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fu sagt Fester, bis jetzt nur eine Bernrntung, daß Königin

Augusta .deni Könige diesen Km schlich brieflich nahegelegt habe. Zweifellos aber bat ihr Besuch in Ems am 9. Juli Wilhelm: darin bestärkt und den Verlauf dereingehenderen Erörterung" Mit Benedetti wesentlich beeinflußt. Aus Wilhelms Brief »am 10. gewinnt man einen Einblick in Augustas Gedankengang. Sie wird dem Könige geschrieben und gesagt haben, er folle Bene- dctti ehrlich gestehen, >»ie alles gekommen sei, damit nicht durch !unselige Mißverständnisse die Kriegssurie zwischen den beiden Völkern entfesselt werde. In der männlicheren Fassung durch Wilhelm lautere der Gedankengang so:wenn die französischen Minister Friesen wollten," so würden sie nach erhaltener Auf­klärung «ruck, inistaud« sein,die heraufbeschworene Agitation zu calmieren." Der Königin war der Gedanke des Krieges entsetz­lich Ihr« Friedensliebe aber ist anderer Art, als die des greisen Hcerküulgs, der sich den Frieden verdient hat. Sie wurzelt in ihrer Weltanschaimng und würde aus Wilhelms soldatischen Sinn keinen Eindruck gemacht haben, wenn ihr nicht das llnbehagen zu Hilfe gekommen wäre, das dem Kömg von Anfang an die Hohenzollern- kandidatur verursacht hatte. Wäre Bismarck zur Stelle, so nnirde der staotsmännische Gedankeh oorsairc corsaire et demi" viel­leicht das Feld behaupten. Da er »her im Augenblicke nur durch Telegramme und Abekens Vortrag wirken kann, trägt der Appell Augustas an das Gewissen und an die Ritterlichkeit ihres Ge­mahles den Sieg davon. Wenn das kaiserliche Frankreich den Krieg will, so will der König sich wenigstens nichts vorzuwerfen haben. So vergißt er .im Augenblicke ganz, daß nach Bismarcks Mbruardenksckrift die Vorteile der Kandidatur für Preußen eigent­lich Nachteile für Frankreich waren, nnd kapituliert, ohne daß ihm die Inkcmseauenz seiner Handlungsweise zum Bewußtsein käme, vor der Frauenlogik Augustas.

Als Benedetti von König Wilhelm in Ems empfangen wurde, bekam er von diesem alles zu hören, was Bisurarck in der' Zeit der Vorbereitung Mit dem ganzen Aufgebote seiner Ueberredungsknnst dem Könige ,md den anderen Fürstlichkeiten über den Unterschied Zwischen Staats- und Familienoberhaupt auseiuandergcsetzt hatte. Der Einwand des Botschafters, daß man in Frankreich diesen Unterschied nicht verstehe, ließ Wilhelm nicht erkennen, daß das, was ihn überzeugt hatte, keinesivegs die gleiche Wirkung in Frankreich haben müsse. Augusta hatte sich von der Beichte einen Erfolg versprochen. Dem Könige war es in erster Siüiic um die Erleichterung seines Gewissens zu tun. Erst sie gab ihm jene Sicherheit, deren er immer bedurft hat, wenn er dem Gegner ins Wrge sehen wollte. Er erklärte, aber er entsckmldigte nicht, wes­halb er dem Erbprinzen schließlich sein Jawort nicht versagt habe. Was er über den spanischen Charakter der ganzen An­gelegenheit. Leopolds zweifelhafte Aussichten nnd die Grund­losigkeit der französischen Erregung sagte, hätte auch Bismarck sagen können. Aber er begnügte sich nicht, den Sigmaringcrn die Entscheidung zuzuschieben, sondern gab auch zu verstehen, daß er dem Verzicht des Erbprinzen nichts in den Weg legen werde, ja, er ging so weit, Benedetti auf Briefe aus Sigmaringen, die er erwartet, zu vertrösten.

