Ausgabe 
17.12.1914
 
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BdBmmg, bald zu etnetu eigenen Hanse, das später durch größere Wohnräume ersetzt werden mußte: die Schwesternzahl stieg rasch, als die Inanspruchnahme der Schwestern stetig größer wurde. Un­ermüdlich tätig konnte Schwester Wilhelmine bis in ihr 75. Lebens- ,ahc ihren Posten als Oberin airsfüllen, bis der Herr über Leben und Tod seine treue Dienerin heimgerusen hat. Zahllos sind die Wohltaten, die sie durch die Schwestern Armen und Kranken ge­spendet hat. Ihr opservvlles stilles Wirken, ist von seiten des Landesherrn durch eine besondere Auszeichnung belohnt worden. Dankbares Gedenken wird ihr Lohn sein bei allen, die das barm­herzige und liebevolle Wirken der Schwester an sich ersahren haben. Landkreis Gießen.

r. Londorf, 1t. Dez. Gestern nachmittag hielt Herr Real­lehrer Kahl aus Darinstadt im Gemerbeverein einen D o r t r a g über den Einfluß de? großen Weltkrieges auf die deutsche Volks- ivirlfchait. Der Böger'fche Saal, in dein der Dorlrag stotlfand, n>ar biS auf den letzten Platz besetzt; u. a. waren auch vertreten die Jngendwehren von Londorl, Kelselbach und Rüddingshaujen.

O WerterShain, 16. Dez. Schon wiederholt wurde der Versuch unternommen, die lahrende Land post von Nieder- Ohinen »ach WeilerShain eingehen zu lasten. Mit Ausbruch des Krieges ivnrde die Poslsahrt auch richtig eingestellt und die Be- slelliiiig um einen Gang vermindert. Dadurch war Weitershain vo» dem Verkehr fast völlig abgeschnitlen »nd wer feinen An­gehörige» ini Feld oder in einer Garnison ein Paket schicken wollte oder wer Pakete bekam, mutzie sie nach dem 7 lcm entfernten Nieder-Ohiiien tragen, bezw. da abholen. Den Bemühungen des ReichStagsabg. Werner ist es nun zu verdanken, daß dre Post- lahrt in der frühere» Weise wieder hergestelll wurde.

(?> G r ü n i n g e n, 18. Dez. Unser Ortsgeistlicher Herr Weber gründete hier einen Gemischten Kirchenchor mit 65 Mitgliedern, darunter 38 Mädchen. AIS Dirigent fungiert Herr Bender. Sechs Mann sind von hier bereits im Feldzug ge­fallen, darunter 2 Familienväter. Landwehrmann W. B i n g e I (Lohn unseres Bürgermeisters) erhielt das Eiserne Kreuz, staudwehrinami Petri die Hessische Tapserkeitsmedaille.

Kreis Alsfeld.

A Ruppertenrod,. Dez. Eine Rotte Holzmacher, die heute morgen zur Waldarbeit ging, sah über der Waldung ein prachtvolles Meteor. Wagrecht zog die Erlchemung am nördlichen, noch dunklen Morgenhimmel vorüber, sprühend im feurigen Sternenglanz. Dem im Diedenhosener Husarenregiment stehenden Karl Kr atz von hier wurde das Eiferne Kreuz verliehen.

Kreis Schotten.

R. Wohnseld, 18. Dez. Gestern nachmittag verließ der Pljährige Landwirt Johannes Baer seine Wohnung, aiigeblich um Arbeiten aus seiner Wiese vorzunehmen. Als es dunkel wurde und derselbe noch nicht zurück war, wurden seine Ange­hörigen unruhig und es wurde von hiesigen Einwohnern die Nacht über im benachbarten Walde nach ihm gesucht, jedoch vergeblich. Gestern mittag fand nun der Schwiegersohn den allen Mann in dem etwa 10 Minuten entfernt gelegenen Walde an einem Baum erhängt vor. Ter Bedauernswerte hat die Tat scheinbar in geistiger Umnachtung begangen.

