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85 13 von gesamt
Grabrede.
ment 87, fand bei einem Sturmangriff den Heldentod.
fetlertag konfirmiert.
seiner Völker zu
1
Davon waren 325 evangelisch, 29 kathvlisch, 13 israe- und aus
8 Gießen, Die höhere Mädchenschule wies ins⸗
2 47⁰ innen, darunter 371 evangelische, 36 ka⸗
tolische und 44 israelitische auf Aus Gießen waren 407.
Die Anstalt blieb, wie alle anderen Schulen, vom Kriege nicht unberührt. Sechs Mitglieder des Lehrerkollegiums traten in den Heeresdienst, einer, Lehramtsassessor Nick, ist bereits gefallen. Oberlehrer Freitag erwarb sich das Eiserne Kreuz.— Zu Kriegsbeginn richtete das zweite Ba⸗ taillon des Far dwehrregiments Nr. 116 seine Kammer in der Schule ein und kleidete seine Mannschaften daselbst ein. Die Turnhalle diente als Musterungslokal sowie als Quar- tier für 260 junge Schlesier, die im November hier weil⸗ ten. Der Schulhof wird von einer Landsturmkompagnie als Appellplatz benutzt.— Der Jahresbericht stellt der
Opferfreudigkeit und dem vaterländischen Eifer der Schüle⸗
rinnen das beste Zeugnis aus. Im Sammeln von Liebes- gaben, Bargeld und Handarbeiten, im Kampf gegen die Fremdwörter, im Einbringen von Goldgeld— überall ist Schönes erreicht worden. So brachte allein die Goldsamm⸗ lung über 55 000 Mark und damit zwei schulfreie Tage.— Das neue Schuljahr beginnt am Dienstag, den 13. April. Amtliche Personal nachrichten. Die Groß- herzogin hat dem Postsekretär Georg Storck in Lollar das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Ober-Postschaffner Ludwig Bera in Fürth i. O., sowie dem Briefträger Adam Schmidt in Lampertheim das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrist„Für langjährige treue Dienste“ ver- liehen.— Ernannt wurden aum 19. März ds. Js. der Aktuariats-⸗ assistent bei dem Amtsgericht Offenbach Josef Knapp zum Aktuariatsassistenten bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach, der Gerichtsschreiberaspirant Gg. Koch in Oppenheim zum Aktuartats⸗ assistenten bei dem Amtsgericht Offenbach und der Gerichtsschreiber⸗ aspirant Philipp Runkel in Alsfeld zum Aktuariatsassistenten bei dem Amnisgericht Alsseld. 5
* Ein Gewitter im März quittierte gestern nachmittag prompt auf die guten Absichten, die die Sonne gezeigt hatte. Die Mittagsstunden brachten eine Temperatur von 16 Grad Celsius. Wie ein Protest gegen diese Absonderlichkeit schoben sich aber bald schwarze Wolkenwände am Himmel hoch, und der Donner rollte mit einer Vernehmlichkeit, daß man sich in den Hochsommer ver⸗ setzt fühlen konnte, zumal die Stare diesmal die Schwalben in ihrem Amt als Gewitterkünder ablösten und in niedrigem Zickzack⸗ flug zwischen den Häusern umherfuhren. Lange hielt das Grollen am Firmament nicht an; der jungen Jahreszeit steht die Heiterkeit besser als Trübsinn und Finsternis, und bald konnte man auch die Sonne wieder vom Himmel über die Torheiten des Jungfrühlings lächeln sehen, der sich schon allzuviel von der ihm noch nicht ganz zugestandenen Herrschaft hatte anmaßen wollen.
Belehrungen im Gartenbau zu erteilen ha⸗ ben sich, wie man uns noch zu unserem Bericht über die Ver⸗ sammlung des Obst⸗ und Gartenbauveteins mitzuteilen bit⸗ tet, die Herren Gärtner Pfeiffer, Schiffenberger Weg, und Samenhändler Hahn, Neustadt, bereit erklärt.
* Der Früh jahrspferdemarkt 234 Pferden, darunter 15 Fohlen, beschickt und Fete bei regem Verkehr einen flotten Absatz. Den ausführlichen Be⸗ richt über Marktverlauf und Prämiierung werden wir in der morgigen Nummer veröffentlichen.
