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Eerschenn täglich mit Ausnahme des Sonntags.
wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗
5 2 2 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen a Universitäts- Buch- und Steindruckerei.
Die„Siegener Familienblätter“ werden dem R. Lange, Gießen.
„Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das Schritle äitss Druckerei: Schul ⸗
„Kreisblatt für den Areis Gießen“ zweimal Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Sch
— GSebgneral⸗ Anzeiger für Oberhessen . ů—?——efññ——— U U— kEä.ů„dö'. ñrðv—.—
straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S851, Schrift ⸗
die Uriegspolitit Beneditts XV.
Der Vorschlag Benedikts XV., die 1 5 4 Kriegsgefangenen auszutauschen, ist der dritte Versuch des Papstes, sein geistliches und weltliches Ansehen in die Wag⸗
schale des Weltkrieges zu werfen. Sein erster Schritt war jene Kenzyllika, die das Datum des 8. Septembers, des 1 7 5 von Mariä Geburt trug und allerdings erst am 16. No⸗ vember vorigen Jahres veröffentlicht wurde. Darin er⸗ b Härte das Oberhaupt der katholischen Kirche, nichts unter⸗ lassen zu wollen, was das Ende des furchtbaren Krieges herbeiführen könne: a 1„Wir ollen diefenigen, welche die Völker regieren, bitten und beste. cen, daß sie alle ihre Streitigkeiten beilegen zum Wohle der menschlichen Gesellschaft. Mögen sie bedenken, da schon zuviel Trauer und Elend das Leben der Sterblichen be⸗ . als daß es notwendig wäre, noch mehr Trauer und
‚ hinzuzufügen.“
* Aber dieser Friedensruf, diese Kriegsbeschwörung des V. Papstes verhallte. Zum Weihnachtsfest hat Benedikt XV. dann abermals seine Stimme über die Welt 7 7 lassen. Er schlug einen Waffenstillstand vor. Aber dieser scheiterte an der Gleichgültigkeit der Russen. Ja, unsere
Ge im Westen benutzten sogar die Gelegenheit, um nächtlich über die„sentimentalen“ Weihnacht feiernden Deutschen herzufallen. Es ist ihnen, den Engländern und Franzosen, übel genug bekommen. Und diese schnöde Ant⸗ wort auf die menschlich ergreifende Christbitte des Papstes
ist auch im Vatikan nicht ohne Wirkung geblieben. Bene⸗
dikt XV. war schon von Beginn des Krieges an dem Drei⸗ verband nicht allzu hold. Vom„Osservatore Romano“ 16 Tresse bis zu i 5 0 Blättern 1 katholischen Presse wur utli verste gegeben, daß der Papst einen Sieg der Feinde Deucschlands und Oesterreichs schwer⸗
lich wünschen kann, da er ganz genau weiß, wer die An⸗ greifer und wer die Ueberfallenen sind. Nun, da Bene⸗ dikt XV. sich unmittelbar an Wilhelm II. mit seinem neuen Vorschlag wendet, wird es offenbar, daß zwischen dem Papsttum und dem um seine Existenz und Zukunft ringenden Deutschen Reiche Fäden der Sympathie und Freundschaft geknüpft sind, wie sie unsere Gegner, England und Frant⸗ reich, kürzlich mit ihren gleißnerischen diplomakischen Schritten vergeblich zu knüpfen bemüht waren. Die jahr⸗ zehntelangen Bemühungen Wilhelms II. mit dem Vatilan
auf eine Grundlage herzlicher Verständigung zu kommen, tragen jetzt segensreiche Früchte. Um deren Wert deutlich erkennen, braucht man nur das jetzige Verhältnis Deutschlands zum Papsttum mit der Lage im Kriege vor 44 Jahren zu vergleichen. Damals fiel die französische Kriegserklärung an Deutschland fast auf den nämlichen
