Ausgabe 
(2.3.1915) 51. Zweites Blatt
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Erscheint kägnch mit Ausnahme des Sonntags

DieGießener Famillenblätter werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gießen zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen erscheinen monatlich zweunal.

Gießen

408. Jahrgang

Unterredungen mit deutschen Generälen.

Man muß sich zur Front durchessen, meint der Bericht⸗ erstatter derNew Vork Tribune, der eine Zeitlang beim deutschen Heer in Belgien und Nordfrankreich geweilt hat. Doch wenn das einfache Mittagsmahl beim Stab vorüber ist, dann bieten der Kafsee und die Zigarre die beste Gelegenheitan die Meister des mo dernen Krieges einige Fragen zu stellen, auf die diese zumal wenn der Fragende ein Amerikaner ist stets eine gutge aunte und höfliche Antwort geben. So hat der Berichterstatter Gelegen⸗ beit gehabt, sich wiederholt nit dem Sieger von Lüttich, Ge⸗ neral von Emmich zu unterhalten. Er schildert ihn als einen kurzen, gedrungenen Menschen, bei dem jede Lebensfaser den Kämpfer erkennen läßt.Er macht den Eindruck der wagemutigen Kühnheit, erinnert an die Lebendigkeit eines Roosebelt und zeigt gleichzeitig einen fröhlichen Humor v. Emmich ist der Ge⸗ neral mit dem gewinnenden Lächeln. Wäre er nach Amerika aus gewandert, dann würde er bei uns sicher ein führender Politiker geworden sein, anstatt in Deutschland der volkstümlichste General des Heeres zu werden. Seine Truppen gehen für ihn durchs Feuer. denn er besitzt die Gabe, sie durch seine Persönlichkeit zu den größten Taten anzuspornen. Er wird wie kein anderer verehrt und sobald er sich nur sehen läßt, erklingt aus vielen hundert Kehlen ein freudiges, brausendes Hurra. General v. Emmich erzählte dem Berichterstatter, daß er nur Tage in Lüttich selbst geweilt hat; dann hieß es weiter rücken na Namur.Sind Sie stolz darauf, dem deutschen Heere den Weg durch Belgien gewiesen zu haben?Jawohl, sogar sehr stolz!, erwiderte der Gencral. Und würden Sie Ihr Korps auch nach England führen? Ich gehe dahin, wo man mir hinzugehen befiehlt. 1

Das ganze Gegenteil des Siegers von Lüttich bildet derHeld von Maubeuge, General v. Zwehl. Der Amerikaner schil⸗ dert ihn als einen ruhigen, gemütlich dreinblickenden weißhaarigen Gentleman der alten Schule.Doch Sie sollten ihn micten im Feuer sehen, meinte einer seiner Adjutanten.dann ist er der reine Wirbelwind! Derselbe Offizier sagte:Die Engländer kön⸗ nen nicht angreifen. General v. Zwehl erklärte diesen Ausspruch des näheren, indem er seine Erfahrungen aus den Kämpfen mit englischen Truppen erzählte.Sie waren niemals imstande, einen Bajonettangriff gegen meine Soldaten mit Erfolg durchzuführen. Wohl kamen sie mit großer Tapferkeit angestürmt, aber wenn un⸗ sere Truppen dann auf 50 Meter Schnellfeuer eröffneten und mit einem Gegenangriff einsetzten, dann fluteten die englischen Linien urück und mußten sich auf die Verteidigung beschränken. Hierin feisten sie allerdings Großartiges. Sie sind glänzende Soldaten im Kleinkrieg und im Waldgefecht. Ein ähnliches Urteil fällte General Wild von Hohenborn, der die Engländer in den Gefechten um Mypern zur Genüge kennen lernte...

