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7 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die„Sleßener Famillenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Mrels Sleßen“ zweimal
wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
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Kriegsbriefe aus dem Westen.
Von unserm Kriegsberichterstatter. (unberechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, verboten.) Eine Siegesfeier in Antwerpen.
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Wenn früher von der großen schen Schule in Ant⸗ Walanpsdeulsch unn E e ee
an welch einem besonderen und unvergeßlichen Tage ich beide ken⸗ nen lernen würde. ö
1 n den Antwerpener deutschen Kreisen hatte man mir viel 3 bevorstehenden Wohltätigkeitsfest, dem ersten deutsch⸗flä⸗ mischen Konzerte, erzählt; und da ich ihm nicht beiwohnen konnte. sondern an diesem Tage wieder im Großen Hauptquartier sein mußte, so nahm ich gern die freundliche Einladung an, wenigstens der Hauptprobe zuzuhören. Gerade im Augenblick da ich dorthin aufbrach, lief die Meldung von der Vollendung des Sieges bei 8 stow ein. Hunderttaufend Russen gefangen! Die Freude war ja kaum zu fassen!
n, dieser Stimmung kam ich nach der„Allgemeinen deutschen Schule“ in der Quellinstraße, in deren mit einer Theaterbühne ab⸗ geschlossenen Festsaal großen Aula eben die Probe begonnen hatte. Nur wenige te waren zu ihr geladen, und die langen Sitzreihen waren leer. Aber, als ob sie vor einem Parkett von Königen spielten, so glänzend bewältigten die Musiker unter der Leitun des Dirigenten Marschner ihr ziemlich schwer und anspruchsvoll zusammengestelltes Programm. Als man mir nachher erzählte, daß diese Kapelle aus allen in Antwerpen liegenden Truppenteilen erß während des Krieges zusammengestellt worden sei, wollte ich das kaum glauben. Uebrigens arbeitete der Kapellmeister nicht wenig, um die letzten Feinheiten aus jedem Instrumente herauszuholen. und es war eine eude, zu beobachten, wie unter seiner Hand die Fülle wuchs, die lätte Politur gewann. 5
Da ereignete sich während einer Pause, in welcher der viel⸗ 5 1„von seinen Gästen und den Konzertvorbereitun
Wort:„Russensieg!“ idle gebe
desetzt. Den Knaben nach hätte man in jeder höheren l
Hane sein können. Die Mädchen aber.— 2 8
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7 ein ich ist. Sie 0 t.
ee arenen ae be nee 8 e zur Enleitun einen Feier,
diese Bee in bie Musekprobe einschsb. der Henner, der Fei
ßten
e. Der Name Hindenburg wird als der eines lee, Matte Rabslebn. hr in 80 e, Napoleon, der große Friedrich. Jungen, nehmt euch ein Beispiel an unseren Kämpfern, daß ihr wie sie! Mädchen, denket daran, daß ihr ihnen Schutz und Rettung verdanket. So denke jeder an seinen Teil, daß er werde wie unsere Soldaten, die solches geleistet haben, ein Deutscher, der sich vor einer Welt 1 nicht fürchtet. — Die Knaben blickten mutig drein, aber die Mädchen nicht in den Schoß! Ein Jubelruf aus Kinderstimmen erscholl das Kaiser⸗ 570 8 1 vom Männ r und allen Anwesenden„Heil r im Siegerkranz“ gesungen. Einen ganz eigenarti ssenden Ausklang aber fand dies un vorbereitete Schulfest—. 9 Vox⸗
Geschmacklosigleiten.
Von Bertha Freifrau von Nauendorf.
