Ausgabe 
(5.4.1915) 79. Erstes Blatt
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gekrönt sehen wird.

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ichtete Telegramm lautet wie folgt:

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rierung ihr b neuerlichen Taten un vergänglichen Ruhmes finden wird. (Anmerkung: Generalstabschef der deutschen Südarmee ist Generalmajor v. Stolzmann. Freiherr v. Pflanzer-Baltin rde kurz nach Weihnachten mit dem Leopoldsorden Klasse und der Kriegsdekoration ausgezeichnet.)

5 Sven Hedin im österreichisch⸗ungarischen Hauptquartier.

* .

esseguartier wird gemeldet: Sven Hedin, der gestern Standorte des Armeekommandos eintraf, wurde gestern abend Chef des Generalstabes empfangen und nahm an der Abend⸗ hlzeit teil. Heute vormittag wurde der interessante Gast von Armeeoberkommandanten, Feldmarschall Erzherzog Frie⸗ rich, und Erzherzog Karl Franz Josef empfangen. Beim zabelfrühstück, zu dem er zugezogen war, war auch der zu kurzem such anwesende Sohn des Armeeoberkommandanten Erzherzog recht anwesend. Auf Einladung des Erzherzogs Friedrich begibt Sven Hedin morgen an die Front, um Zeuge der im Gange ndlichen Kriegsereignisse zu sein. 1* * 1

g Türkische Berichte.

Konstantinopel, 3. April.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt heute mit: Heute versuchten einige feindliche Minensucher, sich der Meerenge der Dardanellen zu gwurden jedoch durch unser Feuer vertrieben. Zwei Panzerschiffe, welche die Minensucher schützten, bombardierten einen Augenblick von weitem die Meerenge ohne Wirkung und zogen sich dann zurück. Von den übrigen Kriegsschauplätzen ist nichts zu melden. Konstantinopel, 3. April.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hanptquartier teilt mit: In den Dardanellen und auf den anderen Kriegsschauplätzen ist keine wesentliche Aende⸗ rung eingetreten. N 5 Am 21. März bombardierte ein englischer Kreu⸗ r den Marktflecken Mouaileh an der Küste von Hedschas d versuchte dort zu landen. Nachdem er daran verhindert wor⸗ en war, kehrte er am folgenden Morgen zurück und bombar⸗ erte fünf Stunden hindurch den genannten Flecken. Er zerstörte ie Moschee, auf die er besanders das Feuer richtete, und beschä digte einige Häuser. Der Feind versuchte, Truppen in Scha⸗ ppen zu landen, wurde aber infolge des Widerstandes nserer Truppenabteilungen sowie der bewaffneten Bevölkerung ter schweren Verlusten verjagt. Darauf zog sich Kreuzer zurück. Wir hatten keine Verluste an Menschenleben.

Russische Lügen über die Türtei. onstantinopel, 3. April.(WTB. Nichtamtlich. ne Turc brandmarkt die ungeheuerlichen Lügen 2 chen Presse. So gehe z. B. derRjetsch so weit, eine angebliche Konstautinopeler Korrespondenz zu ver⸗

fentlichen, auf welcher dann Professor Miljukow einen el aufbaue, worin ausgeführt werde, daß der Hunger Bevölkerung von Konstantinopel dezimiere, daß die Bev kerung in Massen flüchte, daß die österreichisch-unga⸗ rische Botschaft bereits nach Philippopel verlegt, die deutsche otschaft in ein Fort Chabrol verwandelt sei und auch andere diplomatische Vertretungen die Stadt verlassen hätten, deren Mauern unter dem Donner der englischen und französischen Kanonen erzittern.Jeune Turc drückt ein Erstaunen darüber aus, daß ein Professor und Partei⸗ er sich nicht schäme, soviel Lügen zu veröffentlichen.

Russengreuel im Kaukasus.

