Nr. 275 Zweiter Blatt 154. Jahrgang
Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags.
De „Sietzener Zamiltendlätter" werden dem .Anzeiger' oiermat wöchentlich beiqelcgt, das „Krcisblatt fät den Krtis Sichen" zweimal ivöchenilich. Tie „landwirlschasllichen äeil- sragen" erscheine» nionauich zweimal.
ietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderhejstn
5reitag. 20. November
Roiaiionsdruck und Vertag der Brühlfche» Universuciis - Buch- und Steindruckerei.
R. Lauge, Kielen.
Schri'tleitung.Geschä'tssleUe «.Druckerei: Schul- stratzel.Gesrväilssteile ».Verlag: s-zAö1,2chrlst- leiiung: ^^«112. Adresse lur Traylnachrichten: Anzeiger Gieye».
Die veutslzen in L
Me die Deutschen während der Zeit, in der sie Lodz besetzt hielten, Ordnung schufen und das surchlbarc Elend der Bevölkerung linderten, davon erzählt eine Holländerin, die soeben aus Lodz nach Rotlerdam zurückgckchrt ist, im „Nieuwe Rotterdamschc Courant": „Obwohl die Stadt Lodz selbst während der Kämpfe keinerlei Beschädigung erlitten hatte, war doch das Elend ihrer Bevölkerung um so grösser. Im September hörte die Kohlenzunihr aus, und infolgedessen stand die ganz« Industrie still. Daraus folgte natürlich der Mangel an Arbeit sowie die Erhöhung der Preise. Die Zeitungen berichteten täglich von Menschen, die vor Dünger auf der Straße in Ohnmacht sieleu. Das änderte sich erheblich, sobald die Deutschen mit einem ausgedehnten Verpjlegungsdicnst in die Stadt kamen. Die Soldaten gaben der Bevölkerung nicht nur Brot, sondern oerschafsten auch jedem, der sich meldete, warmes Äsen Ucberall, wo die Deutsä>en sich in Polen zeigen, treten sie menschenfreundlich auf. So verteilten sie in Pietrokow 503 Waggons Kohlen unter den Einwohnern. Die ganze Stadt er-! hielt durch die Regierung der Deutschen ein erheblich anderes Aussehen, besonders durch die Reinigung der Straßen usw. Das Einvernehmen zwi-! schen der deutschen Besetzung und der Bevölkerung, zwischen Polen und Deutschen, Christen und Juden war ausgezeichnet. Die deutschen Soldaten und Lsj:»iere in Lodz sprachen polnisch, da sic zum größten Teil aus Deutsch-Polen kamen. Zugleich mit der deutschen Besetzung erschienen auch die polnischen Legionen aus Krakau, die überall mit Freude empfangen wurden. An allen Orten schloß sich die polnische Jugend den Deutschen an. In Lodz selbst stellten sich etwa 2000 Jünglinge als Freiwillige zu den polnischen Legionen. Sie wurden von den Deutschen vorwiegend zur Besetzung »erwcndel. Zwar versuchte auch Rußland polnisch« Legionen für sich auszubringen, jedoch mit wenig Erfolg. Nur ganze zwei Freiwillige schlossen sich ihnen in Lodz an, und auch dies rief unter der Bevölkerung Befremden hervor. Daraufhin versuchten die Russen ihre erprobte 'Methode, die Christen gegen die Juden auszuhetzen. Unter anderem mußten die Zeitungen unter russischem Regiment die Nachricht verbreiten, daß die Deutschen in Czcnstochau den Christen den Hektoliter Kohlen zu l Rubel verkauften, von den Juden jedoch 75 Kopeken genommen haben." Die Dame teilt noch mit, daß die Gouvernements Lublin und Radom am meisten vom Kriege zu leioen hallen, und fürchtet, daß wenn Polen noch lange von Zusuhr der Lebensmittel abgeschlossen bliebe, ein großer Teil der Bevölkerung dem Hungertode verfallen könnte.