Der Krieg hat so viel ungeahnt Schönes zutage gefördert, viel lauteres Gold, so reiche schlummernde Kräfte, daß 8 nicht 5 f wiegt, wenn man feststellen muß, daß er auch einige Ge⸗
sigkeiten gezeitigt hat. Es ist die alte Sache, daß ein helles Licht 7— Schatten wirft. Tragisch brauchen die Heschmnleslg⸗ keiten, von zu werden, aber es ist bedauerlich, daß sie überhaupt Fuß fassen konnten, wenn man bedenkt, wie viel über Kunst und Aesthetik geschrieben wurde, welch einen Aufschwung die Kunst in Deutsch⸗ land nahm, mit welch geringschätzigem Mitleid wir an die entsetz⸗ lichen Sessel aus rotem, gepreßtem Plüsch aus den 60er Jahren zurückdenken. „Man sieht jetzt bereits eine ganze Reihe 8 patrio⸗ tischer Gegenstände auftauchen, die an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten sein dürften. Da bekommt man„reizend originelle Geld⸗ beutel“ zu laufen. Es ist eine feldgraue Militärmütze! Wie un⸗ praktisch— ganz abgesehen von seiner Häßlichkeit— ein solches 175 ist, läßt sich leicht denken. Diesen Geldbeutel kann man auch elbst herstellen, ihn häkeln— dann ist er, wenn möglich, noch häßlicher Ein schwacher Trost gegenüber dieser Geschmacklofigkeit ist, daß in Paris Generalshüte— schwarzer Zweispitz mit weißer Straußenfedergarnitur— mit Bonbons gefüllt, als zeitgemäßes Geschenk verkauft werden unter dem Namen„Bonbon Joffre“. Bei einer solchen Bonbonniere soll man also aus einer— deckung essen! Ein anderes„originelles Geschenk“ ist eine kleine Franzosenhose aus„echtem Franzosentuch“ Hocdehaße die als —„Tabaksbeutel benutzt werden soll. Auf dem Hosenboden steht in schöner Schrift„Immer feste druff!“, und diefe Schrift soll von zarter Hand 2 werden, ehe dieses„sinnige“ Geschenk 1 wird. Als weitere patriotische men Kissen einen großen Raum ein. Leider haben sich nur ganz Wenige 3 die der Zeit Rechnung tragend, einen geschmack⸗ vollen Entwurf ersonnen hätten. Gerade Sackreien, ie lange Zeit bekämpft wurden von echter Kunst, bis sie wert waren, als t aufgenommen zu werden, zeigen dadurch einen Rückschritt. enn man vor dem Kriege ein Stickereigeschäft betrat, konnte man fast ganz sicher sein, nur künstlerisch vollwertige Muster vorgelegt zu bekommen. Heute findet man als Muster für ein Kissen einen verzeichneten Adler, von einem vaterländischen Spruch gekrönt, auf schwarz⸗weiß⸗rotem Stoff, das Eiserne Kreuz in einer Ecke, in Wolle auszuführen, in Seide, in Litze! Es ist trost⸗ los. Das Gleiche gilt übrigens auch von Postkarten, deren Ent⸗ würfe 1 geworden waren und die jetzt wieder auf eine tiefe je sanken, mit ihrem Sammelsurxium von Granaten, 4 3 1 4 2 Adlern, Eichenlaub und Eisernen Kreuzen. das Eiserne Kreuz! Zu was
1 t es sich nicht her⸗ ö nicht! Als— Nn 5— 1 8 3 8 0
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denen hier die Rede sein soll, gewiß nicht genommen be
Kopfbe⸗ W;
Handarbeiten neh⸗ dem
8. Fräulein Alice Classen, eine frühere Mijn Moedersprak“ von Peter Benoit,
en. Möchte dieses innige Heimatlied
bekannt werden, wie es verdient!
trag eines flämischen Lie Schülerin der Anstalt, san dem Antwerpener Komp bald auch in Deutschlant 0
Nun war die Feier u Ende, und ich hatte das Bewußtsein, kräftiger kann auch in Deutschland nirgends die Siegesfreude zum Durchbruch kommen, als hier bei diesen deutsch⸗belgischen Schülern und Schülerinnen, von denen jeder von klein auf in dem Gedanken erwächst, sein Deutschtum nicht als etwas selbstverständlich Ge⸗ schütztes zu besitzen, sond nals einen gefährdeten Schatz, den er aus eigener Kraft vert en muß. Heute hatten diese jungen Antwerpener Deutschen noch eine besondere Freude.
