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besonders Hutten zum Verkünder der deutschen Freiheit und Größe wird. Er beschwört als höchste Verkörperung des Deutschtum- die Heldengestalt ArmintuS herauf, die dann so oft den Deutschen rn ihren Kämpfen vorangeleuchtet, und er spricht es auS. daß die Deutschen noch immer die unbezwtnglichen Krieger und reinen Naturen seien, wie die alten Germanen, aber zugleich Kulturmenschen, die das Pulver und die Buchdruckerkunst erfunden. Selbst Caesar und Cicero müßten ihre Taten und Reden bewundern. F r l s ch l i n hat diesen Gedanken in seinem „JuliuS redivivus" dramatisch gestaltet. Meißner ihn übernommen, und so hat dieser Triumph des Deutschtums über das Altertum noch aus Bismarck gewirkt. Me Hutten den ruhenden „Deutsckien Aar" feiert: „Ent- schwingt er dem Boden sich kühn in die offenen Lüfte. Wehe, wie breitet er dann Schrecken und Furcht um sich Herl", so hat Luther gesagt: „Tcutschland ist wie ein schöner weiblicher Hengst, der Futter und alles genug hat, was er bedarf: es fehlet ihm aber an einein Reuter: es ist mächtig genug an Stärke und Leuten: es mangelt ihm aber an einem guten Haupt." Meder klingt hier etwas von Bismarck an, der gesagt hat: „Setzen wir nur Deutschland in den Sattel; reiten wird es schon können."
Der 30jährige Krieg, der das größte Elend über Deutschland bringt, läßt dafür die Prophezeiungen loie glänzende Sterne einer fernen besseren Zeit am dunkeln politischen Horizont aufsteigen. In eineni prachtvollen unter leichtem Humor tiefen Ernst bergenden Traumbild seines „Simplicissimus" läßt Grimm clshausen einen „Erzphantastcn", der sich für den Gott Jupiter ausgibt, von einem neuen deutschen Weltreich künden: „Ich will einen deutschen Helden ertvecken, der soll alles init der Schärfe de- Schivertes vollenden. Zuletzt wird er dengrößten Potentaten in der Welt befehlen und die Regierung über Meer und Erden so löblich anstellen, daß beides, Götter und Menschen, ein Wohlgefallen darob haben sollen. Die Könige in England, Schweden und Dänemark werden, weil sie teutschen Geblüts und Herkommens, der in Hispa- nia, Frankreich und Portugal aber, weil die alten Teutschen selbige Länder hiebevor auch eingenommen und regiert haben, ihre Kronen von der teutschen Nation aus freien Stücken zu Lehen empfangen, und alsdann wird tvie zu Augusti Zeiten ein ewiger beständiger
f riede in der Welt sein." Ja, Deutschland ivird sogar auch daS ulturerbe Alt-Griechenlands antreten. und Jupiter selbst gelobt, „alsdann die griechische Sprache abzuschwören und nur teuffch zu reden". Mitten aus dem grausigste,! Kriegselend blüht in dem Roman dies Gemälde künftiger Herrlichkeit heraus, und die Deutschen erscheinen nicht nur als das weltbeherrschende, sondern auch als das klassische Volk der Neuzeit, was die Weimarer Olvmpier und die Frlihroinanttker mit größeren. Recht ebenfalls predigten. Dem lustigen Phantasicgespinst des Dichters steht die viel tiefer gegründete Anschauung des Philosophen zur Sette. Leibni» hofft und !wirkt für ein neues, von Deutschen geschaffenes heiliges, römisches Reich, deni alle Fürsten der Erde Achtung und Ehrfurcht darbringen.
