862 zum Obersteiger und Ge⸗ räteführer und bei der Neugründung 1882 zum 1. Haupt⸗ mann wählte, welchen Posten er bis 1890 bekleidete. An- läßlich des 40. Stiftungsfestes verlieh die Feuerwehr ihrem langjährigen verdienten Mitgliede die Ehrenmitgliedschaft. Der Sektion 6 der Hessen-Nass. Baugewerksberufs⸗ genossenschaft steht Herr Petri seit Einführung des Unfallversicherungsgesetzes vor. Auf kirchlichem Gebiete ist Herr Petri als Gemeindevertreter der Johannes⸗ gemeinde tätig. Der Turnverein Gießen von 1846 wür⸗ digte die Verdienste Petris um die Turnsache schon vor vielen Jahren durch seine Ernennung zum, Ehrenmitglied. Im Rate unserer Stadtverwaltung ist Herr Petri das älteste Mitglied. Er gehört der Stadtverordneten⸗Ver⸗ sammlung ununterbrochen seit dem Jahre 1878 und noch bei der. jetzt noch nicht ausgetragenen Wahl im November 1913 nahm er, gewiß im Vertrauen auf seine jernere Rüstigkeit, auf weitere 9 Jahre die Bürde eines Stadtverordneten auf sich, bereit, weiter zu arbeiten zum Wohle seiner Vaterstadt. Mit vorstehenden Zeilen ist noch

erschöpft die Schilderung des arbeitsreichen Lebens eres Mitbürgers, weitere anreihen möge. . Paketsendungen an Angehörige feind⸗ licher Heere. In letzter Zeit sind für die in unseren l untergebrachten Angehörigen feind⸗ licher Heere häufig Pakete aus dem In lande einge⸗ gangen, die auf Anregung der Angehörigen Kriegsgefange ner von deutschen Geschäften oder Familien abgesandt wür den und außer erlaubten Sachen auch solche enthielten, deren an Kriegsgefangene verboten ist, wie Tabak, Schokolade, Brot und andere Backwaren. Auf diese Weise werden die im Interesse der Sicherstellung unserer Volks- ernährung erlassenen Bestimmungen umgangen, und bei der großen Jan der Gefangenen kann ein solches Ver⸗ fahren auf auer zu erheblichen wirtschaftlichen Stö⸗ rungen führen. Die Heeresverwaltung hat daher Anordnungen getroffen, daß unerlaubte Sendungen von Nahrungs- und Genußmitteln aus dem Inlande den Ge⸗ sangenen nicht mehr ausgehändigt, sondern an die Absender 1 werden. »Ein Waldbrand. Gestern nachmittag entstand in der Umgebung des Bergwerkswaldes, wahrscheinlich in- folge eines bei Rodungsarbeiten angezündeten Feuers, ein Waldbrand, der bald einen solchen Umfang annahm, daß man die Feuerwehr alarmieren mußte. Die Wehr rückte ntit der torspritze um 3,20 aus und war um 3,45 Uhr an Ort und Stelle. Durch die an der Brandstelle lagernden aufgestapelten Holzvorräte drohte das Feuer eine große Aus- dehnung anzunehmen, und es hätte zu Schlimmerem lom⸗ men können, wenn nicht ein in der Nähe befindlicher kleiner Teich die Speisung der Motorspritze mit reichlichen Wasser⸗ mengen gestattet hätte. So konnte man den Brand, dem vor Eintreffen der Wehr bereits Bergwerksarbeiter vergeblich zu⸗ leibe gegangen waren, ersticken, ehe größerer Schaden ange richtet murde. Die Rückkehr der Feuerwehr verzögerte sich, da auf dem aufgeweichten Wege die Antomobilspritze fest⸗ fuhr. Doch gelang es den Wehrleuten ohne fremde Hilfe, das schwere Gefährt wieder flott zu machen. Um 6,15 Uhr rückte man wieder in der Wache ein. Ein Luftschiff zeigte sich gestern um die Mittags⸗ 2 langer Pause wieder einmal über unserer Gegend. U 1 einen Kreuzer vom Typ Schütte⸗ Lanz, der in Mannheim stationiert sein dürfte. Das Luft⸗ 1 hatte über Frankfurt manövriert, war dann der Bahn⸗ strecke folgend über Friedberg und Nauheim gefahren und kam gegen 1 Uhr hier in Sicht. Die Höhenmanöver, die der unserer nd ausführte, hatten Anlaß zu dem ücht gegeben, er habe bei Lollar eine Landung ausgeführt. Dazu war es nicht gekommen, doch war das Schiff bei Wißmar so tief herabgegangen, daß die nach⸗ laufende Schuljugend sich mit den Gondelinsassen unter⸗ en konnte. In der strahlenden Sonnenbeleuchtung bot der hohe Sonntagsbesuch einen prächtigen Anblick. Vom botanischen Garten. Die Direktion des bota⸗ nischen Gartens bittet uns, darauf hinzuweisen, daß laut der in Gaxten angeschlagenen und polizeilich gebilligten Verordnung der Besuch und längere Aufenthalt im botanischen Garten Dien st⸗ mädchen und Wärterinnen mit kleinen Kindern nicht gestattet ist. Die Nichtbeachtung der Gartenordnung 5 1 1 jetzt wieder zu Unzuträglichkeiten geführt, weshalb die irektion sie in Erinnerung bringt, um nicht fortgesetzt Fort⸗ weisungen vornehmen zu müssen. Die Stadt besitzt so schöne An⸗ lagen, in denen sie für Spielplätze der Kinder gesorgt hat, daß deren Nichtbenutzung nur bedauerlich wäre. Der botanische Garten ist kein öffentlicher Spazierweg, sondern eine wissenschaft⸗ liche, zum botanischen Institut gehörige Anlage zur Be⸗ nutzung für Studierende und 8 für Studien⸗ zwecke. Zur Belehrung sind auch Schulkinder in Begleitung Er⸗ wachsener zugelassen, und der Besuch von Schulklassen unter Führung der Lehrer ist erwünscht. Die Kindermädche

