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Kails zögerte:Ich »oci& nicht. Sie belege» sich in ei»em

In diesem Augenblick toandteil sich zwei Männer nm uich e«td«ki«n di« Mündung des Apparates und die Augen, di« darüber durch die Spalte starrten. Sogleich hatten sie auch ihre Kameraden auf den Zaungast aufmerksam gemacht. Einige lachten ganz unbefangen. Ter unbedeutende Zwischenfall amüsierte sie. Es >var eine Abwechselung. Und was ist denn Gefangenen lieber als Abwechselung. Sre sollten photographiert werden? Gut. Man Mußte eine Gruppe bilden, Das Messerspiel wurde verlasse^, man suchte sich Haltung »u geben; einige zogen spöttische, em wenig herausfordernde Grimassen,

Während sie nach schwatzten und gestikulierten, erschien ein einzelner Mann, der aus der Tür einer Baracke getreten svap. Er mochte vierzig Jahre alt sein. Sein spitzer Bart, der nur wenig verwildert war, sah schon grau aus. Fragend gingen seine imnklen Augen über die Gruppe. Was bedeutete das? Warum standen seine Landsleute so in Positur? Und tvarum sahen alle nach derselben Richtung?

Unimllkürlich folgten seine Blicke..

Da sah er und wie in jähem, heißem Schreck riß er dre Vertragene Mütze ab und hielt sie vor's Gesicht.)..

Mensch, was machst du denn? Du überbelichtest ja!"

Keine Antwort. Hans hörte nicht. Er starrte nur den einen Nimm an. Den Mann, der sich geschämt hatte!

Mit einemmal verstand er alles, den niedrigen Leichtsinn der Gesellen, die die Sache von der lustigen Seite genommen hatten, und die bittere Empfindung des älteren, der aus anderem Holz zu sein schien.

Mechanisch ließ er den Knopf zurückschnellen, Tie Photo­graphierten rührten sich wieder. Endlich lieh auch der, der zu­letzt gekommen war, die Mütze wieder sinken.

Sein Blick war ernst, er sah halb mitleidig, halb verächtlich zu den andern hinüber» '

Und dann sah er den Jungen an, der jetzt durch das Ast­loch schaute. Es war ein so trauriger Ausdruck in den etwas abgemagerten Zügen«

So sieht einer aus, denr es schwer geworden ist, sich zu er­geben," durchfuhr es Hans; i

Und nun schämte er sich. Mußte er hier glotzen wie ein dummer Junge? Muhte er sich ein Schauspiel aus dem Un­glück anderer machen, und wenn es hundertmal Feinde waren? Es war ihm, als müßte er dem Dtann da etwas sagen, daß es ihm leid täte, daß er ihn nicht hätte kränken wollen, ihn, der gewiß ein Tapferer war und seine Sotdatenpslicht so treu, so chrenhast getan hatte, wie irgend einer auf unserer Seit«. Aper wohin war sein Französisch? Reihen von Paradigmen standen vor seinem inneren Auge, er sah die aufgcschtagene Granmiatik förmlich vor sich, aber kein noch so einfacher Satz wollte ihm einfallen, der im geringsten zu dieser Lage paßte. »

Da kam ihm ein Gedanke. Blitzschnell hob er den Apparat wie­der an die Oessnung, aber so, daß man von drinnen sehen konnte, wie er die Hinterwand des Kastens öffnete imd die volle Hellig­keit hineinströmen ließ.

Und das Tageslicht verdarb die Platten.

Tann schob er das Gesicht wieder vor das Astloch, nnd das erste französische Wort löste sich von seiner Zunge:Compris?"

Ta sah er etwas Wunderbares. Ter Mann, der sich geschämt batte, lächelte. Und er kam auf ihn zu, nun gaitzz vertöaueich. Er hatte verstanden: verstanden, was es heißt, wenn em Schüler teure, vom schmalen Taschengeld gekaufte Platten freiwillig ver­nichtet.

Als er nun vor ihm stand und sie sich ins Auge sahen, ent­stand auss neue die Schwierigkeit der Verständigung.

