Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Gießener Famillenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gleßen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
Gießener A
General⸗Anzeiger für Oberhessen
ee 9
1 1505. Jahtgang
nzeiger
„„*
Dienstag, 12. Januar 1015
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗
straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S8 51, Schrist⸗
leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.
Von unserer Feldpost.
„Schalttage“ soll man sich, einem bekannten Wort zu— folge, im Leben schaffen, um auf eine Spanne Zeit zurück— zublicken und sich Rechenschaft abzulegen von dem, was man erfahren und geschaffen hat. Jetzt, nachdem Weihnachten und Neujahr, hohe Feste der Arbeit für unsere Feldpost, vorüber sind, scheint es geboten, wieder einmal solch einen Schalttag abzuhalten. Es darf ein Tag der inneren Befriedigung sein. Mit Stolz kann unsere Feldpost auf die verrichtete Riesen⸗ 5 zurückblicken, um mit neuem Mut an neue Aufgaben zu gehen. 8
Das nämlich machen sich die Außenstehenden, machen sich weder die im Felde Kämpfenden, noch die in der Heimat für ihre Lieben Sorgenden klar, daß die Arbeit seit den ersten Kriegsmonaten dauernd gestiegen ist. Das ist aber in ungeheuerlichem Maße der Fall. Betrug die Zahl der Postsammelstellen im Deutschen Reiche am 3. Aug. 18, so beträgt sie jetzt 23; die Zahl der Feldpostsen⸗ dungen aber hat sichseit Ende September, also nach dem zweiten Kriegsmonat, verdoppelt. Voneiner halben Million ist sie aufeine Mil⸗ lion gestiegen.
ö Was das bedeutet, wird noch klarer, wenn man einen Einblick in die natürlich streng organisierte Arbeit gewinnt. Es besteht eine„Feldpostübersicht“, nach der die Feldkorre— spondenz bei den Postsammelstellen sortiert wird. Stattliche Groß⸗Folio⸗Seiten sind das. Die erste dieser„Feldpostüber⸗ sichten“ wurde am 14. August ausgegeben und umfaßte 60 Druckseiten. Ende September war sie bereits auf 100 Druck— seiten, Ende Dezember, zn der Hochflut der Anforderungen, auf 200 Druckseiten 1 e Die Zahl der Einheiten aber, nach denen die Feldpostsendungen auf den Postsammel⸗ stellen auf Grund der„Feldpostübersicht“ sortiert werden, übersteigt 13000. Schwer, sich davon überhaupt einen Be⸗ d 3
Und doch ist damit die Arbeitsleistung der Postsammel⸗ stellen noch keineswegs erschöpft. Nicht nur durch Unauf⸗ merksamkeit des Publikums, nein, auch durch manche Schwie⸗ rigkeiten, die sich aus falsch verstandenen Adressen oder aus der Unbeholfenheit, die rechte Verpackung herzustellen, er⸗ geben, muß eine Anzahl Feldpostsendungen beanstandet und an die Absender zurückgeschickt werden. Nun ja, eine Anzahl
sagt man sich. Daß diese„Anzahl“ aber täglich 40 000 Feldpostsendungen beträgt, das wird man schwerlich ver⸗ mutet haben. ö
Und andererseits: Im Felde werden dauernd Verschie— bun vorgenommen. Die Adressierung von gestern kann heute schon unzutreffend geworden sein. Die Folge davon ist: alle vier Tage müssen die Feldpostübersichten neu bearbeitet, neu zusammengestellt, neu gedruckt werden. Hinter jeder dieser fertiggestellten„Feldpostübersichten“ sieht man gleich⸗ sam ein ganzes Aufgebot fleißig arbeitenden Personals.
