Ausgabe 
(19.2.1915) 42. Zweites Blatt
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Zweites Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieSiezener Famistenblätter werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das kreisblatt für den Kreis Sießen zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen zeit⸗ fragen erscheinen monatlich zweimal.

165. Jahrgang

ießener Anzeiger

General⸗Anzeiger für Oberhessen

Landwirtschaftlche Ausblicke.

Eine ganze Reihe von Zuschriften sowohl aus Kreisen der Landwirte wie auch aus Kreisen der Verzehrer be⸗ weisen dem Verfasser, daß seine Vorschläge bezüglich des Sommerweizenbaues und teils auch des Napsbaues einen

ewissen Beifall gefunden haben. Bei den Landwirten cheint jedoch vielsach das Bedenken zu bestehen, daß mit ir Einschränkung oder Aufgabe des Rübenbaues auch die e besonders mit Herbst⸗ und Winterfutter das Rindvieh ungenügend oder schwierig werde, wes⸗ halb sie von einer Aufgabe des Rübenbaues nichts hören wollen. Der Verfasser war sich dieser Tatsache wohl bewußt, als er die früheren Ratschläge erteilte. Er hat daher auch folgendes empfohlen: 1. Einschränkung des Rübenbaues um mindestens die Hälfte( ¼. Anbau von Sommerweizen auf ¼ der seitherigen Rübenbaufläche = Aunfüheung von Sommerraps oder Sommerrübsen auf ½ der seither mit Rüben bebauten Fläche, so daß man nun für die Futtergewinnung noch 2 der früher mit Nüben bestellten Fläche übrig bleibt. Der Verwendung dieser Fläche sollen in allererster Linie diese Zeilen gelten. Als Ersatz für Rübenblätter und Köpfe sowie für Schnitzel ist vor allem für Winter⸗ und Herbstfutter zu sorgen. Dies geschieht am einfachsten durch Vermehrung des Runkelrüben⸗(Dickwurz⸗ Baues oder aber durch Anbau von Futtermöhren. Die hierzu benötigte 10 0 ist durch⸗ aus nicht so groß, wie viele Landwirte meinen, voraus- gesetzt, daß eine zweckentsprechende Verwendung stattfindet. 7 5 wir an, der Ertrag der Zuckerrübe an Köpfen und ttern sei 80120 Zentner pro Morgen und der Ertrag der Runkeln 300400 Zentner Knollen, so können wir auf je 34 Morgen Rüben 1 Morgen Runkeln als Futterersatz rechnen. Wird im Herbste aber die Runkelrübe, so lange es noch nicht gefroren hat, mit dem Kraut verfüttert, so kann auf ca. 56 Morgen Zuckerrüben 1 Morgen Runkeln als Krautersatz gerechnet werden. Ueberall dort, wo es sich neben der Rindviehfütterung um Schweinefütterung han- delt, verdienen die Möhren eine ganz besondere Berücksich⸗ tigung. Ihr Ertrag reicht zwar in vielen Fällen nicht an den der Runkeln heran, doch haben sie einen beträchtlich höheren Nährstoffgehalt als diese und sind besonders in der Schweinehaltung und Schweinemast als Ersatzmittel für Kartoffeln recht gut zu verwenden, weshalb sie in der heutigen Kriegszeit ganz besondere Beachtung verdienen. Gelingt es doch einer dem Verfasser nahestehenden größeren Schweinezucht unter Verfütterung von 810 Pfd. gedämpf⸗ ter Möhren,% Pfd. Fischmehl und 12 Pfd. Trocken⸗ schnitzel pro Kopf in der Zeit von 911 Monaten Schweine von 200220 Pfd. Lebendgewicht zu erzeugen.

