Einzelbild herunterladen

M. 257

Zweiter Blatt

164. Jahrgang

®rfd»erm täglich mit AvSnotm« der

Sw t ,«ir%n»er .famintHWilter" werben feem

8l»*ei«ter" mermoi rnödietiilirb beutetest, ixeä Jtrdsblcti ySr den Kreis Siehe«" zweimal wöcheruüch. Tie ,.Lanswirüchajüütze« Zeü-

erschernew nisnattüh zwee««t.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhejjen

Zreitag. 1Z. November l914

Rotali»,««druck und Bering der Br üblichen Universtläl« . B»ch» und Sleindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Schriitleitung.GejchäNSslelle u.Druckerei: Schul­straße 7. Geschättsstelle.Vertag: SE51,Schrist- leitung: «^112. Adresse lür Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

Gras haeseler in der 5ront.

Jii einem holländischen Watte finden wir einen hoch- interessanten Bericht, worin der bekannte Mldhauer Arnold Rechberg, gegenwärtig Ordonnanzoffizier des Grafen Haeseler, das Leben des greisen Feldmarsck>alls in der Front schildert. Generalfeldmarschall Graf Haeseler hat eine Un­erschrockenheit, so heißt es da, die erstaunlich ist. Beinahe hat es den Anschein, als wollte der Marschall den Beweis liefern, daß das Gesclzlecht von 1864/66 und 70/71 an Un­erschrockenheit und Todesverackffung wohl erreicht, aber nicht übertroffen werden kvmie. Es ist wiederholt vorgekommen, daß er zu Pferde Zeuge von Infanterieangriffen war. Wäh­rend rechts und links die Schützenlinien von einer Deckung zur anderen sprungweise und in gebückter Haltung Vor­ngen und dabei doch noch ziemlich schwere Verluste hatten, ieben der Marschall und seine Begleiter, deren Silhouetten dem Feind aus der Ferne deutlich sichtbar waren, wie durch ein Wunder unversehrt, obwohl die Franzosen nrit Maschi- uengewehren auf sie schossen. Er ist auch an den Laufgraben, in denen die Infanterie ffef eingegraben in Deckung liegt, öfters im Schritt entlang geritten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Haltung eines hohen Offiziers bei den Truppen Begeisterung erwecken nmß. Zn der ganzen Front ist es ein allgemein verbreiteter Aberglaube, der Graf sei kugelfest, nne es die Heere des 17. Jahrhunderts häufig von ihren Fülfrern glaubten. Man könnte beinahe sagen, die Truppen sähen den Grafen als eine Art Talisman an, dessen Antvesenheit alleiit schon den Erfolg verbüvgt.

In den ersten Tagen des Krieges war Graf Haeseler übrigens Gegenstand eines raffinierten Angriffs. Ein Dorf lag mitten in der Gefechtslinie. Rechts und links von dem Dorfe marschierten starke Infanteriekolonnen auf, auf die der Feind nrit Geschützen feuerte, während das Tors selbst nicht im Feuer lag. Graf Haeseler hatte auf der deiu Feind« zugekehrten Dorffeite unter einem prächtigen alten Rußbaunie im Schatte» auf einem Stuhl Platz genommen, den man aus dem nächsten Hause geholt hatte, und von da an beobachtete er das Gefecht. Plötzlich bemerkten die Offi­ziere seiner Umgebung eine Granate, die geradeswegs auf den Nußbaum zuflog und in 200 Metern Abstand einschlug. Kurz darauf kam ein zweites Geschoß, aber diesmal nur iOn Meter zu kurz. Graf Haeseler, den man hierauf aufmerk­sam machte, glaubte die Zieländerung einem Zufall zu- fchreiben zu können. Als nun aber eine dritte Granate in kaum 50 Metern Abstano krepierte, sagte er:Meine Herren, die übernächste wird den Nußbaum treffen." Als nun die nächste ganz in der Nähe einschlug, stand er auf und ging langsam zur Seite. Unmittelbar darauf schlug ein Treffer dicln bei dein Baum ein. Tags darauf stellte sich heraus, dag der Maire der Ortschaft eine Telephonverbindung mit den französischen Linien gehabt hatte. Er gab zu, daß er der feindlichen Artillerie mitgeteilt habe, daßle oeltzbrs Iiurescbui" unter dem Baume faß.

