Ausgabe 
(11.3.1915) 59. Erstes Blatt
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ice-Franenvereins, Frau Staats- Ahne ee as Zenn

en mitee. Kriegsschwestern des Alice-Frauenvereins tragen mit derKriegsschwestern⸗ Aufnahme durch das Zentralkomitee verliehen Nähere Auskunft, namentlich über die Rechte und Pflichten Kriegsschwestern, erteilen gern die Mitglieder des Zentral- komiters und die Vertrauensdamen des Alice⸗Frauenvereins. Bis jezt sind bereits 14 Kriegsschwestern in den Verband aufgenommen

Stadttheater. Zum Vortragsabend von L 01 Wüllner am kommenden Samstag sei noch eine Veen der Dresdener Nachrichten mitgeteilt:Ludwig Wüllner als Rhap⸗ sode Ein Mensch und Künstler wie aus einer anderen Welt Do erscheint Ludwig Wüllner auf dem Podium, die Erinne⸗ an das Kleine und Kleinliche all derer, die sich, mehr oder weniger berufen, zu den Vortragstischen drängen, versinkt irgend wohin, wenn dieser Mann für die Pracht und Schönheit deutscher n erglüht. Man ist, selbst ohne Anlage zum Miß⸗ en, leicht geneigt, seelischen Ekstasen während der Dauer eines Vortragsabends nicht so recht Glauben zu schenken. Wüllners sug⸗ gestiwe Kraft ist aber so gewaltig, d er sich, losgelöst von sei⸗ ner Unmgebung, nicht nur selbst in den Stimmungsbereich der Dich⸗ tung hineinzwingt, sondern die Zuhörer so mitreißt, daß das Dargebotene zum inneren Erlebnis für sie wird. Deutschlands finanzielle Rüstung wird morgen abend Professor Dr. Skalweit in einem Vortrag in der Neuen Aula behandeln. Abgef 1 von dem rein staats⸗ bürgerlichen Interesse, das der Kriegsanleihe entgegen⸗ gebracht wird, wird ein Vortrag, der diese und die deutsche Finanzlage zum Gegenstand hat, so viel des allgemein Wis⸗ senswerten bieten, daß ein starker Besuch zu erwarten ist. Die betreffende Bekanntmachung des Oberbürgermei⸗ sters n unsere Leser im Anzeigenteil. Berufsjubiläum. Am 12. März l. J. kann der Rechner der Bezirkssparkasse Gießen, Herr Wilh. Eisenhauer, auf eine 40jährige Tätigkeit bei dieser Kasse zurück⸗ blicken. Gewiß ein Zeichen gegenseitigen Vertrauens des n und seines pflichttreuen Beamten. er Postscheckverkehr. Im Reichspostgebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende 2 1915 auf 101 655 gestiegen.(Zugang im Monat Februar 791). Auf diesen Postscheckkonten wurden im Februar gebucht 1779.5 Mil- lionen Mark Gutschriften und 1764.6 Millionen Mark Last- schrüten. Bargeldlos wurden 1982,8 Millionen Mark des Um- satzes beglichen. Das Gesamtguthaben der Kontoinhaber betrug im Februar durchschnutlich 265,1 Millionen Mark Im inter- Postüberweisungsverkehr wurden 5,2 Millionen Mark umgesetz Wenn unanbringlich, zur Verfügung der Truppe. Feldpostbriefe mit Wareninhalt(Päckchen) nach dem Heere, die aus irgend einem Grunde dem Empfänger nicht ausgehändigt werden können, müssen an den Absender zurück⸗ 1 werden, wenn dieser nicht durch einen Vermerk, wie z. B. unbestellbar, zur Verfügung des Truppenteils, oder Wenn unanbringlich, zur Verfügung der Truppe, den Wunsch ausgedrückt hat, daß sie in solchem Falle den Kameraden des Adressaten zugute kommen sollen. Oft genug bedauern es die Ab⸗ sender, für die der Inhalt der Sendung nach der Rückkunft viel⸗ keinen Wert mehr hat, daß die Liebesgabe, die den zunächst

teil

ist. mit gens sind auch Zettel solchen im Handel Die Gch die Feldpostartikel feil halten, können zur der guten Sache viel beitragen, wenn sie den Käufern solche Zettel anbieten oder bei versandfertigen Waren den Ver⸗ merk auf die Umhüllung aufdrucken lassen.

