Ausgabe 
(3.4.1915) 78. Erstes Blatt
Seite
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8! 0. 1

Wie er Krieg 5 Heer verschmilzt, so ver⸗ einigt er Volk und Staat. Es ist Politik im klassischen Sinne, N jeder Bürger Maßnahmen der Verwaltung mit⸗ bedenkt und zwar von der Gemeinde bis hinauf zum Reich, daß Hauswirtschaft und Volkswirtschaft des gemeinsamen Ursprungs sich wieder erinnern, den das WortOeko⸗ nomie anzeigt. Man spricht nicht mehr vom Unterschied zwischen Theorie und Praxis; die Theorie wird gegenständ⸗ lich und die Praxis verlangt Gedanken. Man verweilt nicht mehr bei dem Gegensatz von Fachwissen und Bildung, denn beide erproben sich S in der Anpassung, und die Grenzen der Arbeitsteilung sind fließend. Was in der Zeit vor dem Kriege für die Voltsbildung auch durch die Bücherhallen geleistet worden ist, erscheint jetzt nur als Anlauf zu fernen höheren Zielen. 0

Der Krieg zeigt in neuem Lichte unendliche Aufgaben der kommenden Friedenszeit. Wir führen den Krieg so energisch, eben weil der Friede das Element unseres Lebens ist und im tiefsten Grunde dieses Lebens fortbesteht.Nur

Mann. Auf diese Ruhe und darauf, daß der Mensch als

g unseres Ge-

1 7 e Mark eintreten, in besonderen Fällen das Mehrfache von 100 Mk. oder eine ganz empfindliche Gefängnisstrafe. Den Bäckereien, die den boten zuwiderhandeln, wird mit so⸗ fortiger Schließung ihrer Betriebe gedroht 2

m. Gleimenhain, 2. April. Unser kaum 200 Seelen zählendes Dörfchen besitzt noch heute ein altes Vorrecht. Jeder heimatberechtigte Einwohner erhält jährlich aus den siskalischen Wäldern 17 Raummeter Buchenscheitholz ganz umsonst, nur muß er den dafür auf 24 Mk. festgesetzten Hauerlohn entrichten. Jedenfalls wird mancher die Gleimen⸗ hainer um dieses schöne Vorrecht, besonders in dieser Zeit, wo überall so enorm hohe Holzpreise gefordert werden, be⸗ neiden. Auch in unseren Nachbardörfern Wiera und Specks⸗ winkel liegen genau dieselben Verhältnisse.

Kreis Schotten.

Schotten, 1. April. Insolge des in den letzten Jahren sehr stark angewachsenen Verkehrs im Klubhause auf dem Hohe⸗ rodskopf genügten dort die Küchenräume schon längst nicht mehr und gaben ost zu Klagen Anlaß. Um diesem Uebelstande ab- zuhelsen, wurde jetzt ein Küchen anbau geschassen, der bereits soweit vollendet ist.

n. Eichelsdorf, April.

7

2. Die

hierige Spar- und

einen Gesamtkasseumsatz von 120 844,2 Mk. gehabt. Den

die Ruhe in der Bewegung hält die Welt und macht e e. G. m. u. H. hat im letzten Geschäftsjahre

Person sich nicht verliere, kommt alles an. Wir hören, daß

unsere Soldaten im Felde Bücher bevorzugen, die über die Gegenwapt hinausführen in das,was sich nie und nirgends

hat begeben, und wir stellen gerne fest, daß in unserer

Bücherhalle Werke der schönen Literatur so eifrig wie nur je verlangt werden. Eine mit einer ernsten Dichtung einsam verbrachte Stunde stärkt den Leser für die Ansprüche ge selliger Tätigkeit in mühevollen Tagen. Man preist unsere Organisation, und wie sich jeder einordnet ohne Widerstand. Diese Hin bleibt um so wirksamer, je sicherer das Selbstgefühl des einzelnen sich immer neu begründet: das ist die Einigkeit des freien Volkes. Es ist dafür gesorgt, daß sich keiner eigenwillig einspinne; die Stimmung muß rüstet sein au: T. bericht. Noch nie sah man in unserer Lesehalle so viele Leute, im Bürgerkleid und im Waffenrock, über die Zeitungen und über die Landkarten gebeugt wie aber es ist doch tröstlich,

