Ausgabe 
(20.1.1915) 16. Erstes Blatt
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gehusen gen 7 Das Konditorgeschä twas e Ta. ist zurzeit N 1 be⸗ chaten. Schu

Einige Firmen arbeiten mit Ueberstunden. Im macher gewerbe war infolge des Preisaufschlages der Roh⸗ materialien der b ne als in dem gleichen Monat des Vorjahres. Die Militärschneidereien waren ebenfalls gut beschäftigt. Dagegen verschlechterte sich der Ge⸗ schäftsgang in der e ee gegenüber den beiden rhergehenden Monaten. Im Baugewerbe besserte sich die Lage etwas. Die Arbeitslosigkeit war verhältnismäßig gering, da eine ziemlich rege Nachfrage nach Bauarbeitern für öffentliche Arbeiten, insbesondere der Heeresverwaltung, bestand. Die größte Zahl der Arbeitslosen entfällt auf das Malergewerbe. Teil⸗ weise gelang es, diese Leute für Erdarbeiten zu vermitteln, oder aber sie bei den von den Städten eingerichteten Notstandsarbeiten unterzubringen. Eine Reihe von Bauarbeitern sand auch Unter- lunft bei lzfällungsarbeiten, besonders im Großh. Hessen. An einigen Orten(Frankfurt a. M., Darmstadt) wird mit dem 0 2 der Bautätigkeit E 12 E 5 i isse günstig. graphischen Gewerbe i immer K Besserung eingetreten. In Frankfurt a. M., Cassel, Darmstadt sind Buchdrucker in größerem Umfange zu anderen Berufen übergetreten. Eine grö Schriftgießerer in . a. M. hat die 5 von Granatzündern in Angriff genommen. Im Gastwirtsgewerbe waren in den haupt⸗ sächlich in Betracht kommenden Städten Frankfurt a. M. und Wiesbaden die Verhältnisse ungünstig. Für ungelernte Ar⸗ Arbeiter war die Beschäftigungsmöglichkeit gut. Das Weih⸗ nachtsgeschäft hat, wie in früheren Jahren, einen ähnlichen star⸗ ken an vorübergehenden Arbeitskräften erfordert, Die 1 75

nach kräftigen Erdarbeitern konnte nur teilweise ge⸗

werden. Auch für die nächste Zukunft sind die Aussichten nicht schlecht. onders bevorzugt waren die von der Heeres⸗ verwaltung ausgeführten Arbeiten(Namur, Lüttich, Lille, Metz und dergl.). gelang es nicht, für Bahnbauten und insbesondere für Wasserbauten(Mainkanalisierung Offenbach Aschaffenburg) die fan bw Anzahl von Arbeitskräften zu be⸗ schaffen. In der klandwirtschaftlichen Vermittlung war die Nachfrage nach Arbeitskräften geringer als in dem gleichen Monat des Vorjahres, anscheinend infolge der in grö⸗ erer Anzahl von den großen Gütern zurückbehaltenen Polen. Das Blumen⸗ und Weihnachtsgeschäft war für die Gärtnerei wenig günstig. Infolge des Wegfalls der Festlichteiten im Ja⸗ nuar dürfte eine Besserung auch in nächster Zukunft nicht zu erwarten sein.

Auf dem weiblichen Arbeitsmarkt war der Ver⸗ kehr in den Dienstbotenabteilungen der Arbeitsämter lebhafter als in dem gleichen Monat des Vorjahres. Auch für Wasch⸗ und Putzfrauen war genügend Arbeit vorhanden. Für gewerbliche Arbeiterinnen besserten sich die Verhältnisse gegenüber dem Vor⸗ monat weiter, wenn auch in einigen Branchen der Metallindu⸗ strie, in denen Arbeiterinnen beschäftigt sind, noch verkürzt ge⸗ arbeitet oder zeitweise ausgesetzt wurde. Am ungünstigsten lagen die Verhältnisse in der Damenkonfektion. Einen Ausgleich brachte die im großen Umfange, teils von den Arbeitsämtern direkt, teils von den mit ihnen in Verbindung stehenden gemeinnützigen Nähstuben vergebenen Arbeiten.

* Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.). Landwehrmann Karl Himmler, Feld⸗Art.⸗Rgt. 25, aus Darmstadt. Landwehrm. Jak. Polykarp Bechtel, Res.⸗Inf. Rgt. 116, aus Offenbach a. M. Musl. Gerson Gold⸗ schmidt, Inf.⸗Rgt. 168, aus Offenbach. Landwehrm. Wilh. Knauf, Inf.⸗Rgt. 168, aus Offenbach. Feldwebel Alfred Strätz, Inf.⸗Rgt. 221, aus Offenbach a. M. Wehrm. Adolf Wehn, Inf.⸗Rgt. 116, aus Dillenburg. Eis.-Res. Max Bäuerle, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 221, aus Worms. Unteroff. Gg. Klein, Inf.⸗Rgt. 118, aus Worms. Res. Georg Hahn aus Brauerschwend. Obermatrose Hartmann Falkenhainer, 3. Matrosen⸗Rgt., aus Alsfeld. Ref. Karl Dillmann aus Storndorf. Res. Konr. Jöckel III., Inf.⸗Rgt. 116, aus Schwarz. Kanonier Karl Spamer, Feld⸗Art.⸗Rgt. 47, aus Kirtorf. Res. Heinr. Ludw. Weber, Inf.⸗Rgt. 168, aus Romrod. Landwehrm. Heinrich Eis seller, Juf.⸗Agt. 116, aus Ehrings⸗ hausen. Ersatz⸗Res. Friedr. Höhn, Res.-Inf.⸗Rgt. 222, aus stirchgöns. Res. Otto Eckhardt, Ins.⸗Rgt. 168, aus Kirchgöns.

*

* Ritter des Eisernen Kreuzes: Buchdrucker . Schardt aus Darmstadt. Uffz. Wilh. Weber aus Momberg. Uffz. im Res.⸗Inf.⸗Regt. 65 Wilh. Im⸗ mel aus Marburg. Vizefeldw. und Off.⸗Stellv. im Land⸗ wehr⸗Inf.⸗Regt. 116 Oberlehrer Dr. Wilhelm Heym ann aus Groß⸗Gerau. Stabsarzt Dr. med. Theo Groedel aus Bad⸗Nauheim. Galvanoplastiker 1 0 Christ aus Oberrad. Lehrer Karl Eckhardt aus Kleinkarben, Vize⸗ feldw. beim Res.⸗Inf⸗Regt. 168. San. ⸗Uffz. Mogk aus Echzell, Inf.⸗Regt. 116. Oberjäger im Jäger-Bat. 11 Karl Lamm aus Laubach. Res. Hermann Hertel aus Lau⸗ bach, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116. Uffz. Gustav Jung aus Neu⸗ hütte bei Dillenburg.

e Von der Straßenbahn. Trotz dem Entgegen⸗ kommen betr. des Fahrpreises gegenüber Militärpersonen (Soldaten aller Dienstgrade fahren seit 1. 10. 14 für 5 Pfg.) hat sich das Verkehrsbild der städtischen Straßen- bahn für das 4. abgelaufene Quartal weit günstiger gestaltet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei ist zu berücksichtigen, daß von einem Geschäftsverkehr, der das Straßenbahnunternehmen hätte günstig beeinflussen können, im Weihnachtsvierteljahr nicht geredet werden konnte. a

Der amtliche Vierteljahresbericht stellt sich wie folgt: 1

Die Zahl der beförderten Personen:

Rote Linie Grüne Linie Beide Linien

1914 1913 1914 1913 1914 1913 Ottober 82 534(62421) 41725(41679) 124 259(104 100 November 82 225(59 229) 42302(44121) 12427(103 350) Dezember 89 472(58 540) 44427(42571) 133899 101114 4. Quattat 254 25(s80 790) 12 157( e n ie

1914 mehr 74 041 mehr 0 mehr 74121 Die Einnahmen aus der Personenbeförderung betrugen im J. Quartal. 5 Rote Linie Grüne Linie 1914 1913 1914 1913 1914 1913 Mk. 23031(17 624) 11406(12 528) 34 440(30 152)

1914 mehr Mk. 5410 weniger Mk. 1122 mehr Mk. 4288 Die Zunahme der Markenfahrten gegenüber dem gleichen Vierteljahr 1913 stellt sich: Rote Linie grüne Linie 1914 1913 1914 1913 74636(23 627) 45 997(14 661) 120 633 38 288)