5 Damit aber wäre immer erst die eine Hälfte der Arbeit gekennzeichnet. Die im Felde stehen, schreiben doch auch nach Hause. Sie tun es sehr viel eifriger, als es manchem, der Nachrichten bang erharrt, erscheinen will. Denn die Ge⸗ samtheit der in die Heimat täglich gerichteten Feldpostbriefe beträgt durchschnittlich, wir wiederholen, täglich— sechs Millionen.—
Diese ungeheuren Zahlen einigermaßen zu fassen, darf man sich klar machen, daß allein für die spost, die täglich nach dem westlichen Kriegsschauplatz abgeht, 10—12 Eisenbahn⸗ wagen nötig sind und daß darin 18002000 Briefsäcke untergebracht werden. Nach einer sogenannten„Päckchen⸗ woche“ aber, in der in der Heimat Feldpostpäckchen bis 500 Gramm zugelassen sind, vervierfacht sich die Zahl dieser Briefsäcke und damit naturgemäß auch die Zahl der in den Eisenbahndienst eingestellten Postwagen.
Wiederum ist in Anrechnung zu stellen, daß durch die Mobilmachung— also in dem Augenblick, da die ungeheure neue Aufgabe zu bewältigen war— die Postverwaltung an Personal, und zwar an gut geschultem, erhebliche Einbuße litt. Ein Viertel aller Beamten, zwei Fünftel aller Unter⸗ beamten wurden zu den Fahnen und zur Feldpost abberufen. Das machte im ganzen die stattliche Anzahl von 70000 aus, was der Einwohnerzahl einer guten Mittelstadt ent⸗ 55 Inzwischen aber ist auch diese Zahl auf 74000 ange⸗ wachsen.
Ve ärtigt man sich das alles, so ist es, als öffneten sich einem die Augen; man blickt in die Enge der Poststuben, die Weite der Sammelräume, in das emsige Treiben der Bahnhofshallen hinein. Eine Welt, von der man sich kaum je Rechenschaft abgelegt hat, und die groß ist. Es ist die Arbeit in ihrer gesteigerten Energieentfaltung, die ihr das verleiht, was moderne Menschen als groß begreifen.
Aus Stadt und and Gießen, 12. Januar 1915 Auf dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
Unteroff. Theod. Billasch, Res.-Agt. 221, aus Friedberg.— Offiz.—Stellv. Lic. Ernst Flöel, Pfarrer in Langen, Rei.-Junf.⸗ igt. 221.— Reservisten Albert und Wilhelm Heil, 1. Garde-Rgt. z. F., bezw. Exsatzbat. 28, aus Laubuseschbach.— Gefr. Großh. Geometer Theodor Gerlach, Res.⸗Inf.-Rgt. 116, aus Hanau.— Res. Karl Becker, 4. Garde-Rat. z. F., aus Hanau.— Land- wehrmann Jean Kohl, Res.⸗JInf⸗Agt. 80, aus Hanau.— Feld. we el-Lt. Förster Anton Pfänder, Res.-Ins.⸗Agt. 118, aus Jugenheim.— Landwehrmann Henny Spanier, Inf.-Rgt. 116, aus Darmstadt.— Landwehrm. Peter Röder aus Darmsladt.— Feutn. der Landw. Gustav Schaberg, Inf.⸗Rgt. 17, aus Mainz.— Res. Salli Isenberg, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 211, aus Mar- burg.— Kriegsfreiw. Emil Köhler, Garde⸗Schützenbat., aus Gladenbach.— Kriegsfreiw. Daniel Muth, Garde-Schützenbat., in Cölbe.— Landwehrm. Lehrer Wilh. Jul. Friedrich, Land- wehr⸗Inf.-Rgt. 116, aus Worms.