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einer jüngeren, und der alte Geheimrat, dem ich mein vollstes Vertrauen schenken könnte, ist nicht da, und er könnte mir in diesem Falle auch nichts helfen. Nein, er gar nicht, er schon lange nicht! Leben Sie wohl, Herr Gras! Mso morgen früh zeitig Rendezvous zum Reiten hier in Jvers- hofen. Vielleicht machen wir morgen den letzten Spazierritt. ES ist möglich, daß auch ich verreise und auf und davon gehe. Es wäre vielleicht die beste Lösung."

Graf Klinter fügte Barbara die Hand mit noch größerer Ehrerbietung als sonst. Aus seine» Augen strahlte ein so herzliches Mitleid, daß ihm Frau Glover »och einmal zu­nickte, bevor sie ihr Pferd weltergehen ließ.

(Fortsetzung folgt.)

wie ernährt man sich gut und billig?

Vo» Dr. S e 11 * Eleonorcii Heilstätte.

Wenn unsere Ernährung die Bezeichnunggut" verdienen soll, so nius« sie bei dem gesunden Erwachsenen auf Erhaltung des KölVcrbcstoiides (nicht Mehrung des Gewichts), auf Erhaltung seiner Arbeitskraft, Zülugkeit und Ausdauer zngclchnitten sein. Etwa 50 Prozent der verdauten Nahrung sind Baumaterial und dienen (durch Ersatz der natürlichen Abnutzung) der Erhaltung des Bestandes, 96 Prozent dienen demBetriebe der Körpcrmaschtne", - sie werden, wie die Kohle unter dein Dampfkessel, mit Hilfe fce& aus der Lust eingeatmetcn Sauerstoffs verbrannt und liefern dabei Wanne imd Kraft: aber nicht nur rohe Kraft zum Hebe» und Forlickwffen von Lasten usw, sondern auch DenÜraft, Seh­kraft, Nervenkraft, Berdauungskrast, Kraft zur Abwehr andrängen­der oder zur Ueberwindung eingedrnngener Mankheitskeiine usw. Man belvcrtct deshalb die reine» Grnndswfte der Nahrung nach der Menge der Wanne, die sie bei der Verarbeitung (Verbrennung) im Körper liefern: das ist jedoch imr teilweise richtig. Denn wenn auch mit der Wärmebildung stets in gewissem Verhältnis die Enttrncklnng von Kraft verbunden ist, so werde» andrerleits be­deutende Kräfte auch ohne Wärmebildung erzeugt. Die Mineral- stosse vor allem sind solche Nahrungsbestandteile, die nicht verbrannt werten, aber, wie die Wissenschaft jetzt einwandfrei nach- gewicse» hat, für die gesamte Lebenskraft wichtiger sind, als alle die anderen Stoffe, die verbrannt werden. Sie sind deshalb (also Kalk, Eisen, Natron, Kali, Kieselsäure, Phosphor, Schwefel, Mangan, Fluor) auchNährsalze" genannt worden. Wenn man die Nahr»ng eines Versuchetieres künstlich von allen diesen Mineral- stoffen völlig frei macht, alle anderen verbrennlichen Stossc aber >» der richtigen Mischung darin läßt, so stirbt das Tier sckmeller und Unter größeren Qualen, als wenn man es ganz verhungern läßt. Diese Mineralstosse sind hiernach die wichtigsten Nahrnngs- bestandteile, obwohl sie keine Wärme liefen! und unserem Körper nur in verhältnismäßig kleinen Mengen Nötig sind.

Die übrigen verbrennlichen Grundstoffe der Nahrung sind die Eiwcißslosse, Fettstoffe, Mehl-Stärke-Zuckerstosfe. Die letztgenannte Gruppe liefert hauptsächlich Kraft und Stärke und verdient des­halb ihren NamenStärke" ini vollsten Maße: die Fettstoffe liefern lxiuptsächlich Wanne, die Eiweißstoffe sind (wie die Mr- neralstosfe) in erster Linie Baumaterial. Wie beim Gebäude hängt auch beim Körper und allen seinen Organen die Festigkeit, Zähigkeit, Lebensdauer von der regelrechten Menge, Qualität und Verwendung des Bauniaterials, hier also der Mineralswfse iund des Eiweißes, ab. Aber nicht die Arbeftsleistung. Es ist ein alter und weit verbreiteter Irrtum, aber eben doch ein Irrtum, daß die Euveißnahrung, besonders im Fleische, von ganz besonderer Bedeutung für die Leistungsfähigkeit eines Men­schen sei und deshalb in der Kost arbeitstätiger Menickw» besonders reichlich vorhanden sein müsse. Für Stärke und Fett als die be­sonderen Stärke- und Wärmelieseranten trifft diese Ansicht besser zu. Man macht doch auch die Kolbenstange oder das Schivungrad einer Maschine nicht dicker und größer, wenn sie einmal länger oder schneller lausen soll, sondern man schaufelt mehr Kohlen ein, macht besseren Luftzug und erzielt den gewünschten Arbeits- ersolg eben durch erhöhten Verbrauch an Betriebsmaterial.

