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. 35 B meites Blatt
s Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Sietzener Famlllenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Ureis Sießen“ zweimal wöchentlich. Die„TLandwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
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165. Jahrgang
ießener Anzeiger
General⸗Anzeiger
Landwirtschaftliche Ausblicke. 1
Als Verfasser dieses am 1. Oktober 1914 in dem Klub für Landwirte in Frankfurt a. M. einen Bericht erstattete, betonte er, daß Deutschland nicht allein für die, hoffentlich bald beendete Kriegszeit, sondern auch hauptsächlich für die Zeit nach dem Kriege seine Volksernährung sicherstellen müsse.— Gegenteilige Ansichten seitens verschiedener Land⸗ wirte und selbst seitens des Direktors der landw. Genossen— schaften fehlten nicht.— Heute kann diese Frage wohl als
vollständig geklärt gelten. Das Schicksal des Freihandels⸗ sdaates England, der nicht ganz e seines eigenen Nahrungs- bedarfes deckt und daher jetzt von dem tüchtigen Unkle Sam in einer Weise geschoren wird, die für jeden unbeteiligten Dritten der Komik nicht entbehrt, für das betreffende Land selber aber leicht zum Verderben werden kann, zeigt uns ganz deutlich, wessen wir uns zu gewärtigen haben, wenn wir nicht darauf ausgehen, unseren Brot- und Fleisch⸗ bedarf soweit als notwendig selbst zu decken. Die Voraus- setzungen hierfür sind ganz ohne allen Zweifel gegeben.
Deutschland erzeugt zirka doppelt soviel Zucker als es
verbvaucht. es erzeugt etwa/ Weizen weniger als es ver⸗ zehrt und es bringt etwa die Hälfte der verarbeiteten Oel- früchte im eigenen Lande auf. 5 4
Damit sind die Weisungen für die Entwicklung unseres landw. Betriebes in nächster Zeit gegeben. Einschränkung des Zuckerrübenbaues um zirka die Hälfte der bisherigen Fläche, F Weizen⸗ und Oelsamenbaues. Da der Weizenbau als Winterweizenbau hinsichtlich des Bodens an gewisse Voraussetzungen gebunden ist und namentlich auf leichteren Böden nicht allenthalben mit 1— 75 Erfolge möglich ist, so müssen wir in kommender Zeit dem Sommer⸗ Weizenbau mehr als bisher unsere Aufmerksamkeit zu⸗ wenden.
Verschiedene gute Sommerweizenzüchtungen, wie Strube's, Mette's, Kirsche's, schwedische Sommerweizen, Ble Japhet u. a m. sind am Markte und Dank der Einrich- tung der Saatbaustellen für die Landwirte auch leicht zu beziehen. Sehr erwünscht wäre es ferner, wenn die Regie⸗ rung aus den beschlagnahmten Weizenvorräten den Sommer- weizen etwas 3 1 155 im Sadie 8 3 78— als Saatgut zur ügung zu en.— Die Ansprüche des „ hinsichtlich Fultur und Düngung sind etwa dieselben wie die der Gerste, nur soll der Sommerweizen so früh wie möglich gesät werden. Sobald das Arbeitsgerät auf den Boden kommen kann, muß der Sommerweizen unt icht werden, wobei eine gartenmäßige Ein⸗ ebnung des Feldes, wie sie bei Gerste erwünscht ist, nicht unbedingt notwendig und auch nicht immer möglich
— Als Vorfrucht für Sommerweizen sind Hackfrüchte, 5 sseln, Rüben, Di
ünstig, doch kann auf un⸗ krautfreiem Felde auch
5 15 r und selbst noch g nterweizen
ut werden.— Die Düngung sei reichlich, 1½—2.