Tag zusammen wie die 1 18 des Unfehlbarkeits⸗ dogmas, auf den 18. und 19. 1 1870 Die Verkündung
jenes Dogmas war unzweifelhaft auch eine Kriegserklä⸗
N rung, vornehmlich gegen Deutschland gerichtet. Sie sollte 8 wie die französische zunächst die„Revanche für Sadowa“ 3 bedeuten, die Vergeltung dafür, daß Deutschland es wagte, seit 1866 seiner Einheit und Macht mit Riesenschritten f zuzustreben. Frankreich glaubte seine angemaßte Vor⸗ macht in Europa, der Papst seine weltliche Herrschaft in Kürze vernichtet, wenn die protestantische Großmacht Preußen sich an Gebiet, Macht und Ansehen vergrößerte, obendrein in natürlicher Interessengemeinschaft mit Italien, das mit elementarer Naturnotwendigkeit der
Hauptstadt Rom zustrebte. Und noch jahrelang herrschte im ( /// A
Heute ein gänzlich verändertes Bild. Der Papst sieht in Deutschland nicht den Feind, sondern den Erkämpfer und den Hort des künftigen Friedens. Er wendet sich an den Deutschen Kaiser als an einen Freund des Friedens, der freventlich zum Kampfe herausgefordert wurde und der auch im Kriege nicht vergißt, daß Menschlichkeit und Ver⸗ nunft über Streit und Haß zuletzt doch siegen müssen. Die Absichten Benedikts XV. sind menschlich echt und wahr haft christlich. Aber man darf nicht vergessen, daß solche Absichten schöne Wünsche bleiben, wenn sie nicht durch poli⸗ tischen Einfluß und politische Macht verwirklicht werden. Man darf nicht vergessen, daß das Papsttum nicht nur ein geistlicher Kulturfaktor, sondern auch in dieser Welt der harten Tatsachen ein politisches Moment sein will und muß. In seiner ersten Kriegsenzyllika hat es Benedikt XV. deut⸗ lich ausgesprochen:„Die Völker mögen wissen, daß baldige ee dem Papste sehr angenehm und ehr erwünscht wären, da er während dieser großen Ver⸗ wirrung der Dinge sich den größten Schwierigkeiten auch in der Ausübung seines apostolischen Amtes gegenüber⸗ sieht.“ Der Vatikan vertritt also auch sein eigenstes Inter⸗ esse und er wird es in den Friedensschlüssen wieder ver⸗ treten. Da aber der Vatikan diesmal in verdienstvollster Weise für Frieden, Versöhnung und Menschlichkeit kämpft, werden die Völker, und besonders Deutschland, den päpst⸗ lichen Abgesandten einst nicht die Türe des Friedens⸗ kongreßsaales weisen können.
(WTB.) Rom, 4. Jan.(Nichtamtlich.) Wie das„Gior⸗ nale d'Italia“ erfährt, hat der Heilige Stuhl auf seine An⸗ regung betreffend den Austausch kriegsuntauglicher Gefange⸗ ner von Deutschland, England, Oesterreich, Rußland, Montenegro, Serbien und der Tür ke i günstige Antworten erhalten. Frankreich ließ heute durch Vermittlung des b chen Vertreters am Heiligen Stuhl seine Zustimmung ossi ö; zu erkennen geben. Die offizielle Antwort Frankreichs wird für heute abend erwartet.
Ein kleines Erlebnis ars dem Schützengraben einer
Kompagnie eines banerishen Jnfanterie⸗Regiments.
Unteroffizier der Landwehr Bau m, zurzeit verwundet im Lazarett Hohenlychen, ein Leser unseres Blattes, hat seinen Angehörigen folgendes hübsche Erlebnis mitgeteilt, das sicher auch in weiterem Kreise Interesse und Beifall finden wird: 9
Die hereinbrechende Nacht lief die feindlichen Schützengräben nur in schattenhaften Umrissen erkennen. Wir lagen etwa 60,70 Meter vom Feinde entsernt und hatten Befehl, nur auf Kom⸗ mando des Kompagnieführers zu schießen.