35 Landkreis Gießen.

= Allendorf a. d. da., 10. Marz. Der heutige Markt wurde durch den Ernst der Zeit sehr beeinflußt. In frstheren Jahren waren neben Ferkeln besonders Schase in großer Zahl auf dem Frübjahrsmarkte zum Verkauf gestellt; diesmal aber war das Angebot in beiden Tiergattungen gleich Null, obwohl sich viele Kauflustige eingefunden hatten.

Kreis Büdingen. h. Büdingen, 10. März. Die Bäckerzwangsin⸗ ng für den Kreis Büdingen beschloß wegen der Steigerung r Mehl⸗ und Milchpreise in Zukunft Brötchen überhaupt nicht mehr zu backen, jegliche Backwaren nur gegen Barzahlung zu verabfolgen und das Brot nicht mehr den Käufern in die Wohnung zu schicken. Ferner müssen die Käufer alles Verpackungs material, wie Düten usw., den Bäckern besonders vergüten. Das Vierpfundbrot kostet 70, das Zwei⸗ brot 35 Pfg. Die von der Innung gefaßten Beschlüsse haben

r den ganzen Kreis Büdingen Geltung.

Kreis Alsfeld.

XJ Ruppertenrod, 10. März. Zu den fünf Tapseren aus unserer die mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurden, sind jetzt noch zwei weitere gekommen, so daß die Zahl der mit dem Eisernen Kreuz Belohnten aus unserem Orte sieben beträgt. Die letzteren sind der Offiziers⸗ Stellvertreter Fried- rich Kratz und der Landwehrmann Karl Geiß, beide stehen in

Frankreich. 7* Kreis Schotten.

Aus dem Vogelsberg, 10. März. Daß der alte . der schon seit Jahrzehnten in den Scheuern oder auf dem

peicher in einem Winkel lagert, noch so zu Ehren kommen und so 1 werden würde, das hätte kein Landwirt geträumt. Allerdings rosten und rasten und verfallen die 1 die zu seiner 1 e gehörten: Breche, Schwingstock, Spinnrad, Haspel und Webstuhl, weil die Hausindustrie des Tuchmachens ein⸗ segangen ist. Der Flachs aber, der noch aus dieser Blütezeit ist durch den Weltkrieg ein sehr begehrter Kauf⸗ gegenstand geworden. Die Händler, die jetzt die Häuser emsig 42 in denen noch Flachs aufbewahrt wird, bezahlen den * je nach dem Stadrum der Verarbeitung, mit 30 bis 60

So sieht man nicht selten ganze Wagenladungen mit Flachs durch unsere Ortschaften fahren.

Herchenhain, 10. März. Wieder hat der Krieg ein neues Opfer aus unserer Gemeinde gefordert. Der 0 Bürgermeisters Komp, der im Res.⸗Inf,⸗Regt. 223 stand, ist am 18. Februar den Heldentod fürs Vaterland gestorben.

Starkenburg und Rheinhessen. Michelstadt, 10. März. Die Großherzog in hat zum 8. März d. J. dem Hauptlehrer an der Volksschule zu Michel⸗ stadt i. O. Georg Diehl anläßlich seines 50jährigen Dienst⸗ jubiläums den Charakter alsRektor erteilt.

f Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 10. März. Dem Regierungs- Baumeister Schuffsenbauer wurde der Charakter als Baurat mit dem persönlichen Range eines Rates vierter Klasse verliehen.

h Hohensolms, 10. März. Am Montag wurde zu Bermoll Gastwirt P. Mäuser, Leteran von 1864, 1866, 1870/1, im Alter von 74 Jabren zur letzten Ruhe gebettet.

* Volpertshaasen, 10. März. Als Nachfolger für Pfarrer Gaul wurde Psarramtskandidat Wilhelm Pfaff aus Wißmar für die vereinigte Pfarrei Volpertshausen, Weidenhausen und Vollnkirchen gewählt.

2 Hessen⸗Nassau. 1 J. Frankenberg, 10. März. Ein merkwürdiges Geschick alte ein abhanden gekommener Trauring in einer hiesigen Familie. Beim Schlachten war ex vom Vater verloren worden und nicht wieder zu finden. Nach Wochen meldete jetzt der Sohn vom Schlachtserde in Rußland, daß er Vaters Truuring in

einer seiner Würste gefunden habe.

