taglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sießen“ zweimal wöchentlich. Die„randwirtschaftlichen zeit⸗ ftagen“ erscheinen monatlich zweimal.
Kirche und Schule.
785 Dr. v. Schulte 7. Am 20. Dezember verschied in Obermais bei Meran im Alter von 87 Jahren der Geh. Justizrat Prosessor Dr. Johann Friedrich v Schulte(Bonn), ein hervorragender Kirchenrechtslehrer(seit 1872 auf dem Lehrstuhl in Bonn), in weiteren Kreisen bekannt ge— worden durch seine Führerstellung in der altkatholischen Bewegung und durch seine Beziehungen zu Bismarck. Schulte stammte aus Winterberg i. W, promovierte 1851 in Berlin und führte sich 185 als Privatdozent für Kirchenrecht in Bonn ein. Von 18741 7. war er Mitglied des Reichstages als Vertreter des Wahlkreises Fuisburg. 1906 wurde Prosessor Schulte von seinen amtlichen ichten entbunden und zog sich auf seinen Ruhesitz in Obermais bei Meran zurück. Der Schwerpunkt semer wissenschaftlichen Ar- eigen liegt in den Forschungen zur eschichte der Quellen des katholischen Kirchenrechts. Es sei besonders hingewiesen auf seine 5 srundlegenden Werke auf dem Gebiete der Dogmatik und der Ge— hichte der ka tholischen Kirche.(Verleger seiner äußerst zahlreichen Verössentlichungen war und blieb Emil Roth in Gießen.) An Schultes E Arbeiten schließt sich ein Werk an, das ein großes Publikum sand und wiederholt aufgelegt wurde: Die dreibändigen„Lebenserinnerungen“(1908 und 1909). Sie bilden 5 nen wichtigen Beitrag zur inneren Entwicklungsgeschichte Preußen— Ae und Oesterreichs wahrend der letzten Hälfte des vorigen 75 8 *
hrhunderts. Den Höhepunte dieser Lebenserinnerungen bildet die Darstellung der Begegnung mit dem Fürsten Bismarck während des Konflittes mit der römischen Kirchengewalt.
75 Aus Stadt und Land. 1 5 Gießen, 2. Januar 1915. SBDBDeer Gießener Landsturm in Feindesland.
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Auf den mit Friesen, Oelbildern und Gipsabgüssen ge⸗ 1 en Korridor des ersten Stockwerks im prächtigen, vlä⸗ üschen Stil zeigenden Hotel de Ville der Stadt V. drängten sich eine Stunde früher als sonst die Ordonnanzen der verschie⸗ denen, in der Stadt liegenden Truppenteile und Formationen zum abendlichen Befehl empfang. Der allgemeinen Ungeduld, den n Tagesdienst bald hinter sich zu haben, kam die Etappen⸗Kom⸗ mandantur gern entgegen, war es doch dor Heilige Abend, den würdig auch in Feindesland zu begehen das deutsche Gemüt verlangt. Pünktlich zur festgesetzten Zeit öffnete sich die hohe Flügeltür und ließ den Schwarm der Harrenden in das nicht allzu geräumige Geschäftszimmer, wo ein ständiges Kommen und sen von Militär⸗ und Zivilpersonen herrscht und Bescheini⸗ igen und Anweisungen aller Art ausgestellt werden. Aus der en Tapete schaute wie auch sonst ein wandfüllendes, dramatisch degtes Gemälde von Auvray— die ruhmlose Heimkehr eines altrömischen Kriegers darstellend— in breitem Goldrahmen zwte⸗ fach in das Gewimmel der 1 und Blauen, zum zweiten. Male aus dem hohen Spiegel über dem schwarzen, graugeäderten Marmorkamin. Das Diktat des Vertreters der Kommandantur umfaßte nur wenige Punkte, außer Bekanntgabe der Offiziere von Ortsdienst und Ronde eine Beförderung und den erneuten Hinweis, daß der städtischen Bevölkerung am ersten Weihnachts⸗ ag der Verkehr auf der Straße zum Besuch der Frühmette aus⸗ nahmsweise schon von 5½ Uhr früh an freigegeben sei. Die 1 5 5 der Mitschreibenden flogen nur so übers Papier, dann klappten die Notizbücher, und einander„Frohe Weihnacht!