Nach der Probe mußt Bahnhofsplatze ziehen, u so sollten auch die Antwer
Da machte es sich N Kapelle vor dem Schulter e Seidenbändern im offenen bauten, andere nahmen hatte sich ein langer Zug hinter die kleinen und g und selbst die ganz großen noch viele Deutsche, auch derten, froh und frisch ang Tritt mit Musik die Que Dort bildeten die rasch um sich dann ebenfalls a schon ganz so, wie irge kommt, so laufen alle mi
Am Bahnhofsplatze
„Deutschland, Deutschlan begleitung aller anwesend chenkehlen hat man deutli
Es ist nicht immer.
Antwerpen so offen zu gemeine deutsche Schule“ (am 11. Januar 1915 stat jahr eröffnete, hatten Din schreiben an die Eltern auf der Straße wie in die Empfindlichkeit anden betracht der Verhältnisse“ unterricht soviel wie möglich nicht im Dunkeln nach Haust wiederholt vorgekommen, deutsches Abzeichen trugen verfolgt und beschimpft find Wenn solche Erle höchstens das sein, daß noch mehr gefestigt fühler Die deutsche n 2 deutschen Ausla
ort mehrere Siegeslieder zu spielen; von unserem großen Siege erfahren.
A n auf, und mit einem Male gestellt. 1 die Militärmusik, da⸗ n. Mädchen, die kleinen und großen ngen, und daran haben sich unterwegs dgraue, die durch die Straßen schlen⸗ Messen So ging es in Schritt und istraße hinauf, nach der Keyser⸗Avenue. heigeströmten Belgier förmlich Spalier, uschließen. Denn das ist in Antwerpen o in Deutschland. Wenn die Musik
en einige Siegeslieder gespielt, zuletzt er alles“, unter kräftiger Stimmen⸗ Deutschen. Besonders die hellen Mäd⸗ herausgehört. 1 5 n für deutsche Kinder gewesen, sich in chtum zu bekennen. Als die„All⸗ lach langen, e Kriegsferien. u 21. September 1914) ihr 75. Schul⸗ r und Schulvorstand in einem Rund⸗ uf hinweisen müssen, daß die Kinder hule alles unterlassen sollten, was eizen könnte. Ferner war„in An⸗ das erste Vierteljahr der Nachmittags⸗ beschränkt worden, damit die Kinder 84 gehen brauchten. War es doch Schüler und Schülerinnen, die ein r auch nur unter sich deutsch sprachen, Das sind Zeiten, die nun vorbei etwas erreicht haben, so kann es Kinder sich in ihrem Zusammenhalt
n ben, welche wie die drei anderen Schulen in Brüssel, Bukarest und Kon⸗ antinopel seit dem Oktober 1913 mit den höheren Schulen in Deutschland gleichgestellt wurde, ist seit Jahrzehnten eine geistige Hoch in Antwerpen, mit der sich ihre früheren Zöglinge zeitlebens verbunden fühlen und der als Schüler anzugehören jeder junge Deutsch⸗Antwerpener stolz ist. Und wir alle können auf diese Pflanzstätte deutscher Wissenschaft stolz sein. Nicht we⸗ niger als vier Oberlehrer stehen nebst steben ern als Soldaten im Felde, und fe zwei Lehrer und zwei Schüler tragen bereits das Eiserne Kreuz. Von früheren Schitlern aber baßen an die dreißig den feldgrauen Rock angezogen, sieben haben sich das Eiserne Kreuz errungen und zwei sind als Helden gefallen. „Es haben sich schon wieder vier von uns als Freiwillige t,“ flüsterte mir ein nettes schlankes Kerlchen zu, mit dem ich mich während einer Pause der Konzertprobe unterhielt.„Wir wollen nur noch das Einjährige bauen, dann geht es zur Truppe!“ —. Wollen Sie denn nicht studieren?“—„O ja, ich will gern studieren. Nach dem Feldzuge komme ich auf die Schule zurück. Aber erst siegen!“ g 5 Ich habe eine junge Dame gesprochen, die nach ihrer Mundart Rheinländerin sein konnte und ihre Familie auch als rheinisch bezeichnete. Dabei war bereits ihr Großvater in Antwerpen ein⸗ gewandert und ihr Vater hier geboren. g Man hat uns Deutschen nachgesagt, daß wir schon in der zweiten Generation im Auslande unsere Stammesart verlören und im fremden Wesen untergingen. Darin haben wir uns doch
