Ausgabe 
(11.2.1915) 35. Zweites Blatt
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8.. 8 un en. In vergälltem Zucker erhöht sich der Preis für das ammprozent Zucker um einen Pfennig in Melasse⸗Misch⸗

sutter, um 12 Pfennig dei Mischung mit Strohhacksel und un!

5 Pfennig bei Mischung mit Torfmull Beim Verkauf der Futter⸗ mittel an die Verbraucher ist nur ein Preisaufschlag bis zu 7 vom Hundert zulässig. Abgesehen von einer Vermittelungsvergütung von 2 vom Tausend wird der von der Bezugsvereinigung erzielt Reingewinn im Interesse der Futterverbraucher verwendet.

Zu hohe Schweinepreise!

Berlin, 11. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Bundes- ratsverordnung vom 25. Januar, durch die den Städten von über 5000 Einwohnern auferlegt wurde, sich einen der Be völkerung entsprechenden Vorrat an Fleischdauerware anzulegen, hat durch das gleichzeitige Einkaufen so vieler Steller. auf den Schweinemärkten zu einer durch die Marktlage nicht ge⸗

rechtfertigten Steigerung der Schweinepreise ge⸗ führt. Deshalb machte die Zentral⸗Einkaufsgesellschaft im Einver⸗ ständnis mit dem deutschen Städtetag den Versuch, eine Zentrale für den Einkauf der von den Städten für die Anfertigung von Dauerware benötigten Schweine ins Leben zu rufen. Ein aus Vertretern der Landwirtschaft, der Städte und der Zentral-Ein⸗ kaufsgesellschaft zusammengesetzter Preis ausschuß soll die Preise festsetzen, zu welchen die Zentrale den Bedarf der Städte einkaufen wird. Der König von Bayern zu Besuch bei Krupp. Essen(Ruhr), 11. Febr. WTB Nichtamtlich.) Der König von Bayern ist heute vormittag 9 Uhr, von Villa Hügel kom⸗ mend, im Hauptverwaltungsgebäude der Gußstahlfabrik eingetrof⸗ sen, wo in der Ehrenhalle die Vorstellung der Mitglieder des Direktoriums und der stellvertretenden Direktoren erfolgte. Im Lichthofe des Hauptverwaltungsgebäudes begrüßte Herr Ker u vp v. Bohlen und Halbach den König mit einer Ansprache, worauf dieser erwiderte. Nachdem einige Ordensaus zeichnungen bekannt gegeben worden waren, hielt Direktor Ehrensberger einen längeren Vortrag über die Entwickelung der Kruppschen Werke, ins⸗ besondere der Gußstahlfabrik. Daran schloß sich die Besichti⸗ gung des Hauptperwaltungsgebäudes und der Besuch des Stamm- e an. Nachdem noch einige Betriebe besichtigt waren, er⸗ lgte um 12 Uhr mittags die Rickfahrt zur Villa Hügel. Nach⸗ mittags setzte der König seine Rundfahrt durch eine Reihe wei⸗ terer Betriebe der Gußstahlfabrik fort, um gegen 5.30 Uhr nach⸗ mittags wieder zur Villa Hügel urückzukehren.

Berlin, 12. Febr. Aus einer Uebersicht über den Stand der Vorentschädigungen an die Provinz Ostpreußen ist zu entnehmen, daß bis Ende Januar vom Finanzminister 47 Millionen Mark angewiesen waren..

Berlin, 11. Febr.(Priv.⸗Tel.) DasBerl. Tageblatt meldet aus Köln: Nach einer Meldung derKöln. Volkszeitung ist der preußische Landtagsabgeordnete Imbusch verwundet in LuTische Gefangenschaft geraten.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 12. Februar 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen.

(Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Landwehrm. Wilh. Waltermann, Res.-Juf.-Rat. 116, aus Alsfeld. Ersatz-Res. Hermann Leonhardt, Res.-Inf.⸗Rgt. 116, aus Darmstadt.