Manchem Landwirte erscheint der Möhrenbau un⸗ bequem, da die Möhrensamen bei der Saat gewisse Schwie⸗ rigkeiten bereiten und die jungen Pflanzen nur sehr lang⸗ sam auflaufen. Diesen beiden Uebeln kann jedoch be⸗ Vannte werden, dem ersten durch Bezug von abgeriebener 0 dem durch Beimengung von ca. 1012 Pfd. Hafer zum Möhrensamen pro Morgen. Der Hafer läuft . auf und zeigt die Drillreihen, so daß zwischen diesen mit der Hand oder Pferdehacke der Acker sauber gehalten werden kann. Die Drillsaat, zu der ca. 45 Pfd. Saatgut pro Morgen notwendig sind, erfolgt am besten auf 3040 Zentimeter Reihenweite. Die Bearbeitung be⸗ ginnt, sobald die Markierfrucht(am besten Hafer oder Gerste) aufgelaufen ist, und besteht aus flachem Hacken, um eine Ueberwucherung durch Unkraut zu verhüten. Sie wird zirka

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Sreitag, 10. Sebruar 10s

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Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen 5

R. Lange,

Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul-

straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S851, Schrift⸗

leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen.

zwei⸗ bis dreimal wiederholt und die kleinen etwa vier bis fünf Zentimeter hohen Pflänzchen auf eine Entfernung von 1315 Zentimeter in der Reihe vereinzelt. Ein An- häufeln der Möhren erfolgt nicht, da die Möhre das Aus⸗ dembodenwachsen liebt. 1

Die Düngung der Möhre kann dieselbe sein wie die der Runkelrübe, doch ist frische Stallmistdüngung nicht so zuträglich für die Möhre. Sehr gut hat sich die Verwendung von 1 Zentnern Guano als Düngung der Möhren be währt. Die Ernte erfolgt etwa zur Zeit der Runkelernte und zwar mit der Grabgabel; die Aufbewahrung kann geschehen wie die der Runkeln entweder im Keller oder aber am besten in der Miete.

Wie aus dem vorigen hervorgeht, wird durch den An bau von Winterfutter unser bei Einschränkung des Rüben⸗ baues frei werdendes Gelände nicht ganz in Anspruch ge⸗ nommen und das ist gut, denn auf diese Weise kann für den Anbau von Hülsenfrüchten und von Frühjahrsfutter noch eine gewisse Bodenfläche verfügbar gemacht werden. Als Hülsenfrüchte lommen Erbsen, Wicken und Puffbohnen bzw. Saubohnen, als Frühjahrsfutter Spörgel oder weißer Senf in Betracht. Da Erbsen als Saatgut nur in sehr ge⸗ ringer Menge zur Verfügung stehen und sehr teuer sind, so dürften zur Zeit wohl die Wicken den Vorzug verdienen. Ihr Anbau kann sowohl im frühen Frühjahr als auch im Laufe des Vorsommers erfolgen, wobei es sich empfiehlt, Hafer oder ah ne als Stützpflanze mit einzusähen, da die Wicken selbst kaum aufrechte Stengel haben und beim Lagern leicht faulen. Die Saat ist am besten Drillsaat, auf ca. 22 30 Zentimeter Reihenweite; an Saatgut sind zirka 6070 Pfd. pro Morgen erforderlich; denen noch zirka 10 Pfd. Hafer pro Morgen beigemischt werden. Der Ertrag stellt sich auf ca. 610 Zentner Samen pro Morgen. Diese sind als Futtermittel in geschrotenem Zustande sowohl für Milchvieh(in Höchstgaben von 12 Pfd. pro Kopf und Tag) wie auch für Mastvieh, besonders Schweine(in Höchstgaben von ½ 1 Pfd. pro Tag und Kopf) ein äußerst wertvolles Futter, ebenso sind die Abfälle, die Hülsen und Blätter, als Spreu sehr wertvoll, sie stehen gutem Kleeheu im Futter⸗ werte nicht nach und sind wie dieses 2 verwenden. Das Wickenstroh ist gutes Futterstroh und steht in seinem Futter⸗ werte etwa mittlerem Wiesenheu gleich. Der Wickenbau ist mit Rücksicht auf diese Tatsachen für den kommenden Som- mer ganz besonders zu empfehlen, da er eine Stütze jeder Viehhaltung und besonders der Milchwirtschaft ist. Dort, wo auf größeren Kornertrag gewartet wird, wo dagegen Stroh und Spreu mit Rücksicht auf vorhandene Heuvorräte weniger Bedeutung haben, ist der Anbau von Puffbohnen, Pferdebohnen am Platze. Die Pferdebohne, Puffbohne, Saubohne gedeiht auf allen besseren Böden meist gut. Sandige und flachgründige Böden sind für ihre Kultur ungeeignet. Die Saat sei zeitig, am besten Drillsaat auf ca. 2535 Zentimeter Reihenweite. Die Saatgutmengen schwanken je nach der Samengröße zwischen ca. 1 tr. pro Morgen. Die Pflege besteht aus zweimaligem Hacken und leichtem Anhäufeln. Der gesährlichste Feind der Sau⸗ bohne sind die Blattläuse(Schmierläuse), die aber bei mög⸗ lichst früher Saat weniger aufzutreten scheinen. Als Düngung der Pferdebohne kommt Stallmist, der möglichst schon im Herbste eingepflügt worden ist oder aber eine kräftige Kaliphosphatdüngung lentsprechend etwa 3 Ztr. Thomasmehl und 1 Ztr. 40 prozentiges Kalisalz) in Betracht. Steht Guano zur Verfügung, so leistet eine Beidüngung mit ½ ftr. pro Morgen gute Dienste. Ist dies nicht der Fall, so lann eine leichte Ueberdüngung mit Jauche neben mineralischem Dünger Verwendung finden. Sind auf dem