— Unteroff. d. Reserve Heinrich Schiebelhuth, 2. Hess. Landsturmbatterie, aus Lauterbach.—. Landwehrm. Joh. Sch rimpf, Landw.⸗Inf.-Rgt. 87, aus Lauterbach.— Ersatz-Res. Heinr. Möller, Inf.-Ngt. 99, aus Zahmen.— Land— wehrm. Heinr. Lips, Ins.-Rgt. 87, aus Lauterbach.— Kriegs- sreiw. Walther Sch reiber, Juf.-Rgt. 116, aus Ulm b. Wetzlar. Landwehrm. Jakob Brück, Res.-Rgt. 81, aus Garbenheim.— Unteroff. der Landwehr Karl Medebach, Res.-Inf.-Rgt. 81, aus Groß- Rechtenbach.— Landwehrm. Karl Keiner, Inf.-Rgt. 116, aus Werdorf. 75 1 Ritter des Eisernen Kreuzes: Uffz. Bureau⸗ gehilse Wilhelm Schneid müller aus Gießen, Fußart.⸗ Regt. 10. Heinrich Kalbfleisch, Leutn. d. R. im Landwi⸗
1
3
Jnf.⸗Regt. 76, aus Butzbach. Vizefeldw. Zeminchen aus Wetzlar, Res.-Inf.⸗Regt. 116. Wehrmann Korell, Landw. Inf.⸗Regt. 116, Res. Karl Franz und Res. Birx, Feld— Art.⸗Regt. 25, aus Gedern. Hauptmann Hans Binder nagel aus Friedberg(1. Kl.). Leutn. d. R. Kulturinspektor Heyl aus Friedberg. Sergt. Hch. Tamm und Wehrmann Och. List aus Frischborn, Res.-Inf.-Regt. 116. Landwehr— mann Johs. Schrimpf aus Stockhausen. Res. Wilhelm Ruhl(in Frankreich gefallen), Vizefeldw. Wilhelm Ruhl in Rußland gefallen), Feldw. Wilh. Rencker, Lehrer Seling, Uffz. d. Landsturms Wilh. Zulauf, sämtlich aus
Grebenhain. Gefr. Hch. Ortmüller aus Friedensdorf, Res.⸗Inf.⸗Regt. 83. Gefr. Christian Schmidt aus Gön— nern, Regt. 83. Gefr. Karl Schäfer aus Naunheim,
2. Garderegiment z. F. Ewald Feisel aus Endbach. Vize— feldw. Kissel, Gefr. Th. Weber, 2. Marine⸗Inf.⸗Regt., Feldw. Brandt, Inf.⸗Regt. 168, sämtlich aus Friedberg. Uffz. d. R. im Res.⸗Inf.⸗Regt. 116 W. Hinderland aus Vilbel. Techniker Konrad Meier aus Bad-Nauheim. Vize⸗ feldw. Abendroth aus Münster, Inf.-Regt. 116. Uffz. d. R. Lind aus Villingen, Inf-Regt. 116. Feld-Unterarzt Ludwig Ewald, Res.-Inf.⸗Regt. 221, und Einj.-Freiw. Uffz. Karl Ewald, Inf.-Regt. 88, aus Hanau.
* Sitzung der Stadtverordneten⸗Ver⸗ sammlung Donnerstag, den 14. Januar 1915 nachmittags 5 Uhr. Tagesordnung: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen. 2. Mitteilungen. 3. Einfriedigung des Militärwohngebäudes an der Kaiser-Allee; hier: Be⸗ freiung von baupolizeilichen Vorschriften. 4. Bewilligung eines Kredits für die Anpflanzung von Bäumen. 5. Fest⸗ setzung der Ausnahmetage im Sinne des§ 139 d und e der Gewerbeordnung. 6. Rechnungsabschluß des Gaswerks für 1913. 7. Rechnungsabschluß des Wasserwerks für 1913. 8. Rechnungsabschluß des Elektrizitätswerks für 1913. 9. Rechnungsabschluß der Straßenbahn für 1913. 10. An⸗ legung von Gärten an der Licher Straße und am Wißmarer Weg. 11. Gesuch des Josef Schweinsberg um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Brandgasse 3. 12. Gesuch des Emil Horst um Erlaubnis zum Ausschank von Kaffee und alkoholfreien Getränken im Hause Burggraben 9(Sol— datenheim)..
