Ausgabe 
4.12.1914
 
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Nr. 285

Der ®itf|«er Anzeiger

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Erstes Blatt

164- Jahrgang

Freitag, 4 . Dezember b!4

General-Anzeiger für

se ZN q» » ret»: inonatl, 75 Pf., oiertel- jährl. Alk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen inonatl 05 Pt.: diirch diePost A!k.2. viertel- jährl. ausschl. Beslellg. Zeilenprei»' lokallöPf,. ausiv, 20 Pi, Haupt- Ichriitlcitcr: Aug. Gaetz, Pcrautivortlich sür bei' polit, Teil- Aug. Goetz: sür .Feuilleton', »Ver­mischtes' uuS0»crichtc- stial": Karl Neurath: für .Stadt und Land" :

Rotntionsörud und Verlag der vrühl'schen Unio.vuch- und Sleindruckerel R. Lange. Schristlcilung, f cjdjäflsjtdlc u. Druckerei: Sdjulftr. 7. Anzcigei»"":' ^ B-u,

Eine Programmrede des italienischen Ministerpräsidenten.

Nichts Neues vsn den deutschen Kämpfen.

(WTB,) Großes Hauptauartirr. 8.Dez., vorm, (Amtlfth.) Auf beiden Kriegsschauplätzen hat sich nichts Besonderes ereignet,

Obrrstc Heeresleitung.

Großes Hauptauartier, 3 . Dezember. (Amtl.) Seine Btajestät der Kaiser besuchte heute Teile der in der Gegend von Czrnstochau kämpscnden österreichisch-unga­rischen und deutschen Truvven, Oberste Heeresleitung,

Die Rede des dentschcn Reichskanzlers, die geschlossene Zustinrnrung des Reichstags I»aben in der dentscheii Presse und in derjenigen der verbündeten Länder begeisterten Bei­fall gefunden, Run hat gestern auch das italienische Parlament einen ähnlich großen Tag gehabt, Ter Minister Präsident Salandra, dessen Politik der wachsamen 4!eu tralitüt von nranckzem Radikalen Widerspruch hervorgerufen hatte, hat es gestern in einer geschickten Rede verstanden die Zustimmung aller zu gewinnen. Und doch ist nach An­hörung der vielfach tenrpermncntvollen, aber doch vor sichtig zurückhaltenden Aenßerungen des italienischen Staatsmannes niemand klüger geworden. Wir wenigstens, die den unmittelbaren Eindruck, ju dem auch die persönliche Beobachtung der Gebärden, der Stimmungen gehören, nicht erfassen können, wissen^ nichts mehr, als was >vir vorher schon gewußt haben. Salandra betont, daß Italien Ver­größerungen anderer Staale» nicht teilnahmslos werde zu schauen können: er stellt in Aussicht, daß zu gelegener Zeit Italien aktiv ftr die Dinge eingreifen werde. "Dazu die Rüstungen zu Wasser und zu Lande. Wem aber gelten die Befürchtungen, welcher truppe gelten die Sympathien? Davon ivar mit keinem Wort die Rede. Der Minister stellte mit stärkster Betonung fest, daß allein das eigene Landes­interesse sür Italiens Entsck-eidnng bindend sein werde, Deutschland kmm diese Erklärung nur lebhaft begrüßen. Italien wird auch die Machtfrage eingehend erwägen müssen irud seine Handlungen, ganz in seinem Interesse, den demnächstigen Wassenentscheidnngen anpasscn müssen. Ter Staat, dessen unverhältnismäßige Vergrößerung es besorgt kann Oesterreich, kann aber auch Frankreich sein. Wir neh­men an, daß Italien sckstießlick versuchen lvird, mit dem Stärkeren eine Einigung anziibahiicn In diesem Sinne dürfen »vir getrost abwärten, bis >» Roin die letzten Be denken fallen, und wir mache» es nicht w-ie die russische Presse, die in den letzten Tagen mit eindringliche» Vor­stellungen versucht hat, Bulgarien und Rumänien ins Schlepptau des Dreiverbandes zu nehmen

