Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Ureis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen öeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
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jeßen
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1465. Jahrgang
eneral⸗Anzeiger für Gberhessen
Kriegsbriefe aus dem Often. Von unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Weichselfahrt. 5 An Bord der„Marie“, 26. April. Am Hafen von auf der„Marie“ v und ruhen Wege, die lind, um dann plötzlich in einer Art von Schuttfelde auf eben- so vielen metern weiterzuführen. Grund: den einen Teil hat die Wegebaulommission ordentlich ausbessern lassen, das Geld für die Ausbesserung des andern hat sie vertrunken. Wie viel hundert Kilometer Landstraße müssen die Wegebaulommissionen des Gou⸗ vernements Plock und Warschau durch die Gurgel gejagt haben! Ich wünsche, sie müßten in unserem Auto, aber gerade in unserem, einmal die ganzen Strecken abfahren, sie würden das Trinken verfluchen und ordentliche Leute werden. Jetzt jedenfalls haben die Wagen und wir ruhige Fahrt. Der große Weichselkahn, auf dem wir lagern, tut sich mit einem anderen. dicht zusammen, die Trosse werden gelöst und erst langsam, dann ziemlich schnell treibt uns die Strömung auf die Durchfahrt der Pontonbrücke zu. Auf der andern Seite warten wir auf den regelmäßigen Schlepp⸗ dampfer, der uns nach Thorn schleppen soll. Er pfeift auch schon drüben schrill ein paarmal, daß wir uns ja bereit halten sollen. Ziemlich grell und anmaßend wie so richtig gehende Raddampfer gegenüber einfachen Weichselkähnen, die im Frieden Getreide und andere schöne Dinge von Plock nach Thorn fahren, sind. Dabei ist unser Schiff doch jetzt durchaus im Dienst des Krieges, es hat Kanonen gefahren, Munition, 160 Mann haben in seinem Bauch geschlafen, ein Dutzend Pferde haben auf Deck gestanden.„Russen. hatten wir noch keene nicht,“ sagt mir der Schiffer, der ein rich⸗ tiger Märker ist und seinen schweren Beruf auf der Spree be⸗ gonnen hat.„Die Herren pflegen immer danach zu fragen. Von wegen. er kratzt sich bedeutungsvoll den Kopf.„Aber wir hatten noch keene nicht. Die Schiffe da haben die Russen versenkt ileich im Anfang, ich war Jott sei Dank in Thorn“ und er zeigt an das Ufer, in dessen Nähe ein paar Schiffstrümmer zu sehen sind.„Die Männer haben se mit nach Sibirien jenommen. Da sind se ja schnell bei mit. Und den Frauen haben se in Warschau sagt: Nun könnt er jehn wohin er wollt. Wohin sollten se in War⸗ f chen nun wohl jehn? Ne, es ist ne Bande. Aber die Pollacken sind noch schlimmer! Ich bin doch oft genug in Plocke gewesen. Nicht wahr? Na man sitzt denn doch da rum. Mich hat's eigentlich jewundert, daß die Pollacken so lange Frieden jehalten haben. Mit's Maul hatten se schon seit Jahren in Plocke Krieg! Ja!“ Ich sage dem alten Mann, daß ich den Eindruck hätte, die Leute wären jetzt ganz freundlich. Er spuckt sehr kunstpoll vom Steuer⸗ ruder fort über die Bordwand.„Was sollen se machen?“ 25 glaube das Gleiche, was der alte Schiffer in seiner drastis Art erklärt, die Durchschnittspolen immer den als Herren, anerkennen, der sich als Herr gibt. 0 eil herübergeworfen. Es spannt en Türme und Türmchen von
Inzwischen wird das Schleppf lich. Wir fahren, die vielen alt
Plock glänzen im Morgenlicht. Schwer und massig leuchten die roten Kornspeicher. Der Strom geht stark, wir machen schnelle
Fahrt und dabei spürt man kaum die Bewegung. Bald flacht auch
das linke Ufer ab. Wir gleiten auf der breiten Weichsel still in der Sonne zwischen den frühlingsgrünen Feldern. Mal ein pol⸗ nisches, weißes Herrenhaus am sifer, mal ein zerlumptes kleines Torf. Die Sonne brät ordentlich auf dem blanken Deck. Es riecht nach Wasser und Holz, das in der Sonne heiß wird. Tamp⸗ fer kommen uns entgegen, mit Soldaten angefüllt.
