fffiffiSte ©oßwfea b» Jtem. 6h haben lfn«e, fast z» vitge Gesichter mrt> Hcmre, bic t» allen Schattierung cn von Rotblond spielen. Sie sprechen deutsch.
„3s mx bei die Russen," erklärt ein Krieger mit großcin. rordraunttn Bart. „Mcchten schon viele kommen. Exelenz, aber ist schrrr schwierig." Zum Lus,prrchcn des se-rrr braucht er säst io viel Zeit, wie zu dem ganzen übrigen Satz, um dir Größe der Schwierigkeit zu betonen. „Aber, habe ich gewunken so mit Kappe!" Und er macht mit einer unglaublrch finnischen Bewegung vor wie er sich bemerkbar gemacht hat. „Mußten dcilsche Soldaten lachen, sprang ick denen hinüber." Es wird dem Mann gern geglaubt, daß »ne deutschen Soldaten lachen mußten. Auch von uns kann niemand ernst bleiben. Auf den Vorschlag, die aitdern, die auch gern dommen wollten, zu holen, antwortet der Kluge mit einem viel- sagenden Grinsen. „Warum soll ich mich totsästeßen lassen, nachdem ich gefangen bin?"
Sie werden weitergrsühtt. Auf der Strafe rückwärts sammeln sich schon wertere Transport«. Es scheint uneder eine recht erhebliche Anzahl von Gefangenen zusammenzukonrmen. Immer wieder ist man versucht, den Wert der russischen Armee nach Gesprächen mit solcher Gruppe gleich Null anzuschlagen, bis eurem ein anderer Gefangenentransport wieder ein anderes Bild gibt.
Unsere Wagen hatten inzwischen rn der Nähe einer Scheime gewartet. Da hatte unser Chauffeur die Gelegenheit beiruht, die Zahl der Gefangenen zu vermehren. In der Scheune hatte er einen scstschlasenden Russen in voller Ausrüstnna. mit Gewehr und Munition gesunden. Der Mann war zunächst auf's äußerste erschrocken. als er beim Erwachen den Prußaki vor sich sah. Er ließ sich danach aber mit deutlichem Vergnügen gefangen nehmen. Er wurde an einen anderen Transport abgesülitt. „Mmicher macht im Schlas sein Glück", war vermullich der Gedanke des Davon- marschierenden.
»
Die erfreulichen Resultate des Tellgescchtes werden ja wohl vom amtlichen Draht schon gemeldet sein, wenn dies« Zeilen gesetzt werden. Es war das erste richtige Wintergefacht, in deml sie errungen wurden. Eine an dieser Stelle angxlsetzte nutzlose russische Ossensive verpuffte und der deutsche Gegenangriff schritt so schnell vorwärts, daß sich die Zahl der Gefangenen sehr rasch steigerte. Ein Vorspiel zum Winterfeldzug, das man gerne annehmen lärm.
RolsBrandt, Kriegsberichterstatter.
Verlustliste.
Jnsanterir-Negiment Nr. 116, Gießen.
Verluste infolge Krankheit: Musk. Wilhelm Emmerich, gestorben im Kriegslazarett St. Quentin 21. 10. 14, daselbst beerdigt. — Res. Karl Krast, gestorben im Kriegslazarett St. Quenttn 24. 10. 14, daselbst beerdigt. — Musk. Hermann Stucke, gestorben im Res -Lazarett M.-Gladbach 27. 10. 14.
Berichtigung früherer Angaben: Gefr. d. Res. Rickiord Bäck, Ober-Lais, Kr. Schotten, bisher vermißt, gestorben im Res.-Lazarrtt I Trier 4. 10. 14. — Fahne,ij Unteross. Otto Fischer, Lorsch, Kr. Bensheim, bisher verwundet, gestorben im Festungslazarett Koblenz 6. 10. 14. — Res. August Ahlhaus, Lüdenscheid, bisher vermißt, verwundet.
Landwrhr-Jnfantene-Rrstimcnt Nr. 116, Darmstadt.
