Ausgabe 
(16.3.1915) 63. Zweites Blatt
Seite
96
 
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Subeint taglch mit Ausnahme des Sonntags.

DieSietzener Famisienb latter werben dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Areisblatt für den Ureis Steen zweimal wöchentlich. Die Laudwirtschaftlicren Seit fragen! erscheinen monatlich zweimal.

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105. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General⸗Anzeiger für Oberhessen

Dienstag, 15. März 1915

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul

straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S851, Schrift⸗

leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen.

Die Beschäftigung von Kriegsgefangenen eine

nationale Frage.

Bald wird eine Million von Kriegsgefangenen in Deutschland interniert sein, Menschen im besten Lebens- alter, die verpflegt sein wollen, die essen und trinken wollen und die unsere ohnehin knappen Nahrungsmittel weiter von Tag zu Tag reduzieren; also Esser, die weiter nichts sind als solche, die nichts dazu beitragen, um der fortgesetzten Verringerung des National-Wohlstandes zu be⸗

en. Das kann nicht so weiter gehen. Die starken Kräfte, die wir in diesen r besitzen, müssen, soweit tunl ich, bar gemacht werden. Sie müssen verwendet werden, i ondere, um unserem Mangel an Industrie⸗ Arbeitern und demnächst an landwirtschaftlichen Arbeitern abzuhelfen. Merkwürdig, daß man so spät und so zögernd an die Verwendung dieser Kräfte herantritt, nachdem man doch wissen konnte, daß in 1870/71 die besten Erfahrungen mit der Verwendung von Kriegsgefangenen gemacht wor⸗ den sind und nachdem ferner die schüchternen Anfänge, die man vor 23 Monaten betätigte, gute Erfolge ver⸗ hießen. Gewiß ist richtig, daß es Zwangsarbeit nicht gibt, daß vielmehr die 1 nur wenn sie freiwillig sich bereit erklären, zur Arbeit herangezogen werden dürfen, aber ebenso richtig ist, daß sie gerne sich melden, gerne an Stelle der Langeweile des Lagerlebens eine Tätigkeit ausitben und gerne Geld verdienen. In allerneuester Zeit regt es sich allenthalben, zunächst in der Industrie und be⸗

ustigt von den Behörden, mit der Heranziehung der Kriegsgefangenen. Die Gründe, die man gegen dieselbe ins Feld geführt hat, sind 955 widerlegt:

Zunächst der eine, daß unsere einheimischen Arbeiter abgeneigt wären der Zusammenarbeit mit den Fremdlin⸗ unsere Arbeiter wissen wohl, daß der einzelne fremde

dat nicht unser Feind ist, sondern daß Volk gegen Volk kämpft. Sie wissen auch, daß für den Kriegsgefangenen der Krieg zu Ende ist und daß er nach Friedensschluß wieder in seine Arbeit und seinen Beruf zurückkehrt.

Auch der andere Grund, den man angeführt hat, daß nämlich die Kriegsgefangenen zur Lohndrückerei verwendet würden, ist hinfällig, denn es besteht allenthalben ein solcher Mangel an Arbeitern, daß sunsere einheimischen Kräfte keineswegs schlechter gestellt werden, durch die Einstellung von Kriegsgefangenen, sondern indirekt Vorteil davon haben, weil diese Arbeiter der Aufrechterhaltung der Be⸗ triebe und des wirtschaftlichen Lebens dienen. Man trug weiter Bedenken, ob die Kriegsgefangenen nicht allzusehr

und allzulange der Arbeit entwöhnt seien ein Umstand, der ja gewiß beachtlich ist, der aber nach den jetzigen Erfah⸗ rungen bereits kurze Zeit nach Einstellung der Arbeiter ver⸗

schwindet. Es kommt endlich noch die Gefahr der Ent⸗ weichung der Gefaber es ist nicht zu befürchten. daß ein gemeiner[dat aus der Gefangenschaft flüchtet, um wieder an dem Kriege teilzunehmen; bei Offizieren liegt