So wenig Graf Haeseler sich um sich selbst bekümmert, so sehr ist er jedoch auf das Wohlsein anderer bedacht. Bei eineni der ersten Gefechte wollte der Graf durch ein Dorf reiten, das die Franzosen verlassen hatten und durch das bereits deutsche Schützen hindurchg^ogen waren. Bor dem Dorfeingauge machte ihn ein verwundeter Offizier darauf aufmerksam, daß die Dorfbewohner aus Kellern und hinter Fenstern hervor mit Schrot schössen. Der Marfchall bedankte sich, ließ sich aber nicht davon zurückhalten, durch das Dorf hindurchzureiten, und wunberbarerweise kam er unbeschossen zu dem anderen Ausgange. Darauf begegnete Graf Haeseler einer von der anderen Seite kommenden lllanenpatrouille. Er ging geradeswegs auf den führenden jungen Leutnant zu und sagte ihm:Kamerad, bitte nicht hindurch, sondern um das Dorf herum zu reiten. Der Umweg ist unbedeutend. Die Bewohner des Dorfes schießen und Sie würden in Ge­fahr geraten."

Wenn ihm nicht JÄe Zeit dazu fehlt, bemüht sich der Gras mit besonderer sorge und Güte um die Verwundeten. Er hat selbst mehrere Male auf dem Schlachtfeld« mitten im Feuer dafür gesorgt, daß Schwerverwundetc durch Kranken­träger abgeholt, verbunoen und gelabt wnrden. Wenn ein-

Deutsches und dänisches Geistesleben.

Ein Wort von Knut Hamsun.

In der dänischen Presse wird gegenwärtig eine eigen­tümliche Polemik über das Verhältnis des deutschen zum dänischen Geistesleben ausgesochten. Peter Nansen, der bekannte geistvolle dänische Dichter, hatte in einer Unter­redung der Ansicht Ausdruck geliehen, daß zahlreiche dänische Künstler u. Schriftsteller für das Interesse, das die Deutschen ihren Schövsungen bezeigten, bei Deutschland in fieser Schuld ständen. Diese Aeußerung forderte einen anderen dänischen Autor, Sven Lange, zu der Gegenbemerkung heraus, daß eine Schuld dock» eine Allleihe ooraussetz«, und was hätten die Dänen vom modernen Deuffchland geliehen?Haben wir (so fragte er) Deutschland gebeten, uns ettoas zu schenken, wonach wir Bedarf hatten? Ist es nicht eher Deutschland, das bei uns in Schuld sieht für unsere Bücher, unsere Theaterstücke, unsere Sänger und Künstler? Wir hoben den Deuffchen von dem geliehen, was uns gehörte sie haben uns nichts geliehen."

So Sven Lange. Ihm erteilt nun jetzt der norwegische Dichter Knut Hancsun eine sehr entschiedene Antwort, die im ganzen wiedergegeben zu werden verdient. Er sagt:

.handelte es sich auch um nichts anderes, als um das bloße Interesse der Deutschen, so könnte sich Sven Lange gern zur Tankbarkeitsschnld dafür bekennen. Ist chm iranzösisches, russi­sches nnb englisches Interesse wertvoller? Ja, morn das über- l«ua>t nur existierte? Deutschland inlerefsiert sich für das Geistes­leben der ganzen Welt, und so auch für das dänische Esent­leiht" nicht immer vom dänischen Geistesleben, es kauft dann auch wieder und tauscht und leistet Gegenzahlung. Ich bin nicht der Alaun, imt auszumachen, wie häßlich oder wie human Deuffch­land bei diesem Handel gegen Dänemark vefiahren ist: pdoch für seine Bücher. Dhccuerstücie, Sänger und Künstler bckonrmt Däne- m<rrk vom modernen Frankreich den Kubismus, mid voin modernen Deutschland Hata (Saltxrnanj. Wenn Herr Lange antwortet, daß das gegeneinander aufgeht, so ist ,a doch Deutschland ganz liübsch mit in der modernen Kultur. Oder Ivo ist gegenwärtig irgend ein Volk in der Welt, das mehr Kultur beweist, als die Deutschen? Ich hm imeüer nicht der Mann, hierauf Antwort

