Feinde stehen Ich gedenke ihrer mit Stolz und Dank in vertrauensvoller Zuversicht, das; ihre opferfreudige Pflichterfüllung von Erfolgen gekrönt sein wird, die die Gewahr dafür bieten, daß künftig niemand mehr ivagt, die deutschen Weihnachtsfeiern zu stören. Ludwig." — „Vom Weih- nachtSbaum eile» meine Gedanken hinaus zu euch wacheren Soldaten, die ihr das Weihnachtssest nicht im Familien- kreise feiern könnt. Aber eines möge euch beruhigen. In jeder Stadt und in jedem Dorf sind aufopfernde Hände bemüht, eure Ängehörigen vor Not zu bewahren und euren Kindern eine Wcihnachtsfreude zu bereiten. Damit zollen wir euch den Dank des Vaterlandes, von dessen Greifen ihr den Schrecken des Krieges ferngehalten habt. Gott befohlen! Maria Therese."
Der ehemalige Reichstagsabgcordnete Dr. Weill in französischen Diensten. Ter „F-igaro" veröffentlicht eineil Brief des cheinaligen ReickMagsabgeord- neten für Dtetz, Dr. Weil l, an seine Freunde, worin er seinen ani 5. August erfolgten Eintritt in die französische Armee bestätigt und gleiünzeitig zu reclft- fertigen sucht. Er sei überzeugt, dadurch seine Pflicht als sozialdemokratischer elfaMothringiseher Reichstagsabgeordneter getan zu haben. Der offene Pries Weills ist von einem großen Teil der Pariser Presse übernommen worden. — Der „Vorwärts" erklärt: „Jedenfalls werden sich die Partei und der Fraktionsvorstand mit dieser Angelegenheit noch beschäftigen-"
Heer und Flotte.
Veränderungen im Bestand der Kriegsflotten seit Beginn des Krieges bis Ende November 1914. Dem soeben zur Ausgabe kommenden Nachtrag zu Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten (München, I. F. Lehmanns Verlag, 50 Psig.) entnehmen wir nachstehende interessante Angaben. Die Schiffsbestände der Staaten Argentinien, Brasilien, Chile, Norwegen und Türkei haben sich dadurch zuungunsten dieser Lälider verändert, daß England die für sie im Bau befindlichen Schiffe ohne weitere Verhandlungen in Besitz genommen hat. Dadurch vermehrt sich die Zahl der englischen Kriegsschiffe um neun Stück, was immerhin einen wesentlichen Wertzuwachs bedeutet. Außerdem hat England seine Flotte dadurch zu vermehren gewußt, daß es durch eine erhöhte Bautätigkeit eine Reihe von Schiffen rasch vollendete. So sind nicht weniger als 3 Linienschiffe in der Zwischenzeit fertig geworden, 2 Großkampfschifse werden Anfang 1915, 2 weitere im Frühjahr 1915 fertig, so daß 'England im Frühjahr 1915 über 7 weitere Großkampsschiffe verfügt. Ferner hat England eine ganze Reihe ausrangiert gewesener Schiffe wieder in Dienst gestellt, so daß, trotzdem es seit Beginn des Krieges nicht weniger als 17 Schiffe im Gesamtgewicht von 129 220 Tonnen verloren hat, es noch besser dasteht, wie zu Beginn des Krieges. — Die Verluste unserer anderen Feinde, die gleichfalls einzeln aufgeführt sind, sind im Vergleich zu England unwesentlich. Es find 12 Schiffe mit einer Wasserverdrängung von 23 340 Donnen. Diese Veränderungen in den einzelnen Gruppen sind im Nachtrag von Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten in sehr instruktiver Weise zusammengestellt, indem bei jeder Schiffsklasse und jedem Land angegeben ist, wie groß der Schisfsbestand Anfang August war, was durch Verluste abhandeu gekommen, was im Laufe des Krieges durch Stapellaus oder Erwerbung neu dazu gekommen ist. Sehr interessant sind auch die Aufstellungen bezüglich der Handelsschiffe, die in den Dienst des Heeres gestellt worden sind. Wir finden in England z. B. nicht weniger wie 97 große Handelsdampfer mit etwa über 300 000 Tonnen, die als Hilfskreuzer zum Schutz des Handels und zum Truppentransport zur Verfügung stehen. Für sonstige Kriegszwecke sind> 36 Schiffe gemietet, für Lazarettzlvecke 13 Schiffe, außerdem sind 550 kleinere Fahrzeuge für Zwecke der Kriegsmarine heran- gezogen worden. 20 Abblldnngen führen uns die Haupt- lypen der in den verschiedenen Ländern fertiggestellten neuen Schisse vor. Eine zweite wertvolle Ergünzuirg wird Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten dadurch erhallen, daß die deutsche und österreichische Kriegsflotte, über die es bisher verboten war, Mitteilungen zu machen, nunmehr sreigegeben sind.