Der Prophet einer höheren Harinonie und Einheit, die in dem deutschen Gottesstaat ausgeprägt sein sollte, hat noch nicht» von seiner Berivirklichung erlebt, es sei denn, daß er in dem Großen Kurfürsten, dem Lehen st ein seinen Roman Arniinius ahnungsvoll als dem „Hermann Deutschlands" widmete, den Vorläufer des Zukunstshelden erkennen wollte. Das 18. Jahrhundert sah bereit- in Friedrich d. Gr. einen solchen Fürsten, der ganz Europa kühn und siegreich die Stirne bot. Der nationale Gehalt, den der König in die denffche Kulttir brachte, äußerte sich in kühnen Hoffnungen, wie sie ». B. Klopstock und Justus Möser aussprachen. Tie Dichter um Gleim und Ramler verkiindeten den Anbruch eines goldenen Zeitalters: selbst die Franzosen, die bisherigen unbestrittenen Getstesführer, lernten die Teutschen endlich achten. Raynal sagte zu einem Teutschen: „Ihre Literatur steigt, unsere sinkt," unv Torat rief aus: „O Deutschland, unsere guten Tag« sind dahin, die deintaen brechen an!" Friedrich aber schaute in seiner merkwürdigen Schrift „De la littbrature allemande" mit Seherblick in die Zukunft: „Mr werden unsere klassischen Dichter haben, unser, Nachbarn werden denffch lernen, die Höfe werden es mit Freuden sprechen, und unsere veredelte und vervollkouun- nete Sprache wirb sich durch unser« guten Schriftsteller von einem Ende Europa» zum andern verbreiten." Rasch kam diese Zeit heran. Die junge Generatton, die der greise Herrscher nicht mehr verstand, wollte durch di« deutsche Nation alle Nationen aufklären und erzliehen, und 20 Jahre nach feinent Tode bekannt« die geistvollste Französin, die erst« Schriftstellerin ihrer Zeit, F r a n v o n S ta s l , die bereits W-iniars Größe ahnte: „Deutschland MUß durch seine Lage als das Herz Europas gelten, und die große Genieinschast dieies Konttnents ivürd« ihre Unabhängigkeit nur durch dies Land nnedererlangen, denn nur die Unabhängig- "rit der Seelen wird die der Staaten begründen."
Tie „neu« Jugend der Menschheit", die Frau von Staöl m dem „Vaterland des Denkens" fand, erfüllte fit den FreihcikS- uicflc? ihren Traun« von dsr Befreiung Europas. Die ganze Epoche des Jahihundertankangs drängt in kühnen Prophezeiungen ?us^diese Führerschaft Deutschlands hin, von Jean Paul und .Hölderlin hts zu Friedrich Schlegel und Novalis. Tie deutsch« Romantik ist in der Dichtung, Philosophie und Musik eine einzige groß« Prophetin auf dt« Größe des Vaterlandes. „Ob sich die
deutsch« Welt ausrnht znm Außerordentlichen?" fragt Arntm 1805 ahnungsvoll, und Fichte predigt Deutschlands Berns zur Schaffung der Weltkultur, E. M. Arndt preist das „Herz Europas" und sieht als seine „Welttnission": „Als ein Bollwerk zwischen Frankreich und Rußland und als ein Schildhalter skan- dinavischer, lftspanifckwr und italienischer Freiheit wird es wohltätig in dxc Mitte liegen und als der eigentliche Mittelpunkt des europäischen Lebens das wütende nnd zerstörende Zusammen- stürnien des Osten und Westen hindern". Auch später sind die Dickster die besten Propheten gewesen: Herwegh sagte Deutschlands Flottennrächt voraus, Pfizer die Einigung unter Preußens Führung, für die dann Treitfchke so begeistert eintrat. Selbst Viktor .H u g o hat einmal von der deutschen Seele erwartet, daß sie „im gegebenen Augenblick di« Menschheit erheben und retten werde": Carlyle im deutschen Staat „den Präsidenten Europas" gesehen und Napoleon III. die Deutschen als „die Rasse der Zukunft" gefürchtet. Es bewahrheitet sich eben daS Wort Goethes ans denr Schlußchor von „Epimenides Erwachen" seiner eigentlichen Freiheitsdichtnng: ,
So waren wir und sind es auch.
Das edelste Geschlecht,
Von biederm Sinn und reinem Hauch Und in der Daten Recht,
vüchertisch.