* Verkauf eingeführter belgischer Pferde. Samstag, den 27. März. vormittags 11 Uhr, findet im Hofe des Jagdschlosses Kranichstein eine Versteigerung von 30 in Belgien angekauften 2—3jährigen Pferden statt. Die Ver⸗ steigerung erfolgt nur gegen Barzahlung ohne jede Rückvergütung. Zugelassen werden nur Landwirte aus dem Großherzogtum Hessen.
Die Silberne Hochzeit seiern morgen die Cheleute Karl Löwer, Walltorstraße 36.
Briefe und Postkarten an Kriegs⸗ und gi⸗ 8 ene im F 15 oßer, icher nicht zu enger Schri ein. Brie .— höchstens 4 Seiten gewöhnlichen—— lang sein. Ferner encpfiehlt es sich nicht, Bri chläge mit Seide n⸗ vapierfutter zu verwenden. Solche Umschläge könnten Ver⸗ dacht weil es vorgekommen sein soll, daß das Papier⸗
futter zur
war mit
ebermittelung verbotener Nachrichten benutzt worden ist.
5 Landkreis Gießen.
m Lollar, 24. März. Heute nachmittag wurde hier der Landwehrmann-Hornist Oermann Hörstel vom Landwehr⸗In⸗ santerie-Regiment Nr. 87 zu Grabe getragen. Ein zahlreiches Trauergesolge, der Veteranen⸗ und Kriegerverein„Lu d wii g zur Treue“, die freiwillige Feuer wehr und der Männer- Gesang⸗ verein„Germania“, denen der Verstorbene als Mitglied an- gehörte, geleiteten die sterbliche Hülle des Verschiedenen zur letzten Ruhestätte. Die Gießener Garnison stellte die Landsturmkapelle, sowie eine Abteilung Landsturmleute, die ihm die letzten mili⸗ tärtschen Ehren erwiesen. Dekan Guß mann hielt die ergreifende
2 e eee( weiteres 2— hat der Krieg unserer schon me heimgesuchten Gemeinde gebracht. Wagnermeister Emil Buchner, Unteroffizier im Landweh n berge.
Lich, 24. März. Die Land wirtschaftliche Winter- schule bat soeben ihren Jahresbericht für 1914/15 heraus- egeben, dem folgendes zu entnehmen ist: Die Schule wurde im Berichtsjahre von 24 Schülern besucht, von denen je die Hälfte auf die obere und untere Abteilung entfiel. Seit ihrem Bestehen, also seit 1305, haben 366 Schüler den Unterricht der Anstalt genossen. Der Kreis Gießen ist im Berichtsjahre mit 19, Friedberg mit vier Schülern und Schotten mit 1 Schüler vertreten. Trotz den tief einschneidenden Wirkungen des Krieges auf die Lehrerverhältnisse konnte der Unterricht in vollem Umfange aufrechterhalten werden.
Fünf Lehrkräste sind ins Feld eee davon ist Landwirtschasts⸗
lehrer Tamm den Heldentod gestorben.
m. Hungen, 23. März. Verflossenen Sonntag fand in der hiesigen Kirche ein Kirchenkonzert statt, dessen Ertrag zum Teile dem Roten Kreuz zustießen bol Herr Schad leitete das Konzert mit eiuem Orgelvorspiel ein und hatte auch die Orgel- 1 den von Frl. Klara Schaffhorst, Berlin, ge⸗ botenen Lie'orträgen übernommen. Die Sängerin brachte das Are verum von Mozart, Dank sei dir, von Händel, und Bitten, sowie Die Ehre Gottes aus der Natur, beide von Beethoven, zu Gehör. Herrliche Violinvorträge der beiden Herren Kauf mann, Franksurt a. M., und Gerster, Braunsels, von Frl. Gerster, Braunsels, begleitet, sanden ungeteilten Beifall. Obwohl auch Gäste aus der Umgegend erschienen waren, bätten doch die Darbietungen einen stärkeren Besuch des Konzerts verdient, zumal es einem solch edlen Zwocke diente.— Zum Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeinde wurde vor wenigen Tagen Herr Saalberg einstimmig gewählt.
Kreis Alsfeld.
—Ober⸗Ohmen, 24. März. In diesem Jahre werden die Konfirmanden zum ersten Male auf den zweiten Oster⸗ Damit wird der langgehegte Wunsch unserer Kirchspielsbewohner erfüllt. Daß in Jahre alle größeren Konfirmandenseiern in den Familien angesichts des Welt⸗ krieges unterbleiben, versteht sich von selbst.