1914 mehr 51009 mehr 31336 mehr 82 345 Stück. Bei den angegebenen Zahlen der beförderten Personen wur⸗ den aus dem Grunde, weil die genaue Feststellung der beför⸗ derten Militärpersonen nicht möglich ist, je 2 mal 5 Pfennig, die sich im Zahlkasten vorfanden, als eine beförderte Person gerechnet. Trotzdem haben allein auf der Schützenhauslinie tund 74000 Personen mehr gefahren als im Vorjahr, wäh⸗ rend die grüne Linie in der Frequenz sich nicht gehoben hat. 72 Interessant ist die gewaltige Zunahme der Markenfahr⸗ ten, die nur herbeigeführt wurde durch eine wesentliche Ver⸗ billigung der Fahrmarken. Es steht zwar auch zahlenmäßig sest, daß die Zahl der Fahrten, welche voll mit 10 Pfennig

Beide Linien

Beide Linien 1914 1913

bezahlt werden, zurückgegangen ist, aber erst durch den ver⸗ illigten Fahrpreis ist unsere Straßenbahn das geworden,

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was sie sein soll, ein Massenverkehrsmittel, und dabei hat sich die Einnahme, wie die vorstehenden Zahlen ergaben, erhöht. Der Stand des Unternehmens im laufenden Rechnungsjahr hat in seinen Einnahmen bisher schon, den Stand von 1912/13 mit seinem Massenverkehr beim Regi⸗ mentsfest überholt. Es ist also Aussicht vorhanden, daß der Abschluß in diesem Kriegsjahr sich besser gestaltet als im Vorjahr, in dem der städtische Zuschuß rund 14000 Mark betragen hat, die allerdings am Strom, den das Unterneh⸗ men verbraucht und vom städtischen Elektrizitätswerk be⸗ zogen hat, verdient sind. a

. Schwefeläther darf, wie die Postverwaltung mitzuteilen bittet, mit der Post oder Feldpost nicht ver⸗ sandt werden. In Zeitungen ist dieser Tage empfohlen wor⸗ den, den Angehörigen im Felde als Schutzmittel gegen Un⸗ geziefer Fläschchen mit Schwefeläther zu übersenden. Schwe⸗ feläther gehört zu den leicht entzündlichen Gegenständen, die wegen ihrer Feuergefährlichkeit nach der Postordnung zur Versendung mit der Post nicht zugelassen sind. Es wird daher dringend vor der Uebertretung dieses Verbots gewarnt.

Zu unserem ArtikelHessische Tapfer⸗ keit in Nr. 4 desGieß. Anz. erhalten wir noch eine Darstellung eines Kameraden der in dem genannten Aufsatz erwähnten Soldaten, der wir entnehmen:

⸗Ueber die Begebenheit bei der Tanne, welche der mir zu- gesandte Zeitungsartikel schildert, kann ich Ihnen keine Auskunft geben. Ebenfalls von den Söhnen Heinemanns nicht. Zugegen ist bei der Tanne nur Heinr. Grün aus Lollar gewesen und auch dort gefallen. Ich habe nämlich kurz nach dem Gefecht Helm und Tornister bei den aus dem Felde zurückgebrachten Sachen gefunden. Das in dem Artikel erwähnte Feldgesangbuch gehörte auch Grün. Ich kann mich noch ganz gut erinne n, daß Grün die in dem Artikel angegebenen Namen mit Tintenstist in sein Feldgesangbuch schrieb. Die Namen sind mir bekannt. Es sind die Adressen der Angehörigen meiner Kameraden. Wir haben bei der Ausbildung in Gießen zusammen auf einer Stube gelegen. Auf der Fahrt nach Rußland haben wir uns gegenseitig die Adressen unserer An gehörigen notiert, um, falls einer im Gesecht fallen sollte, sogleich die betreffenden Angehörigen davon benachrichtigen zu können. Von den übrigen Kameraden hat keiner das Ge- secht mitgemacht. Habe alle später noch getrossen. Durch die großen Märsche waren wir nicht zusammengeblieben. Als wir bei unserer Division an der Front ankamen, wurden wir so⸗ fort eingeteilt. Grün ist da ganz allein dem Bataillon zugeteilt worden, welches sofort abmarschierte ins Gefecht. Die acht bis zehn Mann, welche sich an die Tanne geschlichen hatten, sind dem- nach dann Kameraden von dem Truppenteil gewesen, dem Grün

zugeteilt wurde. Landkreis Gießen.

( Beuern, 19. Jan. Hier hat bis jetzt die Sammlung von Goldgeld die Summe von 11310 Mark ergeben, die der Reichsbank zugeführt werden konnten. Davon lieferte die Postagentur 10010 Mark ab.

Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 20. Jan. In der Seifenfabrik

von C. Naumann brach gestern abend gegen 6 Uhr ein Groß⸗

feuer aus, das infolge der leichtbrennbaren Fettstoffe alsbald einen gefährlichen Charakter annahm. Das Feuer war in der Fettspalterei zum Ausbruch gekommen und hatte sich im Nu über zwei mächtige, stockwerkhohe Fettbottiche verbreitet, die als⸗ bald in hellen Flammen standen. Dieses Fabrikgebäude wurde bis auf die Umfassungsmauern völlig eingeäschert, doch gelang es der Feuerwehr, die mit mehreren Schlauchleitungen der Mo⸗ torspritze mit gewaltigem Atmosphärendruck dem Brande ener⸗ gisch zu Leibe rückte, die stark gefährdeten Nachbargebäude zu retten und das Feuer nach angestrengter Tätigkeit auf seinem Herd zu beschränken. Die Entstehung des Brandes wird auf das Platzen eines Dampfrohres zurückgeführt, wo⸗ durch die überhitzten Fetteile durch Selbstentzündung in Brand gerieten. Der Brandschaden ist zwar erheblich, aber durch Ver⸗ sicherung gedeckt. Hessen⸗Nassau.

Goßfelden bei Marburg, 18. Jan. Das Verschwin⸗ den des hiesigen Einwohners Maurer ist noch nicht aufgeklärt, und schon wieder hat sich ein Unglück ereignet, über das noch keine Klarheit geschaffen werden konnte. Gestern früh fand man in einer Blutlache in einem Graben die Leiche eines seit einigen Jahren hier beschäftigten polnischen Knechts namens Langowsky. Es wird vermutet, daß der Mann im Streit erschlagen wurde. 5 ö 5

(b) Frankfurt a. M., 19. Jan. Am Rangierkopf des Hauptgüterbahnhofes geriet der 30 jährige Eisenbahnassistent Karl Schreck vor einen abrollenden Güterwagen, der ihn überfuhr und auf der Stelle tötete. Beim Ueberschreiten verbotener Eisenbahngleise wurde der Vorarbeiter Grün auf dem Hauptbahnhofe von einer Maschine angefahren und le- bensgefährlich verletzt.

Erdbeben in der Schweiz.

Bern, 19. Jan.(W. B. Nichtamtlich) In der West⸗ und Nordschweiz wurde gegen Mitternacht ein ziemlich fühlbares Erd⸗ beben beobachtet. Es erfolgten zwei Stöße in der Richtung von Norden nach Süden. Schaden ist nicht angerichtet worden.

Bandel.

* Preiserhöhungen. Der Verband deutscher Bau⸗ beschlagfabrikanten hat mit sofortiger Wirkung einen Preisauf⸗ schlag von 10 Prozent eintreten lassen. Die Vexeinigung deut⸗ scher Gaskocherfabrikanten beschloß eine sofortige Steigerung von 5 Prozent auf bisherige Preise. Eine Erhöhung der Gas⸗ und auch der Siederöhren war bereits im Dezember um durch⸗ schnittlich 20 Mark pro Tonne erfolgt. Die Mannesmannwerke mit ihrem Konzern sowie die übrigen Röhrenwerke haben ihre Preise erneut in die Höhe gesetzt.

Märkte.

se. Frankfurt a. M. Schweinemarktberi h vom 20. Jan. Ausgetrieben waren 270 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 67.00 70.0% Mk., Schlachtaewicht 86.00 7.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 6 0067.00 Mk., Schlachtgewicht 83.00 5. 0 Mk.: vollfleischige Schweine von 100120 ke Lebendgewicht 67.00 70.0) Mk., Schlachtgewicht 86.0087 Mk., vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 67.0 70.00 Mk., Schlachtgewicht 8687.00 Mk. Geschäft ziemlich rege.

je. Frankfurt a. M., 20. Jan.(Orig.⸗Telegr. de;Gieß. Anz. Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen(hiesiger) Mk. 27.8000 00, Kurhessischer Mk. 27.80- 00.00. Gerste Mk 00.00-00.00(geschäftslos), Roggen(hiesiger) Mk. 23.30 00.00, Hafer Mk. 22.30 00.00, Mais Mk. 00.00 bis Mk. 00.00. Weizenmehl 0 Mk. 48 49.00, Roggenmebl 0 Mk. 38.0039, Kleie Mk. 15.00 00.00, Weizenschalen Mk. 00.00 bis 00.00 Biertreber Mk. 20 20.50. Frucht⸗ und Futtermittel Mk. 00,00.(Ohne Sack). Alles per 100 ke. Die Preise verstehen sich ab Station zuzüglich der gesetzlich zulässigen Provision.

se. Frautfurt a. M., 20. Jan.(Orig.⸗Telear. desGießener

Anzeigers) Kartoffelmarkt. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 6,00 7,00, im Kleinhandel Mk. 7,008,50 für je 100 Kg.