Cernay en Dormois vom 23. 9. bis 1. 10., Ripont avi 1.,
Perth^ am 8. und Somme Ph-Tahurr am 12. 10. 14.
Stab: Obersilt. Krause, verwundet.
I. Bataillon.
I. Kompagnie: Ossizier-Stellv. Tritsch, verwundet.
4. Kompagnie: Wehrm. Heinrich Hillgärtner, Pfungstadt, Darmstadt, vermißt. — Wehrm. Valentin Hörnest, Gundernhansen, Dieburg, vermißt.
II. Bataillon.
5. Kompagnie. Wehrm. Heinr. Kutscher, Bertzrvd, Gießen, ldw — Wehrm. Otto Lehmann, Ulfa, Schotten, schon,. — Gefr. Karl Orb, Beltershain, Gießen, lvw. — Wehrm Heinr. Stöhr, Ulfa, Schotten, schon,. — Wehrm. Ludwig Kroll, Darmstadt, vm.
6. Kompagnie. Wehrm. Franz Hergenröther, Steinach, Kissingcn, lvw.
7. Kompagnie. Wehrm. Julius Kieffcr, Riedisheim, M< Haufen i. E., lvw. —
8. Kompagnie. Wehrm. Georg Dittmann, Obcreisenhausen, Biedenkopf, om.
III. Bataillon.
10. Kompagnie. Ltn. Schäfer, vw. — Gefr. d. L. Ferdinand Rau I., «mlzböden, Wehlar, schvw. — Wehrm. Heinrich Hott cs, Friedberg, Hessen, lvw.
II. Kompagnie. Wehrm. Theodor Blechinqer, Frankfurt a. Maiu, gefallen. — Wehrm. Adam Knäß, Egelsbach, Darm- stadt, schvw.
12. Kompagnie. Wehrm. Wilhelm Müller, Münzenberg, Fttrdberg, gefallen.
Verluste infolge Krankheit. Wehrm. Michael llebelacker von der 9. Komp., Culmbach, Obcrfranken, gestorben am Herzschlag.
3u* Stadt und Land.
Gießen, 14. November 1914.
**Dr. H ermann Knö Hin g er f. Zu den schweren Bcrlusten, die der hessische Oberlehrerstand in diesem Kriege erlitten hat, ist ein weiterer hinzugetreten, der im ganzen Hessenland und weit darüber hinaus von vielen beklagt werden wird. Hermann Knöllinger, geboren 1883 in Groß- Gerau, vorgebildet auf dem Mainzer Gymnasium, studierte i» München, Berlin und besonders in Gießen, wurde hier 1908 zum Dr. phil. promoviert und versah nach bestandenem Staatsexamen zunächst eine Lehrerstelle in Alzey. Seil dem Herbst 1909 verband er mit seiner Tätigkeit als Lehramtsassessor an unserem Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, dann an unserer Oberrealschule die Stellung eines Assistentenmn philologischen Proseminar der Landesuniversität. Auch leitete er mehrere Semester hindurch mit großer Hingebung die akademischen Fortbildungskurse für Arbeiter. Sein offenes, liebenswürdiges Wesen, sein gründliches und vielseitiges Wissen und seine pädagogische Begabung gewannen ilfin überall schnell die Liebe und Hochachtung seiner Kollegen und Schüler. Im Lehrbetrieb des philologischen Seminars und Proseminars war er als bodenständiges Element und wegen seiner engen Fühlung mit der Praxis der Schule eine besonders wertvolle Kraft. Nachdem er in seiner sehr tüchtigen Dissertation erhebliche Teile einer verlorenen philosophischen Schrift des Cicero aus einer unerwarteten Quelle wiederaewonnen hatte, bereitete er eine kritische Ausgabe der physischen Probleme des Aristoteles vor, die sich im Druck befand, als er die Feder mit dem Schwert vertauschen mußte. Als Bizcseldwcbel im Infanterie-Regiment Nr. 116 durch
das Eiserne Kreuz ausgezeichnet, fand er am 31. Ov. bei der Erstürmung eines französischen Dorfes den Heldentod. Sein Andenken wird allen, die ihn kannten, teuer sein.