1 Kreis Schotten. 5 Aus dem Vogelsberg, 24. TCC
Bienen die von den Imkern längst derbeigesehnte Gelegenheit
egeben, den ersten gründlichen Reinigun auszusü Pabel vermochte der Bienenbesitzer 1 der——.— ö en. Diese ist, dant dem gelinden Winter, 0 den 88*.— en haben 1 gar keine 1— at es an Nahrung gesehlt. 75
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Kreis Friedberg. 5
B. Friedberg, 24. März. Gestern abend veranstaltete
die Jungwehr Friedberg eine Bismarckfeier, die durch einen Fackelzug, woran sich viele Vereine und Korpo⸗ rationen beteiligten, eingeleitet wurde. Im Saale des Hotel Trapp hatten sich viele Bewohner Friedbergs versammelt. Die Feier wurde durch den Gesang:„O Deutschland hoch in Ehren“ eingeleitet. In bunter Reihe folgten dann Vorträge und Gedichte, dem Andenken des ersten Kanzlers des deutschen Reiches gewidmet, vorgetragen von Gymmasiasten und Seminaristen. Seminarlehrer Kuhn trug ein österreichisches Reiterlied vor, das großen Beifall fand. Die Geigenkapelle der Jungwehr tat sich durch musikalische 8 hervor. EN Dr* her hielt die 1 iser weihte Lehrer Koch ein begeistert aufgenommenes Hoch. Mit dem Gesang des niederländischen Dankgebetes schloß die Feier.
Starkenburg und Rheinhessen.
ch. Bingen, 23. Marz. Der im hiesigen Hospital unter ⸗ gebrachte Pfründner Nissing überfiel eine Krankenschwester. Diese vermochte zu entkommen und Lärm zu schlagen, worauf Nissing aus Furcht vor den Folgen sich in die Dunggrube stürzte. Zwei Insassen des Hospitals versuchten ihn herauszu- ziehen, mußten aber von ihrem Vorhaben absehen, da sie selbst in Gefahr gekommen wären, Nissing zudem sich zur Wehr setzte. Er
ertrank. . dessenNassau. i
h. Frankfurt a. M., 24. März. Mit der Aufnahme des Kartoffelbestandes in einem hiesigen Haushalte wurde der Hausbursche betraut. Nach Stunden kam er aus dem Keller zurück. Er meldete der Herrschaft, daß sich im Keller— 4572 gesunde und 112 kranke Kartoffeln befänden. Der Bursche erhielt für seine Glanzleistung ein besonderes Lob.
h. Frankfurt a. M., 24. März. Während man in den letzten Jahren zur Beratung des städtischen Haushaltsplans gewöhnlich drei Monate brauchte, erledigte man gestern die ge⸗ samte Feststellung des Plans in knapp zwei Stunden. Bemerkens⸗ wert ist die l einmütige Annahme des Plans durch sämt⸗ liche Parteigruppen, die Sozialdemokraten eingeschlossen, ein in der Geschichte der Stadt noch nicht dagewesenes Ereignis. Zwei weitere Sitzungen, die der Beratung des Haushaltsplans wegen, noch in dieser Woche stattfinden sollen, fallen nunmehr aus. Der Haushaltsplan für 1915 schließt im Ordmartum der Allgemeinen Verwaltung mit 58 976 190 Mk.(1914: 62312 020 Mk.) im Extraordinartum mit 4 567 000 Mk. 9034970 Mk.), im Ordi⸗ nartum der Betriebsverwaltung mit 76 106 570 Mk.(78 082 100 — und im Extraordinarium mit 4577160 Mk.(9 130 930
rk) ab.
b. Bad Homburg v. d. H., 24. März Die Stadtver⸗ neten⸗Versammlung nahm nach der Bewilligung kleinerer Magistratsvorlagen und der Einführung des Stadtverordneten Arrabin als Magistratsmitglied den neuen Haushaltsplan für 1915 entgegen. Dem einleitenden Bericht zufolge schließt das laufende Jahr mit einem Fehlbetrage von rund 33000 Mark ab. Der Haushaltsplan für 1915 hat alle durch den Krieg entstehen⸗ den Ausgaben ins Extraordinarium gestellt und will sie durch Kriegsanleihen decken. Er schließt trotzdem und trotz aller Spar⸗ samkeit mit einem Fehlbetrag von 53 200 Mark ab, der aber durch die in Aussicht stehende Erhöhung der Kreissteuern und die größeren Ausgaben für die Kriegsfürsorge sich noch wefentlich steigern dürfte. Zur Deckung des Fehlbetrags sollen Einkommensteuer und Betriebssteuer erhöht werden. Für die Kriegsausgaben soll eine Anleihe von 250 000 Mark aufgenommen werden.