Auf den Kofosinfclit.
Die kleine idyllische Inselgruppe der Kokos- oder Kee- ling-Jnseln im Indischen Ozean war vom Geschick dazu ausersehen, der Schauplatz jener Tragödie zu werden, in der unfere brave „Emden" ihren Untergang fand. Unendlich fern schien für diese niedrigen Korallcnstolls in ihrem dichten grünen Kranz der Kokospalmen der große Krieg, der in Europa lobt. Und doch sind ihnen seine Schrecken und Aufregungen nun recht nahe gekommen. In welch ein Bild des Friedens und der Ruhe hier Mars mit rauher Hand hineingriff, das schildert ein Brief, den ein Berichterstatter aus Direction-Jsland schreibt, von derjenigen der kleinen Inseln, aus der sich die von den Deutschen vernichhete Kabelstation befand
„Wir saßen, nichts Böses ahnend, auf unserm Jnselchen, das mit den andern zusammen einen Korallcnarchivel bildet, dessen lustige Farbigkeit ein so anmutiges Bild bietet. Zwischen den Korallenriffen liegen wie lichtblaue Flecke die kleinen Untiefen der Lagune, die merkwürdig zu dem Grün des Mittelländischen Meeres kontrastieren. Wenig anderes als die Kokospalmeti. die ihnen den Namen gaben, wächst aus diesen Inseln: ein vaar Pavana-Bäume, die cingeführt wurden, und etwas dünnes Gras. Die Einwohner sind von Java gekommen und sprechen malaiisch: sie sind eifrig dabei, die Kerne aus den Kokosnüssen zu schneiden und Kopra zu machen, und verbringen all ihre freie Zeit in oder aus dem Wasser. Die Tierwelt ist nur sehr spärlich vorhanden. Nur sehr wenige von den eingesühtten Tieren und Vögeln können aus diesem eigenartigen Boden gedeihen:, Hunde und Ratten halten sich noch am ehesten. Man amüsiert sich, so gut es geht: nur fischen und schwimmen und rudern und spielen Tennis. Etivas Leben bringen die Beantten von der Kabelstalion in diese varadiesischc Eintönigkeit: es find lustige Kerle, die ihre Bätte lwben ganz lang wachsen lassen, damtt sie sich nicht zu rasieren brauchen, und die Haare
ganz kurz geschoren, um die Bürste entbehren zu können. So lebten wir und taten, was wir wollten. Der Krieg schien unendlich fern zu sein. Wohl kamen offizielle Nachrichten durch die Kabelstatton, aber sie erzählten uns sehr wringe Tatsachen, und ausgerülle.t wurden wir aus unserer Ruhe erst, als die Gesellschast Gewehre herschickte, damit wir bei einem llebersall auf die Station bewasmet wären, und der Befehl kam. cs müßten Patrouillen ausgestellt werden, um nach den Deutschen auszublicken^ Auch dies schien nur unnötige Vorsicht. Da hörten wir von Singaporc, datz ein deutscher Kreuzer »ach den Insel» ausgesandt sei, und dann wollte ein Beamter der Statton Icheinwcrier auf dem Meere bemerkt habe». Nun war es um unsere idyllische Ruhe geschehen, und dann kam auch der Angriff der „Emden" und der darausjolgende Kamps."
