Inhalt dieser Pakete im einzelnen nickt bekannt ist. In An- betrachl der Persönlichkeiten der Spender kann jedoch ohne weiteres angenommen werden, daß der Inhalt dieser Pakete hinter den vom Kreiskomitee selbst ausgcslalteten nicht wesentlich zurücksteht. Nur nebenbei sei hier bemerkt, daß alle 118 Pakete auS der Stadt Lich stammen, die dem Kreiskomiree durch Vermittlung Ihrer Durchlaucht der Fürstin zu Solms-vohensolmS-Lich zugingcn. Tie übrigen 759 unpersönlichen Weihnachisvaketc sind vom Kreis komitee selbst unter Benutzung teils vorhandener, teils bis zum 28. v. Mts. noch eingeliescrten Liebesgaben zusammengestellt worden. AlS Packmaterial wurden fabrikmäßig hergestellte Sckwchtcln in der Größe 48:30:15 benutzt. Ter Sendung ist dadurch auch äußerlich der einheitliche Charakter qeivahrt worden
In den 759 Kartons sind insges. folgende durchweg neue Gegenstände untergebracht: Wollsachen: 264 Leibbinden. 798 Hemden, 100 Unterjacken, 620 Unterhosen, 949 Paar Strümpfe, 45 Brustschützer, 18 Wämfe, 153 Paar Kniewärmer, 624 Paar Handschuhe, 653 Kopfschützer, 142 Paar Stauchen: fer
ner 204 Paar Fußlappen, 11 Paar Filzsohlen, 825 Taschentücher, 44 Paar Hosenträger, 137 Stück Seife, 52 Stück Wachstuchbehälter mit Nähzeug, 3 Gros Sicherheitsnadeln, 521 Äleiltiftc, 367 Notizbücher, 321 Pakete mit Briefpapier u»d lim schlagen, 453 Zeitschriften und Bücher, 644 Taseln Sckwkoladc, 1756 Lebkuchen, 182 Kästchen mit Weihnachtsgebäck, 120 Würste, 147 Pakete mit Kaffee, 43 Büchsen Kakao, 67 Suppenwürjel, 240 Bouillonwürfel. 611 Tabakpfeifen, 972 Pakete Pfeifentabak, 407 Tabaksbeutel, 10 973 Zigarren, 1500 Zigaretten, 343 Pakctchen mit Kautabak, 342 Luiitcujeuerzcugc, 1945 Kerzen, 44 Taschenspiegel, 404 Mundharmonikas, 9 Taschenlampen mit Batterie: ferner gleichfalls aus die einzelnen Pakete entsprechend verteilt^ 248 Pfund Dörrobst und 171 Pstind Würfelzucker.
Tie Sendung hätte nicht so überaus reichhaltig aussallen tön nen, wenn nicht die Vorsitzenden sowie die Mitglieder der Ortsausschüsse und die gesamte Bevölkerung durch ziclbewußtes und überaus dankenswertes Zusammenarbeiten zu diesem Erfolg bei- -elragen hätten. Allen, die mitgeholscn haben, sowie denjenigen Gießeuer Fabrikanten, die das Kreiskomilee in weitgehender Weise durch Spendung von Zigarren und Tabak unterstützt haben, wird der Tank unserer Krieger, die hoffentlich recht bald in den Besitz der Wcihnachtsvakete kommen werden, sicher sein.
Ta die ganze Liebesgabenscndung zwei Eisenbahnwaggons füllte, imirde sie entsprechend den Wünschen des Landesvereins vom Roten Kreuz in Darmstadt nicht zunächst diesem, sondern unmittelbar der Zentrale sür Kriegssürsorqe in Frankfurt a. M. über iandt.^die als Sanrmelstclle sür das XVIII Armee-Korps, damit auch Sammelstelle sür die 25. (Großh, .Hess.) Division ist.
lieber die Ausnahme der Sendung, gibt das folgende, an den Vorsitzenden des Kreiskomiters gerichtete und »ns mit der Bitte um Abdruck überlassene Schreiben des .hessischen Landesvereins vom Roten Kreuz in Darmstadt nähere Auskunft. Ten Tank, der darin dem Kreiskomitcc ausgesprochen ist, darf mit Recht jeder einzelne Spender zu seinem Teil sür sich in Anspriich nehmen in dem Bewußtsein, daß mit vereinten Kräften -in voller Ersolg erzielt worden ist.