Verlustliste.
Landwehr-Jnfantrrie-Rcgimcnt Nr. 116, Darmstadt. Gießen, Friebbcrg i. Hess.
Gefechte vom 17. bis 30. XI. 14.
2. Kompagnie: Wehrm. Adam Jacob, Lorsch, Bensheim, lvw., b. d. Tr.
9. Kompagnie: Uffsz. Georg Schmidt, Hartershausen, tot.
— Utffz. Joha, Waldzell, Lohr, lvw. — Gefr. Heinrich Fecher, Secligstadt, Offendach lvw. — Wehrm. Heinrich Neun, Wenings, Büdingen, schvw. — Wehrm. Ludw. Miesenbach, Niederrod-Langen, lvw. — Wehrm. Peter Jos. Grimm, O.-Marnstiege, lvw.
10. Kompagnie: Wehrm. Joseph Maier, Hainstadt, Offenbach, lvw.
12. Kompagnie: Wehrm. Phil. Svrurckel, O.-Florstadt, Friedberg, lvw. — Wehrm. Heinrich Schaupach, N.-Florstadt, lvw.
— Wehrm. Martin Appel, Kl.-Krotzenburg, Hanau, lvw.
Landsturm-Bataillon IV Darmstadt.
Gefecht am 28. XI. 14.
1. Kompagnie: Utffz. Philipp Eder, Sprendlingen, Akzetz, schvw. — Utffz. Joses Gerst, Höchst a. M., vw. — Gefr. Kvrl Neuhaus, Eckern, Lüdenscheid, tot. — Landsturmm. Peter Germrot h, Worms, schvw.
3. Kompagnie: Off.-Stellv. Schoolmwrn, schvw. — Feldw Arnold Mohr, Biebrich, tot. — Vizefeldw. Aböls Fraund, Maulofs, Usingen, vw. — Utffz. Karl Seniler, Grünberg, lvw. — Uffsz. Jakob Best, Worms, low. — Uffsz. Franz Fry, Bockenrod, Alzey, kvw. — Utffz. Konrad Löchcl, Deckenbach, Alsfeld, lvw. — Uffsz. Johann Rödel, Obersdorf, Lichtcnsels, lvw. — Gefr. Wilhelm Heiß, Kraftsolms, Wetzlar, tot. — Ldstm. Wilh Westenberger II., .Hornau, Obertaunus, tot. — Ldstm. Pet. Heinr. Mank, Wehrheim, Usingen, tot. — Ldstm. Ludwig Löw, Dvrffvril, Usingen, tot. — Ldstm. Ferdinand Müller, Poppenrod, Kissingcn, tot. — Ldstm. Christian Dommermuth, Boten, Unterwcsterwald, verm. — Ldstm. Engelbert Franz Sartory, Augsbing, verm. — Gesr. Ludwig Berlhold, Homburg v. d. Höhe, lvw. — Gcsr. Friedffch Dorn, Weinbach, Oberlahn, lvw. — Gesr. Aböls Merz, Michelbach, Usingen, lvw. — Gefr. Karl Rühl, Emmershausen, schvw. — Gefr. Karl Beidt, Rod a. d. Weil, schvw. — Ldstm. Otto Becker, Elsenfeld in Bay., lvw. — Gefr. Theodor Diehl, Oellingen, Obenvcstcrwald, lvw. — Gefr. Ludwig Hofsmann, Usingen, lvw. — Ldstm. Jakob Tippe, Offheim, Limburg, lvw. — Ldstm Theovhll Depot, Bernhardtsweiler, lvw. — Ldstm. Georg Fricdel, Ncuhcidhof in Bay„ lvw. — Ldstm. Adolf Groitzsch, Groitzsch in Sa., schvw. — Ldstm. Johann