'ikim^inmgeil btt Dmpderrtrckr Sommer nmnmtttc6 auch zahlreiche Adressen vor, in denen der Absent»cr diese Angaben nicht auK- grschriebcn. sondern Abkürzungen dafür angewandt hat, die dem Postpersonal unverständlich sind. Hierher gehören z, B. Abkürzun- gen wie „H. K. K." für „Höherer KaVallerie-Kommandenr", „R, E. B. K." für „Reserve-Eisenbahn-Bau-Kompagnie", ,,F. A. R", was „Feld"- und „Fuß-Ardilleri«-Rrgiinent" heißen kann, usw. Derartig unverständlich adressierte Sendungen geben Anlaß zu beklagenswerten Fehlleitungen. Die auf ihre Entzifferung meist ohne Erfolg verwandte Zeit und Mühe hält die Bearbeitung der Sendungen mit ordnungsmäßiger Aufschrift ans Die Postverwaltung hat sich daher genötigt gesehen, dir Ausgabe-Postanstalten anzuweisen, Feldpostsendungen mit unverständlichen Abkürzungen des Truppenteils in der Adresse von der Beförderung allgemein aus- z u s ch l i e ß e n und an den Absender unter entsprechender Verständigung zurückzugeben.
** Liebesgaben für die Gardetruppen. Dir vom hiesigen Gardevcrein eingeleitete Sammlung von Liebesgaben für die (Mardertruppen (siehe Gießener Anz. Nr. 263) hat sowohl, wie die zahlreichen Zusendungen ergeben, in der hiesigen Bürgerschaft als auch in der Umgegend guten Anklang gesunden. Auf Grund vieler Anfragen bittet uns der Verein, mitzuteilen, daß auch Pakete angenommen und mitbefördert werden, welche an che stimmte Gardisten adressiert sind, doch sind in diesem Falle die Pakete sorgfältiger zu verpacken und mit genauer Adresse des Empfängers und Absenders zu versehen. Auch empfiehlt es sich, die Adressen in dem Paket nochmals zu vermerken, damit bei ! etwaiger Beschädigung der äußeren Aufschrift der Empfänger dennoch sestgestellt werden kann. Vielseitigem Wunsche entsprechend, wird die Absendung der Liebesgaben um 8 Tage verschoben, damit eventuell angcsangene Strickarbeiten auch sertiggestellt werden können.
** Postbeamte im Kriege. Dem Postassistenten, Leutnant d. Res. im Jnf.-Regt. 115, G e ß n er aus Darmstadt, der vor kurzem unter gleichzeitiger Beförderung zum Leutnant mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet worden war, ist nunmehr auch das Eiserne Kreuz 1. .Kl. verliehen worden. Die Veranlassung zu dieser Auszeichnung gab eine von Geßner mit Umsicht und Wagemut unternommene und für die Truppen bedeutungsvoll gewordene Auskundung. — Außerdem wurden bis jetzt von Post- und Tele- gravhenbeamten des Bezirks Darmstadt mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet: Ober-Postinsvektor Hauptmann d. R. Gics aus Darmstadt, Vize-Postdirektor Hauptmann d. R. B i o n d i n o aus Bingen, Postinspektor Oberleutnant d. R. Pfeifer aus Osfen- bach (Main), Tclegravhensekretär Oberleutnant d. R. Gilbert aus Darmstadt, Postassistent Leutnant d. R. Richter aus Zwingenberg (Hessen), Postassistent Vizeseldwebel d. R. B o r n aus Bad- Nauheim, Postassistent Unteroffizier d. R. Linker aus Mainz und Telegraphenassistent Einj.-Freiw.-Usfz. Darmstädter aus Bad-Nauheim.