Der Verkehr mit Thorn ist sehr rege. Die Weichsel als Ver⸗ Eindungsweg für unsere Truppen ist natürlich von außerordent⸗ licher Bedeutung. Die Transvortmöglichkeiten sind ja so einfach und ausgiebig für jegliches Material, wie man es sich nur denken. kann. Der große, geduldige, breite Strom ist bis Plock ein sehr guter Freund der Deutschen, freilich hat man sich auch ihn in manchen schweren Gefechten erst sichern müssen.
Ein Motorboot von der freiwilligen Motorbootflottille auf der Weichsel kommt uns entgegen. Es rast nach Plock hinauf. Die ganze Flottille steht
unter dem Kommando des Grafen Posadowski, der auch oberhalb von Plock zwei„Kriegsschiffe“ unter seinem Befehl hat. Erbeutete 9 Dampfer, die mit Kanonen be⸗ stückt worden sind. Sie tun tramm 0 Kriegsdienst und hatten auch schon manchen hübschen kleinen Erfolg. Von einer russischen
Sahrendes volk aus fremden Jonen in
deutscher Uriegszeit. Es ist ein armseliges Brot, sich in diesen Kri „eahrendes Volk“ durchs.
des hauptstädtischen Nacht⸗ urants oftmals arbeits⸗
1 Dienst so gut wie jeder weiße Kollege Schnelligkeit vollendet sich in den
gen des des Neg
Mode, spielt den exotischen
gibt sein bißchen Geld mit] M
nes Tages die Kavalierherrlichkeit „König Aquas Neffe“ zufrieden ist, als
Plock um 7 Uhr morgens. Unsere Autos sind * erstaut. Sie stehen zwischen den dicken Bohlen sich von den russischen Wegen aus. Diese russischen kilometerlang ganz ertragbar und beinahe ordentlich
Flotte hat man ja nichts zu fürchten. Das ist im kleinen auf der Weichsel so, wie im großen auf der Ostsee. Als ich vor etwa vier Wochen an Bord„S. M. S. Thetis“ war, klagten mir die Herren auch, daß sie nur ein einzigesmal bei neblichem Wetter ein russi⸗ sches Schiff gesehen hätten. Es wurden ein paar Schuß gelöst. Endlich sprachen die schweren Rohre! Aber der Russe blieb in der Entfernung und war nicht zu fassen. Daß trotzdem der Winter⸗ dienst unserer Flotte in der Ostsee ein schönes Stück Arbeit war, ist ein Kapitel für sich. Die Bilder, die ich sah, die Torpedo⸗ boote zeigten, die völlig von Eisplatten eingehüllt waren oder die Bilder, die das Deck der Thetis nach einem Schneesturme wiedergaben, sprachen genug. 5. 455 In ihrem kleinen Bereich und Maß hat auch die Weichsel⸗ flottille ihren schweren Winter gehabt, auch hier Freude über bestandene Strapazen und Arbeit. J a J Die Türme von Wloclawek tauchen auf. Die Schlachtfelder der Gefechte am linken Weichselufer sind nicht zu erkennen. Wieder weite Felder, die Ruinen einer Ordensfestung, dann die Türme von Thorn über dem jetzt regulierten Weichselufer auf⸗ tauchend. 5 Der alte Schiffer spiunt langes Garn. Von den Kanonen, die er gefahren, von Winternächten auf der Weichsel, von Mühe und Arbeit. Die Schiffe sind von der Regierung beschlagnahmt und was er mehr verdient, wenn er fährt, ist wenig. Aber er will fahren. Da fühle man, daß man nützlich sein könne in dieser Zeit, auch mit den alten Knochen. Sein ganzes Gesicht leuchtet. „Wir deutsche Weichselschiffer hab'ns ja nicht leicht. Erst warn wer 50 Prozent, als ich anfing, und jetzt sind wer knapp 15 gegen die Polen. Aber solange ich fahren kann, ist ja allens jut.“ Es ist sicher, der alte Weichselschiffer ist auch einer von dem „heimlichen Soldaten“ der deutschen Armee, die auf ihre Art
mitkämpfen. g 5. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.