roßer Briefbeschwerer, noch schlimmer und sinnloser als Bema⸗ 8 von Tee⸗ und 8 Ebenso unschön sind die neuen patriotischen Federhalter, Lineale, Bleistifte, schwarz⸗weiß⸗rot ge⸗ halten, glänzend lackiert. Man kann sie übrigens auch in der Farbe unserer Verbündeten haben: schwarz⸗gelb. Die Industrie geht noch weiter, sie sann noch mehr aus. Da kann man„entzückende“ patriotische Täschchen zu einer Mark und fünfzig Pfennigen kau⸗ fen, schwarz⸗weiß⸗rot gestreifte Seide mit„goldenem“ Bügel, da man Stopfen von einem Feldgrauen gekrönt, der entweder eine Fahne hochaufschwingt, oder das Gewehr in Anschlag hält. Denselben Soldaten— in beiden Stellungen— findet man als Schellengriff wieder, noch sinniger macht er sich als Krönung einer Wollwiclel. Weiterhin wird dieser Krieger zur Verschönerung eines Thermometers, eines Fingerhutbehälters, eines Nadelkissens und eines Papiermessers verwendet! Man kann also sowohl Herren wie auch Damen mit diesem Geschenk„erfreuen“. Die Ausführung dieses rauen ist natürlich ebenso primitiv und häßlich wie die ganze Das fingerlange Figürchen sieht aus wie ein Zucker⸗ oder Marzipanpüppchen, ist farbig gehalten und besteht aus Celluloid, wenn nicht gar aus Kartoffelmehl, was noch be⸗ dauer licher wäre. 8
England im Spirgel des„lachenden philosophen“.
Die geistreiche Sammlung von Aufsätzen und Merkwürdig⸗ leiten, die nach dem Tode ihres Verfassers Karl Julius leber unter dem Titel„Demokritos oder hinterlassene Papiere eines 1 Philosophen“ vor 80 Jahren erschienen ist, ver⸗ dient auch heute noch nicht vergessen zu werden und ist ja in 1 5 reichen Neuausgaben viel verbreitet. Der weit gewanderte und an den mannigfachsten Erfahrungen reiche Verfasser widmet darin auch dem Charakter der Engländer ein inhalts reiches Kapitel, in er seine Landsleute von jeder verblendeten Vorliebe für das Inselvolk zu bekehren sucht und ein so wahres Bild von den Briten entwirft, daß wir einige wichtige Stellen um ihrer höchst 9— 2 2 Bedeutung willen hier mitteilen wollen:„Di g= änder fragt nie, was Recht oder Unrecht, sondern was englisch sei. Reine Nation verachtet so alle neben sich, wie der Pudding und Porter. Was dem Athener die böotische Sau und dem Römer der umbrische Eber war, das ist John Bull der noch immer gedrückte Ire— ein Kartoffelmaul und ein Paddy(vom St Patrik, dem Schutzpatron): und doch ist dieser Ire weit mun⸗ terer, höflicher und liebenswürdiger als John Bull, gastfreier und 5 1 5 John Bull nennt seine Schotten Haferbrotfresser, aber diese Haferbrotfresser sind der kräftigste Menschenschlag in ihrer alten Römertracht und weit braver und unverdorbener als die Briten. Der Franzose ist dem John Bull ein Fröschekoch und Wassersuppenfresser, und bei dem Deutschen denkt er zunächst an Bratwurst und Sauerkraut. Er nennt den Franzosen einen fran⸗
zösischen Babler, und der Pöbel, der den Fremdling dog(Hund)
Anzeiger
General-Anze ger für Oberhessen
Montag, 8. März 1915
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗
straße 7. Geschastsstelle u. Verlag: Sol, Schrist
leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichtem Anzeiger Gießen.
wohl gebessert, und nach dem Kriege werden wir es noch mehr tun. In unscheinbarer, nimmermüder Friedensarbeit aber hat eine solche Auslandsschule, wie die Antwerpener, ihr großes Teil zu solcher Besserung gelcistet.