3

Sohn des de

X Hanau, 2 Von der Militärverwaltung ist den gesamten Arbeitern der Kgl. Pulverfabrik bei Hanau eine zehnprozentige Teuerungszulage gewährt worden. Hanau a. M,, 10. März. Wie bekannt, besteht die Ab⸗ sicht, den bei Durchführung der Kanalisierung stark zu stauenden Main zur Erzeugung von elektrischer Energie zu benu und in Verbindung mit der Edertalsperre einen großen Be⸗ zirk mit ihr vorteilhaft zu versorgen. Es wird damit gerechnet, aus der Staumasse des Mains an den hier in Betracht kommenden drei Staustusen etwa 20 24 Millionen Kilowattstunden jährlich zu 8 und sie zu einem billigen Preise abgeben zu können, da ich die Anlage- und Erzeugungskosten niedrig stellen werden. In Hanau hat schon im April v. Js. zur Besprechung des Projektes eine Konferenz stattgesunden, an welcher Vertreter der Weser- und Main⸗Strombauverwaltung, sowie die Vertreter der Städte und Kreise vom südlichen Teile des Regierungsbezirks Kassel teilge⸗ nommen haben. Neuerdings ist in einer Sitzung der verstärkten Budgetkommisston des preußischen Abgeordnetenhauses vom Minister für öffentliche Arbeiten selbst das Projekt erörtert worden. Um die Angelegenheit weiter zu fördern und zu erörtern, ist am 9. d. Mts in Fulda eine Konferenz von Vertretern der Stadt⸗ und Landkreise Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern, Fulda und Hünseld abgehalten worden. Aus den gegebenen Darlegungen ging hervor, daß dem preußzischen Landtage in seiner nächsten Tagung eine ent- sprechende Vorlage über das Projekt unterbreitet werden soll. Es steht außer allem Zweifel, daß in Verbindung mit der Fortjührung der Mainkanalisation von Offenbach bis Aschaffenburg das in Aus⸗ sicht genommene großzügige Wert für die industrielle Entwicklung eines umfangreichen Bezirks von g ößter Bedeutung sein wird.

Eschwege a. d. Werra, 10. März. In dem benachbarten thüringischen Dorfe Tennstedt war seit einigen Tagen der iährige Sohn des Landwirts Rex spurlos verschwunden. Dem Vater fiel das scheue Wesen, das sein zweitältester Sohn seit dem Verschwinden des ältesten zur Schau 1e auf, und er forderte gestern von ihm Rechenschaft über den Verbleib des Verschwun⸗ denen. Der Gefragte gestand daraufhin ein, daß er seinen Bruder im Streite erstochen habe. Kurz vor der Verhaftung er⸗ hängte sich der Mörder auf dem Dachboden, nachdem er sich vorher tiefe Messerstiche in die Brust beigebracht hatte. Die Leiche des Ermordeten, die mehrere tödliche Stiche im Hals und in der Brust aufwies, wurde gestern abend in einer Scheune vergraben und mit Stroh zugedeckt aufgefunden.

Schwurgericht.

Totschlagsprozeß Furmansky.

th. Gießen, 11. März. In der gestrigen Nummer teilten wir das Urteil im Prozeß gegen den Dienstknecht Furmansky mit. Der Prozeß hat bereits anfangs Oktober vorigen Jahres das Schwurgericht beschäftigt, und wir haben seinerzeit(Nr. 231 des Gieß. Anz. von 1914) die Verhandlungen wiedergegeben. Zur Orientierung sei wiederholt: F. hatte zusammen mit seinem Kol⸗ legen Scheld scharf gezecht. Zwischen den beiden entstand ein Streit, in dessen Verlauf ersterer mit einer Laterne geschlagen und be⸗ schimpft wurde Nachdem Scheld zu Bette gegangen war, soll sich F. in dessen Zimmer, das neben dem seinigen gage 1 und den Schlafenden mit einer Bierflasche erschlagen haben. F. gab an, davon nichts mehr zu wissen. Man hatte es im Oktober für not⸗ wendig erachtet, den F. auf seinen Geisteszustand hin unter⸗ suchen zu lassen, Bei den diesmaligen neuen Verhandlungen äußer⸗ ten sich nunmehr die Sachverständigen, die den F. untersucht und beobachtet und die Leiche des Erschlagenen obduziert haben.