Kirchliche Nachrichten

Evangelische Gemeinde. Heute abend 8 Uhr: Ariegsbetunde in der Johanneskirche. in der Johanneskirche. VPiarrer Bechtols heimer.

8 Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 21. Jan. 115: Bedeat, zeitweise Niederschläge(Schnee), westliche Winde, etwas wärmer.

Cetzte Nachrichten.

Der Kaiser an die Großherzogin Luise von Baden.

Karlsruhe, 20. Jan. WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser sandte gestern aus dem Großen Hauptguartier an die Großherzogin Luise von Baden folgendes Teleg amm

ielen Dunk für Deinen Gruß am heutigen Gedenktage des großen historischen Vorganges in Versailles unter Führung des hochseligen Onkels. Sein nationales Kraftgefühl gab der welt⸗ historischen Fürstenversammlung den Impuls zu der begeisterten Huldigung des ersten Deutschen Kaisers, dessen Macht und Würde jetzt gegen eine Welt von Feinden zu verteidigen meine Auf⸗ gabe ist. Aber an der Spitze des geeinten Vater⸗ landes, getragen von der opferfreudigen Be⸗ geisterung der festgeschlossenen deutschen Na⸗ tion, werde ichdiese vaterländische Aufgabe sieg reich durchführen. Das walte Gott! Wilhelm. Die vorgeblichegleichzeitige Aktion gegen Deutschland. Berlin, 20. Jan. Zu der Meldung derTribung, daß sämtliche Ententemächte eine große gleichzeitige Aktion 1 en Deutschland zu unternehmen gedächten und daß dazu auch ein energischer Vorstoß der englischen Flotte gegen die deutsche Küste gehöre, schreibt dieKreuzzeitung: Trotz der besten Quelle möchten wir Zweifel in die Richtigkeit der Meldung setzen. Der⸗ artige Unternehmungen pflegt man nicht vorher anzukündigen. Vor allem glauben wir nicht, daß England die auf guten Gründen be⸗ ruhende Zurückhaltung seiner Flotte jetzt aufgeben werde. Ob die russische Flotte noch zu einer Aktion gegen Deutschland in der Lage ist, wissen wir nicht. Die Rekrutierung in England.

. Berlin, 20. Jan. Englische Blätter melden lautBer⸗ liner Lokalanzeiger, daß die an die Familienoberhäupter ge⸗ richtete Aufforderung im ganzen die fstellung von 300 000 jungen Leuten ergeben habe, die sich bereit erklärten, bei der Armee oder der Flotte Dienst zu tun.

Von der französischen Kammer.

Paris, 20. Jan.(W Tig. Nichtamtlich.) Die Kammer hat sich bis zum 28. Januar vertagt.

Die Russen vor Przemysl.

Budapest, 20. Jan. Der Korrespondent desPesti Naplo meldet: Ich habe mit einem ungarischen Flieger gesprochen, der am 10. d. M. nach Przemysl geflogen war und wieder von dort zurückgekehrt ist. Er teilte mit, daß die Russen einen Teil ihrer Zernierungs⸗ truppen zurückgezogen haben, und daß ihre Un ternehmungslust abflaut. Die Ausfälle unserer Besatzung hätten große Erfolge. So brachte uns ein Aus- fall in der Richtung auf Dyrow 1200 Gefangene und die ganze Ausrüstung einer russischen Pionierkompagnie, ferner viel Munition und Scheinwerfer als Beute ein.

Die Teuerung in Rußland.

Genf, 20. Jan.Rußkoje Slowo berichten über die Lebensmittelteuerung in Rußland. Das Elend unter den ärmeren Schichten der Bevö kerung ist furchtbar. Statt daß durch Aus⸗ fuhrverbot die Weizenpreise sinken sollten und obwohl die Regierung die Preise vorgeschrieben habe, würden die Preise von einigen Spekulanten, die sich an solche Vorschriften nicht weiter kehrten, in die Höhe getrieben. Das Wodkaverbot hat, wie die russischen Zeitungen zugestehen müssen, in Rußland nicht viel genützt, es gebe jetzt eine große Zahl von geheimen Schnapslolalen, in denen Chanchi, die Nachahmung eines chine⸗ sischen Getränkes, ausgeschenkt werde, das eine viel stärkere und nachhaltigere Wirkung habe als Branntwein. Ferner werde die Drangsalierung der jüdischen Bevölkerung in Rußland weiter fortgesetzt.