"DasBerschiebenvonB riefen undPo st karten
in Drucksachensendungen bildet fortgesetzt die Ursache unliebsamer Briefverschleppungen und Briesverluste. Ungeachtet wiederholter Anmahnungen durch die Presse und trotz unmittelbarer Ämrirkung der Postanstalten auf die Absender werden viele Trucksachcnsendungen leider immer noch in so mangelhafter Verpackung zur Post cingeltefert, daß sic leicht zu Fallen für kleine Sendungen werden. Als besonders gefährlich in dieser Beziehung erweisen sich, wie newe Feststellungen bestätigen, die häusrg zur Versendung von Drucksachen benutzten offenen Briefumschläge,
bei denen die Absender die am oberen Rand ober an der Seide vorhandene Klappe nach innen einschlagen. I!» den dadurch entstehenden (Spalt verschieben sich unbemerkt Briefe, Postkarten us»',, die dann in der Drucksache oft weitere Irrfahrten machen. Im eigensten Interesse des Publikums muß eindringlich davor gewarnt werden, die Klappe solcher Umschläge nach innen einzuschlagen ; viel besser ist es, die Klappe über die Rückseite lose Überhängen zu lassen. Als recht zweckmäßig haben sich Umschläge bewährt, die an der Berschlußflapve einen zungenartigen Ansatz haben, der in einen äußeren Schlitz des Umschlages gesteckt wird. Sie sichern den Inhalt vor dem Herausfallen und verhindern das Einfchieben anderer Sendungen, ihre inöglichst ausgedehnte Verwendung ist im allgemeinen Interesse zu wünschen. Verhältnismäßig häufig verschieben sich auch Briese usw. in Zeitungen, die unter Streifband verschickt werden. Es ist dringend zu raten, die Streifbänder so fest wie rnöglich um die Zeitungen zu legen, nachdem diese umschnürt worden smd. Landkreis Gießen.
= Ullendorf, 12. Nov. Offihierstellvertreter Lehrer Batz wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
, Kreis Schotten.
+ Ulrich st«'tn, 12. Nov. Heute morgen ist hier der erste Schnee gefalle».
Starkenburg und Rheinhessen.
O Heppenheim, 12. Nov. Gestern starb hier der älteste Einwohner unserer Stadt, der hundertjährige Abraham Suird- heimer. Trotz seines sehr hohen Alters erfreute sich der Verstorbene bis kurz vor seinem Tode der besten körperlichen und geistigen Frische. Bereits im Mar dieses Jahres feierte er seinen 100. Geburtstag.
-f Aus dem südwestlichen Odenwald, 12. Nov. Bei einer Treibjagd wurde außer 12 Hasen und 8 Rehen noch ein kapitaler Damhirsch — eine seltene Jagdbeute in unserer Gegend — zur Strecke gebracht.
O Affolterbach, 12. Nov. Gestern abend fand in der Kirche wieder eine Gedächtnisfeier für zwei gefallene Krieger statt, die Reservisten Jakob Trautmann und Peter Schmidt aus Scharbach. Die vorletzte Feier galt den gefallenen Reservisten Peter Bauer uird Peter Krämer. In beiden Gottesdiensten sangen der Kirchengesangverein, die Schulkinder und die Herren Schwöbel und Jäger eindrucksvolle Lieder.
O Birkenau, 12. Nov. Den Tod fürs Vaterland starben aus unserer Gemeinde weiter die Reservisten Schmitt und Libmann vom Rcs.-Jnf.-Rrgl. 118. Bis jetzt sind aus der Gemeinde acht Krieger gefallen.