Zum internationalen Frauenkongreß im Haag. Wir erhalten folgende als Mauuskript gedruckte Zu⸗
schrift, deren Inhalt mit lebhafter Zustimmung begrüßt wer⸗ den muß. 1 5
Am 28. April beginnt der Friedenskongreß, zu dem die hol⸗ ländischen Frauen die Frauen neutraler und kriegführender Länder eingeladen haben. Die deutsche Frauenbewegung hat den Besuch des Kongresses durch einstimmigen Beschluß des Gesamtvorstandes des Bundes deutscher Frauenvereine abgelehnt. Wenn einzelne deutsche Frauen den Kongreß besuchen, so könnten es nur solche sein, die keinerlei verantwortliche Stellung innerhalb der orga⸗ nisierten deutschen Frauenbewegung inne haben und für die sie deshalb keine Verantwortung trägt. N
Diese Ablehnung darf nicht so verstanden werden, ob die deutschen Frauen die ungeheuren Opfer und Leiden, die dieser Krieg verursacht, nicht ebenso schwer empfänden, wie es die Frauen anderer Länder tun, oder als ob sie den guten Absichten, die bei der Veranstaltung dieses Kongresses mitgewirkt haben, ihre An⸗ erkennung versagten. Niemand kann sehnsüchtiger als wir das Ende dieser Opfer und Leiden wünschen. Aber wir wissen uns in dem Bewußtsein von der Schwere dieser Opfer eins mit unserem ganzen Volk und unserer Regierung, wir wissen, daß das Blut derer, die draußen fallen, uns Frauen nicht kostbarer sein kann als den Männern, die für Deutschlands Entschlüsse die Verantwortung tragen. Weil wir das wissen, müssen wir es ablehnen, auf einem internationalen Kongreß Sonderwünsche zu vertreten. Wir haben keine anderen Wünsche als die unseres ganzen Volkes: ein Friede, der unseres Staates Ehre entspricht und seine Sicherheit in Zu⸗
kunft verbürgt. 8 die dem Frauenkongreß im Haag vorgelegt
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Die Beschlüsse,. werden sollen, sind zweierlei Art. Die einen verurteilen den Krieg als solchen und empfehlen die bekannten Mittel friedlicher Schlich⸗ tung internationaler Streitigkeiten. Die anderen enthalten Vor⸗ schläge für die Beschleunigung des Friedensschlusses.
Was die erste Gruppe von Vorschlägen anlangt, so gibt es in der deutschen Frauenbewegung Frauen, die den Forderungen der Friedensbewegung grundsätzlich nahe stehen. Aber auch sie sind der Ueberzeugung, daß Verhandlungen über die Mittel, künftige Kriege zu vermeiden und das gegenseitige Mißtrauen der Völker zul besiegen, erst wieder aufgenommen werden können, wenn der Friede geschlossen ist. Aufs schärfste aber müssen wir uns gegen die Zumutung verwahren, einer Resolution zuzustimmen, in der der Krieg als ein„Wahnsinn“ erklärt wird, der nur durch eine „Massenpsychose“ möglich gewesen sei. Sollen die deutschen Frauen die sittliche Kraft, die ihre Gatten und Söhne in den Tod treibt,
Glas Bier spendiert zu bekommen. auch diesen kümmerlicken Verdienst bald lahm und vollendet rasch den Abstieg in die Vagabundenwelt der Hoffnungslosen, deren Ende das Asyl, das Gefängnis, die Ausweisung, Verkommen und Verderben ist
Glücklicher als ihre schwarzen Kollegen sind die unermüdlichen 1 Hausierer aus dem Reiche der Mitte, die heute wie früher mit ihrem kleinen Musterkoffer von Geschäft zu Geschäft trotten. Jüngst flatterte eine englische Zeitungsente durch die Welt, daß 400 Chinesen Deutschland auf dem Weg über die Niederlande verlassen wollten; die chinesische Gesandtschaft in Berlin aber er⸗ klärte, es befänden sich außer etwa 40 nur an 100 Hausierer hier, und diese 98 in Berlin, ohne einen Grund zur Heimfahrt zu sehen. Diese sozufagen offizielle Statistik wird wohl stimmen; leider besagt sie nichts über die wirtschaftlichen Erfolge der Handelsjünger aus dem fernen Osten. Jedenfalls scheinen auch sie schon die betrübende Erfahrung gemacht zu haben, daß das Ber⸗ liner Pflaster recht teuer ist, zumal in der Kriegszeit, wo kein Mensch fur Nephritbuddhas und Zauberdolche, echtes“ Altchina⸗ porzellan, chinesische Wunderspiegel, Insektenkäfige aus zierlichem Bambusgeflecht und was sonst das Kofferchen an(nebenbei unver⸗ hältnismäßig teuren) Raritäten birgt, Geld übrig hat— der ab⸗ getragene Anzug und die müde Resignation des Auftreters reden eine zu deutli⸗ Sprache. Sie schlagen sich schlecht und recht rch so gut es eben geht, und vor dem Versinken bewahrt sie der Rückhalt an den großen Handelshäusern in der fernen Heimat, die sie ausgesandt haben, und zuletzt die Fürsorge der chinesischen Gesandtschaft; aber auch sie werden die deutschen Kriegstage nie vergessen. Der Frühling kommt hier wie in Peking, aber es ist der Frühling einer Fremde, in deren Welt der Mongole nie hei⸗ misch wird dem durch die lauen Lüfte am Strande der Spree die chinesische Variante der alten Gassenweisheit klingt:„Bleibe im Lande und nähre dich redlich....“