ge⸗ jede Wendung, muß sich einstellen auf jeden

eben jetzt, daß sie dort auch schöne Bilder an

den Wänden sehen, und daß bei dem Stimmengewirr der

0 Straße das Gebot der Stille in tat wird.

Lese⸗ und Bücherhalle erfüllen als

diesen Räumen zur Wohl⸗

Friedens⸗

anstalt im Kriege ihre Aufgaben und wollen sie immer besser

erfüllen. Die Mitgliederzahl des Vereins ist 5 i Hine nur um 6(von 330 auf 324) gesunken ha in diesem Jahre für den

ihm die Gießener Bürgerschaft dankbar ausgesprochen.

*

* Vom 95 1 Oberlehrern: Rektor Wilhelm Angelberger an der Grünberg, Dr. zu Darmstadt, berg, Wilhelm Becker an dem Bernhard an der Oberrealschule Realschule und dem P Oberrealschule zu Als Fer schule zu Friedberg, Dr. W. 8 M

Herbert an der Oberrealschule zu Worms, mann an der Realschule zu Oppenheim, Dr.

Wilhelm mann an der Realschule zu Groß⸗Gerau, Dr.

durch natür⸗ wir Verein nicht geworben. Daß die Treue gewahrt hat, sei

heren Lehramt. Die Großherzogin hat den b a Realschule zu Karl Ausfeld an dem Ludwig⸗Georgs⸗Gymnasium riedrich Balser an der Augustinerschule zu Fried⸗ Gymngsium zu Offenbach, Ludwig e zu Mainz, Jakob Como an der ymnastum zu Bingen, Otto Diehl an der d Dreher an der Augustiner⸗ ilhelm Grüninger an der Oberrealschule Halm an dem Realgymnastumt zu Mainz, Heinrich 5 Hey⸗

Otto Kammer an

der Oberrealschule zu Mainz, Christoph Kobelt an derselben Schule,

Wilhelm Kolb an der Realschule zu Langen, der Realschule und dem Progymnasium zu an der Realschule und dem P mann Molz an dem Landgraf⸗Ludwi Dr. Julius Richter an der Oberreal Sandmann an der Viktoriaschule und Darmstadt, Rektor Ludwig Schäfer, 75 5 kan Se e b Groß⸗Geran, stan er an der zu ulius Schu 2 Realgymnastum zu Mainz, Dr. 1 Ichwar e zu Emil Seipel an e an e zu Gernsheim, Ludwi an der hence der höheren Mädchen Oberrealschule zu Gießen, Oberrealschule am Friedrichs 5 als Professor erteilt. Der Oberlehrer an der Oberrealschule zu Heppenheim Professor Franz Como wurde mit Wirkung vom zum Oberlehrer an der Realschule zu Lauterbach, der Oberlehrer an dem Lehrerseminar zu Alzey Professos Dr. Männchen mit Wi an der Oberreals.