oder Thomasmehl, ¼ bis
1 Zentner 40 ent Kalisalz und ½¼ bis 1 Zentner schwefelsaures Ammoniak pro ¼ Hektar sichern wohl in den meisten Fällen einen Normalertrag, der günsti⸗ genfalls den des Winterweizens erreicht und selbst über⸗ trifft.— Da zurzeit kein Stickstoffdünger am Markte ist, so ist die Verwendung von Jauche sehr am Platze. Man über⸗ fahre den Sommerweizen, sobald er das dritte Blatt zeigt, leicht mit Jauche und gebe eine ite Jauchedüngung etwa nach dem vierten Blatte.— Zu späte und zu starke Jauchedüngung bewirken leicht Lager, also Vorsichk!— Die flege besteht dort die Hackkultur, üblich ist in einem Be⸗ S und leichten Anhäufeln der genügend gekräftigten im Frühjahr und in einem iehen des Unkrautes 5 Kinder dort, wo Hackkultur nicht üblich oder nicht möglich ist. Zeigt sich viel Hederich, so leistet das Bespritzen mit Kupfervitriol oder auch Eisenvitriollösung gute Dienste. Bei früherer Saat sei die Ernte etwa mit der des Winter⸗ weizens, bei späterer Saat entsprechend später.— Stroh und Spreu sind als Futterstosfe wertvoll.— In allen den Betrieben mit schwerem Boden, die seither keine Zuckerrüben gebaut haben, kann der Sommerweizenbau an Stelle des Gersten⸗
4 Aus Uriegsbriefen Menzels.
(Zum 10. Todestage, 9. Februar.) „Es litt mich nicht länger hier— so hinterm Ofen bei Mut⸗ tern hocken zu bleiben, ohne wenigstens für 14 Tage die Nase in Graus, Jammer und Stank zu stecen,“ so schreibt Menzel 1866 an seinen intimen Freund, den Stabsarzt Dr. Puhlmann, die 7—.—— en Fel brich füt 3* und eldentaten großen ri es nicht zu e, als nun das in seiner Phantasie so oft heraufbeschworene Gemälde der Schlachten und Kämpfe wirklich zu sehen und zu erleben war. Am 10. Todestage dieses„größten Malers der Hohenzollern“ ge⸗ denken wir nicht nur seiner Neubeseelung vergangener Jahrhun⸗ derte, wie sie das Handschreiben Kaiser Wilhelms I. zu seinem 70. Geburtstag hervorhob:„Sie haben durch Trübsal und Herrlich⸗ keit d Weg der Vorsehung im Bilde anschaulich gemacht, welcher Mein Haus aus kleinen Anfängen zu großen Endzielen geführt at.“ Wir fühlen heute in dem neuen großen Krieg nicht minder ebhaft die heiße Leidenschaft nach, mit der Menzel die Zeit der deutschen Einigungskriege in ihrer Größe erfaßte und in sich ver⸗ arbeitete. Tie Fahrt auf die Schlachtfelder von 1866 führte frei⸗ lich nicht mitten ins Kriegsgetümmel hinein; doch sah sein Maler⸗ auge genug an Großem und Kleinem, so daß er seine Eindrücke in dem kurzen Satz zusammendrängen lonnte:„Woher Schlüter seine Zaeughausmasken hat, weiß ich jetzt auch.“ Diese grandiosen Dar⸗ ö ellungen der sterbenden Krieger, die er stets so hoch verehrt, hatte er nun in ihrer erschütternden Wahrhaftigkeit erkannt.„Es ist furchtbar interessant hier,“ schreibt er am 21. Juli 1866 aus Königenhof in einem jener knappen Plauderbriese, wie sie der präch⸗ lige, im vorigen Jahre von Hans Wolff im Verlag von Julius Bard herausgegebene Briefband sammelt.„Um mich nur keine Sorge, ich bin hier unter lauter Bekannten. Gestern morgen auf meinem ersten Gange über den Markt erkannten mich Offiziere des 23. Landwehr⸗Regiments, das hier steht. Mit denen Allen esse ich zu Mittag, frühstückte auch gestern mit ihnen im Fourage⸗ magazin aus der Faust unter den Bergen von Broden, Würsten, Schinken, Flaschen, Buttertöpfen usw. Auch in den Lazaretten 1—— chwere) haben sie vollauf, wie mir schon in Görlitz Kleist⸗R. sagte Nur die Lederunterlagen und Luftkissen, sagten ür hier die Aerzte, seien knapp. Sage doch das irgendwo! Von Kofferproviant ist 1 die eine halbe Wurst zum Theil cht und zwar erst auf der Fahrt hierher in Semil, wo
für Oberhessen
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Dienstag, 9. Februar 1915
Rotationsdruck und Verlag der Brü hl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul ·
straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: e Sol, Schrift ⸗
leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen.
