sofort energisch entgegcntraten Warum aber müssen lote so handeln?
Werl unsere Zeitmrge» es von uns sordern!
Aber — haben die Zeitungen unsere Herzen, unsere Ucbcr- zeugung, unser Gewissen auch richtig gelesen?
vüchertisch.
_ Engelhorns Ronianbibliothck (Verlag von
I, Engelhorn Nachf. Stuttgart), die sich nicht aus gute deutsche Schriftsteller beschränkt, sondern auch das Ausland berücksichtigt, . darf auch an diesem Wcihnachtsfest der großen Kriegszcit für den Gabentisch berücksichtigt werden. Die einfachen, billigen Bändchen, die dennoch eine gediegene Unterhaltung vermitteln, wirken aufheiternd und zerstreuend und bieten in ernsten Stunden eure erwünschte Ablenkung. Auch im neuesten 30. Jahrgang haben dre deutschen Schriftsteller den bevorzugten Platz. Hanns v. Zabeltitz ist niit zwei Bändchen vertreten, in denen ivieder das Militär zu seinem Rechte kommt: „Mit Marschall Vorwärts" bietet zwm lcbcnssrische Novellen aus de» großen Jahren 1813/15, und „Du mußt mir glauben" behandelt einen spannenden Stofs ans unseren Kolonien. Ein Roman aus dem belgischen Land wird heute auch seine Leser finden: Nanny Lambrecht bietet in ihrem „Heiratsdori" einen vackenden Wallonenroman mit guten Milieuschilderungen. Richard Boß führt uns mit zwei Bändchen: „Die Insel der schönen Menschen" und „Die Tarantella der Carmelina" wieder in das schone Land, >oo die Zitronen blühen, das er so glühend zu schildern weiß. Beide Bücher sind gute Früchte seiner reisen Erzählungskunst. Der Jahrgang wurde eröffnet mit einem Doppelband von Herrn. Stegemann, der im „Schläser von Sulz" den leidenschaftlichen Kamps gegensätzlicher Persönlichkeiten schildert und uns durch seine kraftvolle, männliche Darstellung sorlreißt. Ossip Schubrn führt mit seinem zweibändigen Roman „Bravo rechts" in die bevorzugten Kreise des böhmischen und österreichischen Adels, und dieses gesellschaftliche Thema hat heute, nachdem der Krieg alles nmgewälzt hat, auch noch seine Reize. Auch bewährte Erzählerinnen hat Engelhorn wieder herangezogen: Klara Hofer („Der Lebende hat recht"), Elisabeth Kuhlenstierna-Wenster („Erfüllung", aus dem Schwedischen), Helen M. Winslow („Der weibliche Bürgermeister"), Margarete v. Oertzen („Zum Irrweg"), Jda Boy Ed („Nichts über mich"), Hermine Billinger („In der Schuld" und andere Geschichten). B. M. Eroker (.,Waldkinder"), Dora Melegari („Meine Töchter"). — Wer sich an abenteuerlichen Geschichten ergötzen will, findet spannende Detektiverzählungen: „Mit Luchsaugen", von M. Corday und A. Couvreur, „Droschke Nr. 44", von R. T. Fosler, oder „Paul Becks Untersuchungen", von M. Nie. Donnell Bodkin. Ein Abenteuer-Roman mit politischem Hintergrund ist „Die geheimnisvolle Insel" von G. Äronson-Howard. Engelhorns Bibliothek ist ihrem Grundsätze, keinen „Schund" aufzunehmen, auch im abgelaufenen Jahr treu geblieben.
