Ausgabe 
(7.4.1915) 81. Erstes Blatt
Seite
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2. dagegen ist ber Umfang ohne

8 nahmestelle für die für diesen L lichst zur Verfügung gestellten Büchersendungen ist bei dem Haus⸗ verwalter Todt im Gesellschaftsverein, Sonnenstraße. Gleich⸗ f bittet der Frauenbund alle, die einen Verwandten oder Be⸗ ten als Kriegsgefangenen im Auslaud haben, um Angabe seiner Adresse an die Vorsitzende, Frau Oberst Schimmelfennig, da die dungen nicht an das Gefangenenlager als solches. au eine bestimmte Person gerichtet sein müssen. Auch wärt der Bund dankbar für Angabe von solchen Stellen der Front oder der Besatzungen, wo Lesestoff gewünscht wird. Wir ver⸗ weisen auf die entsprechende Ankündigung im heutigen Blatte.

Ruhetage der 116er Landwehr. Mit wel chen Gefühlen das Landwehrregiment 116 zum erstenmal seit sechs Monaten den Schützengraben mit einem Orts quartier vertauschte wir brachten schon gestern davon eine lung., davon erzählt folgender Brief eines Offiziers:

Wir sind seit dem 26. in Ruhe einige Kilometer hinter der Front, wo man den Kanonendonner nur von weitem hört, in einem Dorf, dessen Einwohner zum großen Teil noch da sind. Niemand, der es nicht miterlebt hat, kann nachempfinden, was das für meine Leute bedeutet: Seit 6 Monaten, so lange, wie kein anderes Regiment in unserer Umgebung, haben sie im Schützengraben oder dicht dahinter in den Erdhöhlen ge⸗ baust. Kein Dorf, kein Tach haben sie auch nur von ferne gesehen, nur einen kleinen Streifen öden Landes mit spärlichen Tannen haben sie ständig vor Augen gehabt. Und was haben sie für Stunden im Graben durchgemacht, wenn Artillerie und Minenwerfer auf sie losgelassen waren. So mancher von meinen alten Leuten ging ab durch Tod, Verwundung, Krankheit, und für die Zurückgebliebenen war keine Aussicht, aus dem Graben heraus- 80 en. Nun sind sie zum ersten Male aus dem Bereich der französischen Kanonen heraus seit sechs Monaten. Vorgestern morgen vor Tagesaubruch wurden wir von einem andern Batail⸗ lon unseres Regiments im Graben abgelöst und marschierten zurück hierher. Dabei haben wir einen Morgen von über wältigender Schönheit verlebt. Ich ließ auf dem Marsch halt machen, die Truppen lagerten au einem Rain am Rande eines Gebüschs mit grünenden Kätzchen, die Sonne begann warm zu strah⸗ len und die Erde aufzutauen, der lachende blaue Himmel war wollenlos, kein Kanonendonner drang an unser Ohr. Und in die ser schönen Gottesnatur, in der man sich zum ersten Male wieder frei bewegen konnte, sang die Lerche in der Luft und von fern trug der Wind das Klingen eines Glöckchens her und feierlichen

SGesang, vielleicht von einer Frühmesse in einem nahen Dorf, das man nicht sah aber wenn sie auch direkt vom Himmel und von

den Engeln gekommen wären, hätten uns die Töne in keine serer⸗ lichere Stimmung versetzen können. Und nun sind wir wieder munter einem Dach, in einem Dorf, das so friedlich ift, als wäre nur Manöver. Man spricht mit freundlichen Menschen, die nicht Soldaten sind, spricht mit Kindern. Es war rührend, zu beobach⸗ ten, wie Schn. der Ritter des Eisernen Kreuzes 1. Kl., fast er⸗ schüttert, mit Tränen in den Augen, den 6 jährigen, französischen Buben unserer Quartierwirtin begrüßte, ihm die Hand auf den Kopf legte und immer wiederholte:so alt wie mein Schorsch, so alt wie mein Schorsch Ein Hauch des Friedens ist zu meinen Leuten gedrungen, nur ein Hauch und es darf auch für sie nicht mehr werden, und sie weich machen, denn wer weiß, mie lange wir dann wieder ganz dem Krieg leben werden.

