Ausgabe 
(7.4.1915) 81. Erstes Blatt
Seite
31
 
Einzelbild herunterladen

2 ütberflog die Landschaft Ajbie und insbesondere Fruntrut. Der Apparat rügt die BuchstabenM. F. 361( Mau⸗ rice Farman. Der Flieger hatte infolge des Nebels die Orient⸗ tierung verloren. Beim lieberfliegen der Schweizer Grenze wurde er von schweizerischen Truppen beschossen. Vor der Landung verbrannte der Flieger alle Papiere.

Deutsche Flieger über Belfort.

Paris, 6. April.(WTB. Pichtamtlich.) DasJour- nal meldet aus Montbeliard: In der Nacht vom Donners⸗ tag zum Freitag überflogen sechs Tauben Belfort und warfen sechs Bomben, ohne Schaden anzurichten.

Auszeichnung des Generalobersten v. Kluck.

Berlin, 6. April.(WTB. Nichtamtlich.) Dem General- obersten v. Kluck ist der Orden Pour le mérite verliehen worden.

Vom internationalen Roten Kreuz in Genf.

Berlin, 6. April.(WTB. Nichtamtlich.) Das Inter⸗ nationale Komitee vom Roten Kreuz in Genf ersucht uns, zu erklären, daß es mit der unlängst durch die Presse gegan⸗ genen Liste der Gesamtverluste der kriegführenden Staaten, die angeblich von dem Roten Kreuz in Genf auf- gestellt worden sein sollte, schlechterdings nichts zu tun hab, daß es niemals Verlustlisten, nicht einmal Kriegsgefan⸗ genenlisten veröffentlicht hat.

Schweizerische Ausfuhrverbote. 1 Bern, 6. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der Bundes⸗ rat hat das Ausfuhrverbot auf folgende Artikel aus- gedehnt: Biskuits und andere feine Bäckerwaren mit und ohne Zucker, frische Milch, Bau- und Nutzholz, elektrische Zunder für Automobile, sog. Magnetos, Kupfererze, Blei erz und Zleiglanz.

4 . 1

**

Ein Aufruf gegen die Waffenausfuhr aus Amerika. Berlin, 7. April. Verschiedene amerikanische Zeitungen, darunter auch die bekannten ententefreund⸗ lichen Blätter, bringen lautBerl. Tagebl. in Form

hoben wird, daß die Ausfuhr von Munition und Waffen nach den kriegführenden Ländern eingestellt werde. Der Aufruf ist von 400 Herausgebern nichtenglischer Zeitungen und Zeitschriften in den Vereinigten Staaten unterschrieben. Er wendet sich an das ganze amerikanische Veolk, besonders aber an die Arbeiter, die Munition an⸗ 2 fertigen.

* Vom englischen Hof. London, 6. April.(Priv.⸗Tel.) Nach amtlicher Mit⸗ teilung vom 5. April werden am königlichen Hofe künftig Wein, Bier und andere geistige Getränke nicht ver⸗ wendet. l

1 N. Frauenarbeit in England.

5 London, 6. April.(WTB. Nichtamtlich.) Am Samstag batten fich in die Listen 3000 Frauen eingeschrieben, die bereit sind, während des Krieges die Arbeit zu übernehmen. Der Verein der Laden⸗ und Handlungsgehilfen, der 25000 Mit⸗ glieder zählt, von denen 8000 in das Heer eingetreten sind, i in einer am Sonntag in Manchester abgehaltenen Ver⸗ g dagegen, daß die Arbeitgeber sie durch billige Frauen⸗

Aus Marokto. g 6. April. WTB. Nichtamtlich.) Nach einem Berichte Temps dauert in den Gebieten von Fez und Taza die Aattation mit ziemlicher Heftigkeit fort. Banden von berherischen Reitern belästigen die n und versuchen den Bau der 1 zu stören. Eine aus Taza eingetroffene mobile Kolonne bat mehrere Streifzüge unternommen. Man wartet das Aufhören der Regenperiode ab, um energische Vorstöße zu unternehmen. ů

Die Lage zur See.