Mer auch der Franzose hatte einen Einfall. Er griff plötzlich in eine Brusttasche und zog eine kleine Photographie heraus. Sie stellte einen Jungen dar, der in Hansens Aller sein mußte.

Mon siks," erllärte der Mann,mon fils!"

Hans begriff, daß dies soviel heißen sollte wie:Ich habe auch einen Jungen, nnd darum verstehe ich dich. Er würde gehan­delt haben, wie du eben gehandelt hast. Er ist ein guter Junge, wie du. Ich weiß, daß du mir ein demütigendes Gefühl hast er­sparen wollen, und ich danke dir!"

Nichts von alledem war mit Worten gesagt worden. Aber es lvurde gefühlt, hüben und drüben.

Merci, monsieur!" stammelte Hans, glücklich, nun doch noch etwas Französisch an den Mann zu bringen.

Der andere lächelte noch einmal. Dann steckte er das Bild sorgfältig wieder ein.

Da wurde drinnen gleicher Schritt und Tritt hörbar. Wahr­scheinlich wurde eine Wache abgelöst. Sofort entfernten sich die Franzosen von der Planke, uni nicht Fluchtverdacht zu erwecken. Ter älteste ging zuletzt zurück. Er winkte noch einmal mit zwei Fingern zurück.

Haus wandte sich langsam ab. Zwei anständige Menschen hat­ten sich verstanden.

Willst du nun vielleicht so freundlich sein, mir zu sagen, was das alles bedeutet?" sragte eine spöttische Stimme »eben ibin.

Ach so, Kurt Weiser war auch noch da. lind seine Frage war

durchaus berechtigt. Man mußte also erklären, obgleich solch« ge«

fühlsmäßigen Sachen scheußlich unbequem zu crllären waren.

Es wollte Kurt Weiser auch nicht gleich in den Kopf, daß ma^ überhaupt so fühlen konnte.Die schönen Platten!" inurrte er.

Ja, die schönen Platten!" seufzte Hans. Und die Bilder wären ein schönes Weihnachtsgeschenk sür Vaters Kriegsmapp« gewesen.

Aber, er hob den Kops, so ivac es doch besser.

Würde er das Fest nun nicht froher feiern?

vilchertisch. - '

Zu Sck, utz und Trutz. Eine Samnilung ernster und heiterer Kriegsdichtungen in Poesie und Prosa. Heransgegeben von Karl Fischer, Lehrer in Gardelegen. Hesse L Becker Ver­lag in Leipzig. 224 Seiten. Geb. 1,50 Alk., in Lctnenbaiid 1,80 Mark. DaS mit Fleiß nnd Sorgiatt zusanunengeslellle Bnch enthält erniie und heitere VerS- nnd Prosabeilräge, nnd zwar durchweg Stücke, die sich zuin Vortrag eigne». Es wird datier nicht nur' den Veranstaltern von Volksbilonngs- »nd Vortrags­abenden, sondern auch denen willkommen sein, die ihrer Familie oder einem Bekannlcnkresie eine z itgemäße llnterbaltnng ver­schaffen wollen. Neben eindrucksvollen Skizze» von Franz Adam Beyerleni, Karl Ettlinger und dem Freiherr» v. Schlicht findet man prächtige Gedichte von Oskar Blnmenthal, Eäiar Flailchlcn, Ludwig Fuida, Ludivig Ganghoser, Max Halbe, Gerhart Hauvt- mann, Rndoli Herzog, Rudols Presber, Otto Rentier, Hermann Sudermanu u. v. a. lowie packende vaterländische Dichtungen nuS der Vergangenheit. Das vortrefflich ansgestattete Merkchen eignet sich auch gut zu Geschenkzwccken.