Q Aus dem Vogelsberg, 16. Dez. Weihnachten naht, und chlmit ist die Zeit der Hausschlachtungen auf dem Lande gekommen. Die hierzu bestimmten Schweine aus ein re­spektables Gewicht zu bringen, das ist die Sorge der Hausfrauen, denen meist diese Arbeit angehört. In diesem Jahr Hai die Mast meist recht angeschlagen. Das mag einestells am Ausfall der Kar­tosselernte liegen, andernteils am hohen Preis der Futterartikel. Schwere Schweine bilden jetzt die Ausnahme Ta die Ferkel ganz ungewöhnlich niedrig im Preise stehen, in vielen Orten auch wegen der Maul- und Klauenseuche überhaupt nicht verkanft werden kön­nen, so schlachtet man auch diese Ferkel. Sie dienen indessen nicht als Sponsau, sondern werden bei den Schlachtungen mit verwendet. Tie fetten Schweine sind letzthin im Preise wieder gestiegen. Daß die Zeit der Hausschlachtungen gekommen ist, ersahren auch unsere Feldtruppen. Es gibt keine Familie, von der ein Glied im Felde stehl, die diesem nicht von der Hausschlachtung früher oder später ein Soldatenpaket zirsendet. lind den Feldgrauen sind diese Sen­dungen neben Tabak und Zigarren die liebsten.

Kreis Friedberg.

D. F r i ed be rg, 17. Dez. Heute nacht kamen in einem Sonderzng 183gefangenerussischeOffiziere hier an. Die Gefangenen mußten die Nacht in den verschlossenen Wagen znbringen und wurden heute morgen unter starker Bedeckung nach der neuerbaulen Kaserne des 3. Bataillons Jnf.-Regts. 168 verbracht. Unter den Gefangenen befanden sich auch fünf vom westlichen Kriegsschauplatz kommende fran­zösische Offiziere. Unter den Russen waren alle Chargen, Truppengattungen und Rassen des weiten russischen Reiches vertreten. Auch Popen mit ihrer langen Haarinähne fehlten nicht. Im allgemeinen ist man hier über die sonderbare Ein­weihung der neuen Kaserne nicht sehr erbaut.

-s- Friedberg, 18. Dez. Als der Schnellzug Nr. 77 Frank­furt-Hannover, der LVö llhr Frankfurt verläßt, in die Nähe des Bahnhofs BonaineS kam, Ivrang ein Deserteur aus dem in voller Fahrt sich befindenden Zuge. Er hatte seinen Transporteur gebeten, sich in das Klofett begeben zu dürfen, was ihm auch zu- gestanden wurde. Kaum war er allein, so stürzte er sich durch das Klofetifenster aus dem Zuge. Erst in Friedberg. wo der Zug wieder anhielt, konnte Meldung erstattet werden. Der Mann sollte »ach Gießen zurückgebcacht werden.

h. Friedberg, 16. Dez. Ter Kreistag des Krei­ses Friedberg bewilligte aus Antrag des Kreisaus- schnsses für Kreisstraßenunterhaltvaigen im Jahre 1415 rund 263622 MI., f»r besondere Herstellungen 36 949 Mk., für Kleinpflasteranlagen 118146 Mk., sür Stvaßenneubanten 44074 MI. und für Banmpslanzungcn 5150 Mk. Da der ProvinzialauSschuß über den Kreisstraßerrneubcrrr Rendel- Gronau einen ablehnenden Beschluß gegeben hat, stimmte die Versammlung dem Vorschlag des Kreisausschusses ans Herbeiführung einer ministeriellen Entscheidung zu. Ein Antrag des Abgeordneten Schaub-Budesheim über die Unterstützung von Familien der Kriegsteilnehmer mußte, da er verspätet eingercicht war, zurückgestellt fverden. Tie Anträge Fauerbach - Okarben und Brückmann - Groß- Karbeil auf Straßenherstellungen zwischen Seizerbrunnen und Groß-Karben und Gehspitz und Groß-Karben sollen möglichst bald vernnrklicht werden. Der Vorsitzende Frei- lzerr von Schenck erhielt vom Kreistage die Ermächtigung, der Familie des gefallenen langjährigen Kreistagsmitglie- dcs Kammerdirektors De r n - Assenheim die herzlichste An­teilnahme auszusprechen.

