iicfi ausbreitet und sich uns nähert, heut«, wo die benachbarten Völker in Unruhe sind imb ihre Trippen kriegsbereit ballen, hal unsere Nation sich ein Urteil über die Lage gebildet und ihre .Haltung mit Kaltblütigkeit und Klugheit b e st i m m t, die unleugbare Beweise politischer Weisheit und Reife sind.
Jetzt sind die Augen des Königs und des Volkes auf Sie gerichtet, aus die Ratschläge, die Sie geben und auf die Meinung, die Sie zum Aufdruck bringen. Ich stelle Ihre Sorge für das Vaterland hier fest und Ihren Entschluß, alles zu opfern auf dem Altäre der vaterländischen Interessen. Dieses gibt mir Sicherheit und stößt mir die Geivitzheit ein, daß auch in der Zukunft volle Uebereinstimmung zwischen Nation und Thron herrschen wird und daß wir aus dieser Uebereinstimmung die Krait schöpfen iverden, um die Zukunft Bulgariens sicherznstcllen. Möge Gott über dem Geschick des Vaterlandes tvachcn und unsere gemeinschaftlichen Bemühungen mit Erfolg krönen."
Amerikas Neutralität.
>WTB.) Die „Times" melden aus Washington: Staatssekretär Bryan erklärte, daß der Präsident der United States Steel Comvany, Schwab, den Plan, Unterseebote für die Kriegführenden .zu bauen, auigegeben hat. Schwab wurde dazu! durch die Ucber- zeugung Wilsons bewogen, daß selbst die Lieferung nicht zusammengesetzter Schiffsteile mit der amerikanische» Neutralität unvereinbar wäre. Ter „Times"-Korrespondent fügt hinzu: Tiefe Entscheidung des Präsidenten ist ein entschiedener Erfolg der Deutschen, da die llntcrscebootc an die Verbündeten geliefert worden wären. Die Deutschen erheben auch Protest gegen den Verkauf von Munition an die Verbündeten durch Privatfirmen. Ihre Anschauung findet bereits im Kongreß Unterstützung. Vorgestern wurde im Senat eine Gesetzesvorlage angebracht, die den Verkauf von Waffen und Munition an ein Land, das mit einem anderen Lande, das mit den Vereinigten Staaten in Frieden lebt, Krieg führt, für ungesetzlich erklärt. Im Repräscntanienhause wurde eine Gesetzesvorlage eingebracht, die den Präsidenten ermächtigt, die Ausfuhr solcher Munition zu verhindern. Tcm Senate wurde eine Entschließung vorgelegt, die genaue Auskünste über die Tätigkeit der amerikanischen Fabrikanten aus diesem Gebiete verlangt.
Ein dänisches Ausfuhrverbot.
Kopenhagen, 11. Dez. lWTB. Nichtamtlich.) Die Regierung erließ heute ein Ausfuhrverbot für alle Sorten Leder, ausgenommen Ziegenselle, für alle Lämmer- nnd Schaffelle, Braunstein, Leinsaat, Soyabohnen und Margarine.
Das Urteil gegen die deutsche» Aerzte kassiert.
(WTB.) Paris. 11. Dez. (Nichtamtlich. Der Revi- iionsrat des Militärgouverncmcnts hat wegen eines Formfehlers das Urteil des Kriegsgerichtes kassiert, welches neun deutsche Militärärzte wegen Plünderung in Lizy-snr-Dureg zu Strafen von sechs Monaten bis zwei Jahren verurteilte, und hat die Sache vor das Kriegsgericht verwiesen.
Deutsches Papiergeld in Belgien.