Gottschalk, Sfferstadt i. Taunus, VW. — Ldstm. Johann Jung, Offheim, vw. — Ldstm. Johann Kaul, Okriftel, Höchst a. M., schvw. — Ldstm. Heinrich Klum, Wolfenhausen, Obcrlahn, lvw — Ldsffn Arnold Knapp, Dauborn, Limburg, lvw. — Ldstm. Wilh. Herkersdorf, Alfftadt, Oberwesterwald, schvw. — Ldstm. Georg Knaus, Astrrrode, Ziegenhain, lvw, — Ldstm. Kurt Mestlin, Breslau, lvw — Ldstm. Friedrich Reuter, Rcichenbach, Usingen, lvw. — Ldstm. Joses Schmidt, Vilmar, Obcrlahn, lvw. — Ldstm. Äug.
Stahl, Dauborn, Limburg, lvw. — Ldstm Josef Stciof, Lahr,
Limburg, schvw. — Ldstm. Johannes Wild, Pommelsbrunn, Hers- bruck, schvw. — Ldstm. Johann Emil Lich, Londorf, Gießen, lvw.
Au» Stavt smO CanOw
Gießen, 22. Dezember 1914.
Auf dem Felde der ILhre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
Ernst Hecrmann, Sohn von Plärrer Heermonn in Marburg. — Res. Adam Jpoimnnn, Jnl.-Rgt. 167, aus Sarnau. — Jäger Friedrich Möller, 2. Bayr. Jäger-Bat., aus AngerSvach. Res. Heinr. Karl, Res.-Jni.-Regt. 116, aus Obermoos.— Unteroff. Friedr. Ludwig Philipp, Jiff.-R> gt. 115, aus Ofsenbach a. M. — Lehraintsassefsor Wilb. Otto aus Darmstadl. — Jäger Ludwig Dteper, 2. Bayr. Jäaer-Bat., aus Reinheim. — Landwehrmann Heinr. Merle, Jns.-Regt. 87, aus Angenrod. - KriegSsteiw Gustav S p o e r e r aus Burgsolms. — KriegSlreiw. Berth. Naumann, Jnl.-Regt. 1 41, aus Wetzlar. — Landwehrm. Friedrich Bremo » d, Landwehr-Brig.-Ersatz-Bat., ans Tiesenbach. — Landwetirm. Ludwig Ferbcr, Landw.-Rcgt. 4l, aus Dorlar. — Dlusk. Aug. Schneider, Jnl.-Regt. 118, aus Dutenhole». — Uiileroff. d. Res. Karl Kort Haus, stuä. iux., Res.-Jns.-Regt.Ll8, aus Braunlels. .
** Ritter des Eisernen Kreuzes: Oberstabsarzt Dr. Reinhardt aus Rauschenberg. Geft. Daniel M ö h l aus Rauschenberg. Oberjäger beim Res.-Jäger- Bat. 24 Heinrich Kombach er aus Marburg. Usiz. Siegfried Rosenthal aus Friedberg. Res. Karl Diehl aus Braunfels, Jnf.-Äegt. 81. Gefr. August Schmidt aus Homberg, Ulanen-Regt. 6. Reservejäger Friedrich Hofmann aus Dorlar, Kreis Wetzlar, Jäger-Bat. 1l. Vizeseldwebcl Ernst Walter aus Manderbach. Leutn. W. Jäger aus Osfenbach, Jns.-Regt. 168. Ufsz. d. R. Georg Eichhorn aus Worms-Neuhansen, Jns.-Regt. 221. Usfz. d. R Heinr. Stroh aus Marköbel, Res.-Jns -Regt. 88.