en machen diesen wahren Interessenten des Gartens den Aufenthalt zu Zeiten unmöglich. Eltern seien darauf aufmerksam gemacht, daß der Auf⸗ enthalt kleiner, oft schlecht beaufsichtigter Kinder nicht ohne Ge⸗ fahr ist. Vor einiger Zeit fiel ein Kind in eines der nicht um⸗ zäunten Wasserbassins und der Teich ist noch gefährlicher.

Auch st überall in den Beeten Giftpflanzen, die gerade sehr oft durch ihre Blüten und Früchte Kinder anlocken; es möge nur an Fingerhut und Tollkirsche erinnert werden, auch mit Brenn⸗

haaren versehene und hautreizende Pflanzen können schon bei Be⸗ rührung Kindern besonders schaden. Die Tirektion könnte für solche Unfälle keine Verantwortung tragen. Bei dieser Gelegenheit sei wiederholt, daß Verwundete und Rekonvaleszenten unseres Heeres jederzeit den ruhigen Garten zum Erholungsaufenthalt be⸗

nutzen können. Landtreis Gießen. AGroßen-Linden, 3. Mai. Der Werkmeister Kaspar Albach und die Zigarrenmacherin Christine Gaß mann konnten am 1. Mai ihr 25 jähriges Dienstjubiläum bei der Firma 18 aubach& Com v. begehen. Beide Jubilare wurden von der Firma und den Arbeitern entsprechend geehrt.

O Leihgestern, 2. Mai. Herrn Pfarrer Ludw. Hainebach

1 zu Großen-Linden wurde vom Großherzog die evangelische Pfarr-

telle zu Leihgestern übertragen.

1

der seinen 80 Lebensjahren noch viele 55

N N

25 0 Kreis 8 N enheim. 2. Mai. Bei der Verrichtung von Feld⸗ arbeiten wurde der 50 jährige unverheiratete Jakob Wildemut von einer schweren Walze überfahren und ködlich verletzt.