*

* Ritter des Eisernen Kreuzes: Gendarme⸗ rie⸗Wachtmeister beim 18. Armeekorps Hofmann in Gießen(erhielt auch die Hess. Tapferkeitsmedaille). Gefr. und Meldereiter im Res.⸗Feldart.-Regt. 47 Konr. Müller aus Wehrshausen. Hornist⸗Gefreiter Neef aus Rodenbach (Dillkreis, Landw.-Uffz. Karl Lupus aus Elkerhausen, Fußart.⸗Regt. 3. Gefr. Wilhelm Herold aus Neukirchen, Kr. Wetzlar, Pion.⸗Regt. 19. Schütze Ferd. Stähler aus Hadamar, 10. Res.⸗Div. Reservist Georg Heep und Res. 3 Horn, beide aus Steinbach. Lehramtsassessor Dr. Racke, Off.-Stellv. im Inf.-Regt. 118, aus Butzbach. Musketier Heinrich Jakob aus r Inf. Regt. 116. Reservist Ferdinand Hein aus Wenings, Feldart. Regt. 61. Gefr. Knauf aus Zella, beim Stabe des 18. Res. Armeekorps. Heinrich Eckhardt aus Röllshausen. Pro viantmeister Aug. Gripp aus Friedberg, im 14. Armee⸗ korps. San.⸗Feldw. im Inf.⸗Regt. 168 Karl Marx aus Offenbach. Leutn. d. Ldw. im Landw.⸗Inf.⸗Regt. 116 Ing. Otto Christiani aus Offenbach.

* Militärische Vorbereitung der Jugend. Die Uebung des letzten Sonntags diente der Bildung von Schützen linien und Unterweisung der Gruppenführer. Am Mittwoch abend unterrichtete Herr Mittermaier über dieKriegs- artikel und. Herr Horst überVerhalten im Gefecht. Herr Braubach schilderte sodann in interessanter Weise den Dienst an Bord, sobald das Schiff den Hafen verlassen hat, und gedachte zum Schluß der Heldentat der Besatzung von Emden II, der ein begeistertes Hoch dargebracht wurde.

* Regelung des Verkehrs mit Brot. Die im Anzeigenteil veröffentlichte Bekanntmachung des Ober bürgermeisters, wonach über die Abgabe und das Ver- backen des Mehls von Mehlhändlern, Mühlen, Bäckern, Konditoren usw. Nachweise zu führen und hierüber am 1., 10. und 20. jeden Monats Anzeigen zu erstatten sind, wird zur Beachtung empfohlen.

* Auszeichnung eines hessischen Flieger⸗ offiziers. Ein geborener Gießener, der Oberleutnant Hans Busch im Fußartillerie-Regiment Nr. 3(Mainz) hat im Felde als Flugzeugführer auf dem westlichen Kriegsschau platz das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten, nachdem, ihm bereits im September das Eiserne Kreuz 2. Klasse ver⸗ liehen worden war. Oberleutnant Busch ist in Gießen als 5 2 85 Eltern, des Fabrikanten und Hauptmanns d. L. Adolf Busch und seiner Ehefrau Luise, geb. Kraus⸗ grill, geboren, 1 das Gießener Gymnasium und das zu Offenbach a. M. und trat 1905 in Mainz in die Armee ein. Anfang Jauuar stürzte der Flieger bei einem Erkun⸗ dungsfluge in Nordfrankreich infolge Maschinendefekts ab und sieht der Heilung seiner schmerzhaften Verletzung in einem Feldlazarett des westlichen Kriegsschauplatzes ent gegen. 5 Heger Das Musikkorps des Bischweiler Regi⸗ ments hat sich nach der Versetzung in eine andere Armee bis auf weiteres aufgelöst. Der wackere Leiter des Korps, Musiklehrer Albert Kasten ist zum Offizier Stellver- treter befördert und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden.

.* Kriegüund Religion. In der Reihe der vom Ober-

hessischen Verein für innere Mission veranstalteten Vorträge wird am Sonntag, 14. Februar, Herr Pfarrer Julius Werner von der Paulskirche in Frankfurt a. M., der als Schriftsteller und

edner in weiten Kreisen bekannt ist, das Thema behandeln: Der Krieg als Zerstörer und Erneuerer. Der Vortrag findet wieder bei freiem Eintritt, abends 8 Uhr, pünkt⸗ lich, in der Stadtlirche statt. 5

