Und UM Salve Guardia zu bitten, welche von größerem Respekt Und observatta seyn möchte".

Ob auf diesen Brief hin etwas geschehen ist, steht dahin: eine Erleichterung der Kriegslasten hat er jedenfalls nicht her- beigesührt. Denn bereits am 4. Mat 1634 schreibt Landgras Wilhelm persönlich an die Gerichtsjunker und kündet eine treue Einquartierung, des Dalwigkschen Regiments an. Cs sei vom Feinde zerstreut worden, solle aber nunmehr wiederrecollr- gieret und aufgerichtet werden", damit es wieder gehörige Dienste leisten könne. Die Gertchtsjunker sollten Anstalten treffen, eine Kompagnie eine Zeitlang zur Unterhaltung auszunehmen urid «war 8 Wochen lang,weil cs diesmal (I) Mangels andrer Quar­tiere nickt zu ändern" sei.Daß thun mir Euch alßo versehen Und seinot Euch in Gnaden wohl .gewogen".

Ingebührender Reverenz" erwidern die Gerichtsjunker, die Kompagnie sei bereits am 10. Mai in Schlitz eingettofsen, zwei andere seien in die Dörfer gelegt worden. Sie machen auch dem Landgrafen gegenüber daraus aufmerksam, es wäredie zu­gemutete Einquartierung wegen der ihnen außerdem noch ob­liegenden Kontribution und einer von Herrn Reichskanzler Oxen- stierne allen Mitgliedern des fränkischen Adels assignierten, extra­ordinären Rckrutierunc,, die anjetzo auch erfordert wird, ganz ohnerträglich". Sie brtten darumum gnädige Deslogierung" der Kompagnien, womit bezeugt werde,daß man dero getreue .Vasallen nach Verhoffen vielurchr zu conservieren, als zu ruinieren gnädiges Belieben habe, auch in Anbetracht daß ohnlängst eben diß Dalwrgk-Regimcnt hießiger Gegend ein Unerschwenkliches, woran noch zu bezahlen, gekostet".

Umgehend erfolgt von Kassel der Bescheid der Kriegsräte an Wilhelms statt, es sei für diesmal nichts zu ändern,da man auch der Hoffnung lebe, daß cs nicht lange dauern werde".

Eine neue schwere Last kündet den Gcrichtsjunkern ein Schrei­benvom hessischen Statthalter, Kanzler und Räten in Fulda" an, ausgesertrgt am 15. Juli 1634. Es wird darin mitgeteilt, es sei ein Befehl vom Landgrafen eingetroffcn des Inhalts:zur Unterhaltung der evangelischen Armee, worunter auch die land- gräfliche ein Magazin einzurichten". Vor zwei Jahren seivon den in Heilbronn zusammen gewesenen Reichsständen und Rittern beschlossen worden von allen Früchten den Zehndten zu erheben". Solcher Zehnte sei auch an andcreir Orten schon eingebracht worden.Dieweil aber zur Unterhaltung der evangelischen Armee Mittel nötig, daß Landgraf Wilhelm gleich andern eine solche Anstalt mache, wodurch die Armee konservieret werden möchte Und im Fürstentum Dessen es dahin eingerichtet, daß von allen «ingcsahrenen Früchten - alß Korn, Weizen. Gerste, Dasein, das Zchndt Gebund zu oben angedcuteten Unterhalts evangelischer Armee eingebracht werden solle: derohalbcn sollten aus dem ganzen Stift (Fürstentumb Fulda) deinnach wegen gleichmäßiger Verpflegung von allen daselbst erwachsenen Früchten, es ge­hören dieselben, wenn sie wollen Adel oder Bauern das Zchndt Gebund von Korn, Weizen. Gersten, Hafern aufs treulichste ciw> gesordcrt lund eingesammelt und dann alle Früchte durch die Beamten jedes Orts nachher Fulda gebracht, biß weiter« Anord­nung, wohin solche Frucht geliefert werden möchte. Ist darum Uusschreiben an alle des Stifts Edelleute, Brauchte und Städte obgehen zu lassen und ist dabei die ernste Anordnung zu thun, damit solcher Zehndter ohnsehlbar einzutreiben. Den verordneten beeidigten Zehndt-Sammlern ist mit Ernst anzubesehlen. daß sie fleißig Aussicht haben, damit vom Zehnüt nicksts unterschlagen werde. Üeber den Zchndt Sammlern sollen sie (tue Gerichts­werde. lieber den Zehndt Sammlrne sollen sie (bte Gerichts­junker) die Hand halten und Schutz bieten, bannt sie von niemand, er fei, wer er wolle, hierin beeinträchtigt oder deswegen be­leidigt oder beschädigt werden. Sie soffen neben den Zehendt Sammlern und andern dazu Beauftragten sleißig Achtung geben lassen, daß kein Betrug von heimlicher Abführung der Frucht oder Entwendung des Zeheudten geschehen. Wo solches geschehe, solle es mit allem Ernst gestraft werden."

