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Joer Paß dauern die Kämpfe um die zahlreichen Höhen⸗ stellungen fort. 5 e ö— Front in Südostgalizien keine besonderen Ereignisse. Bei Inowlodz an der Pilica in Russisch⸗Polen griffen stärkere russische Kräfte in den Morgenstunden die Stellungen unserer Truppen au. Bis an die Hindernis zone herangekommen, wurden sie unter empfindlichen Verlusten FSurüdgeworfen. Im südlichen Kriegsschauplatz keine Veränderungen.
Die am 31. März nachmittags erfolgte Beschießung der offenen Stadt Orsowa wurde durch ein Bombarde⸗ ment Velgrads beantwortet.
. Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs.
2 v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
1 Wien, 2. April.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird
verlautbart. 2. April 1915, mittags: An der Front in den Ostbeskiden herrschte im allgemeinen Ruhe, da alle russi⸗
schen Angriffe in den letzten Tagen blutig abgewiesen wurden
i den östlich an ließenden Abschnitten der Kar⸗ rn 7— russische Krüfte angreifen, wird
ft. An der Reichsgrenze zwischen Pruth und Dujestr a schlugen unsere Truppen einen überlegenen Angriff der AUMNussen zurück. In 10 bis 15 Reihen hintereinander griff der Feind tagsüber an mehreren Stellen der Schlachtfront an. Bis zum Abend währte der Kampf. Unter schweren Ver⸗ lusten wurde der Gegner überall zum Nüczuge ge⸗ 8. wich. vor dem südlichsten Ab⸗
3 itt fluchtartig zurück. 5 8 280 In Polen und Westgalizien keine Veränderung. Ein Nachtangriff der Russen an der unteren Nida scheiterte
in wirkungsvollstem Feuer der eigenen Stellungen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs.
5 v. Höfer, Feldmarschalleutnaut. 29 2 5 1 i 1 5 0 W 2(WTB. Nichtamtlich) Aus dem Kriegs⸗ r gemeldet: Der Armeeoberkommandant f eee Friedrich erließ folgenden Befehl:„Ich spreche
. rten 4. K sondere
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drungen a oder dem Feind, auch überlegene Infanterie, jeden Schritt Bodens nur 1— Blut erkaufen zu lassen.“.
Der Befehl ist sofvrt im ganzen Armeebereiche der Mannschaft N Muttersprache zu verlautbaren. Das egiment Nr.. sich aus Ostgalizien und besteht größtenteils aus
* ö 5 Eine russische Drohung.
Petersburg, 1. April.(WTB. Nichtamtlich.)„Rus⸗ koje Slowo“ bringt einen drohenden Artikel gegen Ita⸗ lien und Rumänien. Falls sich diese Länder nicht den Alltterten anschlössen und ihre Neutralität aufgäben, würde Atalien s durch die Flotte der Alliierten ausgehungert — Rumänien von den russischen Truppen überschwemmt * 5 5
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Den.
der Verwaltung der Eisenbahnen Kirin⸗Tschangtschun auf
„4. die Anstellung japanischer Sachverständiger für das Polizeiwesen in der Südmandschurei, sowie in der tlichen und inneren Mongolei; wenn nötig auch die An⸗ stellung japanischer Berater für militärische, politische und finanzielle Angelegenheiten der Südmandschurei, zu, 5. ver⸗ yꝓflichtet sich China, die Zolleinnahmen und Steuern in der Südmandschurei nicht als Garantien fitr auswürtige An⸗ leihen zu verpfänden; wenn nötig, sollen für die Erforder⸗ nisse der Provinz Fengtien japanische Anleihen aufgenom⸗ men werden, 6. China nimmt die Forderung an, daß sich 45 ner im Innern der Südmandschurei frei ansiedeln, Land besitzen und handeln dürfen; die Angelegenheit der
— 5 noch 1 In der tigen Konferenz wurden keine Fort itte 5 acht, da Chinas Vorschlag, die Japaner 3 Erterritorialität genießen, oder es sollten in der Nandschu⸗ rei gemischte Gerichtshöse eingeführt werden, abgelehnt wurde. Die Japaner verlangen noch immer die bedingungs⸗ 5 lose Annahme der darauf bezügl ichen Forderungen.