baues für die nächsten Jahre nur sehr warm empfohlen werden. Dort aber, wo seither Zuckerrüben angebaut wurden, sollte min⸗ destens ½ der seitherigen Rübenbaufläche dem vermehrten Weizenbau dienen.— Man wird mir entgegenhalten, daß im Interesse der Boden— kultur, der natürlichen Ertragsfähigkeit usw. die weitere Einschiebung von Halmgetreide in die Fruchtfolge nicht er⸗ wünscht sei. Demgegenüber muß betont werden, daß wir heute durch Hacktultur des Getreides, die immer mehr Platz greift und durch das Einschieben von Hülsenfrüchten in die Fruchtfolge in der Lage sind, diesen Uebelständen zu begeg⸗ nen und daß es im setzigen Augenblick weniger darauf an⸗ kommt, relative Höchsterträge von der Flächen⸗ einheit zu erreichen, als vielmehr durch mög- lichste Vermehrung der Anbaufläche das im Interesse der Voltsernährung unbedingt notwen⸗ dige Getreidequantum überhaupt sicherzu⸗ stellen.— Die Herstellung des notwendigen statischen Gleichgewichts, die Verschiebung der einzelnen Teile der Fruchtfolge in den verschiedenen Wirtschaften, sie müssen sich im Laufe der nächsten Jahre ergeben und stellen eine später zu lösen gar nicht leichte Aufgabe dar.
Das, was jetzt von unserer Landwirtschaft verlangt wird, was sie leisten kann und bei richtiger Leitung auch leisten wird, ist eine volkswirtschaftliche Mobilmachung für das eben begonnene Wirtschaftsjahr. Bei dieser Mobil- machung soll und kann sich nichts überstürzen, aber es soll und muß alles getan werden, was zur Sicherung der Heeres— und Volksernährung möglich ist. Fsberger.
Der amerikanische Waffenschacher.
Der Vorsitzende der amerikanischen Handelskammer zu Berlin, der zurzeit in den Vereinigten Staaten weilt, hat den Auftrag, bei der Regierung in Washington gegen die Lieferung von Waffen seitens amerikanischer Firmen an die kriegführenden Länder vorstellig zu werden. Es soll der amerikanischen Behörde die Gefahr vor Augen geführt werden, die infolge der Waffenlieferungen den freund⸗ lichen geschäftlichen Beziehungen zwischen hüben und drüben droht.
Man wünscht auch dieser Aktion guten Erfolg, aber man kann nach den bisherigen Erfahrungen nicht viel davon erwarten. Es ist ja schon alles geschehen, was gegen die Waffenausfuhr Amerikas an unsere Feinde zu tun war. Man erinnert sich der Gesetzesvorlage, die der Bundes⸗ senator Hitchcock eingebracht hat und wonach allen ame⸗ rikanischen Fabrikanten und Lieferanten verboten sein soll, Waffen, Munition und Explosivstoffe an Länder abzugeben, die das Material zur Bekämpfung von Nationen zu ver⸗ wenden beabsichtigen, mit denen die Vereinigten Staaten sich im Frieden befinden. Der Bundessenator Works hat einen noch weitergehenden Gesetzentwurf eingereicht, wonach es ausnahmslos verboten sein soll, kriegführenden Staa⸗ ten Nahrungsmittel, Kleider, Waffen, Munition oder sonsti⸗ ges Kriegsmaterial zu liefern, ganz gleichgültig, ob die betreffenden Artikel Konterbande sind oder nicht. Aehnliche Anträge und Gesetzentwürfe wurden von verschiedenen Mit⸗ gliedern des Repräsentantenhauses, darunter Richard Bar⸗ tholdt aus Saint Louis, eingebracht. Inzwischen hat auch der deutsche Botschafter Graf Bernstorff bei der amerika⸗ nischen Bundesregierung offiziell Vorstellungen erhoben, mit dem Ersuchen, die Ausfuhr von Kriegsmaterial an die Verbündeten zu untersagen. Die bisherigen parlamentari⸗ schen„ haben erwiesen, mit welchen Wider⸗ ständen, offenen und heimlichen, die Freunde einer wahren Neutralität Nordamerikas kämpfen. 18 77 täglich machte Mr. Spring⸗Rice, der 7 Botschafter in Washington, bei dem Staatssekretär Bryan einen langen Besuch, und das Ergebnis der Besprechungen war die Versicherung Bryans, daß nach Ansicht der amerikanischen Regierung die Opposition im Kongreß nicht erfolgreich sein könne. Diese Aeußerung des verantwortlichen Außenministers hat bereits zu dem Gerücht geführt, daß Bryan zum 4. März abdanken und sein Amt Herrn A. Mitchell Palmer aus Pensylvanien überlassen werde. Ein Gerücht nur, aber es bezeichnet die Lage und Stimmung deutlich.