Daß die Gerichtsjunker aus jene Anordnung nichts verlauten ließen, geht ans einem weiteren Schreiben ans Fulda vom 7. Aug. 1634 hervor, worin bemerkt wird:Solche Anordnung nämlich von Wliescruug des Zeheudien an die Landgräsl. Magazine be­deutet nicht einen Abbruch einer Gerechttgkeit und eines Privi­legiums, sondern soll einzig und allein zu Einrichtung etlicher Magazine dienen für die evangelische Armee, für die im Stift Paderborn und Münster sich aufhaltende und au Proviant Mangel leidende Soldateska. Da bis daher» keine eigentlich« Erklärung von den lGerichtsjnukern erfolgt ist, sollen sie mmmehro aber beginnen."

(Schluß folgt.)

vermischte».

' Die braune Horde aul Flanderns Fluren. Al» eine» seiffamen Kontrast zu der umgebenden Landschaft scbildcrt der Italiener Paolo Scarioglio in seinen Kriegsbrieleii a>is Belgieii deii Anblick der liidischen Reiter, deneii er a»l seinen Fahrteii in

804

der Nähe der Schlachtiront begegnete. Der abschreckende Eindruck» den die von England herbeigeschieppt«» Hilisvölker aus ihn machen, stimmt ihn sehr nachdenklich. .Wenn die europäischen Völker zum Kriege treiben, bedeutet, ff- aus die Stuft der Sntivicklung zurück»

