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ein?» gefüllt?» Eimer fallen labt. Ta? ist oer Baumpieper mit dein spitze» Köpfchen und dem lerchenfarbigen Gefieder.
Mit Jubel wird von \'((t und Jung Freund Adebar begrüßt, menu er aus der asrikanischcii Winterherberge wieder zum altgewohnten Reste auf dem Kirchendachs znrückkchrt. Ter gravitatitcho ratbeinige Gefell ist leider in rascher Abnahme begriffen. Roch schlimmer als ihnr ilTs der Wachtel ergangen, deren fröhliches „pickwerwick" mit feinem daktylischen Schlag früher geradezu ein Kennzeichen der deutschen Sommerlandschast bildete, heute aber in dielen Gegenden überhaupt nicht mehr gehört wird.
Allmählich kommen dann auch die grüßten Weichlinge. Des Kuckucks sonorer Ruf schallt wieder durch den Wald, und die Bauernmädchen benutzen den menschenscheuen Vogel als LiebeS- orakel. tvälirend der Städler beim ersten Kuckucksruf rasch sein Geld in der Tasche schüttelt, damit er das ganze Jahr recht viel davon habe. Auch den herrlich verschlungenen Flötenrus des Pirols hört man jetzt öfter. In den Gärten kommt zuletzt der zierliche Gelbipölter an und tischt uns in seltsam abgebackie» Strophen und mit fast sprechenden Lauten ein ganzes Frikassee der verschiedensten Vogelgesänge auf: denn er ist ein Imitator erste» Ranges, gerade >vie der Torndreher. der oben in der .Hecke sitzt, vergnüglich niit seinem Schwänze hin und her ficht und aus häßlich tchualzende Lockrufe plötzlich vollendete Nachahmungen oer beste» Sänger aus seiner Umgebung solgen läßt. Ganz zuletzt kommt die Turuisckuvalüe, die scharenweise mit qclleudenr Geschrei in rajeudem Fluge die alten Kirchtürme umkreist und dabei die in der Lust tanzenden Mückenschwärme zehntel. Die lieben Haus- und Rauchschwalben sind schon erheblich früher eingetrosseu üno eifrig mit dem Ansbessern ihrer alten Lehm« Paläste beschäftigt. Bon Mitte April ab können wir auch das seelenvolle Lied der Nachtigall wieder hören. Leile. ganz leise hebt sic au. tiefer und voller scknvillr ihre Melodie, bis schließ« uch.cin schier gellend Schmettern vie kleine Bogeikehle säst sprengen zu toollen scheint. Und toiader hebt sie an. icder einzelne Laut eine Klage, eine lange, bange Klage voll der rührendsten, innigsten Sehnsucht. _
Eine Zchauspielerehe.
Sophie Schröder, die nicht nur durch ihre Kunst, >on- dern auch durch ihre Liebesodvssee berühmt gewordene, große Schauspielerin, lvar ohne das mindeste Urteil Männern gegenüber, sosern sie jung lvaren und ihre sinne anspracken.
Ihre Ehe luit dem Schauspieler K u n st, die am 20. Dezember 182') geschlossen wurde, ist ein charakteristisches Beispiel für ibr West». In den Tagebüchern E. L. Costenobtes sinden sich ein« wandsreie Anfzeichnniigen über diese Ehetragödie. Heinrich Stümcke, der diese Tagebücher früher als Privatdruck Iwcausgab, stellt seht die ivichtlgste» Auszeichnungen in den kleinen Schriften der Gesellschaft für Tbeatergeschichte zusammen. Sie geben ein getreues Bild dieser Uuglücksehe.
„Am Idten August 182b . . . Earl (Theaterdirektor) von München gab mit seiner Truppe an der Wien z. Erst. „Die Iiüuber auf dem Kulmer Berg". Sein Prolog gefiel sehr, wie die ganze Borstellung. Ein Herr Kunst, Liebhaberlvielec, schöner Mann mit schönem Organ, legte sehr los und gefiel, lote natürlich.
Am 19U’it Oktober: fuhren vor dem Theater zur Schröder, wo der Kunst war, dessen Spiel die ooovbie sehr hoch achtet, weil er ibr die Cour macht, andere halten ihn für eine» Schxeyer und nichts lvertb. Sophie findet Genie: ich muß ihn selber sehen.
Am 2ten November 1825: Gegen Abend kam Sophie mit Kunst, die sich uns als Brautleute kundgaben. Tolles Getriebe! Sie ist 45> ünd er 26 oder 27 Jahre. Ueberdies scheint er ein Maulmacher und Bramarbas. Er ivar einst Diener des Rem« hold in Hamburg und servierte aus Sophie Löbrs ihrer .Hochzeit. Das scheniert die Schröder zivar nicht, aber daß er eigentlich kein Künstler oder Mann ist, der für sie paßt. und daß die Eho niemals glücklich werden kann, das ist das Heilloie der Sache.
Am Alten November: Man spricht viel Schlechtes von Kunst und bedauert die Schröder, die sich in ein Unglück stürzen will.
Am Wien November: Es lourde viel skandaliiiert über die Mariage der Schröder. Kunst benahm sich demütbig und ausgeblasen, als er dem Hchrrvvogel die Aufwartiiiig machte. Er sagte, auf die Bemerkung S.. er minie itocl> viel Ralh annehme» — : ja opn einem Manne wie Sie wohl: aber von Leuten, die ich übersehen kan», nehme ich nichts au.
