Zweites Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Ureis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtscgaftlichen Zeit⸗ sragen“ erschemen monatlich zweimal.
Landwirtschaftiiche Ausblicke. IV.
Manch Unbefangenen wird es vielleicht befremden, daß Verfasser die artoffeln nicht unter den pflanzen erwähat hat, die als Ersatz für den eingeschränkten Rübenbau in Betracht zu ziehen sind. Dies geschah aus zwei Gründen. Einesteils deshalb, weil der Landwirt meist von selber geneigt ist, an Stelle von Rüben Kartoffeln zu bauen, und andernteils deshalb, weil uns zurzeit eine Vermehrung des Körner— baues(besonders Weizenbaues), des Oelsamenbaues und des Futterbaues nötiger tut als eine Vermehrung des Kartoffelbaues. Deutschland hat in normalen Jahren eine Kartoffelernte, die nicht allein den eigenen Bedarf deckt und das Rohmaterial für einen großen Teil der Spiritus⸗ fabrikation liefert, sondern die auch noch eine weitgehende Ausfuhr nach der Schweiz, nach England und Frankreich ermöglicht hat.— Ein auch nach dem Kriege be—⸗ stehendes Ausfuhrverbot für Kartoffeln und das Fortbestehen der Erleichterung für die Alkoholfabrikation aus Zuckerrüben muß
hne weiteres dahin wirken, daß wir Kar⸗ toffeln im Ueberschuß haben, selbst wenn eine starke Verfütterung der Kartoffeln Platz greift. Dagegen ist eine Befürchtung hinsichtlich des Kartoffelbaues im kommenden Jahre wert, hier öffent- lich erörtert zu werden, es ist der Frühkartoffelbau.— Maßgebliche und unmaßgebliche Stellen, falsche und echte Propheten glauben unserer Landwirtschaft heute raten zu müssen, möglichst viel Frühtartoffeln anzubauen, um den Kartoffelbedarf im Frühjahr und Vorsommer möglichst zu
sichern.— Zweifellos ist ein gewisser Frühtartoffelbau empfehlenswert und erwünscht fuͤr alle die Landwirte, die in der Nähe des Marktes die Frühkartoffeln leicht verkaufen können. Für alle anderen Landwirte ist ein Frühkartoffelbau in größerem Umfange direkt als gefährlich anzusehen, denn 1. ist die Frühkartoffel wenig ertragreich, 2. ist sie schlecht haltbar und 3. unterliegt sie zahlreichen Krankheiten, die die Erträge unsicher machen.— So sind im Jahre 1914
fast die Hälfte aller Frühkartoffeln(nach Bericht der Kar⸗ Z
toffelkulturversuchsstation Berlin) durch Phytophtora oder andere Krankheiten schwer beschädigt worden.— Unter diesen Umständen bedeutet eine dauernde und nachdrückliche Empfehlung des Frühkartoffelbaues von allen Seiten weiter nichts als eine Gefährdung der Sicherheit un⸗
serer Kartoffelerträge, die ganz besonders auf den da
schweren Böden der Provinz Oberhessen bedenklich werden kann.— Das Gegenteil ist ri tig!— Unsere Landwirte sollen und müssen ruhig wie bisher in erster Linie gut ertragreiche, widerstandsfähige Reifezeit mit sicheren Erträgen
eze t und von guter Speise⸗ qualität anbauen. Industrie,
Ella, Up to dato, Imperator
usw. sind solche Sorten. Neben diesen dürfen auch die 5
Futterkartoffeln wie Wohltmann, Silesia, blaue Riesen usw. nicht vergessen werden, denn sie haben gerade im kommen⸗ den Jahre die größte Bedeutung. Auch bezüglich der Saat⸗ zeit der Kartoffeln sind hier wohl etliche* am Platze.— In einem durch alle Zeitungen und Zeitschriften gehenden Artikel stand zu lesen, man solle die Frühkartof⸗ feln in Sand einlegen und im Kuhstalle vortreiben, um sie dann im Februar oder Anfang März in den Boden zu bringen usw. usw.— Ob der Herr, der diese Vorschriften 3 3— hat, schon jemals wo anders Landwirtschaft etrieben hat als am grünen Tisch, ist dem Verfasser un⸗ ekannt.