Wie dieAllotria Wilhelm Busch huldigte.

Es war im Vorfrühling des Jahres 1874 so 575 Eduard Daelen in dem jüngsten Hefte der Seemannschen Monatsschrift ⸗Meister der Farbe, als in dem bekannten Münchener Künst⸗ lerpereineAllotria eines Abends die Nachricht eintraf:Heute abend kommt Wilhelm Busch! Das gab eine plötzliche Aufregung. Sogleich hieß es:Dem fampsen Knopp zu Ehren muß eine Ovation in dramatischer Aufführung dargebracht werden. Der Vorschlag fand alsbald allgemeine h und im Hand⸗ umd hatte wabenmajer, der berühmte Vergnügungsrat und segenheitsdichter derAllotria, ein paarVersche à la Busch improvisiert. Nun ging es an eine eifrige Durchsuchung der riesi Kostümporräte. Gerade kurz vorher war ein ulkiges stücDie zwölf Arbeiten des Herkules aufgeführt wor⸗

den, worin die plympischen Götter die Hauptrolle spielten. Also wurde kurzerhand entschieden, daß sie auch zur Ehrung Meister Buschs das Ihrige tun sollten. Während die bereitungen in vollem Gange waren, erschien Busch in Lenbachs Begleitung und ließ sich am runden Tisch im Kreise seiner näheren Freunde Gedon, W. Diez, F. August Kaulbach, Pieglhein, Böcklin, Rudolf Seitz u. a. nieder. Noch herrschte im übrigen Raum eine feierliche Stille, die man sonst nicht gewohnt war. Plötzlich klopfte es, energisch Einlaß begehrend, ans Fenster. Die am Herrentische sahen erstaunt auf, und stehe da! durch das Fenster herein drängte oder vielmehr kugelte sich eine seltsame Gesellschaft; wie es schien, kam der ganze Olymp Griechenlands daher, geführt von dem ge⸗ faugelten Götterboten Merkur, dann Jupiter und Juno im Voll⸗ bewußtsein erhabener Würde, Pluto und Proserpina furchtbar

1 ich, Vulkan und Veuus mit ihrem Hausfreunde, dem galanten] Sa

Mars, ferner Apollon, Bacchus, Hebe, Amor und wie die Un⸗ sterblichen alle heißen, in langem, karriert feierlichen 3 Mit stürmischer Heiterkeit wurde namentlich die robuste Frau Venus empfangen, welche Läwerenz, der Diezschüler mit einem sehr geringen Aufwande von Kostüm, aber um so mehr von un⸗ vergleichlicher Tapsigkeit darstellte, mit Mars kokettierend, der in der antikisiert zugestutzten Uniform eines Kavallerieleutnants von dem rotlockigen Bildhauer Rümann unübertrefflich gegeben wurde. Doch der urdrollige Effekt dieses klassischen Paares wurde noch überboten von der ihm folgenden grotesken Erscheinung des Amor, welcher mit seiner kolossal umfangreichen Kugelgestalt und kindlich naiven Schalkhaftigkeit Schwabenmajer auf das aller⸗ würdigste gerecht zu werden verstand. Er mußte eine ganze Weile warten, bis der allgemeine Jubel sich so weit beruhigte, daß er eine lustige Begrüßungsreimerei zum Vortrage bringen konnte. Dann schoß er los mit seiner fetten, quäkigen Stimme:Es drang