Es ist bemerkenswert, daß man es in England offenbar nicht für einen unerträglichen Zustand hält, wenn nach acht Monaten dauer noch immer eine starke, vermutlich

18

8

ven Monat zu Monat nach jeder Richtung an Kraft 5

1 wachsende Kriegsflotte auf feindlicher, d. h. deutscher Seite vorhanden ist. Seit dem Zusammenstoß in der Nordsee 5 Ende Januar, der uns denBlücher, den Engländern Letnen ihrer schwersten und modernsten Schlachtkreuzer 5. tostete, hat unser Feind keinen Anlaß genommen, eine

Auseinande mit den Hochseestreitkräften der deut⸗ schen Flotte zu suchen. Es wäre für uns erfreulich, wenn diese 3 tung, abgesehen von politischen Erwägun⸗ gen über den Haupwerwendungszweck der britischen See⸗ macht, auch durch die Erfahrungen über die Wirkung der schweren Schiffsartillerie in dem Gefecht in der Nordsee

mitbestimmt wäre. Jedenfalls kann man ja annehmen, daß das Urteil der beiderseitigen Führung über die Chancen

einer Seeentscheidung durch den Kampf zwischen den Kreu⸗ gerges dern nicht wenig geklärt sein wird. Das bri⸗ kische Verhalten spricht gewiß nicht dafür, daß diese Klä⸗ rung zugunsten Englands ausgefallen sei.

g So wenig man sich durch gefühlsmäßige Erwägungen veranlaßt sehen darf, die britische Seegewalt als realen Faktor zu unterschätzen, so sehr drängt sich doch immer wie⸗ der die Einsicht auf, daß ihre Realität zu einem Teil wenig⸗ stens auf einer Fiktion beruht, auf dem Prestige, die erste

5

1 Seemacht der Welt zu sein. Diese Fiktion wird nun von 5 Monat zu Monat brüchiger. In Ostasien vermag es die erste Seemacht der Welt nicht, Japan von weltgeschichtlich bentscheidenden Schritten zurüctzuhalten, die für England seelbst nicht nur von der bitteren Empfindung begleitet sind, 0 daß hier sein Anspruch, als Arbiter mundi ernst genommen 5 zu werden, nichts gilt, sondern die auch wirtschaftliche und 8 politische Interessen Englands schwer benachteiligen. Es mag ja sein, daß die Herren in London auch mit der japa⸗ ni Gefahr schnell fertig werden zu können glauben, genau wie mit der russischen, wenn sie erst einmal das

ihnen am nächsten liegende Ziel, die Niederwerf Deutsch⸗ 5 2 vollendet haben. Die neuesten Nachrichten Uber 5 Verständigung zwischen Petersburg und Tokio klingen so, als ob sich Zar und Mikado gegenseitig den Rücken decken wullten, wenn erst einmal die Konstellation eintritt, die den Wiünschen des Dreiverbandes entspricht. Aber bis dahin wird es ja niemals kommen, weil das deutsche Volk in

Treue und Zähigkeit durchzuhalten entschlossen ist bis zu

einem endgilltigen Siege.

f Inzwischen entblättert die Blüte britischer Seeherr⸗ schaft auch im nahen Orient. Man fragt sich, ob es Eng⸗ länder und Franzosen tatsächlich für möglich gehalten haben, die Dardanellen zu bezwingen, und wo der Fehler in ihrer Rechmung steckt, ob bei den Vorgängen in Athen, die zum Sturz des Herrn Venizelos führten, oder wo

sich an den Dardanellen vorläufig nur einige schöne Zähne ausgebissen, ohne ihrem Ziel wesentlich näher gekommen zu sein. So wird es auch wohl bleiben, selbst wenn ein weiteres halbes oder ganzes Dutzend Panzerschiffe geopfert werden.