Ein Wandich muck sürs Bismarckjahr 1915. In die Stunde ne» erwachter deutscher Lebenskrait und ungeahnter MachtemsaltuiiH Deutschlanos sollt am 1. April 1915 des ziel- bewußten Begründers deutscher Einigkeit Bismarcks 10». Geburts­tag. Allen Feinden zmn Trotz rüstet sich das ganze deutsche Volk zu eindrucksvoller, erhebender Feier mitten in bochbewegtcr Zeit. Der Stistungl-vcrtag in Potsdam bietet daiür als würvtgen Wand­schmuck daS von dem bekannten Künstler Karl Bauer kinstvoll gezeichnete Bild der gewaltigen Persönlichkeit unseres Altreichs­kanzlers in Schwarzdrnck mit Chinalon aus starkem Karton 48x64 em groß <B>ld 30x85,5 em) mit dem Namenszug Bis­marcks zu dem Preise von 2,- Mk. tRolle 20 Ptg., Porto l0 Ptg.)

,E i n deutscher Robinson.' lieber diese im Verlag

von E. Roth» Gießen erschienene Jugendschrist, herausaegeben von Lyzealdircktor Dr. Hartman» <Geb. 4 Mk.) schreibt Schulrat Tr. Mosapo: Wer hätte sich tiicht in leiner Jugend sür Robinson Crusoe begeistert und »nbeivußt mit ihm das Werden tmb Wachsen menschlicher Kultur durchlebt? Aber Robinio» ist el» Engländer und >vir sind Teiitsche: und ivir Deutsche haben uns auch »»seren Platz an der Soi,»e und in der Welt erobert, de» uns, will'S Gott, die verlogeiien und vecstohleucn Engländer nicht ivieder ivearaiiben sollet,. Darum war es Zeit, daß .Ein deiilicher Robinson' ge­schaffen wurde. Lyzealdirektor Tr. Ernst Hartinanii hat daS Ver­dienst. das tu de,» soeben erschienene» ersten Band der Sammlnnq Deutscher Jugendborn" getan zu haben. Er erzählt »ns mit kundiger Hand von einem jungen Deutschen, der mit seinem Oheinr nach Südwest zieht und dort eine Farn, gründet, in he ßer, schwerer Arbeit zun, Manne reist, in, vereroauistand übermensch­lich Schweres erlebt, aber sich durchhält und mit eiserner Energie aus den Trümmern setuer srühcren Farm eine »eite gründet, di« er z» blühendei» Wohlstand emporiührt, ei» Kulturträger in, lernen Airika, ei» Bannerträger des Teulschtunis in der Welt der Barbarei. Das mit vier schönen Aquarellbitdern ousgestattete Buch ist so zeit- geniäß, so lebensirisch und warm geschrieben, so von, Hochgelübl des Deutschtums geschwellt, daß mir kein Zweffcl ist, daß cS bald sich dle Herze» aller Knaben und Jünglinge erobern wird. Plächt« eS hellen, sie alle zu tüchllgen, kernhasten Mensche» heranzuziehen, wie Roll Walter, der deutsche Robinson l Das Buch weiter zu verbreiten, eS t» allen Schulen und Jngendbibltolheken einzu» bürqern und aui alle Weihnachtstische zu legen, halte ich !ür eine vaterländische Psilcht. Gott sei mit »iiseren, großen deutschen Vaterlande, dabeim und draußen in der Welt; Deutschland, Deutsch­land über alles I _

Rätsel.

Ein Flüßchen, das links ln die Elbe rinnt.

Verwandelt sich in etwas Böses geschwind,

Sobald man di« vordersten Zeichen vertauscht.

Dort, wird auch me», Flüßchen, daS iriedltch rauscht, Sobald nur das zweite Zeichen iälit aus,

Zur prächtigste» Blume in, herbstliche» Strauß.

Wird aber das dritte Zeichen genonime»,

So seht ihr die andern mit Bange» kominen.

Auslösung in nächster Nununcr.

Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummert Harb« Rembolil Anna Uron Sinlomo JE(m « I,koni; Brauselimonade.

Kchiistleitung: Aug. Goetz. - Rolatiotisdruck und Verlag der Brühl'sche» ll»iversiiälS-B»ch- und Steindruckerci, N. Lange, Gießen.