0 Nieder - llstodt, 17. Dez. In der vergangenen Nacht brach in dem Anwesen der Brauerei I u n g - Frankfurt F c u c r aus, das einen erheblichen Schaden onrichtttc.

Kreis Büdingen,

-z- ll n t e r - W i d d c r s h e i m , 17. Dez. Bon hier im Feld, stehenden Kriegern wurde» zwei mit dem Eisernen Kre» ausgezeichnet: Wachtmeister Michel, Ar«.-Rgt. 61, und Dragoner Unteroffizier Bindingshaus lPostbote in Gießen). Erüerer ist auch schon im Besitz der Hess. Tapierkeitsmedaille. Daßo, immer manche? Goldsüchslein von den .Ueberklngen" zurück gehalten wird, zeigt das Ergebnis einer von Herrn Lehre B r a in m und Beigeord». Binding hier vorgenommenen Nachfrage von HauS zu Hans. 1410 Mk. konnten an dir Reichskaffe abgeliesert werden.

Hessen-Nassau.

m. Neustadt, 16. Dez. Von dem Lehrer Lambert j! hier eine Schn lsparkasse gegrnndetz bei der die Schnlkinde, ihre wöchentlichen Sparpfennige zinSIragend anlegten. Die all wöchentlich gesammelten Gelder wurden der bieiige» städtische, Eparkasie übergeben. An dieser Sammlung waren zwei Schul klassen mit 79 Kindern beteiligt, die im Laufe diese? Jahres den. schöne» Betrag von 2 * 18,23 Mk. gespart halten. Gestern erfolgt c"

die Auszahlung an di« kleinen Sparer in Beträgen von 8 bi? 160 Alk., wofür bei vielen Weihnachtsgeschenke angefchasst werden können. Tie Förderung des SparsinneS bei den Kleinen ist gewiß auch vom ethische» Standpunkt aus zu begrüße».

m. Kirchhain, 18. Dez. Die bisherige, von Herrn Rech- mmgsrat Marks dahier in de» benachbarten Ortfchasien durch- gesübrte G o l d s a m m l u n g hat die ansehnliche Summe von übe, 10 000 Mk. erreicht, die zur Reichsbank abgeiührt werden konnte

Wieder ist einem Sohne unserer Stadt das Eiserne Kreuz verliehen worden. Gustav Seibert, Unteroffizier bei der R«- leroe-Fußarlillerie-Balterie Nr. 22 , erhielt diese Auszeichnung für sein tapferes Verhalten in den Kämpfen in Flandern.

h. Frankfurt o. M., 16. Dez. Unter der Mitwirkung verschiedener Kreise ist hier eine Organisation im Werden, die in großzügiger Weise den Berufswechsel und die wirtschaftliche Zukunft und Unterkunft von schwerver­wundeten Kriegern in die Hand nehinen will. Die Ver­einigung wird demnächst mit ihrem Programm bezw. dem Arbeitsplan an die Lefsentlichkeit treten. Die jetzt abge­schlossene Frankfurter SammlungGold gab ich sür Eisen" erbrachte einen Erlös von 303 403 Mk. Für 29 014 Mk. wurden eiserne Schmuckgegenstände angesertigt. 100 000 Mk. vom Reingewinn übernnes man derFamilien­hilfe" zur Unterstützung notleidender Kriegersamilien, 10000 Mk. notleidenden Künstlern nnd den Rest solchen not- leidenden Familien, die von derFamilienhilfe" nicht be­rücksichtigt oder nicht bewältigt werden können. Bei der Behandlung der Wunde eines Soldaten zog sich der Chefarzt des Marienkrankenhauses, Dr. Franz Sasse, eine Blut­vergiftung zu, an deren Folgen er gestern verstarb.