Ueber das Wesen und die Voraussetzungen der Seemacht hat der Engländer naturgemäß noch eine deutlichere Vor⸗ stellung als der Deutsche. In derMorning Post konnte man kürzlich in einer Betrachtung über die Kriegsaussichten die Hoffnung lesen, daß der Sieg doch von der Seemacht abhängig sein werde. Das Blatt schrieb:Auch glauben wir, daß Seemacht, wenn gut angewendet, schließlich über die Macht zu Lande siegen muß, dank der größeren Beweg⸗ lichkeit der Kräfte, über die sie verfügt. Daß die größere Beweglichkeit der Kräfte einen außerordentlichen Vorteil bietet, haben wir ja durch dieEisenbahn⸗Siege Hinden⸗ burgs erfreulich bestätigt gefunden. Tatsüchlich beruht die britische Stellung in der Welt zum großen Teil darauf, daß England gewisse Trümpfe seiner Macht, eben seine Flotte, an beliebigen Punkten in der Welt in kürzester Frist einzusetzen in der Lage war. In Deutschland ist die einfache Tatsache noch nicht ein selbstverständlicher geistiger Besitz, daß sich die schwimmenden Festungen einer Flotte und eine Landungsarmee von einem destimmten Punkte aus sehr schnell an unerwarteter Stelle ansetzen lassen, während die Landfestungen des Gegners überhaupt unbeweglich und die Landtruppen selbst bei einem guten Eisenbahnsystem noch nicht so schnell verschiebbar sind. Trotz der Möglich⸗ keit für England und Frankreich, ihre Landungsarmee von Lesbos oder Tenedos aus ganz plötzlich irgendwo anders zu verwenden als bei den Dardanellen, braucht man natür⸗ lich keine Sorge zu haben, da andere Punkte weder stra⸗ tegisch noch politisch annähernd so günstige Erfolge ver⸗ sprechen wie ein Marsch auf Konstantinopel.

DieMorning Post würde vielleicht recht haben mit ihrer Hoffnung, daß die britische Seemacht den Ausschlag im Kriege geben soll, selbst bei ungünstiger Lage des Land krieges, wenn nicht im Hintergrunde auch auf unserer Seite eine starke Seemacht läge, deren Tag des Wirkens noch kommen wird. Acht Monate bereits liegt unsere Hoch⸗ seeflotte zum Schlag bereit. Mit Todesmut und Begei⸗ sterung wird ihre Besatzung dem Rufe folgen, wenn die berufenen Führer ihrVorwärts! kommandieren. Geden ken wir bei dieser Gelegenheit der Tapferen, die vielleicht noch nicht einmal den Kanonendonner des Feindes gehört haben und doch Tag für Tag, Nacht für Nacht schon acht Monate lang dauernde Anspannung der Nerven- und Willenskraft ertragen. Sie sollen es wissen, daß anstatt des Lorbeers der Sieger, der vielleicht schon grünt, um bald einmal ihre Stirn zu schmücken, vorläufig das un⸗ eingeschränkte Vertrauen des Vaterlandes auf seine tapfere Wehr zur See die Anerkennung ist, die sie auf ihrer harten und entbehrungsreichen Wacht begleiten kann. Hoffnungen, wie die derMorning Post auf diebewegliche briti⸗ sche Seemacht werden wohl an unseren tapferen Blaujacken zu nichte werden.

London, 6. April. WTB. Nichtamtlich.) Der Flotten⸗ korrespondent derMorning Post schreibt: Die Verheerungen der deutschen Unterseeboote dauern mit aufreizender Ein⸗ förmigkeit von der Nordsee bis nach Fiesterre fort. Es ist eine seltsame Lage. Einerseits sagt man uns, daß die englische Flotte die vollständige Seeherrs ausitbe, andererseits lesen wir täg⸗ lich von Verlusten eines oder mehrerer Schiffe in den heimatlichen Gewässern. Unsere große Flotte befindet sich ir⸗ gendwo, und Tatsache ist, daß sie sich 3 befindet. Sie nötigt Deutschland zur Teeräuberei unter Das Blatt fährt fort: Was nützt es, ein Schiff zu bauen, das Milionen Pfund kostet, wenn es nicht in See gehen kann, außer in großer Ent⸗ fernung der Basis der Tauchboote. Wenn der Feind so entgegen⸗ kommend wäre, uns zu einer Schlacht in der Mitte des Stillen Ozeans einzuladen, wäre alles schön. Unterseeboote und Minen. haben tatsächlich jetzt die Flotte zwischen Wind und Wasser ge⸗ faßt, und es hat keinen Zweck, anzunehmen, daß diese neuen Ele⸗ mente etwas Vorübergehendes oder Unbedeutendes wären. Die Lösung des Problems mag durch Wasserflugzeuge möglich sein, aber das liegt mehr in der Zukunft als in der Gegenwart. Laßt uns alle von Herzen hoffen, daß eine Lösung kommen wird.

Die amerikanische Note an England.