Konstantinopel, 3. April.(WTB. Nichtamtlich. 3 Erzerum erscheinende BlattAlbayrak 5 5 5 8

nch

tapfere Südarmee zu der allerhöchsten Auszeichnung ihres us und ihres Generalstabschess und hoffe zuversichtlich, daß hre heldenmütigen Anstrengungen mit dem endgültigen Erfolg

Das an den Freiherrn v. Pflanzer⸗Baltin ge⸗

Mit aufrichtiger Freude teile ich Ew. Exzellenz mit, daß S. Avpostolische Majestät Ihnen in huldvollster Anerkennung Ihrer hervorragenden Verddenste bei Führung der Armeegruppe ur Wiedergewinnung der Bukowina das Großkreuz des Leopold⸗ s mit Kriegsdekoration verliehen hat. Ich beglückwünsche wärmstens zu dieser allerhöchsten Auszeichnung und bin erzeugt, daß Ihre tapfere Armeegruppe in der abermaligen De⸗

i es verdienten Führers einen mächtigen Ansporn zu

Wien, 3. April.(We B. Nichtamtlich) Aus dem riegs.

Vorwande, daß die Zivelbevölkerung im Einnerständnis mit den türkischen Truppen stehe, überfielen die Russen die Dörfer Arti und Alageur im Kautasus, töteten alle männlichen Ein⸗ wohner und schändeten Frauen und Mädchen.

***

General Joffre im belgischen Hauptquartier.

Paris, 3. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter melden, daß General Joffre das belgische Hauptquartier besucht hat, wo er von dem König der Belgier und dem Kriegsminister emp⸗ fangen wurde. Im Laufe der langen Unterredung erklärte Joffre, er freue sich, die Dienste, welche die belgische Armee Frankreich leiste, öffentlich anerkennen zu können, indem er einigen belgischen Offizieren Auszeichnungen überreichte. General Wielmans erhielt das Kommandeurkreuz der Ehrenlegion, verschiedene andere Offiziere das Ritterkreuz.

Deutsche Flieger.

Paris, 3. April.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem Temps haben am 2. April vier deutsche Flugzeuge Merville bei Hazebrouk überflogen und 12 Bomben geworfen, welche jedoch nur Sachschaden angerichtet haben. Auf Esteires 33 4 Bomben. Die deutschen Flugzeuge wurden vergeblich von französischen Fliegern verfolgt. Weiter berichtet derTemps, daß ein deutsches Flugzeug am 1. April 4 Bomben auf Béthune geworfen und be⸗ trächtlichen Schaden angerichtet habe. Der Rest der Mel⸗ dung ist von der Zensur gestrichen.

Ein englischer Schwindel..

Wien, 3. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die Londoner Morning Post brachte eine Petersburger Meldung, wonach Oesterreich-Ungarn angeblich Verhandlungen eröffnet hätte, um einen Separatfrieden zu erlangen. Das K. K. Tele⸗ graphische Korrespondenzbureau ist ermächtigt, festzustellen, daß Oesterreich⸗Ungarn keinerlei Friedensangebot e hat, und daß die Meldung der Morning Post vollständig aus der Luft gegriffen ist.

Eine neue englische Feldtücheneinrichtung.

