Einzelbild herunterladen

wischen. Am ersten Weihnachtsfeiertag erschoß sich liier der S ch u l k n a b c Willi Becke r. Die Gründe zur lat s.nd unbekannt. Ter Turnverein von 1860 und der Männerturn­verein veranstalteten an, zweiten Weihnachtstag Vaterlän­dische A b e n d e. die von den Verwundeten aus unseren Laza­retten tehr zahlreich besucht waren.

K. Vilbel, 29. Tez. In den dunklen Nächten vor Weih­nachten wurden in den Siesniaierichcn Baumschulen etwa 3Oll junge, sehr wertvolle T n n n e » b £ u m e abgebro.cin und ge- st o h l e n. Tie Tat v konnten bisher nicht ermittelt werder.

Hessen-Nassau.

- h. F r a n k f u r t a. M., 29. Tez. Nach dem Vorbild der Städte Potsdam, Charlottenburq und Essen will man nun­mehr auch hier die Küchenabfälle den Landwirten der Umgegend zur Biehfütterung zuführen. In einer Ver­sammlung wurde allseitig die große Bedeutung der Abfall­verwertung für die Volkswirtschaft anerkannt und nach längerer Aussprache beschlossen, die Stadtverwaltung zur Organisation der Angelegenl^eit auszufordern. Mit Hilfe der Landwirtschaftskammer sollen sodann loeite Kreise der Landwirtschaft zu regelmäßigen Abnehmern der Küchen- absälle gewonnen werden. Wie mitgeteilt wurde, wird der Gesamtwert der nutzbaren Stoffe, die in Deutschland dem Kchrichteimer zugesührt werden, auf jährlich 2 7 Mil­lionen Mark geschätzt. Ein aus der Versammlung ge­wählter Ausschuß wurde mit der sofortigen Durchführung des Planes betraut.

X. £> n n a n, 28. Tez. Don der Teulschen Dnnlov O'uinmi- Compagnie-Aktiengesellschaft »> Öaticui sind der hiesigen Organi- satio» des Roten Kreuzes Ute unsere Truppen im Felde 500 000 Zigarren überwiesen worden.

Gerichi^saal«

Ein englischer Kriegsgefangener z»m Tode verurteilt.

Berlin, 29. Dez. <W. B. Nichtamtlich.) Ter eng­lische Kriegsgefangene, der Straßeitbahnschassner William LonSdal, der ain 2. Dezember vom Gericht der Inspektion der immobilen Garde ivegcn tätlichen An­griffs gegen einen Vorgesetzten im Dienste vor vcr- 'sammelter Mannschaft und im Felde zu zehn Jahren Ge­fängnis verurteilt worden war, wurde heute infolge der Be­rufung des Gerichtsherrn voui OberkricgSgericht des GardekorpS zum Tode verurteilt. Der VerhandlungSführer, Geh. OberkriegSgerichtSrat Dr. Boeder, beiucrktc in der Urteils­begründung:

Wenn auch einige Momente für einen minder schweren Fall vorlicgen, so in doch zu berücksichtigen, das) der Angeklagte ritten sehr schweren Tiszipiiubruch begangen Hai. Es ist lertter zu er- ivägen, daß die «ttglifchen Kriegsacsangcnen sich i m a l l g e nt e i n e u gegen d i e V o r g e I e tz i c n a n s I ä s s i g und w i d e r s v e n st i g zeigen. Hinzu kommt, daß die eng­lischen Kriegsgciangenen, und auch der Angeklagte im jpc testen Falle, di« Belebte der Vorgesetzten, das Feld zu räuinen, in ver­höhnender Weise nachqeäfft haben, Cs ist tvcilcr zu erwägen, daß derAngeklagte den Laiidstiirutmann Rtnnv, der als Wachttnann als Borge'etzler galt, zweimal mit geballter Faust, einmal vor die Brust und da? zweite Mal vor das Knut gestoben hat. Ter Ver- handlniigSlührer teilte schließlich dein Angekiagten mit, daß ihm gegen das Urteil das Rechtsmittel der Revision zustche. Ter Verteidiger, Jnstizrat Tr. Bernau, teilte mit, das) sich der An­geklagte Vorbehalte, ob er Revision einlegen wolle.