5 Die Kämpfe in Südafrika.
London, 2. April.(WTB. Nichtamtlich Das Reu⸗ tersche Büro meldet aus Kapstadt vom 80% Mor Eine amtliche Veröffentlichung gibt Einzelheiten über die Er⸗ oberung des deutschen Lagers Platbeen bekannt. Eine Abteilung der 4. berittenen Brigade unter Ob van Deventer eroberte danach das Lager. Die Verluste des Feindes betrugen vier Tote, sechs Verwundete und zwölf Gefangene. Die Briten hatten einen Toten und zwei Ver⸗ wundele.
London, 2. April. WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des Neuterschen Bureaus aus Gar ub haben die Truppen der südafrikanischen Union Aus im Damara⸗
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Kreidegrund gemalt hätte. Wo die Palette nicht mehr reichte, sparte er den weißen Grund aus, der überall, wo sich eine Straße durch das Gelände zieht, wo ein Wagen über den dürren Acker gefahren, wo von einer steilen Höhe die Grasnarbe abgebröckelt ist, kahl und nackt herausschaut. 5 K
Wir hatten im Armee⸗Oberkommando durch Erz. von Einem und seinem Stabschef, Exz. Ritter von Höhn, eine Fülle sehr padender Einzelheiten über den Verlauf der großen Schlacht er⸗ balten und waren dann bis zum Beginne der Feuerlinie im Kraft⸗ wagen vorgefahren. Von dort ab konnten wir eine Munitions- feldbahn benutzen, die uns bis in die Nähe einer unserer schweren Batterien brachte. Dabei beobachteten wir die Beschießung eines deutschen Doppeldeckers durch 2 französische Abwehrbatterien. Merk⸗ würdig, wie der Mensch sich selbst an solche nervenpeitschende Schau⸗ piele gewöhnt. Weder wir noch die in der Nähe befindlichen Truppen wurden durch den Angriff sonderlich erregt. Man stellte ganz ruhig elt, daß der Flieger weit über dem Schußbereich der französischen Schrapnells kreuzte und suchte nur ein Urteil darüber zu gewinnen, ob sie wenigstens Richtung hielten. Der Fli selbst ließ sich gar nicht stören, bewegte sich mit großer Sicherheit bald gegen die eine und bald gegen die andere Abwehrbatterie zu, machte wahr⸗ scheinlich bei dem eisig-klaren Wetter wertwolle Photographische Aufnahmen und drehte dann plötzlich bei, um in wenigen Sekunden mit dem Westwinde in unsichtbare Fernen abzuschwirren.
Oben auf der Höhe, die wir inzwischen zu Fuß erreicht hat⸗
begegneten wir einem der Führer, in dessen Händen die Entscheidung der Schlacht gelegen hatte. Exz. Fleck, der mit setnem Stabe einen Teil der Stellungen abritt. In liebens⸗ würdiger Weise übernahm er selbst das Geleit für den nächsten Teil der Schlachtfeldübersicht, während uns im übrigen eine An⸗ zahl von Offizieren, die an srragender Stelle in den Kämp⸗ jen beteiligt gewesen waren, begleitete, um uns jede erdenkliche Einzelheit genau mitteilen zu können.
Der moderne Krieg ist unmalerisch. Auch was wir sahen, war nur die Leere des Schlachtfeldes. Mit bloßem Auge erkennt man nichts als die öde Landschaft, und nur das in gleichmäßigen Ab⸗ ständen erfolgende Anschlagen der eigenen und feindlichen Batte⸗ rien bezeugt, daß man im Mittelpunkte von Kämpfen ist, die vor⸗ läufig entschieden, aber noch lange nicht abgeschlossen sind. Das ist der erste Gesamteindruck, den Maler wiedergeben könnten, selbst wenn man, wie hier, den gesamten Schlachtplan von einer Reihe von Beobachtungsständen wie von dem Feldherrnhügel alter Zeit aus überblicken kann. 6
Richtet man freilich das
ten,
Fernglas auf einen der Punkte, die
be- schon durch das stetige Einschlagen der Granaten als besonders
wichtig gekennzeichnet sind, so sieht man, daß der Wald von Schützengräben durchzogen ist, in denen Armeen gegeneinander in Bereitschaft stehen. Und man sieht mehr: man sieht die Armee der Toten, die unbeerdigt zwischen den Stellungen liegen. Beson⸗ ders grausig ist der Anblick eines Hügelabhanges, der wie über⸗ sät mit französischen Toten ist, die hier in allen Stellungen, wie sie der Tod traf, hingestreckt liegen. Hier ist ein französischer Sturmversuch in seinen Anfängen unter unserem Maschinengewehr⸗ feuer zusammengebrochen. Die Franzosen aber, die doch nach ihren Berichten gesiegt zu haben behaupten, haben ihre Toten nicht be⸗ erdigen können. Dieser Leichenplatz ist noch nicht der schlimmste: an einer anderen Stelle liegt ein ganzes französisches Bataillon, das in einer Breite von 200 Metern anstürmte, in Reih und Glied bis auf den letzten Mann niedergestreckt. Insgesamt sollen noch etwa 30 000 Tote zwischen den Stellungen liegen.