Namur, 11. Dez. (WTB. Amtlich.l Das Gouvernement teilt mit: Bei hiesigen Gastwirten sind deutsche Gvld- ni ü n z e n vorgesunden worden, die, wie sestgestellt wurde, ans den Händen von auS Deutschland ankomnienden Ueberbringern von Liebesgaben und Geschäftsreisenden stammen. Dieses den vaterländischen Interessen widersvrcchende Verhalten scheint auf den Glauben zurückzuführen zu sein, in Belgien habe deutsches Papiergeld keine Geltung. In Wirklichkeit sind die Bewohner der okkupierten Teile Belgiens verpflichtet, Papiergeld znm Kurse vvn 1.25 Francs anznnehmen.
Englische Forderungen an deutsche Firmen.
Berlin, 11. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt unter der Ucberschrist „Englische ^Forderungen an deutsche Firmen": Dem Vernehmen nach versuchen englische Firmen entgegen dem deutschen Zahlungsverbot gegen England dadurch ihre Forderungen gegen deutsche Firmen hereiirzubringen, daß sie gegen solche Firmen, die in einem neutralen Lande, insbesondere Holland, eine Geschäftsniederlassnng besitzen, vor eineur dortigen Gerichte Klage erheben. Die rechtliche Zulassung eines solchen Vorgehens mag hier dahingestellt bleiben. Es kann abgewartet iverden, ob sich die holländischen Gerichte auf solche Klagen eiulasseu werden: es erscheint dies wenig wahrscheinlich. Zurzeit liegt darüber Material noch nicht vor. Sollte such ober gleickMohl ergeben, daß derartige Klagen ikn neutralen Auslande mit Erfolg angestrengt werden können, so könnte deutscheii Gläubigern englischer und französischer Firmen nur der Rat erteilt werden, sich den gleichen Weg zunutze zu macheu und gegen solche englische und französische Firmen, die ini neutralen Auslande Geschäftsniederlassungen besitzen, vor dortigen Gerichten zu klagen. Eine einseitige Schädigung deutscher Interessen wird also von dem erwähnten Vorgehen der Engländer nicht zu befürchten sein. Man kcrmi einstweilen ruhig abwarten, in welcher Weise die iieutralen Gerichte zu derartigen Klagen Stellung nehineu.
Die deutschen Gefangene» in England.
London, 11. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Times" meldet: Das Gefangenenlager auf dem Rennplatz inNewbury, das vier Monate bestanden hat und mehrere Tausend Deutsche aufnahm, lvird alsbald geschlossen werden. Die Gefangenen werden aus Schiffe au die Südküste gebracht werden.
Der Tod des Generals Beyers.
Amsterdam, 11. Dez. Aus Pretoria wird gemeldet, daß die Leiche des Generals Beyers erkannt ist. Eine ärztliche Untersuchung der Leiche ergab, daß keine Wunden vorhanden waren und daß der Tod durch Ertrinken eingetreten war. Beyers, der zu Pferd durch den Baalfluß schwimmen wollte, fiel von seinem Pferde in einem (Abstand von imgcfähr 300 Meter vom Ufer. Wahrscheinlich war er erschöpft von dem Kampfe 'gegen den Strom. Man hörte ihn rufen: „Ich kann nicht mehr." Ein Soldat rief ihm zu, ob er verwundet sei, aber Beyers antwortete: „Ich kann, nicht schwimmen, mein Ueberzieher hindert mich an jeder Bewegung. Infolge des heftigen Feuers der Aufständischen am jenseitigen User war es nicht möglich, Beyers zu helfen und so kam Beyers und noch ein anderer Aufständischer in den Wellen um.
Aur dem Reiche.
Die Höchstpreise sür Futterkartoffeln. Aus Berlin, 11. Diez., ttrirß gemeldet: In bet heutigen Sitzung des Bundesrates gelangten zur Annahnie der Entwurf einer Verordnung über H ö ch st p r e i f c für Futterkartosseln und Erzeugnisse der Kartosfeltrocknerei und die Vorlage betr. Besoldungs- und Pensionsetat für die höheren 'Beamten bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte auf das Geschäftsjahr 1915.