Berlin, 28. Tez. Wegen Beraubung von Feldpost» Paketen halte sich der 18 Jahre alle Postanshclser Paul Krause, der bei detu Pckstamt Feobnan mit einem Gehalt von 93 Mk. monatlich angellcstt tvnr und deffen Vater selbst im Felde steht, zu vctantwotten. Nach seinem eigenen Geständnis hat er 12 Feld­postpakete geöffnet und daraus Zigarren, Zigarellett, Schokolade, Fcldbristen, Tnichcnlamve t und andere Liebesgaben enttvcndet. Ter blntrag des Staatsantvalts lanlele ans 2H, Jahre Gefängnis. Tas Gericht erkannte mit Rücksicht aus die große Jugend des An» gcklaatcn ani 19, Jahre Gesängnis.

Berlin, 29. Tez. Tas ,Berl. Tagebl." meldet au? Nüril­lt erg: Tte Ctiatkammec verttrleille den verheirateten vorbestraslen Fabrikarbeiter Georg Lllbert, der ans Wasttvirtschailcn iort- gcsetzt die Santinelbüchsen für die Kricgssürsorge stahl, zu 5 Jahren Zttchllmns und 10 Jnhrett Ehrverlust.

Vcr«niscl'tes.

* E i n e ,.B a r b a r c it" -Tat. Wie derLokalanzeigcr" be­richtet, hat gelegentlich des Weihnachtsjcstes der Generalleutnant p. Rieder, Etappen-Jnspektor eines Armeekorps, der französi­schen Stadt St. Quentin die Summe von 5 0 00 Mark für die Armen dieser Stadt und die Notleidenden zur Bcrsiignng gc- stclit.

' Wieviel Kraftwagen sind im Kriege? Tie Bedeutung des Aniomobils kür den iitodertieti Krieg erhellt am besten ans den bcträchilickiett Mengen von Kraiitvagen, die an! beiden Seilen Vertvettdimg geitmden haben. Zwei Tage vor ihrer Krtegserklärnttg an Tenischland erliest die lranzösische Regiernng ein Ausfuhrverbot vott Automobilen, ans dem hervorgeht, ivicoiel Krastivngcn der französische» Heeresverwaltung bei KriegSaitsbrnch zur Verfügung standen. Nlililärantos aller Art, tkarnnter A»to- mobilc zur Beförderung von Geschützen, Munition nnd Flugzeugen gab cs 18 000. Von Privatantos kotmtc die Miltkärverivaltung 50 >00 requirieren. 1100 Antoomnibttsse Halle die Lmnibii-getell- schalt der Stadl Paris zu stellen. Außerdem ivaren noch mehrere hundert Sonderfahrzeuge, so Antomobtle mit Schetnivetiern, mit Stationen für drahtlose Telegraphie und solche zttm Filtrieren inid Besörderit von Wasser vorhanden. Alles in allem versiiglc^ also das iranzösttchc Heer über einen Antontobilpark von 70 0<10 Fahr­zeugen. Tie Zahl der deutschen, im Feld befindlicheit 5Uito- tttolnlc toirb von einer amcrikaniichen Fachzeitschttft eltvas niedriger, nämlich ans nur 55 000 eingeschätzt. 30 000 davon sind eigentliche Miitläriahrzeuge. tvozn »och >0 000 Anhättgewagen an die großen Militär-lkastantomobiie kommen. Tagcqen soll die Zahl der regnirierten Privatantos nur halb so grob >» Frankreich (ein, also nur 25 000 betragen. CiS wird dies daran! nrückgeiührt, dast das Aittotnobii in Deutschland noch nicht die Berdreitimg ivic in Frankreich besitzt. Tie Cnalänber haben gegen 20 000 Auto mo ilc aller Art ans dcn curoväischcn Kricgsschaitviatz geschickt, davon 1009 Londoner Atttomobilotttttibttssc. Allein die drei Attnecn TenIschiandS, Frankreichs nnd Englands vertilgen somit über rund 150 0 M Kraftfahrzeuge aller Art, ivobei die verbrauchten 'Wagen so weil trne möglich ständig durch neue crleyt werden Schä t man doch den Verbrauch an Kra'tlahrzettactt im Kriege so hockt, dast nach Friedensschlttst allein die deutsche Aitiomohit- Industrie Aufträge über 100 000 i,c»e Wngcti erhalte» wird.

Sandel.

