aU Kriegsgefangener in deutsche Hände gefaNen und nach Deutschland gebracht worden.
Englische Ausfuhrverbote.
London, 6. Dez. Die „London Gazette" veröffentlicht ein Ausfuhrverbot für Fleisch in Blechbüchsen und für Wellblech nach Schweden, Dänemark und Holland. Ferner ist der Ex- vort von Vieh nach allen Auslandshäsen Europas, des Mittcl- meerS und des Schwarzen Meeres, mit Ausnahme der Häsen Frankreichs, Rußlands, Belgiens, Spaniens und Portugals, sonne der Export der bei der Gerberei verwendeten Extrakte nach allen Bestimmungsorten verboten.
Der Kamps zur See.
London, 5. Dez. (WDB, Nichtamtlich.) Der Flottenlvrre- spondcnt der „Adorning Post" besprecht einen im „EoriihM^Magazine" verössentlichten Artikel des Großadmirals Sey- m o u r, in dem es heißt: So lange die deutsche Flotte besteht, bildet sie den Trumpf für Deutschlaich, wenn die Friedensver- Handlungen auf der Tagesordnung stehen. Der Korrespondent der „Morning Post" bemerkt: Daß Deutschland eine solche Waffe für die Verhandlungen besitzen sollte, ist im höchsten Maße uner- ivünscht. Alle Mittel müßten gegen diese Möglichkeit angewandt werden. Aber unter den obwaltenden Unistäirden ist cs klar, daß die Wahl bei Deutschland liegt. Tic brittsche Flotte kann die deutl'ck>c Flotte nicht zwingen, herauszukommen, aber sie kann sic zwingen, drinnen zu bleiben, wenn ein solcher Kurs erwünlcht erschiene. Einstweilen kann die Strategie auf keiner Seite ein cntschechendes Ereignis herbeisühre». Die gegenwärttgc Lage kann unbestimmte Zeit fortdauern, bis neue Methoden entdeckt und in die Praxis umqcsetzt werden. Gegenwärtig verhalten sich beide Seiten defensiv. Es sind vortreffliche Gründe, weshalb die britische Flotte defensiv bleibt: aber daraus folgt nicht, daß die Defensive richtig war. In der Vergangenheit war sie niemals richtig.
Unsere Unterseeboote.
Berlin, 6,Dez, Aus Turin wird gemeldet: Der gestern in Bordeaux veröffentlichte amtliche französische Marinebericht meldet, daß am 23, November auf die Suche nach dem deutschen Unterseeboot, das den Dampfer „Malackstte" vier Meilen nordwestlich von Havre in den Grund geschossen hatte, sofort zwei Flottillen fran- zösischerTorpedojägerund Torpedoboote abgesandt wurde». Diesen gelairg es erst am 25, November, das deutsche Unterseeboot zu entdecken. Sie machten sogleich Jagd auf das Boot, das sofort, als es sich verfolgt sah, uiitertauchte. Nachdem das Unterseeboot am anderen Tag, den 2l!. November, wiederum einen englischen Dampfer, diesmal den „Primo", in den Grund geschossen hatte, erschien es am 28. November neuerdings auf der Höhe des Kaps Antifer, tvorauf es in nördlicher Richtung verschwand.
Die Einfuhr in Frankreich.
Paris, 6, Dez. (W, B, Nichtamtlich.) „Matin" meldet: Die Einfuhr an Getreide nach Frankreich betrug im August, September und Oktober 4 677 401 Zentner, die Mehleinsuhr 411 894 Zentner. Die aus Rußland cingeführte Getreidemenge betrug im August 351 636 Zentner, ging aber infolge der Schließung der Dardanellen im September aus 185 023 Zentner und im Oktober aus 26 904 Zentmr herab.
Aus Portugal.
London, 5. Dez, „Morning Post" meldet aus Lissabon: Der Rücktritt des Kabinetts steht bevor.
