Ausgabe 
(26.4.1915) 97. Zweites Blatt
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täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Gießener Familienblätter werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das kreisblatt für den Kreis Sießen zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit g fragen erscheinen monatlich zweimal.

s Jahrgang

Gießener Anzeiger

General⸗Anzeiger für Oberhessen

Montag, 20. April 1015

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul-

straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: 51, Schrist⸗

leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen.

5 kriegsbriese aus dem Westen. Von wuserm Kerzegsberichtersattrr. erechtigter Nachdruck. nuch aus zugsweise, verboten)

Der Zweck und das Scheitern des englischen Angriffes bei Neuve Chapelle.

Großes Hauptquartier, am 20. April.

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der ihnen in Aussicht malten 1 e Daneben bestand wohl, bei der englischen ebenso r französischen Offensive die Absicht, deutsche Re⸗ 13 die stiront zu binden oder gar hierher zu ziehen und die der Russen zu erleichtern. Für die Wahl des versuchten Durchbruches war 3 der Vertei⸗

der englischen Kräfte der Wunsch maßgebend, den reichsten das Departement du Nord, von den Deutschen

da dieses Gebiet nicht nur den kriegführenden Deut⸗

b Hilszwtel mannigfachster Art bietet, sondern auch der e in 5 dieser Provinz für Frankreich besonders

* ist. Uebri r ihres Erfolges sehr gewiß 1 Armeebefehle davon spra⸗

1 1 der Maaschaften berechnete e Wir 125

8 nach Lill. ere Falles lag 2

pelle. Sie wußten, daß diese Stellung als eine 1 1 825 deren Haltung im Stellungskriege immer mit Unbequemlichkeiten verbunden ist, in den Bereich ihres Artilleriefeuers hineinragte. Andererseits konnte sie ihnen keine Vorteile bieten, wenn sie sic iunehatten. Darum beließen sie uns seit dem 29. Oktober, seit eines unserer Infanterie⸗Regimenter Neuve Chapelle erstürmt E. ruhig in seinem Besitze, und bis zum 10. März hin blieb rt alles verhältnismäßig ruhig. Nun mochten wohl die Engländer durch ihre Aufklärung An⸗ laß zu der Meinung gewonnen 0 daß gerade W unsere

lusten in sich zusammen. Die Engländer nahmen ihre bis zur Ver⸗ nichtung gelichteten Sturmkolonnen zurück und richteten ein neues starkes Artilleriefeuer gegen die deutsche Eisenmauer, um ihren neuen Sturmversuch vorzubereiten. Das wiederholte sich zweimal. Gleichzeitig ging eine ganze englische Division gegen Givenchy vor, welches von 8 Kompagnien eines Infanterie⸗Regimentes ver⸗ teidigt wurde. Hier wurden die Engländer mit einem vernichtenden Infanterie⸗ und Artilleriefeuer empfangen und abteilungsweise hingemäht, so daß sie das Unterfangen nach blutigsten Verlusten aufgeben mußten. Unterdessen ging der Kampf um Neuve Chapelle weiter. Hier etzten die Engländer nun die Inder an, welche scheinbar ohne affen vorliefen. Da in den vorhergehenden Tagen besonders viele Inder zu uns übergegangen waren, wurden die Ankömmlinge zuerst nicht beschossen, bis sie plötzlich in unmittelbarer Nähe unsere Stel⸗ lungen mit Handgranaten zu bearbeiten begannen.

Der Erfolg dieses Schlachttages für die Engländer war, daß sie uns durch ihre gewaltige Ueberlegenheit zwangen, die Besatzung unserer Schützengräben mit Reserven nachzufüllen. Diese wurden schnell herangezogen und entwickelten sich trotz des furchtbaren eng⸗ lischen Feuers glänzend. Es konnte ihnen gegenüber der Uebermacht zwar nicht gelingen, den Feind an diesem Tage aus den von ihm 8 Stellungen zurückzudrängen, aber sie setzten dem Massenansturme des Feindes ein Halt und verhinderten sein wei⸗ teres Vorwärtskommen.