* Baut Frühgemüse!l Frühgemüse wird rar werden. Es wird die Einfuhr aus dem Auslande fehlen. Darum wird es sich für die Gemüsegärtner lohnen, 5 4 5 viele Frühgemüsesetzlinge heranzuziehen, für die sich willige Abnehmer finden werden. In geschützten Haus- gärten wird sich auch manches früher als sonst heran giehen lassen. Die darauf verwendete Sorgfalt wird sich im

kommenden Frühjahr lohnen. Dasselbe trifft für Fel d⸗ gemüsegärtner zu, die auf sicheren und lohnenden . ö 5 15 können. Man wird Gemüsearten bevorzugen,

den bestehenden Vorschriften mit einer Photographie des In

die frühzeitigen Ertrag geben und von der städtischen Be⸗ völkeru serne gekauft werden Lohnen wird der ver⸗ mehrte Anbau von Spinat, Melde, Oberkohlraben, Wir⸗ sing, Frühkraut, Karotten und frühen(niederen) grünen Erbsen. Soweit noch Raum in Gärten ist und warmes mildes Ackerland zur Verfügung steht, wird auch der An⸗ bau von Frühkartoffeln sich weiter als sonst ausbreiten. Im Kleinbetrieb werden große Mengen von Frühgemüsen herangezogen werden, wenn der Nutzen eingesehen wird. Gerade der Kleinbetrieb wird auch am ehesten die dazu erforderlichen natürlichen Dungstoffe aufbringen können.

Reisen nach Metz. Der Gouverneur der Festung Metz hat auf Grund des Gesetzes über den Belagerungs⸗ zustand bestimmt, daß zum Einpassieren in den engeren Festungsbereich von außerhalb der Kreise Metz und Bolchen liegenden Ortschaften her für alle Perfonen, die sich nicht im Besitze eines Gestellungsbefehls zum Heeresdienste in Metz befinden, die Erlaubnis des Militärpolizei⸗ meisters zu Metz erforderlich sei. Die Erlaubnis ist mög⸗ lichst 10 Tage vorher zu beantragen. Dem Antrage ist eine Photographie sowie eine Bescheinigung über die Notwendig keit und die Unbedenklichkeit der Zureise beizufügen. Soweit diese Bescheinigung nicht von einer Militär-, Reichs- oder Landesbehörde in Metz, bei geschäftlichen Reisen auch von der Metzer Handelskammer erteilt wird, ist sie vom stellver tretenden Generalkommando des Wohnortes auszustellen. Anträge, auf die eine Antwort nicht erfolgt, gelten als abgelehnt. Für Arbeiter-Transporte der Gruben und Hüt tenwerke kann ein dem Transportführer auszuhändigen⸗ der Gesamtausweis ausgestellt werden. Die Erlaubnisscheine des Militärpolizeimeisters sind innerhalb der auf ihnen ver- merkten Frist zurückzuliefern. Uebertretungen dieser An ordnung, insbesondere Mißbrauch von Erlaubnisscheinen und sonstigen Ausweisen werden, sofern nach den allgemei⸗ nen Strafgesetzen keine strengere Bestrafung einzutreten hat, mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft(§9b des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juli 1851).

85 Steinkohlenbezugs⸗Gesellschaft. Samstag abend hält die Steinkohlenbezugs⸗Gesellschaft Gießen ihre ordentliche Hauptversammlung für das Jahr 1913/14 imPfälzer Hof ab, deren Besuch den Mitgliedern enn wird. 18 Anzeigen.

onzertverein. Das am Sonntag, nachmittags 57¼

Uhr stattfindende Konzert macht uns* ersten Male mit dem in der musikalischen Welt sehr gut angeschriebenen Kling⸗ ler⸗Quartett bekannt. Die Vereinigung, der die Herren Professor Karl Klingler(Primgeige, Alphons Brun zweite Geige), Fridolin Klingler(Bratsche) und kgl. preuß. ammervirtuos Hugo Dechert(Cello) angehören, hat es in der verhältnismäßig kurzen Zeit ihres Bestehens vermocht, sich eine führende Stellung und die Geltung als eine der ersten ihrer Art zu erringen. Der Primgeiger, Prof. Klingler, der den ersten Unterricht bei seinem Vater genoß, wurde 1897 Schüler JIbachims an der Berliner Hochschule, die er nach drei Jahren mit dem Mendelssohnpreise verließ. Von 1901 ab Konzertmeister des Berliner Philharmonischen Orchesters, trat er 1904 als Lehrer in die Hochschule ein und wurde 1910 zum Professor ernannt. In Vertretung des erkrankten Prof. Wirth trat er später in das Joachimquartett ein und gründete 1906 sein eigenes Quartett, das seitdem in ganz Deutschland, den Niederlanden, England, Norwegen, Spanien und Paris mit größtem Erfolge gespielt und durch die seelische Vertiefung seines Spiels und den idealen Zu⸗ sammenklang überall starken und nachhaltigen Eindruck hinterließ. Joachimsche Art und Auffassung wirkt in diesem Quartette weiter, dessen Primgeiger wirklich der geistige Führer ist. Das Pro⸗ 8 der bevorstehenden Konzerte bilden drei Meisterwerke der . 3 10 895 15 F.-moll, Haydns