1 Die Brotpreise. Mit einer Herabsetzung der Brot⸗ und Mehl preise ist, wie wir hören, in Verfolg der Maßnahmen der Kriegsgetreidegesellschaft und des Kom⸗ munalverbandes für Gießen wahrscheinlich für Anfang Mai bdech nes

* Die Gaserzeugung im städtischen Gas⸗ werk beläuft sich im abgelaufenen Rechnungsjahr auf 2274 280 Kbm. gegen 2 292 550 Kbm. im Vorjahr. Demnach bat der Gasverbrauch sich um 18 270 Kbm. oder um 0,8 Proz. * dem Vorjahr verringert. Der Wenigerver⸗

uch an Gas entfällt allein auf die Kriegsmonate, da bis

zum Beginn des Krieges die Menge des erzeugten Gases für den gleichen Zeitraum des Vorjahres sich um rund 5 Prozent gesteigert hatte. Der Ausfall im Verbrauch hat seinen Grund in dem Wegfall des gesellschaftlichen Lebens und dem We nigerverbrauch von Gas für gewerbliche Zwecke. Im ganzen genommen und im Vergleich mit dem Rückgang des Gas- verbrauchs in den andern deutschen Städten, die Ausfälle wis zu 12 Prozent der Erzeugung des Vorjahrs haben, ischließt unser Gaswerk für 1914/15 noch recht günstig ab.

r Gesellen prüfungen. Gestern vormittag 11 Uhr fand in der schule die Uüeber reichung der Ge⸗ sellenbriefe statt. Aus dem Bericht des Vorsitzenden Architekt Garnon ging hervor, daß sich der diesjährigen Gesellenprüfung 120 Lehrlinge aus 24 verschiedenen Be⸗

rufen der Prüfung unterzogen. Schneiderin Frl. Frieda Schmidt, sowie Feinmechaniker August Reuschling, beide aus Klein⸗Linden, bestanden die Prüfung mitAus⸗

ung. 53 erhielten die NoteGut bestanden; 58 die NoteBestanden. 7 bestanden die Prüfung nicht, bezw. nur teilweise. Nachdem der Vorsitzende die geprüften Lehr⸗ linge zu gesetzlich geprüften Gesellen in ihren Handwerken ernannt hatte, überbrachte Prof. Dr. Krausmüller dem Junghandwerk die Glückwünsche des Ortsgewerbevereins. Zum Schlusse überreichte Stadtverordneter Huhn die

Gesellenbriefe.

** Oberhessischer Bienengüchterverein. Die diesjährige Ausschußsitzung des Oberhessischen Bienen⸗ züchtervereins fand gestern morgen im Hotel Schütz statt. Nach einer die politische Lage berührenden Begrüßungsansprache erstattete der Vorsitzende Lehrer Buß Leihgestern den Jahres⸗ bericht über das Jahr 1914. Die Mitgliederzahl beträgt 1171, worunter 3 Ehrenmitglieder. Der Honigertrag war in 1914 ziem⸗ lich gut. Der Verein hat durch den Tod seines langjährigen Rech⸗ ners, Lehrers Hotz Nidda, einen großen Verlust erlitten. Auf dem Feld der Ehre starben 5 Mitglieder; der Verstorbenen wurde in der üblichen Weise gedacht. Auch für die Bienenzucht gilt es,

flüür 1915 durchzuhalten. Bei der darauf folgenden Vorstands⸗ wahl wurde der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt; zum Rechner wurde Lehrer Mergott Nidda ernannt. Die Rechnungsablage ergab die Einnahme von 3500,70 Mk., als Aus⸗ gabe 3162,64 Mk., so daß ein Ueberschuß von 338,06 Mk. ver⸗ bleibt. Die von zwet Mitgliedern geprüste Rechnung lag der Versammlung vor. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt und die vom Vorstand beschlossene Gabe von 200 Mk. für das Rote Kreuz genehmigt. Der vom Vorsitzenden vorgelegte Vor⸗ anschlag für 1915 beläuft sich in Einnahme und Ausgabe auf 3566,90 Mk. Eine Wanderversammlung findet in diesem Jahre in Anbetracht der Kriegszeit nicht statt, auch die üblichen Beleh⸗ rungskurse in Hirzenhain sollen in 1915 ausfallen: sollte ein Kursus für Kriegsinvaliden möglich werden, wird nähere Be lanntmachung in den Tageszeitungen erfolgen. Die durch Aus⸗ sallen der Wanderversammlung und der Kurse ersparten Beträge

ollen anderweitig für die Förderung der Bienen zucht ung finden, Der Preis für 1 Pfd. Honig wird auf 1,20 Mk. ohne Glos sesigesenl. Zur Unterstitzung der durch den Krieg geschtdig⸗

ten Imker im Osten und im Westen wird beschlossen, daß jeder Imker einen Schwarm zur Verfügung stellen möge, der nach Be⸗

darf abberufen wird. Kreis Schotten.