— Das aber ist dem Verfasser bekannt, daß, wie schon Rosenberg und Lipinsky feststellten und später durch unzählige Versuche bestätigt wurde, die Kartoffeln 1¹ ihrer Entwicklung eine Bodentemperatur von mindestens 8 C. brauchen und weiterhin ist dem Verfasser bekannt, wie Thiele nachgewiesen hat und Ih ne und andere bestätigt haben, daß zu den Gebieten, die diese Voraussetzung im Monat März bezw. Anfang April aufweisen, nur die Rhein⸗ talspalte, das Neckartal und einige Teile Rheinhessens und der Pfalz gehören.— In diesen Gebieten ist der ganz frühe Frühkartoffelbau im stärkeren Maße denn auch üblich und berechtigt. Für unser übriges Hessenland aber und besonders für das Vorgebirge und Mittelgebirge sind solche Maß⸗ nahmen wie die oben empfohlenen lediglich einer Saat- gutverschwendung und einer jetzt absolut unerwünsch⸗ ten, nutzlosen Schwächung der Vorräte gleichzusetzen.— Welch heillose Verwirrung durch alle diese Empfehlungen in manchen Köpfen angerichtet wird, kann man sehen, wenn man den zur neuen Promenade längs des Klingelbaches geht. Dort ist vor dem Bahnübergang ein Acker schon jetzt zur Hälfte mit Frühkartoffeln bepflanzt!
Unseren Landwirten ist gegenüber allen diesen Treibe⸗ reien nur anzuraten, ruhig und unbeirrt ihre Kartoffeln wie bisher zu bestellen und daffür zu sorgen, daß, soviel an ihnen ist, recht hohe Erträge erzielt werden. Den Städten aber kann nur 1 werden, durch Ankauf größerer Kar⸗ toffelmengen gleich bei der Ernte und durch Einrichtung eines ständigen Kartoffelverkaufs die Preise auf den Märk⸗ ten nach Wunsch zu regulieren. Kleberger.
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Sitzung der Stadtverordneten.
1 Gießen, 20. Febr.
Vor Eintritt in die Tagesordnung der gestrigen Stadtverord⸗ netensitzung machte Oberbürgermeister Ke ller Mitteilung von dem bereits in unserem Blatte verö fentlichten Dankschreiben des Generalfeldmarschalls von Hindenburg für die nahme der Stadt Gießen an der Spende des Deutschen für die Ostarmee. Die Versammlung geneh- für den Neubau Horn am Kreuzplatz sowie für die des Amtsgerichtsgebäudes
sich hierauf zum wiederholten Male Frage der Anlegung von e e zu be⸗
Kartoffeln von mittlerer[E
Teil⸗ f
105. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
5— Verpachtung von Kleingärten in die Hand nehmen. Man habe einstimmig die Ansicht vertreten, daß es sich um eine volkswirt— schaftlich bedeutsame Maßregel handle. Nur über die Art der Durchführung des im Prinzip gebilligten Planes hätten sich in der Kommission Meinungsverschiedenheiten ergeben, die nicht so ein⸗ fach hätten beseitigt werden können. Man habe in der Frage noch zu wenig Erfahrung sammeln können, um auf Grund vorliegenden 9 zu einem Beschluß kommen zu können. Die Vorschlage in der Kommission hätten sich zunächst in drei. Richtungen bewegt. Ein Teil der Mitglieder vertrat die Meinung, man solle die in Betracht kommenden Grundstücke am Wißmarer Weg und an der Licher Straße parzellieren und verpachten und die Einfriedigung und die Errichtung von Gartenhäufern den Pächtern überlassen. Ein weiterer Vorschlag ging dahin, die Einfriedigung und die Gartenhäuser sofort in der möglichst'einfachsten Weise herzustellen und die Verpachtung schleunigst in die Wege zu leiten. Schließlich sei noch der Gedanke in Betracht gekommen, das Gelände am Wißmarer Weg zu Gartenland mit Zäunen und Hütten einzurich⸗ ten und das Grundstück an der Licher Straße andern Zwecken, wie dem Kartoffelbau oder der freien Parzellierung, dienstbar zu machen. Nach eingehender Beratung der Angelegenheit sei die Kommission fast einstimmig dahin gelangt, der Stadtverordneten⸗ versammlung folgende Vorschläge zu unterbreiten: lände am Wißmarer Weg verordneten Simon in 12 Parzellen zu je 300 Quadratmetern aufgeteilt, mit billigen Umfriedigungen und einfachen Gartenhäus⸗ chen versehen und an Okt und Stelle an die Liebhaber im Wege des Meistgebots verpachtet werden, um einer
punkte maßgebend sein lassen, Weg denkbar sei. Es müßten vielmehr an der Licher Straße in.