Medizinalrat Dr. Nebel erklärt, er habe die Sektion an der Leiche des Scheld 2 Er fand an der linken Seite an der Schläfe und am Ohr zwei sehr tiefe schwere Wunden, ebenso eine Verletzung über dem linken Auge. Durch einen mit großer Wucht geführten Schlag an der Schläfe ist die Schädeldecke zer⸗ trümmert worden 3 deraxt, daß am Rande des Schädels

5 ba ste Verletzun erhält, ganz außerstande ist, sich noch ins zu begeben. Auch der Bluterguß aus den Wunden habe hinlänglich bewiesen, daß die tödlichen Schläge dem Scheld nur im Bette beigebracht sein können. Furmansky bleibt dabei, er habe nicht geschlagen, als Scheld schon im Bette lag; er will nichts davon wissen, daß er an dem Abend bei Scheld im Zimmer war.

Professor Dr. Berliner, der den Angeklagten auf seinen Geisteszustand beobachtet hat, erklärt, daß der Angeklagte ein geistig recht regsamer Mensch ist, der sich mit einer gewissen Geschicklichkeit heute verteidigt hat. Irgendwelche Merkmale an⸗ geborenen Schwachsinnes seien nicht an ihm gefunden worden. Er habe den Angeklagten mehrere Wochen in der Klinik beobach⸗ tet, habe gewisse Leistungen von ihm im normalen, nüchter⸗ nen Zustand verglichen mit Leistungen desselben, nachdem mam ihn mit Alkohol behandelt habe, und er müsse sagen, es . ein Unterschied in den Leistungen nicht. Der

ständige ist der Ansicht, daß der Angeklagte bei Begehung der Tat sich in einem Zustand befunden hat, die die Strafbarkeit nicht ausschließt. Der Verteidiger Rechtsanwalt Leun plädierte nach dem Vortrag des Staatsanwalts auf Bejghung der Frage nach Körperverletzung mit Todeserfolg. Diesem Standpunkt schlos⸗ sen sich die Geschworenen unter Versagung mildernder Umstände an und verurteilten den Angeklagten, wie schon mitgeteilt, zu fünf Jahren Zuchthaus und fünfjährigem Ehrverlust. Gerichts saal. Mordprozeß Vogt. O Darmstadt, 10. März.

Ein Mordprozeß begann gestern vor dem hiesigen Schwurgericht. Angeklagt sind; Der 23 Jahre alte Student der Medizin Wilhelm Vogt aus Darmstadt wegen Mordes, Brandstiftung und Beihilfe zum Mordversuch, sowie die 35 Jahre alte Frau Helene Heydrich geb. Schulze aus Groß⸗Lichterfelde wegen Anstiftung zum Mord und Mordversuchs. Vogt wird be⸗ schuldigt, am Samstag, den 16. Mai v. J., gegen 6 Uhr in der Villenkolonie Eberstadt den dort ansässigen Rentier Wolfgang eydrich ermordet, das Wohnhaus in Brand gesteckt sowie der Ehefrau des Ermordeten in der Nacht vom 3. auf 4. Mai vorigen Jahres bei einem Mordversuch Beihilfe geleistet zu 8 Der Frau Heydrich werden zur Last gelegt dieser Mord versuch, sodann die fortgesetzte Anstiftung des Vogt zur Ermordung ihres Ehemannes.

u bannen, und zwar derart, da Wunsch zu erkennen

he, Pas mit Selbstmordgedanken und verstand so, den jugend⸗ viebhaber ihrem Plane immer gefügiger zu machen. Sie arran⸗

wo sie den Gas⸗ indes

erwachte sen 8 941 Leben. Am 9 n illa. Dort half u er zu⸗ nächst dem Rentier, der allein war, in dessen Arbeitszimmer beim

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über beu Leidmum ub steckte sie mit einem Venzinfeuer⸗ zeug in Brand. Vogt flüchtete in das obere Stockwerk, von wo ihn die igeeilte Feuerwehr herunterholte. Vogt kam bald in Untersuchungshaft, in die ihm auch nicht lange danach seine Komplicin folgte. Sie suchten sich gegenseitig die Hauptschuld an dem Verbrechen zu geben. f

Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Dr. Schwarz, als Verteidiger des Vogt fungiert Rechtsanwalt Neuschäffer, wäh⸗ rend Frau Heydrich durch Justizrat Hallwachs verteidigt wird. medizinischen Sachverständigen sind mehr als 40 Zeu⸗ gen geladen.