5 l Kaulstos, 7. April. Für sein tapseres Verhalten vor dem Heinde erhielt der Gefreite Ludwig Appel von hier, Wehrmann im Landwehr-Ins.-Regiment Nr. 116, das Eiserne Kreuz.

7 Kreis Friedberg. b. Friedberg, 7. April. Der als Heimathistoriker in den Kreisen belannte Oberlehrer Ferdinand

hiesige Dreher fessor ernannt.

5 Starkenburg und Rheinhessen. 1

Mainz, 7. April. Im Mainzer Krematorium baben im ersten Vierteljahr 1915 90 Einäscherungen stattgef unden. Der Religion nach waren 66 Eingeäscherte evangelisch, 15 katho⸗ lisch, 4 freichristlich, 3 israelitisch und 2 Dissident.

Kreis Wetzlar.

w. Wetzlar, 5. April. Bei Beratung des Haushalt- planes wies Bürgermeister Dr. Kühn darauf hin, daß es nach Ausschaltung verschiedener Schwierigkeiten gelungen sei, mit dem bisherigen Steuerzuschlag von 225 Prozent zur Einkommenstener auch im Etatsjahr 1915 auszukommen.

Hessen⸗Nassau.

Marburg, 6. April. Dem Prosessor der Geschichte, Dr. Wilh. Busch, wurde der Titel Geh. Reg.⸗Rat, und dem Minera⸗ logen Geh. Reg.⸗Rat Prof. Dr. Bauer der Rote Adlexorden 3. Klasse mit der Schleife verliehen. Gestern waren es 10 Jahre, daß die Marburger Kreisbahn, die den reich gesegneten Ebsdorfer Grund dem Weltverkehr erschlossen hat, dem Betrieb übergeben wurde. Die Bahn erfreut sich von Jahr zu Jahr eines steigenden Personen- und Güterverkehrs.

h. Frankfurt a. M., 7. April. Im Gerichtsgefängnis erhängte sich der 18 jährige Untersuchungsgefangene Wilhelm König; ferner erschoß sich in seiner Wohnung, Friedberger Landstraße, ein 28 jähriger Kaufmann, und endlich vergiftete sich in der Schopenhauerstraße ein 60 jähriger Bautechniker.

e. Frankfurt a. M., 7. April. In den Schreber⸗ Jartenanlagen des Versuchsgartenvereins am mittleren Schafhofweg in, Sachsenhausen haben Schandbuben mehrere Nächte hintereinander in geradezu barbarischer Weise gehaust. Sie erbrachen fast sämtliche Hütten der rund 100 Gärten umfassen⸗ den Anlagen, durchwühlten sie und stahlen alle ihnen erreichbaren Gegenstände. Daneben zerschlugen sie vielfach in bübischer Weise die Einrichtungen der Wohnhütten und schütteten Flüssigkeiten in den Räumen umher. Die auf den Beeten hinterlassenen Fußspuren lassen auf zwei Personen schließen, eine ältere und eine jüngere. Leider hat man von den Burschen selbst noch keine Spur ent⸗ decken können. ö

ch. Bingerbrück, 6. April. Abermals kamen hier etwa 1000 französische Flüchtlinge, meist Frauen und Kin⸗ der, durch. Sie wurden mit zwei Sonderzügen von Koblenz in der 8 nach Kreuznach über die Schweiz nach Südfrankreich be⸗

ördert.

Derlt daran, daß auch das Brat zu uuseren Wafen ge⸗ hört. eparsankeit nit den Brot it Kricgsplicht.

Dermischtes.

