kämpften und die ans der Anerkennung des Allerhöchsten >meiv>l>mn neue Kraft schöpfen wurden, um den mächtigen Feind niederzuringen. Ter Erzherzog schloß, mit einem begeistert ausgenommenen Hoch aus Kaiser Franz Josef. Bei dem folgenden Mahle brachte Erzherzog Friedrich einen Trinlspruch aus den vergötterten Allerhöchsten Kriegsherrn aus. die Verkörperung des edel fühlenden Soldaten, das Sinnbild aufopfernder Pflichterfüllung. Der Erzherzog fuhr dann fort: In diesem weihevollen Augenblicke gedenke ich freudig und dankbar unseres treuen und mächtigen Verbüu beten. Ich fordere Sie alle auf, einzustimmen in den Ruf: Se. Majestät der Kaiser und König Wilhelm der Zweite und die deutsche Wehrniacht Hurra! Zum Schlüsse widmete Erz Herzog Karl Franz Joses sein Glas dem geliebten Armeeoberkommandanten, dem Enkel des Siegers von Aspern und dem Neffen des Siegers von Eustozza, Feldmarschalt Erzherzog Friedrich.
Kundgebungen des österreichischen Oberiommandierendcn.
Wien, 10.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs- pressequartier wird gemeldet: Se. St .und K. Hoheit, Feldmars ch a l l Erzherzog Friedrich hat Sr. K. u. K. Apostolischen Majestät folgende Danksagung tele graphisch unterbreitet:
Ich denke mit tiefster Rührung und aufrichtigster Bewunderung der mir unterstehenden Streitkräfle, deren Heldenmut ich die aller- gnädigste Verleihung der höchsten militärischen Würde verdanke. Diese Tapferen werden der außerordentlichen Auszeichnung Ihres .Armeeoberkmnmandanlcii mit freudigem Stolze entnehmen, daß ihre fast übermenschlichen Anstrengungen, dem übermächtigen Feinde Stand zu halten, die allerhöchste Anerkennung ihres allerhöchsten Kriegsherrn gefunden habe und »on diesem beglückenden Bewußtsein die Kraft finden, mit der Beihilfe des Allmächtigen die gewaltigen feindlichen Massen niederzuringcn. Diesem großen Ziele widmen wir alle unser ganzes Können unb opfern mit Freude alles, was wir haben und sind. Fcldmarschall Erzherzog Friedrich.
Erzherzog Friedrich hat weiter folgenden Armee- ober k o m m a n d o b c f eh l erlassen:
„Se. K. U. K. Apostolische Majestät geruhten, mich mit einem wllcrgnädigsten Handschreiben vom 8. Dezember zum Feldmarschall -zu ernennen. Soldaten! Ihr habt mir durch Eueren unvergleichlichen .Heldenmut die höchste militärisckie Würde erkämpft. Mit bereinigtem Stolz könnt Ihr dieser außerordentlichen Auszeichnung Eueres Armeeoberkommandanten entnehmen, daß Euere säst übermenschlichen Anstrengungen, den mächtigen Feind auszuhalten, die «ollergnädigste Anerkennung Seiner K. und K. Apostolischen Majestät gefunden haben. Soldaten! Ihr habt Bewundernswertes geleistet, doch ist der Feind noch nicht besiegt. Das beglückende Bewußtsein der Zuiricdcnheit unseres allerhöchsten Kriegsherrn wird Euch» neue Kraft verleihen. Schon wanken die Reihen -des Feindes. Noch ein letzter Ansturm und der Feind ist niedcrgerungen. Mit Gott für Kaiser, König «und Vaterland. Vorwärts Felvmarschall Erzherzog Friedrich."
Seine K. u. K. Hoheit, Armeeoberkommandant Erzherzog Friedrich hot von höchstsetuer Ernennung zum Feldmarschall Sr. Majestät den deutschen Kaiser Meldung erstattet und auch dem Gcneralfeldmarschwll von Hindenburg nrit kameradschaftlichen Grüßen Mitteilung gcinacht.