l. Aus der Rhön, 24. März. Beim Spielen an dem Ufer der hochgehenden Streu stürzten in Mellrichstadt die Tochter des Buchdruckereibesitzers Bauner und die des Arbeiters Seifert 3 Fluß und ertranken. Eine Leiche konnte bisher erst
rgen
g werden. Candwirtschaft.
— Rom, 23. März. Nach den Veröffentlichungen des Inter⸗ nationalen Landwirtschastlichen Instituts hat die Weltproduk⸗ tion an Weizen im Jahre 1914/15 1004 Millionen Zentner betragen, das sind 91,9 Prozent der Produktion des voran- gegangenen Jahres, 100,7 Prozent der Durchschnittsproduktion der fünf letzten Jahre, und 107,5 Prozent der Turchschnittsproduktion der zehn letzten Jahre; die Produktion an Roggen 442 Millionen Zentner, das sind 93,2 Prozent der Produktion des Vor⸗ jahres, 99,6 Prozent bezw. 105,5 Prozent der Durchschnittsproduk⸗ tion der genannten Zeitabschnitte; Gerste 305 Millionen Zentner (870 95,0 102,6 Prozent): HDaser 625 Millionen Zentner(90,1 97,3 106,2 Prozent); Mais 937 Millionen Zentner(107,2 103,4 106,6 Prozent). In den Ländern, die dem Institut ihre statisti⸗ schen Daten liefern, ist die Weizenproduktion im Jahre 1814/15 um 36 Millionen Zentner über den Durchschnitts verbrauch der letzten fünf Jahre gestiegen, die Roggenproduktion um 2 Millionen Zentner, die Maisproduktion um 41 Millionen. Dagegen ist die Produktion an Gerste um 19 Millionen Zentner, die an Haser um 17 Millionen Zentner gegen den Durchschnitts verbrauch der letzten fünf Jahre zurückgeblieben.
Bandel.
Frankfurt a. M., 24. März.(WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen ordentlichen Hauptversammlung der Mitteldeuts chen Creditbank wurden sämtliche Anträge der Verwaltung ge⸗ nehmigt und die Verteilung einer Diwidende von 5 ¼ Prozent be⸗ schlossen. Die ausscheidenden Mitglieder des Aufsichts rates wurden wiedergewählt.
Märkte.
Fd. Wiesbaden. Viehhos⸗ Marktbericht vom 24. März. Auftrieb: Rinder 96(Ochsen 11, Bullen 12, Kühe und Färsen 73), Kälber 264, Schafe 11, Schweine 469.— Bei ziemlich regem Ge⸗ . 8 zu den gleichen Preisen wie am 22. März der Markt geräumt.
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Mirchliche Nachrichten. . Jsraelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd- Anlage). Samstag, den 27. März 1915: Lorab end 6.30 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Ubr. Sabbatausgang: 7.35 Uhr. Israeli Religion 1 f e en— schaft. Sabbatseier am 27. März 1915 abend 6.20 Uhr. g vormittag 8.30 Uhr. Predigt. nachmittag 3.30 Ihr. — Uhr. 5 45, nachmitta N Niontag morgen 6.00—
Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 26. März 1915: Wechselnd bewölkt, meist trocken, etwas kälter, nordwestliche Binde.
Letzte Nachrichten.
Flieger über Holland.
25. März. reiche Fl
2 über deln Jens Grenzen laut„Köln. eine„ Von Hul st aus sah man jenseits der Schelde drei Fl zeuge, die na A den egen. Endlich mußte bei Hruin in—
—
ein englisches Flugzeug niedergehen. Der Junsasse, ein Offi⸗ zier, wurde in Haft genommen. f Die Kämpfe in den Karpathen.