bringen, die dies« halbwilden, Schrecken einflißenden Typen de» Menschlichkeit hervorbringt, wenn diel« Wendung de» Geschicke» di« sriediichen Bürger Europa» ln dieselbe Schiachtreih« bringt mit diesen Piraten aus Bengalen, deren Zähne und Augen spitzer sind als das Eisen ihrer Lanze, so muß eine seltsame Getstesverirrung die verblendet haben, die das gewollt haben." Scarioglio be­gegnet den indischen Reitern während er »ach Bailleul iährt. ,Da kommt," schreibt er, .IN kurzem wiegendem Trab au! einem kleinen Pierde mit dünnen Beinen und schlankem Leib, das nur wenig gröber als ein Eselchen ist, eine Art von Asse heran mit heim« tückischem Gesicht. Aus dem Kop! trägt er einen ieldgraucn Turban und in der Faust eine kleine Lanze mit sehr langem Eisen. An der Seite hängt ihm ein breiter zuruckgebogener Säbel, der mehr zum Kehle- ober Bauchauischlitzen geeignet scheint als mit Spitz« n»d Schneide zu iechten. Der bengalische Lanzenträger hält sein Geffcht mit wildem Ausdruck ganz geradeaus gerichtet au! den Horizont, ivo die Straße endet, ohne nach rechts oder links zu blicken. Eine merkivürdig fremde Erscheinung in bieiev v ämischen Landschaft. Diese Krieger farbiger Raffe, die unterschiedslos uniek die Soldaten Frankreichs und Englands gemischt sind, machen den Eindruck von Piraten, die sich zu einer Besatzung ordentlicher See­leute gesellen. Seien cs nungoimiers oder Schützen aus Algier, schwere Gurkha-Jnsantcrisleu oder leichte affenartige Reiter aus Bengalen, das Zeichen des Krieges, des Tötens steht immer un­verkennbar und wild au! ihre»» Antlitz; daiür sprechen entweder ihre hundescharlen Zähne oder ihre Züge, die mehr Bcuteileren ähneln, oder ihre schnellen, besiiaiischen Bewegungen. Es ist «den eine andere Menschheit. Ob ivohl unsere Menschheit jene« ähnelte, als uns die Kriege Bedüriiii» und Geivohnheit ivaren k Wahrscheinlich. Jiimitiei, dieies Heeres von Famiiicnväiern, di« trotz ihrer borfftgen Bärie nicht den wohimeiiienden Geffchls- ausdruck abziilegen imstaiide sind, bildet die Erscheinung dieser Katzenarle» menschlicher Raffe einen einzigartigen Kontrasl. ... Es ist schwer auszndenkcn. weiche Verwendung matt diesen seltsamen Kriegern geben ivied. Sicher können die beiigallschen Reiter, so leicht wie sie sind, nickst im offenen Felde verwandt werden. Ihre rielrien .Ponnys" dürften kaum mehr wiegen als eilt Zivcirad. Sie werden in Patrouillen vordriiigen, um die ieindliche Stellung zu erkunden. Des Nachts werden sie sich mit ihren lciien Katzcn- schritten dei> ieiiidlichen Posten nähern oder auch l» manches Biwak des Gegners cli,breche», um die lleberraschicii mit ihren Lanzen zu bedrängcii. Alsdann möchte ich kein solcher Posten fei» wollen!

Eine ganze Schwadron dieser kleine» Krieger holt >i»s jetzt zu

unserer Ueberraschliiig ei». Es ist ein Reginrent a»S Lahor«, das die Polizei der gegen Bailleul führenden Straße bildet."

' Amerikanische K r i e g s a p d o r i» m e n. In den Verlustliste» dieses Krieges nimmt die Wahrheit eine» iebr großen Platz ein. (Aibany Journal.) Je größer der Treadiiought ist,

desto gröber ist das Ziel sür das Untcrseedot. (Chicago News.)

General Frenchs Schivester gehört zu den cngliscdenS uffragetien, die vor kein^ Geivalltat zurückscheiien. Die Vorliebe lürs Kriege­rische scheint also in der Familie zu liegen. (Memphis Conimercial Appeal.) Carnegie ivird noch arm sterben, ive»n es ivahr ist. daß er eine Zeiischrisi der Friedensbeivegung finanziert. «Walbmcston Herold.) Prinz Wilheiin von Wied dal dem aibanische» Thron entsagt, um für Deutschland zu kämpfen. Er will auch wieder ein- mai etwas Riihe haben. (Wall Street Journa.l)

Magisches Auadrat.

I» die Felder nebenstehenden Quadrats sind die Buchstaben AAABBEEELLLLRU U U derart cmzutrage», daß die wagerechlen u. senkrechi.Reihen gleichlautend solgendes bedeiiien:

1. Einen Raul'vogei.

2. Fluß in Rnßland.

3. Bietet Schutz vor Regeii und Sonnenglut.

4. Inlei im Mittelmeer.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Geographischen Berschiebrütsels in voriger Nc.i Hamburg Leipzig Berlin Budapest Wien Tetiiiold Eisicken BroSIau Preßburg Rizxa;

Heidelberg.

Kchrlstleitung: Aug. Goeh - Rolaiio»»dr>ick mib Verlag der Brübl'lchen UniverfftälS-Biich- und Steindruck»«', N- Lang«, Gieß«»