die Sache anders. Der Gedanke endlich, daß diese Arbeiter Unfug stiften,

uche bewirken sollten und dergleichen, ist ganz aus⸗ zuschließen. Es ist auch vom vaterländischen Stand⸗ punkte aus viel richtiger, daß man Kriegsgefangene einstellt, um dringende Arbeiten zu bewirken, als daß man deutsche Soldaten für solche reklamiert, denn durch Freigabe dieser 1 die. die ihr zur Verfügung stehende

acht, während durch die Beschäftigung von Kriegsgefan⸗ genen brachliegende Kräfte nutzbar gemacht werden. Unsere Industrie, namentlich die Erzbergwerke und die Hütten, von denen die Herstellung von Eisen und Stahl verlangt wird, leiden empfindlich unter dem Mangel an Arbeitern. Ein Bei⸗ spiel liegt uns ganz nahe: Das hiesige Braunsteinbergwerk, dessen Produkte zur Versorgung der Hutten dienen, und auf das die Hütten bei dem Mangel an jeglicher ausländischer Zufuhr in erheblichem Maße angewiesen sind, kann nur we⸗ nil mehr 92 die 1 dessen 1 was es in nor⸗ malen Zeiten zu leisten vermag. Es erfüllt infolgedessen einen m bende e Zweck nicht und es lei⸗ det selbst darunter Not, indem sie selbstverständlich eine Ein⸗ schränkung der Produktion den Reinverdienst mindert oder gar aufhebt. Es müssen besondere Gründe sein, die bisher verhindert haben, daß man hier Kriegsgefangene, die man so nahe haben kann, nicht verwendet. An der Militärbehörde wird es wohl nicht liegen, denn diese wünscht selbst die Verwendung der Gefangenen, sie wird auch gewiß dem Werke in bezug auf Löhnung, Verpflegung und Unterbrin⸗ gung der Leute entgegenkommen. 5 8 . In Bochum end schon seit mehreren Wochen Kriegs⸗ gefangene auf den SchächtenDannebaum⸗Zug und Prinzregent eingefahren, die Buderusschen Eisen⸗ werke in Wetzlar beschäftigen seit längerer Zeit schon Gefangene. Die Gewerkschaft Ilse hat zu Anfang Fe⸗ bruar bereits 225 Mann beschäftigt, die Bremerhütte in Siegen hat Russen von der KommandanturBad Orb bezogen, in zahlreichen Steinbruchbetrieben, Ziegeleien und keramischen Betrieben sind sen und Russen beschäf⸗ tigt, erst in letzter Zeit hat beispielsweise eine Kolonne bei der Feldbereinigung in dem benachbarten Orte Salzböden Verwendung gefunden. Besonders zu beachten ist die Tat⸗

sache, daß im rheinisch⸗westfälischen Kohlenrevier die Kriegs⸗ lad

enn auch unter Tage verwendet werden und man gute Erfahrungen hiermit gemacht hat. Auch die Stadt Gießen wird wohl Gelegenheit haben, Erdbewe⸗ ungen, Straßenzüge, Planierungen, Herrichtung von Ge⸗ ände zur landwirtschaftlichen Benutzung durch Kriegsge⸗ fangene zu bewirken.

In demden das deutschg Volk zur Aufrecht⸗

er 19** irtschaftslebens und damit zur Durch⸗ haltung des schweren 1 führt, ist es in hohem Ma angebracht, daß alle zur Verfügung stehenden Mittel und Kräfte her werden und daß der Verzehr an Nah⸗ rungsmitteln, wir durch die ungeheure Masse von Kriegsgefangenen erleiden, 0 0 um Teil ausge- glichen werde durch Verwendung Kräfte derselben.

AInsbesondere auch die Landwirtin erster Linie die größeren Güter, N auch die wegen Velrlebe wer⸗ den gar nicht anders können, als demnächst, wenn die Fel⸗ der abtrocknen, und die ersten Arbeiten eginnen können, an die Heeresverwaltung heranzutreten mit der Bitte um Ueberlassung von Gefangenen.