Starkenburg und Rheinhessen.

Irm. Darmstadt, 2. Mai. Eine interessante Feld⸗ dienstübung für Sanitätshunde hatte derHessi⸗ sche Polizei⸗ und Schutzhund⸗Verein gestern nach⸗ mittag auf dem weiten Terrain des Golftlubs aur Böllenfalltor peranstaltet. Es galt dem Verein, auch der größeren Oeffentlich keit und den Behörden einmal vor Augen zu führen, welch reiche, praktische Hilfsarbeit die Sanitätshunde draußen im Felde den Sanitätsmannschaften und der ganzen Truppe zu keittch vermögen. Zu den Vorführungen hatten sich über 1000 Personen eingefun,⸗ den, darunter der Minister des Innern, Erz. v. Hombergk, Ministerialräte Dr. Kratz und Dr. Weber, Geh. Obermedi⸗ zinalrat Dr. Hauser, Geh. Leg.⸗Rat Dr. Neidhart, Re⸗ gierungsräte v. Starck und Reinhart, ferner Prinz Isen⸗ burg aus Frankfurt und als militärische Vertreter General Kos⸗ sa ck, Generaloberarzt Dr. Grüning, Bataillonsführer Haupt⸗ mann Hofmann und viele andere behördliche Vertreter. Der Ehrenvorsitzende des Vereins, Herr Polizeirat Krämer, hielt bei Beginn der Vorführungen eine Ansprache, in der er die hohe Bedeutung der Sanitätshunde als Mithelfer beim Sanitätsdienst für unsere Truppen im Felde betonte. Der Verein habe schon im

vorigen Oktober eine Anzahl dressierter Hunde mit Füh⸗ rern zur Front abgeben können, die sich auch aufs Beste bewährt hätten. Deshalb solle auch vom Verein die Dressur

von für den Sanitäts- und Polizeidienst auch in Zukunft eifrig fortgesetzt werden. Darauf begannen die Vorführungen, um zu zeigen, was die Hunde im Felde auszuführen haben. Junächst ein Infanteriegefecht Soldaten des Inf.⸗Rgts. 115 er⸗ obern einen französischen Schützengraben, die Franzosen ziehen sich in den Wald zurück, soweit sie nicht bei der Erstitrmung ge⸗ fangen genommen werden; sie werden aber später ergriffen. Wäh⸗ rend die Deutschen die Verfolgung des Feindes aufnehmen, treten die Führer der Hunde nach und nach zur Fürsorge für die Ver⸗ wundeten auf. Ein Hund wird mit der Meldung an die Reserve⸗ mannschaft abgesandt: Sofort kommen! Die ganze Bereitschaft kommt in eiligem Schritt marschiert, muß aber infolge eines heftigen Flankenfeuers zunächst Deckung suchen und Führer und Hunde werfen sich zur Erde. Dann baut der Führer das Feld⸗ lazarett auf und die Hunde wurden einzeln zu ihren Dienst⸗ leistungen abgerufen. Die Tiere beteiligten sich tadellos und mit bewundernswertem Geschick an der Uebung. Es folgten weiter orführungen in Gehorsamsdressur, Spurensuchen, und schließlich die sog. Mannarbeit am Verbrecher, Aufsuchen, Verbellen, Fest⸗ halten des Flüchtlings, Verteidigung usw. Es kamen im ganzen zehn Sanitätshunde zur Vorführung, die ganz hervorragende Proben ihrer Tressur und ihres fein entwickelten Spürsinns ablegten und die Zuschauer mit Bewunderung erfüllten. Die öffentliche Vorführung dieser Leistungen hat jedenfalls einen vor⸗ züglichen Beweis von der hohen Bedeutung diefer Sanitätshunde im Kriege erbracht und das vollste Interesse des Publikums dafür erregt.