und man könne Zeit die Kritik jedes Vorübergehenden herausfordern müßten. Ehe
el zus sich im wesentlichen den Ansichten der Kommission vollkommen anschloß. Der Antrag der Kommission bezüglich des Geländes am Wißmarer Weg wurde
Anpächter des einstweilen freien Landes eventuell bei übernommenen Parzellen bleiben kö umsonst in die Grundstücke steckten. alsdann dem Antrage der Kommission entsprechend.
Die Gesuche der Käthe Dietrich um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Haufe Qaas für Löwengasse 22 für den gleichen Zweck und des Johannes Sieck zum Gastwirtsckaftsbetriebe den genehmigt.
Beig. Justizrat Grünewaldet Tagesordnung mit, daß der Kreisziegenzuchtverein der Stadtverwaltung mitgeteilt habe, er beabsichtige Ende Mai oder anfangs Juni d. Is. in Gießen einen Zuchtziegenmarkt abzuhalten. Der Verein bittet um Unterstützung der Stadtverwal⸗ tung, die in der Ueberlassung des Viehmarktplaßes und der Gewährung eines Zuschusses bestehen solle. Die Versammlung stellte dem Verein den Platz für den gewünschten Termin zur Ver⸗ fügung und gewährte ihm außer dem jährlichen einen einmali⸗ gen Zuschuß von 100 Mark zu dem gedachten Zwecke. Eine Anfrage des Stadtv. Habenicht, aus welchen Gründen der Oberbürgermeister die Ausfuhr von Backwaren aus Gießen unter⸗ sagt habe, soll in der geheimen Sitzung beantwortet werden, 132 rend der Oberbürgermeister der Anregung des Stadtv. Plan mit Rücksicht auf die ständigen Masseur zu
eilte nach Erledigung der
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Verwundetenpflege im Volksbade für einen sorgen, Erwägung zusagt.
Börsen⸗Wochenbericht.
Frankfurt a. M.,
Den vernichtenden Schlägen, die die russischen Armeen in Masuren und in der Bukowina betroffen haben, reihte sich auf dem westlichen Kriegsschauplatze die Eröffnung des Blockadekrieges gegen England verheißungsvoll an. Während somit die Krie g= lage für uns auch weiterhin keinen Anlaß zu Bedenken gibt, bietet auf wirtscha 8 Gebiet der ununterbrochen wachsende Goldbestand der Reichsbank, der vortreffliche Betriebs- ausweis der preußischen Staatsbahnen und die abermalige Zu⸗ nahme der deutschen Roheisenproduktion einen erfreulichen Be⸗ weis für die Gesundheit und Kraft von Handel, Verkehr und Industrie in Deutschland. Trotz dieser günstigen Momente ist im reien Verkehr der Börse das Geschäft in den letzten acht Tagen stark zusammengeschrumpft. Vielfach erachtete die Speku⸗ lation auch den Zeitpunkt für geeignet, Gewinnabgaben vorzu⸗ nehmen, ein Vorgang, der sich übrigens in normalen Geschäfts⸗ zeiten regelmäßig nach guten Ereignissen einzustellen pflegt. Die heimischen Anlagewerte wurden außerdem durch Angaben beeinflußt, die anscheinend halbamtlich über die neue Kriegs⸗ an leihe verbreitet werden. Danach sollen die Zeichnungsbedin⸗ gungen für die neue Hprozentige Anleihe noch in diesem Monat bekanntgegeben und der Zeichnungspreis auf etwa 98½% Prozent bemessen werden. Diese Ankündigung genügte, um zahlreiche Kapi⸗ talisten zu voranlassen, mit ihren flüssigen Geldern zurückzuhalten, so daß das Börsengeschäft etwas ins Stocken geriet. Wie für die chon hinter uns liegende erste große Kriegsanleihe mit ihrem strotzen 4½ Milliarden⸗Erfolg dürfen wir uns auch für die kommende zweite Anleihe durchaus gute Aussichten machen. Der Geldmarkt ist flüssig, die Banken halten sich bereit, bei den Spar⸗ kassen