Als solches ist das Eiweiß keineswegs hervorragend geeignet. Es wird zwar verbrannt, aber nicht so vollständig, wie Fett und Stärke: es ist viel verwickelter zusammengesetzt, als diese ein­fachen Belriebsmaterialien sind. So liefert ein Gramm teueres .Eiweiß einerseits Nicht im geringsten mehr Wärme (und Kraft) als eilt Gramm Stärke, andrerseits aber macht seine Verarbeitung dem Körper viel mehr Arbeit als die der viel einfacher zusammen­gesetzten Fett- und Stärkestoffe. Was vom Eiweiß nicht verbrannt werden kann, das muß Unter Aufwendung von Kraft andersartig verarbeitet und ausgeschieden werden. So ist das Eiweiß noch weniger geeignet zur Lieferung von Betriebskraft, als die anderen verbrennlichen Nahrungsstoffe.

Daß ein großer Teil Kraft zur Verarbeitung des mit der Nahrung zugeführten Eiweißes verbraucht wird, sehen wir daran, daß ein Mensch, der viel Eiweiß zu sich genoinnien hat, inehr Luft einatmen muß, auch wenn er auf dem Sofa liegt Und

( keinen Finger krumm macht. Der vermehrte Lustbedarf zeigt tms an, daß irgendwo im Körper eine besondere Anstrengung vorliegt: jeder Mensch weiß, daß er mehr atmen muß, lvenn er sich anstrengt, schneller geht, Treppen steigt, schiver trägt nsw. Atmet jemand niehr, leistet aber keine sichtbare Arbeit, so muß eben die An­strengung innerlich sein: im angenommenen Falle ist es die Verarbeitung allzngroßer Eiweißmengen.

Gute" Ernährung für arbeitstälige Menschen darf also nicht zu viel Eiweiß enthalten, denn sonst wird zu dessen Verarbeitung zu viel Krast verbraucht und es fehlt dann an Krast für die Be- rnfsarbeit.

Die Eilvcißstosse sind zum Ersätze der Abnutzung unseres Körpereiweißes gelviß unentbehrlich: aber es ist unsinnig, sie deshalb i» übergroßen Mengen zu genießen. Man hat lange Zeit die Eiwcißslosse überschätzt, ganz besoiiders das eiweißreiche Fleisch, ja man hat, iit dem Eiwcißabcrglaubcii befangen, sich angewöhnt, ans Bcasstcaks nocki Eier zu schlagen, Rührei mit Schinken zu verbinden, zu den eiweißreichen Hülsensrilchtsuppen noch Würstchen zu esse», Brot ohne Fleischbelag zu verachten und dergleichen. Es wird aber kein ttnparlciischcr behaupten, daß die in dieser Weisegut" lebeuden Meiischeu zu große» Leistungen besonders besähigt seien. Das Gegenteil läßt sich beweisen.