** Personalnvtizen. Die Grohherzogin hat am 11. November ds. Js. der: evangelischen Pfarrer Jolzannes St ärmer M Vielbrunn auf sein Nachsiichen zwecks Ucbernahme der sochsten Pfarrstrll« an der evangelisck^n Gemeinde Lüdenscheid in Westfalen, mit Wirkung vom 16. l. Mts., aus dem Dienste der Hessischen evangelischen Landcskircl»e entlassen. — Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Fnuecn vom 7. November 1914 wurde der Lehramlsreserendar Jakob B l a ß aus Gimbsheim, Kreis Worms, zum Lehramtsassessor ernannt. — Die Großher- zogin hat am 7. Oktober ds. Fs. dem OrtsgenchtSmann Johannes Hilpert in Hemmen anläßlich seines Ausjcheideics aus dem Amte das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen.
** Das 100jährige Jubiläum ihres Be - stehens feiert morgen die Universitäts-Frauen- klinikundHebainmenlehranstalt. Wir werden die Bedeutung des Instituts am Montag in einem längeren Artikel würdigen.
** Militärische Ausbildung der Jugend. Me erste praktische Uebung findet morgen nachmittag von 2 Uhr ab statt. Treffpunkt ist der Hof der Zeughauskaserne lam Brand). Nach der Einteilung in Kompagnien und Züge finden Uebungen in diesen Formationen (bei Regen in der Exerzierhalle) statt. Es wird einfacher Anzug geuninscht. Die Ausbildung ist rein militärisch. Es steht deshalb zu
S offen, daß eine stattliche Teilnehmerzahl sich sindet, ins- esondere alle diejenigen, welch« schon gemustert sind. Bei der Einteilung in Gruppen wird das Alter berücksichtigt werden. Diejenigen, welche an den Uebungen regelmäßig teilnehmen, erhalten durch den Letter der militärischen Vorbereitung eine Bescheinigung über ihre Ausbildung, die ihnen bei dem Eintritt in das Heer oder die Marine als Empfehlung dient und die Militärbehörde auf diese, welche für den Menst besser vorbereitet sind, aufmerksam macht.
** Ein Weihnachtszug für das 18. Armeekorps. Um sämtlichen Angehörigen des 18. Armeekorps eine Weihnachtsfreude zu bereiten, plant man die Absendung eines besonderen Weihnachtszuges. An den Spenden soll sich der ganze Bezirk des 18. Armeekorps beteiligen, damit niemand der im Felde stehenden Krieger leer ausgeht.
**FürdasReserve-Jnfanterie°Regiment „Bischweiler", wie wir es kurz nennen wollen, sollen auf Anregung der Frau Oberst R o t t Geschenke an das Ersatzbataillon des Infanterie-Regiments 87 zur Wetterbeförderung geschickt werden. Me „Bischweiler" stehen seit etwa 14 Tagen dicht vor dem Feinde, haben bis zum 8 . nur wenig Verluste gehabt und sind, wie uns bayrische Verwundete, die mtt ihnen gekämpft hüben, erzählten, diesen wegen ihrer großen Tapferkeit ausgefallen. Wir werden nun um Bekanntgabe folgenocr Anregung gebeten: Da es der berechtigte Wunsch vieler ist, daß die für das Bataillon „Bischweiler" bestimmten Gaben hier in Gießen gesammelt und gemeinsam abgeschickt werden, empfieht sich eine mündliche Anssprache über die Angelegenheit, zu der hier- mtt die Eltern und sonstige Interessenten der jungen Batcr- landsverteidiger für morgen, Sonntag, den IS. November, nachmittags 3V 4 Uhr, in den Felsenkeller eingeladen werden.
