Ausgabe 
(6.4.1915) 80. Erstes Blatt
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die ernste 1 gelehnt.

und bei der Reichsbank umgewechselt.

9 85 5 e 3 5 angehört. Die Witterung wurde auch den bescheidensten

tungen nicht gerecht, und wer damit gerechnet hatte, daß Siegeskunde von West oder Ost eine festliche Note in die Feiertage tragen werde, sah seine Erwartungen nicht er⸗ füllt. Freilich Wetter und Siege sind nicht an den Ka⸗ lender gebunden. Konnte man sich aber mit dem Ausbleiben der letzteren versöhnen, so machte der Himmel anderseits manchem einen Strich durch allerlei Pläne. In das heurige winterliche Frühjahr paßten die kalten, nassen Ostertage recht hinein, die sich mit Eifer und vollem Erfolg bemühten, alle goldenen Versprechungen der sonnenstrahlenden Kaxtage Lügen zu strafen. Gleichwohl war der Verkehr in der Stadt und namentlich auch auf der Eisenbahn in Anbetracht der Zeitverhältnisse und der Witterung sehr stark; auch viele Urlauber belebten das Bild. Alles in allem aber kann man dem verregneten Kriegsosterfest nicht viel Gutes nachsagen, und man tut am besten, sich nicht zu lange bei ihm auf⸗ zuhalten, sondern alle Hoffnungen und Wünsche, die es un⸗ befriedigt ließ, frisch und fröhlich auf einen späteren Termin einzustellen.

Eine Verkehrsstörung entstand am Vormittag des ersten Osterfeiertages auf dem Faßher Hauptbahnhofe. Gerade als der Andrang zu den Fahrkartenschaltern am stärksten war, versagte eine Fahrkartendruck⸗ maschine, und viele, die nun einmal eine Ostertour ge⸗ plant hatten, waren im letzten Moment noch ohne Fahrkarte. Die meisten halfen sich, indem sie mit Bahnsteigkarten durch die Sperre gingen und dem Zugpersonal als Grund ihrer Fahrscheinlosigkeit angaben, daß das. kaput sei, was man bald als geflügeltes Wort auf allen Bahn⸗ steigen hören konnte.

* Der Sommerfahrplan. Die Eisenbahndirek⸗ tion Frankfurt hat nunmehr endgültig bestimmt, daß der Sommerfahrplan der Eisenbahnen auch in diesem Jahre am 1. Mai in Kraft tritt.

* Silbernes Jubiläum. In aller Stille beging am 1. April d. J. Geheimer Medizinalrat Professor Dr.

Ad. Vossius, der Direktor der Universitäts⸗Augenklinik, del

das silberne Jubiläum als Dozent an unserer alma mater. Professor Dr. Vossius hatte in Rücksicht auf Zeit, in der wir leben, jede äußere Feier ab⸗

Silberne Hochzeit. Heute begehen die Eheleute

Obergarderobier Karl Steuerwald und Frau das Fest der Silbernen Hochzeit..

Neue Einquartierung. Gestern abend be⸗ kamen zahlreiche Familien in der Altstadt neue Ein- quartierung, die allerdings bereits zum 1. April an⸗

sagt war. Da die Mannschaft sich bisher nicht gemeldet

atte, glaubte man allgemein, es habe sich um einen April⸗

scherz gehandelt. Tatsächlich sind nun aber, wenn auch verspätet, 150 Mann gekommen.

** Preußische Klassen⸗Lotterie. Die Erneu⸗ erung der Lose zur IV. Klasse muß unter De Vor⸗ klassenloses bis zum 9. April abends 6 Uhr geschehen. ch müssen die Treilose gegen Rückgabe der Gewinnlose bis zum vorgenann⸗ ten Termin eingelöst sein.

1 5 Kreis Friedberg.

FC. Aus Oberhessen, 5. April. Die Schulkinder in ee ee für die Verwundeten innerhalb der Gemeinde 800 Eier und brachten sie in verzierten Körbchen als Osterspende in die Militärlazarette nach Bad Homburg v. d. H. In Ober⸗Rosbach fand am Ostersamstag eine gleiche Sammlung statt. Für die Arbeiterkolonie Neu⸗Ul⸗ richstein im Vogelsberg bewilligte der Landesausschuß in Wies⸗ baden eine Beihilfe von 1500 Mark.