mal kein Verbandzeug zur Verfügung war, gaben er und feine Begleiter ihre Taschentücher, und mehrere Male hat er seine Offiziere ausgefandt, um ärztliche Hilfe .zu holen. Es erregt Bewunderung, wenn man sieht, wie der Marschall trotz seiner beinahe 80 Jahre noch unermüdlich zu Pferde sitzt, lvie der jüngste Offizier. An manche.» Tagen hat er nicht weniger als 14 Stunden zu Pferde zuge­bracht. Er reitet fast immer Schritt oder Galopp, Trab nur in seltenen Aus nähme fällen. Seine Nahrung besteht wie früher aus fast nichts, als etwas Milch und Eier; Fleisch ißt er fast gar nicht, und Alkohol nimmt er überhaupt nicht zu sich. Seine Forderungen sficd, was die Verpflegung an­geht, so einfach wie möglich. Nur einmal, als ihm und seinen Offizieren ein allzu zähes Huhn vorgesetzt wurde, sagte er läck)«lnd:Meine Herren, ick» hätte doch besser getan, dies Hühnchen schon 1870 auszuknabbern."

Kämpfe in Kamerun.

Ein englischer Offizier^ der Nigerischen Feld- truppe erzählt in einem Brief aus Soratsi von den Kämpfen in Kamerun und läßt in seinen Schilderungen unbeabsich­tigter Weise die Tapferkeit unserer Schu.tztr.nppe in helles Licht treten:

Als ich euch zuletzt schrieb, hatten wir gerade Befehl be­kommen, von Jota aus oorzurücken. Wir marschierten am Nachmittag los und erreicksten Zola in Eilmärschen nach sechs Tagen; wir machten durchschnittlich über 40 Kilometer den Tag, ein« ganz anständige Leistung für eine Infanterie­kolonne mit einem größten Wagenpark in diesem unweg­samen Gebiete. Wir bekamen denn auch von dem Komman­danten ein Telegramm, das uns zu unserm Marsch beglück­wünschte. Der Benne ist in diesem, Jahre sehr niedrig, und die andern Kompagnien waren schon lange ausgerückt. Wir blieben eine Woche in Jolä und suhlten uns nach der guten Rast wieder gekräftigt. Unsere berittene Infanterie brach einen Dag vor uns auf und überschritt sogleich den Fluß; wir folgten und hatten nun furchtbar anstrengende und- müh­selige Märsche, bis wir die Grenze erreichten. Wir ließen Tepe, wo sich eine deuffche Truppe befand, rechts von uns liegen, überschritten nach drei weiteren schweren Tages­märschen den Tiel und waren nun aus deuffchem Gebiet. Wir waren noch keine Halle Stunde über der Grenze, als ein schweres Feuer auf der rechten Seite gegen uns eröffnet wurde. Wir machten also in verschanzter Stellung Halt, bis Nachrichten von der berittenen Infanterie kamen. Ach, die Neuigkeiten waren wahrlich keine guten! Oberst Maolear hatte ihnen befohlen, die Deutschen aus Depe herauszuwerfen. Sie waren vor uns marschiert und wurden bald vor Depe in einen schweren Kanrpf verwirbelt, wobei die Deuffchen die Vorhut vorbeiließen und sich dann mit Mer Kraft auf die Haupttruppe warfen. Die Deuffchen hatten augenscheinlich Befehl« bekommen, in erster Linie die Weißen aufs Korn zu nehmen. Wickhwm und verlock wurden ge­tötet, der Befehlshaber Lord M. Seymvur schwer verwundet und ebenso McDonald. So wlcrreu gleich vier von den sechs weißen Osftzieren kampfunfähig. Die Deutschen zogen sich dann in die Eingelwrenenshaidt zurück, und McDonald ließ, obwohl er verwundet war, das Maschinengewehr gegen sie richten und gab ihnen ein übles Lebewohl. An einer Stelle geriet die Stadt in Brand, mit dabei sollen einige deuffche Verwundete im Feuer untgekommen sein. Ich glaube nicht, daß unsere berittene Infanterie den Ort nahm, denn sie hatte nicht mehr als 60 Mann, und die Deuffchen verfügten über eine Schar zwischen 50 und 100 Manu, darunter füns Offiziere. Auf diese Nachrichten hin marschierten wir in der Richtung aus Depe Und trafen nach -einem entsetzlichen Marsch­in zwei Stunden ein. Wir verstärkten die berittene Infan­terie, die unterdessen Plänkeleien mit den Deuffchen gehabt hatte. Die Verwundeten wurden aus Kanoes nach Jola ge­bracht. Wir stehen nun hier, während die Stellung und Zahl der Deutschen ausg-ekundschastet wird. Ich glaube mit ziem­licher Sicherheit, daß es inorgen eine Lchlacht geben wird. Wrr sind nur gegen 30 Kitomjeter von Sarus eutfernt und würden dort in zwei Tagen sein können. Es wird eine harte Nuß zu knacken geben, und ich fürchte, es wird uns teuer zu stehen kommen. Unsere einzige Hoffnung liegt in unseren