aiserquartett un wu volle ubertscheDer

und das Mädchen. 5 6

5 Auszahlung der Familienunter⸗ stützungen für die Zeit vom 16. bis Ende Februar an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet Dienstag, den 16. Februar, Mittwoch, den 17. Fe⸗ bruar, Donnerstag, den 18. Februar, Freitag, den 19. Fe⸗ bruar 1915, vormittags von 8 bis 1 Uhr im Stadthaus, Zimmer 16, statt.

* Postlagernde Sendungen. Auf Anordnung der zuständigen Militärbehörden erfolgt von jetzt ab die Aus⸗ händigung postlagernder Sendungen nur noch an solche Personen, die sich durch Vorlage eines polizei⸗ lichen Ausweises oder einer Postausweiskarte, die nach

habers versehen sein muß, ausweisen können.

* Das Hotel⸗Restaurant Elges am Selters weg, dessen Neuherrichtung und bauliche Erweiterung nun beendet ist, wird morgen(Samstag) eröffnet.(S. Anzeige in heutiger Nr.)

Kreis Friedberg.

h. Friedberg, 12. Febr. Die neuerbaute Infanterie- kaserne ist bekanntlich zum Aufenthaltsort für etwa 600 ge saugene russische und sranzösische Offiziere bestimmt worden. Bisher fanden hier 250 russische und 50 französische Offiziere aller Waffengattungen und Diensigrade Unterkunst. Den Gefangenen ist es gestattet, sich Ordonnanzen zu halten, die sich natürlich aus gefangenen rufsischen und sranzösischen Mannschaften rekrutierten. Von besonderem Interesse ist t hierbei jedoch die Tat sache, daß die französischen Offiziere es durchsetzten, daß von ihren Landsleuten niemand Verwendung als Ordonnanz bei den russi schenKameraden sand. Die Offiziere können sich, soweit es die ürengen Bewachungsvorschristen gestatten, in beliebiger Weise be schäftigen. Mit besonderem Eiser lesen sie natürlich die ihnen zur Verfügung gestellten deutschen Zeitungen und illustrierten Wochen- schrissen, die die Herren selbstverständlich aus der eigenen Tasche bezahlen müssen Das Halten russischer oder französischer Zeitungen ist ihnen verbolen. Die meisten der gesangenen Offiziere sind der deutschen Sprache mächtig. 5

Starkenburg und Rheinhessen.

OWald⸗ Michelbach, 12. Febr. In den zu Lazaretten eingerichteten Schwesternhäusern der evangelischen und katholischen Gemeinde sind die ersten Verwundeten eingetroffen. Es sind Leicht⸗ verwundete, die sich in der gesunden Odenwaldluft nach ihrer Heilung in anderen Lazaretten noch etwas erholen sollen, bevor sie wieder ins Feld rücken. Die ärztliche Leitung der Lazarette hat der hiesige prakt. Arzt Dr. Winkler übernommen.

E Rimbach, 12. Febr. Den Tod fürs Vaterland starb der Kriegsfreiwillige Fritz Nuß, ein Sohn des hiesigen Kreis veterinärarztes Nuß. 4

Hessen⸗Nassau.

b. Biedenkopf, 11. Febr. Ter Stadtverordneten⸗ Versammlung lag die Rechnung der Stadtgemeinde für das abgelaufene Jahr vor. Sie schließt ab mit einer Einnahme von 257 813,14 Mk. und einer Ausgabe von 245 325,79 Mk., mithin mit einer Mehreinnahme von 12 487,63 Mk.