Wie man die Eiweißstoffe überschätzt hat, so hat man, auch in der Wissenschaft die Mineralstosfe unterschätzt und lange Zeit gar nicht auf sie geachtet. Fn demselben Maße aber, wie die seit etwa 100 Jahren immer »lehr i» Mode kommende Verseinerung der Nahrungsmittel um sich gegriffen und der Mensch­heit in den Kulturländern einen große» Teil der in den natürlichen Nahrungsmitteln enthaltenen Mineralstoffe geraubt hat, ist di« Wissenschaft auf den Mineralmangel als Ursache der zunehmenden Schwächlichkeit, Blutarmut, Nervosität, des furchtbaren Zahn­versalles und anderer Rückgangserscheiimngeii (Degeneration) auf­merksam geworden. Man vergleiche, ivas oben über die mineral- srcic Ernährung von Versuchstieren gesagt ist. Besonders leiden unter der Miiieralstossverarmiing die aus Getreidearicii hergestellten Nahrungsnütlel. Die moderiie Feiiimnlleret hat das gute Brot unserer Allvordcren in ein armseliges Nahrungsmittel verwandelt. Nach den heutigen Zuständen kann man nicht mehr, wie im Vaier- unser, das Brot als Inbegriff der gesamtcii Nahrung bezeichnen, denn ihm sehlen wichtige Stoffe. Deutscher Weizen enthält durch- fchnittlich 2,12 Prozent Miileralbestandteise, der üblickze Weizen­gries nur 0,5 Prozent, Weizenmehl Nr. 0 nur 0,47 Prozent, bas seinste Weizenmehl Nr. 00 nur 0,420,38 Prozent. Die Weizenklcie aber mit ihren 8,01 Prozent Mineralstossen halten lvir sür grade gut genug zum Vichfutter. Vollreis enthält 3,38 Prozent Mineralstosfe, der überall täuftiche Reis unseres Handels aber nur noch 0,82 Prozent. Mehl ans ganzen Getrcidekörnern, also einfchließiich der Kleie, enthält gerade noch 10 mal so viel Eisen, als das allgemein übliche weiße Mehl. Kein Wunder, daß die Menschheit blntarni und bleichsüchlig dabei wird nnd Ungeheure Menge» von Eisenvrävarate» aus der Fabrik und Apotheke beziehen mnß, aber fclbst dadurch nur einen mangelhaften Ersolg erzielt. >

Gute" Nahrung muß also die natürlichen Mengen von Mineralstossen enthalte». Es wäre ei» trügerisches und törichtes (auch teueres) Beginne», wenn wir iveiterhin diese wertvollen Stosse fortwcrsen Und uns zum Ersatz vielleicht eins von den zahlreich angevrieseuen Nährfalzprävaraten kausen wollten.

Gute" Nahrung bieten dienverkünstelten gröberen

Nahrungsmittel i»>d sie stellen gleichzeitig diebillige" Nahrung dar. Daher list es ein Irrtum, wen» ärmere Leute die Wohlhabenden um ihre vermeintlich bessere Nahrung beneiden. Im Gegenteil, es ist ein Segen sür die breite Masse des Volkes, daß es nld)t die Mittel dazu hat, all die Gesundheit zerstörenden und Arbeits­kraft fchmäleruden Eßgewohnheiten (vergleiche Eitveißl der Reickzen nachzumachen. Es soll aber durchaus nicht verschwiegen iverden, daß den Miuderben,ittelten die Entwertung der Nahrungsmittel, vornehmlich des täglichen Brotes, besonders verhängnisvoll werden kann, wenn sie töricht genug sind, das möglichst weiße Brot dem vollwertigen, kernigen Schwarzbrote vorzuziclzen. Denn der Reiche kann sich durch reichlich Gemüse und Obst den Verlust an Nährsalzen ersetzen, auch die Verschleuderung von Getreidc- eiweiß, das in der Meie vor's Vieh kommt, durch grössere Fleisch- Portionen ausgleichen, der Aermere aber oft nicht. Gerade die breite Masse des Volkes sollte sich deshalb mit Entschiedenheit geaen die eingebürgerte Entwertung des Brotes wehren, dre nar-* toffeln ungeschält kochen, damit die Nährsalze darin bleibe», die Gemüse nicht abbrühen, sondern mit Kochwasser genießen und kein Geld für die wertlosen und dabei so leicht gesund hettsschädlich werdenden Genußmittel, wie Kaffee und geistige Getränke ans- gcben. Unser Verlangen nach diesen Reizmitteln und Nerven­giften ist erst so groß und so allgemein geworden, seit uns die so wunderbar Und geheimnisvoll stählenden Mineralltosfe in immer steigendem Grade entzogen worden sind.

Die unverkünstelten Nahrungsmittel. auch zum Teil roh ge­nossen, wie Obst, gelbe oder ferne Rüben, Salate, Radieschen, haben ein ei, ganz ausgezeichneten Wohlgeschmack, auch die geauellten Kartoffeln im Vergleich mit den ausgekochten. Wie kräftig schmeckt, >vie nachhaltig sättigt ein Stück wirkliches Schwarzbrol Muiimik- brot/km Vergleiche zu dem armseligen Weißbrote! Feder wenkeiib«