— »Der Deutsche Krtegskalender", ein rechte» Soldaten- und Volksbuch, ist soeben erschienen. Schon sein Aeußere» nimmt Illr ihn «in. 2luf dem Umschlag vrangt eine iamose lllauen- zeichnung de» bekannten MalerS Proiessor Angela Jank »nd im ffnnern fällt dle Fülle guter und inteeessanter Bilder aus, die, vom Kalendarium angesangen, überall im Text verstreut stnd. General dir Jnianterle v. Janson beginnt >»U der trefflich aulqebaulen Chronik der bisherigen Weltkriegsereignlsse zu Lande unter dem Titel »Heldenkämple ln West und Ost". Rontreadinlral Schlieper gibt die recht geschickt geschckderte Chronik der Ereignisse zu Waffer. Es folgen die Ausiätze: „Tie deutsche Luitsiolte" von General v. Eckenbrechcr, »Wie das Rote Kreuz entstand" von H. G„ .ffung- deutschland» Kriegshltt«" von Richard Nordhausen, »Deutschland» Finanzrüstung" von Leo Zolles. »Grundlagen des deutschen Ausstieges" von Dr. Paul Rohrbach, »Die Deutschen Rußlands iväbrend des Krieges" von Generalsekretär A. Geiser. Tann kommt der umerhallende Tell, beginnend mit einer vorzüglichen Skizze Nanny Lambrechts .Die Notlrnuung" (Szene an» deni ianalisierten Brüffcl z» Kriegsbentnn). Auch eine Reihe Kriegsgesäuae und einig» humorvolle Beiträge in Wort und Bild bereichern das kleine Buch, das bei seinini mäßigen Preise''von 60 Plg. <120 Seiten Unilang, Verlag von Gerhard Stallingstn Oldenburg t. Wr.t, hoffentlich Eingang in recht weite Kreise findet. Der Kalender ist hauptiächli.h als Liebesgabe für unsere Feldgrauen und Matrosen gedacht. Er läßt sich leicht als Feldvostbriel verschicken Ihnen konimt es auch in doppelter Weise zugute, weil sein Reingewinn last ausnahnislo» in die Kaffen der vom Bereit, fürs Deutschtum tm Auslände veranstalteten und unter dem Protektorat der orau Kronprinzessin stehende» »Bolkssamiulmig sür die kämpsendetl Söhne unseres Volkes" stießt.
— Der »Lahrer Hinkende Bote" tritt zum 11b. Mal« sei», Wanderung an. Er wirft einet, Blick auf di« Wirrsale de» Zeit, und fein Nachwort zu den »Weltbegebenheiien" (das nur noch einem Teil der Kalender bsigestigt werde» konnte, auf Wunsch aber kostenlos nachgeliesert wird) saßt die Ereignisse der füngsten Zeit bis zu den neuesten Siegen unserer Hindenburg, de» ruhmreichen Eriolgen im Westen und der Erhebung des Islam in eine volkstümlich« Kriegsbetrachtung zusainmeti. Ter »Hinkende" ist kein Sauerscher, da« fühlt man auch dieser Darstellung a», die bei aller Schalkheit auf einen der großen Daterlandssache würdige» ,u- verstchllichen Ton gestimmt ist. Ten übrigen Inhalt des beliebten Kalenders, der in Text und Bild bewähttem Herkomnien treu bleibt, bilden stimmittigs- „nd svannmigsvolle Erzählungen anerkannler VolkSschriststeller, vielerlei Unterhaltendes, aber auch Belehrendes, wie de» Hinkenden Standrede über den Panamakanal.
Diamanträtsel.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaabbde« elikkllmnrrrssan
derart einzntrage», daß die ,vagerechten Reihen folgendes bedeuten:
I. Einen Buchstaben.
L. Teil des menschlichen Körper».
3. Mathematische Figur.
4. Deutsche Stadt, b. Einen Raubvogel.
6. Biblischen Namen.
7. Eine» Buchstaben.
Die senkrechte und wagrechte Mittelreihe ergeben da» Gleich», / Auflösung in nächster Nummer, 1
Auflösung des Rätsel- in voriger Nummert Alfter, Laster, Aster, Auer.
Schristleitimg: Aua. Goeh. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen lt»iv«rsitä!S-Buch- und Stetndruckerei, R. öange, Gießen.