Berlin, 4. April. WTB. Nichtamtlich.) DerDaily Telegraph bringt in seiner Nummer vom 20. März unter der UeberschriftKomfort an der Front folgende Mitteilung: Der König besichtigte gestern eine Einrichtung, die von der englischen Heilsarmee zur Verabreichung warmer Getränke an der Front erfunden worden ist, unnd sprach seine volle Be⸗ sriedigung über das Gesehene aus. Es handelt sich um fahrbare Motorfeldküchen, die sobald als e zum französischen Kriegsschauplatz abgesandt werden sollen. Die Wagen ruhen auf einem starken Unterbau und haben das Aussehen von Motor⸗ ambulanzen, da sie bestimmt sind, mit dem Roten Kreuz zu arbei⸗ ten, aus diesem Grunde tragen sie auch das Zeichen des Roten Kreuzes. Es besteht die Absicht, sie so nahe als möglich an die Linien der Schützengräben vorzubringen, um den Soldaten, die von der Feuerlinie kommen oder dorthin vorgehen, heißen Teo, Kaffee, Kakao und Fleischbrühe verabreichen zu können. Auf jedem Wagen befindet sich als ständige Besetzung ein Prediger der Heilsarmee und ein Chauffeur. Zur inneren Ausstattung gehört ferner ein Behälter, in dem sich alle für die Kommunion erforderlichen Gegenstände befinden, ein tragbarer Altar, ein Kelch, ein Vorhemd u. a. 5 5 l Wir stellen fest, so bemerkt dazu das Wolff-Bureau, daß die Engländer das Zeichen des Roten Kreuzes zum Schutze ihrer mili⸗ tärischen Einrichtungen mißbrauchen. Es erübrigt sich, dar⸗ auf hinzuweisen, daß die Verbindung der Feldküchen mit Ein⸗ richtungen zur Erteilung der Kommunion nicht über die aber⸗ mals von der englischen Seite begangene Verletzung der Völker⸗ rechte hinwegzutäuschen vermag. 5 8 8

Vom französischen Senat. Lyon, 4. April.(WTB Nichtamtlich) DerLyon Répu⸗ blicain berichtet aus Paris: Der Senat hat in seiner gestrigen Sitzung neben dem Gesetzesantrag über die Einberufung der Jahresklasse 1917 den bereits von der Kammer genehmigten Gesetzesantrag angenommen, durch den die Regierung ermächtigt wird, die Naturalisierung von Deutschen, Oesterreichern und Un⸗ garn in Frankreich für ungültig zu erklären, ferner einen Antrag, der die strafrechtliche Verfolgung französischer Bürger vorsieht, die das Verbot des Handels mit Untertanen feindlicher Mächte übertreten. Die tapferen Telephonistinnen von Memel.

Ein schönes Beispiel unerschrockener Pflichterfüllung gaben, wie derFrkf. Ztg. berichtet wird, in der Nacht vom 18. auf den 19. März, der Zeit des Einrückens der Russen in Memel, die weiblichen Angestellten des dortigen Postamts. Sie hielten es für das richtigste, auf ihrem Posten zu bleiben und ihren Dienst weiter zu versehen, so

wilhelm wundt über die pfychologie des 8 Kriegs- und Daterlandsliedes.

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das der Soldat singt, wenn er in den Krieg zieht, wohl der treueste Ausdruck der Affekte, die in der Nation erwacht sind 9 in die im Frieden gleichfalls nicht fehlenden, aber stiller waltenden 1 Triebe offener zutage treten. Dabei sind es jedoch nicht die dem Gebiet des eigentlichen Volksliedes angehörigen,

nach Ort und Zeit wechselnden Soldatenlieder, als die von den um Kampf ausziehenden Kriegern, die aus allen Gauen des 55 zusammenströmen, dem Schatz der nationalen Dichtung entnommenen, zu Nationalliedern gewordenen Gesänge, die den Charakter der Nationen am treuesten wiedergeben. Zugleich sind es durchweg Dichtungen, die durch ihre Wiederkehr im Wandel der die Herzen zu starken Vaterlandsgefühlen erhebenden geschicht⸗ Ereignisse hier in erster Linie stehen. Keines dieser Kriegs⸗ 7 kommt der Marsaillaise gleich, nicht nur an Kraft des Ausdrucks, sondern mehr noch als treues Bild des französischen Geistes. Die WorteLe jour de gloire est arrivs sie begeistern nicht bloß den Soldaten, der ins Feld zieht, sondern den Klein⸗ bürger mitten im Frieden. Ehre und Ruhm, das sind die aufs 1* zu schätzenden Güter des Lebens: Ehre und Ruhm zunächst den Einzelnen, dann aber, von ihm zurückstrahlend, für das Vaterland, für diegroße Nation! Anders klingt das eng⸗ lische Nationallied, das ebenfalls nicht bloß im Krieg, sondern nicht minder im Frieden gehört wird, wo eine nationale Gefahr Droht oder auch nur ein schwerwiegendes Juteresse in Frage steht. Da verstummt die loyale Königshymne, die sich schon durch die Afsektlofigkeit ihrer Melodie als die pflichtschuldige Begleiterin eimer zer moniellen Huldigung zu erkennen gibt, und bei der die wirkliche Nationallieb, in bem der Brite die ganze Leidenschaft seiner