es auf dem Bahnhofe nur Hörnchen gab, und ich damit meine spackgewordenen Coupee⸗Kameraden: einen Telegraphenbeamten von der Ostbahn her, ein Rothkreuz, einen dicken rothen Vater, der seinen verwundeten Sohn in Pardubitz oder wo aufsuchen wollte, und den Packmeister, der mir zu meinem Koffer verholfen, erlabte. Ich habe mir übrigens in Görlitz die Mischung in der Apotheke machen lassen, die Puhlmann auf seinem Waschtische hat, und wasche mich damit und nehme gewisse Tropfen auf Zucker, wenn ich in die Lazarette gehe, was indeß kaum nöthig, da überall alle Fenster offen stehen.“
Am 24. Juli meldet er aus Prag:„Mein Pflichtgefühl, mein Durst, noch Dies und Jenes zu wissen, wenns einmahl doch nicht das frische Schlachtfeld sein konnte, ist annähernd beschwich⸗ tigt, und so sitze ich seit gestern Abend hier zu Prag und zwar wie vor 14 Jahren im„blauen Stern“ sogar mit derselben Fenster⸗ aussicht auf den Platz und den schönen alten Thorthum. Es kam so: weiter als bis Königinhof geht die Bahn nicht. Von anderweitiger Fahrgelegenheit letzt keine Rede; und so hätte ich dort noch k Tage auf eine Transportfahrt warten können. Da bot mir am Sonntag früh, als ich soehen den Brief au Euch zur Feldpost getragen hatte, ein Graf Stolberg einen Platz in seinem Wagen zur Fahrt nach Pardubitz(an der Prager Bahn) an. Ich packte eiligst, und nachts 2 Uhr kamen wir in Pardubitz an.
nd so bin ich denn das Schlachtfeld von Königgrätz durchfahren, am berüchtigten Wäldchen vorbei, durch Sadowa⸗Chlum— die Stelle der großen Cavallexie Chocks ete. Abseits der Straße noch jetzt 2 todte Pferde, Tornister, Käppies, Helme etc. zahllos umher.“
Am 31. Juli kehrt er nach Berlin zurück und ist froh,„ein Pflichtgefühl befriedigt zu haben, das mir endlich keine Ruhe mehr ließ, am Kriege wenigstens zu riechen! So habe ich mir denn auch von dem, was vom 16. des Monats ab noch zu erleben war— immerhin noch reichlich— nichts erspart.“ Auch 1870 ist er mit Leib und Seele dabei, wenn er auch diesmal nicht hinaus kann. Als den wundervollsten Ausdruck der damaligen begeisterten Stim- mung hat er die Abreise des Königs in einem unvergänglichen Werke festgehalten; beim Einzug der Sieger führte er zum Schmuck des Akademiegebäudes monumentale Bildnisse von Bismarck und Moltke in Wachsfarben aus, und wie er 1866 die Huldigungs⸗ ——— an den König zur Erinnerung au seinen Siegeseinzug ent— worsen hatte, schuf er nun die wundervollen Daukadressen, in denen die Stadt Berlin Bismarck und Moltke zu ihren Ehrenbürgern ernannte. Wie bescheiden und doch weitschauend er von dem
Unterdessen verrinnt die Zeit. Tagtäalich kann man in
die den nordamerikanischen Fabriken aus England, Frank⸗ reich und Rußland zugegangen sind. Werden doch bis jetzt die Sendungen der Vereinigten Staaten an Waffen, Mu⸗ nition und Kriegsmaterial allein für England auf über 800 Millionen Mark beziffert. Gewiß, es wäre nichts da⸗ gegen einzuwenden, wenn Nordamerika sämtlichen Kriegs⸗ teilnehmern Material liefern würde. Da aber eine Sendung von Waffen usw. an Deutschland und Oesterreich durch die Lage der Dinge unmöglich gemacht ist, so trägt Nordamerika durch die einseitige Waffenlieferung außerordentlich zu einer Stärkung unserer Feinde bei. Mit Recht hat daher auch die „New Porker Staatszeitung“ kürzlich betont, daß, wenn Nordamerika bei Beginn des Krieges ein Waffenausfuhr⸗ verbot erlassen hätte, der Krieg längst beendet wäre.