** Militärische Ausbildung der Fugend. Am letzten Mittwoch abend tmterrichlete Herr Dr. Scharfer über „Gelände und seine Ausnutzurrg", Herr Kern über „unser Militärgewehr", Herr La mb y behandelte in packender, klarer Weise die Frag«: „Wie schießt unsere ArtUleric". Das ungünstige Wetter am Sonntag nachmittag hinderte nicht die gründliche Ausnutzung der vorgesehenen Uebungs- zeit. Während die eine Kompagnie in der Exerzierhalle die verschiedenen Schriftarten, insbesondere auch den Paradeschritt in der Gruppe, im Zug und in der Kompagnie energisch übte, wurde die andere Kompagnie in den einzelnen Zügen in den Gängen der Kaserne mit der Handhabung des Gewehrs, insbesondere mit dem Zielen vertraut gemacht. In der anschließenden Besprechung der Führer wurde festgestellt, daß man mit dem bis jetzt Erreichten zufrieden sein könne, und daß. der eingeschlagene Weg, der eine gründliche Vorbereitung verbürge, beibehalten werden solle. Nach Neujahr sollen im Anschluß an das Ersatzgeschäst Neuanmeldungen Aelicrer, die in Zügen für sich zusammengestellt werden, angenommen werden. Jugendliche unter 16 Jahren sollen nur bei besonderer körperlicher Entwicklung angenonrmen werden. Die nächste llebung findet Sonntag, 3. Januar, 2 Uhr, statt, die nächste Ueburigssstunde am Mittwoch (6. Januar) abend statt.
— Kurzer WeihnachtS- uird Neujahrsur- laub. Mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit wird den Truppen, die sich im Bereich des 18. Armeekorpsbezrr^ befinden, nur ein kurzer Urlaub zu den bevorstehenden Feiertagen gewährt. Der Weihnachtsnrlaub währt vom Donnerstag mittag 12 Uhr bis Sonntag abend und der Urlaub zu Neujahr ist für die Zett vom 31. Dezenibec mittags bis 2. Januar 12 Uhr mittags festgesetzt.
**Eisenbahn-uud Heeresdieufl. We groß die Beteiligung unserer wackeren Effenbahner an dem Kriege ist, erhellt aus einer soeben bekannt gewordenen Stattsttk. Bei Beginn des Feldzuges sind zum regelmäßigen Waffendienst in der Front sofort etwa 35 000 Wann einderückt. Ferner sind zum Betriebe der Eisenbahiren in Feindesland rund 42 MO Mann abgegeben worden. Es sind hiermit zurzeit 7 7 000 Bedienstete dem heimischen Eisenbahnbetrieb entzogen. Wenn man berücksichtigt, daß bereits seit Anfang November wieder ein „FriedensfahrPlan" in Kraft ^treten ist, der den Verkehr in einem allgemein anerkannten großen Umfang »»iederhergrstellt hat, und daß ferner sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr nahezu den Prozentsatz der Friedensstärke w-ieder erreicht haben und daß endlich für die ständigen ungeheuren Mili- tärtrcmsporte ein gewaltiges Personal nötig istt wird man ohne werteres zngÄen, daß die Eisenbahner und ihre Verwaltungen Meisterleistnngen vollbringen.
** Stad ttheater. Bon morgen Mittwoch ab werden im Theaterburean die Billetts für di« sämtlichen Vorstellungen der Weihnachtsfetertage angegeben. Am Mittwoch rmd Donnerstag dieser Woche ist die Theaterkasse von 10—1 Uhr geöffnet, am Freitag, den 1. Feiertag, von 11—1 Uhr.
** Die BezrrVskasse Gie Herr I. bittet um Bekanntgabe folgender Mitteilung: Mm 28. d. Mts. ist bei Großh. Bezirkskasse Gießen I t e iuZahl tag und es werden daher an diesem Tage dortselbst weder Zahlungen geleistet noch entgegen genommen.