X Hanau, II. Febr. Der Landrat des Landkreises Hanau hat sämtliche Vorräte an Gerste im Landkreise Hanau, soweit sie nicht zur Fortführung der eigenen Wirtschast erforderlich sind, für beschlagnahmt erklärt. Der 49 Jahre alte Gold- schmied Pfeil stürzte aus dem Fenster seiner Wohnung in den Hofraum. Er war sosort tot.

Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Bitte an die Stadtverwaltung.

Der Magistrat von Frankfurt hat mit Wirkung vom 12. Februar

angeordnet, daß mit der Herstellung von Weizenbrot und

Brötchen micht vor 12 Uhr mittags begonnen werden darf, und

daß die Brötchen nicht vor 5 Uhr nachmittags des Tages, an dem sie gebacken werden, zum Verkauf gebracht werden dürsen. Alles andere Gebäck, also insbesondere sogenanntes mürbes Gebäck und sogenannte Kreppeln, darf nicht mehr, auch nicht im Haushalt, her⸗ gestellt werden.

Unsere Bitte an die verehrliche Stadtverwaltung geht dahin, möglichst sosort dieselben Maßregeln zu treffen und sie unnachsichtig durchzuführen. Sicherlich gibt es in Gießen Vernünftige genug in allen Klassen der Bevölkerung, die auch ohne solche Maßregeln keige Kreppeln essen und schon längst auf ihre Brötchen verzichtet haben. Es gibt aber leider auch Unvernünftige genug, und wiederum in allen Klassen, die die lieb gewordene Gewohnheit nicht aufgeben können, richtiger wollen, trotzdem ihnen immer wieder gepredigt wird, wie notwendig unserem ganzen Volke das bischen Enthaltsamkeit Opfer kann man es wirklich nicht nennen ist. das jetzt von uns verlangt wird. In einem angesehenen Blatte stand kürzlich zu lesen, daß, so glänzend sich unser Volk bei der militärischen Mobilmachung bewährt habe, es bei der wirtschastlichen so gut wie versage. Die Beobachtungen, die man in unserer Stadt auf Schritt und Tritt machen kann, be⸗ stätigen dieses Urteil leider Gottes in mehr als einer Beziehung. Wer angesichts der gewaltigen Kundgebung unserer Regierung vom 4. Februar, die uns die frivole Absicht Englands, unser Volk aus- zuhungern, mit so tiesem Ernst zum Bewußtsein gebracht hat, nicht imstande ist, auf Genüsse zu verzichten, von denen er weiß, daß ihre Befriedigung eine Schädigung der Volkswirtschast bedeutet, der hat jedenfalls kein Recht, mitzusprechen, wenn von Vater landsliebe die Rede ist. Kr.

5 Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 13. Febr. 1915 0 bewoltt, meißt trocken, keine Temperaturänderung, schwache inde.

Letzte Nachrichten.

Ein Friedensantrag im englischen Unterhaus.

London, 12. Febr. WTB. Nichtamtlich.) Im Unter⸗ hause fragte Jowett(Arbeiterpartei) an, ob nicht die britische Regierung in der Absicht, den schrecklichen Verlusten an Men⸗ schenleben ein Ende zu machen, bereit wäre, bekannt zu geben, auf welcher Grundlage England und die Verbündeten willens seien, Friedens bedingungen zu erörtern. Grey erwiderte, die jüngsten öffentlichen Aeuße rungen Deutschlands gäben keinen Grund, anzunehmen, daß der Zweck, den Jovett im Sinne habe, durch die Annahme des Vorschlages gefördert werden würde. Asquit h stellte fest, daß etwa 60 Prozent der britischen Verwundeten gesund⸗ und für den Kriegsdienst wiederhergestellt würden. Im Verlaufe der Aussprache über Warenvpreise erklärte Asquith, die Regierung lehne es ab, Höchstpreise festzusetzen oder Weizenvorräte zu kaufen. Die Weizenvorräte würden sich demnächst vermehren und der Preis sinken, ebenso wie der des Zuckers.