Die Eugläuder von den Türke» geschlagen.
Konstantinopel, 6, Dez, (WTB. Nichtamtl.) Amtlich: Gestern versuchten englische Landungstrup- oni eine von unseren Truppen zwischen denk Tigris und dem Kanal von Souvaya (?) besetzte Stellung anzugreifen. In dem Kampf, der folgte, wurden die Engländer unter großen Verlusten geschlagen. Wir erbeuteten ein Maschinengewehr und eine Menge Munition,
Die Küste bei Port Said unter Wasser gesetzt.
L o n d o n, 6, Dez, <W,B, Nichtamtlich,1 Das Reutersche Bureau meldet aus Kairo: Die Militärbebördcn haben die Küste östlich von Port Said unter Wasser gesetzt, um die Stadt zu isolieren,
Tagung des persischen Parlaments.
WTB, Teheran, 6, Dez, lNichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur, In Gegenwart des diplomatt- schen Korps erüsfnete der Schah den dritten Medschlis, Er lud in seiner Thronrede die Verttetcr der Natton ein, an der Wiedergeburt Persiens mitzuarbeiten, hob die finanziellen Verlegenheiten hervor und sagte, ihre Beseittgung hänge von der Entwicklung der notwendigen Einrichtungen, darunter der Gendarmerie, ab, welche die Ordnung aufrecht erhalte, und schloß mit dem Entschlüsse strenger Nenttalität,
Die Gefangennahme de WctS.
Johannesburg, 5. Dez, 'iWTB, Nichtamtlich,^ lieber die Gefangennahme de Wets wird von englischer Seite nvch genieldet: de Wel wurde überrumpelt. Als er die englischen Truppen sah, machte er den Versuch, zu Pferde zu entkommen, wurde jedoch eingeschlvssen. Charakteristisch für die Bersolgungs- laktil des Generals Brits war die Verlvendung einer Ailtomobil- Abteilung. Er wollte de Wet zur Uebergabe zivrngen, ohne Menschen zu opfern. Die Automobile näherten sich den Buren bis aus 200 Meter, Die Buren hißten die weiße Fahne, einige warfen die Massen weg, andere sielen vor Ermüdung aus den Sätteln, de Wet selbst hob die Hände ans, Die meisten Gefangenen waren bis zur Teilnahmslosigkeit erschöpft, de Wet bewahrt in der Gefangenschaft männliche Fassung, Oberst Jvrdami, der ihn gefangen genommen hatte, brachte ihn selbst ins Fort,
Das Reutersche Bureau meldet aus Pretoria vom 3. Dezember: Ein Bnrenkommando unter Piennaar und Javie-Fonre wurde in Toitskraal, sechzig Meilen nordöstlich der Premicrmine, gefangen genommen.
Pretoria, 6, Dez, (WTB, Nichtamtliche General Bvtha nieldct in einer Depesche von konzenttierten Operationen, loelche bezwecken, die einzig übrig gebliebenen nennenswerten Burcn- ableilungen einzuschliehen und gefangen zu nehmen Obwohl Nebel diese Operationen hindert, tvurden bereits 550 Buven gelangen genommen, ohne daß die Regierungstruppen irgend welche Verluste hatten. Weitere 200 ergaben sich,
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Lin bulgarisch-griechischer Grenz- zwischensall.
Athen, 6, Dez, (WTB, Nichtamtlich.) Die Agenre dlDhe- ncs meldet: Bulgarische Soldaten griffen gestern ohne Grund den Grenzposten 115 an. Sie wurden jedoch zurückgeschlagen, Ern griechischer Soldat wlirvde verwundet.