Damit hatte der König selbst die Führung der Verhand­lungen übernommen, die er nun vonr 9. bis zum 13. .behielt, und ebenso lange, hebt Fester hervor, hat Augustas Siegender Bismartt gedauert, der größte, gefährlichste und längste Sieg, dessen sie sich über ihn rühmen durfte. In diese Zeit fällt nun! der Verzicht des Prinzen Leopold, der auf den seitens des Königs Wilhelm deutlich knudgegebenen Wunsch erfolgt war. Mer nicht genug davon, drängte die französische Regierung darauf los, daß der Verzicht dem französischen Botschafterdurch de» König dvn Preußen »der seine Regierung angekündigt, mitgeteilt oder HUgestellt" werde. Die Mitwirkung des Königs an dem Verzichte sollte um jeden Preis von ihm zugestanden werden oder sich aus den Umständen hinlänglich ergeben, damit das Ministerium mit einem vollständigen Siege vor die Kammer treten konnte. Gleich­zeitig trat die französische Mobilmachung in das Stadium der Oeffentlichkeit. König Wilhelm geriet unter diesen Umständen in «ine lebhafte Bedrängnis, und selbst seine Umgebung, die die Not ihres alten Herrn nur teilweise übersehen konnte, empfand, wie dringend notwendig jetzt die Rückkehr nach Berlin, der Ueber- gang der Berhaichlungen in die Hand Bismarcks ivar. Das war das Ergebnis der Wendring dieser kritischen Tage, in der die königliche Politik sich zeitweise von der Bismarcks ablöste.

Dermlfcfete».

* Bett und Haus in der Tasche. Bias, einer der sieben Weisen Griechenlands, trug bekanntlich alle seine Habe bei sich. Ein moderner Bias ist der englische Erfinder T. Ö. Hol­ding. der alles, ivaS er sein eigen nennt, selbst Bett und .Haus, beguein bei sich tragen kann. Er hat nämlich, >vic ein englisclzcs Blatt berichtet, merkivürdige zusammenklapp- und faltbare Häuser, Betten, usw. erfunden, die zu winzig kleinen Paketen zusammen­gelegt werden können. Das Haus des Herrn Holding wiegt 12 Unzen, also noch nicht dreiviertel Pfund. Er versichert, darin

bei jedem Wetter tat Freren übernachtet zu haben, ohne tta»

es ihm bet seinen 70 Jahren irgendwie geschadet hatte Dvi

Haus" hat Übrigens für zwei Menschen Platz! Zusammen- gefaltet hat es etwa dre Größe eines mittleren Buches. Noch kleiner und leickuer rst das Bett des Herrn Holding. Es läßt sich bequem tn jeder Rocktasche unterbringcn, während es auscinandetgenommen ine Größe eines Durchschnittsbcttes hat. Die .Kissen toerven ähn- sich wie geivöhnliche Luftkissen ausgepumpt. Die ganze Ausstattung, dieses Hauses trägt Herr Holding gewöhnlich auch bei sich: er hat ,ii fernen Taschen nicht irur Kissen, sondern Wasscrgefäße- Hausgeräte usw., selbst einen kleinen Ofen eigener Erfindung, der ein knappes Pfimd wiegt, trägt er bei sich, nnd er behauptet, Hans, Bett und gesamter Hausrat wögen zusamnien nicht mehr alö sieben Pftrnd. Aas loäre also, da es sich natürlich um eng­lische Pfimde handelt, wenig über drei Kilogramm!

* Der Musterknabe. Zwei Herren, di« in der Bahn ziisammcnfahren, unterhalten sich über die Erziebung der Söhne. Haben Sie Söhne?"Ja, einen."Raucht er?" ,?lb«r nein! Er hat nie eine Zigarette angerührh."Trinkt er? Spielt er Karten? Geht er ins Cafö?"Er denkt nicht daran!"Komnn er abends spät nach Hanse?" .Mrich nach der Mahlzeit geÄ er zu Bett."Da kann man Ihnen wirklich gratulieren. Das ist ja ein Musterknabe! Wie alt ist er denn?"Zwei Monate und neun Tage."