Nachdem wir dann den Gegenangriff am 11. März unserer⸗ seits durch starkes Artilleriefeuer gegen die feindlichen Stellungen vorbereitet hatten, und am 12. vormittags noch weitere Reserven in der vordersten Linie eingetroffen waren, gelang es uns, den Feind auf der ganzen Linie aus seinen neuen Stellungen aus⸗ zuheben und ihn auf Neuve Chapelle zurückzuwerfen. Alle Schlacht⸗ teilnehmer schilderten übereinstimmend die ungeheure Erbitterung, mit welcher unsere Truppen in den Kampf zogen, um mit dem verhaßten, hinterlistigen Engländer abzurechnen. Alle beseelte der Wunsch, auch Neuve Chapelle selbst als das letzte sichtbare Zeichen des vorübergehenden feindlichen Vordringens dem Gegner wieder zu entreißen; aber obwohl das mit solchen Truppen durchaus im Bereiche der Möglichkeit gelegen hätte, sah die Heeresleitung davon ab, da die Gewinnung und mehr noch die spätere Festhaltung des in! dauerndem, englischem angebe gelegenen Ortes schwere und schließlich zwecklose Opfer gekostet hätte.

Man begnügte sich damit, die allgemeine, von uns gehaltene Linie wieder erreicht und unfere Stellung verbessert zu haben. Und man durfte sich damit auch genügen lassen.

Denn der Erfolg der Schlacht von Neuve Chapelle kann nicht

0 sten l

verfügte er über sehr zabl⸗ modernen Kriegsgeschichte zu 2 alt datt man chütz, namentlich außer über eigene auch Z K zösi schwere englif 17 5 3 ũberraschend Streifen überhaupt sichtbar werden zu lassen. hatte uns nicht unvorbereitet, Lamenzlich beer sich die Cnglänbeg die t eee, e e de

e e e ee 8 1 ehr ge⸗ ist, die 5 täuscht. 1 santerte⸗ Von Stund an ist n d n Engi die Erik eutht. . 3 von jeher de wee dase gere de en e ere dee mit großer 9 in der 011 den Angriff] leiter wird. Tagelang brachte eines der führenden englischen der E 8 3 Artllerte Uhr* Blätter 5* der Schlacht 5 dem 3 einem gen euer eingesetzt, daneben, wie eine g wi ie . beg l. r b.. anzosen in der Cham⸗ Dr

knee din rene Se were med D Stell! Dieser Stimmung steht auf unserer Seite der große mora⸗

een Durch di N e die Engländer, nach⸗ 2 na dem unser vo 80 auf eine Länge von etwa

vorderster 1200 Metern völlig a war, 7 Sturm genügend vor⸗ bereitet zu haben. Aber der Vorstoß brach unter blutigen Ver⸗

chen] lische Gewinn gegenüber, daß die größte U

Laufe dieses Krieges gegen die 45 geführt worden ist, gen Wesentliches hat ausrichten können. Was Hindenburg für de hat, das hat die Schlacht von 3 Chapelle. für den sten bewiesen: Auf die Zahl der Feinde kommt es nicht an. Westfalen, Bayern, Badener und Sachsen haben Schul⸗

ter an Schulter fechtend gezeigt, daß sie sich auch von der größten, englischen Uebermacht nicht unterkriegen lassen. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. * Das Tirpitz⸗Jubiläum im Großen Hauptquartier. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. Großes Hauptquartier, den 25. April