Amsterdam, 6. April.(Ctr. Frkft.) Reuter berichtet aus London: Das Pressebureau veröffentlicht die Note der Ver⸗ 9 Staaten wegen der Maßregeln Englands zur Verhinderung des deutschen Handels. Die Note weift darauf hin, daß die Blockade eine neue Methode einführe. Sie verhindere nämlich den freien Zugang zu vielen neutralen Häfen, die zu blockieren England nicht berechtigt sei. Dies sei ein ausgesprochener Einbruch in diesouveränen Rechte der Länder, deren Schiffe an dieser Angelegenheit beteiligt sind. Wenn⸗ gleich anerkannt werden müsse, daß große Aenderungen in der See⸗ kriegsführung eingetreten seien, weist die Note doch darauf hin, daß es sehr bequem zu machen gewesen sei, dem gesetzlichen Handel freie Fahrt von und nach den neutralen Häfen durch den Blockade⸗ gürtel hindurch zu ermöglichen. Selbst wenn die Feinde Englands sich nicht an die Kriegsgebräuche hielten, die durch die zivilisierten Nationen angenommen worden seien, müsse doch an die Prinzipien erinnert werden, an die sich England bis jetzt stets gehalten habe, Amerika könne sich deshalb nicht denken, daß England wolle, daß ein Tadel auf England falle. Die Note gibt alsdann die Auffassung Amerikas über die gesetzliche Seite der Angelegenheit wieder und äußert ihre Genugtuung über die Versicherung der englischen Re⸗ gierung über die Art, in der die Blockade ausgeführt werden solle. Sie spricht auch die Vermutung aus, daß bei der praktischen Aus⸗ führung der Bestimmungen des Order in Council, die bei genauer Ausführung die Rechte der Neutralen verletzen würden, die Be⸗ stimmungen selbst derartig geändert werden, daß amerikanische Schiffe, die nach neutralen Häfen gehen oder von dort kommen, keine Belästigung erleiden, wenn sie nicht Konterbande oder Güter, die für das Gebiet der Kriegführenden bestimmt sind, an Bord haben. Ferner äußert die Note die Meinung, daß England voll⸗ kommener Schadenersatz leisten werde für den Fall, daß die Rechte der Neutralen verletzt würden.

Berlin, 7. April. Zu der mitgeteilten Note Amerikas an England sagt dieTreuz zeitung: Ist die Inhalts⸗ angabe zutreffend, so bedeutet die Note einen weitgehenden Rückzug Amerikas, indem es England die Durchführung der Blockade- Maßnahmen gegen amerikanische Schiffe auch dann zugesteht, wenn sie Waren, die nicht Konterbande sind, aus- oder nach feindlichen Ländern einführen. Damit gibt Amerika den Grundsatz frei, daß jede Blockade effektiv sein muß.

Die neuen englischen Verluste.

London, 6. April.(WT Nichtamtlich.) Laut einer Mit⸗ teilung des Handelsamtes sind im Monat März 33 eng⸗ lische Dampfer mit einem Tonnengehalt von 61383 ver⸗ loren gegangen. Hiervon wurden 26 Schiffe mit 49 449 Tonnengehalt torpediert, ein Schiff von 115 Tonnen Gehalt lief auf eine Mine. Insgesamt kamen bei den Schiffsverlusten 217 Mann ums Leben. Die Zahl der verloren gegangenen Segelschiffe beträgt . einem Tonnengehalt von 8110; hiervon wurden drei tor⸗

iert. London, 6. April.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Burcaus. Der englische DampferNorth⸗ lands wurde gestern auf der Höhe von Beachy Head tor pe⸗

sonst etwa. Jedenfalls hat die erste Seemacht der Welt

4

2 1

*

London, 6. April. WI. ich) Meldung Reuterschen Bureaus. Aus Blyth wird gemeldet, daß der en g⸗ lische SeglerAcantha gestern in der No auf der Höhe von Longstone torpediert worden ist. Die gesamte Mann⸗ 5 von 13 Mann wurde durch einen schwedischen Dampfer ge⸗ rettet. London, 6. April.(WTB. Nichtamtlich.)Central News melden: Der englische KohlendampferCity of Bremen wurde bei Landsend torpediert und ist ge⸗ sunken. Vier Mann sind ertrunken. 5

Ein spanischer Dampfer angehalten. 7255

Lyon, 6. April. WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mel⸗ N dung desNouvelliste aus Nizza hielt der Hilfskreuzer Gorte in der Nacht vom 2. zum 3. April den spanif DampferTeresa Fabregas auf der Höhe von Kap Ca⸗ marat an. Der Dampfer wurde nach Nizza gebracht. Bei der Durchsuchung fand man im Gepäckraume versteckt zwei Deutsche⸗ die verhaftet wurden. 5