* Gemischte Freude.Na, Jim, alter Bursche, wie

wgr's Dir dxnn zu Mute, als das erste Babh kam?"Gerade als wäre ich Präsident geworden."Und wie war's, als-dev Storch zum achten Mal kam?"Hm, gerade, als wäre ich Prä­sident von Mexiko."

* Unter alten Freunden.Ich traf vor kurzem den Ti- zio, der mir sagte, daß'ich Dir außerordentlich ähnlich sähe." Wer ist dieser Dunrmkopf, den will ich mir mal ordentlich vor­nehmen."Reg Dich nicht auf, den Hab ich mir schon vorge- genommen."

* Dichterlohn.Sage mir," ruft triumphierend dev Futurist, der eben sein letztes Gedicht vorgelesen hat,was glaubst Du, daß sie mir für eine solche Poesie geben müßten?"Ich wlll mich ja nicht zum Richter aufwersen," antwortet der Freund, aber mir scheint, daß 6 Monate genügen würden. "

vlichertlsch.

Zum Tode des Erzherzog-Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gemahlin Sophie Herzogin von Hohenberg bringt die Neue Nummer (3705! derI l l u - strierten Zeilung" (Verlag I. I. Weber, Leipzig! einen Son­derbeitrag in einem stimmungsvollen Umschläge. Äußer dem Ge­dichteSerajewo" von Karl Hans Strobl enthält dieser Sonder­beitrag in einer Anzahl ansgezeichneter Artikel eine eingehend« Würdigung des Lebens und Wirkens des Erzherzogs mit vielen teils ganzseitigen nnd farbigen Bildern aus seinem Leben, seine» Umgebung und von seinem trachschen Ende, u. a. nach Originalen von Schwormstädt, Bohrdt, Stöwer usw. Ein breiterer Raum ist ferner der z. Zt. in Bern stattftndenden Schweizerischen Landes­ausstellung eingeräumt, deren Bedeutung in mehreren Auftätzen u. a. von dem bekannten Schweizer Dichter I. C. Heer dargelegt, und die uns sowohl in ihren Baulichkeiten als auch ihren Aus­stellungsgegenständen, hauptsächlich was die Kunst anbetrifft, in einer größeren Anzahl von Bildern »orgeführt wird. Unter diesen befindet sich auch die vorzügliche doppelseitige farbige Reproduk­tion des GemäldesAm Ziel" von Hans Beatus Wieland. Aus dem sonstigen Inhalte der außerordentlich reichhaltigen Nummer seien noch besonders erwähnt:Das moderne Wohnungsproblem": Zum Thronwechsel im Herzogtum Sachsen-Meiningen" (mit der Wiedergabe eines ganzseitigen Bleistift-Porträts des Herzogs Georg);Das Werden eines indischen Nachtfalters":Der deutsche Evuleurstudeiit einst und jetzt" und für Unsere Frauen Ltn Kranz und Schleier" und Georg Ruselcrs ErzählungDie Rettung deS heiligen Willehad". In fast allen Fällen wird auch hier dal geschriebene Wort durch vorzügliche Bilder unterstützt.

Rätsel.

Nimm dich in acht vor mir! sucht selten bab' ich dem Meusche» Lust und Liebe zum Lebe» rauh und herzlos geuonune».

Schlage mir ab de» Fuß und änd'rc mein ziveiteS Zeichen:

Eitel nur ist dein Bemüh'», ich nehme zuletzt dich gefangen.

Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des magischen Dreiecks in voriger Nummcrr li 8 0 A £

KRIS GIG A 8 8

Redaktion ' kl Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brilhl'schen Univerlltäts-Buch- und Eteindruckerel, R. Lange, (Bie&en