Auf Wunsch des Jubilars wurde von einer größeren Feier des e in Hinsicht auf die ernste Stunde ahge⸗

sehen. Frühmorgens brachte eine Regimentskapelle dem Jubilar ein Ständchen amens der Offiziere und Beamten der Marine hatte Prinz Heinrich als ältester Marineoffizier ein ungemein herzliches Glückwunschschreiben gesandt, welches die durch den Ernstfall erwiesenen Verdienste des Jubilars eingehend würdigte. Das Reichsmarineamt in Berlin hatte den Unterstaatssekretär von Capelle zur Gratulation hierher entsandt. Die Glückwünsche des Kaisers wurden mit der durch Wolff bekanntgegebenen Kabinetts⸗ ordre durch den Marinekabinettschef von Müller überbracht. Der Kaiser hatte zu Ehren des Jubilars zur Frühstückstafel eingeladen. Unter den zahllosen Glückwünschen war besonders herzlich das⸗ jenige Kaiser Franz Josefs gehalten. Ferner hatten fast sämtliche Bundesfürsten, Staatssekretäre, Minister, Präsidenten der gesetz⸗ gebenden Körperschaften, Armee⸗ und Marinekreise 1 Der Kronprinz war zur Feier des Tages selbst in das Haupt⸗ quartier herübergekommen.

W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.

Unsere Eisenbahnen.

Auf die gewichtige Rolle, die unsere Eisenbahnen im gegenwärtigen Kriege gespielt haben und noch spielen, ist nicht nur von unserer Seite, sondern ganz besonders auch von seiten unserer Feinde des öfteren hingewiesen worden. Welche ungeheure Leistung der Eisenbahnen stellt der Auf⸗ marsch unseres Millionenheeres nach zwei Fronten im Osten und Westen dar! Handelt es sich doch nicht allein darum, Millionen Mannschaften zu befördern, sondern auch das Drum und Dran: die Artillerie, die Kavallerie, Train usw. Die Abwickelung so ungeheurer Transporte in kaum drei Wochen und in so geordneter Weise, wie es geschehen, kann nur von einem so wohlorganisierten Unternehmen aus⸗ geführt werden, wie es unser Staatsbahnwesen ist. Die preußisch⸗ hessischen Staatsbahnen stellen zweifelsohne das größte und bestorganisierte Industrieunternehmen der Welt [dar, wie an Hand einiger bilanzmäßiger Angaben hier nachgewiesen werden soll. Die Zahlen werden gerade jetzt et- besonders interessieren, weil ihre Bedeutung 15 den Krieg et- erst ins rechte Licht gesetzt worden ist.

Das gesamte in den Bahnen angelegte Kapital beziffert

sich bei einer Länge des preußisch-hessischen Bahnnetzes vom ö E eesamt 39 557 Kilometern auf rund 12 620 Millionen

Mark, eine Summe, bei der allerdings zu berücksichtigen ist, daß keine Abs wie bei den privatendarauf vo* sind. In

rgeno der 22131 Lokomotiven(einschließlich elektrischen), 58 162 Personen⸗ und Gepäckwagen, 495 500 Güterwagen sind außerdem noch 3500 Millionen investiert, so daß im ganzen 16½ Milliarden in den mobilen und immobilen Werten unserer Bahnen stecken. Die gesamte Jahreseinnahme betrug Ende 1913 2557 Millionen Mark und die Gesamtausgabe 1770 Millionen Mark, so daß ein Gesamtüberschuß von 787 Millionen Mark resultierte. Im Verhältnis zur Gesamteinnahme betrug der Ueberschuß 30,8 Prozent. im Verhältnis zum durchschnittlichen An⸗ a gener 3 5.. 5 6,39 Prozent

l rj 8 erscheint auf 5 ersten Blick nicht übermäßig viel, wenn man dabei an die hohen Dividenden unserer großen Industrie⸗Unterneh⸗ mungen in der Kohlen⸗ und Eiseninzustrie denkt. Indessen

ist zu berücksichtigen, wie bereits oben hervorgehoben, daß

bie deutsche Wagner⸗Woche in holland.