Sofia, 6, Dez, (WTB, Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare, Ein KorrespondeM von „Ncwrokop" telegraphiett, daß gestern früh griechische Gren zwa ch so l da t en unver« niutet das Feuer aus den bulgarischen Posten bei San Konstantin« und Stergatsch erössneten. Das Gewehrseurr dauerte ungefähr zehn Stunden, Die Bulgaren erwiderten dgs Feuer nicht, Die Regierung beaufttagte den bulgarische« Gesandten in Athen, imverzsiglich die nötigen Schritte
bei dem griechischen Kabinett zu unternehmen, um gegen diesen absolut ungercchtsertigten Angriff zu motestieren.
Der Kantinenbetrieb in den Gefangenenlagern.
Berlin, 7, Dez, Nach neuerlich erlassenen Bestimmungen über den Kantinenbetrieb in den Gefangenenlagern soll den Gefangenen jede Gelegenheit, ihre Neigungen zu versei ncr- ter Lebens iv eise zu befriedigen, scharf unterbunden werden. Deshalb ist nur der Vertrieb einfacher Nahrungsmittel und von Verbranchsgegenständen zugelassen, die zur notwendigen Körperpslege, rur Reinigung und Instandhaltung, sowie zur Ergänzung der Bekleidung und Wäsche dienen, ^iennßmittel, wozu auch Kuchen, Zucker, Zuckerwerk, Kakao und Schokolade gehören, sind unbedingt ansgeschaltet. Damit wird dem angesichts der menschlich unwürdigen Behandlung, die unsere in feindliche Ge sangenschaft geratenen Heeresangehörigen zum Teil zu erdulden haben, und dem berechtigten Empfinden weiter Volkskreise Rechnung getragen,
Sanitätshunde.
Berlin, 5, Dez, (WTB, Nichtamtlich.) Der geschäfts- sthrende Vorsitzende des Deutschen Vereins für Sanitäts- Hunde Kommerzienrat Stalling war telegraphisch in das östliche Hauptquartier zum Bortrag beim Generalfeldmarschall v, Hindenburg befohlen worden. Das Ergebnis dieses Vortrags war, daß der Generalseldmarschall Befehl gab, sämtlichen Sanitätskompagnien in seiner Armee Hunde für die Berwundetcnsuche i» möglichst großer Zahl zuzuführcn, wobei der das Dringliche der Maßnahme besonders betonte.
Aus dem Reiche.
KartoffelgroßhandelundHöch st Preise, Der Deutsche Kar t o ffe l gr o ßhänd l e rv erb and (Sitz Düsseldorf) hatte für Donnerstag eine Mitgliederversammlung einberufen.Nach einem Vortrage von Herrn H ä ck e r in Dortmund wtirde zu der Frage der Kartoffelhöchstpreise folgende Entschließung einstinrmig angenommen:
„Durch das Inkrafttreten der Bnndesratsverordwung betreffend die Festsetzung von Höchstpreisen für Speisekartoffeln ist die Lage der Kartosfcloersorgung in keiner Weise gebessert worden. Die Landwirte geben die Kartoffeln zu den festgesetzten Preisen nicht ab, wählend die Käufer durch die Bekanntmachung von Preisen nicht mehr als die Produzententzreise bezahlen wollen, Dadurch! ist der Handel augenblicklich! fast vollständig lahm gelegt. Eine Besserung der Lage ist nur möglich, wenn die Städte ihrerseits erklären, daß sie auf die amtliche Festsetzung von Preisen verzichten. Das Publikum kann in genügender Weise geschützt werden, wenn die Groß- und Kleinhandelspreise allwöchentlich bekannt gemacht wo.r- detl, ohne daß eine Strafe bei etwaiger Nichteinhal- tung derselben darauf gesetzt wird. Es empfiehlt sich, zu diesem Zwecke die Einsetzung eines Ausschusses, bestehend aus Vertretern der Städte und des Deutschen Kartoffelgroßhändlerverbandes, insbesondere für die großen Verbrauchsgebiete wie das rheinisch-westsalische Industriegebiet, Nur auf diese Weise ist es möglich, die Versorgung der arbeitenden Bevölkerung mit Kartoffeln zu gewährleisten und den fortwährenden, drrrch Frost, Angebot und Nachfrage usw, eintretenden Veränderungen der Handelsverhältnisse in genügender Weise Rechnung zu tragen. Die Frage, ob die Laichwirte die Kartoffeln zu den festgesetzten Höchstpreisen mul,, wirkliä, abgeben, ist damit allerdings noch nicht gelöst." I
Ferner wurde wiegen der Beförderung von Kartoffeln seitens der Eisenbahn verhandelt nnd hierzu ein Entschluß gefaßt, der u, a, besagt, es sei dringend erforderlich!, daß bis Mitte Mürz nächsten Jahres für die Versendung von Kartoffeln ausschließlich und hin r e i che n dl geschlossene Wagen gestellt werden mib die Beförderung als Eilgut zu den Sätzen für Frachtgut geschieht.