Der Rückzug der neuengr ssischen zehnten Armee. Berlin, 15. März.(WTB. Nichtamtlich) Aus dem Großen Hauptquartier wird uns über den Rückzug der neuen russischen 10. Armee das Folgende geschrieben: Nach dem Zusammenbruch der russischen 10. Armee in der Winterschlacht in Masuren und der Kapitulation im Forst von Augustow sammelten sich die Reste des russischen 3. Armeekorps unter den Befestigungen von Olita, jene des 26. und des 3. si⸗ birischen Korps waren auf die Festung Grodno und hinter die Bobrlinie zurückgegangen. Der Armeefuͤhrer, General v. Sievers. und sein Generalstabschef, sowie der Kommandierende General des 3. Armeekorps, wurden abgesetzt, drei neue Armeekorps, das 2., 13. und 15., nach Grodno herangezogen und die gelichteten Reihen der übrigen Korps mit Rekruten aufgefüllt. So entstand neuerdings eine russische 10. Armee, die Ende Februar vergebliche Anstrengungen machte, die deutschen Truppen, die bis zur Bobr⸗ linie und dicht an die Festung Grodno vorgerückt waren, zu ver⸗ treiben. Bei diesen Angriffen erlitten die Truppen des bei Tannen⸗ berg vernichteten, inzwischen neu aufgefüllten 15. Armeekorps, die in den unbeholfenen, dicken Angriffskolomten vorgingen, die schwersten Verluste. Es lag nicht in der Absicht der deutschen Führung, dicht vor der mit Beton ausgebauten Bobrlinie und den Forts von Grodno sich festzulegen und eine Aufstellung bei zubehalten, die dem Feinde die offene linke Flanke bot: es war vielmehr in Aussicht genommen, sobald wie irgend möglich die Ope⸗ rationsfreiheit wiederzugewinnen. Vorher galt es jedoch noch, die ungeheure Beute zu bergen, die allenthalben in dem Forst von Augustow zerstreut lag. Sobald diese Arbeiten einigermaßen be⸗ n waren, leiteten die deutschen Truppen jene Bewegung ein. die zu der beabsichtigten neuen Gruppierung führten. Der rechte Flügel nahm in der Gegend von Augustow inzwischen vorbereitete Stellungen ein. Andere Kräfte wurden an geeigneten Punkten ver⸗ sammelt. Planmäßig wurden zunächst alle deutschen Verwundeten einschließlich der Schwerverwundeten zurückgeschafft, auch wurden Kolonnen, Trains, Fahrzeuge aller Art usw. so rechtzeitig zurück⸗ esandt, daß sich der Rückmarsch der Truppen trotz vereister Wege glatt vollzog. Dem Feind blieben die deutschen Bewegungen völlig verborgen, ja er belegte am Vormittag des auf unseren Ab⸗ zug folgenden Tages die ehemaligen deutschen Stellungen mit Ar⸗ tilleriefeuer genau wie an den früheren Tagen. Die deut⸗ schen Truppen hatten die geplanten Aufstellungen bereits eingenommen, als der russische Armeeführer, wie aus den Aussagen gefangener Stabsoffiziere hervorgeht, einen sieg⸗ atmenden Befehl erließ, in welchem von großen Erfolgen auf der ganzen Linie die Rede war und durch den die Unterführer zu denenergischsten Verfolgungsoperationen bis in den Rücken des Feindes, den man bei Kalvarya anzunehmen schien, angespornt wurden. In großer räumlicher Trennung setzten sich das dritte russische Armeekorps von Simno auf Lezdsieje, das zweite Armeekorps von Grodno über Kopziewe⸗Seiny auf Krasnopol in die übrigen russischen Korps gingen durch den Forst von Augustowo vor, stießen hier aber sehr bald auf starken deutschne Widerstand, den zu brechen den Russen nicht gelang, obwohl sie mit zwei⸗ und dreifacher Ueberlegenheit mehrere Tage hinter⸗ einander die deutschen Stellungen angriffen. Am 9. März begann die deutsche Offensive gegen das auf dem russischen rechten Flügel vorgehende dritte Armeekorps. Als 2 sich plötzlich bei Lezoͤsieje und Swiente⸗Jeziery von Nor⸗