Durch ein Feuer wurde in der vergangenen Nacht der Dachstnhl und das obere Stockwerk eines Hauses in der Barfüßer Gasse vernichtet. Der Brand verbreitete sich mit solcher Schnelligkeit, daß die Hausbewohner nur das nackte Leben retten konnten; füils Kinder mußten von der Feuerwehr ans dem brennenden Hanse geholt werden. Zwei Löschzüge hatten etwa drei Stunden mit der Bewältigung des Brandes zu tun.

b. Eschbach i. T., 16. Dez. Der von hier stammende Heinrich Simon wurde bei Braubach von einem Zuge über­fahren und getötet.

ob. R ü d e? h «i m a, Rh., 16. Dez. Eine Postkarte mit hübschem Gedicht ist dem Zweigverein vom Roten Kreuz hier zugegangen. Tie Karte kam von der 3. Batterie des Reserve-Fuß-Arlillerie-Regiments Nr. 3, 2. MuniiionSwage». Das Gedicht lautet: Und weht der Wind auch noch so kalt, - Er kann uns nicht erbosen, Der Zweigverein von Rüdesheim, Der sandt' unS warme Hosen. Und wandern wir hier am Kanal Durch noch so tiefe Sümpfe, Der Zweigverei» von NüdeSheim Sandl' uns ja dicke Strümpfe. Nun mag es regnen oder schnei'n, Uns kann dies nicht genieren, Der Rüdesheimer Zweigverein, Der läßt uns nicht erfrieren. Die Gaben alle, groß und klein, Vom Rüdesheimer Zweig­verein, Die werden dankbar tragen Di« Kanonier vom 2. Wagen.

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Verlag der Giehener Anzeigers

Verlustliste.

Landsturm-Bataillon IV Darmstadt.

Gefecht am 23. 11. 14.

Mrrj-, vermtl. a. D., Frhr. v. Hövel (Stab), tot.

1. Kompagnie. Ldstm. Jakob Werth, Bechtheim, Worms, lvw. Gesr. Christian Ott, Rnchsen, Mosbach, lvw. Ldstm. Joh. Döhren, Nieder-Saulheim, Ovpenheim. lvw. Ldstm. Beruh. Osenloch, Bürstadt, Bensheim, lvw. Ldstm. Heinrich Pflug, Frankfurt a. M., lvw. Ldstm. Carl Fink, Pseddersheim, Worms, lvw. Ldstm. Peter Littmairn, Franffurt a. M., lvw. Ldstm. Martin Becker, Neuenheim i. Taunus, low. Ldstm. Anton KöfterS, Worms, lvw. u. vm.

4. Kompagnie. Ldstm. Ludwig Westenberger, Sindlingen. Höchst a. M., tot. Ldstm. Jakob Dienst, Soden i. T., Höchst a M., schvw. Ldstm. Jakob Freund, Hofheim, Höchst a. M., lvw. Ldstm. Joses GeiS, Obertiesenbach, Limburg a. L., lvw. Ldstm. Gustav Adolf Keßler, Hof, Oberwesterwaldkreis, lvw. Ldstm. Louis Mentsch, Borod, Oberwesterwaldkreis, lvw. Ldstm Jos. Stillger, Niederbreche,i, Limburg, lvw. Ldstm. Karl Krieger, Königstein, Höchst a. M., vm. Ldstm. Joses Rupvel, Oberursel, Homburg v. d. H., vm. Ldstm. Heinrich Sennlaub, Waldhausen, Oberlahnkreis, vm.

Aniversitäts»Na«Hrs«hten.

b Frankfurt a. M., 16. Dez. Der praktische Arzt Dr. Eduard 6! tun er aus Mannheini, der gegenwärtig als Unterarzt beim Füsilier-Regiment Dir. 8l) in Wiesbaden tätig ist, bestand als erster die medizinische Doktorprüfung an der neugegründeten llniversität Frankfurt.

üanOcl

Teuerung und Wucher in Wollwarensachen.