Berlin, 11. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die von dem Bundesrat festgesetzten Höchstpreise für Futterkartosseln sind: Im ersten Preisgebiet (Osten) 36 Mk„ im zweiten Preisgebiet (Mitteldeutschland) 37,30 Mk., im dritten Preisgebiet 'Nordwestdeutschland) 39 Mk, im vierten Preisgebiet West- und Südwestdeutschland) 10,50 Mk. sür die Tonne. Xiic Höchstpreise netten beim Verkauf durch die Produzenten, aber nicht für Verkäufe, die eine Tonne nicht übersteigen.
An» Stadt und Land.
Gießen, 12. Dezember 1911.
Der Gießener Landsturm in Feindesland.
V.
„Die befohlene Linie ist erreicht" —>
Wir warten auf weitern Befehl,
Wo solch ein Generalswort steigt.
Spürt jede Soldatenseel':
„Ich tat meine Pflicht, das genügt!"
(Richard Dehmel.)
Wie wir im Gießener Anzeiger gelesen haben, ist eine Anzahl unserer Kameraden vom Friedberger Landsturm sür ihr tapsercs Verhalten vor dem Feinde bei Markirch durch Verleihung des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet worden. Mit Freude und Stolz, als wäre die Ehrung uns selbst widerfahren, blicken wir aus die Glücklichen, die ihre Treue gegen die Flagge Schwarz-Weiß Rot auf dem blutigen Felde der Gefahr beweisen dursten und nun überall als Helden geehrt werden. Mit Freude und Stolz — aber doch mit einem sonderbaren, nie gefühlten Brennen im Herzen; will es imS selbst doch fast bedünken, als seien unsere bisherigen Leistungen gering gegen jene, sür die wie bekannt ursprünglich das Landsturm-Bataillon Gießen bestimmt war. Wenn uns nun etwas tröstet, so ist es allein der Gedanke, den der Dichter in obigen! Versen ausfprickt. Ter Soldat wählt sich seinen Posten nicht selbst: seine Ehre ist der willige Gehorsam, der sich auch minder glänzenden Aufgaben unterzieht. Im Dienst des Vaterlandes gibt es kein Weniger und Mehr: wohl dem, der ehrlich bekennen kann: Ich tat meine Pflicht, das genügt!
'Sind also die in der Heimat wieder nnd wieder umgehenden Gerüchte von blutigen Tressen und schmerzlichen Verlusten des Gießener Landsturms müßige, ja nachgerade strafwürdige Erfindung, so merkt man es hier in V. auf Schrill und Tritt, daß der Krieg in seinen, bittersten Ernst imb mit all seinen Schrecken kein leerer Wahn ist. Verfolgen wir nur einmal die groß: Reihe von Maueranschlägen in deutsch« und französischer Sprache der beiderseitigen Behörden nnd das, was sie der Bevölkerung Frankreichs, der einst so revanchebegeisterten, jetzt mehr und mehr verängstigten und dem Mangel und der Not preisgegebenen, zu sagen Haben! Ein erschütterndes Bild des Wandels im Laufe der vier Kriegsmonate.