eee e ückzug in icher u üÜdöstlicher Richtung an, mehrere hundert Seeange und einige Maschinen in umferer Hand

lassend. Durch diesen. gab der russische Führer die Flanke des benachbarten zweiten Armeekorps frei, sen Kolonnen am 9. März, wie unsere wackeren Flieger meldeten, Berzniki und Giby erreichten. Gegen dieses Armeekorps richtete sich jetzt die Fort⸗ setzung der deutschen Offensive. Diese durchzuführen war wahr⸗ haftig keine Kleinigkeit, denn es herrschten elf und mehr Grad Kälte, und die Wege waren so glatt, daß Dutzende von Pferden aus Erschöpfung umfielen und die Infanterie nur zwei bis drei Kilometer in der Stunde zurückzulegen vermochte. Am 9. und 10. März kam es bei Sejny und Berzniki zum Kampf gegen den überraschten Gegner, dessen Vorhut sich bereits zum Angriff im westlicher Richtung bei Krasnopel entwickelte und sich jetzt ge⸗ zwungen sah, nach Norden Front zu machen. Sejny und Berzniki wurden noch in der Nacht vom 9. zum 10. März erstürmt, bei Berzniki zwei ganz junge Regimenter völlig aufgerieben und die beiden Regimentskommandeure gefangen. Der russische Armee⸗ führer, der wohl eine Wiederholung der Umfassungsschlacht von Masuren kommen sah, gab am 10. März, die Aussichtslosigkeit weiteren Widerstandes einsehend, seiner gesamten Armee den Befehl zum Rückzuge. Bald konnten unsere Flieger die langen Marschtolonnen des Feindes wahrnehmen, die sich auf der ganzen Linie von Giby bis Sztabin durch den Forst von Augu⸗ stow in vollem Rückzuge auf Grodno befanden. Am 11. März besetzten unsere Truppen in der Verfolgungshandlung Makarze, Frencki und Giby. Eine deutsche Kavalleriedivision nahm noch in der Nacht Kopziewo im Sturm; sie zählte dort allein dreihundert tote Russen. Ueber 5000 Gefangene, 12 Maschinen⸗ c und drei Geschütze blieben in unserer

and. Größere ernstliche Kämpfe fanden nicht statt. Allein die Drohung mit einer kräftigen deutschen Umfassung genügte, um nicht nur den bedrohten Flügel, sondern die ganze feindliche Armee, die sich auf eimer Frontbreite von nicht weniger als fünfzig Kilometern Bie Angriff aufbaute, zum schleunigsten Rückzuge zu veranlassen.

ie Tragweite einer derartigen Bewegung, ihre moralische Wir⸗ kung und die Einbuße an liegengebliebenem Material aller Art, das nun zum zweitenmal den Augustower Forst erfüllt, läßt sich zurzeit nicht übersehen.

Aus dem Reiche.

Zur Volksernährungsfrage.

Berlin, 15. März(RTB. Nichtamtlich) Die Zentral⸗ einkaufsgesellschaft m. b. H. ließ auf gestern abend Ein⸗

ungen zu einem Vortrag überdas Gefrieren von Schweinefleisch in das Hotel Kaiserhof ergehen. Erschienen waren: Staatsminister von Loebell, Staatsminister Dr. Sydow, die Unterstaatssekretäre Dr. Richter, Dr. Drews, Dr. Gveppert, Jahn, Frhr. vom Stein, die Bundesratsbevollmächtigten von Sichart und Dr. Paulssen, von der Zentraleinkaufs-Gesellschaft die Herren v. Hol Geh. Rat Frisch, ferner Admiral von Holtzendorff, Geh. Rat Prof, Sering, Ministerialdirektor Thiel, der Vorsitzende der Heereseinkaufs⸗Gesellschaft Oetonomierat Burchardt, zahlreiche Oberbürgermeister, Bürgermeister und Vertreter der Presse. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Zentraleinkaufs⸗