Wenn auch die Kokosinseln noch nie vorher ein so kriegerisches Schauspiel erlebt haben, so hat doch ihre Geschichte schon öfters von sich reden gemacht. Es gab nämlich „Könige" derKokosinscln, und zwar ist die Dynastie vor 85 Jahren voti einem gewissen Roß begründet worden. Dieser Roß war ein englischer Marineoffizier, dem die 20 Korallen- inselchen mit ihren wundervollen in der Sonne glänzenden Lagunen in die Augen stachen. Er glaubte hier die Oertlich- keit und die idealen Bedingungen für einen idealen Staat gefunden zu haben und ging nach Schottland, um die nötige Bevölkerung zu suchen. Als er zwei Jahre später nach den Inseln zurückkam, fand er hier einen anderen Abenteurer, Alexander Hare, der mit 200 Sklaven, die ihm der Rajah von Bandschu zum Geschenk gemacht hatte, von dem Archipel Besitz ergriffen hatte. Trotzdem landete Roß mit seinen Leuten, und die beiden Parteien bekämpften einander, bis Hare von seinen Leuten verlassen wurde, die zu Roß übergingen. Der erste „König" der Kokosinseln starb 1854, und ihm sa gte sein Sohn. Im Jahre 1886 wurden die Kokosinseln für einen Teil der Straits Settlements, der hinterindischen englischen Kolonie, erklärt; aber Clnnies Roß, der Enkel des ersten „Königs", erhielt das Vorrecht, die Oberherrschaft über die Inseln auszuüben. Roß übte eine „wohlwollende Despotie" aus und verbannte vor allem jedes Geld von der Insel. Das auf den Kokosinseln gültige Geld bestand aus Schafssellen. Ter ceze iwä t ge „<Tö ng" Jo n Sidi.ey Clu ies Roß, der 1910 seinem Bater folgte, lebt meistens in London.
Ans stnöt Air-
Gießen. 20. November 1911.
Auf dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargcbieten.l
Ilnteroff. d. Res. Algert Euler, J»t-Rat. 188 , aus Buhbockt.
Ilnteiosf. d. Res. Andreas Wink, Jni,-Na> aus Huizdon.— Ll. d. Landwelir und Koinvaguieiübrer Ob rlehrer Or. Otto Ellenberger, Jn.-Rgl, >7'. ans Orlenberg. — Bizeieldwedel d. Res Paul Kirl ebner, Jnl->gt, 116 , aus Lire bei, denn.— Tambour Karl Herzberger, J»l.-Rgt. NI, aus Büdingen. — Res. Paul I ä s cb k e , Rel-Jn'.-Rgt. 221, aus Worms. — Kr-egs- tzciw. und stuck, ebem Helluiut S cd i i i e n d e ck e r , J»f -Rgl 118 , aus Woruis. — Ilnteroff. d Re! Kourad Gö risch, Iub-Ral. aus Ofssteiu. — Musk. Rob. M.üs>lg. Int.-Rg«. 116, aus Ostenbach a. M. — Ersatz-Reh und Finauzaedilie Job. Brunnen- a rüber, Jnh-Rgt. 116 , aus Tarinsladt. — Unteroff strtedr. Becker, Jn'.-Rgt. 168. aus Tarmiladt. — Sanitäis-UnlSiost Malbäus Reibet, Landstnrm.-Bal. Mainz, ans Mainz — Res 'akob Albert, Jn>.»Rql. 80, aus Berinersbeiin. — Laudwehrm. Jos. Ostertag, Jus.-R.,t. 118, aus Weisenau.
** Ritter des Eisernen Kreuzes: Leutn. und Adjutant im Feldcrrt.-Regt. 15 Hans Förster, Ofseu- bach. Gefr. d. R. im b-cryer. Res-Jnf.-Regt, 1 Will). Galm. Offenbach. Kanonier im 6. Res -Garde-Feldart-Regt. Gg. W ö r n e r, Ossenbach. Landbriefträg-er Fink aus Weilbura, Landw.-Inf.-Regt. 118. Res. H. Würges ans Falkenbach. Res.-Jnf.-Regt. 87. Hotelbesitzer Theodor Späth aus Runkel, Gefr. im Jnf.-Regt. 87. Sengt. Karl Günther aus Engelrod, Jnf.-Regt. l 16. Freitv. Fohs. Lerch ans Schob ges, Res.-Jnf -Regt. 118. Oberlt. d. R. im 64 Res.-Fnf.-Rgt., Landrat v. Zitze Witz in Dilleuburg Reservist Nickel i» Nanzenbach. Ufsz. Hans Eichel und Gefr. Eugen Phi- lippi, beide im Jns.-Regt. 115. Bizeseldw. Lehr aus
London wird musikalisch.