— Brehms Tierleben, Kleine Ausgabe für Volk und Schule, bearbeitet von Seniinarlehrer Dr. Walter Kahle (Bibliographisches Institut, Leipzig). In dritter Auflage ist zunächst nur der 3. Band, Abteilung „Vögel", (Preis gcb. 12 Mk.) erschienen: die übrigen drei Bände werden später Nachfolgen. Die Kleine Ausgabe de- Tierlebens ist nicht für den Fachzoologen bestimmt, son denn fiir den Mann aus dem Volke, für den gebildeten Laien, in dessen Herzen Naturfinn und Naturfreud« eine Stätte haben. Alles Zweifelhafte, Strittige hat der Bearbeiter daher übergangen: wir finden i» der Bearbeitung aber die Fortschritte der 4. Auslage von Brehms Ticrleben: Bcriicksichtigung des Entwicklnngsgedankens und der modernen Ticrpshchologie, stärkere Betonung des anatomischen Baues der Tiere. Das Volkstümliche hat der Bearbeiter nirgends fehlen lassen, »ich das Buch bietet eine leichte, gefällige und anregende Lektüre. Anzuerkennen ist, daß Dr. Kahle betont, der Volks- brehm toollc im eigentlichen Sinne ein deutsches Buch sein. Die Schilderutig der einhciiilischcn Tierwelt steht bei tveitem im Vordergründe: von entbehrlichen Fremdwörtern ist abgesehen tvor- ben. Das Werk kann ohne Bedenken auch der Jugend in die Hand gegeben werde«, und die reiche Illustrierung der Volksausgabe, die bezüglich der sarbigen Tafeln die früheren Ausgaben weit hinter sich läßt und zahlreiche Natnrphotographie» als ganz neue Erwerbung ausiveist, kommt dem Anschauungsbedürfnis der Jugend ganz besonders entgegen. Um dem Geiste des modernen Biolvgie- unterrichtes gerecht zu werden, sind, so betont der Bearbeiter, Darstellungen des Hauptlvcrkes, in denen Wechselbeziehungen zwischen Bau und Leben der Tiere, zwischen ihnen und ihrer Umgebung oder sonstige kausale Verhältnisse behandelt werden, immer auch in den „Volksbrehin" übernomnien worden. Gerade in der heutigen Zeit tollte man der Jugend auch solche Bücher i» die Hand geben, die >ie aus das Leben in der Natur Hinweisen, die so die beste Erzieherin sein kann und den Lesern und Beobachtern die reinsten Genüsse gewährt.
„Vater Unser 191 4". Dr. Mirko I el usich' Tich- tung „Vater Unser 1914", die schon bei ihreni Erscheinen m der Wiener Wochenschrift „Die Muskete" und beim Abdruck in verichiedeneu reichsdeutschen Zeitungen ebenso großes als berechtigtes Aussehen machte, ist von der Verlagsanstalt Vaterland
G. m. b. H. in Berlin als selbständiges Gedenkblatt auh gegeben worden. Sowohl der Inhalt wie die Form des Gedichte», welches in wuchtiger und zugleich inniger Weise jenen Stirn« mungen Ausdruck gibt, tvelche die Krieger der verbündeten Ar» mecn der beiden Kaiserreiche beherrschen, als auch die hervor« ragende, vonl akademischen Maler K. A. Wille herrührendc Aus« stattung des Blattes machen es zu einer der künstlerischsten Da» bietungen des Kriegsjahres, der eine möglichst große Verbreitung
wünschen ist. Das Blatt ist in verschiedenen Ausstattungen in allen Buch- und Kunsthandlungen erhältlich.
— Kar! Ros n er: Die drei Fräulein von Wilde n- b e r g. Roman. 416 Cciten. (Verlag von Grethleiu & Co., G. m. b. H. ln Leipzig.) Ter Liebesroman dreier Generalstöchter, der zu den crgreikeudsten Schöptnngen unserer Zeit gehört. Drei Schwestern — die schwarz-weist-roten Mädels des alten, keinen Generalleutnants Christian Ella von Wlldenberg und Dahlen — S'ehen in dem Torneuschmuck ihrer Liebe durch dar Werk — drei Frauenschickiale schlingen sich zu einem Reigen, der gläubig träumerd und doch voll Leid »nd Schwere ist. lind neben den drei Frauen stehen Gestalten von unvergeßllcher Eindringllchkett: der alte General, der nach dem Abschluß seines richmllchen Soldaten- lebeuS hilsios und gütig alles Glück und Leid seiner drei Mädels teilt, die von seinem Humor umspielte alte Tante Fränze »aus der anderen Linie', der stille, kluge Doktor Spieß und der Leutnant Martin von Ungnad, der Held und Tor und Büßer.