K r i e g « n a m e n als Warenzeichen sind nicht ein- tcagunasfähig. Tas kaiterltchc Palculamt hat emer Gieiteact , tiiiia die Mitietlnng getttacht, dast Worte und Tarstellungen. die Aul die gegenwärtigen politischen und kriegerischen Ereigniiie ^c- zug haben.' den Warenzcichenschntz nicht zugebilligt erhatten. B.- grinidun-i dafür ist. dast die freie Benutzung solcher Worte tu,' Tarstellnngen (Schlachlcunamen, Heeriübrer und Namen von Schifsenl bei der Atisstatttinn nnd Fetlbtelnitg von Waren entent allgemeinen Bcdürinis entspringt und der Verkehr mehr einet. Ausdruck vaterländischer Gesinnung in der .'lntvendmia solcher Zeichen nls eine» geschäftlichen Hinweis ans die U>- svrnnqsslätte ns«, der Ware sieht. Derartige Bezeich­nungen sind von der Eintragung in di« Zeichenroile aiisgeschlosieii und können nicht zum Gegenstände von Sonderrechten gcniach' werden.

Märkte.

Ie. Frankfurt a. M. S ch we i n ein grkt bericht vom 30. Dez. Anlgetrieben waren 1233 Schweine. Pollsieischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 60.0062,0 h Alk., Schlachtgewicht

74.00 .00®t., vollsteischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht

60.00 62.00 Alk., Schlachtgewicht 75.00-77. 0 Alk.: vollsteischige Schweine von 100120 bt* Lebendgewicht 80 . 0062.00 'l 1 !f Schlachtgewicht 71.0078 Mk.. vollsteischige Schweine van 120 bis 150 b» Lebendgewicht 60.0062.00 Mk, Schlachtgewicht 7778.00 Alk. Geschäft mittelmäßig, gerät,mt.

le. Frankfurt a. M., 30. Tez. (Sriq.-Telegr. des .Gieß. Anz.", Aintliche Notierungen der heutigen Frucht,narktvreiie. Weizen lhiesigers Mk. 27.50-00.00, Kurh-süscher Mk. 27.50-00.00, Welteraner Mk. 00.00-00.00. Roggen (hiesiger) Mk. 20.50 -00.00, Gerste (Wetteraner) Mk. 00.00-00.00, Gerste, Franken, Pfälzer, Ried Mk. U 0 . 00 -Ol .00, Haser Mk. 22.30-C0.00, Mais Pik. 00.00 bis Pik. 00 . 00 . Weizenmehl 0 Mk. 43-44.50, Roqqeninebl 0 Pik. 35.5036, Weizenklele Mk. 15.0000.00 ohne Sack. Biertreber Mk. 2020.50. Tie Preise verstehen sich ab Station zuzüglich der gesetzlich zuläistgen Provision.

Ic. Frankfurt a. SOI., 28 Tez. (Oriq.-Telegr. des .Gießener Anzeigers".) K a r t o s s e l m a r k t. Man notierte: Kartoffeln

in Waggons Mk. 7,00 - 8,00, im Kleinhandel Pik, 8,009,00 für je 100 kg.

Tie Marktpreise für Bich und Frucht und die Hiics.cner Fleisch- und Brotpreise

am 28. Dezember 1914.

Schlachtviehpreise in F ranks urt a> M.

Fleischpreis« in Gießen

Ochsen

llälber

Schwein«

50 Kg. Schlachtgewicht 91101 Wk.

v, Lg. Schlachtgw. 7085 Pf.

J, llg. 3696 31*

'/. . 80-84 . '/. . 80 - 96 .

Cetreidepreise in Mannhe im

Brotpreise tu Gießen:

Weizen 11)0 1!q. 00.00 - 00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 00.0900.00 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 68 6t, Schtvarzbrot 2 Kg. 64 big

Briefkasten der Redaktion.

lAuouyme Ansragen bleibe» unberücksichtigt.)

8. tj. in w. Ihre beiden Fragen betr. des Eisernen Kreuzer sind zu verneinen.

Meteorologische Beobachtungen der 5tation Gietzen.

Tez.

1114

fo.S

1 sf

O. w *

o 'S C ~

.o

if

" I

I'll-I 2 leg-s« 5S

1

Wetter

29 ' V

740,1

52

50

76

sw

6 | 10

Regen

29 l

. 46.2

2 4

4,8

89

S

2 | 3

Bew. Himmel

80.11 H

1

149,5

26

4.6

84

SSW

2 i 9

" '

Höchste Temperatur am 28. bis 29. Dez. 1911 -|- 9.6 C. Niedrigste . 28. . 29. . 1914 --- ff- 2,3' .