Ter Preis sür Wolle ist bekanntlich erheblich gestiegen So- ivohl das Ausbleiben der Zufuhren, wie der direkte und indirefle Heeresbedarf (in Form von Liebesgaben) machen das erklärlich. Weit über das Maß dieses Steigens hinaus sind aber die Preise für W o l l w a r e » gestiegen. Das ist zunächst schon deshalb nicht gerechtfertigt, weil die Waren, die jetzt in die Hände des Ver­brauchers gelangen, wohl noch ausnahmslos aus Wolle hergestelll sind, welche noch zu dem alten Preissatze bezahlt wurde. Tonn aber verdient vor allem das Maß der Steigerung entschiedenen Widerspruch. Ter Preis der Ware setzt sich zusammen aus dem Preise der Rohwolle, den Anserttgungskosten und dem Handcls- lewinn. Diese beiden letzteren aber ebenfalls in dem Maße der Wollpreiserhühung oder gar noch darüber hinaus mitzusteigern, ist ungerechtfertigt, um so ungerechtfertigter, als diese Art von Handelsbetrieben zurzeit ohnehin glänzende Geschäfte machen. Und wenn man ferner bedenkt, daß viele der Liebesgabenkäufer ihre Angehörigen im Felde nur unter Uebernahmc eigener Entbehrungen

beschenken können, so muß ein solches Treib eu direkt als verwerf­lich und wucherisch bezeichnet iverden. Dem Publikuni kann daher nur angeraten werden, nickt jede Steigerung einfach vrü fungslos hinzunehmm. Insbesondere fällt den Großkäufern von Liebesgaben, Vereinen und Komitees, die Ausgabe zu, die Höhe der Preissteigerung auf ihre innere Berechtigung hin zu prüfen und solche Geschäfte zu meiden, in welchen diese Höhe ein unge­rechtfertigtes Maß erreicht hat. _

Märkte.

Ridda, 18. Dez Heute wurde hier der W e i h n a ch t s markt abgehalten. Da in den benachbarten Orten des Kreises Gießen und in der Stockheimer Gegend Sperrbezirke wegen der Maul- und Klauenleuckie gebildet worden sind, war der Austrieb von Schweinen diesmal etwas geringer als zu den letzten Märkten. Die Preise gingen dadurch etwas in die Höhe und betrugen durch­schnittlich iür ein Paar Ferkel 6 bis 8 Mk. mehr als im Herbste. Etwa 9 Wochen alte Tiere kosteten 22 bis 24 Mk., 13 Wochen alte 10 bis 36 Mk, das Paar. Auch für leite Schweine sind die Preise elwas im Steigen. Tie Metzger bezahlten bisher 62 und 63 Mg. iür das Pstind Schlachtgewicht, seit einigen Tagen haben aber manche Züchter 64 bis 66 Big. erhalten.

Ti« Marktpreis« sür Vieh und Frucht und die tziießener Fleisch» und Brotpreise

am 14. Dezember 1914.

Schlachtviehpreise in Franks urt a. M.

Fleischprrise in Gi e st c i

Ochsen

Kälber

Schweine

60 Kg. Schlachtgewicht 81101 Mk.

Kg. Schlachtgw. 6480 Vf. 7. 74-7« .

/, Kg. 86-96 ps>

/, . 80-84 . 7. . 80-96 .

Eetreidepretse in Mannheim

Brotpreise in Gießen '

Weizen 160 Hg. 00.00- 00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 00.0000.00 Mk.

Weißbrot 2 itg. 68 bi,. Schivarzbrot 2 Kg. 64 Mg.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdien st. Gießen Wetteroussichten in Hessen am Freitag, den 18. Dez. 1314 : Weitere udnah.ne der Bewölkung, meist trocken, kühler, nordwesi- liche Winde,

letzte Nachrichten.

<WTB.) Großes Hauptquartier, 17. Dez. vormittags. (Amtlich.) Bei Nieuport setzten die Franzosen ihre Angriffe ohne jeden Erfolg fort. Bei Zillebeeke und La Bassse wur­den Angriffe versucht, aber unter sehr starken Verlusten für den Feind nbgewiesen. Die Absicht der Franzosen, bei Soiffons eine Brücke über die Aisne zu schlagen, ward durch unsere Artillerie vereitelt. Oestlich Reims wurde ein fran­zösisches Erdwerk zerstört.