Starkenburg und Rheinhessen. ch. Bingen, 5. April. Mehr als 40000 Mark Gold- geld haben in Bingen die Schulkinder in den Häusern gesammelt Diese Sammlung wird sortgesetzt. 5 Hessen⸗Nassau.

h Frank surt a. M., 5. April. Bei der Brandschatzung

Fraulfurts durch die Franzosen unter General Kleber im August 1796

tungen hi 0 uf. FBosischer Vogelforscher, E. Trouessart, teilt in der Pari

wurde außer anderen kirchlichen Kostbarkeiten auch das Altar⸗ gemälde von Piazetta aus der Deutschordenskirche geraubt und nach Frankreich entführt. Hier sand es im Museum von Lille Ausstellung, bis zum Kriegsjahre 1914. Bei der Beschießung

Lilles wurde das Kunstwerk durch eine Granate beschädigt; nach

der Besetzung der Stadt durch die Deutscheu kam es nach Berlin zur Wiederherstellung. Die Deutschordenskirche hat nun⸗ mehr ihre Eigentumsrechte an dem Bilde geltend gemacht, wie es scheint mit Erfolg. 6

. F. C. Dillenburg, 5. April. Der Antrag des Dillkreises: Der Landesausschuß wolle bei dem am 26. April d. Is. zu⸗ sammentretenden 49. Kommunal⸗Landtag des Regierungsbezirks

Wiesbaden eine Beihilfe von 68 100 Mark zu den Kosten des

Grunderwerbes zum Neubau der Nebenbahn Haiger

Gusternhain für den Dillkreis befürworten und genehmigen,

daß als erste Rate 28 100 Mark im Etat für 1915 bereit gestellt werden, fand durch den Landesausschuß Annahme. 8

der Krieg und die Zugstraßen der vögel. Daß die Vögel die Schlachtfelder, auf denen gekämpft wird,

meiden, liegt von vornherein auf der Hand, und so ist es auch zu erwarten, daß die ununterbrochenen linien auf dem.

lichen wie auf dem östlichen Kriegsschauplatze, die auf eine Länge

von vielen hundert Kilometern die Gebiete durchziehen, über die soust die Zugvögel hinwegziehen, die ziehenden Vögel von ihren altgewohnten Zugstraßen abgelenkt werden. Allzuviele Beobach⸗

ierüber scheinen vorläufig nicht vorzuliegen. Ein fran⸗

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ser einiges hierüber mit. Durch Belgien und Nordfrankreich führen wei Hauptstraßen der Zugvögel. Vögel, die aus dem Norden

en und das meer oder Nordafrika erreichen wollen, wenden sich von Helgoland aus, der holländischen Küste folgend, wieder dem Festlande zu und folgen dann im wesentlichen den Tälern des Rheines und der Mags, die bei grober Betrachtung als parallel anzusehen sind. Weiter südlich vereinigen sich die

enstadt 5% Telephon 406 1 1

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beiden Hauptzuge, um gemeinsam dem Laufe der Rhone zu folgen. Ueber ein halbes Jahr hindurch haben nun die Schlachtlinien der kämpfenden Heere diese beiden Hauptzugstraßen unterbrochen. Wie haben sich die Zugvögel da verhalten? Eine Beobachtung hier⸗ jüber liegt vom 24. August, dem Tage der Schlacht von Charleroi vor. Ein Herr Petit, der sich mit Vogelbeobachtungen beschäftigt, sah an diesem Tage in Blanc-Mesnil im Departement Seine⸗ et⸗Oise zwei Züge wandernder Störche, deren jeder etwa 20 Stück ählte. Sie zogen im Abstande von 10 Minuten von Osten nach sesten. Diese Störche waren sicherlich von ihrer sonstigen Zug⸗ straße abgewichen: freilich kann man nicht mit Sicherheit be⸗ haupten, daß sie nördlich von dem Schlachtfelde gewesen und einem Umwege nach dem Beobachtungsorte gelangt waren. Im November hat man in Orleans einen Storch auf die Straße niederfallen sehen, also zu einer Zeit, wo diese Vögel sonst schon längst im Süden sind. Eine ganze Reihe von Zugvögelbeobach⸗ tungen liegen aus Argenton vor, wo ein Herr Rollinat Kraniche,

Lerchen und andere Zugvögel ziehend beobachtet hat. ner angibt, daß der Zug wie gewöhnlich er⸗ folgt sei, so erklärt sich das daraus, daß in seinem