zum hohen Olymp empor Ein mächtiger Lärm an unser Ohr. I Allotria

Laut klang es von derHeil! unser Wilhelm Busch ist da! Den gerne wir längst schon hier begrüßten, Den König, den größten aller Humoristen! Dann wurden die bekanntesten Figuren aus den Buschschen Hauptwerken besungen und in lau⸗ nigster Weise mit den auftretenden Gestalten aus Olymp ver⸗ knüpft. Die 9 schloß mit den Worten:Blast alle mit obligatem Tusch Ein brausend Hoch auf Wilhelm Busch! Das wurde denn auch mit begeisterter Zustimmung ausgeführt, das enge Lokal dröhnte von dem allgemeinen Beifallsjubel. Busch

offensichtlich von der gelungenen Improvisation auf das 1.

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Ein neues Salvarsanpräparat.

Unser ärztlicher Mitarbeiter schreibt uns: Die dauernden Be⸗ mühungen, die Mängel, die dem Salvarsan anhaften, zu ver⸗ bessern, gewisse Schönheitsfehler auszutilgen, haben zu einem neuen Präparate geführt, das in Gestalt des Salvarsannatriums seit längerer Zeit in Krankenanstalten durchgeprüft wurde, und über das nun in der Münch. Medizin. Wochenschr. aus der Feder der beiden bekannten Salvarsanforscher Prof. Wechselmann in Berlin und Dr. George L. Dreyfus von der Medizinischen Klinik in Frankfurt die ersten Mitteilungen vorliegen. 5 wird noch erinnerlich sein, daß die W des Salvarsans für die praktische Anwendung kompliziertes exaktes Arbeiten wie peinlichste Destillierung und Sterilisierung des zu benutzenden Wassers, völlige Unangreifbarkeit und Keimfreiheit der verwen⸗ deten Glasgeräte erforderte. Einige Mißerfolge und Zufälle, die anfangs in der Hitze der sich damals entspinnenden Diskussion dem lvarsan zugeschrieben wurden, erwiesen sich als durch Fehler in der Vorbereitung oder willkürliche Abweichungen von der Vor⸗ schrift veranlaßt. Diese Zwischenfälle bewogen Prof. Ehrlich, ein neues Salvarsanpräparat, das sog. Neosalvarsan, herzu⸗ stellen, das wegen seiner leichten Löslichkeit und der dadurch be⸗ dingten Vereinfachung der Anwendungsweise bald die Sympathien der Praktiker an sich zog. In der Tat wurden die übeln Zufälle bei dem neuen Präparate seltener, aber man glaubte zu beobachten, daß die Wirkung in ihrer Stärke hinter der des Altsalvarsans zurückblieb Ehrlich ist nun in seinem neuesten Salvarsanpräparat auf das Altsalvarsan zurückgegangen. Es ist durch Alkalisierung des Salvarsans mit Natrium gelungen, ein im Gegensatz zum Altsalvarsan leicht lösliches Präparat darzustellen, das dennoch die intensive Wirkung dieses besitzt. Das Sal varsannatrium ent⸗ hält wie seine Vorgänger 20 Proz. Arsen. 0,3 Gr. von ihm ent⸗ sprechen 0,2 Gr. Altsolvarsan. Die Zubereitung und Lösung ist gegen früher erheblich vereinfacht. Eine sorgfältige Doppeldestil⸗ ation und Sterilisierung des Wassers ist natürlich nach wie vor nötig, aber die Apparatur ist gegen früher beschränkt. Nach dem Vorschlage von Dreyfus bedient man sich zweckmäßigerweise eines Destillationsapparates aus Bergkristall, da dieses gegen das Arsen sich indifferent verhält. Die Einspritzung erfolgt am besten in die Muskulatur oder in die Vene. Prüfungen des Prof. Wechselmann und Dr. Dreyfus, die sich über mehr als ein Jahr hinzogen und dort mehr als 12 000 Injektionen ausmachten, erwiesen die Wirksamkeit und Ungefährlichkeit des Mittels. Sicher ist, da fast immer jede erhebliche Reaktion nach der Einspritzung ausbleibt,

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Universitäts- Buch- und Steindruckerei.* Gießen. 1