sind 1914 an Einlagen und Zinsen⸗Gutschriften 900 Mil- lionen Mark zugewachsen und vor allem haben sich aus den großen Kriegslieferungen große Mengen flüssi er Gelder angesammelt. Zudem werden aus den Zinsen⸗ und ividendenfälligkeiten am 1. April, an welchem Termin sehr große Summen auszuzahlen sind, sehr bedeutende Beträge frei. Die Reichsfinanzleitung ist auch durchaus zuversichtlich gestimmt. Ein Beweis dafür war der Wink nach der Börse, mit den Kursen der ersten Kriegsanleihe, die voll plaziert und nicht wie in England unter den Ausgabekurs unken, sondern von 97½ auf etwa 100 Prozent gestiegen ist, ein launenhaftes Spiel zu treiben, da man bei Bemessung des Kurses für die kommende zweite Anleihe auf Treibereien an der Börse nicht die mindeste Rücksicht nehme. Deutsche Kriegsanleihe und Schatzanweisungen konnten seit dieser Zeit ihre Kurse auch ziemlich behaupten. Andere deutsche Anleihen stellten sich teilweise
20. Febr.
Samstag, 2). Februar 015
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei— R. Lange, Gießen.
Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul.
straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: Sol, Schrist⸗
leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen.
ewas niedriger, doch war das Angebot darin nicht sehr groß. Von fremden Renten waren in dieser Woche Japaner auf den Konflikt mit China und Russen etwas angeboten und niedriger. Bankaktien, Schiffahrtswerte und Montan pa⸗ piere lagen ruhig und wenig verändert. Andere Industrie⸗ papiere stellten sich bei geringem Angebot meist etwas niedriger. Am Devisenmarkt verfolgten Holland und Cable New York
anziehende Tendenz, Wien und Franks-Devisen neigten zur Schwäche. Geld war leicht. Märkte. Gieseen, 20. Febr. Marktbericht. Auf den heutigen
Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,10 1,20 Mk.; Hühner⸗ eier 1 Stück 13—14 Pfa., 2 Stück 00 Pig.“ Enteneier 1 St. 0 Big. 2 St. 00 Pig; Gänseeier 1 St. 00 Pia., 2 St. 00 Pfq.: Käse das Stück 7—8 Pig. Käsemalte 2 Stück 6—0 J g. Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1.00— 2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,00 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50— 3,00 Mk., Gänse das Pd. 70— 80 Pf, Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Pfd. 90- 98 Pig, Rindfleisch das Piund 90— 94 fa, Kuhfleisch 8—90 Pfg., Schweine- fleisch das Pfund 100-116 Pig, Kalbfleisch das id 7 0 Pic Hammelfleisch das Pfund 70—90 Pfg.; Kartoffeln Kilo 7,— Mk., Weißkraut das Stück 10—20 Pig. Zwiebeln der It 12,00— 15,00 Mk.: Milch das Liter 22 Pfg. Aepfel der Zentner 15—20 Mk.; Birnen das Pfund 12—15 Pfg., Nüsse 100 Stück 40— Pig.— Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.
ch. Bingen, 19. Febr. Marktpreise. Weizen Mk. 27,50, Korn Mk. 23,50, Gerste Mk. 22,50, Hafer Mk. 23,5), Heu Mk. 0,0, Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 8,00, Erbsen Mk. 0%, Linsen Mik. 00,00, Bohnen Mt. 00,00, Weißmehl Mk. 47,00, Roggenmehl Mk. 39,50; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mk. 2,20, Milch 1 Liter 21 Pfg., Eier 10 Stück Mk. 1,15.
10. Frankfurt a. M., 19. Nebr. Heu- und Strohmarkt. Man notierte peu 1,75, 00 Mk, Stroh(Kornlangstroh 9.00 bis 00% Mk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mark. Alles je 50 Kilo. Ge⸗ schäft gut. Die Zusuhren waren aus den Kreisen Friedberg, Hanau und Dieburg.