An das
Kreiskomitee für Rotes Kreuz und Kricgshilse
Gießen.
Aus Ihren beiden gefl. Mitteilungen vom 30. November bezw. 2. Dezember ersehen wir, welch großartige Sendungen an Liebesgaben Sie für unsere Triippen im Felde gesammelt und nach Frankfurt geschickt l>abcn. Diese insgesamt 1068 Stück Weih- nachtspakcte und die anderen Gegenstände stellen eine der größten Sendungen dar, die wir bis jetzt aus dem Grvßherzogtum erhallen haben. Es drängt uns. Ihnen sür diese so überaus reichen Gaben unseren herzlichsten Tank auszusprrchcn, den wir allen gütigen Gebern sreundlichst zu übermitteln bitten.
Darmstadt, 3. Tezember 1914.
Landesverein vom Roten Kreuz.
**NachfragennachdemVerbleibevonPost- sendungenanKriegs-oderZivilgefangeneim Auslände sind von den Absendern stets n u r an das Postamt zu richten, bei dcem die Sendung aufgeliescrt worden ist, nicht aber an sonstige Stellen im In oder Auslande, auch nicht an die Ober Postkontrolle in Bern, die mit Briefen und Paketen gar keine Befassung hat und die ihr unmittelbar zugehenden Ansragen wegeic Postanweisungen erst wieder an das Ausgabe-Postamt ^»rückgehe» muß. Durch derartige unzweckmäßige Adressierung von Nachfragen geht nur unnötig Zeit verloren. Nachfragen empfehlen sich überhaupt erst nach einer Wartezeit von mindestens 6 bis 8 Wochen, da in den meisten Fällen eine Bestätigung des Empfangs einer Sendung nicht früher eingehen kan».
" Pakets« n dun gen sür die ö st e r r e i ch > s ch e A r m e e. Bi» eiulchlietzlich Ib. Dezember können bei den deutschen Post- cmstcilten gewöbnlichc Pakete bis zu 5 Kg. an Angehörige und zugeteiltc Personen der ö st erreichisch-ungarischen Feldarmee gegen di« einheitliche Gebühr von 50 Psg, eingeliesert iverden. r ie in Deutschland erlassene» Anssnhrverbole werden ans diese Pakete nicht angewandt, anch ist der Inhalt der Pakete in Oesterreich»Ungarn zollfrei. Tic näheren Dersendnngsbedmg- ungen »sw. snr die Pakete werde» bei allen Postanstalten durch AuShang dekannlgegebe».
** Rückkehr der schlesischen Einquartierung. Wir machen auf eine in heutiger Nummer des Gießener Anzeigers erscheinende Bekanntmachung des Großh. Kreisamts Gießen aufmerksam, wonach die im Kreise Gießen untergebrachte» Schlesier in aller Kürze in ihre Heimat zurücktransportiert werden. Der Rücktransport jindel voraussichtlich schon am Mittwoch statt.
** Rückkehr der österreichisch-ungarischen (ga- lizischcns Saisonarbeiter in dieheimat. Man schreibt uns: Die nach Oesterreich Ungarn heimkchrendcn Saisonarbeiter können fortan die Heimkehr nur über Glatz-Mittelwalde nach Wichstadtl-Lichtenau — unter Ausschluß der östlich gelegenen EinbruchSstalione» Mhslowitz, Oswieeim und Oder- derg — bewerkstelligen. Fahrpreisermäßigung für Arbeiter cktze- iellschaftssahrtiM 4 Klasse wird den österreichisch-ungarischen ; ga- liziichciU Saisonarbeitern auf den preußisch-hessischen Staalsbad- ncn nur gewährt, wenn die Transporte über Glatz-Mittelwalde geleitet werden. Arbeiter, die zum, vollen Fahrpreise fahren wollen, können Fahrkarten nur über diesen Weg erholten.