rogymnasium zu

zu Alzey,

e zu Gießen, der Schulamtsaspirant Danz aus Klein⸗Zimmern zum Reallehrer an der T. anstalt zu Bensheim ernannt. Zu Le 0 kannt: Friedrich Deister zu Mainz, Hans Krämer zu Friedberg, Hugo von Muralt zu Büdingen, hann Schalk zu Darmstadt, Otto * Ernennung. den Finanzaspiranten E Ministerialregistrator beim Staatsministerium mit Wir vom 1. April d. J. ernannt. d Ordens Verleihung. Die Großherzogin hat am 28. März dem Oberhofprediger Ludwig Ehrhardt in Dar m⸗ tadt das Hofdienstehrenzeichen in Gold verliehen. Titel⸗Verleihung. Dem Oberlehrer am Landgraf⸗ Lubwig⸗Gymnasium zu Gießen, Dr. Hermann M olz, wurde am 1. April der Charakter als Professor verliehen. Verwaltungsgerichtshof. Der Großherzog hat am 31. März den Kreisrat des Kreises Worms Geheimen Regierungsrat Dr. Karl Kayser auß Nachsuchen seines Amtes als Mitglied des Verwaltungsgerichtshofes mit Wir⸗ kung vom 1. April d. F. an enthoben. J* Arbeiterwochenkarten für jugendliche Gemüsebauer. Mit Rücksicht auf das große öffentliche Interesse, das an der ordnungsmäßigen Bestellung der Felder in diesem Frühjahr besteht, hat der Eisenbahn⸗ minister genehmigt, daß den Mitgliedern von Jugend⸗ pflegevereinen, namentlich dem Jungdeutschlandbund, den Pfadfindern usw., die sich zum Gemüsebau und zur Feld⸗ 1 bestellung in der Nähe größerer Städte bereit finden, Arbeiterwochenkarten gewährt werden. Die Karten sollen im Bedarfsfalle eintägige Gültigkeit haben und auch 0 Jahrtberechtigung für jeden beliebigen Wochentag und Sountag besißen. Es ist serner lein Unterschied zu machen, 3 1 2 zu bewirtschaftende Land 3 oder fremder B

ohannes stummen⸗

Spaar zu Alsfeld.

ud 2 Apr

Büdingen, 2. Apri us Anlaß des Geburtstages des Fürsten von Isenburg-Büdingen wurde Dekan Schäfer um Hofprediger ernannt. Alsfeld, 2. A 1 0 die ker 8

sfeld, 2. April. Da die Kreisbevölkerung trotz viel-

75 Warnungen das Verbot des n Vielfach ühertritt, geht das Kreisamt gegen die Uebertreter

unnachsichtlicher Strenge vor. In jedem Uebertretungs⸗ falle läßt die Behörde eine Geldstrafe von mindestens 150 5 1 9

E

Johannes Lahr an Alzey, Jakob Malsy ieburg, Dr. Her⸗ 5⸗Gymnasium zu Gießen, chule zu Gießen, Hermann dem Lehrerinnenseminar zu Leiter der höheren Bürgerschule . m an der Augustinerschule idt an der Oberrealschule zu. Kon⸗ ze an Jan der Oberreal⸗

Worms, Fried- fi

g vom 12. April 1915 ab zum Oberlehrer

tsassessoren wurden er⸗ Wilhelm Reig zu Offenbach, Jo⸗ Der Großherzog hat am 31. März

rnst Prinz aus Groß⸗Gerau zum ung

3

Aktiven mit 98 095,40 stehen 97 488,08 an zassiva gegen über, so daß ein Ueberschuß von 607,82 zu verzeichnen ist. Die Mitgliederzahl ist von 106 auf 101 im Laufe des Jahres zurückgegangen.

Kreis Wetzlar.

0 Wetzlar, 2. April. Der Evang. Kirchenchor veranstaltete heute in der Hospitalkirche eine geistliche Musikaufführung, bei der Frl. Gertrud de Niem aus Limburg(Sopran) sowie die Herren Rens Wallau, Cand. theol., Gießen(Violine), K. Währum, Gießen(Oboe und Seminarmusiklehrer Theis, Wetzlar(Orgel) mitwirk ten. Das reichhaltige Programm enthielt Kompositionen von Bach, Händel, Köhler⸗Wümbach, Tenaglia, Mattheson, Weeber und Reger. Sowohl die Darbietungen des Gemisch⸗ ten Chors, der unter Leitung seines Dirigenten Lehrer Schneider gute Leistungen bot, wie auch die Darbietungen der Solisten und des Knabenchors verdienen volle An erkennung. 4

Wetzlar, 2. April. Jur einheitlichen Ausbildung unserer Kreis-Jugendwehren findet am 24. und 25. April hier ein Führerkursus statt. Generalleutnant z. D. Schuch aus Wiesbaden ist als Leiter dieses Kursus vorgesehen.