Vogt bestritt in der gestrigen Verhandlung, mit Ueberlegung gehandelt zu haben, während Frau Heydrich im Gegensatz zu ihrem vor dem Untersuchungsrichter abgelegten Geständnis in Al ede stellte, von dem Mordplan das geringste gewußt zu haben Sie sei unschuldig angeklagt. Sachverständiger und Gerichtschemiker Dr. Popp Frankfurt erläutert dann seine Untersuchungen und erklärt, daß H. schon tot war, als der Brand entzündet wurde. Sachverständiger Branddirektor Fischer ist der Ueberzeugung, daß leichtentzündliche Chemikalien bei dem Brand zur Verwendung kamen. Untersuchungsrichter Dr. Wolff macht ausführliche Mitteilungen über die Vernehmung der beiden Angeklagten und kann die von diesen abgelegten Geständnisse, die ohne jeden Zwang erfolgten, nur wiederholen.

Die Verhandlung wird heute fortgesetzt.

Vermischtes.

»Die Radioaktivität des Diamanten. Diamanten an sich sind zwar nicht radioaktiv, doch besitzen sie nach den jüngsten Untersuchungen die Fähigkeit, unter dem Einflusse radio- aktiver Vestrahlung eine erhebliche Radioaktivität anzunehmen: dies hat jüngst einer der angesehensten englischen Chemiker, Sir William Crookes, in der Londoner Royal Soicety als Ergebnis seiner Versuche mikgeteilt. Die Diamanten behalten, wie er aus⸗ führte, diese Radioattwität sogar lange Zeit hindurch. Unter anderem legte er der Gesellschast einen Diamanten vor, der vor 12 Jahren einige Monate hindurch den Emanationen des Radiums ausgesetzt worden war und heute noch immer radioaktive Strahlen von sich gibt. Crookes hat ihn verschiedenen chemischen Einflüssen ausgesetzt, ohne ihm dadurch die Eigenschaften der Madioaktivität wieder nehmen zu können. Wenn man eine photographische Platte diesem radioaktiven Diamanten aussetzt, ist seine Einwirkung noch genau so, wie vor 12 Jahren.

Bandel.

* Hessische Landes⸗ Hypothekenbank. Dem so⸗ eben erschienenen Geschäftsbericht der Hessischen Landes Hypothekenbank in Darmsiadt für das Jahr 1914 ent- nehmen wir das Folgende: Der Bestand als Tilgungsdarlehen,

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die seiiens der Bank unkündbar sind und im Zinstuß nicht ge:

steigert werden können, hat sich um 5 Millionen Mark auf rund 177 Millionen Mark erhöht. Von diesem Betrag sind 66 Mil-

lionen Mark zu Prozent und 111 Millionen Mark mit ca.

Proz. zu verzinsen. Die zur Gewährung von Pypothek- und Kommunaldarlehen erforderlichen Gelder beschaffte sich die Bank durch die Ausgabe von Pfandbriesen und Kommunal- Obligationen, von denen am Jahresende insgesamt rund 173 Millionen Mark im Umlauf waren. Nach Kriegsausbruch betrachtete es das In- stitut bei der Darlehensgewährung als seine Aufgabe, in erster Linie kleinere Landwirte und Gewerbetreibende sowie Arbeiter usw. zu berücksichtigen, die sich nur schwer an anderer Stelle die er⸗ forderlichen Mittel beschaffen konnten.

Fürst Bülows Konferenzen mit Salandra.

Rom, 11. März. Fürst Bülow hatte gestern im Mi⸗ nisterium des Innern mit dem Ministerpräsidenten Salandra eine längere Unterredung. Eine offiziöse Note erklärt hierzu, der Vorgang habe keinerlei besondere Be⸗

deutung, da Fürst Bülow auch in den lezten Tagen mehrfach

mit Salandra Besprechungen gehabt hatte. Der Unterseebootskrieg.