Eine russische Mission in Bukarest.
Wien, 10. Dez. (WTB. Nicktaintlich.) Die „Neue Freie Presse" meldet: Nach einer Meldung aus Bukarest hat sich der russische Gesandte in Serbien, Fürst Trubetzkoi. am Samstag und Sonntag in Bukarest in besonderer'Mission lausgehalten. Er konferierte mit dem Ministerpräsidenten lBratianu, dem Minister des Aeußern Porumbcum und dem Finanzminister Costinescu sowie mit einigen Mitgliedern der oppositionellen konservativ-demokratischen Partei. Der Führer dieser Partei, Take Jonescu, der erst kürzlich zu den Rnssophilen ü bergegang ec. war, stattete dem Fürsten Trubetzkoi sogar drei Besuche ab und konferierte mit ihm äedesmal auffallend lang« Zeit. Fürst Trubetzkoi hat am Montag früh Bukarest verlassen und sich direkt nach Risch degebe». In parlamentarischen Kreisen wird behauptet, daß die Mission des Fürsten Trubetzkoi als gescheitert zu betrachten sei.
Wien, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die Blätter tnelden, nahmen die Bemühungen des Dreiverban d es, von den neutralen Balkan st aaten Hilfe für Serbien zu erlangen, in der letzten Zeit einen energb- schen Charakter an. Sie haben aber sowohl in Sofia, wie in Bukarest und Athen ein für die Ententemächte ungünstiges Ergebnis gehabt. In dem Gewirr von Angeboten und Konzessionen, womit der Dreiverband in so reichem Maße arbeitet, mögen auch geavisse Versprechungen an Bulgarien gemacht sein. Mein sie erschienen nicht genügend, uin die bulgarische Regierung von der Linie strikter Neutralität abztchrüngen. Aehnliche Schritte in Bukarest versagten gleichfalls, wahrscheinlich auch solche, die von Rumänien forderten, es möge in Sofia seinen Einfluß geltend machen, um Bulgarien von feindseligen Schritten gegen Serbien zurückzuhalten. Daß auch das Athener Kabinett den Werbungen der Entente,nächte, Griechenland möge Serbien unnlittelbar Hilfe bringen, kühl und abwehrend gcgenüber- steyt, ist bekannt. Die griechische Regierung gab schon vor längerer Zeit bekannt, daß sie eine Bündnisverpflichtung gegen Serbien für den Fall habe, daß Serbien von Bulgarien angegriffen werde. Ein solcher Fall liegt nicht vor, .somit auch keine Möglichkeit, Serbien, dessen Dache die üfsentlicl»e Meinung Griechenlands übrigens schon verloren gibt, militärische Hilfe zu leisten. Tie Bemühungen des Dreiverbandes, den militärischen Untergang Serbiens lnn- auszuschieben oder aufzuhalten, können also auf dem Balkan als gescheitert angesehen werden.
Eine französisch-deutsche Vereinbarung.
Bern, 10.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach längeren Unterhandlungen zwischen Berlin und Bordeaux ist eine.Vereinbarung zustande gekommen, nach der als neutrale Unparteiische Beauftragte der Schiveizer Regierung ein deutsch-schweizer protestantischer Geistlicher die Gefangenen der Internierten- lag er Frankreichs, und ein französisch-sclpveizcr katholischer Geistlicher die Lager Deutschlands besuchen darf. Dir Aufgabe dieser Abgesandten liegt vor allem in der geistigen und leiblichen Fürsorge für die Angehörigen der betreffen den Nationen. Sie werden namentlich für die Anschaffung von Winterkleidern und Decken von beiden Staaten sowie von schiveizer Wohltätern mit beträchtlichen Geldmitteln ausgestattet. Für die Mission nach Frankreich ist Pfarrer Zimmcrli aus Tiegen (Kanton Basel Land) ausersehen und bereits von Bern über Genf nach Bordeaux abgereist. Für die Mission nach Deutschland- soll der Bischof von Lausanne dem Bundesral eine geeignete Persönlichkeit Vorschlägen.