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sie stammen in dem von 19

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nationalen Bewußtseins. Dann kam, als die Zeit der Erfüllung herannahte, HoffmannsDeutschland, Deutschland über alles Das erste dieser Lieder wird nie mehr, das zweite nur selten noch von unseren Kriegern gesungen. Das Lied aber, das jeder kennt und jeder singt, ist dieWacht am Rhein. Die ältere wie die neuere patriotische Dichtung hat Besseres en unsere Wacht steht nicht mehr am Rhein, sondern an den Vogesen und an der Mosel und der kleine französische Zwischenfall, aus dessen Anlaß es im Jahre 1840 entstand, ist längst vergessen. Auch ist es sicherlich nicht allein die vortreffliche Komposition, die es seit seiner fast zufälligen Wiederentdeckung im Jahre 1870 am Leben. erhalten hat, und der es seine Macht über das Herz des Soldaten verdankt, sondern der schlichte Inhalt selbst, wie ihn die Schluß⸗ zeile in die Worte zusammenfaßt:Fest steht und treu die Wacht am Ahein! Festigkeit und Treue, das sind die Eigenschaften, die dem Deutschen am höchsten stehen, oder, um es mit einem einzigen Worte auszudrücken, die Pflicht. Es ist die Pflichttreue, die der Deutsche aus dem friedlichen Beruf hinüberträgt in den Krieg, wo sie ihm zur höchsten aller Pflichten wird, zur Pflicht der Hin⸗ gabe für das Vaterland. 0 *

Rossini, der Schnellkomponist. Musiker schrieb einmal an Rossini und fragte

1 junger ihn, welches der

für ene Oper zu kom⸗

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lange es irgend ginge. Und so stellten sie, als 5 feindlichen Horden in die Stadt eingezogen waren, ruhig wie in 1 Zeiten die Fernsprech Verbindungen innerhalb der Stadt und nach auswärts her. Gegen 9 Uhr rief Feldmarschall v. Hindenburg das Memeler Post⸗ amt an. In dem Gespräch, das er mit einer der Damen führte, drückte er sein Erstaunen und seine Freude darüber aus, daß sie so lange ausgehalten hätten. Hindenburg ließ sich den Namen der Dame, mit der er gesprochen, sagen und als Prinz Joachim Memel besuchte, überreichte der 108 der wackeren Telephonistin im Auftrage des Mar⸗ schalls eine prächtige silberne Armband⸗Uhr und sprach zu der Tapferen Worte lebhafter Anerkennung. Der Dienst wurde dann bei r Lampen und herunter⸗ elassenen Vorhängen bis gegen 3 Uhr morgens, also acht

tunden nach dem Eintreffen der ersten Russen, aufrecht⸗ erhalten. Und ohne behelligt zu werden, konnten am nächsten Morgen alle fünf jungen Mädchen das Postgebäude verlassen.

Der Krieg in Südafrita. 4 Kapstadt, 3. April.(WTB. Nichtamtlich) Das Reu⸗

tersche Bureau meldet: Die Besetzung von Aus ist von großer Wichtigleit für den Feldzug in Südafrika. Aus liegt an dem 90 Meilen breiten Wüstenstreifen, den man von Lüderitz aus durchziehen muß. Die Armee Sir Duncan Mackenzies wird jetzt viel freier operieren können als bisher, da sie weniger mit dem Wassermangel zu rechnen braucht. Aus war stark verschanzt. Die Deutschen hatten energisch seine Verteidigung vorbereitet, wur⸗ den aber gezwungen, den Platz zu räumen, da die Truppen der

Union ihre Flanken und ihre Verbindungslinien nach Keetmanns⸗ hoop bedrohten. Man glaubt, daß die Deutschen sich jetzt konzen⸗ trieren und ihr Operationsgebiet beschränken werden, da sie ein- weitere Zersplitterung vermeiden müssen.