** Postnachrichten. Das U mrechuungsv erh ält« nis für Postanweisungen aus Dänemark nach Deuffchland fft von der dänischen Poftverwaltung aiff IM Mt. ■= 89 Kronen festgesetzt worden. — Das Umrechnungsverhälttris für Postanweisungen aus S chwcd en nach Deuffchland ist von der schwedischen Poftver- waktinig «ff lM Mk. — 9Ö Kronen sestgffetzt worden.
** Einrichtungen des Po st »eitungsdieustes in Be l gie n. Am I. Januar 1915 tritt in Belgien ein deutscher Postzeitirngsdien st in Wiiksonrkerl. Es werden zunächst von den Poftanstalten in Brüssel und Verniers Bestellungen des Publikums auf deutsche Zeitungen und Zeitschriften angenommen. Die einzelnen Exemplare werden unter Umschlag mit der persönlichen Adresse des Beziehers gegen Erhebung des in Denffch- land geltenden Bezugspreises imd der im Zeitungsdienst der Feldpost Wichen Unffchlaggrbühr befördert.
** Ein« Bitte der P o st Verwaltung. Beim Herannahen des Jahreswechsels ist wiederum daraus anftnerksani zu machen, daß es sich dringend empfiehll, die Freimarken für Nenjahrsbricfe nicht erst am 31. Dezember, sondern schon früher^ 30 i kaufen, damit sich der Schalterverkrhr an dem genannten Tage ordnungsnräßig abwickeln kann. Auch liegt cs im eigenen Jntercffe des Publikums, daß die Neujahrsbriese frühzeitig aufgeliefert werden, und daß nicht nur auf den Briefen noch Großstädten. sondern mich «ff Briefen nach Mittelstädten die Wohnung des Empfängers angegeben werde. Für Berlin ist außerdem die Angabe des Postbezirks (0, N, 8, W »sw.) und des Bestell-Postamts dringend enmiuscht. Verzeichnisse der Straßen und Plätze Berlins mit Angabe des Postbezirks und der Be stell-Postanstalt werden an allen Posffchaltern sonnt von den Otts- und Landbriefträgern zum Preise von 5 Pfg. verkauft.
** Gegen die Ulktarterr. In der am letzten Freitag abgehaltenen gemeinschaftlichen Sitzung der vereinigten Hassiavereinc Gießens wurde gerügt, daß Ansichtspostkarten in das Feld geschickt würden, die mit Karikaturen versehen sind, die jeden guten Deutschen mtt Ent
rüstung erfüllen müssen. Schon wiederholt sei in den Zeitungen darauf hingewiesen nwrden, daß unsereit Truppen im Feld mit solche» unsinnigen Kurten in dieser ernsten Zeit nicht gedicitt ist, sondern daß gerade das Gegenteil er- reicht wird. Die Vereine halten es deshalb für ihre Pflicht, vor Sendung solcher Karten in das Feld ernstlich zu warnen. , _
Landkreis Gießen.
X TOielerf, 2l. Dez, In der Ictzlcn Sitzung des Gcmeinde- ralr wurde zunächst über die Vertretung der Aerzteslelle beschlossen. Ferner ivurde beschlossen, da in einen, Orie mit annähernd 3'/, Tausend Einwohnern ein Arzt unentbehrlich ist, ein Benrlaubungsaeluch kür Herrn Tr. Wöhrmann bei den, zuständigen Truvpenlcil einzureichen. — Tie eingereichte» Rechnungen über Wachedienst wurden genehmigt. — Tie Juslallalio» der Kirche mit elektrischem Lichte soll aui dem Submisstoiisivege vergeben werden. — Ein Gesuch der Landwirtschaslskannner um Bc» schäsiigung Kriegsgeiangencr mußte, da kein Bedürkuis vorliegt, abgelehm werde— Tie Auskührung von kleinere» Reparaturen an der Waffe, Ie>t»»g soll von dem Vorsitzenden cnigelcitet werde».