X Krofdorf, 2. April. Jetzt ist auch für unseren Ort eine Jugendkompagnie zustande gekommen. Lehrer Echternach aus Vetzberg hat die Führung für Kroldori⸗GMeiberg und Vetzberg übernommen. Mit großem Interesse wurde der Vortrag des Unter- offiziers W. Fabel gehört, welcher seine Erlebnisse in Frankreich, Polen und den Karpathen trefflich schilderte.

X Atzbach, 31. März. Für den Verbindungsweg Atzbach Dutenhosen wurde bereits vor einem Jahrzehnt das Gelände freigegeben. Jegt könnte wohl unter Zuziehung von Gefangenen mit geringen Kosten eine wassersreie Straße zwischen beiden Orten

gebaut werden. 1

5 Hessen⸗Nassau.

] Marburg, 1. April. Die Fleischerinnung erhöht aber⸗ mals die Fleischpreise. So kostet gewöhnliches Nindfleisch jetzt 92 Pfg., Schweinefleisch 1 Mk., Kalbfleisch 85 g. und Hammel: fleisch 1 Mk. das Pfund. Vorzugsstücke sind erbeblich teurer.

(Marburg, 1. April. Das Gedenken des hundertjährigen Geburtstagesunseres Altreichskanzlers wurde hier durch die üblichen Schulakte, Abbrennen eines Feuers auf der Bis⸗ marcksäule, Choralmusik vom Schlosse und Glockengeläute begangen. Viele Häuser trugen Flaggenschmuck. Der Rektor der Universität, Geh. Rat Prof. Dr. Korschelt, nahm heute an der Kranznieder⸗ .. der deutschen Universitätsrektoren in Friedrichs⸗ ruh teil.

m Kirchhain, 1. April. Bei der Entleerung der Abort grub e am hiesigen Bahnhose fand man fünf Feld post⸗ vakete mit teilweisem Inhalt an Räucherwaren. In einem beigelegten Briese waren von einer sorgsamen Mutter die Sachen aufgezählt, womit der im Felde slebende Sohn erfreut werden sollte. Dadurch wurde auch das Rätsel gelöst. Alles, was an Süßigkeiten und Schokolade in den Paketen enthalten sein sollte, fehlte, und hatte den Gaumen seines 16jährigen Bruders gekitzelt, der mit der Aufgabe der Pakete beauftragt war. Damit hat der Bengel auch das 1 Mark betragende Porto gespart, um dieses für ch zu verwenden. Auch sind noch weitere Pakethüllen im Hause W 3 1

rankenberg, 2. April. Durch die regnerische Witterune der letzten Wochen sind auf der großen Randstraßr, die die Ede 2 talsperre umläuft, auf einer Strecke von mehreren hundert Metern erbebliche Erdsenkungen und Bodenrutschungen eingetreten. Ein Teil der Straße mußte für den Fuhrwerksverkehr gesperrt werden. Die Aufbesserungsarbeiten sind bereits in Angriff genom⸗ men, sie gehen an den nahezu senkrechten Bergwänden nur lang⸗ sam von statten.

1 de April. Wie aus dem Geschäftsbericht der Hinterländer⸗Vi bversicherungskasse d ersichtlich ist, betrug die Versicherungssumme im letzten Jahre 6122040 Mark. Versichert waren 1927 Pferde, 10.551 Stück Rindvieh, 8957 Schweine und 1788 Ziegen. Die Entschädigungen verteilten sich auf die Versicherten in den einzelnen Kreisen wie folgt: Bieden⸗ kopf 48 824,30 Ml., Brilon 3885 Mk., Dillkreis 1285 Mk., Fran⸗ lenberg 3359 Mk., Kirchhain 7720,37 Mt., Marburg 41 036,60 Mark, Wetzlar 2207,15 Mk. und Wittgenstein 2320 Mk. Das Vereinsvermögen stellt sich am Jahresschlusse auf 165 254,90 Mk.