Spar⸗

Nieder⸗Ingelheim, 2. Mai. Der Zentner Mark,

gel 1. Sorte erlöste auf dem heutigen Markte 4860 2. Sorte 2530 Mark. ( Lorsch, 2. Mai. In Lorsch bei Bensheim a. d. Bergstraße

ist am Samstag nachmittag gegen 1 Uhr ein großes Schaden⸗ feuer ausgebrochen, das fünf Scheunen ganz und drei Wohn⸗ häuser zum großen Teil in Asche legte. Auch der Inhalt der Scheu⸗ nen ist vollständig verbrannt. Dabei gingen 5 Stück Großvieh, sowie verschiedene Schweine und Ziegen zugrunde. Besonderes Ver⸗ dienst bei den Löscharbeiten hat sich das in Lorsch einquartierte Militär erworben, das mit aller Energie eingriff, so daß man in einigen Stunden der weiteren Ausbreitung Einhalt tun konnte.

ch. Heidesheim, 2. Mai. Auf dem heutigen Markte er⸗ zielte der Zentner Spargel 1. Sorte 55-60 Mk., 2. Sorte 25 bis 30 Mk., Rhabarber 3 Mf.

Hessen⸗Nassau.

h. Marburg, 2. Mai. Bei Reda geriet der Lokomotiv- führer Schiebka während der Fahrt mit dem Kopf zwischen Maschine und Brückenpfeiler. Der Kopf wurde völlig zer guet scht, so daß der Tod des Mannes auf der Stelle eintrat.

h. Frankfurt a. M., 2. Mai. Im Frankfurter Versor⸗

migshause feierte am 1. Mai Fräulein Katharina Knecht den undertsten Geburtstag in bewundernswürdiger Frische des Geistes und Körpers. Sie hat noch zwei Schwestern im Alter von 93 und 89 Jahren.

X. Gelnhausen, 2. Mai. Die im Verlage von Oskar Wettig dahier im 56. Jahrgang täglich erscheinende Geln⸗ iel Zeitung hat sich genötigt gesehen, infolge der durch die Kriegsereignisse für das Zeitungswesen eingetretenen ungünstigen Verhältnisse ihr Erscheinen bis auf weiteres einzustellen.

Unseren Anzeigenkunden

zur freundlichen Beachtung!

Mit Eintritt des Sommer Fahrplanes am 1. Mai

ist die frühere Zertigstellung eines Ceiles unserer

Landauflage erforderlich geworden. daraus ergibt sich die Notwendigkeit eines

früheren Anzeigenschlusses.

Wir bitten deshalb unsere Anzeigenkunden dringend, größere Anzeigen unter allen Umständen schon am Tage vor dem Erscheinen aufzugeben. Uleine Anzeigen können für die Tagesnummer nur bis vormittags 9 Uhr angenommen werden.

verlag des Gießener Anzeigers. Addi οαονν i αuοimαmmναονα]

Standesamts nachrichten.

Gießen. a

Aufgebote: April 28. Karl Müller, Lehrer in Gunzen m, Kreis Lauterbach, mit Elisabeth Pauline Karoline Minna Schönau in Gießen. a f 5

Eheschließungen: April 24. Hermann Gustav Karl Kersten, Former, mit Hedwig Walldorf, beide in Gießen. Karl Lesch, Monteur, mit Katharine Weitzel, beide in Gießen. 29. Karl Köhler, Offizier⸗Stellvertreter, Feldwebel, mit Emilie Katharine Elise Minna Engeler, beide in Gießen. l 1 a

Geborene: Avril 19. Tem Friseur Hugo Möhl eine Tochter, Maxie Johanna. 22. Dem Lokomotivhilfsbeizer Jakob Enkirch ein Sohn, Heinrich Jakob Hermann. 23. Dem Fabrik⸗ arbeiter Christian Kienzle eine Tochter, Berta Ilse. Dem Schneider Heinrich Karl Rinner eine Tochter, Marie Katharine. 24. Dem Auslaufer Theodor Lehrmund eine Tochter. Dem Monteur Ludwig Ferdinand Göbel ein Sohn, Eugen L Dem Eisenbahn⸗Hilfsschaffner Christoph Schlamp ein Sohn, Hein⸗ rich Ludwig. 25. Dem Lackierer Otto Röhmig eine Tochter, Erika Anng Marie. Dem Hauptmann und Regimentsadfutanten Hans von Eisenhart⸗Rothe eine Tochter, Sieglinde Clisabeth Char⸗ lotte Margarete. 26. Dem Schuhmacher Friedrich Wilhelm