Diese ungeheuren Verluste, sive gescheitert ist, bisden die glaubliche Unwahrhaftigkeit der tung. Man wagt es nicht, dem Vo
stelle, wo wir mit ei ewaltigen die lange ündi 50 ive wa durften. Aber wir sind mit . 761.
nicht
verzeichnet er in der Champagne dauernd, mit sast gleichförmig wiederkehrenden Worten:„leichte Erfolge“,„bedeutenden Ge⸗ ländegewinn“,„erhebliches Vorschreiten“. Namentlich sollen die Ortschaften Perthes, Beau⸗Séjour, Souain und ganz besonders die Höhe 196 nördlich des Dorfes le Mesnil der Schauplatz der französischen Siege gewesen sein. Diese letztere Höhe kehrt im französischen Generalstabsbericht etwa ein Dutzend Mal wieder Man hat sie nicht nur erstürmt, sondern den Kamm den Deutschen entrissen, deutsche Gegenangriffe zurückgewiesen, den Deutschen immer wieder neue Schützengräben abgenommen usw. Dabei habe ich selbst gesehen, daß diese Höhe in unserem festen Besitze und gegen Ueberfälle derart gesichert ist, daß jeder neue Angriff die französische Totenliste um Tausende steigern würde. Bei Souain, bei Perthes, bei Beau⸗Ssjour, ftberall stehen unsere Linien im großen genau so, wie sie vor der Z3ötägigen Schlacht ge⸗ standen haben Wenn die Franzosen an der einen oder anderen Stelle einige Meter von uns verlassener, weil durch Artilleriefeuer zerstörter Schützengräben„gewonnen“ haben, so steht das zu ihrem Verluste von etwa 45000 Menschen um so weniger in einem Ver⸗ hältnis, als sich das durch unsere Gewinne an anderen Stellen mindestens ausgleicht und als wir im ganzen unsere Stellungen so verbessert haben, daß jeder neue Angriffsversuch mit noch viel größeren Verlusten für den Feind scheitern müßte.
General Joffre hatte außer auf die gewaltige zahlenmäßige Ueberlegenheit seiner Truppen seine Hoffung offenbar auf die Wir⸗ kung einer Kanonade gesetzt, wie sie noch in keinem Kriege vor⸗ gekommen ist. Wir wissen, daß die Franzosen auf den laufenden Meter deutschen Schützengrabens 16 Granaten berechnet hatten, und wir wissen ferner, daß sie in 5 Tagen ½ Million Artillerie geschosse gegen unsere Stellungen geschleudert haben. Allein auf einen einzigen Divisionsabschnitt sind an einem Tage 90 000 Gra⸗ naten gefallen. Es war kein mehr, f. i Trommeln mit Kanonen.„Sie wollen uns mit amerikanischer Munition tot trommeln“, sagten unsere tapferen Leute, während die Franzosen den Ausdruck geprägt hatten, sie wollten die Deut⸗ schen„mit der Gießkanne auslöschen“.