Hervorragende Ehrungen wurden dem Ober- lehrer Leonhard, zurzeit Leutn. d. R. im Leib-Inf.⸗Regt. des 1. Bayr. Armeekorps(Mitglied der hiesigen Burschen— schaft Germania) zu teil: Nachdem er schon vor Monaten mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet war, erhielt er anfangs Januar dasselbe erster Klasse, ferner den Bayr. Militär⸗Verdienst⸗Orden 4. Klasse mit Schwer⸗ tern und das Oldenburg. Fr.⸗August⸗Kreuz.
** Verlustliste der 116er. Vom Ersatzbataillon des Inf.⸗Regts. 116 erhalten wir die nachstehende Zu⸗ sammenstellung der Verluste, die das aktive Regiment in den ersten Tagen des Januar bezw. in der letzten Woche des . Jahres erlitten hat:
iegsfreiw. Walter Schreiber, Ulm, tot.— Ersatz⸗Res. Richard Wichrer, Neukirch, low.— Gefr. Peter Schaub, Neukirchen, lvw. Kriegsfreiw. August Noll, Gießen, low.— Musk. Karl Schmidt III., Pfordt, Lauterbach, low.— Res. Wilhelm Heinrich Müller, Gundersdorf, Dillkreis, low.— Res. Karl Riehm, Lollar, low.— Unteroff. Melchior Paulus, Allendorf a. d. Lumda, low.
Unteroff. Johann Andreas Bauer, Dresden, tot.— Gefr. d. R. Johannes König, Griesheim, Darmstadt, tot. Hessen⸗Nassau.
X Hanau, 11. Nov. Der vorgestern dahier verstorbene Rentner Herm. Neuber hat sein gesamtes, etwa 160 000 Mk. betragendes Vermögen der Marien- Kirchengemeinde zu wohltätigen Zwecken vermacht.
X Gelnhausen, 11. Jan. In der Gastwirtschaft von Theodor Ries dahier hantierten einige gegenwärtig im Reserve— lazarett als Krankenwärter tätigen Lazarettgehilsen mit einem Revolver, der sich entlud und die 22 Jahre alte Tochter des Gastwirts traf. Schwer verletzt wurde das Mädchen dem Land— krankenhaus in Hanau zugeführt, in dem es bald nach seiner Ein⸗ lieferung gestorben ist.
Der Begriff der Konterbande,
von dem in diesem Kriege soviel die Rede ist, wird vom Grafen E. Reventlow din einem ausführlichen Aufsatz des„Daheim“ erörtert. Englands heuchlerische Gewaltpolitik offenbart sich auch hier. Es hat früher in der Praxis unentwegt den Standpunkt ver⸗ treten, daß es einerlei sei, ob die für den Feind bestimmte Konter⸗ bandeware unmittelbar in das Land des Feindes gelangte oder auf dem Umwege: vom neutralen Hafen über Land, mit anderen. Worten, ob die Ware durch die Nordsee nach Hamburg gelangt und dort ausgeladen werden soll oder nach Rotterdam und von dort über die holländisch-deutsche Grenze nach seiner deutschen Be— stimmungsadresse. Naturgemäß haben andere Mächte diesen Stand⸗ vunkt anzufechten versucht, wenn schon früher ohne Erfolg. Die britische Suprematie war so groß, daß die neutralen Mächte nicht wagten, diesen Brauch anzufechten. Großbritannien pflegte bei solchen Gelegenheiten zu erklären: wenn es selbst im Kriege neutral sei. so werde es sich ebensogut dieser Konterbandetheorie fügen. In Wirklichkeit hätte sie aber gar nicht auf Großbritannien An⸗ wendung gefunden, da das Inselreich, ringsum vom Meere um⸗ flossen, keine Landgrenzen besitzt und der Fall, daß über neutrale Häfen Konterbande nach England gebracht werden könne, also aus⸗ scheidet. Dann kant die Londoner Konferenz, und hier wurden sich unter schließlicher britischer Zustimmung die Mächte darüber einig, daß die sogenannte bedingte Konterbande im Kriege nicht beschlagnahmt werden dürfe, wenn sie, an eine deutsche Adresse bestimmt, in einem neutralen Hafen ausgeladen werden soll. Nach der Londoner Deklaration würde Holland mithin berechtigt sein. alle Güter bedingter Konterbande frei in seinen Häfen auszuladem und von da an ihre deutsche Adresse gelangen zu lassen. Unter bedingter Konterbande versteht man solche Gegenstände und Stoffe, die nicht notwendig für kriegerische Zwecke bestimmt sind, wohl aber dafür verwendet werden können. Da stehen an erster Stelle Lebens⸗ mittel und Futtermittel für Vieh, Gold, Silber, Papiergeld, Feu⸗
