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worden ist, erscheinen, un» oas nun dahinrollt und harrt, bis eine Allmachtshand es Uneber erstarren läßt.

Jetzt iiberziehts sich mit weitzem Gischt, und seine Wellen spitzen sich, und sie tanzen aus und nieder und sehen aus, wie Rokokodämchen, die im Menuett sich drehen und mit gespreizten Ungern die Röckchen halten und die weißen Spitzen perleii und rauschen lassen.

Und ein kurzer, scharfer Wind bläst die ganze Herrlichkeit zusammen und die Weilchen fliehen mit rauschenden Sprüngen auseinander, und mm ist Platz für einen nesigen Wellenberg, der mit majestätischer Ruhe dahergcrollt kommt und ein gähnendes Tal bar sich hertreibt.

Doch auch er zerfließt und uiuß neuen Wassersormen werchen, denn das Meer ist ein ewiger Wechsel.

Anr Abend pilgerte Rene heani.

Er fand in seinem Zimmer sür sich allein gedeckt., Er strich etliche Brote und und ging dabei in seinem Zimmer aus und ab.

Das Alleinsein stimmte ihn trübe, Und er durchspähte den Garten nach Arda und Scede, Aber alles war still.

Da verli.'tz er das Haus, denn er hoffte, sie am Freimast

zu finden.

Die Däuimerung hing in den Gassen und verlieh ihnen, die so schon so still, einen düsteren Frieden. Das kleine Hotel an der Hauptstraße schaute mit toten, finsteren Augen ans die Fischer­hütten, Erst in drei Wochen sollte es eröffnet werden.

Das Fischerdorf, das am sonnenhellen Vormittage heiteren Frieden aluiete, ersähen jetzt starr und öde, Rene fröstelte es.

Da sah er den kleinen Rasenplatz, und am Freimast rehntq Seed« Bahlsen, und Arda saß neben ihm aus einer Fisch- toune.

i Und im Kreise hockten und lehnten die Fischer, uird sie rauchten ihre Tonpseisen oder kauten gemächlich an ihn: Tabak, Bon scrn sah das aus wie eine Totenversammlung,

Er trat hinzu, aber nur wenige drehten auch nur den Kops nach ihm.

Keiner sagte ein Wort, selbst Seede schwieg.

Rach geraumer Zeit forderte ein junger Bursch den Blinden aus:Seede Bahlsen, erzähle uns etwas,"

Seede schüttelte sein Haupt, und niemand wiederholt« die Bitte,

So schlviegen sie lvciter.

Endlich sagte ein alter Fischer breit und gemächlich:Der Reichskanzler will gehen."

Da kommt eben ei» anderer," äußerte sein Nachbar wichtig, und etliche nickten. Beisall.

Und der alte Fischer berichtete weiter:Der Kaiser läßt ihn aber nicht,"

Da mag er eben bleiben," sagte der Nachbar,

So ward die Politik, die eine ganze Welt in Atem hält, hier abgetan.

Wieder langes Schweigen,

Da trat der Hasenmeister hinzu Und sagte:Petrolo Tikander hat sich heute vormittag anheuern lassen."

Rene sann »ach, Petrviv Tikander? War das nicht der Bursche, der ihn gestern abend an sein Quartier gesührt hatte, und toar es nicht derselbe, der gestern abend Seche und Arda geschmäht?

Er blickte nach de» beiden und sah, tvie Arda ihren Kops ge­hoben hatte sund wie an Zug inneren Friedens ihr: Antlitz verklärte, Scede aber hatte die Hände gefaltet und senkte di« Augen zu Boden,

Reite dachte:Ob er betet?"

Ei» Bursche fragte de» Hafenmeister:Was fällt Petrow ein? Er Iwt doch noch Geld in Fülle, und solange noch ein Groschen in seinem Beutel sitzt, rührt er keinen Finger."

Er ist ein Tagedieb," wart ein anderer ern.

Und der Hasenmeister berichtete weiter:Er hatte den ganzen Vormittag gespielt init dem Schisser und dem Steward von der Schonerbrigg, die sestgemacht hatte, und er hat alles verloren. Und ivcil die einen Mann brauchen, ist er am Abend mit weg- gefahren,"

Wohin die Fahrt?" fragte einer,

Zuerst Nach Hamburg, und dann nach England."

Warum verkaufte er das Haus nicht, das er gestern von Thedje gewonnen?"

Arda war aufgesprungen und griff den Frager hart an. Welches Daus, Uwe?"

Alles Blut war aus ihrem Antlitz entloichen,

Das halbverfallene, draußen an der Dünenstraße, kennst du es Nicht?" ' i

Arda taumelte zurück,Und ob ich es kenne," würgte sie hervor.

Sie rüttelte Scede und führte ihn hinlveg, hinüber nach dem Damme, der im Finstern lag, und dort siel fic nieder und klagte:Unser Haus, Seede, unser Haus, Petrow hat !unser Haus, das mit dem kleinen Gärtchen und den grünen Fensterläden^ Und er ist fort und kommt vielleicht me wieder,"

Und Seede tröstete sie mit seiner weichen, milden Stimme, Rcne war ihnen nachgcgangen und setzte sich stumm an ihr« Seite, als müßte das so sein.