Ta heißt es in einem Befehl des Etappen-Jnsvekteurs: „Jede feindselige Handlung gegen Angehörige des deutschen Heeres und alle Gegenstände, die der deutAen Heeresverwaltung gehören oder ihr dienen, wird mit dem Tode bestraft. Ter gleicheil Strafe unterliegt jeder Versuch einer solchen Handlung und lebe Aufreizung hierzu. — — — In Orten, in denen sich die Zivilbevölkerung oder Mllllärversonen in Zivilkleidmrg am Kampfe gegen deutsche Truppen beteiligen, werden außer diesen Teilnehmern der Bürgermeister und die Mitglieder des Munizipal- rates erschossen, wenn sie nicht die deutschen Truppen rechtzeitig» aus .die Anwesenheit Bewaffneter in der Ortschaft aufmerksam gewacht haben. Tie Ortschaft wird zerstört." Wie bitter not solch eiserne Strenge ist zind daß die deutsche Militärbehörde entschlossen ist. inr gegebenen Falle den warnenden Worten auch entsprechende Taten folgen zu lassen, lehren andere Veröffentlickfiungen, so eine des Platzbaminairdalllen von D.: .^Leider war ich genötigt, gegen die Stadt Orchies die strengsten durch die Kriegs- gefetze vorgesehenen Maßnahmen zu ergreifen. Jln diesem Orte wurden Aerzte und Pfleger angegriffen und getötet und etwa 20 deutsche Soldaten ermordet. Unglaublicherweise wurden die schlimmsten Niederträchtigkeiten begangen (Ohren abgeschnitten, Augen «usgestvchen und ähnliche Scheußlichkeiten). Daraufhin habe ich die Stadt völlig zerstören lassen. Orchies, stüher 5000 Eiiiwolzner zählend, existiert heute nicht mehr: Häuser, Rathaus und Kirche sind verschwunden und die Einwohner nicht mehr vorhanden" (Uebersetzung). Der heilsame Schreck«, der so erzeugt wurde, verstärkte sich noch durch em gerechtes Gericht in der Stadt B. selbst: „Die nachbenannten Cazer und Legel aus
Lourches wurden gestern abend beim St.-Johamies-Friedhos stand- rechtlich erschossen, da sie auf deutsche Soldaten geschossen haben" (Uebersetzung). Nun silch die Mitr^.'L-chreier verstummt. Was heimlich vvn Mund zu Mund geht, läßt sich freilich nicht überwachen. Daß aber den schlimmsten Hetzern und Schürern der Volksleidenschaften, die ihren Sitz bekanntlich in Belgien haben, ihr fluchwürdiges Handwerk gelegt erscheint, kündet diese Mitteilung an: „Der ..... Platzkoiümandant vvn V., benachrichtigt den Herrn Bürgermeister, daß der Vertrieb der belgischen Zeitungen „La Belgique" und „Le Quotidürr" nmerhalb des Arrondissements verboten ist" (Uebersetzung).
Mutz Frankreichs Zivilbevölkerung zu der Besetzung weiter Länderstrecken ihres Vaterlandes durch die Deutschen wohl oder oder übel gute Miene machen, so erwächst zu gleicher Zell für die deutsche Militärbehörde die Pflicht, MM Wöhle der Truppen und zur Enllastuug Deutschlands bänglich ihrer Verpflegung die nötigen Schritte zu tun. Eine Verordmrng besagt darüber, „Der Kommandant vvn Stadt und Arrondissement V. weist die Bauern an, ihre Ernte einzubringen, zu dreschen und nach den Städten zu schaffen. Er bestehlt den -Bauern, Gemüse-, Eier- und Butterhändlern ihre Produkte aus die Märkte zu bringen. Es ist den deillschen Truppen verboten, Milchkühe als Schlachtvieh anf- zutreiben. Die für obigen Bedarf nötigen Wogen und Pferde dürfen auf strengen Befehl der deutschen Behörden vvn Truppenteilen usw. nicht abgefordert werden." Gewissermaßen als Gegenstück dazu heißt es anderwärts: „— — Die Stadt und ihre Bevölkerung wie auch alle örtlichen Ellrrichtungen meines Dienstbereichs stehen unter meinem Schutz, so lange sich die Einwohnerschaft ruhig verhall.--— Alle Verkäufsläden bleiben bis
8 Ulw geöffnet. Nach 9 Uhr abends darf sich niemand ohne schriflliche Ermächtigung auf der Straße zeigen. Ich hoffe, daß ich nicht genötigt sein werde, die Slirmgr der Kriegsgasehe mr- zuwendcn und daß die Bevölkerung ihr möglichstes tim wich, die gute Ernte einzubrrngen. Die Gendarmerie wird über die Sicherheit der Bauern wachen" (Uebersetzung).