Amsterdam, im April 1915. Die Nentralen haben es schwer. Auch in der Kunst. Ma bus bolitischer Hinsicht die Beobachtung einer strikten Unparteilich⸗

15 Fanllergcer Late wich socches Perlen u herben

0 n in 5 n Wird freilich die deutsche 8 e de e die bevorzugt als die französische oder e Das müssen die e wie die guslänhischen und sein herrliches Co ies ae 7 er die deutsche 51 pelt

i 1 77 i 1 des Wee e Die An flr die nächsten 5 Werken von Wah. . kum? 8 9285 e e e bee, denen nan, 0 stitut einer per ist in Polgrd n unbekannt.

ö Das In ständigen O Es gibt ein französisches Eusentble⸗ das wührend der Winter⸗ monate mit einem abgedroschenen tre Faust,

Publi⸗

Reperto Mignon, Carmen, Thais, Boheme usw. die großen Städte bereist. Es ab eine 8 Stagione, die in ungezählten Wiederholungen

cinischer und 3 Kinodramatik ihre. Die auftauchenden

und Aeli bereitet die 2 e in 285

eisernen Bestande des holländischen Musiklebens gehörenden Ver⸗ anstaltungen samt und sonders zu nichte gemacht. Nicht zerstören aber konnte er das Bedürfnis nach ihnen. Man sehnte sich nach einer guten und ernsten Vorstellung. Und so wurde es denn auch allerseits aufs Lebhafteste begrüßt, als eine Berliner Unterneh⸗ mung für die Mitte des Monats April eine Wagner⸗Woche in Holland ankündigte. Allerorts? O nein. Pflichtgemäß erhob sich in der anti⸗deutschen Presse ein Sturm der Entrüstung: Un⸗ gerechte Bevorz g. Vernachlässigung einheimis⸗ Kräfte, Schändung 8 alität. Besonders der Leipzi⸗ Meister Otto Lohse, der einst im Brüsseler Theater de la Monnaie der beliebteste Dirigent und Veranstalter der ersten französischen Parstal⸗Aufführung gewesen war, mußte es entgelten. An diesem] 9 Deutschen, der seine belgischen Orden abgelegt hatte, ließ die 5 eee Im übrigen haben ihr die Wut⸗ ausbrüche und Treibereien bitter wenig genützt. Die Tatsachen haben ihre üblen Prophezeiungen nicht nur glänzend widerlegt; die Veranstaltungen haben der deutschen Sache auch einen besseren, schöneren und würdigeren Dienst bewiesen als ihn manches wohl⸗ gemeinte Flugblatt, das den kühlen und bedächtigen Holländer aufklären wollte, erreichen konnte.

Es gab drei Konzerte und drei Vorstel und Isolde, und zwar im Haag, in Rott Amster⸗ dam. Dirigent war, wie bereits erwähnt, Otto Lohse. Wer, wie ich, Lohses Tristan⸗Interpretation so oft in Leipzig hörte, an jener ehrwürdigen Stätte, mit dem prachtvollen. Orchester und dem klassischen, eingespielten Ensemble, der wird frei⸗ lich eine wehmütige Erinnerung nicht unterdrücken können. Und dennoch! Was Lohse mit einem uneingespielten Ensemble und einem Orchester zweiten Rangs(dem Utrechter e vollbruchte: wie er uns über alle technischen Schwächen hinweg zum Ergreifend sten aller Musikdramen führte, wie er in den wundervollen Tönen die Sehnsucht keimen, wachsen, nächtlich blühen, dann im Tages⸗ lichte schreien und im Abendglanze endlich mild verklären läßt das hat uns, wie so oft, ergriffen wieder und erschüttert, und dafür 65 dem deutschen Meister Dank gesagt

Von den Solisten war ganz befriedigend nur die Brangäne der . Metzger⸗Lattermann, die sich auch in den Kon⸗ n be allen andern ausgezeichnet hatte. Knote ist kein idealer

ristan. Sein Gesaug, obgleich noch immer strahlend in der Höhe, hat Weichheit und Innigkeit bereits eingebüßt, und auch im Spiel kann er sich keineswegs 1 0. der 888 1 5 so a 0 Darstel⸗ lung eines Urlus messen. Der Palm⸗Cordes, vielversprechend zwar, fehlt die ae 8 e die wir nun einmal von dieser Frauengestalt ohnegleichen verlangen müssen. Die