Die Waffenlieferungen der amerikanischen Fabriken ein⸗ seitig an Deutschlands Feinde, nebenbei gesagt auch die Versorgung englischer Kriegsschiffe mit Kohlen und Lebens⸗ mitteln auf telegraphische drahtlose Bestellung hin(wobei also neutrale Häfen förmlich zu Stützpunkten für eine krieg⸗
nicht viel weniger als bereits eine aktive Teilnahme Nordamerikas am 3 Ob jemand 100 000 Mann Truppen gegen uns sendet oder unsere Feinde mit Hun⸗ derten von Millionen Mark Kriegsmaterial unterstützt, ist in Bezug auf die Wirkung gleichbedeutend, und diese Tat⸗ sache zwingt uns, die schärfsten Maßregeln gegen eine Zu- fuhr zu ergreifen, die einer Neutralitätsverletzung gleich⸗ kommt.
Die Langmut und Nachsicht, womit die amerikanische Regierung diesen Zuständen bisher zusah, hat wohl auf die deutsche Regierung bestimmend mitgewirkt, als diese mit ihrer großen Blockade⸗Erklärung gegen England vorging. Der Krieg gegen die englische Zufuhr ist jetzt auf sämtliche
Vom 18. Februar ab läuft jedes amerikanische Schiff, das unseren Feinden neue Waffen und Kanonen zuführt, Ge⸗ fahr, in den Grund des Meeres versenkt zu werden. Wir tonnten nicht abwarten, bis die wohlmeinenden Vorschläge deutschfreundlicher Parlamentarier in Amerika Gesetzeskrafr Und jeder ehrlich und vernünftig Denkende drüben muß dieser Self-made-man-Politik Deutschlands beistimmen.
Nöte der englischen Industrie.
scher Fabrikate zulassen wollen, weil sie ohne sie nicht auskommen, offenbart aufs deutlichste die Schwächen der englischen Industrie, die man während des Krieges mehr und mehr erkennt. Ei
schlagender Beweis dafür war besonders der mißlungene Versuch der englischen Regierung, die einheimische Farbindustrie zu heben. Die Vorrechte, die man dabei einigen großen Fi ein⸗ räumte, und die reiche Unterstützung mit Stagatskapital, die ge⸗
Nationalökonont L. G. Chio
für die Schwächen Englands auf diesem Gebiete in einer nicht genügend engen Verbindung der Industrie mit der Wissenschaft. „Wir wollten uns immer in
Fagzichei, beruht, gute Waren zu liefern. Die Kraft, die Deutsch⸗ von seinen Grenzen fernhält und selbst vordringt, ist kein Zufall,
wirtschaftlichen und militärischen Macht auf der Industrie beruht. Will man den Schlüssel 5 dem Geheimnis der Leistungen der deutschen Artillerie und Marine, so wird man ihn in der außer⸗ ordentlichen Entwicklung der deutschen Eisen⸗ und Stahlindustric
nicht vorwärts kam, so wird man den Hauptgrund in der deut⸗ schen Ausbildung und Vervollkommnung einer englischen Er⸗
gepflegt wurden. In der Eisen⸗ und Stahlindustrie, in der elel⸗ trischen Industrie, in der Glas- und Farbenfabrikation, in der
Schaffen des Künstlers während des Krieges dachte, zeigt ein Brief an Puhlmann vom 15. November 1870:„Wie muß Euereinem, in Eurem ungeheuren Allesmüssen und Nischthaben als Menschen⸗
und Gebresten der Menschlein. Und doch nun gerade, Germania braucht noch viel gute Maler etc.— gar nicht der vielen mediokren
Armee darf nicht ihr Bestes allein bleiben. Auch darf dem Feind (was sie Alle draußen find) wenn er erschrocken an uns wich Manko's herumschnüffelt, kein Vorwand bleiben sich zu trösten „Es sind eben die kimbrischen Goliathe ins heutige übersetzt.“