Keine neue große Schlacht an der User.
Berlin, 11.Dez. Die angebliche neue große Schlacht an der Äser, die prophezeit wjurde, hat laut „Berliner!
Tageblatt" noch nicht jrattgefimden. Ein belgischer Kriegs-
iorrespondent dementiert nach demselben Blatt die Nach>- richt, daß die englischen Kriegsschiffe neuerdings die belgische Küste bombardiert hättcu.
Berlin, 11.Dez. Nack» der „Deutschen Tageszeitung^ wird in Flandern ein_ anhaltendes Bombardement der Deutschen gegen die Stellungen der Verbündeten unterhalten. Die Deutschen verwenden dort Geschütze schwersten zpalibers.
Wieder eine Anerkennung des Kaisers.
Berlin, 10. Dez. (WTB. Mchtamtlich.) Dem Berliner Lokalanz. zufolge hat der Kaiser an Generalleutnant v. Morgen folgendes Telegramm gesandt: „Ihr siegreiches jVordriugen in Polen und Ihre glänzenden Erfolge gegen einen überlegenen Feind haben mich mit hoher Freude erfüllt, und geben mir Veranlassung, Ihnen den Orden pour le merite zu verleihen. Sprechen Sie Ihren tapferen und musterhaften Truppen meinen königlichen Dank und meine Anerkennung, aus. Gott sei ferner mit Ihren sieggewohnten Waffen. Wilhelm L R."
Berlin, 10. Dez. (WTB. Amtlich.) Das Befinden S.M. des Kaisers und Königs hat sich erheblich gebessert. Der Katarrh ist im Rückgänge, die Temperatur! normal.
(WTB.) Berlin, 11.Dez. (Nichtamtlich) S.Ml der Kaiser konnte auch gestern das Bett nur zeitweise verlassen. Er nahm aber den Vortrag des Chefs des General- stabs des Feldheeres über die Kriegslage entgegen.
Millrand gegen Joffre.
Genf, 10. Dez. (Ctr. Bin.) Zwischen dem Kriegs- minister Millerand und dem französisch-englischen Hauptquartier besteht Meinungsverschiedenheit wegen des neuerlich ausgetretenen Borstoßes längs der ganzen Front. Joffre hält eine große Aktion immer noch für bedenklich. Millerand vertritt die gegenteilige Anschauung. Die hierfür vom „Temps" angeführten Beweggründe beruhen auf absolut falschen Erkundungen über die jüngsten deutschen Truppenbewegungen und über die Hilfsquellen zur stetigen Ergänzung des deutschen Kriegsmaterials. Millerand will einen großen Wurf wagen, weil er mit den Ueb erwinte- r u n g s v o r a r b c i t c tt im Rückstände ist. Aus Armee- kreiscn und von ärztlichen Autoritäten iverden ernste Beschwerden gegen die Fortdauer der Methode erhoben, die na- inentlich unter den Truppenteilen von geringerer Widerstandsfähigkeit furchtbar verheerend wirkt. Der neue französische Tagesbericht gesteht zu, daß die Deutschen an einem nicht näher bezeichncten Punkte des Argonner Waldes einen Geländegcwinn erzielten. (L.-A.)
Die Franzosen hemmen den Handelsverkehr nach der Schweiz.