zu geben. Mein bis zu einem gewissen kleinen Grade bin ich der Wan», uni folgende Frage zu stellen: ist *mn Beispiel di« moderne dänische Literatur so außerordentlich, daß Deutschland von ihrleihen" muß. ohne eine einigermaßen ebenbürtige Gegen­leistung zu bieten? Ich habe mir erzählen lasten, daß die Völker gegenwärtig ihre intellektuellen Kräfte vorzugsweise in Sporl- und technischen Triumphen aus!äsen ausgenommen m der Wissenschaft, wo die Deutschen jetzt wie zuvor die großen Führer sind. Das lautet so natürlich und glaubwürdig, daß es wohl die tägliche Erfahrung aller bildet. Herr Sven Lange hat gefunden, daß er Deuffchland eine ganz andere Wahrheit über Dänemark verkünden kann. Wenn chm min bloß Deutschland glaubt! Ja, wenn nun bloß Dänemark selbst ihm glaubt!"

Das ist die scharfgefchlisfene Antwort, die Knut Hamsun dem dänischen Verfasser erteilt hat. Dürfen wir als Deuffche zu dieser Polemik auch eine Bemerkung machen, so scheint es uns, daß Sven Lange die geistigen Beziehungen zwischen Volk und Volk ein wenig sehr wie sollen wir sagen? ladentischmäßig ausgefaßt hat. Wie jeder Mensch sich, aufs tiefste beglückt fühlt, wenn er beim Mitmenschen Interesse und Verständnis ftndet, so kann, will uns bedünken, auch ein Volk von einem andern kern schöneres Geschenk emp­fangen, -als verständnisvolles Interesse. Wir sind gewiß, daß Peter Nansen seine Worte in diesem Sinne gemeint hat, und es scheint uns, daß Herr Sven Lange nicht das Matz von) Verständnis für geistige Dinge entwickelt hat, das man doch von einem Geistesarbeiter billig erwarten darf, wenn er die Schuld" Dänemarks bei Deuffchland im kaufmännischen Sinne zu verrechnen sucht. Wir Deuffche unsererseits be­kennen gern die vielfache Schulkd, in der auch wir zu dem regen dänischen Geistesleben stehen.

Bismarck, Mommsen und Wagner. In seinen -Bismarck-Erinnerungen teül der englische Maler William Blake Richmvnd ein paar charaktefisffsche Züge über Bismarcks Bezie­hungen zu Mommsen und zu Richard Wagnm. Als Rich- mond bei Mommsen zu Besuch war, wnrde ihm ein Telegramm des Füfften aus Friedrichs ruh gebracht, sofort zu kommen. Rich- mond wollte abtetegraphieren. Doch Mooruffeu fiel ihm ins

Kanonen. Wenn sie in eine gute Stellung gebracht werdest, dann können sie Sarus uneinnehmbar machen; aber es wird heftige Kämpfe setzen, um eine gute Stellung zu gewinnen. Niemand unterschätzt die Arbeit, die vor uns liegt." Die Be­fürchtungen des englischen Offiziers sollten sich bewahr­heiten. Wie wir unterdessen aus amtlichen Meldungen er­fahren haben, wnrden die englischen Angriffe von der deut­schen Schutztruppe unter schweren Verlusten für die Eng­länder zurückgeschl-agen.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 13. November 1914 .