erungsmaterial und Schmierstoffe usw. Eine glatte Entscheidung
wird sich in den wenigsten Fällen treffen lassen. So hat man diese Kategorien, von denen hier übrigens nur einige Beispiele ange⸗ führt worden sind, als bedingte Konterbande bezeichnet. Sie unter⸗ liegen überhaupt der Beschlagnahme nur dann, wenn bewiesen wird, daß sie für den Gebrauch der Streitmacht oder für Verwaltungs⸗ stellen des feindlichen Staates bestimmt sind. Die unbedingte Konterbande umfaßt Güter, die ausschließlich für den Krieg ver wandt werden, also in erster Linie Waffen, Munition, Kriegsschiffe, militärische Ausrüstungsgegenstände usw. Diese werden selbstver⸗ ständlich unter allen Umständen beschlagnahmt, auch wenn sie in einem neutralen Hafen ausgeladen werden sollen. Die Londoner Deklaration hat außerdem eine sogenannte Freiliste aufgestellt, näm⸗ lich Kategorien von Gütern, die unter keinen Umständen beschlag⸗ nahmt werden dürften, weil sie nicht für kriegerische Zwecke ver⸗
wendet werden können. Unter diesen sind in erster Linie angeführt: Baumwolle und Wolle, Kautschuk, Gummi, Erze usw..
Während die Londoner Deklaration während des Krieges in Kraft getreten, so würden wir in Deutschland also Getreide, Futter⸗ mittel, Wolle, Baumwolle, Kupfer, Kautschuͤk usw. über Holland nach Bedarf haben erhalten können. Aber es gehörte zu den „kleinen Einschränkungen“ der Deklaration, von denen die britische Regierung sprach, daß sie ohne weiteres ertlärte, die britischen Kriegsschiffe würden auch Gegenstände der bedingten Konterbande fortnehmen, wenn sie in neutralen Häfen ausgeladen würden. Ferner setzte die britische Regierung die auf der Freiliste befind⸗ lichen Gegenstände, wie Wolle, Baumwolle, Erz usw., auf die Liste der bedingten Konterbande und behandelt seit Beginn des Krieges alle diese bedingte Konterbande wie unbedingte, nimmt also die Waren unter allen Umständen und mit allen Mitteln. Die neu⸗ tralen Nordsee- und Ostseemächte sind so in höchst unangenehme Lage gekommen. Nicht nur, daß ihr Handel über die deutschen Landgrenzen erstickt worden ist, sondern weil Großbritannien ihnen auch die Waren fortnahm, sofern sie für den eigenen Gebrauch, also für holländische, schwedische, norwegische usw. Häfen bestimmt waren.
Märkte.
Gießen, 12. Jan. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,00—1,15 Mt.; Hühner- eier 1 Stück 13—14 Pfa., 2 Stück 00 Pig. Enteneier 1 St. 0 Pfa. 2 St. 00 Pig.: Gänseeier 1 St. 0—0 Pig. 2 St. 00 Pfg.: Käse das Stück 7—8 Pjig., Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1.00— 2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Gänse das Pid. 65—75 Pig.; Welsche 4—5 Mk., Ochsenfleisch das Pfd. 86—96 Pfg., Rindfleisch das Pfund 90—94 Pfa., Kuhfleisch 8)—90 Pfg., Schweine- fleisch das Pfund 90-106 Pig, Kalbfleisch das Pid. 80 8 Pfg., Hammelfleisch das Pfund 70—90 Pig. Kartoffeln 100 Kilo 7,00— Mk., Weißkraut das Stück 10—20 Pig. Zwiebeln der Ztr 12,00— 15,00 Mk.: Milch das Liter 22 Pfg.: Aepfel der Zentner 15—20 Nik.: Birnen das Piund 12—15 Pig., Nüsse 100 Stück 40—50 Pig.— Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.
fe. Fraukfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 11. Jan. Auftrieb: Rinder 15417(Ochsen 257, Bullen 48, Kühe und Färsen 1222, Kälber 360, Schafe 105, Schweine 2537.