Das Mandat desAbg, Dr, Liebknecht, Wie die „Brannfchioeigische Landeszeitungi" erfährt, hat Dir, Liebknecht die ihm nahegelegte Niederkegmrg seines Reichstags- Mandates abgelehnt.
Landwirtschaftliche Genossenschaftsbank in Liquidation.
°i Darm stadt, 6. Dez, Die Landwirts chaftliche Genossenschaftsbank kielt gestern nachmittag im Kaiscr- saal eine stark von Vertretern der Gläubigergenossenschaften, in allen drei Provinzen besuchte Gl äubigerver s a m m ln n g ab. Ans der Tagesordnung stand der Bericht über die bisherige Tätigkeit der Verwaltung und die jetzige Lage der Bank, sowie die Verlängerung des Moratoriums bis zum 31. Dezember 1916, Der Vorsitzende des Aussichtsrats, Of« n lv ch - Finthen, gedachte des den Heldentod fürs Vaterland so früh gestorbenen Direktors Dr, Fitting. Dann gab er dem Bedauern darüber Ausdruck, daß sich ttotz aller Ermahnungen nvch immer 17 Genossenschaften abseits hielten und den geforderten Verzicht aus 50 Prozent zu erteilen sich weigetten. Dir Berhandluugen mit der Reichsgenvssenschastsb-ank in Frankfurt waren sehr schwierig, sind aber sttzt zum Abschluß gelangt. Es wurde, wie wir seinerzeit mitgeteilt baben, mit ist: ein l'Momnren gc- ttofsen, loonach di« L, G.-B, unter Hinterlegung von 169 000 Mark 4prozenttgen Landto. Kredübank-PsmüBriest» nnd 130 000 Mark Anteilen der Landnürtschastlichen Trenhandgestllschast sämtliche noch vorhanden» Werte der Reichsgenossenschaftsbank erhält. Diese Maßregelung war erforderlich, um die noch bestehende Psandbricsprivileg^erre der Landwirtschaftlichen Hypothekenbank zu Frankfurt a, M zu (beseitigen Durch Verzichtleistunq der übrigen ungchsllen Gläubiger der Rcichsgelwstenschaflsbank aus ihre Forderungen von rund 487 000 Mock und durch Begleichung der rund 70000 Mark betmgcnden Barverpslichttmqeii der R.G.B, von dritter Serbe, sonne 30 000 Mark event. entstehender Prozeße nnd lüwerßlneibimgskaitrn konnte der Vertrag abgeschlossen werden, da dir L.G.B, durch dst llebeveignung sämtlicher, auch der bereits verpfändeten Sicherheiten ein freies Verfügungsrecht über die bisherigen Wertobjektc erijiett. Mit den sonstigen Haupt- schinldnern steht die Bank, sowett sie sich den notwendigen Einfluß nicht schon sicherte, noch in llntcichaudlung. Betreffs der Ziegeln Sannerts koirnten durch Auslekluilg des Bürgermeisters Becker- Sprendkingen als Geschästssützrer große Ersistrnöfe gemacht werden, so daß eine Berqgusung von über 500 000 Mh, erwartN iverdcn kann. Da der Ziegelei Kerne Mittel mehr gegeben n«r- den, geriet sie in Km ck urs , der jedoch wegen Mängel an Masse abgewiesen wurde.! Bei der Sache Kur-Köln wurde durch Abgabe der Borggerechtsamr von StaWberg ein Betrag von 20000 Mark NMekt. Hin sichtlich der hefa m t toi Regrehklage wurde nichts mroersticht gelassen, aut gWüstvi Wege eine Verständigung zu erreichen. Man wolle niemand von Haus und Hof jagen, aber bi« dargcbotene Vergleichs summe machte eine Verständigung unmöglich, und es wurde daher die Klage gegen Vorstand imd Anffichtsvat eingereicht. Jetzt habe das «tzerickß das Wort, Im übrigen sei die Verwaltung bemüht, so viel als möglich zu sparen und sie werde auch in der nächsten Genevalversamnckrng den Vorschlag machcn, die Zahl der Auffichtsratsmitglieder zu, beschränken.