** Tie Behandlung russischer landwirtschaftlicher Arbeiter. Heber den Verbleib der in landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten russischen Arbeiter nach Beendigung der hcrbsternlc sind, wie man uns amtlich milteilt, von den zuständigen Verwaltungsbehörden mit Rücksicht aus den Kriegszustand besondere Anordnungen getroffen. Zu ibrer Durchführung wird für den Bereich der Eisenbahnverwaltung folgendes angeordnet: 1. an männliche russische Arbeiter im Alter von 17 bis 45 Jahren dürfen Fahrkarten nicht ausgegebcn iverden. 2. an männliche russische Arbeiter unter 17 und über 45 Jahren sowie an alle weiblichen russischen Arbeiter dürfen Fahrkarten nur vevabiolgt werden: s) nart: eener Station eines neutralen Staates und nur dl bei Vorzeigung eines von der gesandttchaftlichen oder konsularischen Vertretung dieses neutralen Staates visierten Passes. Nach Lösung der Fahrkarte wird der Pah von der Ortspolizeibehörbe ito&i mit dem Vermerk versehen: „Ausreise nach ... ist genehmigt. Tic Orlspolizcihehördc (Stempel und Unterfchriftl." 3. Ausnahmsweise dürfen Fahrkarten nach deutschen Stationen wi die unter 1 und 2 bezeichnrten russischen Arbeiter und Arbeiterinnen nur ausgegebcn werden, wenn a) die Genehmigung des zuständigen Landrats zum Antritt einer neuen Arbeitsstelle erteilt ist, b) wenn zur Behebung eines wirtschaftlichen Notstandes oder zur Durchführung größerer MelwralwnSunkernehmungcn durch eine Bebörde oder imt behördlicher Genehmigung bis dahin arbeitslose russische Arbeiter in bestimmte unter Arbcitermangel leidende Gebiete geleitet werden.
** Stadttheater. Man schreibt uns: Zur Erstauf- fichrnitg von „Als ich noch im- Flügeikteidc" am Morgigen
Dienstag dürfte beifolgende Besprechung der Berliner „Deutschen Tageszeitung" interessieren. Es heißt da: „Das wirtlich überaus liebenswürdig lui^ge Stück verdient den großen Erfolg ehrlich und unemgcJhräiikt, nird es ist ein erfreuliches Zeichen der Zeit, daß das Publikum wieder Ge
fallen an derartigen Darbietungen zu finden beginnt.....
Und das alles wird vorgebracht mit einem Humor, einer Laune, einer überquelleirdeii Lustigkeit, daß auch der ver bittertstc Griesgram das Lachen lernen muß. 3>.i gibt es einfach kein Halten. Uird mit so sauberen, vornehmen, rciiip- liche» Mitteln arbeiten die Autoren, ihr Werk ist at,gefüllt von Jugend, Frische, Poesie, ihr Dialog funkelt von netten Wortspielen, sie schassen Situationen von überwältigender Plastik — und sic sind bei alledem keine Schwanksabrilanten, sondern deutsche Dichter. Im innersten Kern deutsch ist ihr Werk, das so etwas sür unsere Frauen schasst, tvas „Mt- hsidelberg" für uns Männer war."