f Längere Zeit unterhielt sich der Berichterstatter mit dem bayerischen General Zöllner. Wie war er erstaunt, als dieser mehr über das amerikanische Heer als die meisten Amerikaner selbst wußte, und ihm einen langen Vortrag über das Heerwesen der Vereinigten Staaten hielt.Ich habe die mexikanischen Er⸗ eignisse genau verfolgt; nach meiner Ansicht müssen die Amerikaner daraus die Lehre ziehen, daß sie ein stehendes Heer brauchen. Ich war überrascht, mit welcher nelligkeit Ihre Truppen mvbili⸗ siert wurden und ein Expeditionskorps nach Vera Cruz entsandten. Besonders interessiert nrich die vorzügliche Texrasreiterei. Wir in Deutschland verfügen über keine derartige Truppe, denn in einem dicht besiedelten Land ist es nicht möglich, so geübte Reiter auf⸗ zutreiben. Indem Sie Ihre Küstenartillerie als Infanterie⸗Regi⸗ wenter nach Mexiko schickten, sind Sie uns bei der Verwendung der Marinetruppen zu Lande er denn wir haben 195 auch Marinedivisionen an der belgischen Küste stehen. Von besonderem Wert für uns sind aber die Erfahrungen, die in dem Heer der Vereinigten Staaten mit der Typhusimpfung gemacht wurden, die, wie ich glaube, darauf zurückzuführen sind, daß General Wood in seiner 1. Mediziner war. General Zöllner schloß mit der die Amerikaner sicher schmeichelnden Erklärung, daß das deutsche Heer seinen Kamp gegen den Typhus vollständig nach amerikanischem Vorbild durchführe.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 2. März 1915.

Eine ernste Gefahr.

Seit Wochen wird von allen Sachverständigen auf die Notwendigkeit hingewiesen, alle Maßnahmen zu treffen, um die im Lande vorhandenen Nahrungsmittel für die

Goethe im preußischen Hauptquartier. (Aus Marwitz' unveröffentlichtem Tagebuch.)

Als das völlige Gegenbild zu der deutschen Erhebung von 1914 wird einst vor der Geschichte des preußischen Staates 1806 er⸗ scheinen. Aber selbst in diesen Tagen tiefster Erniedrigung war die sittliche Kraft des deutschen Volles nicht gebrochen. Das offenbart so recht die Schilderung der Niederlage von Jena, die Friedrich Meusel im neuesten Heft der Deutschen Rundschau aus den bis⸗

er ungedruckten Memoiren des märkischen Junkers Ludwig von der Marwitz mitteilt. Marwitz, dieses Ideal⸗ bild des preußischen Adligen jener Zeit, führte auf Befehl des 7 Hohenlohe, in dessen Hauptquartier er sich während der Schlacht von Jena befand, ein Tagebuch, das aus seinen eigenen frischen Erinnerungen und den genauesten 88 bei den

Beteiligten geschöpft ist und deshalb eine el quelle ersten Ranges tellt. Von seiner Schilderung der cht bei Jena

rühmte schon Gneisenau,daß unter all den vielen Erzählungen nur allein die Ihrige ein klares Bild von dieser Weltbegeben⸗ heit gibt. Die Nachwelt, vielleicht schon die Mitwelt wird er⸗ fahren, mit wie wenigen Kräften einem ungeheuren Heere wider⸗ standen wurde, und der Verunglimpfungen des preußischen Namens werden dann weniger 3 dem ahrhaftig⸗ eit

begründeten Urteile sind für die Vorgeschichte böchstem Wert und werden dem Historiker sehr ar⸗

letzten drei Tagen hatten wir viel mit der e berichtet Marwitz.Wir standen mit dem größten Teil auf ei⸗

nd größten Staat. Se ane lese eee eee e een

n Gesch gene stei

menschliche Ernährung bereitzustellen und so zu, verteilen, daß sie bis zur nächsten Ernte für die Ernährung des deut⸗ schen Volkes ausreichen. Zahlreiche von der Reichsregierung in letzter Zeit getroffenen Maßnahmen verfolgen das gleiche Ziel. Das Bestreben der landwirtschaftlichen Kreise ist darauf gerichtet, ungeachtet der ganz ungewöhnlich großen, in die⸗ sem Jahre der Bestellung der Felder entgegenstehenden Schwierigkeiten einen möglichst hohen Ertrag der nächsten Ernte, vor allem auch eine möglichst frühe Ernte, u. a. durch den Anbau von Frühkartoffeln, herbeizuführen.