Auf dem Felde der Ehre gefalle«.

(Aus Hessen und den Nachbargcbieten.l

Reservist Karl Christ, Jns.-Rgt. IIS, ans Hambach. Land, wehrmann Heinr. Weiß, Jni.-Rgt. 116, aus Nieder-Beeiden bach. Landwehr»«. Robert Ottmar Nickel, Landw.-Rgi. 116, aus Nanzenbach. Osstz.-SteUv. Postanwärter Friedr. Ludw. W o l i, J»s.-Rgt. 166, aus Butzbach. Lt. d. Res. Kgl. ReqierungSnsseffor Hermann Riedesel Freiherr zu Eisenbach, Draa.-Rgt. 24, Ludwigseck. Sergeant Aug. v. Landen berg, Trag.-Rgt. 24, aus Worms. Landwehr,«. Steiger Wilhelm Fey, Res.-Jnl.- Regt. 116, aus Obcr-Rosbach. Res. öetnr. <8 a » batz, Jns-- Rat. 115, ans Groß-Biebera». Kriegssreiwilliger Konr. D ö l l, Res.-Jäger-Bat., Marburg. Landwehrm. Briesträger Wilhelm Briitz mann, Jns.-Rgt 83, in Marburg Freiw. Karl Ernst Ludwig Meirich, Fnß-Art.-Rgl. 3, aus Mainz. Landwehrm. Hugo Göpel, Jns.-Rgt. 118, ans Mainz. Res. Otto Karl Dittel, Jns.-Rgt. 117, aus Gonsenheim. Res. Peter Brand, Jns.-Rgt. 115, ans Wol'shcim. Canitäts-Unterosf. Philip» D annens e I ser, Feld-Art-Rgt. 63, aus Biebelnheim. Musk. Adam @oii cf, Jni.-Rgt. 168, aus Worms-Neuhansen. Lcmd- wehrmlin» Jak Lukas, Jns.-Rgt. 118, aus Horchhetm. Res. Jak. Brand, Jni.-Rgt. 118, aus Weinsheini. Geir. Jakob Rebn, Trag.-Rgt. 24, aus Nidda. Landwehrm. Gg Weller, Jni.-Rgt. 84, in Nidda. Landwehrm. Heinr. Schäser, Res.» Jns.-Rgt. 8o, in Offenbach a. M. Unteroff. d. Res. Lehrer Wilh. Wald mann, In--Rgt. 163, aus Offenbach g. M. Res Wilh. Ad. Niedling, Jni.-Rgt. 115. aus Offenbach a. M. Unteroff. d. Res. Ernst P l e b, Jns.-Rgt. 168, aus Offenbach a. M. Res. Karl Krait, Jni.-Rgt: 116, ans Piordt. Res. und Registrator Jean Schwerer, Jni.-Rgt. 116, aus Darmsladt. Bizeieldw. Forstwart-Aspirant Paul K i r s ch n e r, Jni.-Rgt. 116, aus Strebe, dori. Res Wilh. 3)1 c g Jni.-Rgt. 80, aus Darmsladt. Land- wehrmann Rud. Stelzer, Jni.-Rgt. 116, aus Darmstadt. Unteroff. b. Res Otto Spohr, Jni.-Rgt- >16, aus Darmstadt. Bat.-Arzt Dr. bans Al big, Jns.-Rgt. 240, aus Darmsladt. Musk. Daniel Dets, Jni.-Rgt. 117, aus bepvenheim. Res. Friedr. Wilh. Fels, Jni.-Rgt. 116, MuSk. Perm. Heusohn, Jns.-Rgt. 117, aus Gelnhaar. Res. Peter Appel, Jni.- Rgt. 87, aus Rinderbüqen. Res. Karl Schmidt, J«>.-Rgt. 116, aus Wenings. Res. Heinrich Dellen, Jns.-Rgt. 116, aus Bleichenbach. Unteroff. d. Res. Karl S a m e s, Jns.-Rgt. 240, aus Dillheim. ,