Aucl» das Beispiel Italiens zeigt iviedcr, daß S » in p a - thien für die Politik eines Volkes nicht wesentlich ent­scheidend sind. Deutschland hat, dank der englischen Mei­nungsmache, in der Welt wenig, Freunde. Aber »vir haben einen Trost. Wo haben in der Weltgeschichte jemals Volks- sympathien den Ausschlag gegeben? Erst seit der gedruckte Buchstabe im Gewände der politischen Zeitung die Wande­rung iUber die Erdteile angctreten hat, dreht sich die Unter­haltung inchr nni die Lympatbicn und Antipathien. Es hat sich daraufhin aber auch ei» Beweis, daß der agita- lionsmäßig anfgelleidctc Gcsühlscharakter in der Politik keineswegs alleinherrschend ist eine Aristokratie in der Völierpolitik herausgebildet, und das Wort Ehamber- lains von dersplendid Isolation" war ein treffender Aus­druck dessen. England ist aber bald wieder zu dem anderen System zurückgekehrt, denn es besitzt dazu in weit größerem Maße als irgend ein anderes Voll die sck>auspielerisckie Maske und die Gewandnngsnnttel, Ein deutscbes Wetleisern aber »n diesen Bestrebungen iväre nicht nach unserem iöeschinack. Trotzdem muH man Herrn Jul. Bachem recht geben, wenn er imTag" ineint, die deutsche Diplomatie habe mit dem Faktor der Presse nicht genügend gerechnet:

Die Presse spiegelt nicht nur die Aolksstiminung »vidcr, sic macht auci» zum guten Tcit die Volkssttmmimg. Tas bat man bei uns viel zu »ehr außer achl gelassen, und das rächt siä> jetzt. Mag inan über die Bedeutung der Presse im öffcimichen Leben eines Volkes und auch im interilationalen Leben der Völker urteilen wie man wolle: man mutz mit der Presse rechnen, mutz aus sie Einfluß zu gewinnen suchen, nmß sich ihrer nach Möglichkeit be­dienen, wenn man nicht den Schaden eines gegenteiligen Verhaltens empfinden will, __

Wir können jetzt diesen Schaden besehen. Glücklicherweise kan» er sich nicht in kriegerische Mißerfolge umsetzen: dafür bat unsere überlegene Kriegskunst uns unser tapferes .Heer gesorgt: aber

gleichgültig ist die ungünstige Bollsstiinmung und Bolksstimme in den Mn Krieg inchr beteiligten Nachbarländern wahrlich nicht, Kein Zweifel, daß sie uns auch unmntelbar schädlich genwrücn wäre, wenn der Erfolg aus den Schlachiieldern nicht auf seiten Tcutich- lands gewesen wäre. Wer möchte belmupien, daß die Haltung .Hol­lands eine so korrekte geblieben iväre, wenn, wie doch auch im Be­reich der Möglichkeit lag, die deutschen Heere in der Nähe seiner Grenz« eine Nictcrloge ernt e., hätten? Wer möchte insbesonde e l» hauptcn, daß in Italien du Druck der Volkes,imiming d c Regierung nicht aus den Bahnen korrekter Neutralität hinausgedrängt hätte, wenn Oesterreichs Heere in nächster Nähe der italienischen Grenze non russischer Uebermacht erdrückt worden wären?

Bachem führt insbesondere das Beispiel Hollands an. dessen Volkssympathien zu einem großen Teil nicht ani unserer Seite ständen, und er wünscht, die deutsche Regierung möchte in diesem Rachbarstaatc durch ein ails anitlicheir Mit­teln zu unterstützendes Presseorgan bessere Aufklärung ver­breiten, Wir möchten hiiiznsügcii: mit Maß und Ziel und Takt! Bachem stellt denn auch selber fest: ,/Nicht,jeder Tiplo-

mat kann im Nebenamte »virksaine Zeitungsartikel schreiben, was, in aller Bescheidenheit sei's gesagt, nicht so ganz leicht ist," Auch hier darf man wieder "einmalach dem Beispiel Bismarrks rufe», der, ohne Geschmack a» Klatsch und Tratsch zu haben, dennoch recht häufig auch die journalistische Tätig­keit zu seinen Erfolgen geübt hat,

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EingrotzerTaginderitalienischenAammer.

R o »i, 3, Dez, (WTB. Nichtamtl.» Die Kammer nahm heute ihre Arbeiten wieder auf, Ministerpräsident Salan­dra erklärte unter gespannter Aufmerksamkeit des Hauses:

Dem Ministerium, das fick heute Ihnen oorstellt, ist sein Arbeitrprogranim unmittelbar durch die Notwendigkeit auscrlcgt, weil es in diesem kritischen Augenblick der Geschichte die Geschicke des Ganzen zu lenken hat. Während die durch wiederhollc Be­weise Ihres Vertrauens gestärkte Regierung daran ging, nützliche Vcnvaltungs-, Steuer - u, Sozialreivrmen vorzubereitcn, brach^hnc irgend eine Teilnahme oder ein Einverständnis von unserer ^>eitc plötzlich und sehr schnell der Konflikt aus, den nur zum Schutze des Friedens und der Zivilisation vergeblich zu beschwören trach- tetcn. Tic Regierung mußte erwägen, o b die Ver­trag s b c st i nt m u n g e n uns zur Teilnahme zwangen. Aber die gewissenhafte Prüfung des Buchstabens und Gei­stes der bestellenden Vereinbarungen und die KennMis des Ur­sprunges und des angenscheinlictien .Hauptzwecks des Konfliktes brachten uns zu der lohalen und ,'»ercii Ucbcrzeugnng, daß wir nicht perpflichtet ivaren, an ihm teilzunehmen, Ta wir der­gestalt jeder anderen Erwägungen enihobrn waren, so empfahl uns eine unbefangene und freie Beurteilung dessen, »vas die Wahrimg der italienischen Interessen criorderte, unverzüg­lich Unsere Neutralität zu erklären. Ministerpräsi­dent Salandra sagte ferner: Dieser Entschluß war ein solcher, daß man sich aus leidenschaftlich« Erörlerungen und verschieden­artige Veurteilung gefaßt macken mußte, aber später begann allmählich in Italien und außerhalb die feste und allgemeine Ueberzeugung bo, zuherrschrn, daß Ivir unser Recht ausübten und in richtiger Weise beurteilten, n-as-am besten den Interessen der Nation entsprach Indessen genügte die ft ei propagierte und loval beoback,tere Neutralität nicht, uns gegen die Folgen der ungcl,euren Umwälzung zu schützen, die jeden Tag größer wird und deren Ende von niemanden abgesehen wei/m kann. Iln, den Ländern und /Neeren des alten Erdteiles, denen volrtische Gestaltung vielleicht im Begriffe ist, sich zu ändern, besitzt Italien vitale Interessen, die cs beschützen nnt gerechte Ansprüche, die es zu deftästtgen hat. Es muß seine Stellung als Großmacht bewahren und sie nickt nur unverändert erhalten, sondern auch so, daß sie nicht durch die möglichen Vergrößernngen anderer Staaten relativ geändert werden, Taher mußte und wird not­wendigerweise unsere Neutralität keine untätige und lässige, son­dern eine tätige und ivachsame sein, nicht eine obnmächtigc, son­dern eine stark gewasfncte, die jeder Möglichkeit gewachsen ist. (Andauerirder lebhafter Beifall, Tie Kammer erhebt sich und bringt dem Ministerpräsidenten eine lebhafte Huldigung dar.)