Dieses langweilige 3 war nichts für meine marsch⸗ gewöhnten tatkräftigen Kamera— Manch einer kämpfte mit verzweifelter Energie gegen den heimtückischen Schlaf, während des Anderen Gedanken wohl traurig nach der Heimat schweiften, in stillem, wehmütigem Gruß,
Doch gar bald hatte der gesunde Humor, der uns so oft sckon über Strapazen und Entbehrungen hinweggeholfen, wieder die Oberhand über Müdigkeit und Wehmut, und unter Scherzen logen leere Bierflaschen und Steine hinüber in die feindlichen Gräben. Der Empfang dieser Sendungen wurde dann stets von den Franzosen mit einem wütenden Hagel von Geschossen be⸗
die andere ließ dem Gottesdienst
der
Majestät
Kaiser; auf der Seite waren zwei andere Plattformen für Stab und Gefolge, und auf der rechten Plattform hatte ich meinen Sitz. Auf allen Plätzen lag ein Feldgesangbuch für die evange⸗ lischen Mannschaften des deutschen Heeres. Während wir eine halbe Stunde auf den Kaiser warteten, ging Hofprediger Goerns vor dem Altar auf und ab. Sein Gesicht war sanft, doch hat er die Stimme eines Kriegers. Ueber seiner schwarzen Toga trug er einen grauen Militärrock. Nun kam der große Augen⸗ blick: wir hörten draußen Rufe und das Hupen der Kraftwagen; dann wurde es in der Kirche ganz still; alles stand da, die rechte Hand zum Gruß erhoben; der Trompeter nahm dem Prediger den Militärrock ab, wir hörten den langsamen Schritt eines Mannes, der den hölzernen Mittelgang entlang kam. Der Kaiser ging auf die mittlere Plattform, nahm den Helm ab, und nun nahm alles in der Kirche ebenfalls die Kopfbedeckung ab. Während er auf seinen Stuhl zuging, kam der Pfarrer lächelnd vor und schüttelte ihm die Hand. Wir blieben stehen, bis der Kaiser sich setzte, und während des Gottesdienstes folgten wir ihm in allem: stand er, so standen wir auch, und wenn er saß, saßen wir ebenfalls. Der Kaiser sang die Kirchenlieder laut mit, oft ohne in den Text zu sehen. Während der Gebete stand er, die Augen geschlossen, den Kopf ein wenig geneigt. Seine Haltung war die erhabener Frömmigkeit, und wenn man den festgeschlossenen Mund und den Ausdruck der Versunkenheit in seiner ganzen Haltung sah, mußte man sagen: das ist ein sehr frommer Mann. Während der Predigt suchte ich in seinem Blick Niedergeschlagenheit oder Selbstgenügsamkeit, Stolz, An⸗ maßung oder sonst was zu lesen, allein ich konnte die Maske seines Ernstes nicht durchdringen. Die Predigt war über eine auf den Krieg bezügliche Paulusbriefstelle. Der Prediger ehrte Paulus als Kameraden und Krieger: Paulus war ein guter Soldat, zwar nicht mit dem Schwerte, wohl aber mit der Zunge. Die Predigt endigte folgendermaßen:„Als der Krieg über unser Land kam, sprach Gott zu Deutschland: Soll ich in dieser Prü⸗ fung mit Euch sein? Werdet Ihr diesen Krieg mit mir oder ohne mich führen? Und die Stimme eines ganzen einigen Volkes trug zu dem großen Führer die Worte:„Mit Dir, o Vater, mit Dir, in dieser unserer schweren Aufgabe..— Alles, was der Prediger sagte, wurde in dem Hymnus zusammengefaßt, den die 2000 nach der Predigt sangen, in dem altniederländischen Daunkgebete:„Wir treten zum Beten.“ Es wurde in einer Art gesungen, die seine kurzen kräftigen Worte wie das Rühren von hundert Trommeln wirken ließ. Der Gesang schwoll zu einem begeisterten Finale an, dann wurde der Segen gesprochen, und ein stilles Gebet folgte. Als die Stille vorüber war, ging der Preidger vom Altar auf den Kaiser zu und drückte ihm die Hand. Nun drehte der Kaiser sich um Gerade, wie er von der Plattform heruntergehen wollte, grüßte er und sagte: Guten Morgen, Kameraden! Und mit einem Ruf, von dem die eisernen Träger erzitterten, antworteten 2000 Stimmen: Guten Morgen,
Englische Bekenntnisse zu deutscher Wissenschaft.