»Ein Kinderbries an den Kaiser. Aus der Schweiz wird denM. N. N. die Abschrist eines Briefes zugestellt, den ein sechzehnjähriges Mädchen an den Kaiser gerichtet hat. Das Kind hatte den Brief im Januar geschrieben, um trotz den streugen Vor- schriften im Elsaß die Abreise einer Nichte aus Mülhausen zu er⸗ langen. Er bat folgenden Wortlaut:Lieber Deutscher Kaiser! Als Sie uns Schweizern einen Besuch gemacht hatten, habe ich Sie auch gesehen. Sie sind in einem schönen Auto gesessen. Jetzt habe ich gedacht, ich wollte Ihnen einen Brief schreiben und Sie bitten, uns zu helfen. Wir haben in Mülhausen ein Consinchen. das dort in die Ferien ist. Jetzt kann sie nicht mehr heraus. Ihre Eltern wohnen in Le Rainey und sie sind in Sorge um sie, weil es ihre einzige Tochter ist. Eine Tochter und ein Sohn sind ge- storben. Nun haben wir sie zu uns in die Schweiz nehmen wollen und sie dann, bis der Krieg vorbei ist, bei uns behalten wollen. Aber man läßt sie einsach nicht heraus. Jetzt habe ich gedacht, wenn Sie in Mülhausen einfach sagen:Ich will, daß Gretchen Götz nach Winterthur in die Schweiz geht!, dann kann sie gewiß kommen, weil Ihnen doch alle Leute folgen müssen. Ach, bitte, tun Sie es. Wissen Sie, ein Vetter von Gretchen und mir kämpft ja auch für Sie an der russischen Front. Ich will Ihnen dann auch gern einmal etwas zuliebe tun. Sie müssen mir dann nur schreiben, was. Herzliche Grüße sendet Ihnen... Gretchen wohnt au der Zillisheimer Straße 42, Mülhausen. NS. Ich gratuliere Ihnen noch recht herzlich zum Geburtstage, daß Sie gesund bleiben mögen und daß es bald Frieden gibt. Bald nach dem Abgang des Schreibens erhielt die Familie in Mülhausen von amtlicher Seite die Meldung, daß infolge des Brieses eines Schweizermädchens an den Kaiser die Abreise der kleinen Nichte gestattet sei.

88 Märkte. g

Laubach, 6. April. Trotz ungünstiger Witterung war der heute abgehaltene Schweinemarkt mit 185 Stück Jungvieh befahren. Ein Händler brachte 30 Stück in den Handel, die übrigen waren aus der Zucht der Landwirte von hier und den umliegenden Orten. Der Preis stellte sich für das Paar Läufer auf 4060 Mk. Die Kauflust war gut, der vorhandene Bestand wurde aufgelaust.

Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 8. April 1915: Bedeckt, zeitweise Regenfälle, mild, südwesltliche Winde. Kirchliche Nachrichten. 18 Evangelische Gemeinde. Heute abend 8 Uhr: Kriegsbetstunde in der Johanneskirche. Pfarrer Aus feld.

Briefkasten der Nedaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) J. Sch. Zwischen 10- und 11000. Sch. Cl. 1. Tauglichkeit zum Landsturm nicht ausgeschlossen. 2. Untaualich zum Dienst im stehenden Heer und im Landsturm; Zahnkrankheiten.

Letzte Nachrichten.

Göben undBreslau an der Arbeit.

Stockholm, 7. April. Die SchlachtkreuzerGöben undBreslau sind wieder tapfer an der Arbeit auf dem Schwarzen Meere. Täglich bemüht sich der russische Große Generalstab, die Erfolge der beiden türkischen Kriegsschiffe in dem Tagesbericht zu verschweigen. In Petersburg ist am 5. Avril, wie eine telegraphische Meldung besagt, bekannt geworben, daß am 3. April auf dem Schwarzen Meere un- weit der Krim⸗Küste die russische Flotte in weitem Abstand Schüsse mit den KreuzernGöben undBreslau ge⸗ wechselt und sie dann verfolgt habe. Nachts hätten die russi⸗ schen Torpedojäger die Kreuzer 600 Meilen vom Bosporus aufgejagt und beide heftig beschossen, doch hätten die Kreuzer den Kampf erwidert.

Prinz Eitel Friedrich.