— Zum Schlüsse wurde der Vcrkau! des dieffährigen Grubenholzes an das Gießener Braunsteinbergwcrk vormals Fernie « genehmigt.
r. Loudork, 21. Dez. Gestern nachmittag ?a»d I» der diesige» Kirche die Bescherung der Kinder der K I e t n k i n d e r- schule Londott-Kcsselbach statt. Pkarrer Hosmann richtete schöne Worte a» die Alte» und an die Kleinen. Tie Schüler trugen schöne WeibnachtSIieder vor und die Kleine» sangen und sprachen mit freudigem, ivalirhait kindlichem Herzen die von der Kinderlchrcrin eiiigeübten Lieder. Dla» sah manch tränenvolles Auge, deun so mancher Daler der Kleinen kämplt im Feindeslande iür den heimischen Herd und denkt mit ivehmüligem Herzen an die Lieben zurück, die das schöne Weihnachtssest ohne ihn leiern müssen. Möge ein gütiges Geschick sie alle wieder zu den Ihren zurückkehren lassen.
Starkenburg und Rdrinhkssen.
w. Ofsenbach a Dl., 21. Dez. Tie Angehörigen der verheirateten Kriegsteilnehmer, die von der städtischen Kriegslürsorge unterstützt werden, erhallen neben den sonstigen Ilnleislützunge» als Weihnachtsgabe der Stadt einen Varbetrag, der sür die Frau aus 3 DIk. und kür jedes Kind auf by Pkennige kestgesetzt wurde, aber im Höchsttall den Gesamtbetrag von h Mk. nicht überschretten darf Da die Zahl der Arheils- losen insolge der zahlreichen Dliliiäraukträge, die hier allenthalben ausgekührl werden, außerordeniltch gering ist, kommen kür die WeihnachtSgabe nur Angehörige von verheirateten Kriegstell» nehmern in Betracht, deren Zahl rund 2506 betragen dürste, wodurch eine Ausgabe von etwa 12 — 15 000 Mk. crsorderlich werden wird. Bisher wurden neben der ireiwilligcn Spende in Höhe von rund 140 000 Mk. kür die Kriegssürsorge eine halbe Million benötigt, so daß die sür die gleichen Zwecke bestimmte und bereits bewilligte zweite halbe Million bereits in Angriff genommen werden mußte.
Hessen-Nassau.
* Frankfurt, 20. Dez. Der Mittelrheinische Fabrikanteu-Berein hielt am 17. Dezember in Fraukfiird s (t. M., Hotel „Frankfutter Hos" eine geschlossene Mitgliederversammlung unter den, Bpffitz des Herrn Prof. Dr. L. Beck Biebrich ab. Regierungsrat Dr. Schweighosfer - Berlin berichtete zu, nächst über die Gründung und Tätigkeit des Kriegsaus»' schnsses der deutschen Jndurie, der von den beiden großen Zenttalverbänden der Industrie, dem Zeniralverbmid deutscher Industrieller und dem Bund der Jndusttiellen, gemeinsam errichtet worden ist uird eine sehr rege Täffgkeit entfallet hat. Dieselbe gilt u. a. der Arbeitsbeschaffung der Jndusttic, der Art der Vergebung der Hecreslieferungen, der Rohstoffversorgung, der För- derimg des Außenhandels, der Gestaltung des Eisenbahnvl'rkehrs^ der Gründung von Kriegs-Kreditkasscn, der Verständigung zivischen Rohstoffvcrbändcn und Verbrauchern, den Vcrgelttingsmaßregeln gegen das Ausland, der Feststellung von Schadenersatzanspnichcn, der Rechtsberatung und dem Nachttchtenwesen im Auslände. Jusffz- rat Dr. Fuld-Mainz erötterte sodann die wichtigsteir aus der Kriegslage entstandenen Rechtsftagen. — An die Darlegungen der beiden Referenten schloß sich ein reger Meinungsaustausch Ein» besonderen Raum in den Verhandlungen nahmen die Effabruiigen ein, die bei der Vergebung von Lieferungen durch die Heeresverwaltung gemacht wurden. Es kamen eine große Anzahl von Gesichtspunkten zur Sprache, die den maßgebenden Stellen bereits unterbreitet worden sind, und cs wurde dig Er- koartuug daran geknüpft, daß die gemachten Erfahrungen zu einer zweckmäßigeren Organisaffon der Vergebung führen müßten. Der Vorsitzende schloß die Versammlcmg nach dreistündiger Dauer mit einem Hinweis auf die am 7, Januar 1915 statffindende Generalversammlung.
vüchertisch.