.London summt jetzt von Musik und Singen, obwohl die Tage kurz werden und die Nächte lang
und die Leute von Theater und Oper nichts wissen wollen. TyttäuS ist an der Arbeit, der Sänger, der einst mit seinen Liedern den Männern von Svarta die Herzen stärktet So bechnnt Clarence Rook eine B-ttachtung, in der er seinem Stau- nen darüber Ausdruck gibt, daß das mürrische, das steuleinene und ernste London plötzlich von Liedern wiedcrhallt. Die patriotische und kriegerische Stimmung hat den Engländern, die sonst so wenig singen, augenscheinlich die Zunge zum Gelang gelöst. Mit Liedern sucht man dce Rekrutterung zu heben, es gibt eine ganze Reihe „Werbungs-Gassenhau er", die schon recht populär geworden sind: mü Liedern suchen sich die Rekruten bei guter Sttmmung zu erhalten, und mü Musik überlöut man so manches peiiüiche Gefühl, das in den Herzen wohnt. „Es ist die Melodie, die in dem aufgeregten Tempo unserer Tage jetzt den Takt angibt, die Melodie, die mit einem Geratter durch die Gasten eüt, von einer Straßenleier gespielt oder von einem Trom- veter melpc serlcnvoll als richtig vorgetragen, von einem Pianola oder einem Grammophon aus dem ossenen Fenster herniederhallend, von einer hcisern Frauenstimme in einem dunkeln Hof gesungen oder von einem Gatsenjungen gepsissen. Und besonders der Junge, der pfeiü, gibt den Grundto-n an. Ganz London pfeift heute und summt und brummt und grölt, mehr oder weniger melodisch: ganz London wül sich mit der Musik in eine militärische Haltung und Strassheit hineinbringen. Schon in der Frühe beginnt der Milchmann die „Marseülaise" mit wunderlickten Variationen; die Worte lümmcrn ihn nicht. Was braucht's denn auch vieler Watte bei der Marseillaise? Er pfeift „Marchons, marchons" und geht weiter. Von der Straße antworten bereits- kriegettsche Töne, abgerissene Klänge eines Gassenhauers, unterbrochen von verschiedene» vatriotischcn Anläusen zum Singen der Nationalhymne, und ein Mann frittet aus einer Psennigpfeise Gott, den Pttnzcn von Wales zu segnen. Die Straßenmusik Londons ist jetzt kriegerisch und ausgeregt. „Rule Btttannia", besonders der Reirain, ist sehr populär, obwohl ich Zweifel hege, ob mein Messenger Boy, der wie ein Engel Vscifcn kann, einen einzigen Vers anfsagen könnte. Dann liegt noch ein amderrs Lied immer in der Luft: „Drei Hochs für das Rot, Weiß und Blau!" Aber nur die Melodie. Ein Wettbewerb unter den Pfadfindern um hohe Preise würde nicht eine einzige Tcxtstrophe hcrvorlocken. Alte, längst vergessene Melodien, die der jüngern Gcneratton zunächst sehr seltsam vorkamen, eile:, aus Flügeln des Gesanges durch die Straßen und erwecken für alte Leute die Erinnerung an den amettkanischen Bürgerkrieg, ja an den Krimkrieg. Es gibt höchstens drei Stunden unter den 24 eines Tages, während deren London sich ausruht von dem ewigen Sin
gen. Neben den kriegettschen und vaterländischen Liedern fordern auch die Kirchengesänge ihr Teil, und der Straßenjunge pfeift seine Choräle, ohne recht zu wissen, um wa-s für fromme Dinge es sich dabei handelt. Auch die Religion muß sich dem Militattsmus fügen, und der Choral erklingt im Marschrhythmus. Das ist die merkwürdige Beobachtung, die ich an einem Jungen mache, der mir meine Morgenzcitung bttngt und dabei „Vorwärts, du Christenheit" summt. Niemals, so weit ich denken kann, war London so voll von Melodien. Nicht der Dichter ist der Mann des Tages, sondern der Komponist, und das wichttgste ist der Refrain, der geheimnisvoll „durch die Dtünder der Menschen fliegt." Deshalb pfeifen wohl auch unsere Gassenjungen niemals „God save the King". Es läßt sich danach nicht gut marschieren, und es hat keinen Kehrreim."