Aber man hatte nicht mit der Nervenkraft des deutschen Sol⸗ daten gerechnet, der stellenweise, ohne zu wanken, in diesem hölli⸗ schen Hagel von Feuer und Eisen 18 Stunden ohne Ablösung in den Schützengräben ausgehalten und jeden neuen Ansturm so nachdrücklich abgeschlagen hat, daß die Franzosen kein einziges ihrer Regimenter, welches einmal im Feuer war, zum zweiten Male vorbringen konnten. Jeder neue Sturm wurde von ihnen mit neuen Regimentern, mit ganz frischen Truppen unternom⸗ men. Mit welcher Demvralisation dennoch die Franzosen rech⸗ nen mußten, geht aus der Aussage der Gefangenen hervor, die
berichteten, man habe sie ausgeladen, ihnen gesagt, sie befänden ü land besetz. sich in der Gegend von Weglar oder int b. zt gi hier in ber Grrnifen ihrer Sr be r g—— es noch, eine kleine, vom Feinde schwach besetzte Höhe zu in der 5.— 2 die Klassiker l und gedä„ men, und dann werde der Vormarsch nach Berlin angetreten wer⸗ in der 3 5 zu finden K ene 7 1 den. Wenn man das Wolonialf 5 Werke aus Reichen der Natur und der 5 Kriegsbriefe dlls dem Westen. n schon Kolonialsoldaten, geborenen Franzosen,. N 8. vorrrden kaun, was mag man dann wohl erst den scawarz imd Der Begriff des„Volkes in Waffen“ verwirklicht Von umferm Kriegsberichterstatter. 2— Verlauf des Feld⸗ 1 Lutken hin 3 755 in den 2 8 ges gegen die Deut ügen! inein, vordem, 10(Auberechtigter Nachdruck, 2 aus zugsweife. berbaden) Ich din von dem Schauplatz der Champagneschlacht mit der] die Einrichtungen dieses Heeres zu kennen. Der Krieg zeigt An den Brennpunkten der Winterschlacht in der Cha ne.] frohen Gewißheit geschieden, daß unsere Einie dort so fest und auch dem Laien mehr durchsichti 5 0 10 1 Großes Hauptquartier, den 31. März. Wierschüttertich steht, wie je zuvor Ein lebt in den in farbig verschleierte Romantik. wollen uns nicht nun In ganz flachen Schwingungen schieben sich die berühmten deren Ben 1— NN— un. Obenhin belehren über die A n und das Ineinander⸗ Hohen neben- und hintereinander, die jetzt in den Beri äber den Führern bis zum letzten Me ist jeder 2 dort st—— greifen der einzelnen Waffenga Wir versuchen ein⸗ die Winterschlacht in der Champagne so oft genannt worden sind. der das 30tügige Ringen mi anne 10 5 0 eht, 3 die zudringen in die Ideenarbeit von sewitz bis 5 ö Tie eanze Landschaft hat cuoas lähmend Künserutges, Schwerer Franzosen gelistet, können sie dort nach einm anstüenen ech in die Zusammenhänge zwischen Strategie und Politil. Kreidemergel, auf dem nichts wachsen will. Selbst der niedere öl lig Wyse holen und übe einen 0 2— Warum wir kämpfen müssen und wofür wir kämpfen, das Achten und Föhrenwald, der sich hier und da in einer dünnen lic Sie e und Erpol e berichten— Wer zenden 1 soll uns immer deutlicher werden; die großen a 8 Junge über Hügel zieht, ist grau und matt. Es sieht so aus, als durch bie Mauer 4 Eisen und denz Män 88 nkte sollen wir be ten unter de 1 1 ob alles das ein Maler, der nicht mehr genug Farbe hatte, 1 5 Sche schen A 1 nie- pu f. haup er den a „auf mals! U 4 uer mann, Kriegs! ersatter. Sorgen und Pflichten jedes Tages. Schriften ur- J f 19 5
Februar artet, daß man ihm vor der ersten Mutnacht von
Aus Stadt und
Gießen, 3. April 1915. Osteru.
Die Zeit macht es heuer schwieriger als sonst, münd⸗ liche und schriftliche Osterwünsche in eine allgemeingültige Form zu kleiden. Denn was über das Osterfest in Ver⸗ bindung mit den Gedanken von Frühling und Frieden gesagt werden kann, das gehört heute mehr denn je ins Reich der hohen Politik und nimmt sich in den Feiertags⸗ betrachtungen des Hausgebrauchs immerhin einigermaßen problematisch aus. Von Osterhasen und ihren selbstgelegten Mitbringseln zu sprechen lohnt sich auch nicht recht; es könnte zu Genüssen und Gelüsten verlocken, die sich der Einsichtige, wie man mit Zahlen beweisen kann, heute zu versagen hat. ZBlieben alsg der selbstverständliche und drum kaum mehr diskutable Wunsch für ein paar ruhige, wenn möglich gar von einem Extrablatt von Ost oder West angenehm unterbrochenen Festtage und die, ach, so manchmal trügerische Hoffnung auf blauen Himmel und Sonnenschein. 5 3
Freilich, Osterausflüge wird es in diesem Jahr wenige geben. Wenn wir auch wie sonst oft den Schein für die Wahrheit nehmen und da und dort das Osterfest als Auftakt für die neue Saison betrachten,— es wird sich diesmal in bescheideneren Grenzen halten. Man wird diesmal wieder Strohhüte oben und papierdünne Halb⸗ schuhe unten, in der Mitte aber einen dicken, zentnerschweren Muff sehn, man wird auch heut wieder Osterblumen aller Art, die die Kohlenwärme ans Licht lockte, wie die Kranken ins Sanatorium in die Stuben tragen— aber die Ueber⸗ zeugung, daß diese Attribute notwendig zum Osterfest ge⸗ hören, wird nicht so unerschütterlich sein, wie man es von früher gewohnt ist. Im allgemeinen wird man gerne im Frieden der Häuslichkeit den mannigfachen Gedanken nachhängen, zu denen die Tage mit ihrem Gehalt heraus fordern, und wird höchstens nachmittags draußen vor den Toren bemüht sein, festzustellen, wie weit es der Früh⸗ ling mit seinen Absichten gebracht hat.