Aus dem Reiche. 10 Aus Elsaß-Lothringen. l. Straßburg, 6. April.(WTB. Ctr. Straßburg.) Die Straßburger Post meldet: Gegen die beiden Mülhauser Rechtsanwälte Dr. Josef Riber, geboren 1875 zu Sulz(Ober⸗ elsaß,, und Johann Alfred Eisenzimmer, geboren 1877 zu Dornach, hat das Kaiserliche Kommandanturgericht in Mülhausen wegen Fahnenflucht einen Steckbrief erlassen. Ebenfalls wegen Fahnenflucht steckbrieflich verfolgt werden die Bauunter⸗ nehmer Arthur Roos und August Roos aus Mülhausen. Wegen Kriegsverrats hat das Kaiserliche Kommandantur⸗ gericht in Mülhausen gegen den am 21. Mai 1844 geborenen Bürgermeister Eugen Silbermann von Niedersulzbach(Kreis Thann) einen Steckbrief erlassen.. 5 Straßburg, 6. April.(WTB. Ctr. Straßburg.) Die Straßburger Post meldet: Der Kreisdirektor von Gebweiler macht öffentlich darauf aufmerksam, daß das Tragen der noch in den letzten Jahren zahlreichen Elsaß⸗Lothringern verliehenen fra n⸗ zösischen Kriegsmedaillen von 18 70/1 oder der Han⸗ del mit denselben nicht gestattet ist. Personen, die diefe Aus⸗ zeichnung tragen, setzen sich der Gefahr aus, wegen deutschfeindlicher Gesinnung festgenommen und bestraft zu werden Feindliche Flieger über Müllheim i. B. 14 Müllheim(Baden), 6. April.(WTB. Ctr. Karlsruhe) Feindliche Flieger warfen am Ostermontag abends 6 drei Bomben außerhalb des Weichbildes der Stadt ab. auf einem Spaziergange befindliche Damen, Geschwister im Alter von 5060 Jahren, wurden getötet. 8 5 Ein Besuch der Königin von Schweden. Stockholm, 6. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die Köni⸗ gin von Schweden wird, begleitet von ihrem Enkel, Herzog von Smaland, am Donnerstag nach Karlsruhe abreisen. *

Berlin, 7. April. Nachdem vom Statistischen Amt der Stadt Berlin soeben veröffentlichten Wochenbericht über den Beschäf⸗ tigungsgradvon Groß-Berlin zeigt die der versicherungspflichtigen Mitglieder von 234 Krankenkassen mit Aus⸗ schluß der besonders geführten Hausgewerbetreibenden für die Woche vom 20. bis 27. März die erhebliche Zunahme von 7083 oder 0,65 Prozent. Diese wurde jedoch hauptsüchlich durch das weibliche Geschlecht herbeigeführt, während die Steigerung bei den Män⸗ nern untec dem Einfluß der militärischen Einberufung sich nur auf 446 oder 0,08 Prozent beschränkt hat. 5 55

38 1 3 5 ersten Feiertage stürzte auf hiesigen Exerzi ein 1.

N stwirbels ab. Beide Insassen blieben tot.. 8

Drei

litärflugzeug infolge eines Lu

Aus Stadt und Land..

Gießen, 7. April 1915.

Auf dem Felde der Ehre gefallen. e

(Aus Hessen und den Nachbargebieten) 7

Unteroff. d. Res. Dr. phil. Waigand Naumann, Inf⸗

Rat. 117, aus Bleichenbach. Musk. Wilhelm Seibert, Inf⸗

Rgt. 144, aus Bischofsheim. Unteroff. d. Res. Heinr. Reeg,

25. Res. Divis, aus Darmstadt. Ref. Wilhelm Merz, Inf⸗

Rgt. 94, aus Darmstadt. Ers.⸗Res. Michael Kuhn aus Darm⸗

stadt. Res. Konrad Deucker, Inf.⸗Rgt. 116, aus Flensungen.