*
Die Not der Kriegszeit legt
Sonnenwärme als Nahrungsmittel? Es ist eine uns allen geläufige Tatsache, daß im Sommer unser Nah⸗ rungsbedürfnis geringer ist als im Winter. Wir essen im Som- mer weniger, weil wir die Erfahrung gemacht haben, daß es uns sonst zu heiß“ wird. Hinter diesem uns ganz natürlich scheinen⸗ den Vorgange haben französische Gelehrte ein Problem gesucht und haben ermitteln wollen, welches die Ursachen seien, daß das Nahrungsbedürfnis von der umgebenden Temperatur abhängig ser. an kann nicht sagen, daß Miramond de Laroquette dabei den kürzesten Weg gegangen ist. Er hatte noch einmal— es lagen bereits mehrere derartige Beobachtungen vor— an
seine Erdnüsse zu verkaufen und ein
einer Versuchsreihe von Meerschweinchen festgestellt, daß diese im
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul.
straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S 51, Schrist⸗
leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichtem Anzeiger Gießen.
er Anzeiger
die zahllose deutsche Männer unter tausend Gefahren aus dem Ausland zum Kampf für ihr bedrohtes Vaterland heimgef; lact, verleugnen, indem sie gemeinsam mit den Frauen feindli⸗ Staaten den nationalen Opfermut unserer Männer für Wahnsinn und Psychose erklären? Sollen wir den Männern, die unsere Sicherheit verteidigen, seelisch in den Rücken fallen, indem wir d
inneren Mächte, die sie aufrechterhalten, schmähen und herabsetzen? Wer uns das zumutet, kann nicht erlebt haben, was die Tausende
von Gattinnen und Müttern erlebten, die ihre Männer und Söhne
Auch uns deutschen Frauen sind die Beziehungen teuer, die uns mit den Frauen des Auslandes verbinden, und wir haben den aufrichtigen Wunsch, daß sie diese Zeit des Hasse schaft überdauern. Aber gerade darum internationale Ver in einer Zeit rem Volke ge
s und der Feind⸗ scheinen uns handlungen verhängnis voll in der wir ausschließlich zu unse⸗ hören und in der dem Wert internationale Austausches seine engen Grenzen gesetzt sind in der
5 Tatsache, daß Landes sind, dessen nationale Widerstandskraft
wir Bürger unseres zu stützen unsere höchste Aufgabe ist. 55 Gertrud Bäumer, l Vorsitzende des Bundes deutscher Frauenvereine.
(tr. Frift. Meldung der„Ag geordneter fragte die Regierung, welche Gründe hätten, die Zahl derjenigen Frauen Auswahl zu vermindern, die sich nach dem 8 zur Teilnahme an dem internationalen Frau des Friedens. Der Minister des Innern erwiderte, der
habe es für gefährlich an i oße Anzahl von F
London, 28. April. Havas“.) Ein Ab sie dazu bestimmt aag begeben wollten enkongreß zug Kriegsminister gesehen, daß rauen, insgesamt 190, zur Teilna Kongreß bestimmt gewesen seien, da der Kongreß so an den Schlachtfeldern stattfinde und in einer Gegend, in der 5 feindlichen Agenten eine ungeheure Tätigkeit entfalten,
um alle möglichen Informationen über unsere Flotte
unsere Armee zu erlangen. Es würden also nur an geringe Anzahl von Frauen als Vertreterinnen der verschiedensten n Pässe ausgefertigt. Die Delegation vertrete übrige eise die Regierung, die nicht den leisesten Wun hege, unter den gegenwärtigen Umständen internationale Kong ster beruhigte unter allge⸗ Unterhauses, daß diese Fra en 10 noch nicht abgereist seien und seit der Ausferti Pässe alle Verbindungen mit Holland unterbrochen sei
zu ermutigen. 5 meinem Lachen die Mitglieder des
Aus Stadt und cand. Gießen, 29. April 1915.
er Ehre gefallen. Hessen und den Nachbargebieten.) Georg aus Heisterberg. ⸗Rgt. 254, aus Donsbach.— Vizeseldwe eister Friedrich Brötz aus Driedorf. -Rgt. 83, aus Hermann Inf.⸗-Rgt. 118, aus Offe Hering aus Marburg.— G -Rgt 116, aus Rüddingshausen.