Da nimmt es wunder, daß anscheinend eine Gefahr nicht genügend beachtet wird, die unsere nächste Ernte bedroht: es ist der Wildschaden, der in den waldreichen Gegen- den von Hirschen und Wildschweinen, in allen Teilen Deutschlands auch von den übrigen Wildarten angerichtet wird. Wie groß die Gefahr ist, die schon in diesem Augen⸗ blick unseren Wintersaaten, in den nächsten Frühjahrs- monaten aber auch den Sommersaaten und namentlich den Frühkartoffeln droht, kann nur derjenige beurteilen, der einmal ein von Hirschen oder Wildschweinen in einer ein⸗ zigen Nacht verwüstetes Getreide- oder Kartoffelfeld gesehen hat: gerade den Frühkartoffeln, auf deren möglichst umfang⸗ reiche Produktion die Sorge unserer Volkswirte und Land- wirte gerichtet ist, droht die größte Gefahr, denn in einem solchen verwüsteten Kartoffelfeld kommen auf eine Kar⸗ toffel, die vom Wild gefressen wird, mindestens 4050, die bloßgelegt werden und nun verderben müssen.

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Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Wehrmann peinr Gerisch aus Tarmstadt. Kriegsfreiw. Wilhelm Heppenheimer, Res.⸗Int.⸗higt. 221, aus DTarmstadt. Weir. Christobh Pieter, Landw.-Jif.⸗Rgt. 81, aus Bicken⸗ bach. Freiw. Rud. Fuchs, Inf.⸗Rat 115, aus Köddingen. Erl.⸗Res. Wilh. Theiß, Landw. Inf.-Agt. 115, aus Leun. Major Müller, Inf.-Regt. 168. Res. Albert Lack, Res.- Inf.-Aigt. 80, aus Offenbach. Lehrer Aug. Ebel, Landw. Inf.⸗Agt. 81, aus Dietenhausen.

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* Ritter des Eisernen Kreuzes: Kapitän⸗ leutnant Goethe aus Darmstadt. Diplom⸗Ing. Hans Stephan, Kriegsfreiw. Gefreiter im Res.⸗Inf.-Regt 221. Amtmann Wahle aus Hallenberg. Feldtelegraphist Paul Richter aus Dillenburg.

» Auszeichnung. Der bisherige Atsistent am chemischen Laboratorium der Landesuniversität, O. Hirschel aus Fried- berg i. H., hat als Kriegsfreiwilliger bei der Deutschen Südarmee in den Karpathen das Eiserne Kreuz erworben.

Stadttheater. Da sich sowohl das darstellende, wie das technische Personal durch Einberusungen weiter gelichtet hat, wuß von der geplanten Einstudierung desGötz von Berlichingen abgesehen werden. Es wird dafür Friedrich Hebbels Schauspiel Agnes Bernauer vorbereitet.

* Butterbrot ohne Butter. Durch die starke Verminderung unserer Einfuhr wird der Fortfall von Fetten besonders groß sein. Wir sind aber sehr wohl in der Lage, diese Fette: Butter, pflanzliche Fette, Schweinefett usw. zu einem großen Teil durch Kohlehydrate, namentlich durch Zucker, zu ersetzen. Obstmus mit einem Zusatz von Zucker ist eine die Verdauung sehr günstig beeinflussende Beigabe zum Brot und wird in vielen Gegenden Süddeutschlands von alters her ohne Butter oder sonstige Zutaten auf Brot bauen Sehr wenig bekannt ist bis jetzt, daß man auch

ondensierte Milch genau in derselben Weise wie Obstmus auf Brot genießen kann. Brot mit kondensierter Milch ist wohlschmeckend und sehr bekömmlich. Die kon⸗ densierte Milch hat dabei den großen Vorzug, daß sie neben den Heizstoffen der Fette zugleich auch vollwertigen Ersatz für das Eiweiß des Fleisches enthält, das bisher als Belag neben den Fetten auf Brot genossen wurde. Prof.

er Anzeiger

General⸗Anzeiger für Gberhessen

dienstag, 2. März 40

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'shen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Schriitleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul

straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: Sol, Schrist⸗ 1

leitung: 12. Adresse für Drahtnachrichtem Anzeiger Gietzen.