Aeußerungen des Uronprinzen

von Bayern.

Berlin, 3. April. WTB. Nichtamtlich DieMünchner Neuesten Nachrichlen serkch mi einen Urle Ludwig Gang⸗

hofers über sein Gespräch mit dem Kronprinzen Rupp⸗ recht von Bayern über den Krieg: Zu Anfang der Unter⸗ redung sagte der Kronprinz:Unser Heer, das ist Mens nmaterial, mit dem man alles, auch fast unmöglich Scheinendes, leisten kann, wenn man es richtig macht und die rechte Stunde wählt. Diese aber wird kommen. Man darf nur in der Heimat den Erscheinungen gegenüber, welche durch die Lage der Dinge hier verursacht werden, nicht allzu kritisch sein. Die Situation ist für uns eine ganz ver⸗ läßliche. Daheim beurteilt man das nicht immer zutreffenderweise. Wenn wir von der Heimat Geduld und gläubiges Ausharren er⸗ warten, dann verlangen wir weniger, als wir selbst im Felde hier zu leisten haben. Glauben Sie mir, wir hier im Felde, besonders wir Führer, liefern Geduldsproben, mit denen die doch wesentlich ungefährlichere Geduld, die man in der Heimat beizusteuern hat, den Vergleich nicht aushält. Bei der Besprechung der Skrupellosig⸗ keit unserer Feinde in der Wahl der Kampfmittel und politischen Schachzüge sagte der Kronprinz:Unter allen Völkern sind die Engländer in der Politik am brutalsten; aber es passiert ihnen manchmal, trotz ihrem gewiegten Rechnen, daß sie in der Praxis das ihnen Schädliche ausführen. Ich glaube, daß es ihnen jetzt so geht. In uns Deutschen wohnen Kräfte, die für 5 Engländer am 4. August noch dunkle Ziffern waren. Darum haben sie sich verrechnet. Ueber die psychische Erneuerung unseres Volkes durch den Krieg sagte der Kronprinz u. a.:Allen, schwer erträglichen Härten zum Trotz ist dieser Krieg ein Gesundbrunnen für unser Volk. Alles Gute und Lebensfähige stärkt er, alles Schwächliche belebt er neu, alles hilflos Ungesunde bläst er fort, alles Ange⸗ kränkelte, das sich vordrängte, verschwindet. Man ist jetzt in der Heimat doch wohl erlöst von allem überreizten Aesthetentum und aller manierierten Dekadenz. Wegen solcher Dinge machte man sich übrigens viel mehr Sorge als notwendig. r so arg und trübe, wie es für manchen aussah, war es nicht. Die prachtvolla Jugend, die jetzt mit dem Rekrutennachschub ins Feld kommt, beweist es mir 3

Ueber die Meinung, daß alles Gegenwärtige schlechter als das Vergangene sei, sagte der Kronprinz weiter:Er hörte alte N oft sagen, daß es 1870/71 nicht so groß, einheitlich und heilig war, wie in den Befreiungskriegen. Jetzt würde das Gleiche gesagt gegen⸗ über der Zeit von Anno 1870/71. Ich glaube, es war vor 100 Jahren, vor 45 Jahren und im vergangenen August das Gleiche: Deutsche Kraft, die sich ausstreckte in der Not, deutscher Wille, der zu Eisen wurde, deulsche Energie, die sich nicht beugen läßt und beharrlich bleibt, ohne im Glück übermütig oder unter einem Rück⸗ schlag verzagt zu werden. Weiter kam der Kronprinz im Gesprüch auf die materiellen Verluste zu sprechen, von denen er sagte, daß man sie doch bei dem Gedanken verschmerzen und über⸗ winden könne, daß die große Zukunft den Verlust wieder ersetzen wird. Er kam dabei des Näheren auf den deutschen Süden