Auf dem Felde d
Burbach, Res.⸗Inf. Landeswegem Ersatzreservist Wilhelm N stein.— Ersatzreservist Lorenz Webe 75 bach.— Kriegsfreiw. Gefr. Karl Konrad Happel, Res.-Inf.
eeb, Res.-Inf.
L. U. Die venia legendi für Geh. Rat A mann. Dem Herrn Geheimen Oberregierungsrat Dr. 5 chard Aßmann dahier wurde die venjale gendi für das Fach der Meteorologie an unserer Universität erteilt. * Eine wertvolle Stiftung ist der Stadt Gießen soeben gemacht worden. Herr Gustav Bock in Berlin, e Bruder des bekannten hiesigen Schriftstellers Alfred Bock, hat seine wertvolle Sammlung von Gemälden und Zeichnungen, im ganzen 54 Nummern
„seiner Vaterstadt Gießen zugewendet. Es befinden sich darun
ter mehrere We
Sommer weniger Nahrung aufnehmen als im Winter. Und er folgerte hieraus in einem kühnen Schluß, daß die Sonnenwäri einen Teil der Nahrung ersetze. An weittragende Ausblicke in nationalb
diese. knüpften sich physiologischer Richtung, wie man die Son
cher und ernährung nenwärme für die Er⸗
nährung überhaupt ausnützen könne. Es kann freilich „daß Tiere auf kleine Temperaturverän it einer Veränderung der Nahrungsmen Sinken des Thermometers um 2 Gr. C. b Erhöhung des Nahrungsbedürf
mehr darüber besteh
rungen empfindlich m reagieren. So ruft ein den Meerschweinchen deutlich eine nisses hervor. Weiter zeigte sich, wärme eine Ersparnis je kleiner das Tier an Miramonds Hypothesen entwickelte, louse aus, daß das N und Zonen deswegen e
daß mit dem Steigen der Auße. der Nahrung eintrat, die um so größer war, war. In der Diskussion, die
führte Maurel in Tou⸗ ahrungsbedürfnis in warmen Jahreszeiten größer sei, weil der Wärmeverlust des Kör⸗ pers einen geringeren Umfang habe als im Winter. Der leb 5 Körper des Warmblüters gibt durch Strahlung und
dauernd Wärme an die Außenwelt ab, da das Körp wärmer ist als diese und W̃ Punkt zu einem niederen flie im Ruhestande und bei mittl Teil seiner aus der Nahr 24001 700 Kalorien an die Außenwel die Temperatur ist, umso weniger Kalorien bre und umso eher ist er im Gleichgewicht.
den Umsetzungen der verbrennenden Nahr nur eine geringere Nahrungsmenge nöt Tier, wie oben erwähnt, umso größer bei stz die Nahrungseinschränkung war, hängt mit die Strahlung geschieht von der Oberfläc Diese ist aber bei viel größer als
ärme immer von einem höheren ßt. Der menschliche Organismus gibt erer Temperatur täglich den größeren ten Energie, nämlich von Je höher draußen aucht er abzugeben
ung entwickel
Da aber die Wärme aus ung entsteht, ist nun auch Daß je kleiner das
Folgendem zusammen: körpers aus.
kleinen Tieren im Verhältnis zu ihrem Inhalt bei großen Tieren. Kleine also verhältnismäßig viel mehr Wärme ab als in der Lage, infolge höherer Außentemperatur die schränken, so äußert sich dies rückwärts Eiuschränkung der Nahrungsaufnahm
Organismen geben
Bere.
Abgabe einzu⸗ in einer viel auffallenderen s allein sind die Ur⸗ 8, und nicht etwa das e einen Teil ihrer zur Ein solcher
sachen für das wechselnde Nahrungs Steigen der Sonnenwärme, der die Ernährung notwendigen Energie entnehmen sollen. Vorgang, wie ihn Miramond de Laroquette sich vorsts übrigens im genauen Widerspruch zu dem berühmten zweit Hauptsatz der Wärmetheorie stehen, der besagt, daß von Wärme von einer höheren auf eine niedere Tempera
nur unter Energiezufuhr möglich sei.
Sonst fließt Wärme wie ein Fluß von Berg zu Tal.*