Büchertisch. In den Heften 21 u. 22 der KriegszeitschriftDer Völ⸗ kerfrieg(Verlag von Jultus Hoffmann in Stuttgart) war der Schrifkleitung eine schwere Ausgabe gestellt. Es galt, auf dem verheltnismäßig eng begrenzten Raum alles, was Regierung und Volk in Deutschland und im treuverbündeten Oesterreich-Ungarn während des exsten Kriegshalbjahrs geleistet haben, in einem ausgeglichenen Gesamtbild festzuhalten, das sich aber doch dem Charakter diefer Chronik entsprechend aus den mannigfaltigsten Selbstzeugnissen der Zeit zusamntenzusetzen hatte. Den Eingang, gewissermaßen das Portal zu dieser Ruhmeshalle deutscher Kraft und deutscher Treue, bildet der AussatzMorgendämmerung von Zer mann vom Rath. Der folgende stenographische Bericht über die zweite Kriegstagung des Reichstages weckt Hoffnung, daß sich diese innere Umwandlung auch bei den Regierungs- und Volksvertretern selbst anbahnt. Dann ziehen in einsacher daten⸗ mäßiger Verbuchung die Maßnahmen der Regierung an uns vor⸗ über, die in ihrer ruhigen Sachlichboit eine Atmosphäre des Ver⸗ trauens schassen, das noch durch den tiefen Eindruck verstärkt wird, den die durchweg Gefühl ernster Verantwortlichteit tragenden Kundgebungen der deutschen Reichsfürsten machen. Die in dem re StückDas deutsche Volk verarbeiteten Auszüge aus ageszeitungen und Buchveröffentlichungen werfen vorzügliche Schlaglichter auf die bunte Menge der geistigen und seelischen Strö⸗ mungen in der deutschen Volkspsyche, deren Ziel sich doch eindeutig und klar aus allem heraushebt: ein freies, stolzes, durch Schmerz geläutertes, durch Kampf gestähltes und du gemeinsame Not sest zusammengeschmiedetes Deutsches Reich. Einige Auffätze nam⸗ hafter Intellektueller offenbaren die Demokratisterung auch des en Lebens in Deutschland, indem sie die gemeinsamen Gefühle er auf höheren Ausdruck bringen. Zum Schlusse des Ab⸗ schnitts referiert Erich Dombrowski über Deutschlands wirtschaft⸗ liche und soziale Organisation, worauf ein aus gutgewählten Zeugnissen zusammengewobener Artikel auch noch der vaterländi⸗ schen Haltung der deutschen Sozialdemokratie besonders gerecht wird. Wenn es überhaupt nötig war, so beweist der Abschnitt über

die österreichisch⸗ungarische Monarchie die absolut ebenbürtige Haltung des verbündeten Reiches, ber Regicreng so⸗

e R N a

ie des Volkes. Am meisten interessiert hier der Abschnitt⸗ 1 eintrüchtigen der Nationalitäten ge⸗ widmet ist g

Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 4. April 1015 Wechselnd bewölkt, meist trocken, mild, westliche Winde.

Letzte Nachrichten.

(WT B.) Großes Hauptquartier, 3. April.(Autlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Ein Versuch der Belgier, die ihnen am 31. März ent⸗ rissenen Klosterhock⸗Gehöfte wieder zu nehmen, scheiterten. Im Priesterwalde mißlang ein französischer Vorstoß. Ein franzöfischer Augriff anf die Höhen bei und südlich von Nieder⸗Aspach östlich von Mühlhausen wurde zurück⸗

geschlagen. Oestlicher Kriegsschauplatz. f Auf der östlichen Front ereignete sich nichts wesentlichts. Oberste Heeresleitung.

Der Ablauf des Fälligkeitsaufschubs für Auslandsmechsel.