Märkische perlen.
Perlen in der Mark? so wird man fragen. Was haben diese kösttickzcn Gebilde mit dem Land zu tun, das einst des „heiligen römischen Rcickzes Streusandbüchse" genannt wurde. Wenn auch die Flußperlmuschel im Oberlauf einzelner märkischer Gewässer vortommt, so ist sie doch hier wenig zur Perlenbildung veranlagt. Nein, es handelt sich um künstlich« Perlen, die aus Tieren der 'Mark Brandenburg gewonnen werden. In dem bei Karl Siegis- mund soeben crsMcncnen, sehr reichhaltigen Grot>Berltner Kalender benschtet Karl Eckstein über diesen interessanten Industriezweig Die märkischen Perlen stammen von einem Fischchen, dem Uckclei oder Uecklei, Alburnus lucidus Dieser gescllrg an der Wasseroberfläche langsam fließender und stehender Gewässer lebende Fisch, der 10—20 Zentimeter lang wird, ist am Rücken blaugrün, an den Seilen und am Bauch silberglänzend weiß. Dieser Silberglanz beruht aus dem Vorhandensein von stäbckzcn- söttnigen Kristallen, deren Substanz man als Buanin bezeichntt: die Kristalle beh lten ih cn Gl nz auch wenn sie von den Schuppen und der diese bedeckenden Hau! losgelöst werden, und um ihres leuchtenden Schimmers willen werden sie zur Herstellung künstlicher Perlen benutzt. Man sängt die Uckelei zur Herbstzeit, besonders im Grimnitzsee. nicht weit von Hubertusstock. Durch einen einzigen Zug des engmaschigen Netzes werden viele Hunderte und Tausende der Fischchen gehoben: sie werden sosvtt verarbeitet, wobei man zunächst die Fische im See in großen Netzen lebend erhält, bis sie nach Bedatt in einen Holzschuppen gebrach! werden. Sobald sie aus den, Wasser genommen lverdcn. sterben die Fi.ch- chen sehr rasch. Eine große Anccch von Frauen sitzt in der Schupperei und sckiabt mit brcitklingigen scharfen Taschenmessern die silberglänzenden SclMppen des Bauck»es und der Körpetteiten ab. 5—8 Fischchen ergeben eine Messerklinge voll Schuppen, die dann von dem Messer mit dem Finger in eine Tasse gestrichen
Bcssungen, Jnf.-Regt 115. Feld^ahlmeister Jakob Engel aus Darmstadt, Garde-Drag -Regt. 23. Lehrer Karl Decker aus Elbenrod. Major Baur-Betaz aus Lindenfels. .Hauptniaiin Adols stiheinipald aus Oppenheim, Zußürt.- Regt. 2. Heinrich Marke aus Wuld-Uelvershrim, Gesr. im Ins.-Regt. 168. Hauptmann v. Schütz aus Kassel, Jnf.- Regt. 32. Landtagsabg. Lutz, Mitglied der Frattion des Hess. Bauernbundes im h.ss Landtag, ans Eipcuro-d- Leuttr. d. R. H o s f m a n n z>u Hos-Aüll (auch die Tapserkeits- inedaille). Unterzahlmeistcr Fritz S i e b c r t ans Fricdbcrg, Jnf.-Regt. 116 (und die Tapferleitsmedaille). Ph. Hölzel aus Hofheim, Jnf.-Regt. 118. Bürgcrmetstcr Dr. L>chcid- (e r - Geisenheim, Leutn. im Feldart-Regt 78. Gefr. d. L. Ingenieur Georg B a g e l aus Rüdeslseim. Lcutti. d R. Fritz K raus aus Kainmerforst. Anton Frank aus Nicrstetn. Leutn. und Adj. im Res.-Fußart.-Regt.3 Adolf Knab aus Bruchenbrücken. Ufsz. Hermann Adler aus Nieder-Flor- stadt, Landlv.-Jnf.-Regt. 116. Wchrm. Johann Knapp aus 5ievpenbcim, Res.-Regt. 1l8. Bizeseldw. Paul Scitz aus Mannheim. Kriegsfreiw. Gg. Vettel aus Heppenheim, ^lls. ocegt 118. U||$. H.inrich Brückmann aus Auerbach, Jnf.-Regt. 168. UfT5i d. L. Karl Möller aus Eugclrod, Res.-Jnf.-Regt. 116. Rcgicrungsbaumcister und Dipl.-Ing. Karl Wolss, zurzeit Lsf.-St.l.v im Jnf.-Regt. 143.