der im Corriere d'Italia wiedergegeben wird:1. Wartet bis

1* der Uraufführung. Nichts in der Welt regt den künstlerischen Schwung mehr an als die Notwendig⸗ ke, die Anwesenheit eines Kompisten, der auf das Werk wartet, und die Angstzustände eines Impresario, der sich die Haaxe rauft. Zu meiner Zeit waren alle Impresarii mit 30 Jahren völlig kahl. 2. Ich habe die Ouvertüre des Othello in einem Zimm des Palazza Barbaja komponiert, in das mich der kahlköpfige und wildeste der Direktoren eingeschlossen hatte, ohne mir irgend etwas zu lassen außer einer Schüssel Maccaroni, und unter der N daß ich auf Lebensdauer den Raum nicht verlassen würde, e ich nicht die letzte Note Ke hätte. 3. Ich habe die Ouvertüre 455 Safe 2 5 1 5 g 5 zer Scala geschrieben, wo ich von dem Direktor gefangen ge

und von vier Maschinisten bewacht wurde, die den Auftrag hatten, meinen Originaltext Blatt für Blatt aus dem Fenster den Ko⸗ piflen, zuzuwerfen, die unten warteten, um ihn sofort abzuschreiben Sollte es an Noten fehlen, so hatten sie den Befehl, mich selbst aus dem Fenster zu werfen. 4. Für denBarbier machte ich es besser; ich komponierte überhaupt keine Dubertüre, sondern nahm einfach eine, die ich für eine halbernste Oper mit dem TitelElisabetha geschrieben hatte. Das Publikum war höchst zufrieden. 5, Ich kom⸗ ponierte die Ouvertüre desConte Ory, während i t Füßen im Wasser stand und angelte, in Gesellschaft des Signor Aguado, der mich fortwährend über spanische Finanzen unterhielt. 6. Die Ouvertüre zumWilhelm Tell wurde unter sehr ähnlichen Umständen geschrieben. 7. Was denMoses betrifft, so schrieb ich dazu überhaupt keine. Gerade die letzte Oper, die Rossini hier erwähnt, gab ihm noch einmal den Anlaß, seine Fähigkeit als Schnellkomponist zu beweisen. Bei der dritten Auff g fügte er eine Arie hinzu, die die Begeisterung des Publikums erregte. Am Tage vorher hatte Rossini zu Mittag noch im Bett gelegen, als plötzlich der Librettist Tottola bei ihm erschien und erregt rief: Maestro! Ich habe den dritten Akt gerettet! Er wollte ein Gebet an einer Stelle einfügen, die auf das Publikum nicht recht gewirkt hatte.Und was hast du gemacht? fragte Rossini er sich ebenso aufgeregt stellte.Was zum Teufel hast du lönnen, mein armer Freund? Sie werden uns wie immer Gesicht lachen.Maestro, ich habe ein Gebet für die Juden wäh⸗

dem Abend vor dem

rend des Durchzugs durchs Rote Meer komponiert. Damit zog er ein großes Stück Papier heraus und wiederholte i rt: Macestro, es ist die Arbeit einer Stunde.Es ist die Arbei einer Stunde, wie? ahmte Rossini ihm nach.Ja, J 8

Schön, wenn du eine Stunde gebraucht hast, um dieses Gebet niederzuschreiben, so mache ich die Musik in einer Viertelstunde! Mit diesen Worten sprang Rossini aus dem Bett, setzte sich im Hemd an den Arbeitstisch und komponierte ich acht oder zehn Mi⸗ nuten das Gebet, während die Freunde, die bei der Szene zugegen waren, sich laut unterhielten.Hier hast du die Musik! ö e er 8 sprang wieder ins Bett. Die Arie hatte einen olg.

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poniereu. ihm der Lamponißz m folgendem Briefe,

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