Aengstlichen Gemütern in der Hemmt, die sich über die Einführung des sogen. .^"-Brotes mffregen, sei endlich noch zur Anstellung von lehrreichen Verreichen »wischen der Lage dort und hier ein Anschlag der hiesigen Uuterpräsektur mit geteilt: „Meine lieben Mllhürger! Man wird euch vielleicht sagen, daß wir euch aus reiner Willkür (bon plaisir) seü einiger Zell nötigen, Brot aus Weizen-, Gersten- und Roggenmehl gemengt zu essen. Ihr kennt uns indessen gnt genug, um überzeugt zu sein, daß das nicht stimmt. Tatsächlich droht uns schon in allernächster Zeit völliger Mangel an heimischem Brot. Nur aus sorgender Vorsicht haben wir uns daher zu dieser Maßregel entschlossen. Die erwähnte Mehlmischung liefert übrigens ein sehr bekömmliches, nahrhaftes und gutes Brot, vorausgesetzt, daß esnichtzufrisch gegessen wlld. Mll seiner Hilfe weichen wir das schreckliche Ende noch eine Zeitlang aushalten. Wir empfehlen euch jedoch größte Sparsamkell wich im Gebrauch der übrigen Nahrungsmittel". (Uebersetzung.)
Liegen die Verhältnisse in den nicht von deutschen Truvven besetzten Tellen Frankreichs ähnlich — woran ncfi, allen Berichten nicht zu zweiseln ist — so ist klär, was von der durch die Engländer Mahlerisch angekündigten Aushungerung Deuffchlands zu halten ist und welches Land außer der milllärischen mich die beste wirtschaftliche Rüstung besitzt und daher das Ende dieses Krieges aller Kriege in größter Ruhe abwarten kann. R. G.
** Handiwerk und Fortbildungsschule. Der Mangel an ansigeLildeten Arbeitskräften macht sich flir den Handtverkerskrnd empsindlich bemerkbar und nötigt zur igenaueit Arbeitseinteilung, wodurch naturgemäß auch die in den Betrieben beschäftigten Lehrlinge tu intensiverer Tätigkeit angehrllben iverden müssen. Der Besuch der Fortbildungsschule entzieht den Lehrling wöchentlich an mehreren Nachmittagen den Betrieben, was zurzeit große Störungen nach sich zieht. Dem abzuhelfen hat die Handwerkskammer bei der Großh. Ministerialabtei- lung für Schulwesen vorgeschlagen, den gegenwärtigen schwierige» ,Verhältnissen Rechnung zu tragen und zunächst
sür die Wintermonate den Fortbildnngsschullrnterricht auf
die wichtigsten Fächer zu beschränken, die an eine m Wochennachmittage gelehrt werden könnten. Durch diese Maßnahme wird es den Betriebsinhadern inöglich sein, die beschränkt zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte einzuteilen, wodurch die einzelnen Handwerkszweige der großen Aufgabe, die Bevölkeritng mit den Bedürfnissen des täglichen Lebens zu versehen, besser gerecht werden, aber auch die übernommenen militärischen Lieferungen rechtzeitig sertigstellen können. Ter große Wert des Forkbildungs- schulunterrichts siir die Heranwachsende Jugend darf nicht verkannt werden, lediglich die außergewöhnlichen Verhältnisse veranlassen den Antrag.
** Stadttheater. Nochmals sei ans die morgige Aufführung von Sndermanns „Schmetterlings- sch lacht" Hingeiviesen, die fast in derselben als vorzüglich anerkannten Besetzung lote im vergangenen Jahre gegeben werden kann. D.as Stück erscheint in diesem Jahre nicht im .Abonnement.
** Vom deutschen 91 Iben be rein. Wie dankbar man in Kärnten die Tätigkeit der deutschen Alpen verein s s e t' t i o n e ti anerkennt, geht aufs neue daraus hervor, daß ans Antrag des Landesverbandes für Fremdenverkehr in Kärnten dem Vorstand der Sektion Hannover, Geheimrat Arnold, sür seine 30 jährige alpine Tätigkeit in diesem Lande das KomturkreuzdesFranz-Josefordens verliehen lvnrde, wodurch auch die Sektion Hannover und die gemeinsam mit ihr in Kärnten tätigen Sektionen geehrt werden.