Niederschlag: 0,4 mm.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetleraussichten in Hessen am Tonnerstag, den 31. Tez. 1911: Wolkig, trocken, westliche Winde, kälter, Nackstsrost.

Letzte Nachrichten.

Friedensschalmeien in Rußland.

i. Köln, 30. Dez. DieKöln. Ztg." berichtet aus Sofia: Ruskoje Slowv", das offiziöse Organ des russischen Mi­nisters des Aeußcrcn, namentlich in der Ortetet Politik, bringt einen längeren Ausi'atz, der bezeichnend für die Stimmung in Ruß­land ist. Das Blatt führt aus, daß Rußland wenig Inter­esse an einem Angriffskrieg gegen Deutschland und Oesterreich- Ungarn habe, jedenfalls nicht genug, um einen solchen Krieg bis zum Ende der Erschöpfung durchzusührcn. Rußland solle einen günstigen Augenblick für einen annehmbaren Sondcrsricdcn abwarten. Die Weitersührung des Krieges sei nur eine Lebensfrage für England. Mit Lobgcsängen und Ermunterungsrusen spare man in Frankreich und England nicht, aber damit sei nichts erreicht, wenn die Taschen wie bisher zu­geknöpft blieben. In Petersburg sollen Vorträge über die Be­deutung der deutschen Kultur für Rußland gehalten worden sein und fortgesetzt werden. Dabei sollen auch gerechte und frewtd- ckiche Ansichten zu Worte kommen.

Die deutsche Front in Flandern.

Kopenhagen, 29. Tez. Nach dcn Angaben französischer Kriegsberichterstatter macht die deutsche Front in Flan­dern vom Meere zwischen Lombartzvdc nach Westcnd eine Kurv« bei St. Georges, geht westwärts nach Ramscapello, das in den Händen der 'Belgier ist, biegt nach Osten in unregelmäßigen Windungen und folgt dem Hauptarm der Äser bis Dtxmuidcn, wo die Deutschen den nördlichsten wichtigsteir Teil besetzt halten, während die Belgier dar südwestlichen Teil besitzen. Von hier geht die deutsche Front nach Süden über Mcrckow durch überschwemm­tes Gelände bis Bixschote, das im Besitz der Deutschen ist, von da nach Poelcapellc, das ebenfalls in dcutichem Bcksitz ist. Die deut­schen Schützengräben erstrecken sich dis nach Passchendaele, das die Deutschen halten, und biegen hier nach Eheluvelt ab, das die Ver­bündeten besetzt halten. Schließlich folgt die Linie einem Wald­rande bis zu der wichtigen Stellung östlich Hollebeekc, das von den Deutschen besetzt ist, und setzt sich dann über Warncton fort.

Englische Verhandlungen mit dem Groß-Senussrn.

Mailand, 30. Dez. WieCorriere della Sera" aus Kairo berichtet, ist die englische ägyptische Regiernng gegenwärtig in lebhaften Verhandlungen mit dem tz» r o ß - S c u u s s e ii, Ahmed c l er ch e r i s, begriffen. Dieser befindet sich in der Oase Bir Aziz bei Desna in der Cyrenaica, ivo er eine Abordnung von drei englischen Osslzicren eniviangen hat. Nach deren Rückkehr ist jetzt der Vertrauensmann des Groß- Senussen in Aegypten, der auch das Vertrauen der englischen Regierung besitzt, nach Bir Aziz abgereist, um dem Groß-Senussen im Namen der englischen Regierung die Kalisenwürde anzubicten. Ahmed el Scheris habe seine Neutralität versprochen, man müsse sie ihm aber bezahlen. Das geringste, was England ihm bieten könne, sei die Aufhebung des Äussuhrverbotcs von Lebensmitteln nach der Eyrenaica, Dadurch würden aber wieder die Interessen Ita­liens getroffen. Die Lage an der Grenze zwischen Aegypten und der Cyrenaica bleibt also selbst bei dieser entschieden nicht dreiverbandseindlichcn Haltung durchaus unklar.

Protest des Roten Halbmondes.