** M i l i t ä r i s ch e ?l u s b i l d u n g der Jugend. Am letzten Sonntag nachniittag traten pünktlich über 200 Jugendliche zusammen, die in 2 Kompagnien zu je 3 Zügen cingeteilt wurden. Die Umsormungsübungen, die sich den Einteilungsarbeiten anschlosscn, machten, da die Jugend btt der Sache war, sehr gute Fortschritte. Am Mittwoch abend, 8'/, Uhr, versammelte sich die 1. Kompagnie in der Turnhalle der Obcrrcalschule, die 2. in derjenigen des Realgymnasiums, um zunächst unter Leitung der Herren Turnwarte F. Wenzel, bezw. Erb turnerische Hebungen auszusüh- reu. Hieran schloß sich eine Jnstruktionsstunde über das Kartenleseu durch die Herren Lt. D i n g e l d c i n und Dr. Schäfer. Zmn Schluß vereinigten sich alle Jugendlichen, um einen außerordentlich interessanten Vortrag des Herrn Dr. Meyer, Lt. d. R., der seit Monaten an den schweren Känipfen teilgenommen halte und vor wenigen Tagen verwundet und geschmückt mit dem Eisernen Kreuz von Bpern hierhergekommen war, über Anlage der deutschen und eng- lischsen Schützengräben und über das Leben darin zu hören. Für den kommenden Sonntag nachmittag ist ein Gang ins Gelände vorgesehen. Ter Vorsitzende teilte mtt, daß bis dahin noch Neuanmeldungen, insbesondere älterer Jugendlicher entgcgcngenommeu würden, daß dann aber im Interesse einer ungestörten Ausbildung die Liste geschlossen werden müsse. Sämtliche Uebungen beginnen pünktlich.
Starkenburg unü Rücinhesseii.
O Mörlenbach, 18. Nov. Als dritter starb aus unserer Gemeinde den Tod fürs Vaterland der Ersagreservist Josef R e e h im Jns.-Regt. 221.
A ® i t f e n a u , 18. Nov. Feldwebel Gröberim Res.-Jnf.- Regt. 118 und Gefreiter Hoffmann im Jnf.-Regt. 168, beide von hier, erhielten das Eiserne Kreuz.
A Rimbach, 18. Nov. Den Heldentod fand auf Frankreichs Schlachtfeldern der hiesige Lehrer Karl Böhler, der als Kriegsfreiwilliger in das Jnf.-Regt. 81 eingelreten war. Die Gemeinde verliert in dem Gefallenen einen begablm und gewissenhaften Jugenderzieher, dessen Gedächtnis bei jung und alt in Ehren bleibt.
A Aus dem südlichen Odenwald, 18. Nov. Nachdem acht Tage lang stürmisches Wetter, meist verbunden mit starken Regengüssen, geherrscht hat, ist seit der letzten Nacht starker Frost und Kälte eingctrcten. ?luf den Höhen ist der erste Schnee gefallen.