**.Die Fcldpost. In Zeitungen sowie in Zuschriften an die Postvcrwalttmg wird alS Vorwurf gegen die Feldpost öfter die Frage aufgeworfen. wie es kommt, daß die Klagen über die Feldpost nicht aushörcn. Das Reichspostamt hat in einer sinnen Druckschrift unter Benutzung amtlicher, auch im Felde gesammelter Unterlagen hierzu Stellung genommen und weist darin nach, weshalb die Klagen über die Feldpost nicht aufhärrn können. Wie wir hören, ist das Reichspostarnt berett, diese Schrift „Weshalb hören die Klagen über die Feldpost nicht auf" kostenfrei unmittelbar an die Interessenten abzngeben. Mese hätten nur ihren Wunsch durch Postkarte der Geheimen Kanzlei des Reichsvostamlcs, Berlin IV. 66, mitzuteilen.
** Stadttheater. Nochmals sei auf die einzige Vorstellung des morgigen Sonntags nachmittags 3V* Uhr hinge wiesen, die Wildenbruchs wirkungsvolles Schauspiel „Me Rabensteinerin" bei llcinen Preisen bringt. Eine Ilufführung dieses Werkes im Abonnement ist nicht vorgesehen.
** Auszahlung der Einquartierungsgelder. Eine zweckmäßige Anordnung hat die Stadtverwaltung getroffen, indem sie die Auszahlung der Berpflcgungsgelder durch die Stadtkaffe in geordneter Reihenfolge bewirken läßt. Durch die Einteilung der Empfangsberechttgten in Gruvpen wird ein größerer Andrang und somit für den einzelnen ein längeres Warten aus Abfertigung vermieden. In den Stunden von vormittags 8 bis 1 Uhr können die Vergütungen in Empfang genommen werden. Me Empfangsberechttgten werden auch an dieser Stelle besonders auf die bezügliche Bekanntmachung in heuttger Nummer aufmerksam gemacht.
** Silberne Hochzeit. Gestern feierten die Eheleute ührer Näich. Nonnenbrvich das Fest der Silbernen
Bürgermell!«rcmtte eingeganqeneS E chr ei b en aus Re« P»rk
wiever einen Beweis: .Herrn Bürgermeister Krün-Kirckluttn:
Wir haben Jhion heute per Poll 204tzLt Mk. geschickt zur Ll„d«» rong der Rot er Witwen und Waisen «fferer Heimat >> »dt Alle wir Teutschen in Amerika sind stolz aus di« bei uns unerivarteten Ersolge der deutschen Aruiee Uiid die überraschenden Lieg« der Marine. Wenn auch England »nd Alliierte Lügen- berichie i» die Welt schickt, die Antwort muß aus dem Lchlachttelde gegeben werden Der Fall von Antiverpen hat die Stimmung vier viel geändert, wenn sich Paris ergibt, ist alle Literatur, um die gerechte Sache auftuklcire», unnötig. Mit vielen Grüßen verbleiben wir Louis und Karl Stern."
<—i Habnstädten, 13. Nov. Eine durch das hiesige Piarr- amt veranstaltete Sammlung sür Ostpreußen ergab in palmslädten 500,80 Mk., in Zollhaus-Hohlense 3 173 Mk. und in Kaltenholzhausen 130,90 Mk, zusammen 304,70 Mark.
d. B jeden kops, 13. Nov. Der Ausruf zur Bildung einer llreis-Jugendwehr ist überall tm Hinterlandkreis aus fruchtbaren Boden geiallen. Insgesamt 1735 junge Burschen sind bis jetzt zu 14 Kompagnien unter bewährten Führern veresmgt.
- Königsberg, 13. Rov. Durch Pfarrer Martin wurde» in unserer kleineii Geuteinde 205,85 Mk. sür Ostpreußen gesainmeltz
vermischte».
*SchlittenfürdenWinterfeldzug. Me die „Holz- welt" mittcilt, hat die deutsche Heeresverwaltung in ihrer Borsorge sür einen Winterjeldzug auch etwa 2000 Holzschlitten sür Transportzwecke vergeben. Die Schlitten sind ans Esche, Eiche und Bttke mit den erforderlichen Eisenteilen anzuscrttgen. Da die Transpottschlitten für den russisch-polnischen Kriegsschauplatz in Betracht kommen, sind in erster Linie ostdeutsche Firmen mit der Herstellung bttran! worden. Man erwartet jedoch noch wettere Bestellungen.