— Der neue Elsaß-Roman Walter Bloems: Das verlorene Vaterland. (Verlag von Grethlein & Cie., Leipzig.) Im Jahr« 1909, als tiefer Fried« über Europa lag, begann Walter Bloem seine Roman-Tttlogte vom .Eisernen Iahr^. 1913 hat er sie vollendet. Zu einer Zeit, als «in großer Teil der deutschen Literatur in der Pflege rein arltstifcher Verfeinerung sich, darlebte, hat Walter Bloem außer allem Zusammenhang mil dem herrschenden Richtungen den Ruhm der deutschen Waffen gesungen,, sich zu einer Weltanschauung bekannt, welche das Heil von einer! Stärkung nalionaler Wehrhastigkeit, >rumnhasten TatgeisleS er-, wartete. Wie von selbst bot sich nun sür die Versolgung der Entwicklung des Gewordenen als wichtigster Gegenstand di« Geschichte des Reichslandes Elsaß-Lothringen. Inmitten der elsässischen Menschen und LandschastSeindrücke, aus dem St. Odilienbcrg und im wundervollen Straßburg, ist der größt» Teil des Roman« entstanden, der — als erster einer Reihe von drei Werken — die Änsänge des neuen Werdens im Reichslandeschildern sollt«. Waren es in der Trilogie die groben nwnumenlale« Linie» der Rlassenkämpi« und Dölkerschicksale, welch« dem Gesarnt- wett seinen groben Eriolg gebracht haben, so beruh! der Wett de« ersten Bandes des Elsaß-Zyklus in der sorgsamen Darstellung de« Beginnes eines KuitnrprozeffeS, der das Eeisler- und Herzenslcden der mit dem Schwert errungenen Gaue langsam, aber stetig dem Deuffchtum zurückerobern sollte und, wie die Geschichte der jüngsten RIonate erweist, auch wirklich zurückerobett hat. Im übrigen ist < auch dieses Buch ein interessanter und spannender Unlerhaltun-L- roman.
Llngesandt.
(Für Form mrd Inhalt aller unter dieser Rubrik steherchen Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei
Verantwortung.)
Di« Anhännkivagen der Straßenbahn.
Während der drei letzten Sonntagnachmittage hat die Direk- ffon unserer Sttaßenbahn probeweise, und wie es scheint, mit Erfolg, Anhänge wagen verkehren lassen. Nun möchten wir bcsckwiden folgenden Vorschlag machen: Könnten nicht auch bei diesen Wagen die jeweiligen vorderen Türen für dir Fahr--" gaste geöffntt werden? Einmal zum Votteil des Bahnprffvnals: Die notwendige Verständigung zwischen Wagenführer und dem Schaffner im zweiten Wagen wäre naturgemäß, infolge der llei- neren Entfernung, eine viel leichtere. Und dann wäre der Schaffner viel schneller an der Knppelungsvorffchffing, so daß das Umhängen der Wagen an den Endstationen viel schneller twr sich gehen könnte. Slber auch die Fahrgiffle hätten Nutzen davon: sie sind gewohnt, vorn einzusteigen, so daß ein Suchen nack, dem Eingang wegsällt — wieder eine Zeitersparnis. Endlich käme es nicht mehr, wie augenblicklich, vor, daß man z. B. an der Wolf- straße mitten im Grünen auf den: Bahnkörper aussleigen muß, ein besonders ffir ältere Leute großer Mißstaud. Wir ivürden es begrüßen, wenn diese allerdings geringfügigen Uebelstäirdc abgestellt iverden könnten. Ttzenn nicht, so würden >vir einer kurzen Darlegung der Bedenken gcwn cntgegensehen.
. . Mehrere Fahrgäste. >
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