Fiuanzrat Dr. Michel (Staatskommissar) dankte dem Bor redner für die ihm ausgesprochene Anerkennung und erläutert dann seine Bemühungen um das Wkonrmen Imtit der Reichsgenossen schastsbank. Er habe Grund zu der 7im«iy,iie, daß die Pfandbrief- spcrre der Laudwirrfchafllichen Hypothekenbank in Frantiurt wieder aufgehoben werde. Ans Grund des Bundesratsbeschlusses über
die für die Tauer des Krieges zulässige Einführung der Geschäfts« aussicht sei diese vom Franksurtcr Amtsgericht für die Vcrwal- tungs- und Verwertungsgesellschast in Frankfurt eingeführt worden. Auch bezüglich der Regreßklage hat der Redner vermittelnd cinzugreisrn sich beinüht. Die Verhandlungen seien aber an den: ungcriügenden Anerbieten der Gegenseite gescheitert.
Direktor Moll erstattete daraus den Tätigkeitsbericht der Verwaltung nnd erläuterte besonders die jetzige Lage und die Aktiven der Genossenschaften Tie Schuld der Rcichsgenvssenschasts- bank habe früher über 8 Millionen betragen und sei jetzt auf 6 070000 Mark herabgeinindcrl. Die Verwaltung sei im verflossenen .Jahre unablässig bemüht gewesen, die festgcsahrencn Verhältnisse der Bank abzuwickeln. Die ihr zur Pflicht geinachte Regreßklage sei eingeleitet worden und es sei aus den 15. Januar Termin angesetzt, Eine Bilanzausstellnng für 1913 konnte bisher nicht erfolgen, da sich noch eine Anzahl Genossenschaften mit ihren Erklärungen iin Rückstand befänden. Er hoffe, daß es noch in letzter Stunde gelingen werde, die bisher abseits stehenden 17 Genossenschaften zur Abgabe ihrer Erklärung zu veranlassen. Die Gcsnmt- schnld habe am 31. März 1913 14 139 389 Mark betragen, wovon aus die renitenten Genossenschaften 615 428 Mark entfallen. Die Verwaltung beantragt, 1 5 P roz e nt auf die Gläubigerforde- ruitgcn nach den: Stand vom 31. März 1913 auszuschüttcn und eine Verlängerung des Moratoriums bis zum 31. Dezember 1916 zu bewilligen.