Tendenz: Rinder lebhaft, geräumt, Kälber gedrückt, Schweine gedrückt, Ueberstand. Preise für 100 Pid.
Lebend- Schlacht-
Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk. wesles, 1— 7 Jahre alt. 5462 100-10 die noch nicht gezogen haben(ungejochte) 49—53 90—98 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere a 45—48 83—90 Bullen. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 50—53 8590 Vollfleischige, jüngere JJJJTCFCFVTCCC 80—85 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 50—53 90 95 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht- wertes bis zu 7 Jahren 44—48 82—86 Wenig gut entwickelte Färfsen 40-44 77-85 Mäßig genährte Kühe und Färsen.. 38—42 70—78 Gering genährte Kühe und Färsen. 30—35 60—70 Gering genährtes ee(Fresser). 2 8 50—60 älber. Mittlere Mast-⸗ und beste Saugkälber.. 46—50 78—85 Geringere Mast- und gute Saugkälber.. 40—44 68—75 Schafe. Stallmastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel. 44—00 96—00 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 65.00-67.50 83.00 85.00
Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht. 1 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendge wicht Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebend gewicht. 66.00-67.50 83.00-85.00 se. Frankfurt a. M., 11. Jan.(Orig.-Telear. des„Giez. Anz.“) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen(hiesiger) Mk. 27.65—00.00, Kurhessischer Mk. 27.65 09.00, Wetterauer Mk. 00.00— 00.00, Roggen(hiesiger) Mk. 23.65 00.00, Gerste Mk. 23.50— 00.00, Hafer Mk. 23.00— 30.00, Mais Mk. 00.00 bis Mk. 00.00. Weizenmehl 0 Mk. 44 45.00, Roggenmehl 0 Mk. 37.5038, Kleie Mk. 00.00 00.00, Weizenschalen Mk. 00.00 bis 00.00 Biertreber Mk. 20— 20.50. Frucht⸗ und Futtermittel Mk. 15.00. Alles per 100 kg ohne Sack). Die Preise verstehen sich ab Station zuzüglich der gesetzlich zulässigen Provision. se. Frautfurt a. M., 11. Jan.(Orig.⸗Telegr. des Anzeigers“) Kartoffelmarkt. Man notierte: in Waggons Mk. 7,00- 8,00, im Kleinhandel Mk. für je 100 kg.
Meteorologische Beobachtungen der Stalin Flehen.
64.00 66.00 80.00—82. 00 66.00—67.50 83.00—85.00
„Gießener Kartoffeln 8,00— 9,00
2 8* 2 8 Jan. 3 8 3 S8 S— 3 2. 2 S— Wetter 1515 f 8 53 S5 2 7 88 S 5 8 7 ö 112 733,1 52 58 87 2 9[Bew. Himmel 11./ 738,1 38 5,6 92 210 Bed. Himmel 12. 1 736,4 3.4 5,3 91 2 3 3 ö 0 ö 6
ö ö Höchste Temperatur am 10. bis 11. Januar 1915= 5.5 Niedrigste 4 5 3 1915= 0,6 Niederschlag: 4,7 mm.
Sie erweisen unseren tapferen Soldaten im Felde
eine Wohltat,
wenn Sie bei Liebesgabensendungen 1—2 schachteln Fays ächte Sodener Mineral Pastillen beifügen.
444s8
kung der Luft⸗ und Atemwege vor und unterdrücken bereits entstandenen Husten, heiserkeit und verschleimung im Ueime.
Dadurch beugen Sie mancher schweren Erkran⸗