“ wün⸗ schend, trennten sich die Befehlsempfänger. Auf den Straßen ging es lebhaft genug zu. Allerdings bil⸗ deten die„citoyens“ beim abendlichen Bummel die Minderheit. so eiliger hatten es die frischen Gesichter unter den schwarz⸗ * blau⸗weißen, rot⸗weißen Kokarden. Lockte auch aus den dunklen Fensterreihen der Häuser kein verheißungsvoller Lichter⸗ schein, kein Kerzenschimmer: das deutsche Herz aus Nord und Süd war voller N und Heimatsehnen und ruhte eher, bis es in den Kasernen oder auf den verschiedenen wachen im Kreise der Kameraden einen Ort fand, der der hlichen seligen Weihnachtszeit zu Ehren mit ragenden Tannen er Kerzen und Christbaumschmuck, mit dunklem Grün und deut⸗ n Farben aus dem nüchternen Grau des Wintertages herausge⸗ en war. Hier im Etappengebiet durfte ja der Weihnachtsabend st seinen tröstlichen Zauber entfalten, anders als in der ont, wo vielfach der 23. Dezember seine Rolle übernehmen
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allgemeinen N ö n worden— erschfenen und hielt an Hand des Lukas⸗ 0 von der Geburt des Weltheilandes eine tirchliche bekannte liebe Weisen unter Begleitung der agen und umrahmt war. Dann folgte die mitten im fremden Land eine„richtig⸗ mit allerlei Ueberraschungen, wie es sich 5 e Kinder gehört. Jeder Mann bekam— i 2 e e 5 5 ein änglicheres und ein kleines. geheimni es Palet, von sorglicher Hand in der Heimat unter swünschen für die braven Krieger selbst gepackt f Vereinen, Kränzchen, Schulen zusam⸗
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105. Jahrgang
ießener Anzeiger
General⸗Anzeiger für Oberhessen
Samstag, 2. Januar 1015
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗
straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: 851, Schrift⸗
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sen und Karten ermittelt und dem geäußerten Wunsche nach einer Empfangsbestätigung baldigst entsprochen! Ja, tausend Dank der Heimat, die ihren Söhnen in all ihrer Schöne und Treue so rührend vor Augen trat! Wir werden's ihr nie vergessen und hier vor dem Feind wie auch in künftigen Tagen wieder vereint mit den heute so wehmütig vermißten Lieben daheim, zu lohnen suchen. Treue um Treue! Eingeschlossen in diesen Dank seien auch all jene, die ihre Weihnachtsgaben schon vor dem Fest an eine bestimmte Adresse gelangen ließen: Groß und klein, reich und arm, Privatperson und Verein, alle nach bestem Vermögen und Können. Dank auch dem Kreisko⸗ mitee für Rotes Kreuz und Kriegshilfe(Gießen) und der Stadt Gießen für den sinnigen Weihnachtsgruß„an ihre tapferen im Felde stehenden Beamten, Bediensteten und Arbeiter, verbunden mit den besten Wünschen auf eine baldige gesunde Heimkehr!“ Ein Heer und ein Volk, so miteinander verbunden, sind wahrhaft unüberwindlich. Die deutsche Weihnacht, die in dem altgermanischen Glauben an den endlichen Sieg des Lichtes über das Dunkel, des Guten über das Schlechte wurzelt, wird nie zuschanden werden.
An die Feier der Landsturmmänner, die die Bahnhofswache in V bilden, schlossen sich dort ähnliche der Eisenbahner, der Krankentransportabteilung, der Erfrischungsstelle der Stadt Köln u. a., bis sich die große Runde in eine Reihe kleiner Freundes⸗ kreise auflöste, in denen bei einem Glase Rotwein und den blauen Rauchwölkchen noch besonders verausgabter Zigarren und Zigaretten Bilder der Heimat heraufbeschworen wurden, die sich schließlich zu dem einen allumfassenden Wunsche formten: Näsch⸗ stes Jahr wieder in Frieden zu Hausel!