Gesellschaft eröffnete Exz. Dr. Richter die Versammlung mit einer en Darlegung über die Auf und Ziele der Gesellschaft, deren Tätigkeit sich angesichts Erschwerung der

Einfuhr an Rohstoffen und Lebensmitteln insbesondere auf die nenn bene 555 12 Reid wers e der richten face n age wirtsch i Durchhaltens gelöf een eee Gn Ai Herweise dürfe anch dee Prager der well. . B Ae ll ung vom 1. Dezem 8 e en öst betru werden es sei dringend zu wünschen, daß 8

ihren Bedarf durch Vermittlung der Zentralei ell deckten, um der unwirtschaftlichen e

Vollfleischige Schweine von 120 bis

begegnen. Sodann verbreitete sich Oberingenieur Cattineo über die technische Seite des Einfrierens, des einzigen Ver⸗ sahrens, das die Konservierung der in Betracht kommenden un⸗ gemästeten Schweine ermögliche. Der Vortrag gipfelte in der mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Feststellung, daß technische Schwierigkeiten der Lösung dieser Aufgabe nicht mehr im Wege stehen, und stellte die bereitwillige Mitwirkung der deutschen Kälte⸗ industrie in sichere Aussicht. Staatsminister v. Loebell dankte zugleich im Namen des Staatsministers Dr. Sydow für die Einladung und die überaus dankenswerten Vorträge der beiden Redner. Er sprach die feste Ueberzeugung aus, daß der unermeßliche Schatz der Hingabe an die vaterländischen Interessen, die schon bisher in den Stadtverwaltungen zutage getreten sei, auch jetzt sich glänzend offenbaren werde, zumal das Entgegenkommen des Reichsschatzamtes den Städten die Hälfte des finanziellen Risikos der Aufstapelung an Vorräten abnehme. Er appellierte schließlich an die wertvolle Mitarbeit der Presse. Kommissionsrat Krü⸗ ger, Direktor der Gesellschaft für die Markt- und Kühlhallen in Berlin, gab wertvolle Winke über die Erfahrungen beim Ein⸗ frieren, Lagern und Auftauen der Fleischwaren. Schlachthof⸗ direktor Kögler-Chemnitz sprach über das Problem der Massen⸗ schlachtungen auf Grund der Chemnitzer Erfahrungen.

Auf einen Einwand bezüglich des Personalbedarfes für diese Massen⸗

schlachtungen verwies Geheimrat Sering auf die Leistungen des Großbetriebs in Amerika. Nachdem Exzellenz Richter sämtlichen Rednern den Dank der Gesellschaft ausgesprochen hatte, begab sich die Versammlung zu einem Probeessen in dessen Speisefolge Klippfisch(vor zehn Monaten eingefischt), gekochtes und gebratenes Fleisch von Schweinen, die seit sechs Monaten in Gefrierräumen lagerten, eine glänzende, schlechthin einwandfreie Probe auf die vorhergegangenen theoretischen Darlegungen lieferte. Insbesondere das Schweinefleisch war von hohem Wohlgeschmack und von frischem nicht zu unterscheiden. So hinterließ auch dieser Abend die freudige Zuversicht mit Bezug auf unsere Fähigkeit, die großen und ernsten Aufgaben der Zeit glücklich zu lösen.

Berlin, 15. März.(WTB. Nichtamtlich.) Wie dieGer⸗

mania meldet, beschloß das Zentralkomitee für die General⸗

versammlung der Katholiken Deutschlands, das gestern hier unter dem Vorsitz des Grafen Droste zu Vischering tagte, auch in diesem Jahre mit Rücksicht auf den Krieg von

der Veranstaltung einer Katholikenversammlung Abstand zu

nehmen. Da die Sitzung die erste sseit der Thronbesteigung des Papstes Benedikt war, wurde ihm ein Huldigungs⸗ und Ergeben⸗ heitstelegramm gesandt. 1 6 Straßburg(Elsaß)

lich.) Durch eine Naiserlich Hauptquartier, 8. März, werden die beiden Kammern des elsaß-lothringischen Landtags auf den 8. April zusammenberufen.