Von der oft- und westpreutzischen Grenze ist nichts neues zu melden. Die von den Russen angekündigle Offensive gegen Schlesien und Posen ist völlig znsammcngebrochen. Tie feind­lichen Armeen sind in ganz Polen nach hartnäckigen erbitterten Frontalkämpscn zum Rückzug gezwungen worden. Der Feind wird überall »erfolgt.

Bei den gestrigen und vorgestrigen Kämpfen in Nord- Polen brachte die Tapferkeit wcstpreußischer nnd hessischer Regi­menter die Entscheidung. Die Früchte dieser Entscheidung taffe» fich zurzeit noch nicht übersehen.

Oberste Heeresleitung.

Lebhafte deutsche Tätigkeit in Belgien.

i. Köln, 17. Dez. DieKöln. Ztg." meldet ans Kopeu» hqgen:National Tidende" erfahren aus London: Eng- lischeFlieger haben gestern festgestellt, daß die Deut­schen in Gent und Brügge eine fieberhafte Tätigkeit entwickeln. Bei Zeebrügge hielten deutsche Unterseeboote Probefahrten ab.

Essad Pascha und der Heilige Krieg.

Berlin, 17. Dez. Nach einer Meldung der WienerReichs- post" hat Essad Pascha in Albanien den Heiligen Krieg verkünden lassen, worauf 25000 Albanesen in Ser­bien eingefallen seien.

Revolutionäre Anzeichen in Rußland.

i. Köln, 17. Dez. DieKöln. Ztg." meldet aus Kopen­hagen: DerRjetjch" vom 8. Dezember bringt folgende Notiz: Auf Verfügung der Venvaltung ist die Tätigkctt der Gesell­schaft der T rucke re ra r b e i te r eingestellt worden. Wie bekannt, Handelr cs sich um die Orgaiiiiatton Rußlands, die am weitesten fortgeschritten ist. Tie Verfügung laß, einen be­merkenswerten Rückschluß auf die S ti m m u ng in russischen Arbeitcrkrcisen zu.

Meuternde Kosaken.

i. Köln, 17. Tez. TieKöln. Ztg." meldet aus Budapest: Das BlattA z E st" meldet von absolut vertrauenswürdiger Seile aus Hußt: Die in Stanislan stellenden russischen Truppen haben von dem erfolgreichen Kriege der Türkei gegen die Ru i jen mt Kaukasus gehört Das har der den Kosaken aus dein Kaukasus lebhafte Besorgnis über das Schicksal ihrer Ange­hörigen wachgernsen. 700 Kosaken meuterten und sind g c« fesselt in das Innere Rußland abgeschoben worden.

Die Haltung Bulgariens.

i. Köln, 17. Tez. Tic Köln. Ztg. meldet:Central News" wissen zu berichten, daß Bulgarien den Mächten des Dreiverbandes erklärt bade, cs wünsche seine N e u t r a l i t ä t u n - ter keinen Umständen a n f z n g e b e n. Es werde Ru. mänien keine Hindernisse in den Weg legen, ialls dieses in dcir Krieg verwickelt werden sollte.

Englisches Flirgerpech.

i. Köln, 17. Tez. DieKöln Ztg." meldet von der hollän­dischen Grenz«: Aus Tcrnuizcn wird demNieuwc Rotterdam'che. Courant" gemeldet: Der englische Flieger, der am Montag bei Breskens landen mußte, war in Dünkirchen mit sechs Geschossen an Bord aujgesticgen. Es war seine Absicht, die deutschen Unterserbotc bei Zeebrügge zu zerstören. Tie Wirkung der von ihm abgeworfeneu Geschosse ist nicht bekannt.

Ucbrrschwrmmung in Italien.

Berlin, 17. Dez. Infolge der seit mehreren Tagen an­dauernden wolkcnbruchartigcn Regengüsse und schweren Gewitter, ist nacki einer Meldung desBerliner Tageblatrs" aus Turin der Arno über die Ufer getrelen und hat schweren Schaden an gerichtet. Aus den Feldern steht das Wasser 1,60 Meter hoch. Florenz ist infolge der Beschädigung des Elektrizitätswerkes ohne Licht und Kraft.

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