"Tie Schwester Lord Fishers i» Deutschland. Unter den Engländern, die sich in Deutschland befinden, ist auch, wie eualische Blätter milteiten, die Schwester des jetzt zum ersten Seelord ernannten Admirals Lord Fisher, Mrs. Neeld. Eie begleitete ihren Gatten, den üldmiral R. R. Neeld nach Bad Nauheim, wo der Admiral Genesung von seinem Herzleiden suchte. Admiral Neeld, Lord Fishers Schwager, ivird nun das Schicksal der andern Eualänder teilen müssen. Seiner Gattin wurde schon vor einiger Zeit die Erlaubnis erteilt, aus Nauheim »ach England zurückzureiscn; sie nahm aber dieses Anerbielen nicht an, sondern wollte bei ihrem Manne bleiben.
Danöel.
— Preiserhöhungen. Der Verband deutscher Bürsten- und Piuselindullrieller hat beschlossen, seine Verkaufspreise mit so- iottiger Wirkung um 15 Prozent zu erhöhen. — Die Mennig- und Glättevereinignng hat ihre Preise um Mk. 1 pro 100 dg c>- höht und losten jetzt: Mennig Mk. 58, Glätte rein Mk. 57 die 100 kg. — Das Kuplerblechsyndikat in Kästet erliöhte abermals ihren Preis aui Kupserblech um Mk. 5 au! Mk. 248.
Wttteraussichten in Hessen am Sonntag, den 15. Nov. 1914 - Unbeilänbtg, zeitweise Niederschläge, südwestliche Winde. _
** Zu unserem Berichte über die militärische Vorbereitung der Jugend in der gestttgen Nummer ist richttg zu stellen, daß Herr Prof. Völtzing die erwähnte Ansprache an die Jugend gehalten hat. /
Landkreis Gießen.
(e; Billingen, 12. Nov. Die Eheleute Konrad und Marie Ziegler feierten am 10. d. Mts. ihre Silberne Hochzeit.
Kreis Friedbrrg.
d Friedberg, 13. Nov. Tie Oberkörfierei Friedberg wird am 1. Dezember ausgeteilt und von der Oberlörsterei H e l d e n- bergen übernommen: diese erhält ihren Sitz in Friedbera mit der Bezeichnung O bersörsterei Fried b erg An Helden- vergen lallen die Gemarkung Staden, an die Oberiörfterei Nidda Ober- und Nieder-Mockstadt. Tie neue Oberkörfierei erhält von tteldenberaen die Gemarkungen Altenstädt, Mai kwaid, Höchst a. d. 9t.. Oberau, Rommelshausen und Rodenbach. Ranftadt fällt an Nidda. Tie Oberkörsteiei L i cd erhält von der Oberiörsterct Friedberg die Gemarkungen Bellersheim, Betteuhauscn, Muschenheim, Obdorn- hosen und Trais-Münzenberq.
Hessen-Nassau.
m. Kirchhain, 13. Nov. Daß auch die Teutschen iin Ans» lande jetzt in dieser ernsten Zeit ihres Bateriandes gern gedenken und viele OoKr bringen, ist in den deutschen Zeitungen schon oft bekannt gegeben worden. Hiervon liefert auch ein beim biefigeu
Letzte Nachrichten.
Dir zwei ersten Wochen des russisch-türkischen Krieges.