Märkte.

Gießen, 16. März. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,101,20 Mk.: Hützmer⸗ eier 1 Stück 1011 Pia. 2 Stück 00 Pig. Enteneier 1 St. O Pfg. 2 St. 00 Pig.;: das Stück 78 Pfg., Käsematte 2 Stück 60 Pfg.: Tauben das Paar 1,001,40 Mk., Hühner das Stück 1,00 2,50 Mk., Hahnen das Stück 1.00 2,50 Mt., Enten das Stück 2,503,00 Mk., Gänse das

Pd. 7080 Pfg.; Welsche 45 Mk.; Ochsenfleisch das Pfd. 9098 Pfg., l N

Rindfleisch das Pfund 9094 Pfg., Kuhfleisch 8090 Pfg., Schweine fleisch das Pfund 100 116 Pfig., Hammelfleisch das Pfund 8096 Vfg.;

Kartoffeln 100

1013 Mk., Weißkraut das Stück 1525 Pig.: Zwiebeln der Bie

12,00 15,00 Mk.: Milch das Liter 24 Pfg.: Aepfel der 8 1520 Mk.; Birnen das Pfund 1215 Pfg., Nüsse 100 4050 Pig. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.

fe. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 15. März. 3

Auftrieb: Rinder 1583(Ochsen 204, Bullen 56, Kühe und Färsen 1323, Kälber 387, Schafe 86, Schweine 2569. 5 5

Tendenz: Rinder flott, geräumt, Kälber, Schafe und Schweinn Preise für 100 Pfd.

flau.

Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. wertes, 47 Jahre alt. 5660 102 108 die noch nicht gezo rh(ungejochte) 5054 91100 ullen. Vollfleischige, aus gewachsene, höchsten Schlachtw. 5255 8692 Vollfleischige, jüngere 4750 8285 Färfen, Kühe. 5 Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 5055 9098 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht⸗ wertes bis zu 7 Jahren.. 4652 86 93 Wenig gut entwickelte Färsen 80 90 Aeltere ausgemästete Kühe 40-45 7484. Mäßig genährte Kühe und Färsen.. 3639 6678 Gering genährte Kühe und Färsen. 2630 6077 Kälber. Feinste Mastkäl ber 5862 961038 Mittlere Mast⸗ und beste Sauagkälber 5357 88 95 Geringere Mast- gute Saugkälber 4852 8188 Sch ase. Mastlämmer und jüngere Masthammel. 5000 10800 Schweine.

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150 kg Lebendge wicht.. 35.00 90.00 102.00 105.00 le. Frankfurt a. M., 15. März.(Orig.-Telegr. desGieß Anz.) Fruchtmarkt. Nachden: nun auch die Gerste beschlag nahmt worden ist, hat der Handel in Getreide sast ganz aufgehört. Nur Mais ist noch im Verkehr und notierte 5255 Mk. Futter- mittel sest. Sesamkuchen 36,0036,65 Mt., Kokoskuchen 37,00 bie 37,20 Mk., Palmkuchen 36,0036,50, Leinkuchen 60 Mk., Beram⸗ kuchen 38,5040,00 Mk., Rapskuchen 32,00 Pik. Alles für 100 kg netto lose ab Fabrik. se. Fraukfurt a. M., 15. März.(Orig.⸗Telegr. des Gieß. Anz.) Kartoffelmarkt. Kartoffeln im Großhandel Mk. 11,50 bis 12,00 Mk., im Kleinhandel Mk. 12,00 13,00. Alles ver 100 Kg.

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15. März.(WTB. Nichtamt⸗ Verordnung, gegeben Großes

Gänseeier 1 St. 00 Pfg., 2 St. 00 Pfg.; Käse

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