Hofmann einWilhelm Karl Gustav Johann Richard. Dem Hoboisten, geant Haus Cellarius ein Sohn. Johannes Heinrich. Dem Photographen Ludwig Uhl ein Sohm, Woljgang

Grete. Sterbefälle: April 22. 1 Graulich, geb Frank, 79 Jahre alt, Weserstr 15. 23. Elisabethe Stroh, geb. Stieber, 38 Jahre alt, Hammstr. 12. 24. Heinrich Wilhelm Margols, 17 Jahre alt, Liebigstr. 37. 25. Lehrmund, ohne Vornamen, 19 alt. Schottstr. 11. 26. Johann Georg Faber, 9 Monate alt. Ludwigstr. 38. 27. Kurl Sommer, Schreiner meister, 38 Jahre alt, Marburger Str. 30. 28. Karoline Magdalene Eigenbrodt, 72 Jahre alt, Kaiser⸗Allee 15. Marga⸗ rete Winnecker, geb. Schütz, 53 Jahre alt, Lahnstr. 9. Elifa⸗ bethe Lipp, geb. Kirsch, 71 Jahre alt, Kaiser⸗Aller 3 a.

. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

N 2 2 a SS 3 3 23 2325 E SS SS SS SAE FFF S 3 2. 8 8 1* 1 SES 8 1 21,9 3,2 42 S K 8 Sonnenschein 12,2 241 76[NNW 2 10 8,5 4,8 58 NE 4 8 0

1 . ö 1 ö

0 1

öchste Temperatur am 1. bis 2. Mai 1915 21,9 c. liedrigste, 1 Niederschlag: 3,7 mm. 1

Amtlicher Wetterbericht. 10 Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. N Die nördliche Depression ist sehr rasch nach Osten abgezogen. 0 Auf ihrer Rückseite ist seit gestern der Druck stark angestiegen, Wir bleiten morgen unter Hochdruckeinfluß. 1 Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 4. Mai 1915 Heiter, trocken, östliche Winde, nachts kalt.

Letzte Nachrichten. 1

Die deutsche Offensive in Nordwestrußland. 7 Kopenhagen, 3. Mai. DieDaily Mail bringt einen Leitartikel ihres militärischen Mitarbeiters über die deutsche Offen- sive gegen die LibauRiga⸗Linie. Dieses Vorgehen wird darin als ein Ereignis von allergrößter Bedeutung und von vielleicht unabsebbaren Folgen bezeichnet. Die beiden vielleicht wichtigsten

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Bahnlinien Rußlands Riga Dünaburg Wilna und Peters⸗ 5 1 burg Warschau seien schwer bedroht. 1 Basel, 3. Mai. DasPariser Journal empfiehlt,