** Das La n dsturm-P siege kind. Ein paar wackere Gießener Landstürmer senden uns eine wohlgekun- aene Photographie, die zwischen den martialischen Gestalten der Krieger einen kleinen Franzosen zeigt, der durch den Krieg zur Waise wurde. Die beiden Land stürm er nahmen sich des Kleinen an; er erhält seinen ganzen Unterhalt von ihnen und teilt ihr Quartier. Zum Dank verrichtet er ihnen alle Dienste eines .Hausburschen und will nass) dem Kriege seinen deutschen Freunden in die Heimat folgen.
** Die hessische Dapferkeitsmedaille erhielten der Oberlehrer am hiesigen Realgymnasium Prof. Dr. Schmoll, Leutnant d. R. im Jnf.-Rogt. 118 und Res. Gefr. Karl Schnabel hier, Jnf.-Regt. 116.
** Belohnung für Fundstücke. Der Stellvcrtrcteudo Kommandierende General des 18. Armeekorps erläßt solgcirdo Bekanntmachung: Es sind an Finderlohn für Bekleidungs-, und Ausrüstirngsstücke. sowie für scharsc Patronen und für die Teile der verschossenen Munition, einschließlich Bergungskosten, fortan zu gewähret,: 1. Für sortiertes Messing, Kupfer, Bronze, Aluminium, Zink, Blei, sowie für (jnfautmnmmirumi für das Kilogramm 25 Pfg.; 2. für Eisen mll anhaftenden anderem Metallen (Artilleriesprengstücke) sür das Kilogramm 3 Psg.; 3. sür Eisen ohne anhaftende Metalle für das Kilogramnt 1 Psg.: 1. für alles übrige lBelleidnng, blanke mid Ha irdseu er Waffen, Ansrüstungsgegenstände jeder Art! sür das Rilogramm 15 Psg.; 5. sür Geld und Wertsachen ohne Rücksicht auf die Höhe 5 vom Hundert des Betrages oder des Wschätzungswertes: 6. für einzelne besonders wertvolle, oder schwer oder gefährlich zu bergende Gegenstände (Feldstecher, Fernrohre, kunstvolle Apparate, Wagen, Äta- schinengewehre, Pferde, Vieh) je nach dem Wert des Stückes und nach der Schwierigkeit seiner Bergung 5 bis 7 vom Hundert des AbschätzuugswerteS: 7. scharfe Ärlllleriemunllrrm (Blindgänger! soll wegen der Unsallgesahr von Unberufenen nicht berührt werden. Für Bezeichnung und sichere Angabe der Fundstelle wird aff Lohn von 50 Psg. für jede Fundstelle gewährt. MllllärPersonen erhalten ein Zehntel der Sätze, ittom durch «tu Zeugnis ihrer) Tienstvorgesetztcn dargetan wlld, daß sie durch das Auffammeln ihre Dienswbliegeuhcllrn nicht vasäumt hoben Diese Bestimmungen sind mit rückwirkender Kraft für alle noch nicht aledigten Ansprüche aui Ber^e- und Fiuderlohn maßgebend. Zu Abweichungen ist die Genehnngung des Kriegsministerrmffs ernznholen. Ausnahmsweise sollen die vollen Finderlöhne den Mllitär» und Zivilpersonen gewährt Waden, die bis zum 15. Januar 1915 derartige in ihrer Verwahrung befindliche Waffen, Belleidungs- und Ausrüstungsstücke und Mnnitionteüe an die Polizei- oder Militärbehörden abliefern, wozu hiermit Anfsoll>erimg ergeht.