Lügen derTimes über die Lage in Oesterreich-Ungarn.

Wien, 20. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter meldet aus dem neutralen Ausland, daß die Lage im Innern der österreichisch⸗ ungarischen Monarchie täglich immer gefährlicher werde und zwar

auptsächlich infolge Brotmangels. Die Mißstimmung ei allgemein. Es fänden in allen großen Städten Demonstrationen gegen den Krieg statt, die mitunter einen revolutionären Charakt annähmen. Barrikaden würden errichtet, und zwischen dem Vol und den Polizeitruppen käme es zu blutigen Zusammenstößen. DieTimes meldet ferner, daß nach Berichten von Augen⸗ zeugen am Weihnachtsabend in Wien große Demonstrationen gegen den Krieg stattgefunden hätten, aus welchem Anlaß das Volk Pflastersteine auf die ausgerückte Polizei geschleudert hätte. Das Wiener Korr. Bureau bemerkt hierzu: Beide Meldungen werden nicht verfehlen, auch in dieser ernsten Zeit Heiterkeit in der Mo⸗ narchie besonders in Wien hervorzurufen. Mit solchen Lügen wird in der Presse des Dreiverbandes gegen uns Stim⸗ mung gemacht. Die kriegsfeindliche Stimmung in Italien.

Rom, 20. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Als der Advokat Romnaldi in Arezzo einen Vortrag beginnen wollte, der von den Anhängern einer Intervention Italiens veranstaltet worden war, wurde er von dem Wublikum mit dem Rufe: Nieder mit dem Krieg! daran verhindert. Es kam zu Tätlichkei⸗ ten. Die Anhänger einer Intervention mußten sich zurückziehen. Als gestern ebenfalls Parteigänger einer Intervention eine Kundgebung vor dem österreichischen Konsulat versuchen wollten, wurden sie ebenso wie bei dem Versuche, vor dem deutschen Konsulat zu demonstrieren, von Carabiniert vertrieben und fünf von ihnen verhaftet.

Amerikanischer Protest gegen Japan.

Washington, 20. Jan. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat dem hiesigen Botschafter Japans eine längere Note überreichen lassen, in der die Vereinigten Staaten in ruhiger, aber sehr bestimmter Form gegen die wiederholte Verletzung der neu⸗ tralen amerikanischen Häfen durch japanische Kriegsschiffe pro⸗ testieren. Eine ähnliche Note ist Sir Mallet überreicht worden als Protest gegen den Aufenthalt der KohlendampferLarawoord undRoddam in amerikanischen Häfen.

England und Amerika.

Genf, 20. Jan. DerHerald meldet eine Verschär⸗ fung der amerikanischen Auseinandersetzung mit England. Die neue amerikanische Note mit bestimmten Mindestforde⸗ rungen werde noch in dieser Woche in London überreicht

werden. 2 Ein Unfall auf der Schelde.

Amsterdam, 20. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter melden aus Vlissingen: Heute mittag ist auf der Schelde auf der Höhe von Nieuwe Sluis eine zur Marine gehörige Motor⸗ schaluppe auf eine Mine gestoßen und explodiert. Das Fahrzeug mit seinen fünf Insassen, einem Offizier und vier Ge⸗ meinen, wurde weit fortgeschleudert. Von den fünf Opfern des Un⸗ glücksfalles wurden nur einzelne Körperteile gefunden.

Brände in Oschersleben.

Berlin, 20. Jan. In Oschersleben brannten vier große gefüllte Feldscheunen nieder. Der Brandstiftung verdächtig sollen lautBerliner Lokalanzeiger internierte Russen sein.

a Ein Großfeuer in England. 5 5

Trenton(Nen Dersey), 20. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ein Feuer, durch welches der gesamte industrielle Teil der Stadt bedroht war, zerstörte die Werke der John A. Roebling Sons Cie. im Werte von einer Million Dollars. Da diese Gesellschaft isolierte

5 für die Artillerie herstellt, vermutet man Brandstiftung.

In ein deutsches Haus gehört in

dieser Zeit kein Kuchen! o

e und Telephondrähte für Kriegszwecke sowie Geschirr⸗ 8 0