a ein Trompeter und von Kavallerieregimentern. Vor
Die Lorbeeren jenes unfreiwilligen, französischen Humoristen,
. Dar. 5 CC..:.:... dem Altar war eine Plattform mit einem Armstuhl für den;
Als Gruppenführer lag ich in der Mitte meiner Gruppe, rechts und links von mir je vier Mann. Plötzlich nun glaubt einer von den Vieren rechts, etwas zu bemerken, was unbedi 1 auf Feinde in liegender Stellung zurückzuführen war. Ich kon trotz größter Anstrengung meines Sehvermögens nichts Ve dächtiges wahrnehmen. Die überangestrengten Sinne hatten wo meinem braven Bayer einen Streich gespielt.— Da, mit ei Mal krachte rechts von mir eine Salve und ehe ich es hind konnte, auch eine zweite und dritte. Einer der vier Leute h gegen den Kompagniebefehl„Feuer“ kommandiert und gl darauf hörte ich ihn in seinem bayerischen Dialekt leise sagen „Wenn ich jetzt bis drei zähle, dann springen wir aus de Graben, holen uns jeder einen Franzosen und ziehen ihn, einmal die Hosen stramm.“ 5
Gesagt, getan. Kaum war das letzte„drei“ verklungen da kletterten auch schon vier dunkle Gestalten blitzschnell 8 dem Graben heraus und stürzten sich, in dem Bestreben, j seinen Franzmann zuerst einzufangen, in blindem Eifer den Feind.
Dieser Feind entpuppte sich jedoch ber näherer Betra als einige Rollen Stacheldraht, an denen die Seitengew. abprallten, wobei unsere vier Helden kopfüber in den feind⸗ lichen Schützengraben stürzten. 8 „Den Mutigen hilft Gott!— Auch unsere vier Herei fallenen hatten Glück. Der Schützengraben des Feindes leer. Die Franzosen hatten ihn, wohl aus Furcht, von überrumpelt zu werden, geräumt und in einem zweiten, rüc wärtsgelegenen, Stellung genommen. Meine vier Bayern a traten kräftig fluchend den Rückzug an und wurden von un mit einer dröhnenden Lachsalve empfangen. 1
Der Vorfall kam zu Ohren des Herrn Batl. Chefs, m einige Tage später wurde dem Anführer der tapferen au gänger für„ganz besonderem Mut vor dem Feinde“ das Eisern Kreuz verliehen. Diese Auszeichnung wurde von der gan Kompagnie bei der ersten Ortsunterkunft mit echtem fran sischem Wein gebührend gefeiert.
Candwirtschaft.
Gemeindeweise Einführung von Saatgut. Wie seither, so unterstützt der Landwirtschaftskammer⸗Ausschu für Oberhessen auch in diesem Jahre den Bezug von Saatgut au den Hessischen Saatbaustellen in der Weise, daß er die Vermittl des Saatgutes übernimmt und Zuschüsse bis zu 15 Prozent Ankaufspreise gewährt. Die Vermittlung erstreckt sich auf So merweizen, Gerste, Hafer und Kartoffeln. Im Interesse der Volksernährung erscheint es unb erforderlich, daß die Aussaat im Frühjahre so umfangreich wi möglich, vorgenommen wird. Um hierbei die Landwirte zu unter stützen und ihnen den Bezug des Saatgutes zu erleichtern, ha der Landwirtschaftskammer⸗Ausschuß einen erheblich größeren Geld betrag für Zuschußgewährung bereitgestellt und empfiehlt drin gen 88 von der gebotenen Gelegenheit ausgiebigsten Geb zu machen..
Saatliste und Bezugsbestimmungen sind in Nr. der Hessischen landwirtschaftlichen Zeikschrift veröffentlicht und können auch von Landwirtschaftskammer⸗Ausschuß für Oberhessen in Gießen en⸗ los bezogen werden. 1 g
Da vom 20. Januar ab sich die Preise erhöhen dürften, es ratsam, die Bestellungen alsbald bei obiger Stelle zu bewir
Kirchliche Nachrichten 8 Evangelische Gemeinde.