Ter Ministerpräsident fährt fort: Demgemäß ivar und ist die höchste Sorge der Regierung vollständige Vorberei­tung von Armee und Marine /Beifall»: um sie durchzn- führen, ist sie nicht davor zurückgescheut, die schwere Verantwort­lichkeit ffir weitere Ausgaben und für eine gewisse Abänderung der militärischen Organisation zu übernehmen, Tic Eriahrnng aus der Geschichte und nunmehr ans den gegenwärtigen Ereignissen muß uns überzeugen, daß, wenn die Herrschaft des Rechtes auihört, die Kraft allein die Bürgschaft für das Woblergehen eines Volkes bleibt, die organisierte und mit allen kostspieligen und vollen­deten technischen Vertcidignngsmitteln ausgerüstete menschliche. Kraft. Beifall und Bravorufe. - Wenn auch Italien nicht das Ziel hat, irgend jemanden mit Gewalt zu unterdrücken, muß cs sich doch so gut >oie möglich und mit der grüßten Stärke organisieren und rüsten, damit es nicht früher oder später selbst unterdrückt werde. (Beifall.» Zu dieser unserer ersten Pflicht gefeilt fi» die weitere nicht unwichtige, die Wirkungen der Krisis zu mil dcrn, welche ganze Industrien gelähmt, Handclsumcrnehmungen gestürzt und Taufende von Arbeirern früher als in anoereu Jahren in das Vaterland zurücttehrcn ließ. /luch zu diesem Zwecke waren außergewöhnliche Maßregeln iwnvendig, zeitweilige Abweichungen von dem gemeinen Recht, Beschleunigung öffentlicher Arbeiten und weitgehende Veriügung über (Geldmittel. Tie Regierung beantragt die alsbaldige Genehmigung aller dieser Maßregeln. Inzioischen können wir mit Genugtuung teststellen, daß der allgemeine wirl fchaftlichc Zustand unseres Landes sich schrittweise gebessert bat. daß Arbeit und Kredit ani dem Wege sind, zu normaler Funktion zurückzukehrcn und daß das Verrrauen des Publikums sich wieder einstelli. Aber man würde sich gefährlich täuschen, ivcnn man Alaubte, daß lveitere außerordentliche Maßregeln unnötig seien, ckie Regierung weiß wohl, daß alles angewandt werden muß, um dcm Lande genügende Vorräte der wichtigsten Stoffe zu sichern, Ihr Eingreiscn wird nicht aut sich warten lassen, wo und wann die private Tätigkeit zu diesem Zwecke nicht ausrcichl. Auch der innere Friede mutz um reden Preis gesichert werden, Tic Re- giening ist aber weil entiernt, zu glauben, datz unser Volk ihn stören könnte. Es begreift, datz das Vaterland letzt die »Tintracht Aller, die zu diesem Opser bereit sind, für sein Aohicrgrhcii und seine Größe braucht, Beifall.) Vertagen nnr den politischen und den wirtschaftlichen streit, den c-rtvcit zwischen Parteien, Stän­den und Bevölkerungsklassen aus später. Heule muß sich in Wort und Tat das Gcmeingciühl aller Italiener feierlich bekun­den, > Bravorufe, langanhaltendcr Beifall.) Das erste und er- habenne Beispiel dieses nationalen Gemeingcsühls werden sicher die bevorstehenden Beratungen der obersten reoräsentasiven Kür- ver'chastcn geben. Die Regierung, welche heute ein Urteil oder Bestrebungen vom Parteistanümintie aus für eine Verletzung ihrer heiligsten Pflichten halten würde, rnit die ganze Volksoertrening zu vatrioliichcr Mitarbeit aui, Beifall.) Nrir vom Parlament em­pfängt sie dic^Krafr, die sic braucht, um ihre schwierige Llufgabc zu erfülle,i, Tie Sttinde verlangt eine starke und sichere Regic- rung. Wenn ihre Stimme uns Stärke und Sicherheit gibt, können wir die schwere Last unserer Beranttvortlichlcit tragen und uni-c: gesunde und unaufhörliche Arbeit iortsetzcn, welcher ivir die gan,c Kraft unseres Geistes widmen, um die augenblicklichen Jnteresfcn

unseres Vaterlandes ivirksam zu verteidigen und sorgsam über der künftigen Bestimmung Italiens in der Welt zu wachen, Pebhas« lcr, lang andauernder Beifall.)

Die gaipze Kammer erhebt sich zu einer stürmischen Kundgebung und rust immer von neuem: Es lebe Italien! Hieraus begal, sich das Ministerium in den Senat, um dort dieselben ErNärungen abzugeben wie in der Kammer,

Tie Zustimmung der Parteien.

Rom. 3, Tez, (WTB, Nichtamllich.) Meldung der Agenzia Stesani, In Kammer und Senat haben die Erklärungen des Mi nistcrvräsidknlen Salandra einen vorzügliöicn Eindruck gemacht. Die Radikale Gruppe der .üammer trat am Nachmittag zusammen und beschloß einstimmig, die Regierungserklärung«» zu billigen, Sacchi wurde zum Parteiredner bestellt, /Ille anderen Redner verzichteten daraus, hierzu in der Kammer zu sprechen, Tie Gritppe der Temokralischen Link,», trat ebenfalls am Nachmittag zusammen und nahm eine Tagesordnung an, worin sie die patrio. tischen Erklärungen der Regierung znstimmend zur Kenntnis nimmt,

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Der amtliche französische Bericht.

Paris, 3, Dez, (WTB, Mchtamtlich.) Ter amtliche Be­richt von 3 Uhr nachmittags besagt: In Belgien ziemlich heftige Kanonade gegen Nie »Port »iid südlich ?>pcrn. Die II eb e r s ch w c m m n n g erstreckt sich südlich Vvn Tip- murden zwischen dein Lys und der Soniinc, .Heftige Beschie­ßung von Aixronlette. Ruhe auf der Front an der Somme, Aisnc und in der Champagne, In den Argonnc» wurden inchrere Angriffe des Feindes zurückgeworfen. Wir rückten ein »venig vor. Im Woövre zeigte die deutsche Artillerie eine gewisse Tätigkeit: doch sind die Ergebnisse unbedeutend. In Lothriiigen und in de» Vogesen nichts von Bedeutung,

Tie Lage von Reims.