Und Ardas Klage schnitt ihni ins Herz, Zweier Mensche« ganzes Hoffen, ein Berg von Zukunststräumen war zerfallen, stlnd Rene suchte nach Worten -des Trostes und er sagte Ardas eigene Worte am Vormittag:Man muß das Wollen haben, die Menschen zu verstehen, und dann ivird man Trost Und Ver­gebung sinden,"

Und Arda nickte stumm und hörte aus zu klagen.

So saßen die drei Und schtoiegen. Und die Mrereswcllen rausch­ten dumpfe Lieder, und sie rüttelten in wildem Zorn am Damm« und machten ihn zittern, und auf ihrem Rücken saßen lvilde Windgesellen, die heulten und schrien in schrillen, pfeifenden Tönen,

Dann erhob sich Seede und zog auch Arda mit empor und er sagte:Heute nacht gibts Sturmflut, laßt uns heim-

gehen,"

Uird Rcne schloß sich den beiden an. und schweigend schritten sie durch die stillen Gassen nach ihrem Hause,

(Fortsetzung folgt,)

Vermischte».

' Eine Geiahr sür den Heri ugslang. Sehr beunruhigende Mitteilungen über eine schwere Krisis in, iranzösisckien HeringSsang, der sür manche Gebiete eine wichtige Indnslrie ist, werden von der Handelskannncr von Bo»logne-su»Mcr gemacht. Ans Grund der Statistiken steht lest, daß die Zahl der gefangenen Heringe sich in den letzten Jahre» aiißerordentlich verringert hat; sie betrug iui Jahre 1307 noch 27 415 803 Stiict und war im Jahre 1913 ans eine Gesamtmenge von 2 615 030 znrückgegaugeu. Es scheint, daß dieser anftcrordentliche Mangel a» Heringen, der sür dieHeriugsiu- dustrie eine so schwere Gelalir bedeutet, durch das Erscheine» zahl­loser Scharen von Seehund«» veranlaßt ivordeu ist, die die Heringe jagen und vernichten und zu gleicher Zeit uuler den ausgestellten Netzen und Jischereiapparateu einen beträchtlichen Schadeii anrich- ten. Man null jetzt Prämien aus di« Erlegung der Seehunde setze,,, um dadurch die Zahl dieser schädlichen Heringssresser »ach Möglich­keit zu ver>Niger».

* Die Praktikerin, Junge Mutter:Aber, Marie, wie können Sie denn Babys Bad richtig stellen, wenn Sie kein Thermometer brauchen?" Marie:Beunruhigen Sie sich nicht- Madam ! Wenn Baby blau wird, Ms zu kalt, und ivenn Baby rot wird, dann Ms zu warm!"

* Stadt und Land.,Was ziehen Sie vor das Leben auf dem Lande oder in der Stadt?"Das kommt ganz darauf an, ob ich wehr in der Laune bin, von einer Kuh oder voll einem Auto attackiert zu werden,"

* Falsch verbunden,Annie, hast du je eine» Aiitrag erhalten?"Einmal ja, meine Liebe, Ein Herr bat mjch um meine Hand per Telephon, aber er war falsch verbunden , , ."

Sprachecke de; Allgemeinen Deutschen Sprachverein;.

* Komisch. Kaum ein anderes Fremdwort ivird so viel falsch

angeivcndet ivie das kleinekomisch'. Da fliegt beispielsweise ein Lustschiss i» großer Ruhe und Sicherheit über »nS: schon finde,l das einige Menschensehr komisch'. Ein ernstes Bild erregt asisei- tiges Aussehen. Es wird über das Für und Wider gestritten, und ich höre: .Komisch, daß der Meister das gerade aul diese Art dargc- steflt hat.' I» beiden Fällenaus tausend Beispielen sind nur diese zwei herausgegriffenfragte ich mich:Wo steckt dem, da das Scherz- und Spaßhafte, was ist denn lustig dabei?' lind dan» siel es inir ei», daß das deutsche Volk wieder bei Freindeu Anlei­hen macht, obgleich ihn, unsere Sprach« lreffeidere Ausdrücke zur Verfügung stellt. Die Menschen lachen über etwas und sinden das komisch', also spaßhast-sie sinden aber auch etwas mcrkivürdig >,nd nenne» das wiederkomisch". Ist das nun nicht komisch? Ob inan nicht doch allmählich ansangen wird, über den Sinn der Worte nachzudenken? _ Cybulla (Leipzig).

Gleichklang-Räisel.

Ein Neutrum, aus Brettern, schließt abends nian spät.

Damit uns kein Fre,ndling belästigt:

Als MaSculinuur hats nur ein Brett,

Doch daS ist solide besestigt.

Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummer»

Der ew'ge» Satzung folget die Natur:

Nach üpp'gein Blüh'n ein laugsanies Entfärben:

Vo,i Widerstand und Ausruhr keine Spur:

Schön wie im Lebe», ist sie auch im Sterben.

lind wer das schauet alles recht und klar,

Dem kau» kein Zweckel koinme» und kein Neuen;

Dem ist des Glücks Geheimnis offenbar:

Zufrieden leben und den Tod nicht scheuen. I. G. Seid^

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdnick und Verlag der Brübl'schen llniversitätS-Buch» und Steindruckerei. R, Langes QHe&at