Wien, 29. Dez. Der Rote Halbmond hat an das Rote Kreuz in Genf einen Protest gerichtet, weil die russische Regie­rung durch dcn ttalieiiischcn Botschaiier der Pforte hat bekannt- gcben lassen, sic werde den Roten .Halbmond nicht refpekliereiui Das Zentralkomitee des Roten .Kreuze? in Gens hat jetzt nach Konstantinopel initgetcilt, daß dem Roten Halbmond der volle 'Schutz der Genfer Konvention gebühre und daß es deshalb in Petersburg durch das russische Rote Kreuz riiterventeren wesbe,

Dir neue Zivilliste des Sultans.

Konstantinopel, 30. Tez. Tie Regierung macht ein neues Gesetz über die Zioilliste des Sultans bekannt. Danach Er­fährt die Zioilliste des Sultans eine kleine Erhöhung. Sic beträgt künftig 240 000 Pfuich, das sind etwa 4'/- Millionen Mark (also ein immerhin mäßiger Betrag). Ferner erhält der Sultan 50 000 Pfund Rcprasentationsgelder. Ter Thronfolger erhält eine Apanage von 24 000 Psutid, die Apanage der anderen Prinzen und Prinzessinnen beträgt je nach dem Älter zwischen 150 000 und 450 Pfund monatlich.

DieHeldentaten" der französischen Marine.

Rotterdam, 30. Dez. Uebcr dcn Untergang des fran­zösischen UnterseebootesCurie" melden eng lische Blätter: Bei dem Angriff des französischen Tauch bootes gegen Cora machte dieCurie" den Persuch, in den Hafen einzuringen.Curie" gelang es, in die Hafenmün- dung einzulaufeii, aber das Boot verfing sich dann in einem stählernen Netz, das den Eingairg versperrte. Bei dem Ver­such, aus dem Netz zu entkommen, wurde dieCurie" von einem österreichischen Handelsdampser bemerkt, der sofort Alarmsignale gab. Die Forts eröffneten dann das Feuer: Curie" wurde von zwei Schüssen getroffen.

Die Beteiligung Portugals am Kriege.

Mailand, 30. Dez. Tie TurincrStampa" meldet, daß am 20, Dezember zwei portugiesische Infanterie-Regimenter in Kairo cingetrosscn sind, die in englischen Kasernen untcr- gebracht wurden.

Der neue Gouverneur von Warschau,

M ü n ch e n, 30, Dez. Der neue Gouverneur von War schau, Peter Wladimirowitsch Werefkin, ist gewiß nicht wegen seiner ausgesprochenen Deutschsreundlichkeit, sondern als Freund der Familie Jsmolski zum Gouverneur er nannt worden. Baron Werefkin kannte man in München recht gut. Er weilte jeden Sommer als Gast in der Billa Jswolskis in Rottach am Tegernsee. Er war sehr oft der Gast der Familie Jswolskis, nio er als Freund der deutschen Kunst, des deutschen Militärs und des Deutschen Kaisers galt.

Aufstand der Araber in Mesopotamien.

Konstantinopel, 30. Dez. Von Nedsches und Kertub ans hat sich eine Anzahl arabischer Stämme gegen di« in Mesopotamien vordringcnden Engländer in Bewegnng gesetzt.

Zur Sllltretung der Insel Sachalin.

Wien, 29. Dez. Der japanische Botschafter in Washington hat entgegen dem Petersburger Tcmemi bestätigt, daß Ruß­land gegen Lieferung schwerer Geschütze und Bei­stellung der leitenden A rti l l er i e-O s f i z iere die zweite Hälft« der Insel Sachalin an Japan offi- gctreten habe, nnd hat davon die amerikanische Regierung ossi- ziell in Kenntnis gesetzt. DasFremdenblatt" bemerkt zu der Abtretung: Die Geschichte kennt kaum ein zweites Beispiel einer Demütigung dieser Art, lvie cs das einst so prahlerisch« Rufland jetzt gegeben lwt. Es ist dies ein in der Geschichte ganz vereinzelt vorlommendcs politisches Wuchergeschäft.

Dir Konferenz der skandinavischen Auslandsminifter.

Stockholm, 30, Tez. WieDagbladet" meldet, findet die neue Konferenz der Auslaitdsminister der skandina­vischen Reiche am 30, Januar in Stockholm statt. Die englisch« Regierung hat auch die letzte Protcsteingabc der däni­schen Regierung gegen die widerrechtliche Festhaltung der beiden dänischen Dampfer in der südlichen Nordsee ausweichend 'be­antwortet.

Höchstpreise für Mctallcrzeugnissc.