Beobachtungsorte(in Mittelfrankreich) die Zugvögel sicherlich nichts vom Kriege zu spftren haben. Es kann sich dabei ent⸗ weder um Vögel gehandelt haben, die die Linien der kämpfenden Heere auf dem Wege nach Süden gar nicht zu überfliegen hatten, oder aber um Vögel, die durch den Schlachtenlärm zu einem Um⸗ wege gezwungen worden waren und an dem südlicher gelegenen Beobachtungsorte ihren normalen Weg und ihr normales Verhalten bereits wieder aufgenommen hatten. Bei den Vögeln, die nicht Zug⸗ vögel im engeren Sinne sind, sondern als Strichvögel angesprochen werden, muß erwartungsgemäß die Störung durch den Krieg am stärksten sein. Hierüber scheinen von französischer Seite keine Be obachtungen vorzuliegen, und es dürfte auch recht schwer sein, zu⸗ verlässige Angaben zu beschaffen. Von Wert ist dagegen die letzte Angabe, die Trouessart macht: während der heftigsten Kämpfe an der Dser sollen große Scharen von Schwalben Belgien verlassen haben, um nach England zu fliegen. Diese Vögel hätten also außer⸗ halb der Zugzeit eine Reise von 40 Klm oder mehr gemacht, um dem Kampfgebiete zu entfliehen. Beobachtungen, die sich auf die Rückkehr der Zugvögel in diesem Frühling beziehen, sind in Eng⸗ land angestellt worden, und der Sekretär der britischen ornitholo⸗ gischen Gesellschaft hat unlängst einem Mitarbeiter derGazetta Popolo einiges hierüber mitgeteilt. Freilich huldigt er der veralteten Anschauung, daß die Zugvögel in ganz bedeutenden Höhen wandern, trotzdem aber läßt er ihre Zugstraßen doch noch durch die langen Schlachtlinien beeinflußt werden. Die Vogelwelt Englands hat nach diesen englischen Beobachtungen eine ganz er⸗ hebliche Veränderung erfahren. Auf der Wanderung nach Norden sind Zugvögel beobachtet, die sonst nur als seltene Irrgäste in Großbritannien zu sehen sind: es handelt sich dabei um Arten, die über Spanien und Frankreich zu ziehen pflegen und in der warmen Jahreszeit in Skandinavien zu finden sind. Außerdem soll eine ganze Reihe von Zugvögeln, die sonst regelmäßig in England beobachtet wurden, dieses Mal ausgeblieben seien, und der oben⸗ erwähnte britische Vogelkenner rechnet überhaupt damit, daß eng⸗ lische Vögel ausbleiben werden, die ihre Zugstraßen durch den Krieg 1 5 5 finden und so überhaupt nicht in ihre Heimat gelangen nnen.

Dermischtes.

Gabelmesser für Einarmige. Um für die nicht geringe Anzahl Kriegsverwundeter, die den Verlust einer Hand oder auch eines Armes beklagen, die Nahrungsaufnahme unab- hängig von fremder Hilse zu ermöglichen, hat man, wie die Deutsche Medizinische Wochenschrist berichtet, ein sehr zweck- mäßiges Instrument in den Handel gebracht, dasGabelmesser genannt wird. Es gestattet, Fleisch und Brot mit einer Hand zu zerschneiden, und dient, mit Leichtigkeit auseinandergenommen, gleichzeitig dazu, mit dem einen gabelsörmigen Teil die Speisen zum Munde zu führen. Die Zweckmäßigkeit des Instrumentes ist in Lazaretten bereits erprobt. Das Gabelmesser kann auch Kranken, die vorübergehend nur eine Hand gebrauchen können, wie es z. B. bei Gichtikern oder Gelähmten der Fall ist, gute Dienste leisten.

Bandel.