"Lungenheilstätten und Krieg. Man bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: In der Bevölkerung scheint vielfach die Meinung verbreitet zu sein, die L u » g c n h c i I ft ä11en hätten aus Anlaß des Kriege s ihren Betrieb eingestellt. Ties ist aber nicht der Fall. Tie hessischen Heilstätten Ernst-Ludustg- hcilstätte bei Sandbach i O„ Eleonorcn-Heilstätte bei Lindenicls i. O und die Göttmann schc Heilstätte in Reichelsheim, ferner die beiden Kinderstationen in Hirschhorn und Lampertheim, halten ihren Betrieb auch während des Krieges aufrecht und können Kranke (Versicherte wie Richlversichertc) jederzeit ausgenommen werden. Versicherte stellen ihre Anträge bei der zuständigen Krankenkasse, Nlchlversicherte, die in die Ernst-Ludwig Heilstätte oder in die Göttmann'sche Heilstätte ausgenommen sei» wollen, wenden sich an diese selbst, während Ausnahmegesuche von Nichtversichcrlen sür die Eleonorcn-Heilstätte und die beiden Kinderstationen an den Vorstand des Heilstättenvereins in Darmstadt zu richten sind. Daß Winterkuren vom ärztlichen Slandvunki aus besonders wertvoll sind, soll bei dieser Gelegenheit hervorgeboben werden.
— Auch die L u pu s h c i l st ä l t e in Gießen arbeitet ruhig weiter.
Landkreis Gießen.
-m. Hungen, 6. Dez. In der evangelilchen Kirche fand heute eine Gedäch tn is fe ier für die anl Frankreichs Erde gefallenen Kampier Gustav Dörr und Karl Roth statt. Beide batten den> Insa»Ierie-Rea>n>e»t Nr. I1> angehört.
Kreis Schotten.
h. Schotten, 6. Dez Der dem! Ende des 14. Jahrhunderts entstammende Hauptaltar der Stadt- k i r ch e, eine der bedeutendsten Arbeiten der mittclrheini- schen Kunst, ist durch die Opfenvilligkeit der Kirchengemeinde wieder zu neuem Glanze erstanden. Der Mtar befand sich bis 1828 im Ehor: dann nahni man ihn auseinander und hing! die einzelnen Tafelbilder in goldenen Rahmen an den Wänden des Chors auf, während man! die drei Baldachine mit den Plastiken achtlos beiseite warf und vermodern ließ. Die Gemälde zeigen zwölf auf Goldgrund gemalte biblische Begebenheiten. Unter der Hand des Kunstmalers W Horst (Darmstadt) haben die Gemälde ihren alten leuchtenderr Goldglanz und ihre einstige Forbenfreudigkeit wieder erhalten. Die Zusammenstellung der Taseln zu der ursprünglichen Altarsorm geschah in meisterlicher Weise durch die Kunstschreiner Gebr. V e y (Darmstadt), geborene Sck)ottener. Neben den Frlcdberger und Lrtenberger Altären ist der Schottener Hauptaltar der krinstgeschichtlich bedeutendste Lberhessens. Nach der inneren Ausschmückung der Stadtkirche wird er seinen alten Platz wieder einnehmen.
Kreis Friedberg.
X B u tz b a ch, 5. Dez. Nach der in hiesiger Gemeinde vor- genommenen Viehzählung am 1. Dezember sind vorhanden: 99 Pierde, 4 Kälber unter 3 Monate alt, 27 Stück Jungvieh, 8 Bullen, 148 Kühe, zusammen. 182 Stück Rindvieh, 275 Schale, 104 Schweine unter Jahr alt, 113 Schweine von V,—1 Jahr alt, 2 Schweine 1 Jahr alt, zusammen 219 Schweine, 108 Ziege»
— Im hiesigen Lazarett starb gestern an seiner Verwundung der Reservist Friedrich Wilhelm K r ü g e r, geboren am l. März 1891 zu Uthausen, Kreis Wltteuberq, vom Jnk.-Rgt. Nr. 27.
Starkcnburg und Rheinhesscn.
u. Ossenbach, 4. Dez. Ans Versügnng der Großh. KreiS» schulkontmission begannen bereits heule die Weih, lachtsserien der hiesigen städlischen Fortbildungsschulen, da in fast allen Fabriken und Lederwaren-Werkslätten Militärartikel anqcferligi werde» und hierzu anch die jugendlichen Arbeiter dringend benötigt werden, so daß der Schnlbetrieb sich noch mit Mühe ausrecht erhalten ließ. Ti« Ferien dauern vorläufig bis 4. Januar
Kreis Wetzlar.