Konstantinopel, 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Agence Ottomane" veröffentlicht falzendes Eommuniquö des Hauptquartiers über die Vorgänge an der Ostgrrnze, über welck>e aus strategischen Gründen noch nicht berichtet werden konnte. Die Russen suchten an der Landesgrenze den überraschenden Augrifs zu wiederholen, den sie gegen unsere Flotte versucht hatten. Ohne Knegsersiärnng überschritten sie am 1. November in 5 Kolonnen die kaukasische Grenze. Es steht außer Zweisel, daß die Durchführung einer solchen Bewegung nur nach langen Vorbereitungen erfolgen konnte. Trotz dieser Vorbereitungen und dieses Angriffes des Feindes sühtten unsere Grenztrupven die ihnen etteilten Befehle mit viel Tapferkeit und Geschicklichkeit durch. Zunächst schoben sie sich, indem sie dem Fnndc starke Schläge versetzten, sehr langsam
zurück. Wir fügten den Russen zahlreiche Verluste zu
und setzten durch diesen Zeitgewinn unsere Nachschübe in den Stand, die notwendigen Stellungen ernzunehmen. Angesichts deck beständigen Widerstandes unserer Vottruppen konnte der Feind, der alle seine Kräfte sammelte, erst vier Tage uachj Ileberschoeilen! der Grenz« in die Gegend von Kolbachte und Köpriköi gelangen. Ein Angttfs der Kosaken gegen Köpriköi wurde durch eine unserer Divisionen zurückgeschlagen. Am 5. und 6. November stellte der Feind seine Bewegungen ein und begann Verschärfungen zu er- nchten. Unsere inzwischen in Zwischenräumen eingetrosfcnen Truppen hielten den Vormarsch des Feindes aus. Unsre Jnsantettc tras die notwendigen Vorbereitungen zum Stnrmangttss. Am 7. Nov. gsiigen unsere TruvPen zur Ossensive über. Der Feind leistete in den starken Stellungen, welche er im Westen von Köpriköi errichtet hatte. Widerstand. Am 8. November wurde unsere Ossensive sortge- letzt. Am Nachmittag drangen unsere tapscren TruvPen weiter rückwärts in die Berschanzungen des Feindes ein und besetzten seine Stellungen, welche von vier Jnfantettcregimentern, einem Ar- tillerieregiment und einer Kavallcriedioision vcttcidigt ivorben waren. Der Feind zog sich zurück und besetzte eine andere Stellung in der Umgebung von Köpriköi, wo Verstärkungen einzutteffsn begannen. Am 9. November hatten wir vor uns eine russische Division und Ibas ganze erste kaukasische Korps. Tie feindliche Front erstreckte sich in einer Länge von 15 Kilometern von dem Arax- fluß im Süden bis zum Gebirge im Norden. Ter Feind liatle in der ganzen Ausdehnung der Stellung Befestigungen crrichtel und vcr- sügle hinter dem linken Flügel über starke Reserven. Am 10. November tras unsere Armee die notwendigen Maßnahmen, uni zur Offensive überzugehen.
Sie begann am 11. Nov. früh mit einem allgemeinen Sturmangriff. Nach einer bluttgtti Schlacht nahmen unsere Trupven gegen Mittag mit dem Baionttt Kövttköi, das einen der feindlichen Stützpunkte bildete. Bei Einbruch der Nacht ivoren drei Biettel der feindlichen Stellungen von unseren Trupven besetzt. In der Nacht wurde mtt dem Bajonett auch die Höhe 1905 östlich von Kövriköi, der letzte feindliche Siützpunft, genommen. Am
12. November war unser Sieg endgülttg. Me feindlichen Stellungen waren genommen. Ein ganzes russisches Armeekorps war geschlagen und ergriff die Flucht. Unsere nner- schrockene, unermüdliche Armee nahm die Verfolgung des Feindes auf. Infolge dieser Niederlage des Gros der ieindlichen Armee besteht knn Zlveifrl, daß die fchioachen feindlichen Stttitlräfte, die vor Tvrtum und Karakiliffe gehalten haben, gleichfalls vettagt iverden. Ungeachttt der fünftägigen Kämpfe und des gebirgigen Terrains ist die Moral unserer Truppen ausgezeichnet. Der Zustand zahlreicher Gefangener und Desetteure, deren Zahl noch nicht geschätzt werden kau», beweist, wie erschüttert die Moral des Feindes ist.
litt. Oetker’* GUSTIN
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Obstbäntne
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