Wien, 25. März.„Pesti Hirlap“ meldet: Die ganze Kar⸗ pathenfront entlang haben große russische Massen wie⸗ derum einen Durchbruchsversuch gegen die Stellungen der Verbündeten gerichtet. Besonders heftig grissen sie die Höhe von Kamincz an. Die Tscherkessendivision, in der sich die besten Schützen befinden, warf sich mit Todesverachtung auf diese Höhe, die vom Debrecziner Honved⸗Infanterie⸗Regiment verteidigt wurde. Die russischen Verluste waren in dem großen Kampfe er⸗ schreckend groß. Nach längerem Hin⸗ zind Herwogen des Kampfes zeigte sich die Ueberlegenheit der ungarischen Krüfte und der um⸗ garischen Bajonette. Bei Einbruch der Dunkelheit befanden sich sämtliche Schützengräben, um die der Kampf geführt wurde, im Besitz der österreichisch arngarischen Truppen. Die Siegesfreude konnte auch durch das Bekanntwerden des Fulles von Przenuys! nicht gestört werden.
Budapest, 25. März.„Az Est“ meldet aus den Karpathen: Das russische Infanterie⸗Regiment Nr. 217 versuchte mit seinen vier Bataillonen unsere Stellung zu nehmen, die unsererseits von einer Brigade gehalten wurde. Diesen Angriff haben wir mit einem Gegenangriff erwidert Unter persönlicher Führung des Obersten Huber wurde der Gegenangriff mit 2½ Ba⸗ tailonen unter furchtbaren Verlusten für die Rus⸗ sen durchgeführt. Das russische Regiment wurde vernichtet. 2000 Tote und verwundete Russen bedeckten den Kampfplatz, den unsere Truppen in Besitz nahmen. Außerdem machten wir 11 Offiziere und 611 Mann zu Gefangenen. Unsere übrige Beute war enorm; außer sehr viel Munition und Maschinengewehren erbeuteten wir 1500 Gewehre. Der Feldmarschalleutnant Bartholdy sprach dem Obersten in dem Tagesbefehl seine Anerkennung aus.
Die Lage in Smyrna. N Smyrna, 25. März. In Smyrna herrscht völlige Ruhe und Ordnung, die aber auch in den kritischsten Tagen niemals ge⸗ stört worden ist. Der Versuch des englischen Admirals, die Stadt durch hundert Schüsse zu schrecken, stellt sich heute als ein un⸗ geheurer Bluff dar, um dem damals vor dem Entschluß stehenden Griechenkönig Konstantin Smyrna als eine lockende Morgengabe zu zeigen. Perten Pascha hat die Verteidigung glänzend geleitet und durch das Feuer der Forts den Feind vier Tage lang von der Seeengeneinfahrt zurückgehalten, die durch Versandung eines größ⸗ ten Teiles des Buchteingangs verengt und somit von Natur schwer zu vollführen ist. Als ex drei früher gekaperte und vier festgehal⸗ tene englische Frachtschiffe in den Eingang führte, um sie zu ver⸗ senken, wurde ihm bei einem die Arbeit durch die Engländer ab⸗ genommen, die das Schiff für ein türkisches hielten und durch drei wohlgezielte Schüsse breitseits selbst zum Sinken brachten. Kitcheners neue Armer.
i. Köln, 25. März. Ueber die neue Armee Lord Kitcheners erhielt nach der„Köln. Ztg.“ ein Vertreter der Agence Havas folgende Mitteilungen von einer führenden englischen Persönlich⸗ keit: Während die englischen Soldaten sich bisher aus den miedrig⸗ sten Schichten des Volkes rekrutierten, setzt sich die neue Armee aus Angehörigen der mittleren Volksklassen zusammen und nähert sich in ihrer Zusammensetzung dem französischen Heere. Hinsichtlich des Geistes der Armee erklärte der Führer, daß der englische Durchschnittssoldat im atz zu den Fran⸗ zosen nicht viel vom Kriege wisse. Er fühle nur ver⸗ worren, daß es unangebracht sei, jetzt zu Hause zu bleiben, und dies Gefühl sei gebieterisch genug, um Millionen Menschen zu be⸗ stimmen, unter die Fahnen zu treten.(Der englische Führer stellt damit der Intelligenz des sei dunkeln Drange Durchschnittsengländers nicht ein glänzendes Zeugnis Red. d. Gieß. Anz.