(WTB.) Berlin, 29. Dez. (Nichtamtlich.) Aus Grund des Höchstpreisegesetzes für Erzeugnisse aus Kupfer,Mes­st n g und Aluminium ivird mit Wirkung vom 2. Januar 1915 bestimmt: Der Preis für 100 Kilogramm darf nicht überschreiten: bei Kupferwalzdraht 208 Mk., unverzinntem, rundem Kstpferdraht mit einem Durchmesser von mindestens 1,4 Millimeter 225 Mk., runden Kupferstangen mit einem Durchmesser von mindestens 13 Millimeter 235Mk., Kupfer­blech von mindestens 1,4 Millimeter Stärke in normalen Fabrikationstafeln bis höchstens 1 Meter Breite 240 Mk., gezogenem unverzinnten .Kupferrohr mit einem inneren Durchmesser von '20 bis 100 Millimeter und einer Wand­stärke von nrindestens 3 Milliineter in Fabrilationsl,tilgen 260 Mk., Messingsrangen mit einem Kupfergehalt nntei: 60 Prozent und einem Durchinesser von mindestens 13 Milli­meter in Fabrikationslängen 175 Mk., Messingblech mit einem KUpfergehalt unter 64 Prozent, mindestens l Milli­meter Stärke und höchstens l Meter Breite 190 Mk., lang­gezogenem unverzinnten Messingrohr mit einein Kupfer­gehalt unter 64 Prozent mit einen, äußeren Durchmesser von 20 bis 100 Millimeter und einer Wandstärke von min­destens' 3 Millimeter 235 Mark, runden Muininiumstangen mit einem Durchmesser von mindestens 13 Millimeter 370 Mark, Muminiumdrchi mit Durchinesser von mindestens 4 Millimeter 370 Mk., LUuminiuinblech, mindestens 1 Milli­meter stark, 385 Mk., Aluminiumblech, mindestens 0,5 Milli­meter stark, 400 Mark.

Bekanntmachung.

Betr.: Ten Verkauf von Feucriverkskörpern.

Jin Hinblick aus die gegenwärtig ernsten Zcitvcrhältnisse darf erwartet werden, daß das Publikum in der bevorstehenden Silvesternacht keinen lärmenden Unfug verübt, der in diesem Jahre die Gefühle zahlreicher Familien besonders verletzen würde. Insbesondere hat das geräuschvolle Abbrcnncn von Fcuerwcrkskörpern zu untcrblcchcn. Dabei machen wir ausdrück­lich daraus aufmerksam, daß, soweit nicht durch die Mstitärbehördc der Verkauf von Feucriverkskörpern gänzlich untersagt ist, die Abgabe von solchen Fenerwerkskörpern, mit deren Verwendung eine erhebliche Gefahr für Personen oder Eigentum verbunden sein kann (Kanonenschläge, Frösche, Schivärmer n. dgl.) an Per sonen verboten ist. von denen ein Mißbrauch zu befürchten ist und insbesondere an Personen unter 16 Jahren. Ebenso dürfen vhos yborhaltige Sprcngstossc (Radaukörncr, Krawallsteinc, Kracher nsw.) nicht seilgehaltcn werden.

Händler mit Fenerwerkskörpern, die den bestehenden Vor- scknstten zuwiderhandeln, werden ebenso wie die mit dem Ab brennen von Fenerwerkskörpern Ilnsng treibenden Personen utt« nachsichtig bestraft iverden Tics trifft auch zu für Eltern. Vor­münder oder andere Personen, deren Obhut Kinder unter 12 Jahren oder sonstige nnzrtrcelnungssähige Personen anvertraut sind, wenn sic cs an der erforderlichen Aufsicht haben fehlen- lassen nird wenn diese während der Zeft, in der sie ohne soläre Aussicht waren, die bestehenden Vorschriften übertreten haben, Gießen, den 30, Dezember 1914.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Hechler.

An das Großh. Polizeiamt Gießen, sowie die Graßh. Gen­darmerie und die Ortspolizeibehürden des Kreises.

Wir bsaustragen Sie unter Hinweis auf vorstehende Be- kannttnoänmg, in der Silvesternacht jeden groben Ilnftig mft allen Ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu verhrndern und falls er gleichwohl verübt sein sollte, »miachsichtig zur Anzeige zu bringen. .

Gießen, den 30. Tczember 1914.

Großherzogliches Krcisamt Gießen. ,

I. SBL; Hechler.