Berlin, 3. April.(WTB. Nichtamtlich.) DieNordd. Allgem. Ztg. schreibt über den Ablauf des Fällig⸗ keitsaufschubs für Auslandswechsel: Der durch die Verordnungen des Bundesrats gewährte Fälligkeits⸗ aufschub für solche im Inlande zahlbare Wechsel, die vor dem Kriege im Auslande ausgestellt sind, beträgt ins⸗ gesamt neun Monate. Diese Frist endet für die ersten in Betracht kommenden Wechsel, also für diejenigen, die im August 1914 fällig waren, im Laufe des Mai 1915. Hierbei wird es, wie wir hören, sein Bewenden behalten, da eine weitere Hinausschiebung der Fälligkeit nicht beabsichtigt ist. Schon jetzt ist der weitaus größte Teil der Auslands⸗ wechsel gezahlt, besonders seit der letzten Verlängerung (Verordnung vom 18. Januar 1915), durch welche den Schuldnern das Recht zur vorzeitigen Zahlung auch gegen den Willen des Gläubigers eingeräumt und für ihre Benach⸗ richtigung von dem Verbleib des Wechsels Sorge 99

wurde, sind Zahlungen in solchem Umfange geleistet worden, daß nur noch ein verhältnismäßig kleiner Rest von Wechselbeträgen den neunmonatigen Aufschub

genießt. Die nochmalige Hinausschiebung der Fälligkeit

lands von einem solchen Aufschub abgesehen wird. Der in den Bekanntmachungen über Zahlungsverbote gegen Eng⸗ land, Frankreich und Rußland vorgesehene Zahlungsauf⸗ schub bleibt selbstverständlich auch zukünftig bestehen. Es wird Sache der Kredithilfe, insbesondere auch seitens der

sein, den Schuldnern, soweit ihnen in einzelnen Fällen die Zahlung Schwierigteiten bereiten sollte, die Abwick⸗ lung tunlichst zu erleichtern. 8

Die Türtei und die Dardanellen⸗Verteidigung.

i Köln, 3. April. DieKöln. Ztg. meldet aus Sofia: Aus Konstantinopel wird hierher berichtet, durch neue mili⸗

Versuch, die Meerengen durch Landung von Truppen zu nehmen, auf einen wohl vorbereiteten Widerstand stoßen würde. In mrili⸗ tärischen Kreisen wäre ein neuer Angriff geradezu erwün cht. weil man dort aufrichtig überzeugt ist, daß diefer mit einer schweren Niederlage der Angreifer enden müsse. Der Munitionsersatz ist aus eigener Kraft überraschend gut geregelt; bei dem Fehlen starker englisch⸗französischer Landungs⸗

macht werden, ein griechisches Freikorps von Mitilene aus in Smyrna einfallen zu lassen, was zwecklose Opferung von Tausenden bedeuten würde. 5 1 Eine italienische Stimme über die deutsche Bismarckfeier.

i. Köln, 3. April. DieKöln. Volksztg. meldet aus Rom: DerPopolo Romano schreibt: Die Begeiste⸗

ein neuer Beweis jenes erhabenen Geistes, jenes vaterländi⸗ schen Gefühles, von dem nach acht Kriegsmonaten das deutsche Volk beseelt ist. Bevor Deutschland fällt, müßten erst alle Deutschen ausgerottet sein.

Unruhen in Italien.

Trichiana in Venetien versammelt war, um über Maß⸗ regeln gegen die Teuerung zu beraten, veranstalteten

Kundgebung. Die Karabinieri, welche die Ordnung wieder⸗ gerstellen wollten, wurden mit Steinen beworfen und alle Fenster des Rathauses wurden eingeschlagen. Der Bürger⸗ meister mußte während der Sitzung durch die Polizei ge⸗ schützt werden. Er legte dann sein Amt nieder. Der König spendete, wie weiter gemeldet wird, 100 000 Lire zur Linderung der Not in Venetien. Verschleimung, Influenza

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würde hiernach mit den tatsächlichen Verhältnissen nicht im Einklang stehen, im allgemeinen Interesse liegt s vies⸗ mehr, daß entsprechend der wirtschaftlichen Lage Deutsch⸗

bisher noch wenig in Anspruch genommenen Kreditanstalten

truppen soll in dieser Hilflosigkeit wahrscheinlich der Versuch ge⸗

rung des deutschen Volkes an dem Bismarck-Geburtstage ist

Mailand, 3. April. Während der Gemeinderat von

die dortigen Arbeitslosen vor dem Rathause eine große

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tärische Maßnahmen sei ausreichend dafür gesorgt worden, daß der

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