Weigmann, Vorsteher der Molkereiversuchsstation in Kiel, schreibt darüber:Was die Verwendung von Magermilch als kondensierte Milch anlangt, so ist bekannt, daß konden⸗ sierte Magermilch in England von der Arbeiterbevölkerung vielfach an Stelle von Butter auf Brot genossen wird. Noch ein dritter Vorzug der kondensierten Milch ist er⸗ wähnenswert: Sie ist unbegrenzt haltbar und im Vergleich zu den Preisen der meisten Fette und Fleischsorten sehr preiswert.

* Die Auszahlung der Familienunter⸗

gehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet Montag, den 1. März, Dienstag, den 2. März, Mittwoch, den 3. März, Donnerstag, den 4. März 1915, vormittags von 81 Uhr, im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, statt.

* Vom hessischen Landes⸗Lehrerverein. Nachdem die hessische Lehrerschaft bis jetzt nahezu 100 000 Mark für Zwecke der öffentlichen Kriegsfürsorge aufgebracht hat, soll jetzt auch eine Institution zur Unter⸗ stützung von Hinterbliebenen der im Kriege ge⸗ fallenen hessischen Lehrer geschaffen werden, zumal in zahl⸗ reichen Fällen bereits ein dringendes Bedürfnis zu rascher Hilfe vorliegt. Zu diesem Zwecke hat der Vorstand des hessischen Landes⸗Lehrervereins eine Verschmelzung der bereits bestehenden Hilfs- und Fürsorgekasse und für jedes im Schuldienst befindliche Mitglied zum weiteren Ausbau einen Pflichtbeitrag angeraten, worüber auf der demnächst in Mainz stattfindenden Vertreterversammlung Beschluß gefaßt werden soll.

Oeffentliche Bücherhalle. 2142 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1099, Zeitschristen 270, Jugendschrüften 212, Gedichte und Dramen 64, Literaturgeschichte 19, Länder- und Völkerkunde 57,

Naturwissenschaft und Technologie 75, Heer-

sprachliches 19 Bände. Nach auswärts kamen 62 Bände.

Kreis Lauterbach. 1 O Lauterbach, 1. März.

tags⸗ Abgeordneter Heck, Alsseld, einen Vortrag überLand⸗ wirtschaft und Krieg hielt. Als Vertreter des Landwirtschastlichen Vereins für Oberhessen war der Vizeprä 5 Angenrod, erschienen. Das Thema erstreckte sich hauptsächlich auf die Ernährung von Menschen und Vieh während der Kriegszeit und die Erhaltung der Viehbestände. im Vogelsberg besprochen, wobei auch die Hinzuziehung von Kriegs⸗ gefangenen angeregt wurde. 1 Kreis Wetzlar. Wetzlar, 1. März. wirktschaftlichen Genossenschaften und Kasinos zu einer Bezirksbesprechung am Sonntag nachmittag im Hotel Kaltwasser zusammengekommen. Es standen

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prochen wurden. Verbandsrevisor Koch sprach über den Ge⸗ schästsbericht der Genossenschasten im Kriege und Oekonomierat Armbrust gab prattische Ratsch äge für Voltsernährung und Erhaltung der Viehbestände wäbrend des Krieges Winterschul⸗ direktor Dr. Koch wußte die Aus führungen der beiden Referenten für unsere Verhältnisse zu ergänzen. 1 7 Schlusse stand die Bilanz für 1914 auf der Tagesordnung, worüber gleichfalls Ver⸗ 1 bandsrevisor Koch referierte. 75

h. Frankfurt Ne

Frankfurt a.., 1. März. Zwischen dem Maurer Fröhlich und dem Fuhrmann Josef Herrlein, die beide in demselben Hause Saalgasse 10 wohnen, kam ed in der letzten Nacht am Schlusse einer gemeinsamen Bier⸗ reise zu Streitigkeiten. Diese endeten damit, daß Fröhlich den Herrlein mit einem Messer niederstach. An den Folgen des Stiches, der eine Schlagader in der Nähe des