m. Offenbach a. M., 13. Nov. Um den zahlreichen arbeitslosen Frauen und Mädchen, deren Zahl nach dem Stande vom 1. September 5000 beträgt und inzwischen weiter gestiegen ist, Arbeitsgelegenheit und Verdienst zu verschaffen, wurde in der gestrigen siebenten Kricgssitzung der Stadtverordneten aus Anregung der in der Kriegsfürforge mitwirkenden Frauen die Errichtung einer Werkstätte für arbeitslose Frauen und Mädchen beschlossen. As Arbeitskapital für Anschaffung von Materialien der in der Hauptsache herzustell enden Näharbeiten und Wo.'ffachen für das Militär wurden städtischer- seits 10 000 Alk. zur Verfügung gestellt. Man hofft jedoch, daß diesem Grundstock iwch wettere Stiftungen zusUeßen. Beschäftigt sollen nur die Mädchen und Frauen in den von der Stadl kostenlos zur Verfügung gestellten Räumen werden, die bereits das
16. Lebensjahr überschritten l>aben und in Ofsenbach wohnen. Um nun möglichst viele Frauen und Mädchen beschäftigen zu können,
ist ein Hbckistverdienst festgesetzt, der so bemessen ist, daß die bc- trefsenden chven Lebensunterhalt davon bestreiten können. Die Arbeitsbeschaffung soll durch Vermittelung des städtischen Arbeitsnachweises erfolgen. Die sertiggestckllten Arbeiten sollen mit einem kleinen pr-^enwalcn Aufschlag abgegeben werden, wodurch einmal die Unkosten gedeckt sowie ein kleiner Verdienst erzielt :»erben soll, der dem Grundstock zugeführt wird. Tie Einstellung der Frauen und Atädchen erfolgt nur bei gegensertiger eintägiger Kündigung. Für die Beschäftigung der Arbeitslosen wurden 30 006 Mark zur Verfügung gesteUt. Unter den Mitteilungen gab der Oberbürgermeister Kenntnis von dem bestehenden Ausfuhrverbot für Kartosfeln im Landkrers Hanau. Br- schossheimer Bauern, die sonst ständig ihre Kartoffeln nach Offrn- bach bringen, wurden nämlich an der Mainkur durch preußische Gendarmen unter dem Hinweis auf das bestehende Ausfuhrverbot daran verhindert. Ter Oberbürgermeister hat daraufhin soso« Schritte cingeleitet, um entweder das Ausfuhrverbot aufheben zu lassen oder Gegenmaßregeln zu treffen. Er ist bei oem hefjischen Alintsterium um Erlaß eines gleichen Ausfuhrverbots für Kar- tofteln nach Preußen emgekonrmen. Die hessische Regierung ist daraufhin bei dem Regierungspräsidenten in Kassel um Aufhebung dieser ^Maßnahme vorstellig geworden, die auch berefts den Landrat in Hanau zur Rücknahme des Verbotes veranlaßt hat.
Kreis Wetzlar.
w. W e tz l a r, 12. Nov. Am 10. November hock der Kreistag den Beschluß gefaßt, zur Deckung der vom Kreise auf Grund des Reichsgesetzes vom 28. Februar 1888/4. August 1914 vorzulegenden Kr ieg s u n te r stützu n g en an dre Familien einoerusener Reservisten und WeyrkeUte, sowie zur Förderung des Gesundheitswesens, Schaffung von Arbeitsgelegenheiten usw. bei der LandesversicherungsanstM der Rhelnprovinz eine Anleihe von 350 000 Mk. auszu- nehmen und mit 4 Proz. zu verzinsen.
Hessen-Nassau.
X. Marburg, 12. Nov. Das HLeflge Schöffengericht verurteilte heute einen Arbeiter, der in den Ortschaften der Umgegend unwahre Sensationsgerüchte über die Kriegslage verbreitet hcrwtz zn vierzig MarkGeldstrafe.
x Dilkheim, 12. Nov. Unteroffizier Karl Sa»es starb den Heldentod für das Baterliand.
h. Bad Homburg v. d. H., 12. Nov. Die seit cüdhea Wochen hier weilenden französischen Parlamentäre erhielten heute vom Generalkommando zu Frankfurt die Erlaubnis zur Rückreise nach Frankreich. Sie nahmen ein Verzeichnis der deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich mit und erklärten, daß sic ihren ganzen Einfluß aufbieten würden, um das Los der Soldaten menschenwürdig zu gestalten. Ueber ihren Aufenthalt in Deutschland und die ihnen hier gewordene Behandlung äußerte« sich die Franzosen in Worten größter Anerkennung. Ob die Einflüsse dieser Herren jenseits der Vogesen eine B>«.mng zum Bessern herbeiführen werden?