S Benshcim, 18^ Nov. Unser Bürgermeister Lösleip ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden.
Hcssen-Naimu.
4- Hersfeld a. d. Fulda, 18. Nov. In dem benachbarten Dorfe Klein en see wurde ter kj. h ige Schulknabe Wilbelm George durch seinen um einige Jahre,älteren Bruder beim Sperlingschießen aus Unvorsichtigkeit mit einem Teschin erschossen. — Die Fulda führt seit gestern Hochwasser und hat bereits die tiefer gelegenen Niederungen überschwemmt.
weiden. Es dauett einen halben Tag, bis eine solche Tasse voU Sckmvven ist. Die Gesamtmenge der Schupven wird in Schüsseln gemischt, geknetet und mit Rciserbesen geschlagen, bis die Masse flüssig, ist. Diese bleibt dann 6—8 Stunden stehen, um zu vöke'n, und daraus wird sie unter eine Presse gebracht, bis die Flüssigkeit ausgelrichttt ist. In 10-Psund- oder 30 Pfund-Büchsen geht dann diese Masse in die Perlensabriken, Hier werden die Schuppen in Porzellansckialen unter Zusatz von Wasser gerieben und dann gefiltert, so daß schließlich nur die Silberglanzkttstalle übrig bleiben, die durch Behandlung mit Ammoniak von anhaftenden Lautresten befreit und in Flaschen gesammelt iverden. Dann ist die „Perlen- oder Fischecknipvcn^Es r i ertig, van der etwa 40 009 Uckelei 1 K logramm ,'i fe n nies müh am gewonnene uni teure Produkt, das einen p.arlnvolleu ^ct-erg.anz verletlst, wcrä nun zu Perlen verarbeitet. Eine Menge von geschmolzener Gelatine und Perlenessenz wird in Forni eines Trovsens vermittels einer spitzauslaufenden Glasröhre in eine Glaskugel gebracht und auf deren Innenfläche durch geschicktes Drehen verteilt Werden diese dünn- toandigen Glaskügelchen mit ONetallvulver noch getrocknet, so sind sie z» künstlichen Perlen geworden, die dann zu Perlenketten ausgereiht werden. Diese Ketten sind je nach der Schönheit der tüTifUid>ejt Perlen im Preise höchst verschieden: neben ganz billigen gibt es auch solche zu 100— 700 Mk, Das Fleisch der Fischck»en, deren Schuppen aus diese Weise verarbeitet werden, ist als Nahttmgs- miltcl für Menschen nicht verwendbar; es wird als Schweiuefutter und Fischmehl verbraucht,
»
— Ein Manuskriptenschatz für das Britische Museum, Ein großattiges Geschenk wird dem Brittschen Musnim aus dem Vermächlnis der Frau Elisabtth Smith zuteil werden, Frau Smith war die Witwe des großen englischen Verlegers George Smith, in dessen Verlage unter anderem das Gegenstück zu der „Allgemeimn Deutschen Biographie", das Riesenwerk des Tietio- nary ob National Biography, erschiemn ist Smith twu der Verleger von Thackeray, den beiden Brownings und vielen andere» bedeutenden Schriftstellern. Seine Frau bat nun in ihrem Testament bestimmt, daß alle Manuskripte der v e r ö s s e n t- lichten Werke von Thackeray, Robert Browning, Elizabeth Barrelt Browning, Charlotte Bronte und vieler anderer Dichter nach dem Tod« ihrer Kinder dcmi Brittschen Museum als „Erinnerungsgabe von George Smith" übergeben iverden sollen. Thackerays Bttese an Smith blttben in der Familie.
Karlsruhe, 19. Nov. <WTB. Nichtamtlich.) Nach langer schtverer Krankheit verschied heute morgen hier im Alter von 46 Jahren Kunstmaler Wilhelm Lang, seit säst 25 Jahren Lehrer an der Großhcrzoglichen Kunstgewerbeschule hier.