Jae störten nicht. es kam hier wenig darauf an, daß

5 r wie bereits erwähnt: die n in allen Einzelheiten einem strengen Werturteil standhielten ging hier um wichtigere Aufgaben. Es ging hier um das Ganze, um die Idee, um das Ziel, das die deutsche Kunst Zeit im and erfülle. Und unter diesem

von 5*

in dieser* Gesichtspunkt ist zu sagen: Was bezweckt, ward getan, was ver⸗

sprochen, ward gehalten. Das Fluidum, das von einem em großen Menschen ausströmt, bannte jeden Streit. Sein Werk brachte Feind und 3 zusammen. Und willig beugte alles sich dem Genius. Am Schlusse der letzten Vorstellung freilich konnte eine win⸗ zige Schar sich nicht enthalten, jene kleinlichen und niedrigen Strö⸗ mungen, die ich anfangs geschildert habe, durch Pfeifen Ausdruck zu verleihen. Aber wie ein Mann erhob sich das ganze Haus und jagte mit einer stürmischen Ovation für die deutschen Künstler und das Werk, das sie interpretiert, 3 Zischer davon. P. C.

rb. Darmstadt, 25. April Im hiesigen Hoftheater gab es gestern abend eine interessante Veranstaltung: auf allerhöch Befehl veranstaltetes Wohltätigkeitskonzert, in welchem auch4 Ernst Ludwig als Kom ponist ver⸗ treten war. Der Sberzog it ist bekanntlich mehrere Monate draußen im Feld bei den Truppen der hessischen Division gewesen. Die mannigfachen Eindrücke hat er zu einem größeren musikalischen Stimmungsbild gestaltet, Den en betitelt, das gestern vom Kammervirtuosen Wilhelm Backhaus am Flügel zum erstenmal s kbschgirten

5 10 3 und Während na⸗ mentli K ten Bilder ein reiches Empfindungsleben offenbaren aste in modernem Stil entfalten, ist

etzte es, markiges. das Vertrauen

Heldenscharen zum Ausdruck bringt. ein volles Beherrschen der Gesetze der. und* musi⸗ kalische Phantasie, und da sie von dem Interpreten innig erfaßt und meisterhaft vorgetr. wurde, bereitete sie dem Publikum einen schönen Kunstgenuß, für den das sehr stark besetzte Haus mit lebhaftem Beifall dankte. Das Konzert, das zugunsten der Kriegsfürsorge der Stadt Darmstadt arrangiert war, brachte im übrigen noch eine 442 Reihe auserlesener Kunstgenüsse. So trug der schon aus den Frühlingsfestspielen am Hoftheater hier bestbekannte Kammersänger Walter Soomer mehrere Balladen und Lieder aus der Kriegszeit 1914, komponiert von Prof. Hans Hermann, vor, die der Komponist selber am Flügel begleitete. Der ebenso wie die übrigen Solisten des Abends in feldgrauer Uniform erschienene Sänger erzielte auch diesmal wieder mit seiner gewaltigen, wohllautenden Stimme einen außer⸗ ordentlichen Erfolg. Nicht minder beifällig nahm das Publikum die Romerzählung ausTannhäuser und die Schmiedelieder aus WagnersSiegfried auf, die Kammersänger Forchhammer mit größter künstlerischer Wirkung zum Vortrag brachte. Im wei⸗ teren Verlauf des Abends entzückte Prof. Gustav Havemann, der frühere beliebte Kapellmeister an der Hofkapelle, alle Zuhörer mit einer wahrhaft bestrickend feinen Wiedergabe von Max Bruchs Konzert in G⸗moll, op. 26, und einen würdigen Abschluß fand der Abend durch drei Kompositionen von Chopin, die Wilhelm Back⸗ haus mit virtuoser Meisterschaft spielte..