vermischtes.
Die Gentlemen der„Emden“. In Bangkog in Siam erscheint die völlig englische Zeitung
„Bangkok Times“, die Ende November das nachsolgende, von einem Engländer verfaßte Gedicht brachte, das in der deutschen Uebersetzung durch einen Mitarbeiter der„Münchener Neuesten Nachrichten lautet:
Die„Emden“.
Zu welcher Fahne ihr auch schwört, 0 Und wem auch euer Herz gehört, Erhebt die Gläser, ehrenwerte Gentlemen! Nur eine Farbe zeigen wir, Denn allen gilt es uns als Zier. Zu ehren, die aus ganzer Seele Gentlemen! Durchzogen haben sie das Meer als echte Gentlemen. Die Schiffe bohrten sie in Grund Mit einem Lächeln auf dem Mund Und mit der Geste eines echten Gentleman.
Oft machten sie uns tüchtig naß; Sie taten dies und taten das, Doch mit der kühnen Anmut eines Gentlemen. Sie nahmen, was sich ihnen bot, Kein Schutz half uns aus dieser Not, Doch nie vergaßen sie, daß sie auch Gentlemen. Dem Feinde widerstanden sie als Gentlemen, Selbst was sie drahteten, war Denken echter Gentlemen. Sie lösten keinen einz'gen Schuß, Den nicht gebot ein zwingend Muß. Und nie befleckten sie die Mannesehr', die Gentlemen.
Doch als das Letzte kam, Das Glück ein Ende nahm. Da, mit dem frohen Glauben echter Gentlemen, Die Flagge hoch voran, Am Posten Mann für Mann, Beschlossen sie das Spiel als edle Gentlemen. Und noch im donnernden Totentanz Umwob sie leuchtender Ruhmesglanz Nach alter guter Art des Sten Gentleman.
Die Waschküche 3 preußischen Eisenbahn. Wo werden die unzähligen Handtücher und die Riesenmengen der für den Schlafwagenbetrieb der Eisenbahnen ersorderlichen Wäsche gereinigt und ausgebessert? Nun, in dem Haushalt der preußischen Eisenbahnverwaltung, die ja das größte wirtschaftliche Unternehmen der Erde darstellt, fehlt auch die Waschküche nicht. Die erste Eisen- —— wurde auf dem Berliner Bahnhof Grunewald im
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Jahre 1908 erbaut und hat in den letzten Jahren rund 680 000 Kg. Wäsche Trockengewicht zu reinigen gehabt. Diese Menge konnte nur dadurch bewältigt werden, daß man in zwei täglichen Arbeits- schichten von je 8 Stunden arbeiten ließ. Doch die Waschküche war an der Grenze ihrer Leistungssähigkeit angelangt, so daß in Rummelsburg eine zweite errichtet werden mußte, über die Baurat Cornelius in der„Berkehrstebnischen Woche“ allerhand interessaute Einzelheiten mitteilt. Die Arbeitszeit in dieser neuen Waschküche konnte auf eine Tagesschicht von 12 Stunden herabgesetzt werden. Rechts und links des Gebäudeeinganges liegen der Annahme- und der Ausgaberaum. Von einem zum andern wandert nun die Wäsche in einem richtigen Kreislauf durch viele fleißige Hände und mancherlei Maschinen, bis sie gesäubert und getrocknet wieder ab— geholt werden kann Und neben den„Eisenbahnwäschermädeln“ gibt es Stopferinnen, Nähermnen und Stickerinnen, die in be- sonderen Räumen die beschädigten Wäschestücke ausbessern. Der Vorteil dieser eigenen Waschanstalt der preußischen Staats-Eisen⸗ bahnen ist ein doppelter. Einmal sind die Kosten sehr gering, denn sie betragen nur etwa 10 Piennig für das Kilogramm Wäsche Trockengewicht, dann aber kann die Bahnverwaltung mit Be- stimmtheit auf die rechtzeitige Versorgung mit frischer Wäsche rechnen.
Märkte.
ch. Bingen, 13. Jan. Marktpreise. Weizen Mk. 27,50, Korn Mk. 23,50, Gerste Mk. 24,25, Hafer Mk. 22,30, Heu Mk. 0,00, Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 8,00, Erbsen Ml. 00,00, Linsen Mk. 00,0, Bohnen Mk. 00,00, Weißmehl Mk. 48,00, Roggenmehl Mk. 37,00; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mt. 2,50, Milch 1 Liter 21 Pfg., Eier 10 Stück Mk. 1,25.
FC. Wiesbaden. Viehhof⸗ Marktbericht vom 13. Jan. Auftrieb: Rinder 157(Ochsen 23, Ballen 17, Kühe und Färsen 117), Kälber 238, Schafe 43, Schweine 450. Bei regem Geschäft und unveränderten Preisen wurde der Markt bis auf geringen Ueber- stand geräumt.
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Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗ ae. Samstag, den 16. Januar 1915 Norab en) 4.45 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Ubr. Sabbatausgang: 5.45 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfetiee am 16. Januar 1915:
eitag abend 4.30 Uhr.
amstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat⸗Ausqang 5.45 Uhr.
Wochengottesdienst: Morgens 7.00, nachmittags 4.30 Uhr.
meteorologssce Seobachtungen der Station Gießen.
N 2 2 Jan. 288 8 S 25 1 2 83 Wetter 1615[C 82 2 2 2 Sc 1 S 2 58 2 5 8 8. 13 2 752,1 3,9 46 76 SW 2 10 Bed. Himmel 18. La 50,1 1,2 4.7 93 SsE 2 10 Schneefall 14.% 248,4 3.4 5,8 100 ftüll stiag 10 Nebel, Sprüh⸗ regen
555 Höchste Temperatur am 12. bis 13. Januar 1915 5,3
Niedrigste 1 1.„ IS.* 1915 Niederschlag: 4,6 mm.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Es wird darauf hingewiesen, daß alle Gesuche auf Be⸗ freiung oder Zurückstellung vom Militärdienste bei dem Un terzeichneten einzureichen sind.
Gießen, den 11. Januar 1915.
Der Zivilvorsitzende der Ersatz⸗Kommission des Kreises Gießen. J. V.: Hechler. Bekanntmachung. Betr.: Den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Eberstadt. In Eberstadt ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Die Gemarkung Eberstadt bildet ein Sperrbezirk. Gießen, den 14. Januar 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Hemmerde.
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