die neue deutsche Offensiwe gegen die Bahnlinie Dünaburg zu be⸗ achten, da man ihre Folgen heute noch nicht absehen könne. Auch der BernerBund greift in seiner gestrigen Betrach y! tung der Kriegslage die Meldung von dem neuen stoß Hinden⸗ burgs als besonders interessant heraus und schreibt, die Deutsche hätten durch diesen Vorstoß gegen die rechte Flanke der Russen 100 Kilometer Raum gewonnen. Sie ständen jetzt mit unbekannten Kräften ebensoviel Kilometer nördlich von Kowno. Die N Blätter stellen fest, daß im Westen der deutsche Gegendruck sich an allen Punkten bemerkbar macht. 15 Amsterdam, 3. Mai. DasAllgemeen Handels⸗ blad schreibt über die Lage auf dem östlichen Kriegsschauplatz: Die Kriegslage hat jetzt eine Aenderung erfahren, die für die militärische Unternehmungslust der Deutschen in Rußland zeugt. Das 0 Blatt kritisiert den amtlichen russischen Tages be⸗ rächt, der diesen über 100 km in das russische Reich hiner 8 den Vorstoß einer deutschen Armeeabteilung gar nicht erwähne und sagt, selbst wenn das Ziel kein 5 wäre. als um eine Täuschung des Gegners vorzubereiten, so würe der deutsche Zug doch wichtig genug, um auch in dem russisc Bericht erwähnt zu werden. 0 Von der Ostfront. 4 K. K. Kriegspressequartigr, 3. Mat Im Opor⸗ und Orawa-Tale machen die Russen. Anstreng⸗ ungen, die Erfolge der Südarmer wett zu machen. Ihre Vorstöß dienen offenbar dem Zweck, über Tuchla hinaus im Oportale un 0 längs der Eisenbahn Raum zu gewinnen, als auch westlich unserer Stellungen bei Ostry. Die Russen wurden abermals auf die Höhenlinie Seczob SolaganBobyler zurückgeworfen. Ebenso mußten die gegen die rechte Flanke des Korps Hoffmann aufge⸗ brochenen feindlichen Abteilungen sich bei Tuchla zurückziehen. Auch ihrem Vorstoß im Opor-Tale wurde sehr rasch Halt ge. boten. 2 Hunderten von Toten verloren die Russen 00 Mann an Gefangenen. 5 20 3 In Südostgalizien gelang der österreichischen Artillerie die Sprengung eines feindlichen Munitionsdepots Sehr bedeut⸗ sam ist es, daß der Kampf an der polnischen Front wiedererwacht ist. Sowohl an der Nida wie an der Pilica fanden außer Artilleriekämpfen sehr heftige Nb

angriffe statt, wobei den k. k. Truppen die n⸗ zelner feindlicher Vorstellungen gelang. Die 1 des Feldmarschalls Hoffmann hat einen neuen wesentl Erfolg zu verzeichnen. Es ist dort gelungen, die Russen aus dem Solov⸗ canka-Tale zurückzuwerfen und weiter Raum zu gewinnen Das

Ergebnis dieser Kämpfe ist um so höher zu als auch Kriegsmaterial erbeutet werden konnte. 1

eine große Anzahl Russen festgenommen wurde England verbietet die Ausfuhr von Futtermitteln. Kopenhagen, 3. Mai. Die englischen Getreide d Futtermittel⸗Ausfuhrhandelshäuser haben ihren schwedi⸗ schen Verbindungen mitgeteilt,. 5 Behörden jede zukünftige Ausfuhr von 7 nach Schweden verboten haben. 1 Bevorftehende Tagung der italienischen Kammer. Rom, 3. Mai. Im Ministerrat wurde der Minister⸗ präsident beauftragt, mit dem Kammerpräftdenten die Dr ersten Kammersitzung zu vereinbaren. Der Beginn der Session wird also nicht vertagt werden, sondern die Kammer wird am 12. Mai zusammentretenn. Italien und Griechenland.* 1 Mai. 9 91 ent oßem hagen die erbitterte Polemik z 5 Italien und Griechenland in den verschiedenen Blättern.Patrie mahnt zur Ruhe und Besonnenheit Athen müsse nicht glauben, daß Italien im östli Mittel⸗ meer die Rechte Griechenlands versperren wolle. A- Blätter bringen ohne Kommentar die Auslassungen des riechischen Chronos, welcher die Regierung auffordert, von Rom eine definitive Erklärung seiner künftigen Ausf bezüglich Smyrnas zu verlangen. Der MailänderCor⸗ rierre della Sera polemisiert in seiner heutigen Nummer gegen die herausfordernde Sprache Italiens. China lehnt die nenen Forderungen Japans ab. 3 Genf, 2. Mai.(Ctr. Frkft.) Laut Meldung wanzäst. scher Blätter hat China gestern Japan die Antwortnote überreicht, in der es dessen neue Forderungen in höflicher aber bestimmter Form ablehnt. 3

II Altbewahrte Nahrun 9 2

für Hinder und Kranke

führen

18 2* 1

und

derer

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