Paris, 7. April. Die Agence Havas meldet aus Washing⸗ ton: Der deutsche KreuzerPrinz Eitel Friedrich setzt ununter⸗ brochen die Kohleneinnahme fort. Eigenartige Szenen spie⸗ len sich während dieser Zeit an der Stelle ab, wo der Kreuzer verankert liegt. Eine große Menschenmenge war am Quai ver- sammelt, die lebhaft ihrer Sympathie oder Antipathie Ausdruck gab. Die Musikkapelle auf dem Schiff spielte sortgesetzt patriotische Weisen und lustige Märsche. Die amerikanischen Be⸗ hörden verweigern jede Angabe über den Zeitpunkt der Abreise des Dampsers. Man glaubt, daß die ihm gestellte Frist am Dienstag, den 6. April, verstrichen ist.

Von anderer Seite verlautet noch: Die Angelegenheit des deutschen KreuzersPrinz Eitel Friedrich erregt das größte Interesse in allen Bevölkerungsschichten Amerilas. Riesige Wet⸗ ten werden darauf abgeschlossen, ob es dem* Kreuzer ge⸗ lingen wird, den ihm auflauernden englischen Kreuzern zu ent⸗ gehen. Augenblicklich wird 3:1 gezahlt, daß der Dampfer in die Hände der Feinde fällt. Man weist darauf hin, daß die offizielle Geschwindigkeit desPrinz Eitel Friedrich nur 15 Knoten be⸗

mührend die gegnerischen Schiffe eine Geschwindigkeit von

trügt, 21 bis 25 Knoten entwickeln können. Andererseits erklärt man,

5 a 8 5 a 5 4 4 1 2 8 7 1

daß der Kapitän des Prinz

Dreiverband und deutsche Ueberscenost.

i Köln, 7. April. DieKöln. 31g. meldet aus Zürich: Nach hierher gelangten Berichten aus Genua sind 2300 Postsäcke der deutschen Reichs post von englischen und französischen Kreuzern als Ergebnis der Durchsuchung der italienischen Postdampfer in der abgelaufenen Woche dem in Toulon eingerichteten. Zen suramt eingeliefert worden. Alle aqus überseeischen Ländern nach Deutschland abgelieferten Sendungen wur⸗ den ebenso beschlagnahmt. Die englischen und fran⸗ zösischen Kreuzer übermitteln solche Sendungen der Lon⸗ doner Zensur. 1

Die Torpedierung derFalaba undAquila.

Lyon, 7. April. Lyoner Blätter melden aus Madrid: Die Torpedierung der DampferFalaba undAquila die mit Lebensmitteln für La Palmas beladen waren, rief unter der Bevölkerung große Aufregung hervor. Diese steigerte sich noch, als betannt wurde, daß ein deutsches Unterseeboot einen englischen Dampfer, der mit Bananen beladen war, bei Las Palmas torpediert habe. Die spani⸗ sche Regierung entsandte das KanonenbootLaya und den KreuzerCataluna zur Beschützung des Hafens von

Las Palmas. 5 Holländische Kartoffeln. i. Köln, 7. April. DieKöln. Ztg. meldet von der holländischen Grenze: Wie die holländischen Zeitungen be⸗ richten, soll die Ausfuhr holländischer Kar toffeln demnächst wieder erlaubt werden, da die mit dem Ausfuhrverbot gemachten Erfahrungen die Notwendig⸗ keit einer Aenderung des Verfahrens erkennen lassen. Eine griechische Note an die bulgarische Regierung. Genf, 7. April. Nach einer Athener Priva 5 5 ist das nach Sofia gelangte Ersuchen der griechischen Regie- rung um Aufklärung über das Erscheinen eines bulgarischen Heereshaufens auf griechischemm Boden freundschaftlich gehalten. 5 Spanische Ansprüche in Marokko. 6 Wien, 7 April. DemNeuen Wiener Tagblatt zufolge, weist die Regierungskreisen nahestehende Madrider Zeitung tria darauf hin, daß dic spanische Armee und die Nation die Besetzung von Tanger fordern. Das Blatt sagt, England und Frankreich könnten sich nicht gegen die Tangers durch spanische Truppen auflehnen, da dadurch erst das Friedens werk in der internationalen Zone Marokkos gesichert erscheine. Diese Besetzung ist eine unabweichliche Verpflichtung Spariens. die in nichts die Neutralität beeinflußt, die unsere l 1 und Nation in dem europäischen Kriege beobachten. Tanger ist der Schlüssel zu der Meerenge von Gibraltar und niemand kann Spanien verhindern, sich zeitweilig dieses Schlüssels zu bemüch⸗ tigen. Wenn Spanien eines Tages denselben jemand aushändigen muß, so ist es klar, daß Spanien dadurch ein Anrecht auf Kompen⸗ ationen erworben hat.