Wenn das Wetter es erlaubt. Wer kanns wissen? Wer heute von Frühlingswonne und Vogelsingen sprechen und schreiben will, dem kanns passieren, daß morgen weiße Dächer melancholisch ihr Schmelzwasser in die Rinnsteine tröpfeln lassen, und daß von disverschneiten Zweigen ein Buchfink dick aufgeplustert darüber nachsinnt, ob er denn wirklich in diesem Jahr schon einmal sein Werbelied hat ertönen lassen. Aufs Praphezeien soll man sich in dieser Beziehung drum nicht einlassen. Zumal es eben April ist, von dem man sagt, daß er so launisch wie Kartenspiel, Frauengunst und Würfelrollen ist. Wahrhaftig! Noch vor ein paar Tagen schnob draußen ein miserabler Nordost., und es soll doch Gelegenheiten gegeben haben, wo der Kellner den Gästen die Ehre antat, sie zu fragen, ob ihnen mit einem Glas Maibowle gedient sei. Als ob man eine frisch aufgeblühte Rose in den Schnee pflanzen und dann um diese herzbrechende Parodie Frühlingstänze 4 aufführen könnte! Nicht ein jeder ist nun so ge-
Wald ⸗
meister sprechen darf. Und wieder ein paur Tage früher 2 Nun, da zog man hinaus mit Spaten und Hacke, wollte Frühkartoffeln und Radieschen dem Boden anvertrauen und strich die Gartenstühle rot oder grün. Andern Tags wieder war der Boden hart gefroren. Wie gesagt, Oster⸗ wetter machen ist ein mißlich Ding selbst ein paar Stunden vor dem Feste.
Deshalb hat es im ganzen heute bei wenigen, aber umso nötigeren Wünschen zu verbleiben, und wenn wir unseren Lesern ein frohes Fest zutusen, kanns selbst⸗ verständlich nur unter all den Vorbehalten sein, die die Zeitumstände auch dem Optimisten auferlegen. Drum sei der Mund nicht zu voll genommen und zu Ostern gleich der Weltfrieden herabgefleht, sondern nehmen wir die— hoffentlich von Sonnenglanz erfüllten— Tage nur als die Einleitung zu großen und hohen Wünschen, die eine rei⸗ fende Jahreszeit und nicht der wechselvolle und un⸗ beständige April erfüllen kann. 0
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Vom Sesen im Kriege.
Der Lesehalle⸗Verein schreibt uns:
Aus der Bücherhalle sind im Jahre 1914 25 043 Bände ausgeliehen worden; 1 5 waren es ürt ch Der Rückgang in der Benutzung ist gering; er erklärt aus der Unruhe der ersten Kriegsmonate, aus der tiefsten Er⸗ regung, die allem aufforderte, nur nicht zum stillen Verkehr mit.Die Friedensanstalt N im Kriege bestehen. Die für die Ausleihe Aalches inden wurden beibehalten des lichen„und es zeigte f bald, daß das Bedürfnis nach Lektüre wieder eintrat, es neue Formen annahm und zunahm in dem Maße, wie 5 Krieg aus einem Ereignis ein Zustand wurde. Auch die Bücherhalle mußte erweisen, was sich sonst allenthalben bewährt stutr Anpassungs fähigkeit. 8
Landsturmleute und Verwundete kommen an den A leihtisch; viele von ihnen gelangen vielleicht zum erstenmal