**D asOverhessischeMufe«m«!nddie ®ötl> schen Sammlungen haben nt der letzten Zeit ersrei»- liche Bereicherungen erfahren. Bei Erdarbeitcn in dem Gv- fangenen-Lager auf dem Trieb wurde ein Brandgrab aus der ersten Eisenzeit, etwa 700 v. Ehr. angeschnitten und gehoben. In einer großen schwärzlichen Urne lagen calcff- nierte menschliche Knochen und Brandreste, sowie kleine Schal­len, Becher und ein bronzener Armreif mit Verzierung. Fer­ner wurde beim Sandabheben in der städffschen Sand-- grubeanderStraßeGießen Rödgen ein Ske­lettgrab aus der Steinzeit freigelegt. Bier hoch intev- essiantc Gesäße mit schöner Außenverzierung, die in hiesiger Gegend noch nicht festgestellt wurden, standen nebeneinander; sie mögen ein Alter von etwa 4000 Jahren haben. Vom Skelett war nichts mehr erhallen. Die neuzeitliche Samuü- lung ist durch eine sehr wertvolle Schenkung von seiten des Fürsten Friedrich Wilhelm von Asenburg-- dingen zu Wächtersbach vermehrt worden. Sie stellt den Werdegang der Wächtersbacher Steingut-Manufaktur dar und ist durch ausgezeichnete, typische Stücke vertreten. Auch an dieser Stelle sei dem hochherzigen Stifter bestens gedanft.

** D i e richtige Adressierung der Feld Postsen­dung en. Trotz der wiederholten Hinweise auf bte Wichtigkeit der richtigen und deutlichen Adressierung der Feldpostsendungen bat die Zahl der unzulänglichen Aufschriften bisher keine Abnahme erfahren. Neben unfichfigen und unvollständiges

Wort:Noin halt. Fahren Sie hin zu dem großen Geschicht^- m«icher. Aber nach Ihrer Rückkehr müssen Sie mir alles^crzählwr." Richmvnd sagte dies Msmarck und der erwiderte:Sagen Sie M-omnisen, ivenn ick, Geschichte mache, so ist er der Größte in der Welt, der Geschichte schreibt." Als Mchmvnd darauf Mommsen diffen Ausspruch überbrachte, zeigte er sein unnachahmliches Lää^br und in seinen großen schwarzen Augen leuchtete es humorvoll auf:Bismarck sprach niemals die Wahrhttt größerer Auf­richtigkeit." Richmvnd fragte einmal Bismarck, ob er Wagner »effönl-ich kenne. ,-Ia," antwortete er,aber es war mir ganz unmöglich, mich um ihn *u bemühen oder seine Annäherung M ermufigen. Ich hatte keine Zeü, mich seinem uneffäMichen eitle» Stolz zu unterwerfen. Vor dem Frühstück, beim Frühstück, vor und nach dem Essen forderte Wagner Sympathie und Bewunde­rung. Sein Egoismus war ermüdend und intolerant, und seine Anforderungen an den Zuhörer waren so unaufhörlÄ, daß ich seine Gesellschaft fliehen mußte. Ich war zu beschäftigt, um allen oder einem Teil seiner Anforderungen, welche er an meine Zeü stellte, Nachkommen zu können. 'Doch bewundere ich ferne Musik in höchstem Maße, obgleich ich g^wungen war, den Opernbesuch LruM'ugeben, weil ich die toundervokben urrd ergi?eisenden 2-otv folgen nicht aus dem Kops bekam: sie hefteten sich an mich und es fällt mir schwer, mich von ihnen frei zu machen, und dann stört es mich, so bewegt zu sein."

An Deutschland? Juffend

Du, unserer Heimat lebendige Burg,

Deutschlands Jugend, nun halte durch!

Wanke nicht im grimmigen Streit.

Halte den Bu^ und wahre den ifid!

Stürme wie Gottes Geschwader einher,

Tfifs Entsetzen das srindlicke Hcerk Aus dem Frieden der heimischen Aue»

Wartende Augen auf euch schauen!

Väter und Mütter ohn' Ruhe und Ende Heben für euch die betenden Hände,

Flehen bei Tage und flehen bei Nacht»

Halten vor Gottes Throne die Wacht,

Bis die Erfüllung herniedersteigl Und sich die Schale des Sieges euch nfigk! Deutschlands Stolz und Deutschlands Burg, Deutschlands Jugend, nun halle durch! W.