W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
——
„Die größte Schlacht der Weltkriegsgeschichte“ hat man die Hauptentscheidung des russisch⸗japanischen Krieges bei Mukden genannt, die vor 10 Jahren vom 25. Februar bis zum 9. März ausgefochten wurde. Aber das letzte halbe Jahr hat alle strategischen Maßstäbe verrückt, und im Vergleich zu den ungeheuren Kämpfen, in denen heute die Welt steht, erscheint uns diese Riesenschlacht bei Mukden als ein k e⸗ risches Unternehmen, das auf Einzigartigkeit durchaus kei⸗ nen Anspruch mehr machen darf, sondern sowohl an Länge der Schlachtfront wie an 2 der fechtenden Truppen weit hinter den heutigen Schlachten zurücksteht. Fast unbedeutend erscheint neben der Ausdehnung von vielen hundert Kilo⸗ metern, die heute die Feuerlinien gewonnen haben, die da⸗ malige befestigte Stellung der Russen, die die Japaner an⸗ griffen, und auch die Zahl der Streiter— vor 10 Jahren noch die größte, die je miteinander gekämpft— schmilzt mit ihren 605000 Mann auf beiden Seiten arg zusammen, wenn wir an die heute gegeneinander geführten Millionen denken. Die Russen hatten im Februar 1905 nicht verhindern können, daß der japanische Oberbefehlshaber Oyama das durch den Fall von Port Arthur freigewordene Belage⸗ rungsheer Nogis an sich W Mit 300 000 Mann glaubten die Japaner nun gegen die 305 000 Russen des Sieges sicher zu sein; auch diesmal, wie fast stets bei ihren Angriffen, war es die deutsche Methode der Ueberflügelung, die sie gegen den Feind anwandten. Sie umgingen die bei⸗ den Flügel der Russen und warfen sich Saber mit voller Kraft gegen das Zentrum. Der russische Oberbefehlshaber Kuropatkin ließ sich durch diesen auf der ganzen Linie erfolgenden Angriff täuschen; er erkannte nicht, daß die Angriffsbewegung des japanischen linken*— Nogi die Entscheidung herbeiführen mußte, sondern
NN und Verhauen stark befestigt hatten, plan⸗ los hin und her und ließ so den Befehlshaber des russischen rechten Flügels, den Baron Kaulbars, im entscheidenden Moment im Stich. So wurde der Gegenstoß gegen Nogi nur matt ausgeführt; die Umgehung durch die Japaner gelang; sie bedrohten die russische Rückzugsstraße, und so bl
Kuropatkin nur die Räumung Mukdens und ein Zurück⸗
ie Russen ihre alte Zähigkeit bewiesen, waren aber auch die Japaner so ermtattet, daß sie keine scharfe Verfolgung
Niederlage sehr rasch, s
te 5 6 einige Meilen hinter Mukden bei Sipingai fest und fand
eine Sicherheit und Kraft in
drei Linien bis nach Charbin ausdehnte. Die Siegesbeute, die die Japaner bei Mulden eroberten, dünkt uns heute,
Mache Siegen zu halten pflegt, sehr gering. Die Japaner machten ordentliche Leistung erschien. Der Rückzu antraten, vollzog sich in ziemlicher O große Materialverluste. Die Verluste an Toten und Ver⸗ wundeten aber waren bei den Japanern, die mit todes
den die Russen
den Russen; sie beliefen sich auf 70000 Mann, während die Russen etwa 60 000 Tote und Verwundete zu beklagen hatten. Heute stehen die beiden Völker, die sich damals so blutige nden schlugen, in einem unnatürlichen Bündnis⸗
nennt, würde ihn nur halb zu beschimpfen glauben, wenn er ihn nicht French dog(französischer Hund) schimpfte. Der Italiener ist