Georg Engel: Ter Fahnenträger. Roman. 440 Seiten. (Verlag von Grethleiu 4 fo, G. m. b. H„ in Le pzigk. Mit diesem neuen Roman schenkt uns Georg Engel ein Buch, da» die religiösen Käuipke und Nöte unserer Tage in Gestalten von Fleisch und Blut umietzt. Vor unseren Augen stoßen dle Geister hart auseinander und ein Streit erhebt sich, so stark, so mächtig, so klirrend, dabet doch so vermenschlicht, wie wir ihn aus diesen Gebieten noch selten von einem Dichter gelenkt und gestaltet sahen.
— Paul Grabein: D i e vom Rauhen Grund. Roman. 362 Seiten. (Verlag von Grethlein & Co., B. in. b. H. in Leipzig.) Paul Grabein ist in diesem neuen Buch«, das uns hier vorliegt, wieder in sein ureigenstes Reich, in das große rheinische Jndustricrevier, znrückgekeurt und schildert den Ankuteg eines echten Herrenmenschen, das Entstehen riues kulturellen Werkes in packenden, aus deni echte» Leben der Arbeit gegriffenen Szenen, an Menschen, die voll Leidenschaft >md Kraft den großen Kamps um Liebe und Erfolg kämpsen.
— Kriegsnummer 20 der „Illustrierten Zei - t u n g" (I. I. Weber, Leipzig). — Besonders stimmungsvoll ist in dieser Nummer die Ehrung des Admirals Graf v. Spee und seiner Tapferen in dem packenden Gedicht von Paul Mcrncke „Dis Falklandsschlacht" und den wirkungsvoll angeordneten Bildern der gesunkenen Kreuzer. Aber auch sonst ist das Heft tvieder von einer außerordentlichen Fülle hauptsächlich an kleineren Bildern, die interessante Begebenheiten von allen Kriegsschauplätzen darstellen« Von besonderer Anschaulichkeit sind die Bilder Hans von Hayek», Hugo L. Braunes und der beiden in der Front kämpfenden Mit« arbeiter der „Illustrierten Zeitung" O. I. Olbertz und Alfred Seckelmann, da sie Selbstcrlebtes aus der Kampflinie toiedergeben. An ganzseitigen Bildern seien genannt: Ein ausgezeichnetes lebensvolles Porträt des Fürsten Bernhard von Bülow: „Feuerüberfall aus eine in di« Jnsanterielinie vorgeschobene Feldartillcrie-Beobach« tungsstelle in der Gegend von Antilth bei Betz" von Martin Frost und „Ulanenpatrouille auf eineni Erknndungsritt im Schneetreiben" vosi Ä. Merker. Neben der wöchentlichen markante» Kricgsbericht- erstattung seien besonders erwähnt: „Eherne Weihnacht" von Dr< Emil Hadina: „Dank an unsere deutschen Frauen" von Dr. kheol. Gottfried Traich: „Die Kriegszicle Englands" von Arthur DE; „Verwundeten- und Krankensürsorge im Kriege" von Ministerlai« dircktor Prof. Dr. Martin Kirchner aus.
Lharadr.
Als ich di« ersten beiden sah In tiefer Waldeseinsanikelt,
Wie «räumte ich so selig da Von längst verfloss'ner Kinderzeil.
Die beiden andern niemals ruh'n In kunftgenbter Frauenhand;
Was sonst zerstückelt, siehst du nun Durch ihren Zauber scstgebannt.
Die ersten beiden heute ziert Ein prächtig Strahlendiadem.
Doch wenn die HauSirau kehrt, so wird Das ganze schließlich unbequem. Auslösung i» nächster Nummer.
Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummer:
Tie Mühe ringl de», harten Felsen ab,
Was je um Schweiß ein Gott der Menschheit gab.
Die Treue spart des Schicksals Preise,
Arbeitend, wissend bildet sich der Welse. L. Schlading.
Schrislleitnng; Ang. Goch. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen IlnirersitälS-Buch- und Slelndruckcrei, 9t. Lange, Gießen.