und verstand die Würde seines Ranges, wenngleich nicht den natür⸗ lichen freien Anstand eines vornehmen Mannes, sich anzueignen. Den ersten Tag trug der Fürst mir und meinem Kame Blumenstein(ein Emigrant im Hauptquartier Hohenlohes) auf, uns neben Goethe zu setzen und ihn zu unterhalten. Der Prinz Louis und der General Grawert saßen nämlich neben dem Fürsten, und Se. Exzellenz von Goethe sollte ihm gegenübersitzen. Nun kam unerwartet noch der General Holtzendor ff, mein ehemaliger Kommandeur bei den Gendarmen und Goethes Freund von Schle⸗ sien im Jahr 1790 her. Dieser war damals als Sekretär mit dem Herzog, der die Gendarmen in seiner Brigade hatte, mit zu Felde 1 und wenngleich Holtzendorff vielleicht in seinem Leben ein Gebicht gelesen hatte, so mußte doch wohl sein b Verstand und tüchtiger Sinn den ähnlichen Eigenschaften des andern ent⸗ sprochen haben. Jetzt war Holkendorff Generalleutnant und kom⸗ mandierte unsere Reserve. Er setzte sich natürlich auch dem Fürsten gegenüber, und so war nur eine Seite des großen J inisters frei. welche der dienstfertige Franzose Blumenstein alsbald einnahm Ich ab acht, wos die Konversation für eine Wendung nehmen würde, merkte aber nur während der Suppe einige Fragen mit sehr verbindlichen Mienen von seiten des Franzosen und kalte Ant⸗ worten von seiten Sr. Exzellenz, nachher altum silentium während der ganzen Tafel. Wie selbige beendigt war, sagte ich zu Blumen⸗

n: Ihre Unt tung ging ja nichts weniger als brillant, wo hatten Sie denn Ihre sonstige Amabilität gelassen?

Der verfluchten Kerlen hatten ja wie einn Pechpflastern auf sein Maulen, wollte nicht antworten, schwiegen ick auck stillen. Wovon sprachen Sie denn? 5 Wovon kann man denn spreken mit ein Poete als von sein!

Werken? Sie mußten von Verwaltungsgegen⸗

Das war fehlgeschossen! ständen des Herzogtums reden! g f

die Kanaille so bockmütig? Nach mein Meinungen Poete ganz andere len als klein miserable

Aha! i ein gro inister. Von welchem seiner Werke redeten Sie denn? 2 War eine verfluchten Streichen, deutsche Literaturen mir nicht

so geläufig. Wollte Sie vor Tischen noch fragen, was der Kerlen 9

eigentlich hat geschrieben. vergaßen aber und

nun sitzen ick da, kann innern von sein'n Werken. Zum größten Glü

mir partout nix erin Glücken fällt mir nochDie Braut von Messina ein!. Das war noch besser. Das ist ja von Schiller! 0 Hols der Teif! Das ist perfide. Schadet aber gar nixen. Der Kerlen taugt doch nixen. eine große Poete und will Heine Mi⸗ nister spielen. Ha! Ha! Ha! *

Die Eröffnung der Wel San Franciscv, Um Mittag des 20. Februar ist Pacific⸗Ausstellung in San Francisco von Präsident