O Krofdorf, 8. Dez. König!. Amtsgericht Wetzlar wird ,n, Jahre 1915 hier in Krosdors salzende Geschäftslage abbalten: Am 4. Januar, 1. Februar, 1. März, 12. April, 3. Mai, 7. Juni, 5. Juli, 20. September, 4. Oktober, 8. November und 8. Dezember.
— Leun, 6. Dez. Pfarrer Himmelreich ist nach zwölfjähriger Wirksamkeit aus unserer Gemeinde geschieden und wurde zum Oberpiarrer und Hospreüiger nach Brauniels bernien.
X'AuS der Bürgermeisterei Atzbach, 8. Dez. ür die Gemeinden der Bürgermeisterei Atzbach wurde wieder riegsbefuch angekündigt ES handelt sich diesmal um aus Frankreich auSgewieiene deutsche Familien.
Hessen Nassau.
h Frankfurt a. Atz, 6. Dez. In der Annahme, daß der Kriegsschauplatz dicht bei Franklurt liege» müsse, reisten Freitag abend zwei drcizebnjäbrige Bürschchen aus Barinen heimlich iorl. Sie kamen unbehelligt ohne Fahrkarte bis nach hier, ivo sie auf dem Hauptbahnhose erwischt wurden. Heute früh schickte man die Jimgen wieder zn Muttern. Von, Kriege bei Frankfurt haben sie leider nichts gesehen.
6cri^(>faaL
4VT8. Königsberg i. Pr., 5. Dez. (Nichtamtliche Wegen Kriegslandesverrats wurde der Waldarbeiter Adolf Klein aus BerSgirren iKr. Labia») vom Kriegsgericht zu 10 Jahren Zuchthaus und Ehrverlust auf die gleiche Dauer verurteilt. Der Angeklagte batte beim Einbruch der Russei, in Ostpreußen einem russischen Offizier über das Verhalten eines Försters in jener Gegend den russischen Truppen gegenüber eine Mitteiituig gemacht, die geeignet war. nicht nur das Leben diese? Försters, sondern auch der Kollegen dieses Beamten zn gefährde». Es wird sogar ver- inutet, daß seine Mitteilung zum Erlaß des bekannten Rennen- kampsichci, DesehlS. betr. die Erschießung der ostpreußischen Förster, mit betgetragen hat.
CantttHrtfctmft.
Berlin, 5. Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Saaten- stand in Preußen war, wenn 2 gut und 3 mittel bedeutet, zu Auiang Dezember für Weizen 2.6 (im November dieses Jahres 2,6, zu Anfang Tezember des Vorsahres 2,4 , für Spelz 2,4 (2,3 bezw. 2,1), Roggen 2,7 (2,6 bezw. 2,3), Gerste 2,4 (2,4 bezw. 2,31, Raps und Rüben 2,5 (2,5 bezw. 24), junger Klee 2,9 (2,8 bezw. 2,4). In den Bemerkungen der statistischen Korrespondenz heißt eS u. a.: Aus dem ganzen Staatsgebiete, besonders aus der östlichen hälfte, kommen Klagen über ungewöhnlich zahlreiches Austreten der Mäuse, aus den westlichen Provinzen außcrdein über das Auftreten von Schnecken, die den RvggeU- saalen und dem inngen Klee erheblichen Slinden zufügten, so daß manches dieser Felder bereits umgepslügt werden mußte, Trotzdem sich mancherorts der Mangel an Bespannung fühlbar modjte, ist die Bestellung der Wintersaaten dock, größtenteils imrch- geiührt. Bielsack wird aus dem Westen berichtet, daß gegenwärtig eine umfangreichere Winterbestellung als in früheren Jahren, lurmentitch mit Roggen siattfrndet. lieber den Stand der Wintersaaten lauten die Beruhte meist recht zufriedenstellend: eine Aas«
nahinc inachen nur die von lairgcr Trockenheit ini Herbste und der insolgc hiervon aufgctrcleiieu Mäusepiagc betroffenen Pro« vinzen Ost-- und Westpreusen, sowie Pommern, Posen und Schlesien. Im großen und ganzen ivird in den meisten östlichen Provinzen der vorläufig nicht durchiveg günstige Stand der Wintersaaten durch einen in anderen Landcsteilcn durchaus reckst günstigen ausgewogen. _
vermischte».