*
Glasfenster zum Ehrengedächtnisse unserer Krieger. In der beim Delphin⸗Verlag in München und Leip⸗
Organe des Verbandes deutscher Glasmalereien, gelangt ein Wett⸗ bewerb zur Ausschreibung, der nicht allein zeitgemäß ist, sondern auch in künstlerischem Sinne Anerkennung verdient. Es sollen näm⸗ lich Entwürfe für Glasmalerei geschaffen werden, um die Exinne⸗ rung an die Ruhmes- und Heldentaten unserer Krieger auf Glas⸗ gemälden in weltlichen und kirchlichen Räumen festzuhalten. Der Inhalt der darzustellenden Entwürfe soll sich auf den gegenwär⸗ tigen Weltkrieg beziehen und kriegerische Taten und denkwürdige Ereignisse verherrlichen. Die Glasmalereien können auch dem Andenken Gefallener geweiht sein. Zweierlei Arten von Verwen- dung solcher Entwürfe kommen in Betracht. Zunächst weltliche Bild⸗ scheiben, sogenannte Kabinettscheiben, die als Eimsätze in größere Fensterflächen für öffentliche oder private Gebäude Verwendung finden können; sodann aber kirchliche Gemäldefenster. Dem Preis- gerichte gehören außer Vertretern der Glasmalerei auch der Kon⸗ ervator der preußischen Kunstdenkmäler, Regierungsrat Erich Blunk, Professor Theodor Fischer in München und Professor Fritz Klingholz von der Technischen Hochschule zu Berlin an. Es ist zu wünschen, daß der diesem Wettbewerb zugrunde liegen Gedanke in recht weitem Maße zur Verwirkl
Ehrung der Helden und der Heldentaten des
künstlerisch ausgeführte Glasfenster empfiehlt ge voll, zurückhaltend und zugleich in hohem Grade wirksam und
stimmungsreich. f 655 Berlin, 8. Febr.(Priv.⸗Tel.) Der„Berl. Lokalanz.“ mel⸗
Boecklins gestorben.
amerikanischen Blättern von ungeheuren Aufträgen lesen,
führende Partei werden) und sonstige Unterstützungen sind
neutrale Schiffe, die nach England fahren, ausgedehnt.
erlangen. Wir haben uns selbst geholfen, spät, aber doch. —.
Die Nachricht, daß die Engländer die Einfuhr gewisser demn⸗
währt wurde, haben nichts gefruchtet. Die Engländer besitzen nicht die nötige wissenschaftliche und praktische Erfahrung, um die für viele Handelszweige so wichtigen Farbstoffe berzustellen.
in denen Deutschland schon bisher eine Art Monopol besaß. Der dat 0 5 Money, der im Daily Chronicle dieses Fiasko der englischen Industrie erörtert, sucht die Gründe 18
0 1 in Kriegs⸗ wie in Friedenszeiten daran exinnern, daß die Größe und Macht einer Nation auf ihrer and beweist, indem es seit einem halben Jahr überlegene Kräfte sondern eine Tatsache, die in dem großartigen Aufbau seiner 2
finden. Will man wissen, warum die„russische Dampfwalze“
findung erkennen— der Eisenbahn. Der Krieg hat uns ge⸗ lehrt, daß sehr wesentliche Industrien in unserm Lande nicht
Consum, solch Reden jetzt vorkommen von den Mausegeschäften 1
Schlachtbilder wegen. Aber so ein bespielloses Ding wie unsere
zig erscheinenden„Zeitschrift für alte und neue Glasmalerei“, dem
det aus Florenz: Gestern ist in Fiesole die Witwe Arnold
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