Ochs und der Deutsche ein deutsches Schwein, dem jedoch England sein Common law, die Grundlage seiner Freiheit, verdankt, und so werden sie auch ständig abgebildet in englischen Karikaturen Seit 300 Jahren betet Europa einen Götzen an, und wenn Europa dessen Tempel ist, so ist England sein Allerheiligstes; dieser Götze ist das Gold. Die Engländer bekehren die wilden„Hunde“ um des Handels willen nicht gerade zum Christentum, sondern zu Kleidern aus ihren Manufakturen, und so schützen sie auch Spanien und Portugal; sie kaufen mit dem Schweiße und den Schätzen der armen Indier, wie Schlächter auf der Lämmerweide, Men⸗ schen Sie kaufen Menschen in Afrika, um sie in Amerika für sich arbeiten zu lassen, und in Europa für die Schlachtbank, und leider finden sie Verkäuser selbst unter großen Nationen, deren Kaufschilling sie euphemistisch Subsidien nennen, oder gar An⸗ lehen, deren Interessen man mit Köpfen, Armen und Fü —.— Lange noch werden die nach Amerika verkauften Hessen, Braunschweiger, Hanauer, Anspacher, Anhalter und Waldecker den deutschen Namen brandmarken. England ist die Gans, die auch im französischen Kriege großen und kleinen Mächten goldene Eier legte. Wer mag England lieben, in dem nichts poliert ist als der Stahl, nichts schön ist als etwa ihre grünen Rasen und die Menge schöner niedlicher Mädchen, so daß der, der sich von dieser Seite nicht viel zutraut, besser aus England wegbleibt. Wer vermag die Kaufmannsseele zu lieben, wenn er an die schaudererregende Behandlung der sanften Indier denkt? Drei Millionen starben 1796 binnen sechs Wochen den Hungertod, weil es einer Krämer⸗ ilde, die zur Schande Großbritanniens hier Souverain ist, ge⸗ fallen hatte, bei Reismißwachs Kornwucher zu treiben. Fox schloß einmal eine seiner Parlamentsreden:„Wir haben keine eng⸗ lische Regierung in Indien, wohl aber eine indianische in Eng⸗ land!“ Einen gar kräftigen Hunger versuch machten sie später an dem revolutionären Nachbar, und die vollendete Kaufmanns⸗ nation hätte vielleicht selbst die Pest aus Aegypten herbeigeholt und nach Frankreich verpflanzt, wenn der Pas de Calais nicht kurz genug wäre, um der Spekulation die Selbsterhaltung entgegen⸗ zusetzen. Wer vermag die, welche so stolz auf ihre Freiheit sind, u lieben, wenn er an ihren Sklavenhandel denkt, oder an den Zu⸗ dund der Hochländer und Hebriden, Orkaden und Schottlands Inselbewohner Araber, Tataren und Perser eroberten gleichfalls
ien, aber sie amalgamierten sich mit der Nation und hinter⸗ ließen wohltätige Spuren; Briten aber, wenn sie heute fortgejagt werden, hinterlassen nichts als das Aussaugungssystem wilder, unheilnehmender Jünglinge, die das Mutterland abs um sich reich zu blutigeln und wieder heimzukehren, wie Clive und Hastings.“
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vor zehn Jahren: die schlacht bei mutden.
unter chob seine Reserven auf der ganzen Schlachtfront, in der sich die Russen durch viele Monate in Schützengräben, Wolfsgruben,
g n auf Tienlin übrig Durch die 14tägige Schlacht, in der 7
einleiten konnten. Das Heer des Zaren erholte sich von seinen
etwa im Vergleich mit der Ernte, die Hindenburg nach 0⁰0⁰0 190 was damals als eine außer⸗
ung und ohne
verachtender Tapferkeit vorgegangen waren, größer als bei
ein italienischer Monkey(Affe), der Holländer ein holländischer
einer sehr stark verschanzten Stellung wieder, die sich n