* Berlin, 6.Dez. Ter Direktor der Deutschen Versuchsanstalt für L n s t f a h r t, Professor Dr, Ing, Bendein an n, der seit Beginn des Feldzuges seine Forschertätigkeil mit dein jetzt so viel wichtigeren Kriegshandwerk vertauscht hat, ist für hervorragende Leistungen mit seiner Batterie — er ist hauptmann und Batterieführer in einem der hessischen Regimenter, welche den ersten Vormarsch bis zu den Argonnen und dann die schlvercn Kämpfe um Lille und Wer» siegreich mitgemachi haben — mit d e m Eisernen Kreuz l, Klasse ausgezeichnet worden,
* Ein Eisenbahn uu fall in Italien, Aus Neapel ivird vom 5. Dez, berichtet: Ein von Rom kommender S ck: il e l 1 z n g ist auf dem Bahnhof von Riordo mit einem Güterzng zusammengestoßen, Sechs Reisende wurden getötet und zahlreiche verletzt.
' Das er st e größere englische Kr i e g s j ch i s s. ES sind je l gerade 400 Jahre her, daß i» England das erste größere Kriegsschiff gebaut wurde. ES >var dies der im Jghrc 1514 vorn Stapel gclaniene .Henry Grcice ö Dien", den die englischen Matrose» aber dann „Great Harry' nannte». Dieses Schiff war ivo l damals das größte Kriegsschiff der Welt. Es hatte tausend Tonne» »nd eine Besatzung von genau 700 Plan». Anch die Armierung galt als nntzerordentlich schwer. ES war mit 21 schweren Geschützen »nd mit 130 leickitercn anSgestatlet. Unter de» leichteren (steschntzen waren allerdings anch solche, die wir heule kaum mehr als Schiffsgeschütze ansehe» würden. Bon den als Ichwere Geschütze aickgekübrten waren vier 42-Pfünder, drei 32-Pknnder, zwei 24-Psnnder-, vier I8-Psündcr-, zwei 9-Piündcr-, vier i' Psnnder- n»d zwei 3-Psnnder>Kanoncn. Diese Geschütze entsprachen nn- aeiäbr iolgenden Kalibern: Tie 42-Psiinder waren 7-Zö!ler, die
32-Pninder 8',-Zoller, die 24-Pinnder 8-Zöller. die I8-Pll>nder 5s,-Zoller, die 4-Pfünder 4'/,-Zöller, die 6-Psnnder 3'/.-Zöller und die 3-Psünder waren 20,-Zöller. Eine allzu große eähr sür Feinde »nd Seeräuber waren irellicki alle diese Geschütze nicht, den» sie gingen olt nicht los, ivaren äußerst »nbequen, zn bedienen »nd mit ihnen war anch kginc große Treffsicherbcii zn erreichen. 911« vorsichtige Leute slattctk» deshalb die Engländer dos KriegS- Ichiff anch noch mit Bogen und Armbrusten ans. Dt: Waffcn- kammer enttiielt allein 500 Bogen kür die 'Matrosen als Kriegs- waffen. 'Rach Art anderer Kriegsschiffe der damaligen Zeit waren ans den, „Great Harry' wahrscheinlich anch noch Wurstnaschinee nntergebracht.
vandel.