*
* Ritter des Eisernen Kreuzes. Baurat Lud⸗ wig Klump, Oberleutnant, Kunstmaler Robert Klum p, zurzeit Offizierstellvertreter und Bataillonsadjutant im Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, Dr. Willi Klump, zurzeit Oberveteri⸗ när im Osten, aus Darmstadt. Kriegsfreiwilliger Ballon⸗ führer Berthold Jessel aus Weilburg. Landsturmmann Gustav Groitzsch aus Weilburg, Hess. Landsturm-Bat. 4. Unterzahlmeister Emil Frink aus Diez, Res.-Inf.⸗Regt 65. Unteroffizier d. Res. August Meyer aus Langenscheid (Unterlahnkreis), Fußart.⸗Regt. 3. Freiherrlich Riedeselscher Brauereibuchhalter Burg, zurzeit Vizefeldwebel im Inf.⸗ Regt. 222, in Lauterbach. Feldwebelleutnant Feyh aus Lauterbach. Vizewachtmeister Wilhelm Alles, Res.⸗Drag.⸗ Regt. 4. Unteroffizier Wilhelm Lehr und Gefreiter Ludwig Hartmann, Inf.⸗Regt. 168, aus Nieder-Florstadt. Ober⸗ leutnant Gissot, früher an der Weilburger Unteroffizier⸗ Vorschule. Hauptmann d. L. Heinrich Seibert aus Wetz⸗ lar, Landwehr⸗Ersatz⸗Bataillon 81. Karl Hain bach aus Lauter. Vizefeldwebel Karl Kühn aus Ettingshausen, Inf.⸗ Regt. 168. Unteroffizier Ludwig Scharmann aus Butz⸗ bach, Inf.⸗Regt. 88. Hauptmann Domizlaff vom Inf.⸗ Regt. 168 in Friedberg. Friedrich Kreuder aus Schwal⸗ heim. Vizeseldwebel Karl Roßbach, Res.⸗Inf.⸗Regt. 83 Feldwebel Heinrich Dörr aus Grebenhain, 2. Thüringischen Fußart.⸗Regt. 18. Bauführer Heinrich Flach von Wenings, Unteroffizier im Reserve⸗Inf.⸗Regt. 116.
** Einem Briefe aus Amerika, den uns der Empfänger, ein Gießener Bürger, zur Verfügung stellt, entnehmen wir folgende Stellen:
„Ihr habt keine Idee, wie die Zeitungen hier nochim⸗ mer voller Lügen sind, es ist ganz schrecklich. Das läßt sich wohl nicht anders erwarten, denn alle Neuigkeiten kommen von England, Frankreich oder Rußland, sehr wenig kommt direkt von Deutschland, und wenn etwas von Deutschland kommt, sagen die Zeitungen, daß sie nicht für die Wahrheit einstehen können! Das beste, was wir in dieser Hinsicht bekommen, ist von Leuten, die von draußen kommen, oder aus Briefen, die von draußen kommen. Die lächerlichsten Sachen stehen in den Zeitungen. Die Deutschen verlieren immerzu. Wenn wir alles zusammen rechnen wollten, was die Deutschen schon an Truppen verloren haben, das würde mehr ausmachen wie die ganze Bevölkerung im Deutschen Reich. Diese Woche sagte ein Bericht von England, daß die Deut⸗ schen so viele Leute jeden Tag verlieren, daß sie schon ganz mutlos sind und um Frieden gebeten haben. Nur hin und wieder hören wir etwas zugunsten der Deutschen. Gerade eben ist eine Zeitung herausgekommen, in welcher gesagt wird, daß die Deutschen 80 000 Russen gefangen haben. So sollen die Deutschen nur da⸗ Fern a.
Der Briefschreiber, der in Oakland, Kalifornien, wohnt, schließt mit der Bitte um neue Zeitungen. Man sieht aus dem Schreiben, das aus der jüngsten Zeit stammt, daß nichts falscher ist, als in der Aufklärungsarbeit zu erlahmen. Als typisch wird man die in dem Briefe gekennzeichneten Zustände nicht gerade ansehen können, da namentlich in Zentralamerika und dem Südosten der Vereinigten Staaten die Wahrheit schon mehr durchgedrungen üst, aber das Schrei⸗
ben zeigt, daß der Aufklärungstätigkeit immer noch dank⸗
bare Aufgaben harren.