In der sehr lebhaften A n s s v r a ch e über die Berichte ersucht zunächst Rettich-Flonheim, den Bericht über die Lage der Bank drucken zu lassen. O s c n l o ch - Finthen erklärt, daß bereits 123 Genossenschaften mit 5 284 000 Mark Kapital der Verlängerung des Moratorirnns zugestimmt l>aben. Lehrer Svlms- Nierstein wünscht dringend, daß alle Genossenschaften der Verlängerung des Moratoriums zustimmen. Geschähe das nicht, so würde über viele Familien, namentlich der jetzt im Felde Flehenden Genossenschafter großes Unheil hcreinbrechen. Das sollten sich vor allem auch die 17 abseits stehenden Genossenschaften mit ihrem ganz sinnlosem Widerstand gesagt sein lassen, I akobi-König- stätten verlangt Bekanntgabe der 17 Genossenschaften und fragt, ob nicht statt 15 Prozent 20 Prozent gegeben werden könnten, Staatskommissar Tr, Michel regt an, daß die etwa anwesenden der abseits stehenden Genosstnschasten heute eine Erklärung abgcben möchten. Es wird die Antvesenheit von fünf Vertretern solcher Genossenschaften sestgestellt,
Direktor Mager betont, es sei nichts einleuchtender, als daß in der jetzigen ernsten Kriegszeit ein verlängertes Moratorium bewilligt werde. Die Hariptfrage sei, was geschehen solle, wenn zlvar das verlängette Moratorium bewilligt, aber nicht die Berzichterklärung der 17 Genossenschaften auf die 50 Prozent erfolge. Zu diesem letzteren gehörten die Spar- mild Darlehnskosse Babenhausen, die sich wegen eines Wechsele streites weigerte und eine Forderring von 43 000 Mk, habe, Wester handle es sich um die Genossenschaften in Brensbach, Oberroden Rimborn, Dorheim, Erfelden mit kleineren Beträgen. Die in lH eu se n st a m m II habe 49 000 Mk, zn fordern, die Spar- nnd Leihkasse O f s e n b a ch verlange aus ihre Forde- runo von 18 000 Mk, eine Auszahlung von 50 Proz. in bar, die in Wohnheim hat 218000 Mk,, der landw, Konsumverein Oppenheim dagegen nur 290 Mk, zu fordern, weiter O be r- Osleiden 26 000 Mk,, Grüningen 39000 Mk, Queck« b o r n 13 000 Mk, und der Spar- Und Kreditverein Sl ei nba ch 3900 Mk, Es handle sich um 8 Starkenburger, 2 rhemhessische und 7 oberhessisch« Genossenschaften, Die Verwaltung Hab« zu der Sache noch keine bestimmte SteUimg genommen, sie wolle erst: die Meinung der Glmtbigerversammlung hören. Er könne als Leiter der Zenttalkasse s'ageir, !daß sich die hessischen Genossenschaften: im allgemeinen sehr gut gehalten hatten nnd um so betrübender wäre das Wseitsstehen der 17 Genossenschaften, die alle übrigen 300 Genossenschaften aufs äußerste mtt gesährden.
Aus vielfaches Ersuchen rechtserttgt darnach Arnold -Grü- nrngen die Haltung seiner Kasse, wobei vielfach Widerspruch laut wird. Sobald eine Differenz ivegen einer Forderung von 1185 Mark beseittgt sei. werde sie beitreten,
Finanzrat Dr, Michel wünscht eine nähere Darlegung darüber, was Vorstand und Verwaltungsrat zu tun gedenken, wenn der Beittitt der 17 oder eines Teils derselben nicht erfolgt. Der Verttetcr von Wörrstadt wünscht Auskunft über die Höhe der Verwaltnngskosten, Direktor Moll kann darüber noch keine Angaben machen. Es wird nur sestgestellt, daß der Direktor 12 000 Mark Gehalt und die Aussichtsratsmitglieder 15 Mk, Diäten bc- ziehen, während für zwei notwendige Juristen die Summe von 20 000 Mk, vereinbart worden sei.