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Sodener Mineral- Pastillen müssen Sie verlangen, wenn Sie cin seit Jahrzehnten genũgend bewährtes Mittel gegen Husten, Heiserkeit und Bronchial- 5 4 katarrh gebrauchen wollen. 25 Vederall à Schachtel 88 Pf. erhaltlich.

Bekanntmachung. 1 Betr.: Vorratserhebung für Verbandstoffe vom 7. April 1915. Auf Grund der Bundes ratsverordnung, betreffend Vorrats⸗ erhebungen vom 2. Februar 1915(Reichs⸗Gesetz⸗Blatt S. 54) wird folgende Bekanntmachung erlassen: l § 1. Von der Verfügung betroffen sind 1 entfettete Verbandwatte jeder Art. gewöhnliche ungeleimte Watte, Kompressen⸗Mull, Binden⸗Mull,

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Cambric. g 5 2. Zur Auskunft verpflichtet sind 2 93 al le, welche die in§ 1 aufgeführten Gegenstände aus An- laß ihres Handelsbetriebes oder sonst des Erwerbes 1 im Gewahrsam und oder unter Zollaufsicht haben, kau 55 oder verkaufen: g g 1 gewerbliche Unternehmer, in deren Betrieben die in 8 1 auf⸗ geführten Gegenstände erzeugt oder verarbeitet werden. 3 5. eee öffentlich-rechtliche Körperschaften und Ver bände. 1

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die Vorräte, 0 5 i 5 gehören: dabei ist anzugeben, wer diese Vorräte aufbemahrt (genaue Adresse), mit Angaben der Mengen, einzelnen Personen oder Firmen usw. aufbewahrt werden; die einzelnen Vorräte, die sich mit Ausnahme der unter 1. angegebenen Mengen außerdem sin seinem Gewahrsam befinden, sowie die Eigentümer(unter Angabe der genauen Adresse) der einzelnen Mengen; 5 die Mengen, die sich auf dem Transport zu dem 2 82

zur Auskunft verpflichteten, oder unter Zollaufsicht(auf dem

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Wege zu ihm) befinden. 1

Die g zwar für jeden in 8 1 genannten Stoff getrennt. 0

8 4. Zeitpunkt für die Angaben der Meldung.

Zu melden sind alle in§ 3 aufgeführten Vorräte und Mengen nach dem am 7. April 1915 vormittags 10 Uhr tatsächlich be⸗ stehenden Zustande. ö

§ 5. Ausgenommen von der Verfügung sind Vorräte, die am Tage der Vorratserhebung weniger als je 50 kg von einer der in§ 1 aufgeführten Gegenstände betragen. 0 5

90 6. 5 V0 u 8 ö 1 1

Medizinalabteilung des Kgl. Preuß. Kriegsministertums 1

Berlin W ä9, Leipsiger Plaß 17. 2

§ 7. Die Meldung hat zu erfolgen bis zum 17. April 1915 an die im 8 6 angegebene Adresse.

§ 8. Die zuständige Behörde oder die von ihr beauftrogten Beamten sind befugt, zur Ermittelung richtiger Angaben Vorrats- räume, in denen Vorräte an Verbandstoffen zu vermuten find, 1 zu 1 und die Bücher der zur Auskunft Verpflichteten zu prüfen. 0 3 9

§ 9. Wer vorsätzlich die in den oben genannten 8s geforderte Auskunft zu der in 8 7 angesetzten Frist nicht erteilt, oder wissent⸗ lich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafen bis zu 10 000 Mark bestraft; auch können Vorräte, die verschwiegen sind, im Urteil als dem Staat verfallen erklärt werden.* Frankfurt(Main), den 7. April 1915. 0 1 Stell vertretendes Generalkommando, 18. Armerkorps 102

Mengen sind einheitlich in Kilogramm anzugeben und

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