FC. Wiesbaden. Viehhof⸗ Marktbericht vom 19. Febr. Auftrieb: Rinder 105(Ochsen 14, Vullen 9, Kühe und Färsen 82), Kälber 132, Schase 63, Schweine 177.
Der Handel war schleppend, die Preise hielten die seitherige Höhe, in Großvieh und Schweinen blieb Ueberstand.
Spielplan des Gießener Stadttheaters. Direktion: Hermann Steingoetter.
Sonntag, den 21. Februar, nachmittags 3½ Uhr, bei Volks⸗ preisen: Kunder-Vorstellung:„Tischlein deck' dich, Esel streck dich und Knüppel aus dem Sack.“ Ende 5 Uhr. Abends 7% Uhr, bei klemen Preisen:„Der zerbrochene Krug.“ Hierauf:„Das Versprechen hinterm Herd.“ Singspiel aus den österreichischen Alpen in zwei Bildern von Alexander Baumann. Ende nach 10 Uhr. Dienstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr(13. Dienstag- Abonnements-Vorstellung), bei gewöhnlichen Preisen(ermäßigt): „Die deutschen Kleinstädter.“ Ende 105 Uhr. Freitag, den 26. Febr., abends 8 Uhr(außer Abonnement), bei Volkspreisen:„Wie einst im Mai.“ Ende 10% Uhr. Samstag, den 27. Februar, nach- mittags 3½ Uhr, bei Volkspreisen: Schüler-Vorstellung:„Grüne Ostern.“ Ende gegen 6% Uhr. Sonntag, den 28. Februar, nach- nuttags 335 Ubr, bei Volkspreisen:„Johannisfeuer.“ Ende nach 6 Uhr. Abends 7¼ Uhr, bei kleinen Preisen:„Flachsmann als Erzieber.“ Ende 10 ½ Uhr.
Letzte Nachrichten.
Zum deutschen Unterseebootkrieg. Haag, 20. Febr. Ueber die Ereignisse auf See lagen bis gestern mittag keine Nachrichten vor. Aus Vlissingen
wird jedoch berichtet, daß in der vergangenen Nacht im Kanal man mehrmals Scheinwerfer aufblitzen sah, doch sei weder die Nationalität noch die Art der Schiffe erkennbar geworden.— Eine Privatdepesche des„Het Vaderland“ meldet, daß am 18. Februar aus Liverpool, London und Middelborough keine Handelsdampfer ausfuhren. Von an⸗ deren Häfen liegen noch keine Nachrichten vor. Die Post⸗ dampfer nach dem Kanal verließen Harwich zur gewöhn⸗ lichen Zeit. Sie wurden eine Strecke Weges von Torpedo⸗ booten begleitet.
Die russische Niederlage in englischer Beleuchtung.
Amsterdam, 20. Febr. Ueber die russische Niederlage in Ostpreußen gehen den Engländern allmählich die Augen auf. Die„Daily News“ schreiben:
Die Nachrichten von dem ostpreußischen Kriegsschauplatz sind schlecht. Die neue Offensive Hindenburgs hat auf jeden Fall mit einem bisherigen Erfolg eingesetzt und man kann kaum mehr daran zweifeln, daß die Russen an den masurischen Seen eine sehr schwere Niederlage exlitten haben. Gestern hat Petersburg die Niederlage zugegeben und die üblen Nachrichten sind in dem heutigen Kom⸗ muniqus des deutschen Hauptquartiers bestätigt worden.(Zum ersten Male wird die Niederlage in einer englischen Zeitung so offen zugegeben. D Red.) Das Blatt meint dann, man müsse di⸗
ituation mit Kaltblütigkeit betrachten. Ein Trost, sagt das Blatt ist, daß die Deutschen Warschau noch immer nicht genommen haben
Landung französischer Truppen in Antivari. Wien, 20. Februar. Zur Landung französischer Truppen in Antiva ri erfährt der Osmanische Lloyd, daß diese aus einem Bataillon bestanden habe. Die Landung erfolgte nachts. Dabei kippte eine Schaluppe um; 8 Mann ertranken. Die französischen Truppen werden der montenegrinischen Armee beigegeben.— Der russische Kreuzer„Ascold“ landete in Antivari 8 französische Generalstabsoffiziere, die sogleich nach Cetinje ab- reisten.
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