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Felde, das die Bohnen tragen soll, Hülsenfrüchte während

längerer Zeit nicht gebaut worden, so tut eine Impfung des Saatgutes mit Wurzelbalterien gute Dienste. Man kann

zu diesem Zwecke entweder die Nitraginkulturen für Pferde-

bohnen von A. Kühn, Agrikulturwerke, Wesseling bei Bonn,

oder die Azotogonkulturen von Humann& Teisler in Dohna

in Sachsen verwenden, beide Stoffe leisten nach Erfahrungen des Verfassers recht gutes und sichern die Kulturen dort, wo sie ohne sichtbaren Grund öfters mißraten. Das Impf⸗ verfahren selbst ist einfach und verhältnismäßig billig, ge⸗

naue Vorschriften sind jedem Präparate beigegeben. Der 2 Ertrag der Ackerbohne, deren Ernte stattfindet wenn die 2

untersten Hülsen schwarz werden, schwanlt je nach Kultur,

Düngung und Entwicklung in weiten Grenzen. Im all⸗

gemeinen wird man bei uns in Hessen mit Mittelerträgen von 1012 Zentnern pro Heltar zufrieden sein müssen, und diese Erträge sind auch als guter wirtschaftlicher Er⸗

folg anzusehen, denn die Samen der Ackerbohnen sind einer

der wertvollsten selbsterzeugten Futterstoffe, die in Stärke 2 von 23 Pfd. pro Tag an Milchvieh, in Stärke von ½ bis

J Pfd an Mastschweine pro Kopf und Tag Verwendung

finden können und die in den kommenden Jahren aller Wahrscheinlichleit nach das einzige sicher zu habende Kraftfutter des Landwirts

und Milchwirts darstellen. Man wird mir ent⸗

egenhalten, daß die hier Flächen nur klein seien und daß sie für die Futterversorgung

zum Anbau vorgeschlagenen 0

unserer Viehbestände eigentlich kaum in Betracht kämen.

Diese Einwände sind bis zu einem gewissen Grade berech⸗ ligt, allein eine weitergehende Vermehrung der Anbaufläche vorzunehmen, dürfte schon mit Rücksicht auf die meist recht

beschränkten Saatgutmengen einfach unmöglich sein, und

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außerdem ist es notwendig, daß unsere praktischen Land⸗ wirte in diesen ihnen fremden Kulturen zunächst ihre Er⸗

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fahrungen sammeln und auf Grund dieser Ersahrungen

dann den Anbau vermehren. Eine gute Erfahrung regt dabei

viel mehr an als Hunderte von Vorschriften, Vermahnungen

und Verordnungen und eine schlechte Erfahrung schreckt mehr ab als tausend Warnungen. 1

Neben Hülsenfrüchten, und soweit die Wicken in Betracht kommen, auch vor diesen kann dann in beschränktem Um⸗ fange ein raschwüchsiges und auch ergiebiges Grünfutter für

den Frühjahrsbedarf angebaut werden. Weißer Senf,

der gegen Spätfröste unempfindlich ist und schon Anfang bis

Mitte März breitwürfig in das noch feuchte Land ausgesät

und leicht eingeeggt werden kann, so wie auf leichteren, mehr sandigen Böden der ganz ebenso wie der Senf kulti⸗ vierte Spörgel sind für diese Zwecke eingehend zu emp⸗ fehlen und zwar sowohl als Futter für das Milchvieh wie auch als Futter für die Schweine. 1 Gerade der letzte Punkt wird von unseren Landwirten vielfach noch viel zu wenig gewürdigt und die Landwirte um die Erhaltung der Zucht⸗ und Mastschweine⸗ bestände ist mit Rückficht auf diese hoffentlich bald zu er⸗ wartenden Grünfutterpflanzen nicht ganz gerechtfertigt. Das Schwein frißt Grünfutterpflanzen sehr gerne und nutzt das Futter, wenn es in kleineren Gaben und in geschnitte⸗ 1 nem Zustande verabreicht wird, sehr gut aus. Es sollte

daher jeder Landwirt, der einen größeren Schweinebestand

hat, gerade mit Rücksicht auf diesen eine solche Fläche rasch wachsenden Frühjährsfutters anbauen. Später und lan 2 samer in der Entwicklung ist der Mais, der als Grünmais