§Reichsbankausweis. Vom letzten Reichsbankausweis vom 31. März ist als besonders beachtenswert mitzuteilen, daß sich der Metallbestand auf 2377,59 Mark stellte und um 2,69 Millionen Mark zugenommen hat. Davon Gold 2 337,3 Millionen Mark, Zunahme 7,64 Millionen Mark. Im allgemeinen ist im Reichs- bankaus weis, hervorgerufen durch den Quartalwechsel und die Vor⸗ bereitungen für die Einzahlungen auf die zweite Kriegsanleihe, eine so starke Veränderung eingetreten, wie sie noch nie zuvor seit Be⸗ stehen der Reichsbank zu verzeichnen war. Einzelne Positionen sind auf eine Höhe gebracht worden, wie sie sich gleichfalls in keinem früheren Ausweis der Reichsbank feststellen ließ. Der erste Einzahlungstag auf die Kriegsanleihe war der 31. März, also ge⸗ rade der Tag, an dem die letzte Bankwoche abgeschlossen hat, und 52 als letzter Tag vor dem neuen Quartal erfahrungsgemäß im Zeichen hoher Anforderungen steht. Der Goldbestand der Bank hat in der letzten Bankwoche um 7,6 Millionen Mark auf 23375 Millionen Mark zugenommen. Diese Vermehrung bleibt hinter der, die in der Vorwoche zu beobachten war, zurück. Immer⸗ hin ist es bisher wohl nicht in der Geschichte der Reichsbank da- gewesen, daß sich überhaupt zum Apriltermin per Saldo ein Zufluß an Gold ergab.

Märkte. 5 se. Frankfurt a. M. Schweinemarktberich vom 6. April. Ausgetrieben waren 1450 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 95.0097.00 Mk., Schlachtgewicht 116.00 120.00 vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 90.0099.00 Mk., Schlachtgewicht 110.00 115.00 Mk.; vollfleischige Schweine von 100120 kg Lebendgewicht 95.0097.00 Mk., Schlachtgewicht 116.00 120 Mk.; voll 700 7 Schweine von 120 bis 150 kg Leb 95.00-37.00 Mt, Schlachtgewicht 116120.00 Mk. Geschäft langsam. fe. Frankfurt a. M., 6. April. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt war nichts angefahren. 222 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 7. April 1915 Meist bedeckt, zeitweise Regenfälle, mild, westliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Die Kämpfe an der Yserfront.

Haag, 6. April. DieDaily News berichtet aus Dün⸗ kirchen, der Kampf an der Yerfront zeige neuerdings zunehmend das Gepräge eines Artilleriekampfes. Von deutscher Seite wird verhältnimäßig sparsam, aber nicht minder gut gefeuert. Von den Verbündeten wird jetzt ein großer Aufwand an Munition getrieben, was zwar seinen moralischen Eindruck auf den Gegner nicht ver⸗ fehlt, aber auch gewisse Nachteile zeigen wird. Jedenfalls scheint man auf der Seite der Verbündeten seit kurzem die Parole aus⸗ giebigsten Munitionsgufwandes gegeben zu haben, denn fortgesetzt kommen xiesige Mengen Artillerie- und Geschützmunition hinter der englischen Front an. Man erwartet für April entscheidende Vor⸗ stöße gegen die deutsche Front südlich der Yerlinie. Man will namentlich Dueal, Ostricourt, Lille und Roubaix wegen ihrer indu⸗ striellen Bedeutung für die Deckung des Heeresbedarfes zurückge⸗ winnen. Bemerkenswert ist auch die jetzt erfolgte Bildung einer englischen Automobil⸗Maschinengewehrtruppe, die sich durch große Bewegung auszeichnet.

2 Die Karpathenkämpfe.

K. K. Kriegspressequartier, 6. April. In den Kar⸗ pathen haben sich in dem Gebiet zwischen Lupkower⸗ und Uzsoker Paß, im Brennpunkt der jetzigen Karpathenkämpfe, auch während der Ostertage scharfe Kämpfe abgespielt, welche zurzeit noch in vollem Gange sind, ohne daß eine Entscheidung schon ge⸗ fallen wäre. Diese Kämpfe entwickelten sich aus einem scharfen Offensivstoß, den die Russen mit starken Kräften einleiteten. Un⸗ sere Truppen entwickelten im Abweisen des russischen Vorstoßes eine Bravour, die ihre ganze Haltung während der bisherigen Karpathenkämpfe kennzeichnet. Stellenweise setzten sie auch mit Gegenoffensiven ein. Wie ich vernehnte, gibt die Entwick⸗ lung der bisherigen Kämpfe zu der Hoffung Anlaß, daß sich der weitere Verlauf der Kämpfe für unsere Verbündeten nicht un⸗ günstig gestalten wird. In der Bukowina verfuchten russische Kräfte über den Dujestr zu kommen. Dieser ivstoß wurde aber durch unsere Verbündeten mit einer Gegenoffenstwe vereitelt, bevor er seine Absicht, den linken Flügel unserer dortigen Stel⸗ lung zu umfassen, durchführen konnte. An der Front der deut⸗ schen Südarmee herrscht auch weiterhin verhältnismäßig