Bei der Mstimmnng erklären sich 5 Verttetcr gegen den An- ttag der Verwaltung, da erst ihr Vorstand darüber entscheiden müsse, Tie Verlängerung des Moratoriums auf 2 Jahre wird dagegen einstimmig genehmigt, — Direktor Mager erörterte dann noch die Frage, ob Liquidatton oder die vom Bundesrat zu- gclassene Geschäftsaufficht erivünschter sei. Mit einem Antrag Schmuck, in der nächsten Generalversammlung Finanzrat Dr, M i ch e l in den Auffichtsrat zu wählen, erklätte sich der Vorsitzende einverstmiden. Weiter ist er bcrett, -den Genossenschaften in acht Tagen eine Aufstellung über die Verwaltungskostcn zugehen zu lassen, Finanzrat Tr, Michel soll zu jeder Sitzung eingeladen werden. Die Versammlung schloß gegen 4 Uhr nachmittags.
A«» Stadt «nd Land».
Gießen, 7. Dezember 1914.
Auf dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargebietcn,)
Freiw. Friedrich Schenk, Jns.-Rgt, 168, aus Ossenbach. — Unteroff. der Res, Ludwig Hein, Jns.-Rgt. 116, aus Offenbach. — Ersaß-Res. Andreas Ludwig Richter, Res-Ins.-Rgt. 116, aus Offenbach. — Res, Johann Scheithe, Res,-Jns,-Rgt. 118, au? Horchheim. — Res. Wilh. Weber, Jägerbat, 11, aus Stein- dori. — Pizescldivebel Scinr. Fa rr, Ins -Rgt. 168, aus Bindsachsen, — Einj.-Freiw Fritz K I e y e n st e » b e r, 2. bayr. Jäger- bataillon, aus Zivingenberg, — Dr. W. Schneider, Assistent am Landwirlschastliche» Institut, Gießen.
** Di e Königliche Sozietät der Wissenschaften in Upsala (SchwÄ»en) hat den ordentl, Professor der Zoologie an der hiesigen Universität Dr. F, W. Spengel zu ihrem auswärtigen ordentl ich en Mitglied ernannt,
**Demk>tpfernenSonntckg, der sonst alljährlich das Hauptweihnachtsyeschäfi einznleiten pflegt, war gestern das Wetter günstiger als die Zeitlage, Unter nornralen Verhältnissen wäre bei dem prächtigen Sonnenschein, der fast den ganzen Tag über herrschte, sicherlich ein großer Verkehr zustande gekommen. Aber auch mit dem Leben, dos der Sonntag in Wircklichkeit brachte, werden die Geschäftsleute in Anbetracht der Umstände nicht mizusrieden sein dürfen. Soweit man es übersehen konnte, war der Verkehr in Straßen und Geschäften recht rege, und namentlich die Kauflentc, die ihre Läger ans den Bedarf fiir Feld Postpakete eingerichtet haben, konnten gestern noch einmal Nachlese halten, wenn die meisten auch ihre Weihnachtspakete schon abgeschickt haben,
** Kreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegs« s ü r s o r g e, Tie Mitte des vorigen Monats an die Ortsausschüsse in den Landgemeinden des Kreises Gießen und damit mittelbar an die Landbevölkerung s e l b st gerichtete Bitte des Kreiskomitces, durch Zuweisung von Liebesgaben die Abscndung sog, „unpersönlicher" Weihnochtspakcte für unsere Krieger zu er- nlöglichen, ist, wie uns mitgetcilt wird, nicht ungchört verlmUt. Tic Landbevölkerung ist vielmehr dem Ruse in einem alle Envar- ttingen übettreffendcn Maße gefolgt, so daß es möglich >oar, durch je eine am 30, November nnd 2, Dezember zur Bahn gegebene Sendung insgesamt 106 8 W ei h n a ch t s pa ke t e zur Weiter- besörderung ins Feld abgeben zu lasten, Bon diese» 1068 Paketen wurden 30 9 Sttick dem Kreiskomitec ans einer Reihe non Landgemeinden fertig verpackt und verschlossen cingeliesen, so daß der