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Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gietzen.
Für die durch den Krieg beionderS schwer betm- geiuibte Provinz Ostpreaxaen sind bei dem Ober-
bürgermcistcr weiter cinaegangen von:
Christian Rühl 25,- Mk.. N. N. 5,- Mk., Glasermeister Georg Luh 5,— Pik., Zahtmetster Wttting 10,— Sit, Frau Schöncivols 10,— Mk., Frau Mediztnalrat Stammler 10,- Mk., Fräulein Störger 3,- Mk., K. 3.- Pik., N. N.
17.10 Mk., Kriminalkommissar Müller 5,— Mk, Stadtverordneten Löber 20,— Mk, P. S. 5,— Mk., Frau Oberst Jmanuel 20,- Mk., L. Wolfs 3,- Mk, Heinrich Hoi 5,- Mk, von den Arbeitern der Tabaksabrit August Ackermann zu Garbenieich 50,— Mk, Stadtverordneten Frtedberger 50,— Mk, aus einer Sammlung der Gtebener Lokomoiiv- sllhrer und deren Anwärter 50,— Mk, Geh. Mediztnalrat 0r. Haberkorn 60,— Alt, Instrumentenmacher Heinrich Schmidt 10,— Mk, L. F. 5,— Mk, Proieffor Freiherr von Gall 48,— Mk-, Stadtverordneten H. Wlnn 50,— Mk., Hoflieferant Franz Brück 20,— Mk, Prüschcr 5,— Mk., Metzgermeister Friedrich Schreiner 10,— Mt, zusammen
504.10 Mk.
Mit herzlichem Dank für diese Gaben wird um
weitere Zuwendungen gebeten. _ 11422B
Fichtendeckreiser Verkauf.
Um den ständig wicderkebrcnden Kragen nach Fichteu- Deckreiiern nach Möglichkeit enigegenzukommen, hat sich die land- und forstwirtschaftliche Dcpulalion im Einverständnis mit der Oberförfterel entschlossen, noch Deck» reifer In geringerer Qualität lAstreiser) ausarbetten zz lassen und an Liebhaber abzugeben. Anmeldungen hierz» muffen bei Meldung derNichtberückffchtigung bis ivätcfteus zum IS. November 1914 aus Zimmer Nr. 15 der Bürger- metsterei erfolgen. Der Preis dieser Deckretser ist aus 20 Psg. für die Welle festgesetzt und bet der Bestellung zu bezahlen. 11383 B
Gießen, den lt November 1914
Der Oberbürgermeister. _ I. V.: Grünewald. _
Stadt. Wohnungsnachweis Gießen» Asterweg S.
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d. bei auswärtigen Arbeitgebern:
1 Etsendreher, 2 Prehlufniieter, Schlosser und Werkzeugmacher igegen hohen Stundenlobnl, 1 Müller, landwirtschaftliche Arbeiter und 51nechtc, Erdarbeiter, Mineure, Steinbrucharbeiter und Taglöhnrr.
ES iuchen Arbeit:
1 Installateur, 10 Schlosser, 2 Spengler, 3 Buchbinder,
3 Polsterer und Tapezierer, 5 Schreiner, 1 Glaser, 1 Schuhmacher. 3Schueider, lOWeistbindcr »nd Lackierer,
4 Kausleute, Schreiber, landwirtschaftliche Arbeiter und Knechte, Erdarbeiter, Tanlöhner, Kellner, Hanobinscheu, Putz-, Wasch- und Lausfrauen.
Lehrlinge: 1 Schlosferlchrling.