Japan und England. Kristiania, 25. März.„Aftenposten“ meldet aus London:
Der„Morning Post“ wird von ihrem Korrespondenten in Tientfin
gedrahtet: Die Zeitungen in Tokio bringen Unterredungen mit 74
den Militärbehörden, in denen die Möglichkeit, nach Chinas Hauptstadt zu marschieren, lebhaft erörtert wird. Die Londoner Zeitungen warnen Japan vor einer herausfordernden Politik. Der kleinste Funke könne
jetzt China in Flammen setzen. China mache ehrliche Verfuche, 4
Japan entgegenzukommen. Es würden schwer lösliche Verwick⸗ kungen infolge einer Invasion us entstehen. An diesen würde Japan allein Schuld haben. Deshalb würden ernstliche Vorstellun⸗ gen in der japanischen Botschaft gemacht.
Sparsamkeit. Das gewaltige Völkerringen macht sich für uns.
die wir in der Heimat, dank der zähen Tapferkeit unserer berrlichen Truppen im Osten und Westen, sicher und ruhig leben können, bauptsächlich in wirtschaftlicher Hinsicht direkt bemerkbar. manchen Berufen zeigt sich Arbeitslosigkeit; Lebensmittel und Klei⸗ dungsstosse beginnen seltener und teurer zu werden. Desbalb ist der einzelne genötigt, für sich selbst wie für die Gesamtheit zu sparen.
Die Lebenshaltung wird einfacher, auch die Kleidung kann nicht mehr so oft erneuert werden wie früher. Wohl uns, daß es Ein⸗ richtungen gibt, nicht nur die Leib und Bettwäsche, sondern auch die Oberkleidung zu säubern oder zu färben und wieder so herzu⸗ richten, daß der Träger weder in seinem Reinlichkeitsbedüxrfnis noch in seinem Schönheitssinn irgendwelche Einbuße erleidet! Ein gerei⸗ nigter Anzug, ein gefärbtes Kleid machen die Anschaffung von neuen Fleidungsstücken überflüssig, ebenso geht es mit Teppichen, Portieren u. dgl. f
Wir empfinden die Knappheit an Wolle und die dadurch be: dingte Preissteigerung nicht wenn wir unsere alten Kleidungsstücke wieder herrichten lassen. Dadurch nützen wir der Volkswirtschaft und unserem eigenen Geldbeutel in gleicher Weise. r
Beim Färben sowohl als auch bei der chemischen Reinigung werden viele Krankbeitskeime entfernt. Die Durchlässigkeit der Stosse für die Ausdünstungen wird modern hergestellt wie bei neuen Kleidern. Also auch in hygienischer Beziehung nützt die enn der Kleidung und erspart dem Eigentümer viel Geld.
Järberei Gebr. Röver, chem. Waich Anstalt
Läden und Annabmestellen in Gießen und Umgegend. 2788
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung. Betr.: Die Bereitung von Backpare.
Unter Bezugnahme auf 8 3 Absatz 2 der Bundes ratsverordnung vom 5. Januar 1915 und 14 Februar 1915 und die zugehörige Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern vom 24. Fe⸗ bruar 1915(Kreisblatt Nr. 22 vom 2. März 1915) wird hiermit bis auf weiteres gestattet, daß
1. Weizenmehl(83 Absatz 1 der Bundesrats verordmumg vom
5. Januar 1915 und 14. Februar 1915) in einer Mischung verwendet wird, die weniger als 30 Gewichtsteile Roggen⸗ mehl und zwar bis herunter zu 10 Gewichtsteile Roggenmehl unter 100 Teilen des Gesamtgewichts enthält:
2. an Stelle des Roggenmehlzusatzes auch Kartoffeln oder an⸗
dere mehlartige Stoffe verwendet werden.
Es werden der Oberbürgermeister zu Gießen für den Bezirk der Stadt Gietzen, sowie der Ausschuß für die Regelung des Ver⸗ brauchs von Brotgetreide und Mehl, letzterer für den Bezirk der Landgemeinden des Kreises, ersucht, zum Zweck einer Verminde⸗ rung des zurzeit zu dem vorhandenen Vorrat an Roggenmehl
nicht im richtigen Verhältnis stehenden Vorrats an Weizenmehl!
das hiernach Erforderliche alsbald zu veranlassen.
Gießen, den 24. März 1915. 1
Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. finger 7
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