Am 26ten November: Kunst hält Eauivage: hat sie schwerlich bezahlt
Am 20. Dezember: .Heute Morgen zwischen >2 und 1 Ilbr wurde Sophie Schröder jitit dem Schauspieler Kunst in der lutherischen Kirche vo» Superintendent Wächter getraut. Unzählige Mensche» wohnten der Kopulation bei Rach der Trauung ging es zu Wittmann. wo gespeist wurde. .Mehrere sagte» ab Backis. und Graf Wendhäuser und Schlechten. Genieren sich, ,» ein ösfentliches Haus zu gehen mit Schanlpielern und hauptsächlich niit Sopieus Ruf.
Am 46. Januar 1826: Schrehvogel ist krank. Ich besucht« ihn. Er sprach viel über Kupst, und daß er nie engagiert werden würde. — Die Schröder lebt schon nicht mehr friedlich mit ihrem Kunst — er geht zu viel aus und ist grob.
Am 18. August: Die Schröder hat Laiigeweile in Hamburg, vermutlich, loeil kein Mensch mit ihrem Kunst umgehen mag. Sie soll ein übles Leben haben mit dem Kerl, der immer zwei» Bediente hält und ihr niit Scheidung droht.
Am 6ten Septeniber: Rach Tisch zu Pistors, wo auch Löwes uud Auschütz lvaren. Wir hechelten die Schröder durch, die jetzt schon ein Bett und die Stiefel des Kunst auf den Boden stellt.
Am Ilten September: Die Schröder ist angelangt . . . hebt sich jetzt sehr hock, weil die Stich nicht so anspricht wie sonst. Sic ist außerdem ohne Kunst gekommen, das ist don!
Am 8>en Oktober: Nack Tisch zur Schröder. Kunst kommt nicht, wie die Schröder sagt: er ist zu viel sckmldig: und sie lzat sogar für den Schw . . . mit unterschriebe». Sie sitzt tief.
Am 22ten Dezember: .Kunst schreibt zärtlich au seine Frau, mit der er in Scheidung liegt — der Kerl ist toll.
Am 23. Januar 1827: Kunst ist in elende» Umständen und schreit jammernd, seine Frau hätte doch mit seinem zarte» Alter — der Kerl ist 28 — Geduld habe» sollen . . .
Am 24teu May: Kunst nennt sich i» einem Briefe an die August? Schröder ihren treuen Vater. Der Narr!
Am 23te>> September: Kunst schreibt noch an seine Sophie: Hochgeehrte Sophie und bittet um.einen alten Spenzer.
Am 4tcn Oktober: Gegen Mittag kam die Schröder: sie war heule zum erstenmale mit Knust vor dem Geistliche» der Scheidung loegen — — Kunst kam zu Pferde . . ein Motiv mehr zur Separation."
veriniscbtc».
* Vom Buchhandel im alten Rom werden i» dem von Prof. Giovanni Daeia jus Jtalieilische übersetzten Werke „Minerva" von Gow und Reinach wertvolle und interestante Mitteilungen gemacht, aus denen E. Ravpaport in der Zeitschrift für Bücherfreunde einiges wiedergibt. Der Autor verkaufte zu Ciceros Zeiten sei» Buch an einen Verleger, der ihm entweder ei» Bestimmtes für jedes verkaufte Exemplar zahlte - so scheint es bei Cicero gewesen zu sein oder sür eine feste Summe die, ganze Aufnahme übernahm, wie dies bei Martial der Fall war. Einzelne Ausgaben erreichte» bei vielgclckenen Autoren A u f- lagen bis zu 10 00 Exemplaren. Das Manuskript des Autors mußte aliv zu gleicher Zeit einer sehr große» stabt von Schreiben! diktiert werden, die dabei natürlich viele Fehler machten So waren die Exemplare, die die Buchhändler seilhielten, oft recht inkorrekt, und die Autoren verbesserten eigenhändig besondere Exemplare, die für Freunde oder Gönner bestimmt umreit. Die Buchläven lagen im alten Rom zahlreich in einem bcstimmteu Stadtteil, der „Argiletum" hieß. Die Bücher »vurden durch P la - k a t e^anqekündigt. di.' an den Türen per Läden hingen oder au den Säulen des Portikus, unter dem sich der Laden befand. Die Büche rpret'se waren nicht sehr hoch So lourde z. B. das erste Buch der Epigramme des Martial für 5 Denare (etwa 5 Franken!, seine „iVuiu" für nur 1 Denar verkauft. Sogar ei» arnier Mann, der in einer Dachkamnter wohnt«, konnte sich eine kleine Sainiuluuq guter Bücher zulegen, >oie uns Juvenal erzählt. Denen, die keine Bücher kauften, standen die ösl'ent- tichen Bibliotheken zur Benutzung offen, die in der Zeit von Augnstus bis Hadrian aus die beträchtliche Anzahl von 20 augewachse» lvaren.
* A u s g e s ch a l t e t e r Wettbewerb „SternfcldS kommen also bestimmt auf den Bals?" — „Gewiß." — „Dann binde ich mein Perlciikollter um. Ich weiß, daß sie ihres beim Juwelier
zur Reparatur hat." _
Gitter-Rätsel.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben
cc, dddd, e e t e, I I, b h, II, mtnoim, n n, t i rr, ■ i i i, t ttt, o u
derart eii-zntragen, daß die senkrechten und lvagcrechten Reihen gteichiantcnd folgendes ergeben:
1. Schädliche Tiere.
2. Stadt in den Niederlanden. S. Russisches Eonvernement
Auslösung in nächster Nummer.
Auslosung des Rätsels in voriger Nunimer: A »na, 1! n n a.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Bnlhllchen Universitä!*-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Siehen.