Ruhe. VonU. 28 versenkt.

vonU 28 bei Kap Finisterre der englische Dampfer South Point versenkt worden. Er hatte 4000 Ton⸗ nen Deplacement und gahörte der Norfolk& Southern and Shipping Company in Norfolk an. Die Mannschaft von 36 Köpfen wurde von dem DampferHollington nach Lissabon gebracht. a

Die Schwierigkeit der Bekämpfung der Unterseeboote.

ist schwierig, gegen die deutschen Unterseeboote anzukämpfen. Es darf nicht vergessen werden, daß die Admiralität unter diesen neuen unerwarteten und überaus schwierigen Um⸗ ständen einen schweren Stand hat. Es liegt klar auf der Hand, daß die Anzahl kleiner Fahrzeuge, die nötig sind, um gegen Unter⸗ seebootangriffe Schutz zu bieten, eine bedeutend größere sein muß als die Anzahl der Unterseeboote selbst. Besäße unser Land 200 bis 300 Zerstörer mehr, als es in Wirklichkeit hat, dann wären die Schwierigkeiten verhältnismäßig geringer. Die Opfer vor den Dardanellen.

i. Köln, 6. April. DieKöln. Ztg. meldet von der fran⸗ zösischen Grenze: Der Berichterstatter desJournal of Tene⸗ dos bezeichnet als Verlirste bei dem Angriff der Verbündeten auf die Dardanellen am 18. März drei Panzerkreuzer und zwei Torpedoboote, die untergegangen seien, sowie vier mehr oder weniger schwer be⸗ schädigte Panzerschiffe. Die amtlichen Berichte haben weder die beiden Torpedoboote als gefunken noch die vier Panzer als beschdigt angegeben. Inzwischen sind von letzteren belannt⸗ lich nochGaulois undNel son gesunken.

Rußland braucht Soldaten.

i. Köln, 6. April. DieKöln. Ztg. meldet von der franzö⸗ sischen Grenze: Der russische Botschafter in Paris bringt durch die französischen Zeitungen einen Befehl der russischen Re⸗ gierung in Erinnerung, wonach sich alle im Ausland weilenden wehrpflichtigen Russen bis zum 14. vorigen Monats zu melden hatten, um entweder bei einer der verbündeten Mächte oder in Rußland selbst unter die Fahnen zu treten. Der Botschafter ergänzt diesen Befehl dahin, daß auch die, die von den französi⸗ schen Kommissionen als untauglich bezeichnet wurden, sich in Rußland bei ihrem Truppenteil zu melden haben.

Ein Urteil des Pariser Kriegsgerichts.

Genf, 6. April. Das Pariser Kriegsgericht verurteilte den Fremdenlegionär Schönberg aus Darm⸗ stadt zu vier Jahren Gefängnis, weil er nach Kriegsausbruch verschwiegen hatte, daß er früher deutscher Offizier gewesen ist.(J)

Holland und Deutschland.

Amsterdam, 6. April. DasAllget 0 blad erfährt aus Kreisen der deutschen Gesandtschaft, daß das Eintreten der bekannten fünf Zwischenfälle auf See in einer Woche ausschließlich einem ungünstigen Zusammen⸗ treffen infolge Verschärfung der deutschen Aktionen zur See zuzuschreiben sei. Es sei keinesfalls als Zeichen einer Kurs⸗ änderung gegenüber den Niederlanden auszulegen.

China und Japan.

Rotterdam, 6. April. DieTimes melden aus Peking, daß die Chinesen den japanischen Forderungen, betreffend Errich⸗ tung von Schulen, Hospitälern und anderen gemeinnützigen An⸗ stalten in der Mandschurei grundsätzlich zustimmen. Die japanische Forderung, daß Japan den größten Teil der benötigten Waffen an China liefern solle, war Gegenstand einer lebhaften Erörterung. China beansprucht für sich das Recht, die neuesten Erfindungen auf dem Gebiete der Waffentechnik zu übernehmen und die Ein⸗ führung von Waffen einer fremden Macht. Unter gewissen Um⸗ ständen wäre es eine Gefahr, wenn die chinesischen Munitions⸗ vorrate ohne weiteres für die japanischen Waffen verwendbar würen.

Der Vorstand.

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