Zürich, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Neue Zürcher Zeitung" schreibt zu der wirtschaftlichen Lage: Getreide, bas schweizer Händler aus Amerika usw. durch Vermittlung der Bundcs- behördc beziehen, geht über Marseille. Die schweizerischen Kausleute können letzthin keine Käufe mehr abschließen: alle Gc- treidetransporte für die Schweiz iverden gegenwärtig angehalten, schon verladene Ware muß wceüer ausgeladen werden. Franzosen, die für die Schweiz liefern wollen, müssen umständliche Formulare ausfüllen, die sogar das Kriegs- und das Finairzministerrum zu passieren haben. Die Transvorte swcken vielfach in Marseille. Man hat das Gefühl, daß die Behörden nicht immer zusammen- arbeiten, daß vielmehr Kollisionen Vorkommen. Trotz aller Erklärungen und Richtigstellungen des „Tenrps" und anderer Matter glauben viele Franzosen, das nach der Schweiz gehende Getreide sei für Deutschland bestimmt. Von diesem Wahn kann man die Franzosen mit den bestinmNeslen Darlegungen nicht abbringen. Sie wollen auch nicht begreifen, daß die Schweiz dem Transitverkehr Italiens »md Deutschlands nicht in den Arm fallen kann. Dir Hemmnisse des Handels werden von den Kausleute» in Marseille sehr bedauert. Wiederholt wies der „Temps" darauf hin, daß der Fortgang des Handels und des Verkehrs ebenso wichtig sei, wie die nationale Verteidigung. Von diesem sehr richtigen Gesichtsounfte aus sollte man annehmen, daß Frankreich alles Interesse hätte, den Handel mit der neutralen Schweiz auf jede Weise zu fördern, zumal die Schweizer im voraus bar bezahlen.
Die Eröffnung de» türkischen Parlament«.
Wien, 10.Dez. (WTB. Nichtamtlich«.) Die „Südslav. Korr." meldet aus Kvnstantinopel: Nach Jnfornm- tionen aus Kreisen der Pforte wird die Eröffnung des Parlaments in außergewöhnlich feierlicher Weise statt- finden. An der Gröfftrungssitzunig werden, wie der „Ter- dschumcm-i-Hakikat" erfährt, die deutsche Mlitärmission und der Ehrenadjutant des Sultans v. d. Goltz Pasch« an ihnen besonders Angewiesenen Plätzen teiknehmen. Die Thronrede wird der Gvoßwesir, Prinz Said Hakim, in 'Anwesenheit des Sultans verlesen. Der Scheich ul Islam wird diesmal mit dem Sultan zugleich erscheinen. Die Eröffnungsfeier wird nrit einer Kundgebung tzjpr dßfe Verbündeten der Türkei schließen.
Türkische Erfolge.
-Konstantinopel, 10. Dc^. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht. Eine «Grenzabteilung hat im Kaukasus Taouchord, im Norden von Olch, besetzt. Unsere an der Grenze von Aserbeidschen operierenden Truppen sind bis Somap und Djihori, im Osten des Vilajets Ban, vorgerückt.
Ter Scheich der Sennfsi und die Engländer.
Konstantinopel, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Taswir-i-Efkiar" erfährt, soll der Groß-Scheich der Sennfsi Herolde zu de« Italienern gesandt haben, um formell zu erklären, daß er, da der Khaltf den .Heiligen Krieg nur gegen England, Rußland >md Frankreich verkündet hat, fortan nur gegen die Engländer kämpfen werde und endgültig darauf verzichte, die Italiener in Libyen zu beunruhigen, solange er nicht am-, gegriffen würde.
Der Zar in Tiflis.
Berlin, 10. Dez. (WTB Nichtamtlich.) Wie dem Berliner Lokalanz. aus Kopenhagen gemeldet tvird, ist der Zar gestern nt Tiflis eingetroffen und am Bahnhof von vielen Deputationen, darimier von Obergeorgien, empfangen worden.
Ein russischer Kunstraub.
Berlin, Il.Dez lieber russischen Kunstraub
schreibt der „Berliner Lokal-Anzeiger": Wie die „No wo je Wremja" meldet, sind aus dem Ossolinski-Mufeum in peinberg 1034 Gemälde, 24 000 Radierungen, >000 Autogramme und eine Anzahl kostbarer Porträts und Entwürfe nach Petersburg gebracht worden.
?»us Marokko.