** Bon deutschen Gefangenen in Frankreich. Auf Belle-Jsle, einer Insel an der französischer, Ostküste in der Nähe des Hafens Le Palais, sind etwa 1200 deutsche Gefangene untergebvacht. 2«n Schreiben eines solchen entnelpnen wir, daß die Leute mit Unterkunft unto Verpflegung sehr wohl zufrieden sind, eine Mitteilung, die angesichts des llmfiamdes, daß «uich Familien aus unserem Verbreitirngsbezirk Angehörige in Belle-Jsle wissen, von Interesse sein dürfte.
** Die frühere Metallarbeiter-Kranken- und Sterbekasse (Hilfskasse Nr. 29) hat eine Summe ausgesetzt, woraus an bedürftige Hinterbliebene der im Felde gefallenen Mitglieder eine einmalige freiwillige Sterben Unterstützung ausgezahlt wird. Di« Betreffenden bra»< chen sich nur cm den Vorsitzenden des Vereins zu wenden, welcher das weftere veranlaßt. Dieser freiwillige Aft wird gewiß von den Versicherten freudig begrüßt werden.
** Hundesteuer im Großherzogtum Hessen. Es dürfte vielen Hnndebesitzern nicht unwillkommen sein, wenn wir an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, daß die im Lauf« dieses Jahres abgeschafsteu Hunde bis spätestens zum 31. Dezember bei der zuständigen Bürgermeisterei abzumelden sind. — Wird die Abmeldung erst nach de« 31. Dezember bewirkt, so fft die Hundesteuer für das folgende Jahr weiter zu entrichten. — Wer ferner am 1. Januar selbst' gezüchtete jungeHundeim Alter von unter drei Monaten besitzt, wird entweder gleich oder nachträglich zur Hundesteuer für das kommende Jahr zugezogen. Nur wenn nachgewieseu wird, daß ein junger Hund vor Erreichung des Alters von drei Monaten zugrunde gegangen oder nach Orten außerhalb des Großherzogtums veräußert worden ist, tritt Steuerbefreiung ein."
Landkreis Gießen.
X Rüddingshaufen, 10. D«z. Nachdem bereits Dice- leldwebel K a l b e r l a h mll dem Eisernen Kreuz nnd Dizelejd- webel Margots mtt deni Eisanen Kreuz imd der best. Tapier- keitSinedaille ausgezeichnet wurden, erhielten am Groß Herzogsgeburtstag der Unterolfizier Wilh Ewald das Eiserne Kreuz und Geffeltcr WinkelhauS die Hcff. T a pse rk eits- medaille. — Aus dem Felde der Ehre sind bis jetzt von hier qeiallcn die Reservisten Ludwig Loth, Heinrich Peler, Alex Joses, Heinrich L e ch e l, Heinrich Musch und Unterosfizier Wilhelm M a r g o I s. — Der Kriegervaein sowie der Gesangverein haben an sämtliche von hier lm Felde stehenden Leute Weihnachtsgaben abgesandt. Außer den bacits abgesandten Geldbeträgen, Wäsche, Leinen, Hemden, Eier ulru. wurden seiner dieser Tage ans der Gemeinde abgesandt: 7b Mk. iür Ostpreußen, 50 Mk. an das Kreiskonntee sürS Note Kreuz, sowie 42 Paar Socken und 22 Paar Stauchen.
Kreis Schotten.
O Laubach, 11. Dez. Nach achttägigem Kranksein verstarb gestern Irüh unerwarlet Oberlehrer Proscslor Friedr. F r a nz im 15. Lebensjahre. Ostern 1901 wurde er als Oberlehrer der iranzösischen und englischen Svrache an das hiesige Gmnasium versetzt, nachdem er vorher in Lanterbach und Erost-llmstadt an der Oberrealschnle tätig gewesen war. Im Kreise seiner Kollegen nnd Bekannlen ersrenle sich der Verstorbene der giöstlen Werlschätzung, seinen Schülern wnr er ein tüchtiger, beliebter Lehrer und Förderer ( hrer Interessen. Jahrelang hat er den am hiesigen Gymnasium