Pionier Friedr. Schott, Pionierbatt. 21. aus, Burg- Grisen⸗ a rode. Unteroff. Friedr. Kröll, Landw. ⸗Brig.⸗Ersatz⸗Bat. 42, aus N 4. 0 3 5 aus Fränkisch⸗Crumbach.-Res. Jak. Feuerba 95

Rgt. 116, aus Ober⸗Rosbach. Unteroff. Gg. Fritz IV., 5 7 rr⸗

r

1 f

Brig.⸗Ers.⸗Bat. 42, aus Holzhausen. Musk, Karl He mann, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 254, aus Offenbach a M. Kriegs⸗ freiw. Ütff. Quirin Mayer, Res.⸗Inf.⸗Agt. 221 aus Offenbach a. M. Krankentr. Hr. Appel, Inf.⸗Ngt. 254, aus O a. M. Musk. Arthur Suttinger, Juf.⸗Rgt. 145, aus Offenbach Gefr, d. Res. Martin Michel II., Inf.⸗Regt. 118, aus Abenheim. Kriegsfreiw. Heinr. Ortwein, Res.⸗Inf.⸗Regt. 253, aus Angersbach. Musk. Karl Roth, Res.⸗Inf.⸗Regt. 254, aus Billertshausen. Kriegsfreiw. Kurt Schrecker, 2. Schnees⸗ Batt., aus Hanau. 1550 Ph. Meub, Res.⸗Inf.⸗Regt. 253, aus Hüttengesäß. Musk. Otto Weber Resi⸗Inf.⸗Regt. 253, aus Frohnhausen(Dill). Jäger Albert Pfeifer aus Eibelshausen.

*

gtitter des Eisernen Kreuzes: Großh. Geo⸗ meter 1. Klasse Leutn. Ludwig Linkmann aus Gießen, Res.⸗Inf.⸗Regt. 28. 5.

Auszeichnung. Herr Leutnant Ludw. Spielmann, Kompagnieführer der 6. Komp. Landw.⸗Regt. 116, der bereits zu Beginn des Krieges mit dem Eisernen Kreuze ausgezeichnet wurde, erhielt nunmehr für bewiesene Kapferkeit dei den Verteidigungs. kämpfen in der Champagne am 16. März die Hessische Tapferkeitsmedaille; dem Oberseuerwerker Jughardt von hier, zurzeit beim Juß⸗Artillerie-Regiment Nr. 7, wurde das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapserkeits⸗ medaille verliehen. a 13

* Amtliche Personalnachrichten. Die Groß⸗ herzogin hat am 19. März ds. Is. dem Kommunalforstwart Förster Adam Huder zu Urberach aus Aulaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Band des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu dem bereits verliehenen Allgemeinen Ehrenzeichen mit der InschristFür treue Dienste verliehen. Uebertragen wurde ain 3J. März de,. Je. der Schulamtsaspirantim Brunhilde Wagner aus Mainz eine Lehrerinstelle an der höheren Bürger schule zu Beerselden, Kreis Erbach. In den Ruhestand versetzt

3 1 1

wurden der Weichensteller Leonhard Merz 115 Rüsselsheim 00 3 die Bahnwärter Leonhard Friedrich zu Michelstadt i. O. und 1 Wilhelm Held zu Bürstadt, sämtlich in 17

der Hessisch⸗Preußischen Eisenbahngemeinschaft.. b 8 1 » Lesestoff an die Front und in die Gefan⸗ genenlager. Man schreibt uns: Die Abteilung Gießen des Frauenbundes der deutschen Kolonial⸗Gesell⸗ schaft beabsichtigt, vielseitigen Bitten folgend, Büchersenk 5 in die Gefangenenlager im Auslande und, soweit noch gewünscht, an unsere Truppen in den Schützengräben und an unsere Verwundeten und Kranken in die Kriegslazarette zu senden. Sie bitten deshalb ihre Mitglieder und alle, die sich für diese Absicht interessieren, ihr dauernd passende Bücher und Zeitschriften zukommen zu lassen und auch in ihren Bekanntenkreisen für die ute Sache zu werben. Jede, auch die kleinste. Gabe ist willkommen. Cehr erwünscht sind für unsere Truppen vor allem gute, spannende Novellen und Romane, Humoresken usw. von nicht zu großem Umfange, Zeitschriften und ähnliches, da diese ngen der

diert. Die Mannschaft wurde gerettet.

schnellen Uebermittelung wegen vorzugsweise als Pfundbriese gehen sollen. Für die Gefangenenlager kommen nur Büche. aber verdächtigen Juhalts in Frage, also micht f

ganz un N