5 Kleeberger.

und dann den Patienten nach Hause schicken darf. Die geht also ohne die gefürchtete Berufs störun

niker alsbald diese Ergebnisse zu bestätigen imstande sind. *

amüsantenFederzeichnungen von Paris, in denen dasJournal

lebteste Platz des Montmartre? Man unterschied in der schwarzen

äußere Boulevard verlor sich in tiefen Schweigen. Die Menge,

gleich von Leuten umringt, die dieses seltene Gefährt für sich er⸗

zu Fuß den Heimweg an, wie man es in der Provinz macht. Die Nacht war so milde und alles so ruhig, daß man sich erst

Zeiten nicht zehn Schritt gegangen wären, bewegten sich langsanr durch die Straßen, indem sie ungeschickt ihre Kleider hoben. Sie gingen mit einer widerwilligen Vorsicht und waren in ihre Mäntel gehüllt wie in Säcke. Und manchmal, wenn diese dunklen

die weißen Reiherfedern in ihren Frisuren wie eine helle Wolke und erschienen ungeheuer groß. An den in tiefer Nacht liegenden Bürgersteigen entlang waren die Kästen, in denen man den Kehricht sammelt, mit einer selbstverständlichen Schamlosigkeit aufgestellt. Die Straßen wie die Menschen machten keine Toilette mehr, und vor jeder Tür sah man so die unappetitlichen Ueberreste des Ta⸗ ges. Wenn die Lumpensammler Psychologen sind, dann können sie sich damit vergnügen, die Geschichte der Tage aus dem ab⸗ zulesen, was hier übrig bleibt. Konservenbüchsen, zerbrochene Töpfe, Stroh, alte Zeitungen. Manchmal stieß man mit dem

Gang. Ein paar junge Leute lachten. Dann war alles wieder still, schweigend. Eine junge Frau, vor einem Modengeschäft stehend, in dessen Schaufenster tiefes Dunkel nichts erkennen läßt, suchte mit schwermütigem Blick die Finsternis zu durchdringen, in der sich ungewiß ein paar Hüte abzeichneten. Ganz hinten kriechen noch ein paar Schatten. Plötzlich ein erhelltes Fenster. Der Zufall hatte mich das letzte Abendessen von Paris entdecken las⸗ sen. In einer Pastetenbäckerci, deren Türen fest geschlossen sind, ist noch ein Fenster offen, und wer sich nicht davor scheut, auf der Straße zu essen, kann hier noch etwas zum Nachtmahl bekom⸗ men. Etwa ein Dutzend Gäste haben sich vor dem Fenster versam⸗ melt, stehen beieinander und kauen. Sind es Lebemänner? Sind es Straßenkehrer? Das Menu ist einfach; man hat ihnen ein Gas Misch herau' gereicht, ein Brötchen, eine Apfelsine, ein Bis⸗ kuit. Das sind unsere Orgien. Aber man schläft danach besser. Wir wissen garnicht, wie hygienisch der Krieg für die ist, die nicht

daß das Salvarsannatrium zur ambulanten Behandlung ge⸗

daran teilnehmen!

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Angst der

die aus dem Theater kam, zögerte, tastete sich suchend vorwärts und 3 teilte sich endlich nach drei oder vier verschiedenen Richtungen. Hier und da erschien in der Ferne eine Droschke, und sie war so⸗

obern wollten. Aber der weitaus größte Teil der Besucher trat

ja wohl allenthalben bei uns in Hessen zum Anbau kommt und daher hier nur erwähnt zu werden braucht. 1

Des Parisers Heimkehr am Abend. In den 1 des Dsbats die Veränderungen im Leben derSonnenstadt durch den Krieg stimmungsvo.l festhält, lesen wir folgende Schil⸗ derung derabendlichen Heimkehr:War das wirklich der be⸗

Nacht kaum einen ungewissen Halbkreis düsterer Fassaden. Der

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darauf besinnen mußte, es sei jetzt 11 Uhr abends und nicht 4 Uhr morgens, wie man unwillkürlich annahm. Damen, die in anderen

Fuß an eine Zinkbüchse, die einen dumpfen Ton gab wie ein

eignet ist, d. h. daß es der Arzt in der Sprechstunde benutzen fann 5 Behandlung 5 f l g vor sich. Es ist zu erwarten, daß auch die Veröffentlichungen anderer Kli⸗.

Schatten in dem Dämmerschein einer Laterne auftauchten, glänzten 3 5