Konstantinopel, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Führer der Aufständischen in Marokko, ?lbd et Malik, ein Sohn Abd et Kaders, der für die Freiheit Algeriens kämpfte, hat an seinen Bruder Emir Mi Pascha, der gestern hier angekommen ist, einen Brief gerichtet, in welchem er seine Freude darüber ausdrückt, daß sein so viele Jahre genährter Traum sich nun verwirkliche uni» ein neues Morgenrot für den Islam heraufziehe. Der erste Erfolg einer seit 20 Jahren getriebenen Vorbereitung habe sein Echo gefunden in dem Donner der Geschütze, die vor 2 Monaten bei Casablanca genommen worden seien. Dadie Franzosen nur schwache Kräfte hatten, könnten sie keinen Widerstand leisten. Die Stimmung ihrer Truppen sei vollständig herunter, in den letzten Gefechten hätten sie 700 Mann ar Toten und Verwundeten verloren.
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Ein deutscher Konsul zum Tode verurteilt.
London, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Das Pressebureau teilt zu dem Prozeß gegen den deutschen Konsul Ah- lers mit, daß der Richder die Berufung an die höhere Instanz z u g e st a n d e n hat aus Grund einiger Rechtssra- 9en, die während des Prozesses aufgetaucht sind. Die Verurteilung zum Tode war das einzige Urteil, das die Richter rechtsmäßig fällen konnten, nachdem Ahlers des Hochverrats für schuldig befunden worden war. Falls die höhere Instanz das Urteil bestätigt, kann der Staatssekretär des Innern die Abänderung zu Zwangsarbeit oder Gefängnis anempfchlen.
Deutsche Vorstellungen bei Columbien.
(WTB.) Bogota, 10.Dez. Der deutsche Gesandte erhob bei dem Minister des Aeußern Vorstellungen wegen des Tones der Mehrzahl der columbischeu Blätter, welche die Politik des Dreiverbandes unterstützen.
Die Folgen des Kriegs für Amerika.
Washington, -DO.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Vorstand der Panamerikanischen Union hat beschlossen, den Staatssekretär B r y a n zu ersuchen, einen Ausschuß aus neun Vorstandsmitgliedern zu ernennen, um praktische Maßnahmen zur Geltendmachung der Rechte der Neutralen auf der westlichen Halbkugel im europäüchen Kriege zu erwägen. Der Berich t B.ryans an den Kongreß sagt u. a.:
Ter Ausbruch des europäischen Krieges bat viele schwierige Probleme in Fluß gebracht. Das ganze Ge sch äftsleb c n> und wirtschaftliche Leben des Landes ist bis ins Inner st e erschüttert worden. Eine Katastrophe größten Umsanges wurde nur mit genauer Not abgewendet. Es ist nur der wirtschaftlichen Kraft und Gesundheü des Landes z» danken, daß die Erschütterung keine ernsten Folgen hatte. Der reguläre Gcld- verkchr konnte auftechterhalten werden. TaS Wiederaufleben der Geschäftstätigkeit im ganzen Lande beweist am besten das Znrück- kehren deS Vertrauens. Es ist aller Grund vorhanden, daß das Land zuversichtlich in die Zukunft blicken kan». >
In der Botschaft des Präsidenten heißt es weitern
Wir verfügen wohl über Hilfsquellen, können aber keinen vollen Gebrauch davon machen, da »vir nicht die für die Verteilung Nötigen Mittel besitzen. Wir haben einen großen Irrtum begangen, daß wir die Entwicklung der Handelsmarine gehindert haben. Jetzt, nw »vir die Schiffe brauchen, haben wir sie nicht. Me Jrrtümer gut zu machen, würde lange Zeft in Anspruch nehmen und den Handel in andere Kanäle ablenken. Wir schlagen deshalb den in dem von beiden Häusern beratenen aber unerlckigten Gesetzeirttvurfe über den Ankauf ausländischer Handelsschiffe gewiesenen Weg vor. Bezüglich der Lan d es- verteidigung sagte der PräsideM: Wir sind zwar gerüstet, »vollen aber nicht Äncerika in ein bewaffnetes Lager verwandeln. In der Stunde der Gefahr müssen »vir uns nicht auf das stehende Heer oder die Reservearmee, sondern auf die »voffengeübte Bürgerschaft verlassen. Die richttge amerikanische Polittk ist, ein System zu schaffen, wodurch jeder freiwillig sich meldende Bürger mit dem Gebrauch von neuen Waffen und den notwendigsten KennMisseu des Exerzierens und Manövrierens bekannt gemacht wird. Die Na- tionalgacde soll »veiter entwickelt und verstärkt werden. Mehr als das wäre nur ein Zeichen, daß wir infolge des Krieges, mit dem »vir nichts zu tun haben, die Selbstbeherrschung verloren haben. Eine starke Flotte haben wir immer als ein wichttges Ver- teidigungstverkzeug angesehen. Wer sagt uns aber jetzt, was für eine Art Flotte wir bauen sollen?