Berlin, 6. Dez. (WTB. Amtlich.) Die Zuckerraf- sinerren erklären ihren Rücktritt von den vor dem 1. No- veniber abgeschlossenen, bisher noch nicht erstillce» Verträge» über die Lieferung von VerbrauchSzncker unter Berufung ans die Ver- ordming betrcfseird Regelung des Verkehrs mit Zucker. Tic Verordnung regelt, soweit sie sich überhanvt mit lausende» Verträgen besaßt, lediglich die Verträge über Rohzucker: die Vertrage über Vcrbrauchszucker sollen dagegen, >oie die dcni Reichstage vorgelegte Denkschrift ausdrücklich hervorhcbt, aufrecht erhalten werden. Tie Verordnung gibt also kein Recht zum Rücktritt von Verbrauchszuckerverlrägen.
Märkte.
ed. Bingen, 4. Dez. 'Marktpreise. Weizen Mk. 27,00- Korn Mk. 23,00, Gerste Mk. 21.5», Hafer Mk. 21,'>e. Heu Mk. 9,10- Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 7,50, Erbsen Alk. 0",0 Linien Mk. 00,00, Bohnen Mk. 00,00, Weißmehl Mk. 45,50, Roqgenmebl Mk. 36,50; alles kür 100 Klgr. Butler 1 Klgr. Mk, 2,80, Milch 1 Liter 21 Psg., Eier 10 Stück Mk, 1,20.
k«. Frankfurt a. M>. 4. Dez. Heu- tmt> Stroh »rarkl. Man »otieite He» 3,50—3,80Alk., Stroh (Kornlangstrolst 3.00 bis 0.00 Alk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mark. All-S je 50 Kilo. Ge- schält lebhait, Tie Zufuhren waren aus Overheft«» und dem Kreise Dieb»rg.
Amtlichrr Wetterbericht.
Oesfentlichcr Wetterdienst, Gießen. kSetteraussichtcn in Hessen am Dienstag, bei 8. Dez. DU:
Unbenändig, wechselnde Winde, Temperatur wenig geändert.
Letzte Nachrichten.
Große Erfolge in Rordpolen.
(WTB.j Großes Hauptquartier, 7. Dezember vormittags. (Amtlich.) Bom westlichen Kriegsschauplatz und dem östlich der massiirischeil Seenplatte liegen keine besonderen Nachrichten vor.
Ja Nordpolcn habe» wir in langem Ringen um Lodz durch das Zurückwcrfen der nördlich, westlich niid südwestlich dieser Sladi stchcndcn starken russischen Kräjte cincu durch- grciseiidcn Ersolg errungen. Lodz ist in mtferem Besitz Die Ergebnisse der Schlacht lassen sich bei der Ausdehnung des Kampsscldes noch nicht sibcrsche». Die russischen Verluste find zweisclloS sehr groß.
Versuche der Rassen, ans Ssidpole» ihrer bedrängten Armee in Nordpolcn zn Hilfe z» kommen, wurden durch das Eingreifen östcrrcichisch-nngarischer und deutscher Kräfte in Gegend südwestlich Piotrkow vereitelt.
Oberste Heeresleitung.
Deutschfeindliche Agitation.
Kopenhagen, 7. Dez. Das „Reutersche Bureau" meldet ans Toronto: Jniolge der deulschfeindlichen Agitation der Presse legten die drei deutschen Mitglieder des LehrertollegiumS an der hiesigen Universität, die .Herren Benziger, Müller und Tappr, ihre Acmter nieder.
Untergang der „Auftralia"?
M a i l a n d , 5. Dez. Ter Marinesachmann der „Corriere della Sera" führt auS: Seit langer Zeit Hörle die australische Regierung nichts mehr von ihrem Schlachtkreuzer „Australia", und es ist zu befürchten, daß das Schiff auf hoher See einer Explosion zum Opfer gefallen sei. — Die „Australia" ist ein ganz moderner 'tzanzertreuzer mit 1000 Mann Besatzung.
Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes": I. V.: A u g u st G o c tz.
In Krieg intb Frieden
nebraudit man negen Husten und Heiserkeit
— Entol-Bonbons =====
Dose 30 Big. :: Fetdpostkarton 65 Psg.
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