tausstellung von die Panama⸗

ilson offi⸗

ziell eröffnet worden, indem er im Weißen Haus von Washing⸗ ton auf einen Knopf drückte, worauf die Tore der verschiedenen Ausstellungspaläste aufsprangen und mannigfache Maschinen auf der Ausstellung in Bewe gesetzt wurden. Zugleich wurde ein Salut aus einer Anzahl Geschütze abgefeuert. Der ursprünglich ge⸗ plante Pomp und Prunk, mit dem die Ausstellung eröffnet wer⸗ den sollte, hat infolge des Krieges aufgegeben werden müssen. Von der großen friedlichen Versammlung der Kriegsschiffe alle Völker in der Bai von San Francisco konnte keine Rede sein; ebenso wenig konnte die feierliche Eröffnung des Panamaka⸗ nals zusammen mit der der Ausstellung erfolgen. Wilson kann jetzt unmöglich Washington verlassen, um nach der Küste des Stil⸗ len Ozeans zu reisen, und so ist die Einweihung des Fanals durch ihn bis zum Juli verschoben worden Wenn so der Wieder⸗ dieser Weltausstellung in der Welt fehlt, so haben dafür die hner von San Francisco die Eröffnung sehr lebhaft gestal⸗ tet. Eine wilde Aufregung erfüllte die Riesenstadt schon am frühen Morgen, und ein wüstes Gelärme von Sirenen, Glocken, Pfeifen und Musikkapellen begleitete die Eröffnung, bei der der Staats⸗ F selretär des Innern, Lane, in Vertretung Wilsons eine kurz Botschaft des Präsidenten vorlas. Dies ist die Welt im Aus zuge sagte der Generaldirektor der Ausstellung, Skiff.Innerhalb ihres Bezirks gibt es keine Fremden. Alle sollen auf diesem Boden stehen, als wäre er ihr Heimatland. Die Ausstellung, die im Gegensatz zu andern derartigen Veranstaltungen am Eröffnungstage voll⸗ kommer fertig ist, umfaßt eine Raumfläche von 635 Acres und ist in ihrer Ausdehnung und Anlage 3 als jedes der⸗ artige Unternehmen vorher. Die Gebäude mit den Staats⸗ ausstellungen haben nach eimer schätzungsweisen Angabe 200 Millionen Mark Kosten verursacht. Die Ausstellung ihren prachtvollen Bauten, zum größten Teil im klassischen Stil. auf der einen Seite von waldbedeckten Höhen umrahmt, auf der andern von den blauen Wassern der Bucht von San Francisco. bietet in dem strahlenden Glanz der kalifornischen Sonne und eingebettet in eine üppige Blumenpracht, einen wundervollen land schufklichen Anblick dar. Der überwiegende Farbenton der Bauten ist ein warmes Braungelb, wodurch das grelle Licht der Sonne edämpft werden soll, und viele Dächer zeigen ein sanftes Rot in Nachahmung der alten Ziegeldächer. Das gewaltige Unter⸗ nehmen ist ein Beweis für die gesunde Kraftfülle San Francis⸗ cos, das nach dem großen Erdbeben unter einem Aufwand vom 1400 Millionen Mark erst wieder aufgebaut werden mußte und doch bei dem Auftauchen des Ausstellungsgedankens in wenigen Tagen für diesen Zweck die Summe von 80 Millionen aufbrachte. Auf den Besuch von Fremden aus Europa wird die Weltausstek⸗ lung so ziemlich verzichten müssen, denn in die fem Sommer wer den nur wenige die Reise von Europa nach Amerika wagen; abe man rechnet damit, daß auch der große Strom von reisenden

Amerikanern, der sonst um diese Zeit Europa überflutet, ver⸗ siegen muß und hofft, ihn nach Kalifornien abzuleiten. 1

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Philosophie 47, Staatswissenschaft 8, Sprachwissenschaft 18, Fremd-

sident Oekonomierat Korell,

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Aeußerst zahlreich waren die nan o-

0 zwei zeit⸗ 778 Vorträge auf der Tagesordnung, die beide lebhaft be⸗

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Im Februar wurden

*

Unter dem Vorsitz des Groß) Kreisrats v. Werner and gestern nachmittag im Saalbauzum 5 Johannesberg eine Versammlung des Land wirtschaftlichen Bezirksvereins statt, in der Landwirtschaltslehrer und Reichs-

Weiter wurde die Melioration

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Kulturgeschichte 25, Geschichte und Biographien 136, Kunstgeschichte 2, und Seewesen 37, 4 Haus- und Landwirtschaft 27, Gesundheitslehre 6, Religion und

stützungen für die Zeit vom 1. bis 15. März an die ann