AuS Südafrika.
Kapstadt, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. General Botha gab eure Mib- teilung aus, worin es heißt: Der Aufstand ist jetzt so gut wie beendet. Die hervorragendsten Führer sind tot oder gefangen genommen; nur kleine zerstreute Banden bleiben noch übrig.' Wahrend wir über die «Schuldigen eine gerechte Strafe verhängen, müsse« wir eine Rachepolitik vermeiden. Unsere nächste Aufgabe »vird sein, Maritz und Kemp entgegenzutreten, die auf deutsches Gebiet entwiche» sind und uns von dorther mit einem Einfall bedrohe».
A«» Stadt und Coat»
Gießen, 11. Dezember 11*14.
** Rektor Ludwig Sch aas ist am Dienstagiübend einem Schlagansall im Mer von 70 Jahren erlegen. Deo Verstorbene, der über ein Menschen alter in Gießen gewirkt hat, und dessen segensreicher Tätigkeit abeJe hunderte ehemaliger Schüler dankbar gedenken, war gehöre» am 22. August 1845 zu Köddingen. Seine erste Verwendung fand er als Vikar zu Hercheachain, Kr. Schotten, wo er 2% Jahre tätig war. 1867 legte er die Defirntorialprüffuug ab. Darauf wirkte er in Stumpertenrod 1°/« Jahr, iu Ruin- rod 2Joch«re als Verwalter, wurde am 14. Juui 1 871 defi nitiv angestellt und am 5. Juli 1882 nach Gießen dekretiert. Im« Jahre 1802 »ourde er Hauptlehrer daselbst. Bei seinem lieber- tritt in den Ruhestand am 1. Oktober d. I. wurde ihm der Titel Rektor verliehen.
** Ritter des Eisernen Kreuzes: Hauptmann d. Landw. Professor Hans Brauneck bei der Etappen- .Jnspektion der 1. Armee, aus Wetzlar. Landlvehrgefreiter Konrad Gath, Fernsprechäbteilung des 7. Reservekorps, aus Laufdorf. Oberjäger Fritz Rath beim Res.-Jäger- Bat. 11, aus Weilburg. Apotheker Paul Kleiner, Hauptmann im Lcrndw.-Inf.-Regt 81, aus Weilburg. Unterosf- Schüler Theodor Müller aus Hvhlensels, Leibgren.» Regt. 8. Wachtmeister Adolf Sam es aus Hungen, Feld- Art-Regt. 7. Gesr. Georg aus Rainrod, Inf.-Regt.212. Brennmeister Max Börse, unter Beförderung $»un Sergt. Hch. Geib el, unter Beförderung zum Unteroffizier, und Georg Kalle nb a ch aus Okarben. Zeng-Oberl. beim Art- Depot Neubreisach Scharfer aus Gießen, kommandiert -um Stabe des Chefs des Feldmunitionsivesens im Großen Hauptquartier.
** Sic hessische Tapferkeitsmedaille erhielt Leutn. >d- R. Scharfer, Ins. -Regt. 118, aus Gießen.
** Stadttb enter Gießen Man schreibt mts: Aut die beiden Vorstellungen am koinmenbcn Svnntag sei ganz besonders hin gewiesen, da sie bei mäßigen Preisen z-vec mteeeffantr