Haag, 11. März. Bei Mersey entkam der DampferClan mac Rae knapp einem deutschenU-Boote, das ihn 25 Mi⸗ nuten verfolgte. Der Dampfer fuhr im Zickzack. Bei Middles⸗ borough wurde der DampferBarland nur durch das Da⸗ zwischenkommen von Torpedobooten gerettet. Das angreifende Un⸗ terseeboot entkam.

Haag, 11. März. Aus England zurückgekehrte Holländer,

die zu Reederkreisen in engen Beziehungen stehen, erzählen, daß

in Liverpool ein Gerücht umlaufe, wonach ein 30 000 Tonnen⸗ Dampfer der Cunard Line in der vorletzten Woche 32 Seemeilen westlich Liverpool torpediert worden sei. Das Schiff sei aber nicht zum Sinken gekommen, da die Schotteneinrich⸗ tungen gewirkt hätten und fünf Schotten geschlossen werden komn⸗ ten. Begleitet von zu Hilfe eilenden Dampfern und Torpedobooten konnte das Schiff in den Hafen geschleppt werden. Der Vorfall werde in England streng geheim gehalten, um im Passagier⸗ 8 zwischen England und Amerika keine Störung eintreten zu lassen.

Amsterdam, 11. März. Reuter meldet, daß am 5. März der DampferLydia von Jersen nach Southampton mit fünfzig Passagieren unterwegs von einem Unterseeboot beschossen und tor⸗ pediert worden 1 aber nicht getroffen wurde. Am 22. Februar sei ein Torpedo auf den DampferViktoria abgeschossen worden. Der Dampfer sei nicht getroffen worden. Der norwegische Dampfer Nadso, der in Spansen angekommen ist, meldet, auf der Fahrt längs der 2 ein deutsches Unterseeboot gesehen zu haben. Das Unterseeboot sei plötzlich 1 Da es aber zu dicht heran war, um ein Torpedo abzuschießen, verschwand es ebenso plötzlich, als es ein britisches Torpedoboot herankommen sah.

Die Behandlung der gefangenenUu-Bootoffiziere.

Amsterdam, 11. März. Als einen Beweis menschlichen Verwirrens, Denkens und Handelns und als eine Störung des moralischen Empfindens bezeichnenNieuws van den Dag den Beschluß der englischen Regierung, die Besatzung von U-Booten nicht als ehrenvolle Kriegsgefangene zu behandeln. reinste Rachsucht. Für jeden unparteiischen sei es ohnedem klar, daß die Bemannung eines solchen U-Bootes zu den tapfersten und künhusten Sertaten zählt, die im Dienste ihres Vaterlandes die ge⸗ jährlichste und schwierigste Aufgabe als Pflicht erfüllen und ein⸗ fach zu gehorchen haben. Da die Engländer die Befehlshaber in Kiel und Berlin nicht treffen können, kühlen sie ihre Wut an den

tapferen Seeleuten. Aus allen Aeußerungen der englischen Blätter

spricht der Wahnsinn.

Ein Torpedoangriff auf ein englisches Hospitalschiff.

DD. Haag, 11. März. Die deutsche Gesandtschaft im Haag veröffentlicht folgende Erklärung: Das britische Hospitalschiff Asturia wurde zum großen Bedauern der deutschen Regierung am 1. Februar, 5 Uhr 45 Min. nachmittags, von einem deutschen Unterseeboot durch einen Torpedoschuß angegriffen. DieAsturia hatte die für ein Dampfschiff vorgeschriebenen Lichter angesetzt und wurde bei Beginn der Dämmerung, als man die Kennzeichen der Fl. nicht unterscheiden konnte, für ein Truppentransportschiff ade Das abgeschossene Torpedo ging glücklicherweise fehl. So⸗

der Charakter derAsturia als Hospitalschiff festgestellt wor⸗ den war, wurde selbstverstä gesehen.

Der daͤnische Dichter Thor Lange f. Berlin, 11. März. DasBerliner Tagebl! aus Kopenhagen: Der derühmfe dänische Dichter Lange ist in einem Sanatorium in Kiwe an Arterien⸗ 2 gestorben.

ndlich von einem weiteren Angriff ab⸗

meldet

Das sei die

Thor