Zürich, 3, Dez, iW, B, Nichtamllich.» Wie dieRene Zürcher Ztg." ans Turin meldet, ist nach Pariser Berichten derGazetta del Popoio" die Lage von stieims furchtbar. Die dculfchen Schützengräben sind bis aus 1800 Meter an die Vor städle herangerückt. Äon der Beschießung ist kein Stadtteil vc, schont geblieben. Die reiche Textilindustrie der Stadt ist auf viele Jahre vernichtet. Der bisherige Sachschaden wird auf 350 Mil lioncn Franken geschätzt.

Eine Maßregelung RcnnenkampsS?

London, 3. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) TieMor- ningpost" meldet aus Petersburg: General R e n n e n - kampf lvnrde voni Oberbefehl enthoben, weil er in der Kvnzcntratioiisbewegung zur Mnschlicßung der Deutschen seine Stellung zwei Tage zu spät erngenommen hat,

Eine Tanksagung HindenburgS

(WTB) Berlin, 3, Dez, (Nichtamtlich/ General- scldinarschall v, Hinden burg bittet das Wölfische Bureau um Veröffentlichung solgende» Tankes: Gelegentlich meiner durch die Gnade des Kaisers und Königs erfolgte» Ernen­nung zum Generalseldmarschall sind mir zahllose Glück­wünsche zugcgangeii, Tasselbe erftent mich unenolich, doch bin ick leider außerstande, sic einzeln zu beantworten. Ich bitte oaher, meinen herzlichsten Dank allerseits lediglich auf diesem Wege anssprechen zu dürfen, v, Hindenburg,

Tic Bcrlustc der Engländer.

London, 3, Tez, (WTB, Nichtamtlich.) Der inili- tärische Korrespondent derTimes" gibt die Verluste der britische» Llrmee^ aui 84 000 Man» an, was ungefähr Der ursprünglichen Stärke des britische» .Heeres entspreche, als es ins Feld rückte, Tic Verluste in der Schlacht bei Wern und Arnientiöres betrugen etwa öOOOO Mann, wopon etwa 5500 aus das indische Korps entfielen. Der Korrespondeut fährt fort:

Wir müssen zugeb.-n, daß, die deutschen Truppen trotz schreck- lickn»: Verlulte noch zahlreicher sind als wir, und daß sie starke Stellungen eiimchmrn. Sic besitzen eine furck:barc Artillerie, die zerstreut ausgestellt und ivohl verborgen ist. Ihr schweres Ge­schütz hat »> die Oberhand und begräbt beständig unsere Leute, indem ganze Abteilungen der Laufgräben zerstört iverden. Ihre Scknrrsschützen sind kühn und hartnäckig. Ihre Grabenmörser und Granaten verursachen uns beständige Verluste, und obloohl ihre Aufklärung in der Luft seltener geworden ist, erscheinen dock» noch Tauben und Albatros-Flugzeuge über uns und beobachten, was wir tun. Tie englischen Offiziere und Unteroffiziere sind in schrecklichem Maße geschwächt. Wir haben fast die ganze regu lärc Reserve und den besten Teil der Spezialrcfcrvc vieler Korps an die Front gebracht, Wc-im die Depots nicht länger unfiande sind, guten nnd regelmäßigen Ersatz zu schicken, ivürde die Armee an der Front gern einen Teil der neuen Armeen als Ersatz be­grüßen.

Der Kaiser und die Irländer.

London, 3, Dez, (WTB, Nichtamtlich.» TicMorning Post" incldet aus Washingwn vom 28. November: Einer Ehicagocc Tepeschc zufolge teilt Clarke, der Präsident der vercinigteir irischen Gcscllschasten Chicagos, mit, daß der Kaiser Sir Robert Caicmcni versprochen habe, Irland zu befreien, ivenii Teutichland siegreich sei. Clarke sagt, ec kenne die deutschen Absichten betrcffs Jrlands nnd werde sie in Masicnversammlnngrn und durch .Kund­gebungen bekanntgebcn, die gleichzeitig an verschiedenen Stellen Chicagos unter den Auspizien des deutsch-irischen Bundes Amerikas stattfinden würden.

Die indischen .Helfer Englands.

L o n d o n , 3. Dez. (WTB. Nichtamtlich. Meldung des Reuierfchen Bureaus, Lord Cnrzon betonte, in einer Rede die Freiwilligkeit der ll n te r st ü tz u n g seitens Indien«, Er sagte, er dürse über die ZM der bereit« ein.