* Vierzigjähriges Dieustjubil a m. Gestern be⸗ ging Herr Bautechniker Fr. J. Altvater in voller körperlicher und geistiger Frische sein 40 jähriges Dienstjubiläum als Beamter der Stadt Gießen. Am 1. Januar 1875 trat er beim Stadtbauamt ein, wur. 1. Gehilfe desselben und blieb in dieser Eigenschaft auch am städt. Hochbauamt nach der am 1. Januar 1903 erfolgten Teilung des Stadtbauamts in ein Hoch- und ein Tief⸗ bauamt. Der Jubilar war während der Amtszeit des Bürger⸗ meisters Bramm, der Oberbürgermeister Gnauth, Mecum und Keller sowie der Stadtbaumeister Stief, Schmandt und Gerbel im Dienste der Stadt tätig. Mit großer Energie allerzeit den Fort⸗ schritten der Technik folgend, hat er am Erporblühen der Stadt und an der Ausführung ihrer Bauten regen Anteil genommen. Anläßlich seines 25jährigen Dienstjubiläums wurde ihm vom Groß⸗ herzog das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß⸗ mütigen verliehen.— Feier des Tages hatten die Mitarbeiten des Hoch⸗ und Tiefbauamts das Amtszimmer und insbesondere den Arbeitstisch des Jubilars reich geschmückt. Möge es ihm ver⸗ gönnt sein, noch eine Reihe von Jahren im Dienste der Stadt Gießen zu wirken.. 1
n Die Ohrfeigen im Schützengraben. Das 15. Armeekorps hat jetzt auch seine Kriegszeitung. Einer unserer Leser teilt uns aus der Nummer vom 14. Dez. ein kleines Stimm ld mit, das zwar auf wohlgesetzte Rede⸗ form keinen Anspruch macht, aber trotzdem manch zustim⸗
mendes Schmunzeln erwecken dürfte. Der betreffende Vor⸗ fall hat den Leutnant Mathes von der 4. Kompagnie Inf.⸗Regts. 136 zum Helden, der, wie wir hören, vor Kriegs⸗ ausbruch an der hiesigen Filiale der Mitteldeutschen Kredit⸗ bank beschäftigt war. Es heißt in der Kriegszeitung unter dem Titel: Wie man englische Unverschämtheit klein macht:
„In den ersten Tagen unserer Gefechte gegen die Engländer anfangs November lagen wir etwa 300 Meter vor dem seind⸗ lichen Schützengraben. Kaum 20 Meter vor uns hatte eine Batterie Feldartillerie Stellung und den ganzen Morgen den feindlichen Schützengraben mit Feuer überschüttet. Den Brü⸗ dern da drüben scheint es dabei doch recht unbehaglich geworden zu sein. Gegen Mittag ging es dann mit Hurrah darauf los. Von feindlicher Seite fiel kaum ein Schuß, aber desto mehr Hände sahen aus dem Schützengraben heraus. Die tapferen 143er und g9ger hatten von rechts her kräftig mitgeholfen. End⸗ lich, als die Engländer merkten, daß das Herauskommen aus dem Schützengraben nicht mehr gefährlich war, zeigten sie sich in hellen Haufen, den meisten stand die Angst im Gesicht ge⸗ schrieben. Nur ein englischer Offizier kam mit höhnen⸗ dem Lächeln und wagte sogar noch etliche abfällige Be⸗ merkungen. Dies hörte Vizefeldwebel Mathes, jetzt Leut⸗ nant 8 4.136. Dem Engländer ein paar rechts und links herunterhauen, so daß er sich im Kreise herum⸗ drehte und dann, als er gerade die Kehrseite zeigte, ihm noch einige kräftige Tritte auf dem Körperteil versetzend, der sonst nur als Schulbube so recht breit gezeigt werden darf, war das Werk weniger Augenblicke. Der Engländer lag in seiner statt⸗ lichen Länge in den weißen Rüben und unsere Leute konnten vor Lachen und Freude kaum weiterstürmen. Hier hat eine deutsche Faust die einzig richtige Antwort auf englische Unver⸗
schämtheit gegeben.“ 85 Landkreis Gießen.
Weickartshain, 1. Jan. Wie überall in deutschen Landen, ist auch in unserer kleinen, dabei nicht einmal wohl⸗ habenden Gemeinde die Opferwilligkeit groß. Seit Aus- bruch des Krieges wurde durch vier Haussammlungen sowie durch sonntägliche Opfergaben in der Kirche die stattliche Summe von 1138,37 Mk. für Zwecke des Roten Kreuzes und der Kriegshilse aufgebracht. Hiervon wurden dem Landesverein für das Rote Kreuz 100 Mk., dem Kreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegshilfe Gießen 370 Mk, Ostpreußen und Elsaß 200 Mk. überwiesen. Der Rest wurde zum Ankauf von Stoff und Garn, sowie zur örtlichen Kriegssürsorge verwandt. An jeden unserer im Felde stehenden 19 Krieger wurde ein reichhaltiges Weihnachtspaket übersandt. Jeder unserer z. Zt. in der Heimat weilenden 21 Soldaten— Rekruten, Verwundete— erhielt als Weihnachtsgeschenk 5 Mk.— Der Kriegerverein bewilligte für jedes seiner zur Fahne eingezogenen Mitglieder weitere 10 Mk.— Außerdem wurden in unserer Ge⸗ meinde reichlich Naturalien gesammelt und an das Kreiskomitee, bezw. direkt an die Lazarette abgeliefert.
Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikek übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) 2 Die Ohmtal-Personenpost Ulrichstein— Ruppertenrod— Mücke ist in letzter Zeit, besonders in den Morgenstunden und Abend- stunden, so stark von Personen begehrt, daß sie diese nicht alle be⸗ fördern kann. Ist die Nachfrage schon in Ulrichstein sehr stark, dann sährt östers ein Beiwagen mit. Meist aber füllt sich der Wagen unterwegs und kommt in Ruppertenrod mehr als besetzt an. Der Wagen besitzt sechs Sitzplätze. Nicht selten aber werden. diese zu neun. Da der Verkehr nach Gießen durch die Besuche der Verwundeten seitens ihrer Angehörigen seit dem Kriege sehr zu⸗ genommen hat, so ist es eine gar mißliche Sache, auf die Post zu warten und nicht mitfahren zu können. Zum Erreichen des Zuges durch Marschieren ist's dann meist auch zu spät. Man kommt einsach um die Reise. Schlimmer steht es noch am Abend auf Mücke. Da schließt die Post an den gegen 8 Uhr hier ankommenden Zug. Wer seinen Platz nicht vorausbestellt, bekommt keinen. Ratlos stehen da oft die Reisenden, namentlich Familien, und müssen in dunkler Nacht ihres Weges fürbaß schreiten. Man sollte einsach statt des schwersälligen, sechssitzigen Postwagens“einen zehnsitzigen Omnibuswagen einlegen— und der Mißstand wäre behoben.
n Märkte. A e.
Gießen, 2. Jan. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,10—1,20 Mk.; Hühner⸗ eier 1 Stück 13—14 Pfg., 2 Stück 00 Pig. Enteneier 1 St. 0 Pig. 2 St. 00 Pfg.: Gänseeier 1 St. 0-0 Pig., 2 St. 00 Pfg.; Käse das Stück 7—8 Pig., Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00—2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,00- 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Gänse das Pid. 65— 75 Pig.: Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Pfd. 86—96 Pfg., Rindfleisch das Pfund 90—94 Psa., Kuhfleisch 80—90 Pfg., Schweine⸗ fleisch das Piund 80—90- 96 Pfg., Kalbfleisch das Pfd. 80—84 Pfg., Hammelfleisch das Pfund 70—90 Pfg.; Kartoffeln 100 Kilo 7,00— Mk., Weißkraut das Stück 10—20 Pig. Zwiebeln der Ztr 12,00—15,00 Mk.: Milch das Liter 22 Pfg.: Aepfel der Zentner 15—20 Mt.; Birnen das Piund 12—15 Pfg., Nüsse 100 Stück 40—50 Pfg.— Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.
se. Fraukfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 31. Dez. Auftrieb: Rinder 124(Ochsen 6, Bullen 2, Kühe und Färsen 116), Kälber 375, Schafe 67, Schweine 438. a
Tendenz: Kälber und Schase ruhig, Schweine lebhaft, ge⸗
—
räumt. Preise für 100 Pfd. Lebend⸗ Schlacht- gewicht Kälber. Ml. Mk. Feinste Mastkä lber„ 52—56 86—93 Mittlere Mast-⸗ und beste Saugkälber.. 46—50 78—85 Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber.. 41—44 68—75 Schase. Stallmastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel 41—00 88—00 Aeltere Masthammel, gut genährte junge Schase und geringere Mastlämmer 3 75—00 Sch weine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgew icht.. 61.00 62.50 78.00— 80.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewic tet.. 60.00—62.00 77.00—79.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebend gewicht. 61.00—63.00 78.00 80.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebend gewicht 61.00—63.00 78.00— 80.00
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Blut im Körper nicht die ist nicht widerstandsfähig, 5 geführt wird und wird hier
un betitanregend.— Leciferrin kostet * g 1988
echte und Gebrechliche, Leciferrin erneut das Blut, kräftigt den Körper, Mk. 3.— die Flasche.
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Neues Leben, da neues gesundes Blut.
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