Morgen, Mittwoch, den 6. Januar, abends 8 Uhr: Kriegs- betstunde in der Johanneskirche. Pfarrer Aus sel d.
Daubringen: Mittwoch, den„6. Januar, abends 8 Ubr: Kri betstunde. Dekan Guß man
schaft und Dichtung noch nie etwas Selbständiges zu scha vermocht hätten, haben den Assyriologen der Universität Oxfo den Reserend Archibald H. D. Say ce, nicht ruhen lassen. einem Briefe an die„Times“ hat er sich gedrängt ge gelassen das große Wort auszusprechen, eine deutsche Wiss schaft gebe es überhaupt nicht. Auf dem Gebiete der Dich will Herr Sayce Goethe allerdings gelten lassen; Schill ihm nur ein verwässerter Byron; im übrigen bestehe die T keit der deutschen Wissenschaft nur im Sammeln von Ta und im Austüfteln von Theorien. Auf dem Gebiete der er Wissenschaften, auf denen der Assyriologe offenbar besonders zeid wissen muß, habe Deutschland überhaupt versagt, Männern, wie Laplace und Newton, Darwin und Pasteur, Deutschland ebenbürtige Geister nicht zur Seite zu stellen. Euler und Leibniz, von Gauß und Helmholtz, von Virchow! und Koch hat der Reverend offenbar noch nichts gehört. nimmt er bescheidentlich als Schotten in Anspruch, und Hei für den er auch etwas übrig zu haben scheint, will er we seiner jüdischen Abkunft nicht der deutschen Literatur beizähl Soweit Herr Sayce. Nun, jeder blamiert sich, so gut er und in Deutschland können diese Auslassungen des Oxfo Herrn nur an das gute alte Goethewort erinnern: spotten selbst und wissen nicht wie Erfreulich ist aber doch 1 in England der gesunde Menschenverstand durch die egshystet noch nicht ganz vernichtet worden ist. Die Offenbarungen Oxforder Assyriologen sind doch selbst englischen Gelehrten ü die Hutschnur gegangen, und die„Times“ haben verschiedene kr tige Zurückweisungen der Weisheiten des Mr. Sayee veröffentl müssen. So hat der klassische Archäologe der Universität O Mr. Perey Gardner, das Wort ergriffen, um öffentli⸗ erklären, daß die Dankesschuld Englands an Deutschland auf Gebiete der Wissenschaft ungeheuer groß sei. Herrn Sauce g er ironisch zu verstehen, daß das Verbot, Schulden an feindlie Gläubiger zu bezahlen, sich nicht auch auf geistige Schuld beziehe, und die„wilden Theorien“ seines assyrischen Koll wies er entschieden ab. Mit dieser Stimme vereinigte sich des Professors Bather, der Geologe am Naturgeschichtl 8 Museum in London ist. Dieser wahrte die Ehre der eng schen Naturforscher, indem er bekannte, wie viel Dankbarkeit deutschen Arbeit schuldeten. Daß die Deutschen nicht die schaften der Franzosen, der Engländer oder der Russen be — ein besonders geistvolles Argument, dessen sich Professor bedient hatte—, das sei ja richtig, aber sie hätten durch besonderen Eigenschaften die Welt reicher gemacht, und das kön gottlob kein Professor der Welt ungeschehen machen. Wenn Friede wiedergekehrt sei, so werde auf dem Gebiete der Wissens jede ehrliche Arbeit willkommen sein: und wenn irgend wo Genie aufstehe, so würden kluge Menschen nicht nachschnüf welchem Volke sie den Dank dafür schuldeten. 2 Das alles sind ja Selbstverständlichkeiten. Uns Den kann es völlig gleichgültig sein, ob irgendwo ein Hohlko Existenz der deutschen Wissenschaft, Dichtung und Kunst in stellt. Die Engländer aber mögen Männern, wie Professor ner und Professor Bather, danken, daß sie sie davor behüten, ganz und gar zu Narren zu machen. 5 0
der der Welt die große Wahrheit verkündete, daß deutsche Wissen⸗