5 Kriegsmüdigteit in Frankreich?

Basel, 12. Febr. Gustave Hervé äußert in einem Leit⸗ artikel in derGuerre Sociala die Hoffnung, daß die Sonntag stattfindende sozialistische Konferenz in London den Krieg bis zum Aeußersten fordern werde. Hervé beklagt, daß in Frank⸗ reich Kriegsmüdigkeit zu spüren sei, sogar un⸗ ter den Truppen. DieHumanité veröffentlicht den steno⸗ 2 Bericht über die Nationaltonferenz der französischen

ozialisten vom 7. Januar. Minister Sembat sagte in seiner Rede, Symptome von Müdigkeit seien nicht zu leugnen, aber er⸗ klärlich. Voreilige Chauvinisten hatten die Zerstückelung Deutsch⸗ lands gefordert. Diese Drohung habe zur Folge gehabt, daß sich das ganze deutsche Volk wie 1813 erhob. Die Londoner Sozia⸗ listenkonferenz beschloß, laut zu erklären, daß die Sozialisten gegen jede Eroberung sind.

Die Kämpfe am Duktla⸗Paß.

K. u. K. Kriegspressequartier, 12. Febr. In der Dullasenkung wird seit einigen Tagen auf das heftigste ge⸗ lämpft. Die Russen wollen dort um jeden Preis durchstoßen und erneuerten dort trotz schwerster Verluste immer wieder ihre todesmutigen Angriffe. Seit drei Tagen ist es gelungen, die 29155 zum Stehen zu bringen. Noch aber befinden sie sich auf ungarischem Boden und die Paßhöhen sind in ihren Händen. Die russische Infanterie, die in der Duklasenkung Massenangriffe nach napoleonischem Vor- bilde zu unternehmen hatte, erlitt entsetzliche Ver- luste. Es wurden mir Zahlen genannt, von denen ein Bruchteil hinreicht, um diese Angriffe eine Schlacht zu nennen. Es wurde weiter versichert, daß das in der Dukla⸗ senkung sich fühlbar machende Tauwetter einen ungeheuren Leichengeruch ausgelöst habe, so daß besondere sanitäre Vorkehrungen getroffen werden mußten, um das Aus- brechen von Krankheiten hintanzuhalten.

Die Befreiung der Bukowina.

Wien, 12. Febr. Aus der Bukowina wird gemeldet: Unter dem Jubel der Bevölkerung rückten gestern unsere Truppen von Gura⸗Humora über Selka vor. Die Russen ziehen sich im Laufschritt zurück und haben die Stadt Solka und den Suczawa-Bezirk geräumt. Der Bahn⸗ verkehr wurde jetzt bis Gura-Humora aufgenommen. Ueber Dornawatra treffen täglich noch zahlreiche Gefan⸗ genentransporte ein. Sie gehören zumeist den Infanterie Regimentern 136 und 284 an. Die russischen Sol- daten sind hocherfreut über die Gefangennahme und er zählen übereinstimmend, daß die Endfrist verstrichen sei, mit der sie ihre Offiziere auf das Ende des Krie⸗ ges vertrösteten. Da die Versprechungen der Offiziere nicht eingetreten seien, wollen sie nicht weiterkämpfen. (B. Tagbl.)

Die Versenkung derWashington durch die Russen.

Konstantinopel, 12. Febr. Der amerikanische Dampfer Washington, der von russischen Kriegsschiffen im Hafen von Trapezunt in den Grund geschossen wurde, hatte Aerzte und Heilmittel für das Spital des Roten Halbmondes in Trapezunt gebracht. Wie es heißt, wird der amerikanische Botschafter in Petersburg bei der russischen Regierung wegen der Beschießung derWashington protestieren und Aufklärung über diese Ver- letzung der amerikanischen Flagge verlangen.

5 Getreidemangel in Italien.

Basel, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) DieBasler Nachr. melden: Nach Mitteilung des Vorstandes des italie nischen Bundes der Getreideproduzenten, Müller und Bäcker an den Ackerbauminister Cavasola fehlen zurzeit Italien zur Bestreitung der Bedürfnisse an Brot und Mehl drei Millionen Zentner Getreide. Infolge dieser Feststellung und weil der Brotpreis in den Städten 45 und in den Land⸗ gemeinden 40 Centesimi per Kilo übersteigt, beauftragte der Minister die Landwirtschaftslehrer privatim, eine Ini⸗ tiative, welche den Anbau von Kartoffeln und Ge müse fördern will, möglichst zu unterstützen.

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